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Am "Burgtheater" war Meinrad zum Publikumsliebling avanciert, prägte mit seinem unverwechselbaren Stil die Wiener Theaterszene. Seine herausragenden Interpretationen vor allem als Raimund-, Grillparzer- und Nestroy-Darsteller machten ihn legendär, Meinrad brillierte jedoch auch in Max Zweigs "Franziskus", in "Don Juan in der Hölle" von George Bernard Shaw oder mit der Titelfigur in Molières "Der eingebildete Kranke". Glänzend war seine Darstellung des "Professor Higgins" in dem Musical "My Fair Lady"1), der "Don Quijote" in dem Musical "Der Mann von La Mancha"1) war nach Meinrads eigenem Bekenntnis "die Erfüllung des Schauspielertraums". 1959 erhielt Meinrad nach dem Tod von Werner Krauß2) (1884 1959) den "Iffland-Ring"1), die höchste Auszeichnung für einen lebenden Schauspieler. Werner Krauß schrieb in seiner Verfügung: "Sie sind für mich in Ihrer Einfachheit, Ihrer Schlichtheit und Ihrer Wahrhaftigkeit der Würdigste." Meinrad selbst verfügte 1984 testamentarisch, wie nach seinem Tod 1996 bekannt wurde, dass Bruno Ganz2) der nächste Träger des "Iffland-Ringes" sein solle. Gemessen an seiner überragenden Bedeutung für das Theater fallen Meinrads Beiträge für den Film eher bescheiden aus. So spielte er in österreichischen Kinoproduktionen jahrelang Nebenrollen, in seinem ersten Streifen "Die Welt dreht sich verkehrt" (1947) einen "Kümmeltürk", oder in "Mein Freund, der nicht nein sagen kann" (1949) einen liederlichen Junggesellen. In den drei "Sissi"-Filmen "Sissi"1) (1955), "Sissi Die junge Kaiserin"1) 1956), "Sissi Schicksalsjahre einer Kaiserin"1) (1957) mimte er als Gendarmeriemajor (später Oberst) Boeckl den Adjutant der Kaiserin alias Romy Schneider. Seine großen Leinwandrollen blieben auf den Film übertragene Raimund- oder Nestroy-Figuren wie in "Einen Jux will er sich machen" (1957). Zu seinen bekanntesten Arbeiten vor der Kamera zählen in den 1950er Jahre unter anderem "Erzherzog Johanns große Liebe" (1950), "Kaisermanöver"1) (1954), "Der Kongreß tanzt" (1956), "Die Trapp-Familie"1) (1956) und die Fortsetzung "Die Trapp-Familie in Amerika" (1958) sowie "Auf Wiedersehen, Franziska!"1) (1957), und "Die Schöne Lügnerin"1) (1959). Internationale Beachtung fand 1963 sein Kardinal Theodor Innitzer1) (1875 1955) in Otto Premingers Bestsellerverfilmung "Der Kardinal" (The Cardinal), dabei "tariert er Starrsinn und Fürsorge dieses Oberhirten so aus, dass sich daraus das Bild eines diplomatisch geschulten Streiters für Gott ergibt", wie ein Kritiker schrieb. In seinen frühen Filmen intoniert Meinrad mit schelmischem Bubengesicht und ironischem Tonfall des Wiener Schlawiners meist Diener und Untergebene in all seiner Heurigenseligkeit; in den späteren Rollen kam dann seine großartige Wandlungsfähigkeit zum Tragen, er wurde der "Bürger als Edelmann", der seinen Gestalten Klugheit, Lebensphilosophie und Haltung einhauchte.3)
Bis ins hohe Alter wirkte Meinrad am Theater, blieb auf der Leinwand und dem Bildschirm gleichermaßen präsent. Die Herzen der TV-Zuschauer konnte er beispielsweise 1973 als "Fideler Bauer" Mathaeus Scheichelroither in Axel von Ambessers TV-Inszenierung von Leo Falls gleichnamiger Operette erobern, 1974 erlebte man ihn als Zauberer Petrosilius Zwackelmann in der "Räuber Hotzenplotz"-Verfilmung1) auf der Leinwand. 