Josef Meinrad 01; Copyright Virginia Shue Josef Meinrad, eigentlich Josef Moučka, wurde am 21. April 1913 als viertes und jüngstes Kind des Straßenbahners Franz Moučka und dessen zweiten Ehefrau Katharina in Wien geboren. Zunächst besuchte er auf Wunsch seiner Eltern nach der Vollschule und dem Redemptoristen1)-Gymnasium in Katzelsdorf1) bei Wiener Neustadt1) ein Priesterseminar, welches er jedoch 1929 wieder verließ. Eine Lehre als Bürokaufmann in einer Lackfabrik schloss sich an, die er 1932 erfolgreich beendete. Für die kommenden drei Jahre arbeitete Meinrad – so nannte er sich seit seinem ersten öffentlichen Auftritt 1930 bei den "Hans-Sachs-Festspielen" im niederösterreichischen Korneuburg1) – als Büro-Praktikant. Bereits während seiner Lehrzeit hatte er kleinere Aufgaben als Darsteller am Theater übernommen, als er in einem Krippenspiel das "spitzbübische Teuferl" spielte, wurde ihm klar, dass seine Zukunft auf "den Brettern lag, die die Welt bedeuten". Meinrad nahm in seiner Freizeit heimlich Schauspielunterricht, besuchte schließlich die Wiener "Schauspielschule Kestranek" und legte am 15. Mai 1937 die "Reichstheaterkammerprüfung" ab. Beim Kabarett "ABC" stand er erstmals als professioneller Schauspieler auf der Bühne, anschließend spielte er ab Herbst 1939 an der Wiener "Komödie", wo er als Lancelot in dem altflämischen Schauspiel "Lancelot und Sanderein" von Friedrich Markus Huebner1) debütierte.
Zwischen 1940 und 1944 wirkte Meinrad an verschiedenen Wiener Bühnen, war auch im Rahmen der Truppenbetreuung am "Fronttheater" in Metz zu sehen. 1940 hatte er seinen ersten Auftritt am Wiener "Burgtheater"1) erlangte mit der Titelrolle in dem Lustspiel "Der Franzl" von Hermann Bahr1) quasi über Nacht in seiner Geburtsstadt einen enormen Bekanntheitsgrad. Noch gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde Meinrad dienstverpflichtet, anschließend zum "Volkssturm" eingezogen; 1945 war er kurze Zeit in Internierungshaft.
  
  
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Bereits im Oktober 1945 stand Meinrad wieder auf der Bühne, zeigte sich unter anderem im Juli 1947 im "Jedermann"1) als der "Gute Gesell" bei den "Salzburger Festspielen"1) in der Inszenierung von Helene Thimig an der Seite des Titelhelden Attila Hörbiger – unter anderem sah man Ernst Deutsch (der Tod), Elfe Gerhart (Buhlschaft), Fritz Eckardt (Dicker Vetter) und Theo Lingen (Dünner Vetter); wenig später wurde er im Oktober an das Wiener "Burgtheater" berufen. In den kommenden Jahrzehnten wirkte Meinrad fast ausschließlich an dieser renommierten Bühne, gehörte bis zu seiner "Pensionierung" zum Ensemble, blieb dem Haus danach als "Ehrenmitglied" (seit 1973) bzw. zahlreichen Gastauftritten bis zu seinem Tod verbunden. Daneben begeisterte er das Publikum bei den Festspielen in Salzburg und Bregenz, präsentierte seine Kunst bei zahlreichen Gastspielen an anderen deutschsprachigen Bühnen. Das Salzburger Festspielpublikum erlebte den Charaktermimen 1950 als Sir Andrew Bleichenwang in der Shakespeare-Komödie "Was ihr wollt"1) (Regie: Josef Gielen1)) zusammen mit unter anderem Susi Nicoletti (Viola), Werner Krauß (Malvolio), O. W. Fischer (Orsino) und Ewald Balser (Sir Toby) sowie im gleichen Jahr in der Inszenierung von Ernst Lothar1) als Valentin, Diener des Julius von Flottwell (Hans Jaray1)) in dem Zaubermärchen "Der Verschwender" von Ferdinand Raimund1).

