Horst Buchholz Horst Buchholz wurde am 4. Dezember 1933 als Sohn von Maria Hasenkamp in Berlin-Neukölln geboren. Maria Hasenkamp stammte aus Freiburg, hatte wegen der Schwangerschaft ihre Heimatstadt verlassen und war nach Berlin gegangen. Bereits kurz nach der Geburt gab die Mutter das Baby zu Pflegeeltern, erst nach ihrer Heirat mit dem Schuhmacher Hugo Buchholz holte sie ihr Kind wieder zu sich. Hugo Buchholz adoptierte den jungen Horst, die Familie wohnte im Berliner Arbeiterviertel Prenzlauer Berg und Horst Buchholz wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Im Kriegsjahr 1941 kam Halbschwester Heidi zur Welt, von ihr erhielt Horst Buchholz später auch den Spitznamen "Hotte". Infolge der ersten Bombenangriffe auf Berlin wurde der knapp10-Jährige 1943 in ein Kinder-Landverschickungsheim in Schlesien gebracht. Nach Kriegsende schlug er sich nach Berlin durch, wo er für sich selbst sorgen musste. Buchholz wollte studieren, musste jedoch Geld verdienen; als 14-jähriger spielte er bereits als Statist am Metropoltheater, ein Jahr später übernahm er die Filmsynchronisation für "Emil und die Detektive". 1950 verließ Buchholz vorzeitig die Schule und nahm Schauspielunterricht; er bekam erste Theaterengagements in Berlin, unter anderem am "Tribüne-Theater", am "Schiller-Theater" und am "Schlosspark-Theater". Eine erste Filmrolle als Statist erhielt er 1952 in dem Streifen "Die Spur führt nach Berlin".

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Sein Kinodebüt stand unter keinem guten Stern, Julien Duviviers verquaste Romanze "Marianne"1) (1955) nach Peter de Mendesons Novelle "Schmerzliches Arkadien" geriet zu einem melodramatischen Schnulze. Auch in Helmut Käutners gutgemeintem, hochkarätig besetzten Ost-West-Streifen "Himmel ohne Sterne" (1955) konnte man wieder einige Tränen verdrücken, wenn Buchholz als schwermütiger Russe Mischa alle Register des Melodramatischen zog. Buchholz mimte in diesem Drama einen edlen sowjetischen Offizier, der einer DDR-Bürgerin (Eva Kotthaus) beim Grenzübergang helfen will und versehentlich erschossen wird. Für seine Darstellung wurde der Newcomer 1956 mit dem Bundesfilmpreis "Filmband in Silber" als "Bester Nachwuchsdarsteller" ausgezeichnet; Infos zum Film bei www.moviemaster.de.
Dann kamen Georg Tresslers "Die Halbstarken"1) (1956) sowie die ebenfalls von Tressler inszenierte Romanze "Endstation Liebe"2) (1957/58) mit der Rolle des unbekümmerten jungen Fabrikarbeiters "Mecky" Berger und Buchholz wurde zu einer Art deutschem James Dean. Seine Rollen legten ihn vorerst auf den ungestümen, rebellischen Jugendlichen fest. In Josef von Bakys Forster-Adaption "Robinson soll nicht sterben"1) (1956) stand er neben Romy Schneider als Tom vor der Kamera, ein Jahr später folgte die melancholische Romanze "Montpi"2) (1957), in der sich Buchholz – erneut neben Romy Schneider – als ungarischer Student bzw. Titelheld in die Herzen des Kinopublikums spielte (siehe auch Wikipedia).
  
