Christel Peters wurde am 15. Januar 1916 in Swinemünde1) (Westpommern;
heute: Świnoujście, Polen) als jüngster Spross einer Wanderschauspielfamilie geboren.
Sie wuchs als "Künstlerkind" auf, stand bereits im Alter
von vier Jahren auf der Bühne des von den Großeltern geleiteten
"Pommerschen Operettentheaters" in Swinemünde. Später
tingelte sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder als "Trio Peters"
durch das Land. Nach 1945 spielte sie Theater, unter anderem in Guben1),
Güstrow1),
Anklam1),
Brandenburg
an der Havel1) und in Meiningen1), seit Ende der 1970er Jahre arbeitete
Christel Peters als freischaffende Schauspielerin. Neben Funk- und
Synchronaufgaben wurde sie schon im DDR-Fernsehen oftmals als
resolute, leicht verschrobene ältere Dame besetzt, Rollen, die sie nach der
so genannten "Wende"1) weiterhin erfolgreich verkörperte. Kultstatus
erreichte sie ab Anfang der 1990er Jahre als "Oma Kaiser" in
der Comedy-Serie "Salto postale"1) bzw. "Salto
Kommunale"1) an der Seite von
Wolfgang Stumph, war aber auch in
Krimireihen wie beispielsweise "Polizeiruf 110"1),
"Rosa Roth"1)
oder "Tatort"1)
sowie etlichen Einzelproduktionen als Oma, Tante, Nachbarin oder sonstigen,
mitunter skurrilen Figuren regelmäßig auf dem
Bildschirm präsent.
Für verschiedenste Kinoproduktionen stand die Schauspielerin ebenfalls
vor der Kamera, wirkte beispielsweise in den DEFA1)-Streifen "Fariaho"1) (1982),
"Gritta
von Rattenzuhausbeiuns"1) (1984) und "Grüne Hochzeit"(1989)mit.
Nach dem "Mauerfall"1) wurde Christel Peters in
gesamtdeutschen Produktionen besetzt und erreichte noch im hohen Alter einen
gewissen Star-Ruhm. Unter anderem spielte sie für Andreas Dresen1)
Nebenrollen in "Raus
aus der Haut"1) (1997) und "Nachtgestalten"1) (1999),
2000 brillierte sie zusammen mit Gudrun
Okras und Elisabeth
Scherer1) als Bankräuberin Meta in
der Tragikomödie "Jetzt
oder nie Zeit ist Geld"1)
und wurde gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen für diese herausragende komödiantische Leistung mit dem "Ernst-Lubitsch-Preis"1)
geehrt. 2002 präsentierte sie sich an der Seite von Daniel Brühl1),
Michael Gwisdek und
Traugott Buhre in
dem Road-Movie "Vaya con Dios"1) als Mutter des
Mönchs Tassilo (Matthias Brenner1)). In Andreas Dresens
Sozialkomödie "Sommer vorm Balkon"1) (2005)
mimte sie die pflegebedürftige alte Helene, die, während sie Akkordeon
spielt, vom Stuhl fällt und stirbt → Übersicht Filmografie.
Ungeheure Popularität erlangte die nur 1,50 Meter große Christel Peters
im hohen Alter durch ihren Auftritt in einem ganz anderen Medium, nämlich der Werbung:
Als "Mutter aller Schnäppchen", jener kleinen alten Dame, die
im schrillen Karo-Outfit ihren Sohn anweist, auch ja alles schön billig zu
kaufen, machte die damals 88-Jährige in der Fernsehwerbung eines Elektronikmarktes
Furore. Ihr Gesicht zierte deutschlandweit die Bus- und
Bahnhaltestellen, der Spot lief im Fernsehen, auch im Radio war ihre resolute Stimme zu
hören. Christel Peters wurde "auf ihre alten Tage" bekannter als mancher Politiker. In einem
Interview meinte sie einmal verwundert über ihre Medienpräsenz: "Das kam wie ein Hammer, Fremde grüßen mich auf der Straße, manche wollen mich sogar
streicheln." Ihre Berühmtheit als Werbe-Ikone lässt sich mit der
einst so legendären "Klementine" alias Johanna König1) (1921 2009) vergleichen,
die zwischen 1968 und 1984 Waschmittel
an den Mann bzw. die Frau brachte.
Christel Peters starb laut Angaben der "Märkischen
Allgemeine"1) am 11. Juni 2009 im Alter von 93 Jahren in Brandenburg an der
Havel1),
wo sie seit einiger Zeit von ihrer Familie betreut wurde. Die Schauspielerin war in
erster Ehe bis 1944 mit dem Schauspieler Eduard Thomalla (Bruder von Georg Thomalla)
verheiratet, danach seit 1945 mehr als fünf Jahrzehnte mit dem Regisseur und
früheren Meininger Theaterintendanten Dr. Albert Bußmann
(192319.02.2013); sie war Mutter zweier Töchter und eines Adoptivsohnes
(Sohn ihrer 1952 verstorbenen Schwester), hinterließ mehrere Enkel, Urenkel und Ur-Urenkel.
