Gardy Granass wurde am 7. Januar 1930 als Hildegard Erika Charlotte Granass in
Berlin geboren. Bereit ab dem 6. Lebensjahr erhielt sie
Ballettunterricht bei Tatjana Gsovsky1) (1901 1993),
trat in Kinderballetts auf und bekam 1946 an der Städtischen Oper Berlin ihr erstes Engagement. Nach Schauspielunterricht bei Herma Clement spielte sie in Baden-Baden und Wiesbaden Theater.2)
Ihr Leinwanddebüt hatte die damals 19-jährige Gardy Granass in Helmut Weiss'
Zirkusdrama "Tromba" (1949) an der Seite von René Deltgen
und Gustav Knuth als Tochter der Zirkusbesitzerin Therese Kronbeck (Hilde Weissner) gegeben, die
dem diabolisch-charmanten
Tigerdompteur Tromba (René Deltgen) verfällt. Weiss besetzte sie
wenig später auch in "Kein Engel ist so rein" (1950). Eine
enge Zusammenarbeit ergab sich mit Regisseur Paul Verhoeven, der sie neben
Liselotte Pulver und O. W. Fischer für "Heidelberger
Romanze"1) (1951) vor die Kamera holte;
weitere Filme mit Paul Verhoeven waren
"Ein Ganz großes Kind" (1952), "Praterherzen" (1953),
"Rote
Rosen, rote Lippen, roter Wein"1) (1953) und "Hochzeit auf Reisen" (1953). Gardy Granass
bediente im deutschen Heimatfilm der 1950er Jahre das "herzige,
frische Mädel" in Streifen wie "Drei
Mädels vom Rhein"1) (1955), "Schwarzwaldmelodie"1) (1956), "Die
Christel von der Post"1) (1956) oder "Hoch
droben auf dem Berg"1) (1957).
DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von
www.e-m-s.de
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Mit dem Nachlassen des Heimatfilm-Genres schwand
auch die Popularität von Gardy Granass, eine echte Chance, sich als
Charakterdarstellerin zu beweise, wurde ihr nicht geboten. Zu ihren letzten Arbeiten für das Kino zählen "Wenn
die Heide blüht"1) (1960) und "Der 42. Himmel" (1962), danach war
ihre kurze Filmkarriere beendet.
Gardy Granass versuchte noch beim Fernsehen Fuß zu fassen, erhielt
jedoch nur wenige Angebote. Man sah sie unter anderem 1962 als Jill Yates in dem
Durbridge-Straßenfeger "Das
Halstuch"3)
sowie in der Serie "Großer Mann, was nun?"3) (1967).
Die Dauerrolle der Apothekerin Dr. Erika Wallner in "Landarzt
Dr. Brock"3)
gehört zu einer ihrer letzten Fernsehauftritte. Danach zog sich die Schauspielerin aus dem Filmgeschäft zurück;
lediglich 1974 übernahm sie noch mal einen kleinen Part in der
TV-Reihe "Unter einem Dach" sowie 1979 in der Serie "Die
Koblanks".
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Gardy Granass, die in München lebt, war seit 1979 bis zu dessen Tod am
11. April 2003 mit dem studierten Theologen Werner Hess1)
verheiratet, der von 1962 bis 1981 als Intendant des Hessischen
Rundfunks (HR) nicht nur die Geschichte des HR, sondern auch die
Entwicklung des Rundfunks im Nachkriegsdeutschland entscheidend mitgeprägt
hat.
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