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Horst Buchholz wurde am 4. Dezember 1933 als Horst Werner Buchholz
im Berliner Arbeiterviertel Prenzlauer Berg und Sohn eines Schuhmachers geboren.
Infolge der ersten Bombenangriffe auf Berlin wurde er 1943 in ein Kinder-Landverschickungsheim
in Schlesien gebracht. Nach Kriegsende schlug er sich nach Berlin durch, wo er für
sich selbst sorgen musste.
Buchholz wollte studieren, musste jedoch Geld verdienen; als 14-jähriger
spielte er bereits als Statist am Metropoltheater, ein Jahr
später übernahm er die Filmsynchronisation für
"Emil und die Detektive". 1950 verließ Buchholz vorzeitig die
Schule und nahm Schauspielunterricht; er bekam erste Theaterengagements in
Berlin, unter anderem am Tribüne-Theater, am Schiller-Theater und am Schlosspark-Theater.
Eine erste Filmrolle als Statist erhielt er 1952 in dem Streifen "Die Spur
führt nach Berlin".
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Sein Kinodebüt stand unter keinem guten Stern: Julien Duviviers verquaste Romanze
"Marianne" (1954) nach Peter de Mendesons Novelle
"Schmerzliches Arkadien" geriet zu einem argen Kitsch-Produkt.
Ebenso Helmut Käutners gutgemeinte Ost-West-Schnulze
"Himmel ohne Sterne" (1955), für den Buchholz 1956 jedoch
mit dem Bundesfilmpreis
"Filmband in Silber" ausgezeichnet wurde. Buchholz mimte
in diesem Film den edlen russischen Soldaten Mischa, der einer DDR-Bürgerin helfen will
und versehentlich erschossen wird.
Doch dann kamen Georg Tresslers "Die
Halbstarken" (1956) sowie "Endstation Liebe"1) und
Buchholz wurde zu einer Art deutscher James Dean. Seine Rollen
legten ihn vorerst auf den ungestümen, rebellischen Jugendlichen
fest. In Josef von Bakys schönes Melodram "Robinson
soll nicht sterben" (1956) stand er neben
Romy Schneider als Tom vor der Kamera, ebenso in "Montpi"1)
(1957),
wo er den Titelhelden mimte.
Die Halbstarken
nach einer Erzählung von Will Tremper
Regie: Georg Tressler
Uraufführung: 27.09.1956, Essen (Ufa-Palast)
TV-Erstausstrahlung: 15.02.1964, ARD
Rollen und ihre Darsteller:
Freddy Borchert (Horst Buchholz),
Sissy Bohl (Karin Baal),
Jan
Borchert (Christian Doermer),
Günther (Jo Herbst),
Mutter
Borchert (Viktoria von Ballasko),
Vater Borchert (Paul Wagner)
und viele andere |
Der 19jährige Freddy Borchert trifft in einem Hallenbad seinen jüngeren
Bruder Jan wieder. Vor einiger Zeit verließ Freddy sein autoritäres
Elternhaus und hat seitdem seine Familie nicht wieder gesehen.
Freddy macht seinen Bruder gleich mit einer Bande von Halbstarken
und deren Umgangsformen bekannt. Der Tag im Schwimmbad endet
schließlich mit einer Schlägerei. Trotzdem ist Jan begeistert
von Freddy und seinen Kumpanen, zumal er schon bald Krach mit
seinem strengen Vater hat. Schnell lernt ihr die anderen
Mitglieder von Freddy Bande kennen, allen voran die mit allen
Wassern gewaschene Sissy Bohl. Doch ohne Jans Wissen plant Freddy
ein folgenschweres Verbrechen, in dem Jan eine wichtige Rolle
spielen soll...
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Ein Jahr darauf spielte er in Kurt Hoffmanns Erfolgskomödie
"Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"1) nach dem Roman von Thomas Mann;
für diese Rolle erhielt er einen "Bambi" und auch internationale
Anerkennung. Seine vorläufig letzte Rolle in einer deutschen Produktion hatte er 1959 in
"Das Totenschiff"1) mit seiner Rolle des amerikanischen Seemanes
Philip Gale. Der internationale Durchbruch gelang Buchholz
dann ebenfalls 1959 mit dem britischen Film "Tiger Bay"1).