Im März 2005 veröffentlichte die Schauspielerin ihre Erinnerungen unter
dem Titel "Jetzt wird aber Dampf gemacht!", welche sie
gemeinsam mit Steffen Richter geschrieben hatte.
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Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database,
filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de,
fernsehenderddr.de (web.archive.org),
fernsehserien.de, tittelbach.tv, prisma.de) |
Kinofilme
Fernsehen (Auszug)
- DFF-Produktionen
- Gesamtdeutsche Produktionen
- 1992: Tandem (als Oma Bley)
→ defa-stiftung.de
- 1993: Salto
Postale (Sitcom, u. a. mit Wolfgang
Stumph; als Oma Kaiser, Stammkundin im Postamt)
- 19932006: Tatort (Krimireihe)
- 19941997: Polizeiruf 110 (Krimireihe)
- 1996: Rosa Roth (Krimireihe
mit Iris
Berben) 4. Nirgendwohin (als Oma)
- 1997: Raus
aus der Haut (als Oma) → filmportal.de
- 19972003: Stubbe Von Fall zu Fall (Krimireihe
mit Wolfgang
Stumph)
- 1998: Salto
Kommunale (Sitcom, Fortsetzung von "Salto
Postale"); u. a. mit Wolfgang
Stumph;
als Oma Kaiser in Folge 6 "Stankoweit probt den Aufstand")
- 1998: Das vergessene Leben (als Frau Hinzen) →
tvspielfilm.de
- 2000: Die Polizistin (nach
Motiven des Romans "Meine Nachtgestalten" von Annegret
Held;
mit Gabriela
Maria Schmeide als Polizeimeisterin Anne Küster; als die verwirrte Frau
Seemann) → filmportal.de
- 2001: Ein Stück vom Glück (mit
Klausjürgen Wussow und Wolfgang
Stumph; als alte Frau in der Straßenbahn)
- 2001: Die
Liebenden vom Alexanderplatz (mit Inge
Meysel; ungenannte Nebenrolle)
- 2002: Liebe darf alles (Zweiteiler; als Charlotte Lenz,
Mutter von Anna Lenz (Gudrun
Landgrebe))
→ tittelbach.tv
- 2002: Kubaner küssen besser (als Tante Rosa) →
tvspielfilm.de
- 2002: Ein Sack voll Geld (mit
Wolfgang
Stumph als Paketzusteller Wolfgang Paschke; als die alte Hermine Kringel)
→ tittelbach.tv
- 2003: Jonathans
Liebe (mit Thomas
Scharff und Benjamin
Sadler als die Brüder Christoph und
Jonathan Feuerbach; als Jonathans Haushälterin Bertchen)
- 2003: Traumprinz in Farbe
(als Rosemarie Merten) → fernsehserien.de
- 2003: In der Höhle der Löwin (mit
Rosemarie Fendel und
Jennifer Nitsch als streitbares Mutter-Tochter-Gespann
Charlotte von Wiesenthal und Dr. Maja von Wiesenthal in den Hauptrollen;
als
Haushälterin Sophie) → fernsehserien.de
- 2003: Gefährliche
Gefühle (als Margret, Großmutter von Andrea Berger
(Katharina
Böhm))
- 2004: Einmal
Bulle, immer Bulle (Serie; als Friederike Poland in Folge 4
"Rette
sich, wer kann")
- 2004: Pfarrer
Braun (Krimireihe mit Ottfried
Fischer)
- 20042007: Donna Leon (Krimireihe
nach den Romanen von Donna
Leon;
als Signora Amelia Brunetti,
Mutter von Commissario Guido Brunetti (Uwe
Kockisch))
- 2005: Irren ist sexy (als
Elisabeth, exzentrische Tante des Taxifahrers Hendrik (Oliver
Korittke)) → prisma.de
- 2005: Mein Vater
& ich (mit Dietmar Schönherr als der Physikprofessor Georg
Riegler, der nach einem Schlaganfall
von seinem Sohn Klaus Riegler (Heio von
Stetten), einem Schauspieler, in ein Heim gesteckt wird;
als die verwirrte Heimbewohnerin Charlotte Daum) → filmdienst.de,
wunschliste.de,
presseportal.de
- 2006: SOKO Köln (Krimiserie) Folge
4.09:
Allein unter Nachbarn (als
die rüstige Frau Seele)
- 2006: Tierärztin Dr. Mertens (Serie
mit Elisabeth
Lanz) Folge 1.05:
Die Unzertrennlichen
(als treue Zoobesucherin Klara Schuster)
- 2007: KDD Kriminaldauerdienst
(Krimiserie) Folge 1.06: Vertrauen
(als Frau Herrmann)
- 2008: Zwei Zivis zum Knutschen (mit
Denis Moschitto und
Julian Sengelmann als die
Zivis Benjamin und Rocky
als Altenheimbewohnerin Frau Schellenberg) → fernsehserien.de
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