Wirken (Auszug) / Filmografie
Hermann Prey; Copyrifgt Virginia Shue Hermann Prey wurde am 11. Juli 1929 als Sohn des Fleischgroßhändlers Hermann Prey (1901 – 1968) und dessen Ehefrau Anna († 1954) im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen1)1)1) geboren. Aufgewachsen mit seiner jüngeren Schwester Anne, war er bereits als Knabe Mitglied des "Berliner Mozart-Chors"1), später ließ er sich ab 1948 drei Jahre lang an der Berliner Musikhochschule (heute: "Universität der Künste Berlin"1), Fachbereich: Musik) durch Jaro Prohaska1) (1891 – 1965), Günther Baum1) (1906 – 1983) sowie Harry Gottschalk (1906–nach 1975) zum Sänger ausbilden. 1951 gab der Bariton seinen ersten Liederabend, ein Jahr später debütierte er am "Hessischen Staatstheater Wiesbaden" mit der Partie des zweiten Gefangenen in der Oper "Fidelio"1) von Ludwig van Beethoven1). Zuvor hatte Prey bei einem "Meistersinger von Nürnberg"1)-Wettbewerb auf sich aufmerksam gemacht und den ersten Platz belegt; der Preis war unter anderem mit einer Reise in die USA verbunden.
1953 wechselte der Sänger auf Drängen des damaligen Opernregisseurs Günther Rennert1) (1911 – 1978; später Intendant der "Bayerischen Staatsoper"1)) an die "Hamburgische Staatsoper" und beeindruckte vor allem als Interpret in Werken von Wolfgang Amadeus Mozart1); So brillierte er beispielsweise als Offizier Guglielmo in "Così fan Tutte"1), ebenso herausragend war seine Partie des Papageno in "Die Zauberflöte"1) oder die Titelpartie in "Don Giovanni"1).

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Prey machte sich aber auch als Barbier Figaro in "Der Barbier von Sevilla"1) von Gioachino Rossini1) einen Namen, eine Figur; mit der er am 18. März 1957 an der "Wiener Staatsoper"1) debütierte und die ihm zum internationalen Durchbruch verhalf. In Wien trat er bis Mitte der 1990er immer wieder regelmäßig auf, letztmalig bereicherte er das Wiener Ensemble Mitte Oktober 1994 im Rahmen der Japan-Tournee mit einer seiner Paraderolle, dem Gabriel von Eisenstein in der Operette "Die Fledermaus"1) von Johann Strauss1). 1959 glänzte er bei den "Salzburger Festspielen" mit der Partie des Barbiers Schneidebart in der Oper "Die schweigsame Frau"1) von Richard Strauss1), im darauffolgenden Jahr feierte er seit der Premiere am 17. Dezember 1960 als Wolfram von Eschenbach1) in dem Wagner-Werk "Tannhäuser"1) Triumphe an der New Yorker "Metropolitan Opera"1), wo er seither bis Mitte der 1990er wiederholt zu Gast war und in insgesamt 65 Vorstellungen das Publikum zu begeistern wusste.

Hermann Prey als Figaro in der komischen Oper
"Der Barbier von Sevilla" von Gioachino Rossini,
fotografiert von Trude Dietrich (1907–1981) anlässlich
der Aufführung 1957 an der "Wiener Staatsoper"
Inszenierung: Oskar Wälterlin, Dirigent: Mario Rossi
Foto mit freundlicher Genehmigung der
Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Trude Dietrich; Datierung: 1957
© Trude Dietrich/ ÖNB Wien; → Info
Bildarchiv Austria (Inventarnummer 426.990-B)