Die Halbstarken
nach einer Erzählung von Will Tremper
Uraufführung: 27.09.1956, Essen (Ufa-Palast)
TV-Erstausstrahlung: 15.02.1964, ARD
Regie: Georg Tressler
Drehbuch: Will Tremper, Georg Tressler
Musik: Martin Böttcher
Kamera: Heinz Pehlke
Rollen und ihre Darsteller:
Horst Buchholz: Freddy Borchert, Karin Baal: Sissy Bohl,
Christian Doermer: Jan Borchert, Jo Herbst: Günther,
Viktoria von Ballasko: Maria Borchert, Paul Wagner: Hans Borchert,
Stanislaw Ledinek: Antonio Garezzo, Eduard Wandrey: Garezzos Vater
Friedrich Joloff: Theo, und viele andere
(Link: Wikipedia bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP)
  
Der 19-jährige Freddy Borchert (
Horst Buchholz) trifft in einem Hallenbad seinen jüngeren Bruder Jan (Christian Doermer) wieder. Vor einiger Zeit verließ Freddy sein autoritäres Elternhaus und hat seitdem seine Familie nicht wieder gesehen. Freddy macht seinen Bruder gleich mit einer Bande von Halbstarken und deren Umgangsformen bekannt. Der Tag im Schwimmbad endet schließlich mit einer Schlägerei. Trotzdem ist Jan begeistert von Freddy und seinen Kumpanen, zumal er schon bald Krach mit seinem strengen Vater ( Paul Wagner) hat. Schnell lernt ihr die anderen Mitglieder von Freddy Bande kennen, allen voran die mit allen Wassern gewaschene Sissy Bohl (Karin Baa). Doch ohne Jans Wissen plant Freddy ein folgenschweres Verbrechen, in dem Jan eine wichtige Rolle spielen soll …
 
Lexikon des internationalen Films:
Durch das milieukundige Drehbuch des Journalisten Tremper und besondere Sorgfalt der Regie und Kameraführung überragt der Film die zeitgenössische Massenproduktion.

Siehe auch die Beschreibung bei www.prisma.de und Wikipedia

Im Jahr darauf glänzte er in Kurt Hoffmanns Erfolgskomödie "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"2) (1957) nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann; für diese Rolle erhielt Buchholz einen "Bambi" und auch internationale Anerkennung (siehe auch Wikipedia). Seine vorerst letzte Rolle in einer rein deutschen Produktion hatte er nach den Filmen "Ein Stück vom Himmel" (1957) und "Nasser Asphalt"1) (1958) in der B. Traven-Verfilmung "Das Totenschiff"2) (1959) mit seiner Rolle des amerikanischen Seemanes Philip Gale.
Aufmerksamkeit auch außerhalb von Deutschland erlangte Buchholz mit der Tolstoi-Verfilmung "Auferstehung"2) (1958), wo er als russischer Fürst Dmitrij an der Seite der jungen Französin Myriam Bru das Publikum begeisterte, der Durchbruch zum international anerkannten Schauspieler gelang Buchholz dann endgültig ein Jahr später mit dem britischen Thriller "Tiger Bay"2).
 
Tiger Bay – Ich kenne den Mörder (1959)
Originaltitel: Tiger Bay
Genre: Thriller, schwarz-weiß, 101 Minuten
Regie: J. Lee Thompson
Drehbuch: John Hawkesworth, Shelley Smith
Musik: Laurie Johnson
Kamera: Eric Cross
Darsteller:
John Mills: Kommissar Graham, Horst Buchholz: Korchinsky,
Hayley Mills: Gillie, Yvonne Mitchell: Anya.
Megs Jenkins: Mrs. Phillips, Anthony Dawson: Barclay
und andere
(Link: Wikipedia)
  
