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| Paul Dahlke wurde am 12. April 1904 als Paulo Victor Ernst Dahlke und Sohn
des Musikpädagogen sowie Komponisten Ernst Dahlke im pommerschen
Groß Streitz (heute Polen) geboren; aufgewachsen im benachbarten Köslin
(heute: Koszalin), besuchte er die Oberschule im
nahe gelegenen Stargard (Stargard Szczeciński), später, ab der Sexta, die
Oberrealschule in Dortmund. Nach dem
Abitur 1922 wollte er zunächst die Marinelaufbahn einschlagen, wurde
dann jedoch von einem Freund für das Bergfach begeistert. Nach einem
Studium an der Bergakademie in Clausthal-Zellerfeld arbeitete Dahlke dann
eine Zeit lang auf der Zeche Dorstfeld. Seine eigentliche Liebe gehörte
jedoch dem Theater, nach einem sechssemestrigen Studium der Germanistik, Philosophie
und Theaterwissenschaften an der "Technischen Hochschule" Berlin-Charlottenburg
(ab 1924) trat er 1927 in die "Max Reinhardt-Schule"
(heute: Hochschule für Schauspielkunst
"Ernst Busch"1)) ein und ließ sich ein Jahr lang zum Schauspieler ausbilden. 1929 erhielt
er vom damaligen Intendanten Heinz Saltenburg1) (1882 1948) ein erstes Engagement am "Lessing- und
Künstlertheater" und spielte jugendliche Charakterrollen. Weitere
Verpflichtungen an diversen Theatern in Berlin schlossen sich an. Ab 1931
interpretierte er große Rollen am
"Deutschen Theater" sowie an der "Volksbühne" bei Heinz Hilpert1)
(1890 1967) und
stand dort bis 1944 ununterbrochen auf der Bühne, nach Ende des 2. Weltkrieges wirkte er
von 1946 bis 1949 an dem
von Erich Engel geleiteten "Münchner Kammerspielen". In München glänzte Dahlke beispielsweise mit der Titelrolle in Zuckmayers "Des Teufels General"1) und gab den General Harras mehr als 150 Mal, beeindruckend war auch seine Leistung als Professor Higgins in George Bernard Shaws "Pygmalion"1) oder seine Rolle in Clarence Days "Leben mit Vater" auf der Bühne der "Kleinen Komödie" um nur einige wichtige Theatererfolge zu nennen. Darüber hinaus machte sich Dahlke einen Namen als herausragender Darsteller in Stücken von Gerhart Hauptmann, brillierte als Shakespeare-Interpret, so als Earl von Kent in "König Lear"1), als Tobias von Rülps in "Was ihr wollt"1) oder als Don Juan in "Viel Lärm um nichts"1). Zum Film war Dahlke 1934 gekommen und erhielt seine erste Leinwandrolle als Südseeinsel-Gouverneur in Heinz Hilperts Literaturadaption "Liebe, Tod und Teufel"2) nach R. L. Stevensons Erzählung "The Bottle Imp". Mit Filmen wie Gustav Ucickys Kleistverfilmung "Der Zerbrochene Krug"2) (1937) oder der Komödie "Capriccio" (1938) gehörte der Schauspieler schnell zur ersten Garde der Publikumslieblinge. Bis Kriegsende folgten zahlreiche prägnante Rollen, man sah ihn unter anderem 1939 als Musikverleger Iwan Cäsarowitsch Glykow in Carl Froelichs Nusikstreifen "Es war eine rauschende Ballnacht"2), 1940 als Tellheims Diener Just in Hans Schweikarts Lessing-Adaption "Das Fräulein von Barnhelm"2) oder 1943 als betulichen, selbstgerechten Buchhalter bzw. betrogenen Ehemann in Helmut Käutners Melodram "Romanze in Moll"2) um nur einige der zahlreichen Produktionen zu nennen, in denen Dahlke auf der Leinwand präsent war. Nach dem 2. Weltkrieg konnte Dahlke problemlos beim Film weiterarbeiten und gehörte zu den beständigsten Schauspielern des deutschen Kinos. Auch wenn er in verschiedenen Filmen eher mittelmäßiger Qualität agierte und oftmals nur mit Nebenrollen besetzt wurde, bleiben einige seiner Figuren jedoch unvergessen: So z. B. 1955 die Paraderolle des Geheimrat Schlüter in Kurt Hoffmanns Kästner-Verfilmung "Drei Männer im Schnee"1) neben Günter Lüders und Claus Biederstaedt. In "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"1), ebenfalls von Kurt Hoffmann nach Thomas Manns gleichnamigen unvollendetem Roman in Szene gesetzt, trat er 1957 als Professor Kuckuck auf, im gleichen Jahr, neben Ernst Schröder in der Titelrolle, als Friedrich Ebert in Alfred Brauns Biopic "Stresemann"2).
Der Schauspieler starb am 24. November 1984 im Alter von 80 Jahren in einem Salzburger Krankenhaus; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof im österreichischen Grundlsee. Paul Dahlke wurde während seiner Karriere mehrfach ausgezeichnet: So verlieh man ihm 1937 den Titel "Staatsschauspieler, 1966 wurde ihm der "Kulturpreis der Pommerschen Landsmannschaft" überreicht, 1973 das "Filmband in Gold" für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film". 1979 konnte er das "Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" entgegen nehmen. Paul Dahlkes Repertoire war ungemein vielseitig, er spielte sowohl heitere und komische Rollen als auch ernste Parts, er gab brave Spießbürger ebenso brillant wie eiskalte Verbrecher und liebenswerte Schwerenöter und verkörperte ideal "brave Hundeseelen"; in seinen frühen Jahren auch zuverlässig-bäuerlich, behäbig-abgerundet, konnte Dahlke ebenso Falstaff-Format entwickeln und Abgründe aufreißen lassen. In seiner mittleren Phase spielte der grundsolide aber vielseitige Schauspieler, meist Generäle, Studienräte, Feldprediger, Bankiers und besonders eindringlich infam lachende Karrieristen. Er verlieh dem leichten Genre schweres Gemüt, verstand es aber auch, heroische Taten verschmitzt wegzulächeln oder mit trockenem Humor zu verkleinern.3) |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung 2) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 68 |
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| Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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