Josef Meinrad 1947 als "Guter Gesell" im "Jedermann"
von Hugo von Hofmannsthal, im Festspielhaus in Garderobe auf den Auftritt wartend
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: United States Information Service1) (USIS); Datierung: 27.07.1947
© USIS / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 20.172)

Josef Meinrad 1947 als "Guter Gesell" im "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal, im Festspielhaus in Garderobe auf den Auftritt wartend; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor:  United States Information Service (USIS); Datierung: 27.07.1947; Copyright USIS / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 20.172)
1961 und 1962 glänzte er als Fortunatus Wurzel in Raimunds "Der Bauer als Millionär"1) (Regie: Rudolf Steinboeck1)) u. a. mit Käthe Gold (Fee Lacrimosa), Paula Wessely (die Zufriedenheit) und Hans Moser (das hohe Alter). In Leopold Lindtbergs1) Inszenierung von Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" gab er 1966 und 1967 den Zettel und den Pyramus, 1969 unter der Regie von Kurt Meisel den Menschenfeind Herrn von Rappelkopf in Raimunds Zauberspiel "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" – Heinrich Schweiger gestaltete den Alpenkönig Astragalus. Zuletzt gab Meinrad 1972 bis 1974 in Salzburg den Malvolio in "Was ihr wollt" (Regie: Otto Schenk) → archive.salzburgerfestspiele.at.
Am "Burgtheater" avancierte Meinrad zum Publikumsliebling, prägte mit seinem unverwechselbaren Stil die Wiener Theaterszene. Seine herausragenden Interpretationen vor allem als Raimund-, Grillparzer- und Nestroy-Darsteller machten ihn legendär, Meinrad brillierte jedoch auch mit Titelrollen in dem Drama "Franziskus" von Max Zweig1), über den Ordensgründer Franz von Assisi1), in dem philosophischen Dialog "Don Juan in der Hölle", dem dritten Akt von "Mensch und Übermensch" von George Bernard Shaw1), oder in der Molière-Komödie "Der eingebildete Kranke"1). Glänzend war seine Darstellung in Musicals, so als Professor Higgins in "My Fair Lady"1), der "Don Quijote" in "Der Mann von La Mancha"1) war nach Meinrads eigenem Bekenntnis "die Erfüllung des Schauspielertraums". Verschiedene "Burgtheater"-Inszenierungen wurden im Rahmen der "Bregenzer Festspiele"1) gezeigte, dort erfreute er die Zuschauer als
(Fremde Links: Wikipedia; R = Regie)
Josef Meinrad am "Burgtheater" in Nestroy-Inszenierungen von Leopold Lindtberg als …
(Link: Wikipedia)

Josef Meinrad am "Burgtheater" als Weinberl, Handlungsdiener bei Zangler, in der Posse mit Gesang  in "Einen Jux will er sich machen" von Johann Nestroy; Inszenierung: Leopold Lindtberg; Urheber/Autor: Trude Dietrich (1907–1981); Datierung: 20.06.1956; Copyright Trude Dietrich / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer 425.513–B)

Josef Meinrad am "Burgtheater" als Weinberl, Handlungsdiener bei Zangler, in der Posse mit Gesang  in "Einen Jux will er sich machen" von Johann Nestroy; Inszenierung: Leopold Lindtberg; Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: 1956; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer FO600061/05) Josef Meinrad am "Burgtheater" als Winkeladvokat Schnoferl in der Posse mit Gesang  in "Das Mädl aus der Vorstadt" von Johann Nestroy; Inszenierung: Leopold Lindtberg; Urheber/Autor: Ungenannt; Datierung: 1962; Copyright ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer FO600099/09)
Weinberl, Handlungsdiener bei Zangler,
in der Posse mit Gesang
in "Einen Jux will er sich machen"
Winkeladvokat Schnoferl
in der Posse mit Gesang
in "Das Mädl aus der Vorstadt"
Urheber/Autor: Trude Dietrich (1907–1981)
© Trude Dietrich / ÖNB Wien
Datierung: 20.06.1956
Bildarchiv Austria:
Inventarnummer 425.513–B
Urheber/Autor: Ungenannt
© ÖNB Wien
Datierung: 1956
Bildarchiv Austria:
Inventarnummer FO600061/05
Urheber/Autor: Ungenannt
© ÖNB Wien
Datierung: 1962
Bildarchiv Austria:
Inventarnummer FO600099/09
Fotos mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
  