Im deutschen Film jener Zeit waren für den begabten Nachwuchsstar mit
internationalem Format keine Entwicklungschancen zu erkennen, deshalb verließ
Buchholz Deutschland, ging 1960 zunächst nach Spanien, Italien und
Frankreich und schließlich in die USA. An der Seite von Yul Brynner und Charles Bronson eroberte
er als einer der "Glorreichen Sieben"1) (1960) Hollywood. Mit diesem Western,
der zu einem Klassiker und Welthit wurde, gab er sein Filmdebüt in den Staaten
und wurde zum hochdotierten Kinoliebling.
1961 spielte er die Hauptrolle in Billy Wilders Filmkomödie "Eins,
Zwei, Drei"1), die im geteilten Berlin spielt, den Otto Ludwig
Piffl;
der Film wurde
allerdings erst Jahre später umfassend gewürdigt.
Bis Ende der 60er Jahre wirkte Buchholz, der englisch, französisch, spanisch, italienisch
und russisch sprach, in zahlreichen ausländischen Produktionen mit.
Neben Hardy Krüger war Buchholz der einzige deutsche Schauspieler seiner Generation, der eine große internationale Karriere vorzuweisen
hatte und wurde von vielen als der "deutsche James Dean"
bezeichnet.
Erst knapp zwölf Jahre später kehrte Buchholz in seine Heimat Deutschland zurück.
Erstmals nach seinem Aufenthalt in den USA stand Buchholz 1973 für den Film
"
aber Johnny" wieder vor einer deutschen Kamera.
Buchholz erhielt zahlreiche Engagements beim deutschen und amerikanischen Fernsehen, unter
anderem wirkte er in
in den 70er Jahren in verschiedenen Folgen der Krimiserie "Derrick" mit.
Ende der 70er Jahre übernahm er am Berliner Theater des Westens die Rolle des Conferenciers in dem Musical
"Cabaret".
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Horst Buchholz und Doris Kunstmann
1985
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
1981 übernahm er die Moderation der ARD-Fernsehsendung "Astro-Show",
die er allerdings nach fünf Sendungen wieder
abgeben musste. Nach diesem Misserfolg wandte sich Buchholz
wieder verstärkt dem Theater zu und spielte z. B. 1984 im Renaissance-Theater in den
"Zwölf Geschworenen".
1993 wirkte er noch einmal in Wim Wenders Kinofilm "In weiter Ferne, so nah!" an der Seite von Heinz Rühmann, Peter Falk, Hildegard Knef und Bruno
Ganz mit; der Film erhielt bei den Filmfestspielen in Cannes den "Großen Preis der Jury";
eine seiner letzten Filmrollen war 1997 der KZ-Arzt Dr. Lessing in "Das Leben ist schön"
(La vita è bella) von Roberto Benigni, ein kleiner Part in "Minefield" (1999),
die Rolle des Dr. George Ashton in "The Enemy" (2001) sowie
der Prof. Svedenborg in "Detective Lovelorn und die Rache des Pharao" (2002).
Ab den 90er Jahren konnten die deutschen Fernsehzuschauer Buchholz
unter anderem als Wolfgang Olmer in dem Krimi "Tödliches Erbe" (1994)
erleben, in dem Mehrteiler "Der Clan der Anna Voss" (1995)
spielte er den Paul Voss oder in dem Melodram "Der
Kleine Unterschied"1) (1997) den Wolfhart Perl. In dem Thriller
"Kinderraub in Rio Eine Mutter schlägt zurück" (2000) mimte
er den Dr. Lopez, in der Komödie "Der
Club der grünen Witwen"1) (2001) den Fritz Pohlmann und in
"Traumfrau mit Verspätung" (2001)
den Leon.
Horst Buchholz verstarb am 3. März 2003 im Alter von 69 Jahren an den
Folgen einer Lungenentzündung in der Berliner Charité. Im Dezember 2002 hatte er sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen und war erst Mitte Februar aus einer Reha-Klinik entlassen worden.