Der Film spielt in der Umgebung des Hafens von Cardiff, auch "Tiger Bay" genannt. Nach der Fahrt auf einem Handelsschiff macht sich der junge polnische Seemann Korchinsky (Horst Buchholz) mit der Heuer in der Tasche sehnsüchtig auf den Weg zur Wohnung seiner Freundin Anya. Überraschenderweise wohnt dort aber nicht mehr seine Freundin, sondern ein Mädchen namens Christine. Vom Vermieter erhält er die neue Adresse von Anya, bezahlt sogar noch die rückständige Miete, obwohl er für die Mietzahlungen immer Geld an seine Freundin geschickt hatte. Die neue Adresse ist für den jungen Seemann umständlich zu finden, da das Haus etwas abseits liegt und er nicht so gut lesen kann. Es hilft ihm die elfjährige Gillie (Hayley Mills), die ebenfalls im besagten Haus wohnt. Bei seiner Freundin angekommen muss Korchinsky feststellen, dass sie einen neuen Freund hat und ihm den Laufpass geben will, worauf er sie nach einem heftigen Wortwechsel erschießt. Zeugin des Mordes wird Gillie, die die Tat durch den Briefschlitz der Wohnung beobachtet hat. Korchinsky versteckt die Waffe im Treppenhaus hinter einem Gaszähler. Gillie, die sich dort versteckt hielt, nimmt die Waffe an sich und wird dabei von Korchinsky entdeckt. Bevor er sie als Zeugin ebenfalls beseitigen kann, wird er vom heimkommenden Barclay (Anthony Dawson), dem neuen Liebhaber Anyas, gestört und muss fliehen. Barclay entdeckt die Leiche, stiehlt sich aber davon, da er verheiratet ist und um seine Reputation fürchtet. Schließlich findet Mrs. Phillips (Megs Jenkins), Gillies Tante, die Leiche.

Kommissar Graham (
John Mills) von der herbeigerufenen Polizei befragt die Hausbewohner, Mrs. Phillips sowie Gillie. Diese verschweigt aber ihr Wissen um den Täter, die Tat und den Besitz der Waffe, da sie beim Nachbarjungen Dai Parry mit der Pistole Bewunderung schinden will, und schenkt diesem schließlich die letzte Patrone aus der Pistole.
Korchinsky hat sich inzwischen an die Fersen des Mädchens gehängt und findet sie in der Kirche, wo sie im Kirchenchor singt. Er wartet bis zum Schluss, bis alle bis auf die verängstigte Gillie die Kirche verlassen haben und verfolgt sie dann bis in den Kirchturm, wo er sie eigentlich als Zeugin beseitigen will. Doch Gillie beginnt wunderschön zu singen, und tief berührt lässt er von seinem Vorhaben ab, entwendet ihr aber die Waffe. Doch Gillie ist nach wie vor eine Gefahr für ihn, und so bringt er sie aufs Land, wo er sie eine Zeitlang in einer Ruine versteckt, während er nach einer Fluchtmöglichkeit mit einem Schiff im Hafen sucht. Beide beginnen, Sympathie für einander zu hegen und Korchinsky verspricht ihr, sie mit zur See zu nehmen.
Dai Parrys Mutter findet jedoch die Pistolenkugel, informiert die Polizei, die die Fahndung nach Gillie einleitet. Korchinsky, der sich in Seefahrerspelunken nach demnächst auslaufenden Schiffen erkundigt, erfährt davon im Radio.
Die Polizei vernimmt nun auch Barclay, und zunächst sieht es so aus, dass die Tatwaffe ihm gehört hat. Doch die Polizei hat mittlerweile die Identität Korchinskys herausgefunden und fährt Richtung Hafen.
Korchinsky hat schließlich ein Schiff gefunden und geht ohne Gillie an Bord. Es muss ihm nur gelingen, die Drei-Meilen-Zone auf hoher See zu erreichen, denn ab da wäre er außerhalb des Gesetzesbereichs der Polizei, die ihn dann nicht mehr festnehmen dürfte. Doch die Polizisten samt Gillie gehen mit einem Boot längsseits des Frachters und suchen den Kapitän auf. Gillie behauptet, Korchinsky nicht zu kennen, will sich verstecken und stürzt dabei hochdramatisch kurz über Bord. Korchinsky wird Zeuge des Unglücks und springt nach kurzem Zögern hinterher, um sie zu retten. Die Polizei hat nun ein leichtes Spiel, ihn aus dem Wasser zu ziehen und festzunehmen.
 
