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Szenenfoto aus dem Stück "Der Snob" von Carl Sternheim
am "Deutschen Theater" Berlin im April 1946
Antje Weisgerber als Marianne von Palen und Gustaf Gründgens*) als
Christian Maske
Quelle: Deutsche
Fotothek, (file: df_pk_0000069_024)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Abraham Pisarek (19011983; Link Wikipedia)
Datierung: 1946.04 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung der Deutschen Fotothek zur Veröffentlichung innerhalb
dieser Webpräsenz wurde am 12.11.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Wikimedia Commons
bzw. Wikipedia
*) Kurzportrait innerhalb dieser HP
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Antje Weisgerber
interpretierte viele große weiblichen Figuren der Theaterliteratur, etwa die Königin in Schillers
"Don Carlos", in Shakespeares "Romeo und Julia" brillierte
sie ebenso wie mit der Titelrolle in Lessings "Minna von Barnhelm",
in der man sie 1968 auch auf einer Welttournee bewundern konnte.
Nach dem Tod Gustaf Gründgens
im Jahre 1963 band sich Antje Weisgerber vorerst nicht wieder fest an ein Haus. Erst Boy Gobert gelang es 1981,
sie wieder an das Berliner Schiller-Theater zu
verpflichten, wo sie unter anderem als " Big Mama" in Tennessee Williams'
"Die Katze auf dem heißen Blechdach" Triumphe feierte; bis 1985
spielte sie an den Staatlichen Schauspielbühnen in Berlin. Antje Weisgerber unternahm zahlreiche Theatertourneen, so
ging sie z. B. 1968 mit dem Wiener Burgtheater als "Minna von
Barnhelm" auf Welttournee, bei den Salzburger Festspielen glänzte sie
zwischen 1952 und 1960 fünf Mal als der
"Glaube" in "Jedermann".
Auf der Leinwand war Antje Weisgerber erstmalig 1940 unter der Regie von Gustaf Gründgens in
der Komödie "Zwei Welten"1) zu sehen,
zehn Jahre später agierte sie als Frau Dr. Jensen neben
Hans Albers und Liselotte Pulver in Rolf Hansens Bergdrama
"Föhn" (1950),
im gleichen Jahr spielte sie die Luiselotte Körner
in Josef von Bákys Kästner-Adaption
"Das Doppelte Lottchen"2).
Wolfgang Liebeneiner besetzte sie in dem Melodram "Die Stärkere" (1953)
als Sängerin, die an ihrem Hochzeitstag einen Autounfall erleidet und unter der Untreue ihres Gatten
(Hans Söhnker) leiden muss, in
"Rittmeister Wronski" (1954) agierte sie neben Willy Birgel
als Ilse von Jagstfeld, die dem Charme des ehemaligen polnischen
Offiziers, der nun als Agent arbeitet, erliegt. Kinoproduktionen wie "Oberarzt Dr. Solm" (1954),
"San Salvatore"2) (1955) oder "Die Frau des Botschafters" (1955)
schlossen sich an, in Erich Engels Rührstück "Vor Gott und den Menschen" (1955)
spielte sie an der Seite von Viktor de Kowa und Hans Söhnker, muss sich zwischen ihrem blinden zweiten Mann
und dem als tot gemeldeten ersten Angetrauten entscheiden. Als
"Die Frau des Botschafters" (1955) überzeugte Antje Weisgerber
in Hans Deppes gleichnamigem, melodramatischem Unterhaltungsstreifen,
nach "Heidemelodie"2) (1956) und "Der Mann, der
sich verkaufte" (1959) war die Schauspielerin nur noch selten auf
der Leinwand zu sehen, so an der Seite von Pierre Brice und Stewart Granger in
der Karl May-Verfilmung "Der
Ölprinz"2) (1965) sowie
in der Willi Heinrich-Adaption "Schmetterlinge weinen nicht" (1970).
DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von www.e-m-s.de |
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Ihr ausdrucksstarkes Gesicht mit den großen Augen
prädestinierte sie im Film für moderne Frauen, die eigensinnig ihren Weg
gehen. So war sie nicht nur die trennungsfreudige Mutter der "doppelten
Lottchen", sondern auch die resolute "Frau des Botschafters"
oder die Frau mit Format.3)
Ab Mitte der 1960er Jahre konzentrierte sich die
Schauspielerin neben ihrer Theaterarbeit vermehrt auf das Fernsehen, wo
sie vor allem in Verfilmungen großer Theaterstoffe zu sehen war.
Ungeheure Popularität erlangte sie ab 1987 als Olga Mattiesen in der
beliebten ZDF-Serie "Der Landarzt"2) und spielte die
Mutter des ersten Landarztes Dr. Mattiesen alias Christian Quadflieg
auch dann noch, als Quadflieg den Serientod erlitt. 1999 stieg dann auch
Antje Weisgerber zum Bedauern der Zuschauer aus der Serie aus; wie
später bekannt wurde litt sie an einem Hirntumor.
Antje Weisgerber in den späten 1980ern beim Dreh zu "Der Landarzt"
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Antje Weisgerber erlag am 19. September 2004 mit 82 Jahren im Haus ihrer Tochter in Dortmund
ihrem langjährigen Krebsleiden. Die Schauspielerin hatte die letzten Jahre im bayerischen
Rottach-Egern am Tegernsee gelebt; ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Kirchhof
der St. Annen-Gemeinde in Berlin-Dahlem in einem Ehrengrab
neben ihrem ersten Mann Horst Caspar4), mit dem sie seit 1944 bis zu dessen
frühen Tod am 27. Dezember 1952 verheiratet war; aus der Verbindung stammt(e) Sohn
Frank, der ebenfalls 1952 verstarb, sowie Tochter Renate, die ihre
Mutter zur mehrfachen Großmutter machte. Nach einer Ehe mit
Reinhard Schilling (1958 bis 1968) war die große Theatermimin Antje Weisgerber
von 1970 bis 1979 mit dem Schauspieler
Oskar Werner4)
(1922 1984) liiert. 1990 hatte man die Künstlerin für ihr Lebenswerk mit dem
"Filmband in Gold" ausgezeichnet.
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