Wie die Presse berichtete, litt der Schauspieler seit längerem angeblich an Appetitlosigkeit und Magersucht.
Horst Buchholz wurde am 8. März 2003 auf dem Berliner Friedhof Heerstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf
im engsten Familienkreis beigesetzt. Mit einem Trauergottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
nahmen zuvor Angehörige und Freunde Abschied von dem Schauspieler. Als offizieller Vertreter des Landes Berlin
erinnerte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner
Gedenkrede an den deutschen Weltstar.
Horst Buchholz, der zu den wenigen deutschen Filmschauspielern gehört, die auch internationalen Ruhm erlangten und in Hollywood Erfolg
hatten, war seit 1958 mit der Schauspielerin Myriam Bru verheiratet und
lebte bis zu seinem Tod vorwiegend in Paris und in der Schweiz. Er
hinterließ neben seiner Frau Myriam Tochter Beatrice sowie den 1962
geborenen Sohn Christopher, der sich auch einen Namen als Schauspieler und
Regisseur gemacht hat.
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Christopher Buchholz drehte gemeinsam mit Sandra Hacker in jüngster
Zeit einen beeindruckenden 90-minütigen Dokumentarfilm "Horst
Buchholz
mein
Papa" (2005) und zeigt die Innenansicht einer Familie, deren
Mittelpunkt ein ebenso liebenswerter wie störrischer Weltstar war. (
) Das Ergebnis ist ein
ehrliches Dokument und zugleich ein tragikomischer
Film, der einen ungewöhnlichen Einblick in das Leben eines Weltstars und
seiner Familie gibt. (Quelle: www.delicatessen.org)
Inzwischen ist der Film mit bisher unveröffentlichtem Bonusmaterial und vielen weiteren Extras
auch auf DVD erhältlich. Die Süddeutsche Zeitung schrieb unter anderem
"HORST BUCHHOLZ
MEIN PAPA ist das eigenwilligste, persönlichste Vater- und Künstler-Portrait,
das es gibt: Hartnäckige Erkundung des Vater-Rätsels, Trauerarbeit, subtile Erzählung einer Familiengeschichte,
schonungslose Aufdeckung von Lebenslügen, und dabei doch immer liebevolle Hommage."
Von Christopher Buchholz, Myriam Bru und Beatrice Buchholz stammt das Buch
"Horst Buchholz Sein Leben in Bildern",
welches anlässlich des 70. Geburtstages des Weltstars Ende Dezember 2003
veröffentlicht wurde. Mit einer Vielzahl von zum Teil unveröffentlichten
Bildern und sehr persönlichen Texten lassen die Autoren das Leben und
Wirken der deutschen Ikone des Nachkriegsfilms Revue passieren.
Bildveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Christopher Buchholz.
Siehe auch
www.saycheeseproductions.com
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1) Der Link führt zur Filmbeschreibung von prisma-online.de
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Textpassagen der Biografie von www.prisma-online.de
Siehe auch wikipedia.org,
www.dhm.de
Filmografie bei der german.imdb.com
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Tiger Bay Ich kenne den Mörder (1959)
Genre: Thriller, schwarz-weiß, 101 Minuten
Regie: J. Lee Thompson
Darsteller unter anderem:
Horst Buchholz, Hayley Mills, John Mills |
Der junge polnische Seemann Korchinsky eilt durch die Gassen von Tiger Bay,dem
Hurenviertel Cardiffs. Viele Monate war er auf See, jetzt will er zu
Anya, der er seine Heuer schickte, der Frau, die er liebt und die er heiraten will.