Quelle: Wikipedia

Im deutschen Film jener Jahre konnte der begabte Nachwuchsstar mit internationalem Format keine Entwicklungschancen erkennen, deshalb verließ Buchholz Deutschland, ging 1960 zunächst nach Spanien, Italien und Frankreich und schließlich in die USA. An der Seite von Yul Brynner und Charles Bronson eroberte er als einer der "Glorreichen Sieben" (1960) Hollywood. Mit diesem Western, der zu einem Klassiker und Welthit wurde, gab Buchholz sein Filmdebüt in den USA und avancierte rasch zum hochdotierten Kinoliebling. Nach dem US-amerikanischen Filmdrama "Fanny"1) (1961) mit Leslie Caron in der Titelrolle gehörte er als linientreuer Kommunist Otto Ludwig Piffl zu den Protagonisten in Billy Wilders, im geteilten Berlin spielenden Komödie "Eins, Zwei, Drei" (1961); die Film-Groteske wurde allerdings erst Jahre später umfassend gewürdigt.
Bis Ende der 60er Jahre wirkte Buchholz, der englisch, französisch, spanisch, italienisch und russisch sprach, in zahlreichen ausländischen Erfolgsproduktionen mit. Neben Hardy Krüger war Buchholz der einzige deutsche Schauspieler seiner Generation, der eine große internationale Karriere vorzuweisen hatte. Er agierte in Filmen wie Damiano Damianis Drama "Die Nackte" (1963, La noia) an der Seite von Bette Davis und Catherine Spaak, spielte die Hauptrolle in Mark Robsons Historienstreifen "Neun Stunden zur Ewigkeit"1) (1963, Nine Hours to Rama), mimte den Entdecker Marco Polo in "Im Reich des Kublai Khan"2) (1965, La fabuleuse aventure de Marco Polo) neben Anthony Quinn als charismatischem Mongolenherrscher Kublai Khan. Buchholz war "Unser Mann aus Istanbul"2) (1965), der "geliebte Taugenichts Jonny Banco in der gleichnamigen, von Yves Allégret in Szene gesetzten spannenden Literaturverfilmung, oder der Titelheld Miguel de Cervantes in Vincent Shermans Historienabenteuer "Cervantes, der Abenteurer des Königs"1) (1967, Cervantes). In nachhaltiger Erinnerung ist Buchholz auch als der junge Johann Strauss in Andrew L. Stones Biopic "Der große Walzer" (1972, The Great Waltz) geblieben.
 
Nach knapp zwölf Jahren kehrte Buchholz Anfang der 1970er Jahre wieder in seine Heimat Deutschland zurück, stand 1973 mit der Hauptrolle für Alfred Weidenmanns Komödie "…aber Johnny" mit Hannelore Elsner als Partnerin erstmals wieder vor einer deutschen Kamera. Er drehte weiter Filme, konzentrierte sich in den nachfolgenden Jahren jedoch vermehrt auf die Arbeit beim Fernsehen und übernahm auch wieder Rollen am Theater, wie beispielsweise am Berliner Theater des Westens die Figur des Conferenciers in dem Musical "Cabaret". Schon in den USA hatte er am Broadway Erfolge als Bühnendarsteller gefeiert, zurück in Deutschland konnte er auch das Berliner Theaterpublikum von seinen Qualitäten als herausragender Schauspieler überzeugen.
  
Ab Mitte der 1970er bzw. in den 1980er Jahren Jahren entstanden Kinoproduktionen wie Krzysztof Zanussis Thriller "Pittsville –Ein Safe voll Blut" (1974), der Horrorstreifen "Mörderbienen greifen an"2) (1976, The Savage Bees), das spannungsgeladene Action-Abenteuer "…die keine Gnade kennen" (1977, Raid on Entebbe; mit Charles Bronson), der Geschichte über die im Juni 1976 von Terroristen entführte Air-France-Maschine nach Entebbe. In der von Mark Robson nach dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Colin Forbes inszenierten Spionagegeschichte "Lawinenexpress"1) (1978, Avalanche Express) spielte Buchholz an der Seite von Lee Marvin, Robert Shaw, Linda Evans und Maximilian Schell, in dem Spionagethriller "Codename: Emerald"2) (1985) konnte er als SS-General überzeugen.
In den USA stand er für verschiedenste Fernsehproduktionen vor der Kamera wie beispielsweise für die Mehrteiler "Durch die Hölle nach Westen" (1978, How the West Was Won), "Victor Charlie ruft Lima Sierra"1) (1979, The French Atlantic Affair) oder "Im Feuer der Gefühle" (1986, Crossings). Gastrollen übernahm er in populären TV-Serien wie beispielsweise "Drei Engel für Charlie", in dem ZDF-Dauerbrenner "Derrick" war Buchholz ab Mitte der 1970er Jahre mehrfach mit prägnanten Rollen zu sehen.
  