Hermann Prey als Figaro in der komischen Oper "Der Barbier von Sevilla" von Gioachino Rossini, fotografiert von Trude Dietrich (1907–1981) anlässlich der Aufführung 1957 an der "Wiener Staatsoper"; Inszenierung: Oskar Wälterlin, Dirigent: Mario Rossi; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Trude Dietrich; Datierung: 1957; Copyright: Trude Dietrich/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer 426.990-B)
Bei den "Bayreuther Festspielen"1) wirke er zwischen 1965 und 1986, sowohl als Eschenbach im "Tannhäuser"1) (1965–1967), als auch als Stadtschreiber Sixtus Beckmesser1) in "Die Meistersinger von Nürnberg"1) (1981–1986).
Umjubelte Auftritte an so bedeutenden Opernhäusern wie der "Mailänder Scala"1), dem Londoner "Royal Opera House"1) in Covent Garden1), dem "Gran Teatre del Liceu"1) in Barcelona1) oder auch beim "Festival d’Aix-en-Provence" zeugen von Preys internationalem Ruhm. Darüber hinaus erlangte der 1962 von der "Bayerischen Staatsoper"1) zum "Kammersänger" ernannte Künstler enormes Ansehen als Interpret des deutschen Kunstliedes. Sein Schwerpunkt lag auf Werken von Franz Schubert1), er sang jedoch auch Vertonungen von Komponisten wie Richard Strauss1), Carl Loewe1), Robert Schumann1), Hugo Wolf1), Friedrich Cerha1) und Hans Pfitzner1). Zwischen 1962 und 1997 konnte man seinen herausragenden, stets berührenden Gesang immer wieder bei den "Liederabenden der Salzburger Festspiele"1) bewundern. Langjährige Liedbegleiter am Klavier waren unter anderem Alfred Brendel1), Leonard Hokanson1), Sebastian Peschko1) und Michael Endres1).
deutsche-biographie.de
2) führt aus: "Gleichberechtigter Schwerpunkt neben der Oper war für Prey der Liedgesang. Seine resonanzreiche, sowohl in der Tiefe als auch in der Höhe tragfähige Stimme, daneben eine breite Ausdrucksskala ließen seinen lyrischen Bariton für diese Kunstform ideal erscheinen. Ausdrucksvolle Legatokultur verband er mit artikulatorischer Deutlichkeit. Charakteristisch für ihn war ein natürlicher, die Textausdeutung nicht überpointierender Vortragsstil, der gelegentlich nicht frei von Sentimentalität war. Aufgrund dieses direkten Zugangs zur Liedliteratur wurde Prey oft als Antipode von Dietrich Fischer-Dieskaus intellektuellem Vortragsstil gesehen."  → Übersicht Wirken (Auszug).
Preys Stimme und deren Führung hat die Gesangsinteressierten immer in zwei Lager geteilt: Die einen fühlten sich vom warmen, körperhaften, einschmeichelnden Klang stark angesprochen, die anderen wurden abgeschreckt durch jene spezifische Prey-Mischung aus Kehldruck und Gaumigkeit, die mit einer gewissen Raffinesse am Knödeln vorbeihuscht, seinem Singen aber eine unbestreitbar charakteristische Note verlieh. Beide Lager hatten und haben auf ihre Weise recht.3)
  
Wie sehr ihm der Komponist Franz Schubert an Herzen lag, beweist auch seine Idee zur Gründung der "Schubertiade Vorarlberg"1), der er ab 1975 als künstlerischer Leiter vorstand und das als das bedeutendste "Schubert"-Festival der Welt gilt." Zusammen mit dem für das Geschäftliche zuständigen Kulturmanager Gerd Nachbauer1) bauten die beiden diese Veranstaltungsreihe zu einem erfolgreichen Kammermusikfestival aus. Preys Lebenstraum, sämtliche Werke Schuberts dort chronologisch aufzuführen, scheiterte aber aus finanziellen Gründen, weshalb er die künstlerische Leitung dieses Festivals 1980 niederlegte. Von 1983 bis 1997 war Prey künstlerischer Leiter der "Schubertiade" im "Wiener Musikverein"1), wo er seinen Lebenstraum nun verwirklichen konnte." vermerkt Wikipedia.
Ein breites Publikum erreichte Prey, neben etlichen TV-Aufzeichnungen von Opern-Inszenierungen, auch im Fach der "leichteren Muse", er trat in Operetten und "komischen Opern" auf,  war auf  dem Bildschirm in vielen Shows eine feste Größe, wie beispielsweise in den Quotenrennern "Zum Blauen Bock" oder "Wetten dass…?". "In den 1970er Jahren war er zusammen mit Anneliese Rothenberger das "Traumpaar" der gehobenen musikalischen TV-Unterhaltung. Auch stimmlich passten die beiden hervorragend zueinander." (Quelle: br-klassik.de)
Hermann Prey, am 28.01.1978 fotografiert von dem Dresdner Fotografen Hansjoachim Mirschel(1934–2009); Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2004-b_0000027); Eigentümer/Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Hansjoachim Mirschel; Datierung: 28.01.1978: Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017 Er brachte einem Millionenpublikum die klassische Musik näher, moderierte in den 1960/1970ern die beliebte Unterhaltungssendung "Schaut her, ich bin’s", "in der er viele Prominente der Opernszene präsentierte, unter anderem den jungen Plácido Domingo1), der in der Sendung sein Debüt im deutschen Fernsehen gab. Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Tenor Fritz Wunderlich, der oft mit ihm auf der Bühne stand." kann man bei Wikipedia lesen. Zudem veröffentlichte er zahlreiche Schallplatten, "im Zeitraum von 1971 bis 1975 entstand sein größtes Schallplattenprojekt, die Lied-Edition "Hermann Prey", die insgesamt 446 Lieder vom Minnesang bis zur Gegenwart umfasst." notiert Wikipedia.
 