In der elenden Mietskaserne öffnet eine hübsche Mulattin. Anya ist unter
Hinterlassung von Schulden ausgezogen. Als der enttäuschte Korchinsky sie
endlich findet, erklärt sie ihm brutal, dass sie ihn, den kleinen
"dreckigen Seemann", nicht mehr will. Sie hat jetzt einen
Gentleman, der ihr mehr bietet. Hasserfüllt holt Anya eine Pistole aus der
Schublade. Ein Streit zwischen zwei Menschen, aber sie sind nicht allein. Tiger
Bay kennt keine Geheimnisse. Gillie, ein vereinsamtes zwölfjähriges Mädchen, das
im selben Hause wohnt, wünscht sich sehnlichst eine Pistole, um von den
Jungen der Straßenbande anerkannt zu werden. Durch den Briefkastenschlitz
beobachtet sie mit aufgerissenen Augen die leidenschaftliche Eifersuchtsszene
zwischen dem Seemann und dem treulosen Mädchen. Sie sieht mit
wachsendem Entsetzen, wie Korchinsky von blinder Wut getrieben, Anya die Pistole
entreisst und mehrmals abdrückt. Nachdem Korchinsky die Pistole im
Treppenhaus versteckt hat, nimmt Gillie sie an sich, um ihren Spielgefährten damit zu imponieren.
Korchinsky beobachtet sie, findet aber keine Zeit mehr, ihr die Waffe
wegzunehmen, weil die Polizei am Tatort eintrifft. Gillie verwickelt sich in dem Verhör
durch Inspektor Graham in ein Gewebe kindlich geschickter Lügen, durch die
der Verdacht auf Anyas neuen Liebhaber gelenkt wird.
Gillie verlässt das Haus, um im Kirchenchor mitzusingen. Nachdem die
Kirche sich geleert hat, steht sie plötzlich Korchinsky gegenüber. Zu Tode
geängstigt, aber fest entschlossen, die Waffe zu behalten, schwört
Gillie,
dass sie ihn nicht bei der Polizei verraten hat und auch nicht verraten
will. Korchinsky ist verzweifelt. Trostreich bietet ihm das Mädchen Hilfe an, weil er
sie ernst nimmt und nicht "wie ein Kind" behandelt. Vertrauensvoll versucht sie,
ihm zu helfen.
Inspektor Graham jagt jetzt Gillie, denn er weiß, dass das Mädchen die
Pistole an sich genommen hat. Als Korchinsky dies durchs Radio hört, ist er
sekundenlang versucht, die einzige Mitwisserin zu beseitigen; aber
dann siegen sein Anstand und seine Zuneigung zu dem Kinde. Die beiden
verstecken sich in der Umgebung der Stadt und beraten die Flucht. Durch eine Tasche, die Korchinsky
bei der Mulattin vergaß, erfährt die Polizei von seiner
Existenz.
Mit Gillies Beistand gelangt Korchinsky auf einen südamerikanischen Dampfer. Graham
folgt ihm und nimmt die inzwischen aufgegriffene Gillie mit, damit sie den
Mörder endgültig identifiziert. Doch selbst jetzt, da die Polizei alle Beweise
in der Hand hält, behauptet das Kind bei der Gegenüberstellung,
Korchinsky niemals vorher gesehen zu haben. Vergebens! Graham weiß genug. Er
kennt Korchinskys Motiv und weiß um die Bindung zwischen dem Seemann und
dem Kind. Als das Schiff bereits die Dreimeilenzone verlassen hat und
Korchinsky dem Zugriff der Polizei entzogen ist, stürzt Gillie über Bord. Ohne
Besinnen springt der Seemann hinterher im vollen Bewusstsein,
dass er von dem wartenden Polizeiboot aufgefischt und der Justiz übergeben werden wird.
Bild- und Textquelle: Programmheft "Illustrierte
Filmbühne"
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Die glorreichen Sieben (1960)
Titel USA: The Magnificent Seven
Genre: Western
Regie: John Sturges
Farbe, USA, 1960, FSK 12
Kino Deutschland: 1961-02-24
Laufzeit Kino: 127 Minuten
Ein US-Remake des japanischen Akiro Kurasawa-Films
"Die sieben
Samurai"
Darsteller:
Yul Brynner (Chris),
Eli Wallach (Calvera),
Steven McQueen (Vin),
Horst Buchholz (Chico),
Charles Bronson (Bernardo O'Reilly),
Robert Vaughn (Lee),
Brad Dexter (Harry),
James Coburn (Britt), |
Jedes Jahr wird das mexikanische Dorf Ixcatlan Opfer von Banditen,
die sich die Ernte als Beute nehmen. Um den Überfällen ein Ende zu bereiten, schicken
die Bauern eine kleine Delegation über die Grenze in die USA, um Waffen zu kaufen und
einige Männer als Verteidiger anzuwerben. Als Lohn winkt alles, was das Dorf bieten kann.
