Der Schauspieler und Regisseur Hans Quest wurde am 20. August 1915 im nordrhein-westfälischen Herford in eine Musikerfamilie hineingeboren. Nach dem Gymnasium und dem anschließenden Besuch einer Schauspielschule erhielt er 1935 ein erstes Engagement an den Wuppertaler Bühnen, wo er zwei Jahre lang auf der Bühne stand. 1937 wechselte Quest nach Berlin an die Volksbühne, der er bis zum Ende des 2. Weltkrieges treu blieb. 1946 folgte der Schauspieler einem Ruf an die Hamburger Kammerspiele, seit 1950 arbeitete er dann als freier Schauspieler und Regisseur.
Zum Film kam Hans Quest Ende der 30er Jahre und übernahm zunächst kleinere Rollen in Filmen wie "Das Unsterbliche Herz" (1939), "Friedrich Schiller – Der Triumph eines Genies" (1940), "Der Dunkle Punkt" (1940), "…reitet für Deutschland" (1941), "Die Entlassung" (1942) oder "Sophienlund" (1944).
Nach dem Krieg konnte Quest seine schauspielerische Laufbahn erfolgreich fortsetzen; unvergessen bleibt wohl seine Darstellung in Wolfgang Borcherts Heimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür"; mit der Hauptrolle des namenlosen, zurückkehrenden Soldaten Beckmann wurde Hans Quest, dem Wolfgang Borchert die Rolle auf den Leib geschrieben hatte, mit einer Gasmaskenbrille und dem langen Staubmantel zum Inbegriff des deutschen Nachkriegstheaters. Wolfgang Liebeneiner, der die Uraufführung des Hans Quest gewidmeten Theaterstücks am 21. November 1947 in den Hamburger Kammerspielen inszeniert hatte, verfilmte den Stoff später unter dem Titel "Liebe 47"; auch in der Hörspielfassung des Textes, den der damalige Nordwestdeutsche Rundfunk im Februar 1947 zum ersten Mal ausstrahlte, hatte Quest die Rolle des Beckmann gesprochen.
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Hans Quest 01
In den 50er Jahren begann für Hans Quest eine zweite Karriere als Regisseur von meist unterhaltenden und komödiantischen Filmen. So entstanden unter seiner Regie rund fünfzehn Kinoproduktionen, beispielsweise die Rühmann-Filme "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1955) und "Charleys Tante" (1956), er drehte unter anderem "Wenn Poldi ins Manöver zieht" (1956) mit Gunther Philipp, "Kindermädchen für Papa gesucht" (1957) mit Claus Biederstaedt, "Die Große Chance" (1957) mit Walter Giller, "Man müßte nochmal zwanzig sein" (1958) mit Karlheinz Böhm und Johanna Matz, "Nick Knattertons Abenteuer – Der Raub der Gloria Nylon" (1959) mit Karl Lieffen oder "Bei der blonden Kathrein" (1959) mit Marianne Hold und Gerhard Riedmann.
Ab den 60er Jahren arbeitete Hans Quest vermehrt für das Fernsehen. Hier entstanden unter seiner Regie so erfolgreiche Serien wie "Es ist soweit" (1960), "Sonderdezernat K1" (1972) und "Manulescu" (1972) sowie die Durbridge-Straßenfeger "Das Halstuch" (1962) und "Tim Frazer" (1963/1964).
Hans Quest 02 Zu Hans Quests bekanntesten Nachkriegsfilmen als Darsteller gehören in den 50er Jahren beispielsweise "Herz der Welt" (1952), "Sauerbruch – Das war mein Leben" (1954), "Heideschulmeister Uwe Karsten" (1954), "Ludwig II." (1955), "Urlaub auf Ehrenwort" (1955), "Die Letzten werden die Ersten sein" (1957), "Taiga" (1958) und "Ja, so ein Mädchen mit sechzehn" (1959). In den 60er Jahren übernahm er eher selten Aufgaben vor der Kinokamera, so sah man ihn unter anderem als Pater in "Die Zornigen jungen Männer" (1960), in "Tante Frieda – Neue Lausbubengeschichten" (1965) mimte er den Rittmeister von Stülphagel, eine Figur, die er auch in "Onkel Filser – Allerneueste Lausbubengeschichten" (1966) und "Wenn Ludwig ins Manöver zieht" (1967) übernahm.
Ingmar Bergman besetzte ihn in "The Serpent's Egg" (1977, Das Schlangenei) als Dr. Silbermann, man sah ihn mit einer kleinen Rolle in "Marie Ward – Zwischen Galgen und Glorie" (1985) und in "Caspar David Friedrich – Grenzen der Zeit" (1986) verkörperte er den Dichter Ernst Moritz Arndt.
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Zu Hans Quests letzten Arbeiten für das Fernsehen gehören 1990 bis 1991 seine Rolle des Max Grassmann in der beliebten Serie "Forsthaus Falkenau", der Prof. Dr. Hartwig in "Alarm auf Station 2" (1993) sowie der Nikolas Nicholaison in der TV-Serie "Blankenese" (1994); darüber hinaus trat er seit Ende der 60er Jahre in etlichen Episoden der beliebten Krimi-Reihen "Der Kommissar", "Derrick" und "Der Alte" auf.

Hans Quest, der 1982 zum Bayerischen Staatsschauspieler ernannt worden war, erlag am 29. März 1997 im Alter von 81 Jahren in München seinem Krebsleiden.
 
Textteile der Biografie nach www.cyranos.ch, wo man auch ein frühes Foto von Hans Quest findet.
Siehe auch wikipedia.org, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei der german.imdb.com
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