Hermann Prey, am 28.01.1978 fotografiert von
dem Dresdner Fotografen Hansjoachim Mirschel (1934–2009)
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2004-b_0000027)
Eigentümer/© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Hansjoachim Mirschel
Datierung: 28.01.1978: Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Zusatzinformation: Sammlung von Handabzügen des Fotografen mit
Autogrammen und Widmungen der Porträtierten; wohl anlässlich einer
Tonaufnahme oder eines Konzertes in Berlin.
1981 brachte der Kammersänger seine Erinnerungen unter dem Titel "Premierenfieber" auf den Markt, ein Buch, welches später auch in englischer Sprache als "First Night Fever" eine internationale Leserschaft fand. Im Folgejahr trat er eine Dozentur/Professur an der "Musikhochschule Hamburg" (heute: "Hochschule für Musik und Theater Hamburg"1)) an und unterrichtete seither Meisterklassen in Gesang. Sein Regiedebüt gab er 1988 am "Salzburger Landestheater" mit der Mozart-Oper "Le nozze di Figaro"1) ("Die Hochzeit des Figaro") und erntete durchaus positive Kritiken. Zu einer seiner letzten Auftritten zählte am 4. Oktober 1997 der bei den von ihm 1981 mitbegründeten Festival "Herbstliche Musiktage Bad Urach"1), wo er erstmals eine von dem japanischen Komponisten Yukikazu Suzuki (1954 – 2010) für Orchester bearbeitete Fassung des Liederzyklus "Winterreise"1) von Franz Schubert1) interrpretierte; begleitet wurde Prey vom "Orchestra Ensemble Kanazawa"1) unter der Leitung von Hiroyuki Iwaki1) (1932 – 2006).
  
Der berühmte Kammersänger und Bariton Hermann Prey starb am 22. Juli 1998, wenige Tage nach seinem 69. Geburtstag, unerwartet an den Folgen eines Herzinfarktes in seinem Domizil im oberbayerischen Krailling1) nahe München; noch am 12. Juli 1998 gab er einen Liederabend im Münchener "Prinzregententheater"1). Die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof der Gemeinde Krailling → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Hermann Prey war seit 13. Februar 1954 mit Ehefrau Barbara verheiratet und hinterließ außer seiner Witwe die Töchter Annette und Franziska sowie Sohn Florian. Florian Prey1) (* 1959). Dieser schlug später ebenfalls die Gesangslaufbahn (Lyrischer Bariton) ein und debütierte 1986 an der "Wiener Kammeroper"1). Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter des 1981 von seinem Vater ins Leben gerufenen Festivals "Herbstliche Musiktage Bad Urach"1) → www.florianprey.de.
 
Zahlreiche Auszeichnungen belegen die Lebensleistung des Künstlers, neben seiner Ernennung zum "Bayerische Kammersänger" (1962) war er seit 1982 Ordentliches Mitglied der "Bayerischen Akademie der Schönen Künste"1), seit 1993 Ehrenmitglied der "Gesellschaft der Musikfreunde in Wien"1). 1977 erhielt er den "Bayerischen Verdienstorden"1), 1981 das "Bundesverdienstkreuz"1) (Großes Verdienstkreuz), 1986 den "Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst"1), noch kurz vor seinem Tod 1998 das "Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich"1). Weiterhin zu nennen ist unter anderem der Titel "Münchener "Sänger des Jahres"" (1982) und der Preis der italienischen Musikkritik "Premio Abbiati"1) (1986) für seine Gestaltung des Beckmesser in dem Wagner-Werk "Die Meistersinger von Nürnberg"1) beim Opernfestival "Maggio Musicale"1) in Florenz1). Zudem war er seit 1989 Ehrenbürger der Gemeinde Krailling und seit 1993 der Stadt Bad Urach1). Erwähnenswet ist zudem der "Grammy Award"1), der auch ihm bei der Verleihung am 2. März 1988 in der Kategorie "Beste Opernaufnahme" ("Best Opera Recording"1)) für die Einspielung des Werks "Ariadne auf Naxos"1) von Richard Strauss1) und seine Partie des Musiklehrers zuteil wurde, gemeinsam mit Anna Tomowa-Sintow (Primadonna/Ariadne1)), Agnes Baltsa1) (Der Komponist), Kathleen Battle1) (Zerbinetta), Cary Lakes1) (Der Tenor/Bacchus1)) und den "Wiener Philharmonikern"1) unter Leitung von James Levine1).
  