Der Revolvermann Chris nimmt das Angebot an und stellt sich eine Mannschaft zusammen,
deren Motive ganz unterschiedlich sind. Vin kommt mit, weil er die Aufregung braucht.
Chico hofft von den Profis zu lernen. Der elegante Lee muss für einige Zeit verschwinden.
Harry vermutet in dem Dorf einen Goldschatz, den sich Chris sichern möchte.
Britt liebt ungewöhnliche Herausforderungen. Nur der Halbindianer Bernardo
macht bei dem Unternehmen aus Mitleid für die Bauern mit. |
Filmkritiken:
Lexikon des internationalen Films: Ein spannender Western, der die Folklore geschickt in die
raue Handlung einfügt, eine exzellente Kameraarbeit aufzuweisen hat und besonders in den Nebenrollen beachtliche schauspielerische Leistungen aufweist.
Der Spiegel 38/1995: Das waren noch glorreiche Zeiten, da man
Deutsche in Hollywood für die Enthusiastenrolle verwendete.
Kölner Stadt-Anzeiger: Kraftvoll inszenierter, hochkarätig besetzter Western.
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Eins, Zwei, Drei (1961)
Originaltitel: One, Two, Three, USA 1961
Genre: Komödie, 104 Minuten, schwarz-weiß
Regie: Billy Wilder
Drehbuch: I. A. L. Diamond/Billy Wilder
Darsteller:
James Cagney (C. R. MacNamara)
Horst Buchholz (Otto Ludwig Pfiffl)
Liselotte Pulver (Ingeborg)
Arlene Francis ( Phyllis MacNamara)
Pamela Tiffin (Scarlett Hazeltine)
Hanns Lothar (Schlemmer)
Ralf Wolter (Borodenko)
Karl Liefen (Fritz)
Hubert von Meyerinck (Graf von Droste-Schattenburg) |
| C. R. MacNamara leitet die deutsche Filiale des
Coca-Cola-Konzerns in Westberlin, zu deren agilem Mitarbeiterteam auch die blonde
Sekretärin Ingeborg, der
unentwegt salutierende Chauffeur Fritz und der ölige Assistent Schlemmer gehören.
MacNamaras großer Traum ist, das amerikanische Getränkeimperium nach Osten
auszudehnen immerhin steht er dazu bereits in Verhandlungen mit den
Herren Peripetchikoff, Mischkin und Borodenko von der russischen Handelskommission.
In seine Karriereplanungen hinein platzt jedoch Scarlett, die aufgedrehte und
mannstolle Tochter des Chefs aus der amerikanischen Konzernzentrale. Scarlett
macht einen Europa-Trip, und MacNamara soll den Aufpasser spielen. Trotz aller
Bemühungen kann er jedoch nicht verhindern, dass sich das Mädchen
verliebt ausgerechnet in den strammen ostdeutschen
Jungkommunisten Otto Ludwig Piffl. Als MacNamara erfährt, dass Scarlett ihren
Otto heimlich geheiratet hat und ihre Eltern auf dem Weg nach Berlin sind, steht er
kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Zunächst denkt er sich eine List aus, um Otto in
Ostberlin verhaften zu lassen und so die Ehe mit Scarlett zu annullieren. Als er
jedoch erfährt, dass Scarlett schwanger ist, muss er Otto wieder aus der Gewalt
der ostdeutschen Behörden befreien, denn ihm bleibt nichts anderes übrig, als
Otto noch vor der Ankunft des Schwiegervaters im Eilverfahren auf
"westlich" umzupolen
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Mitten in die Dreharbeiten einer der schnellsten und rasantesten Komödien der Filmgeschichte platzten im Jahr 1961 die Ereignisse rund um den Mauerbau in Berlin. So fand denn auch die Komödie beim damaligen Publikum keine Gnade; erst nach seiner Wiederaufführung 1985 und insbesondere auch nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelte sich der Film zu einem Kultfavoriten bei einem Publikum, das nunmehr bereit war, über die Absurditäten des kalten Krieges zu lachen.