1959 erhielt Meinrad nach dem Tod von Werner Krauß (1884 – 1959) den "Iffland-Ring"1), die höchste Auszeichnung für einen lebenden Schauspieler. Werner Krauß schrieb in seiner Verfügung: "Sie sind für mich in Ihrer Einfachheit, Ihrer Schlichtheit und Ihrer Wahrhaftigkeit der Würdigste." Meinrad selbst verfügte 1984 testamentarisch, wie nach seinem Tod 1996 bekannt wurde, dass Bruno Ganz († 16.02.2019) der nächste Träger des "Iffland-Ringes" sein solle; dieser gab den diamantbesetzten Eisenring an Jens Harzer1) weiter.
  
Gemessen an seiner überragenden Bedeutung für das Theater fallen Meinrads künstlerische Beiträge für den Film eher bescheiden aus, die Filmemacher machten sich sein schauspielerisches Potential nur selten zunutze. So spielte er in österreichischen Kinoproduktionen jahrelang Nebenrollen, in seinem ersten Streifen "Die Welt dreht sich verkehrt" (1947) einen türkischen Offizier, oder in "Mein Freund, der nicht nein sagen kann"1) (1949) einen liederlichen Junggesellen. In den drei "Sissi"-Filmen – "Sissi"1) (1955), "Sissi – Die junge Kaiserin"1) 1956), "Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin"1) (1957) – mimte er als Gendarmeriemajor (später Oberst) Boeckl den Adjutant der legendären Kaiserin Elisabeth alias Romy Schneider. Zu Meinrads bekanntesten Arbeiten vor der Kamera zählten in den 1950er Jahre unter anderem das Rührstück "Erzherzog Johanns große Liebe" (1950) mit O. W. Fischer als Erzherzog Johann1), die k. u. k.-Geschichte "Kaisermanöver"1) (1954) oder das Remake "Der Kongreß tanzt"1) (1956). In "Die Trapp-Familie"1) (1956) sowie in der Fortsetzung "Die Trapp-Familie in Amerika"1) (1958), gedreht nach den Erinnerungen von Maria Augusta von Trapp1) mit Ruth Leuwerik als Maria und Hans Holt als Baron Georg Ludwig von Trapp1), stellte Meinrad als Dr. Franz Wasner1) den künstlerischen Leiter der "Trapp Family Singers" dar. Es folgten Kinoproduktionen wie
"Auf Wiedersehen, Franziska!"1) (1957) mit Johanna von Koczian oder "Die Halbzarte"1) (1958) und "Die schöne Lügnerin"1) (1959) mit Romy Schneider. Internationale Beachtung fand 1963 sein Kardinal Theodor Innitzer1)  (1875 – 1955) in Otto Premingers1) Bestsellerverfilmung "Der Kardinal"1) (The Cardinal), dabei "tariert er Starrsinn und Fürsorge dieses Oberhirten so aus, dass sich daraus das Bild eines diplomatisch geschulten Streiters für Gott ergibt", wie ein Kritiker schrieb. Eine letzte Aufgabe vor der Kinokamera übernahm Josef Meinrad rund zehn Jahre später und mimte den Zauberer Petrosilius Zwackelmann in dem Film "Der Räuber Hotzenplotz" (1974), gedreht nach dem berühmten Buch von Otfried Preußler1) mit Gert Fröbe in der Titelrolle → Übersicht Kinofilme.
DVD-Cover: Pater Brownm; Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film" In seinen frühen Filmen intoniert Meinrad mit schelmischem Bubengesicht und ironischem Tonfall des Wiener Schlawiners meist Diener und Untergebene in all seiner Heurigenseligkeit; in den späteren Rollen kam dann seine großartige Wandlungsfähigkeit zum Tragen, er wurde der "Bürger als Edelmann", der seinen Gestalten Klugheit, Lebensphilosophie und Haltung einhauchte.2)
  