Prey zu Ehren benannte man in Bad Urach den "Hermann-Prey-Platz" nach dem auch international gefeierten Bariton, der zu den profiliertesten Opern- und Liedsängern der deutschen Nachkriegsära gehörte und dessen künstlerisches Vermächtnis auf zahlreichen Tonträgern und DVDs dokumentiert ist. Im österreichischen Hohenems1) (Vorarlberg1)) erinnert seit 2003 die "Hermann-Prey-Straße" an den Initiator der alljährlich stattfindenden "Schubertiade Vorarlberg"1). In Berlin-Alt-Hohenschönhausen1) (Manetstraße 54), wurde eine schlichte Bronzetafel angebracht, die Inschrift weist Preys Großvater Hermann Prey (31.07.1869–10.3.1944), der das Haus 1926 erwarb, seinen Vater Hermann Prey (20.09.1901–26.01.1968) und Prey selbst aus. Gestiftet wurde die Tafel von Preys jüngeren Schwester Anna Paulich, die Enthüllung fand am 31. Juli 2000 in Anwesenheit des damaligen Wirtschaftsstadtrats Matthias Stawinoga statt. (Quelle: gedenktafeln-in-berlin.de / berlingeschichte.de) →  Foto bei Wikimedia Commons.
Von Michael Harder und Martin Blum entstand das 130-minütige, filmische Portrait mit dem Titel "Prey – Stille meine Liebe", welche das Leben des Baritons Hermann Prey mittels Privataufnahmen, Interviews, zum Teil unveröffentlichten Konzertmitschnitten sowie Archivmaterial beleuchtet. Neben der Familie (unter anderem Sohn Florian Prey) kommen in dieser Hommage auch Weggefährten bzw. Musikerkollegen wie die Pianisten Michael Endres1), Helmut Deutsch1) und Florian Uhlig1), die Opernsänger Thomas Hampson1) und Jonas Kaufmann1) oder der Kulturmanager/Pianist Rico Gulda1) zu Wort  → Internet Movie Database. Zur Uraufführung gelangte die Dokumentation am 10. Juli 2009 in Krailling anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung am Vortag des 80. Geburtstages von Hermann Prey.
Siehe auch www.hermannprey.de sowie
Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch),
deutsche-biographie.de, bayreuther-festspiele.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
Fremde Links: 1) Wikipedia
Quelle 2): Stephan Hörner: "Prey, Hermann" in: "Neue Deutsche Biographie 20" (2001, S. 712-713) → Online-Version: deutsche-biographie.de
Quelle: 3) "Grosse Stimmen" von Jens Malte Fischer (Verlag J. B. Metzeler, Stuttgart 1993, S. 469)
      
Wirken (Auszug)
(Fremde Links: Wikipedia, geschichtewiki.wien.gv.at, musiklexikon.ac.at,
operissimo.com. encyclopedia.com; R = Inszenierung/Regie)
"Wiener Staatsoper" → archiv.wiener-staatsoper.at

"Metropolitan Opera", New York
Die "Met" weist 65 Vorstellungen (1960–1995) mit Hermann Prey aus → archives.metopera.org.

"Salzburger Festspiele" "Bayreuther Festspiele" in Werken von Richard Wagner  (Quelle: bayreuther-festspiele.de)
Filme (Auszug)
(Fernsehen / TV-Aufzeichnungen)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Fremde Links: Wikipedia, staatsoper.de, bmlo.lmu.de, operissimo.com, fernsehserien.de; R = Regie)
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