Klaus Herm
Klaus Herm wurde am 13. Januar 1925 als Sohn eines Schauspielerehepaares in Berlin geboren und wuchs auch dort auf. Gleich nach dem Gymnasium beschloss er in die Fußstapfen seiner Eltern zu treten und ließ sich an der Berliner Schauspielschule des "Deutschen Theaters" ausbilden. Sein Bühnendebüt gab er am "Deutschen Theater", wo er ab 1945 zwei Jahre lang zum Ensemble gehörte, anschließend folgten Engagements am Berliner "Theater am Schiffbauerdamm" sowie am "Bayerischen Staatsschauspiel" in München. Nach Herms Rückkehr in seine Geburtsstadt wurden für die nächsten 15 Jahre die "Staatlichen Schauspielbühnen" Berlins seine künstlerische Heimat. Als Charakterdarsteller interpretierte er viele große Rollen seines Fachs und arbeitete mit so renommierten Theatermachern wie Fritz Kortner, Hans Lietzau, Boleslaw Barlog, Hans Schweikart und Erwin Piscator zusammen. Seit 1970 band sich Klaus Herm nicht mehr fest an ein Haus, gab zahlreiche Gastspiele, unter anderem am "Münchner Residenztheater" und dem "Düsseldorfer Schauspielhaus" (Teilzeitspielvertrag seit 1979) sowie den Bühnen der Stadt Bonn (1983). Tourneen führten ihn an viele bedeutende internationale Theater, so beispielsweise Mitte der 1970er Jahre mit Samuel Becketts Schauspiel "Warten auf Godot" nach London, New York, Israel, Irland und die Schweiz.
Zu Herms bedeutenden Rollen zählt der Student Trofimow in Tschechows "Der Kirschgarten" am "Bayerischen Staatsschauspiel" in einer Inszenierung von Rudolf Noelte, mit Hans Lietzau erarbeitete er in dem gleichen Stück den Buchhalter Jepichodow, Samuel Beckett selbst führte Regie bei seinen Stücken "Damals" und "Spiel". In Ottokar Runzes Aufführung von Ionescos "Der neue Mieter" interpretierte Herm in Berlin eindringlich die Titelfigur, war in Düsseldorf als eitler Gymnasialprofessor Gollwitz in Franz und Paul von Schönthans Schwank "Der Raub der Sabinerinnen" oder in Bonn als versponnener Elwood P. Dowd in dem Boulevardklassiker "Mein Freund Harvey" von Mary Chase zu sehen – um nur einiges zu nennen.

Über die Theaterszene hinaus bekannt wurde Klaus Herm seit Anfang der 1970er Jahre durch das Fernsehen. Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte er mit kleinen Rollen in Kinoproduktionen wie dem Märchenfilm "Der Froschkönig" (1954) oder den Streifen "Heldentum nach Ladenschluss" (1955), "Scala – total verrückt" (1958) und "Es war mir ein Vergnügen" (1963) gesammelt. In den folgenden Jahren wurde er vor allem mit populären Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "Die Krimistunde", "Die Männer vom K3" oder "Tatort" zum Dauergast auf dem Bildschirm. Zu Herms Serien-Filmografie zählen Quotenrenner wie "Die Schwarzwalklinik" und "Das Traumschiff" oder die Simenon-Adaption "Der Kleine Doktor"1) (1974), wo er mehrere Folgen lang den französischen Kommissar Lucas mimte. In nachhaltiger Erinnerung bleibt auch sein Familienvater Heinz Riehl in Thomas Engels Geschichte "Der Führerschein"2) (1979) sowie zwei Jahre später in "Der Urlaub"3) (1980) – beide Male mit Witta Pohl als leidgeprüfter Ehefrau Lotti. Herm agierte beispielsweise in Eberhard Fechners Mehrteiler "Ein Kapitel für sich"1) (1979) nach dem Roman von Walter Kempowski, spielte in Herbert Ballmanns "Eugenie Marlitt oder Die Gartenlaube" (1982), Peter Beauvais' "Der Kunstfehler"3) (1982), Michael Günthers "Die Frau des Kommissars" (1984), Frank Streckers "Bankgeheimnisse"2) (1986) und Pete Ariels Thriller "Nervenkrieg"3) (1993). In "Schwarz greift ein" (1994), den kriminalistischen Episoden um den Pfarrer Henning Schwarz alias Klaus Wennemann, war er als Küster Konrad Hellmann zu sehen. Zu Herms aktuelleren Arbeiten für das Fernsehen zählt die Folge "Künstlerpech" aus der Serie "Jetzt erst recht!" (2005) sowie die Episode "Die Lust zu leben" (2008) des Dauerbrenners "In aller Freundschaft". Zuletzt stand der Schauspieler für Ingo Haebs Drei-Generationen-Komödie "Sohnemänner" vor der Kamera, eine Kinoproduktion, die am 30. September 2011 im Rahmen des "Hamburger Filmfestes" seine Premiere feierte.
  
Häufig unterstützt Klaus Herm in den letzten Jahren Filmhochschulabsolventen durch seine Mitwirkung, so spielte er in Till Franzens Kurzfilm "Die große Operation" (2001) einen Bankdirektor, der gemeinsam mit dem unorthodoxen Kommissar Boll alias Hans Teuscher nach einem Bankräuber fahndet; im Laufe der anfänglichen Ermittlungen lernen sich die beiden älteren Herren näher kennen und finden etwas anderes: Freundschaft. Eine weitere Arbeit war Ingo Raspers Kurzfilm "Dufte" (2001) an der Seite von Christel Peters.

Seit Beginn seiner Karriere widmet sich Klaus Herm in starkem Maße dem Hörspiel, ist mit seiner unverwechselbaren Stimme in vielen erfolgreichen Produktionen präsent. Beispielsweise gehörte er Anfang der 1990er neben vielen anderen Schauspielern (u. a. Ernst Schröder, Manfred Steffen, Edgar Hoppe, Rufus Beck) zu den Protagonisten in den Tolkien-Romanen "Herr der Ringe" und sprach die Rolle des "Bilbo Beutlin". Ein weiteres "Highlight" mit Klaus Herm ist die historische Krimireihe um den genialer Wissenschaftler und leidenschaftlichen Amateur-Kriminologen Professor August van Dusen, welche 1978 im Rundfunk startete: Klaus Herm sprach hier den Hutchinson Hatch, den treuen Begleiter und Chronisten des berühmten Professors (Friedrich W. Bauschulte), in zwei Jahrzehnten entstanden insgesamt 79 Folgen der Serie, die heute Kultstatus genießt.
Darüber hinaus sind einige "OHRENBÄR"-Geschichten wie "Die unsichtbaren Antilopen" und "Was Trödel-Paul erzählt" zu erwähnen sowie verschiedene Hörbuchproduktionen; außerdem ist der Schauspieler für die Synchronisation tätig, lieh beispielsweise Karl Malden und Richard Attenborough seine Stimme.
 
Der inzwischen über 85-jährige Schauspieler ist verheiratet und lebt in Berlin.
 
Link: 1) Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) prisma.de, 3) deutsches-filmhaus.de Stand Februar 2012
Kontakt: Agentur Nicolai
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
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