1978 war er im Fernsehen mit der Rolle des Mörders Jack in dem Thriller "Gaslicht" nach dem Bühnenstück von Patrick Hamilton zu sehen, in der 12-teiligen Serie "Ringstraßenpalais"1) überzeugte er ab 1980 im ORF bzw. ZDF als Emil Hoffeneder. In einer Inszenierung von Leopold Lindbergh und Richard Gregson der Strauss'schen "Fledermaus" begeisterte er 1983 in London an der "Covent Garden Opera" als "Frosch", eine Figur, die Meinrad bereits 1960 an der "Wiener Staatsoper" mit den Wiener Philharmonikern unter Herbert von Karajan gegeben hatte. Unter anderem zusammen mit Heidi Kabel stand Meinrad in Jugoslawien für die sechsteilige heitere Serie "Der Sonne entgegen"1) (1984/85) vor der Kamera, vier Episoden mit Meinrad umfasste die ZDF-Sendung "Wie das Leben so spielt C'est la vie" (1986). Die Figur des Komponisten Joseph Haydn interpretierte Meinrad 1986 in Percy Adlons TV-Spiel "Herschel und die Musik der Sterne", im Dezember 1993 strahlte das ZDF sechs Folgen der in einem fiktiven bayerischen Benediktiner-Kloster angesiedelten Serie "Ora et labora" mit Meinrad als Abt Korbinian aus. Bei seiner Abschiedsvorstellung am 12. Dezember 1983 glänzte der Charaktermime im " Akademietheater" des Wiener " Burgtheaters" noch einmal in einer seiner Paraderollen als "Der Schwierige"1) in Hugo von Hofmannsthals gleichnamigem Bühnenstück. Im April 1987 gestaltete er in der Bürgersaalkirche in München anlässlich der Seligsprechung des Jesuitenpaters Rupert Mayer1) (1876 1945) in Walter Rupps Monolog "Ich schweige nicht!", einem zeitgeschichtlichen Dokument in vier Akten, die Hauptrolle des Rupert Mayer zugleich Meinrads letzter öffentlicher Auftritt vor einem größeren Publikum. Der großartige Burgschauspieler Josef Meinrad erlag am 18. Februar 1996 mit 82 Jahren in der österreichischen Gemeinde Großgmain nahe Salzburg, wo er die letzten Jahre lebte, seinem Krebsleiden; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem dortigen Friedhof (Bundesland Salzburg). Seit 1950 war Josef Meinrad mit der Französin Germaine Renée Clement verheiratet gewesen, die im August 2006 verstarb und neben ihrem Mann beigesetzt wurde. Mit einer großen Trauerfeier im Wiener Burgtheater nahmen Ende Februar 1996 führende Vertreter aus Politik, Kirche und Kultur Abschied von Josef Meinrad. Das Feuilleton würdigte ihn als einen der "größten deutschsprachigen Schauspieler seiner Zeit". Bereits am 15. September 1997 wurde zu seinen Ehren der Platz neben dem Wiener "Burgtheater" in "Josef-Meinrad-Platz" feierlich durch die Stadt Wien umbenannt.5) Die Erinnerungen Meinrads, aufgezeichnet von Gerd Holler, waren noch 1995 zu Meinrads Lebzeiten erschienen und tragen den Titel "Da streiten sich die Leut' herum ". Neben dem "Ifflandring" (1959) erhielt Josef Meinrad im Laufe seiner einzigartigen Karriere zahlreiche weitere Auszeichnungen, bereits 1955 war er zum "Kammerschauspieler" ernannt worden, 1961 konnte er den "Blue Ribbon Award" für seine Rolle des Dr. Wasner in "Die Trapp-Familie" entgegen nehmen. Im Jahre 1963 würdigte die Stadt Wien seine schauspielerischen Leistungen mit der "Kainz-Medaille"1), im gleichen Jahr zeichnete die Republik Österreich Meinrad mit dem "Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse"1) aus. An weiteren Ehrungen sind der "Ehrenring der Stadt Bregenz" (1980), der "Raimund-Ring"1) (1983), der "Ehrenring der Stadt Wien"1) (1983) und der "Nestroy-Ring"1) (1985) zu nennen. |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP Quelle: 3) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 239/240 4) Wikipedia (abgerufen 17.10.2011) 5) Wikipedia nach www.wien.gv.at |
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| Siehe auch Wikipedia, www.rolf-krekeler.com | ||||
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