 
Ab Mitte der 1950er Jahre war Meinrad  des öfteren mit Theateraufzeichnungen auf dem Bildschirm präsent, aber auch in Einzelproduktionen, Mehrteilern und Serien erfreute er die Zuschauer. So begeisterte er in dem Advents-Vierteiler "Don Quijote von der Mancha" (1965) nach dem Klassiker von Miguel de Cervantes1) als Landedelmann und Hagestolz Don Quijote, der mit klappriger Rüstung und einer Barbierschüssel als Helm zusammen mit seinem treuen Gefährten Sancho Panza (Roger Carel1)) gegen Windmühlen kämpft. Zwischen 1966 und 1972 kam er mit der Titelrolle des eher betulich wirkenden schlauen Geistlichen in der 38-teiligen Serie "Pater Brown"1) daher. Dem Cover der Doppel-DVD sind folgende Informationen zu entnehmen: "Die in Österreich 1966–1972 produzierte Serie mit Josef Meinrad als "Pater Brown" hält sich eng an die Kriminalgeschichten des englischen Autors G. K. Chesterton1). Mit kriminalistischem Spürsinn löst der englische, katholische Pfarrer Brown mysteriöse Kriminalfälle – was bei seinen Vorgesetzten jedoch eher wenig Begeisterung hervorruft. Assistiert wird er dabei von Guido Wieland1) als Inspektor Smith (und natürlich vom lieben Gott). Pater Browns Methode ist, sich in den Täter hineinzuversetzen, indem er das Verbrechen gedanklich selbst begeht. Beim Überführen der Täter geht es ihm weniger um irdische Gerechtigkeit, als darum, sie zu Gott zu führen."3)
 
  
Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Pidax film"
Meinrad brillierte unter anderem mit der Doppelrolle der Zwillingsbrüder Blau in der Nestroy-Posse mit Gesang "Der Färber und sein Zwillingsbruder"1) (1954), zeigte sich als Bedienter Valentin in den Fernsehaufzeichnungen von Ferdinand Raimund Zaubermärchen "Der Verschwender" (1964) oder als Fortunatus Wurzel in "Der Bauer als Millionär"1), 1961 aufgezeichnet bei den "Salzburger Festspielen".

Bis ins hohe Alter wirkte Meinrad am Theater, blieb auf der Leinwand und dem Bildschirm gleichermaßen präsent. Die Herzen der TV-Zuschauer konnte er beispielsweise 1973 als der "fidele Bauer" Mathaeus Scheichelroither in Axel von Ambessers Inszenierung der gleichnamiger Operette1) von Leo Fall1) erobern, 1977 war er mit der ganz anders gearteten Rolle des perfiden Jack Manningham in dem Thriller "Gaslicht"4) nach dem Bühnenstück von Patrick Hamilton1) zu sehen, der seine kränklichen Ehefrau Bella (Erika Pluhar) in den Wahnsinn treiben will. In der Serie "
Waldheimat" (1983) nach den Erzählungen "Waldheimat. Erinnerungen aus der Jugendzeit"1) von Peter Rosegger1) tauchte er als Pfarrer auf. In einer BBC-Produktion der Inszenierung von Leopold Lindbergh und Richard Gregson1) der Strauss-Operette "Die Fledermaus" (u. a. Hermann Prey als Eisenstein) am Londoner "Royal Opera House"1) brillierte er 1983 mit der Rolle des Gerichtsdieners Frosch, eine Figur, die Meinrad bereits zur Spielzeit 1960/61 an der "Wiener Staatsoper"1) mit den "Wiener Philharmonikern" und Herbert von Karajan1) am Dirigentenpult gegeben hatte; auch damals hatte Lindbergh Regie geführt.

Josef Meinrad circa November 1965
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Photo Simonis; Datierung: um 11.1965
© Photo Simonis / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer SIM 114)

Josef Meinrad circa November 1965; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Photo Simonis; Datierung: um 11.1965; Copyright Photo Simonis / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer SIM 114)
Unter anderem zusammen mit Heidi Kabel stand Meinrad in Jugoslawien für die sechsteilige heitere Serie "Der Sonne entgegen"1) (1984/85) vor der Kamera, dem berühmten Komponisten Joseph Haydn1) verlieh er 1986 in Percy Adlons TV-Spiel "Herschel und die Musik der Sterne"5) Kontur, Rolf Illig verkörperte den Astronom und Musiker Friedrich Wilhelm Herschel. Meinrads letzte TV-Auftritte waren ab Mitte Dezember 1993 der Abt Korbinian, in den sechs Folgen der in einem fiktiven bayerischen Benediktiner-Kloster angesiedelten ZDF-Serie "Ora et labora"6) → Übersicht TV-Sendungen (Auszug) mit Josef Meinrad.
 