| Textquelle: Programmheft "Illustrierte
Filmbühne" |
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Filmkritik aus jener
Zeit:
Da war nun zum Ende des humoristisch trockenen Film Jahres 1961 doch noch
der ausgetüftelte, mit Könnerschaft gekurbelten Jux bekommen.
Dieser Film hatte seine Welturaufführung zu Recht in Berlin, weil er Berliner
Kessheit besitzt. Der Regisseur haut auf
die Pauke. Er pfeffert den puren Jux auf
die Leinwand. Das ist eine gelungene
politische Posse. Zum Schießen komisch.
Mag sein, dass es einige Leute dem Regisseur verübeln, dass er in seinem Film
vor dem Hintergrund der ernsten Berliner Situation Possen reißt. Doch so, wie
dieser Film gemacht ist, kommt Peinlichkeit gar nicht erst auf. Die Geschichte
ist einfach jenseits von Gut und Böse.
Und doch wird hier zuweilen der Jux zur
spitzen Waffe äußerst scharfer Kritik.
Gespielt wird ausgezeichnet mit praller guter Laune.
Neben James Cagney
spielt Horst Buchholz lebendig und
glaubwürdig und mit einer bei ihm bis
her kaum gekannten Ironie den Partei-Proletarier östlicher Herkunft, der sich
am Ende in der westlichen Geschäftslebewelt herausputzt. Lilo Pulver mimt sehr drollig,
urkomisch eine blonde deutsche Sekretärin. Pamela Tiffin
quietscht als verwöhntes US-Millionärs-Töchterchen vergnügt vor sich hin.
Der Clou aber ist Hanns Lothar in einer lustig gebrachten Rolle
als hackenklappender deutscher Bürountertan, blendend und
abwechslungsreich.
Auch alle anderen Rollen sind sorgfältig
besetzt. Nicht einmal die kleinste wurde stiefmütterlich
behandelt. Amüsiert wie Bolle auf dem Milchwagen, sagt der
Berliner. Tun Sie's auch.
Bild- und Textquelle: Programmheft "Illustrierte
Filmbühne" sowie www.filmstarts.de
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Weitere Filme mit Horst Buchholz (Auszug):
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Himmel ohne Sterne (1955)
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Regine (1955)
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Herrscher ohne Krone (1956)
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Ein Stück vom Himmel (1957)
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Auferstehung (1958)
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Nasser Asphalt (1958)
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Fanny (1960) |
Neun Stunden zur Ewigkeit (1962)
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Im Reich des Kublai Khan (1964)1)
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Unser Mann aus Istanbul (1964)
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Wo wann mit wem? (1968)
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Der Callboy (1972) |
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Der große Walzer (1972)
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... die keine Gnade kennen (1976) |
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Mörderbienen greifen an (1976)
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Abenteuer in Atlantis (1978) |
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Lawinenexpress (1978)
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Nur drei kamen durch (1978) |
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Victor Charlie ruft Lima Sierra (1979)
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Berlin Tunnel 21 (1981)
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Aphrodite Im Wendekreis der Begierde (1982)
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Sahara (1983)
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Codename: Emerald (1985)
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Im Feuer der Gefühle (1986)
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Und die Geigen verstummten (1988)
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Bei Berührung Lebensgefahr (1990)
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Die Löwen der Alhambra (1990)
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Die Asse der stählernen Adler (1992)
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Der Feuervogel (1996)
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Das Leben ist schön (1997)
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Dunckel (1997)
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Der kleine Unterschied (1998)
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Die Schreckensfahrt der Orion Star (1998)
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Minefield (1998)
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Kinderraub in Rio Eine Mutter schlägt zurück (1999)
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Der Club der grünen Witwen (2001
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1) Der Link führt zu www.prisma-online.de
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