Seine Abschiedsvorstellung am "Burgtheater" bzw. "Akademietheater" hatte der Charakterschauspieler bereits am 12. Dezember 1983 gegeben und wurde noch einmal in einer seiner Paraderollen gefeiert – als "Der Schwierige"1) in Hugo von Hofmannsthals gleichnamigem Bühnenstück. Im April 1987 gestaltete er in der "Bürgersaalkirche"1) in München anlässlich der Seligsprechung des Jesuitenpaters Rupert Mayer1) (1876 – 1945) in Walter Rupps1) Schauspiel "Ich schweige nicht!", einem zeitgeschichtlichen Dokument in vier Akten (Regie: Gèza Földessy), die Hauptrolle des Rupert Mayer – zugleich Meinrads letzter öffentlicher Auftritt vor einem größeren Publikum.
Der großartige Burgschauspieler Josef Meinrad, welcher stets als freundlich und bescheiden galt, erlag am 18. Februar 1996 mit 82 Jahren in der österreichischen Gemeinde Großgmain1) nahe Salzburg, wo er seinen Lebensabend verbracht hatte, seinem Krebsleiden; die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Friedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons. Seit 1950 war Josef Meinrad mit der Französin Germaine Renée Clement verheiratet, die im August 2006 verstarb und neben ihrem Mann beigesetzt wurde. Das Paar hatte sich bereits am Ende von Meinrads Fronttheater-Einsatzes in Metz kennen- und lieben gelernt.
Mit einer großen Trauerfeier im Wiener "Burgtheater" nahmen Ende Februar 1996 führende Vertreter aus Politik, Kirche und Kultur Abschied von Josef Meinrad. Das Feuilleton würdigte ihn als einen der "größten deutschsprachigen Schauspieler seiner Zeit". Bereits am 15. September 1997 wurde zu seinen Ehren der Platz neben dem Wiener "Burgtheater" in "Josef-Meinrad-Platz" feierlich durch die Stadt Wien umbenannt.7) Die Erinnerungen Meinrads, aufgezeichnet von Gerd Holler, waren noch 1995 zu Meinrads Lebzeiten erschienen und tragen den Titel "Da streiten sich die Leut' herum …", angelehnt an die erste Zeile des "Hobellieds"1) aus Raimunds Zaubermärchen "Der Verschwender".
 
Neben dem "Ifflandring" (1959) erhielt Josef Meinrad im Laufe seiner einzigartigen Karriere zahlreiche weitere Auszeichnungen, bereits 1955 war er zum "Kammerschauspieler"1) ernannt worden, 1961 konnte er den "Blue Ribbon Award" des "National Screen Council" für seine Rolle des Dr. Wasner in "Die Trapp-Familie" entgegen nehmen. Im Jahre 1963 würdigte die Stadt Wien seine schauspielerischen Leistungen mit der "Kainz-Medaille"1), im gleichen Jahr zeichnete die Republik Österreich Meinrad mit dem "Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse"1) aus. An weiteren Ehrungen sind der "Ehrenring der Stadt Bregenz" (1980), der "Raimund-Ring"1) (1983), der "Ehrenring der Stadt Wien"1) (1983) und der "Nestroy-Ring"1) (1985) zu nennen.
Zum Gedenken an Josef Meinrad findet alljährlich im August ein Festgottesdienst in der Marienwallfahrtskirche1) von Großgmain statt.
Siehe auch Wikipedia, rolf-krekeler.com, geschichtewiki.wien.gv.at sowie
den Artikel zum 100. Geburtstag bei wien.orf.at
Fremde Links: 1) Wikipedia, 4) Die Krimihomepage, 5) deutsches-filmhaus.de, 6) fernsehserien.de
Quelle:
2) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzlmeier/Berndt Schulz ( Ausgabe 2000, S. 239/240)
3) Wikipedia (abgerufen 17.10.2011)
7) Wikipedia nach www.wien.gv.at
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmporal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage
 darmstadt-stadtlexikon.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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