Horst Buchholz und Doris Kunstmann 1985
Horst Buchholz und Doris Kunstmann 1985
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
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(Link: Kurzportrait innerhalb dieser HP)

1981 übernahm er die Moderation der ARD-Fernsehsendung "Astro-Show"1), die er allerdings nach fünf Sendungen wieder abgeben musste. Nach diesem Misserfolg wandte sich Buchholz wieder verstärkt dem Theater zu und spielte z. B. 1984 am "Renaissance-Theater" in den "Zwölf Geschworenen".
1993 wirkte er noch einmal in Wim Wenders Kinofilm "In weiter Ferne, so nah!"1) an der Seite von Heinz Rühmann, Peter Falk, Hildegard Knef und Bruno Ganz mit; der Film erhielt bei den Filmfestspielen in Cannes den "Großen Preis der Jury"; eine seiner letzten Kinorollen war 1997 der KZ-Arzt Dr. Lessing in dem bewegenden, Oscar-gekrönten Welterfolg "Das Leben ist schön"1) (La vita è bella) von Roberto Benigni, die Rolle des Dr. George Ashton in dem Thriller "Tödliche Formel"1) (2001, The Enemy) sowie der Prof. Svedenborg in dem Fantasy-Abenteuer "Planet B – Detective Lovelorn und die Rache des Pharao"2) (2002).
Ab den 1990er Jahren konnten die deutschen Fernsehzuschauer Buchholz unter anderem als Wolfgang Olmer in dem Krimi "Tödliches Erbe" (1994) erleben, in dem SAT.1-Mehrteiler "Der Clan der Anna Voss"3) (1995; mit Maria Schell als Anna Voss) spielte er den Paul Voss oder in dem Melodram "Der Kleine Unterschied"2) (1997) den Journalisten Wolfhart Perl. In dem Thriller "Kinderraub in Rio – Eine Mutter schlägt zurück" (2000) mimte er den Dr. Lopez, in der Komödie "Der Club der grünen Witwen"2) (2001) den chronisch untreuen Fritz Pohlmann und in der ganz auf Thekla Carola Wied zugeschnittenen heiteren Geschichte "Traumfrau mit Verspätung" (2001) den Leon. Einen letzten Auftritt hatte er in der Episode "Morgengrauen" (2002) aus der Polizei-Serie "Abschnitt 40"1).

Horst Buchholz starb am 3. März 2003 im Alter von 69 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in der Berliner Charité. Im Dezember 2002 hatte er sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen und war erst Mitte Februar aus einer Reha-Klinik entlassen worden. Wie die Presse berichtete, litt der Schauspieler seit längerem angeblich an Appetitlosigkeit und Magersucht.
Der einstige Leinwandliebling wurde am 8. März 2003 auf dem Berliner Friedhof Heerstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf im engsten Familienkreis in einem Ehrengrab beigesetzt → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons. Mit einem Trauergottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nahmen zuvor Angehörige und Freunde Abschied von dem Schauspieler. Als offizieller Vertreter des Landes Berlin erinnerte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Gedenkrede an den deutschen Weltstar, der in den 1950er Jahren zu den Lieblingen des deutschen Films zählte. Dies belegen auch die zahlreichen Auszeichnungen, die der attraktive junge Mann während seiner frühen Karriere erhielt. Zwei Mal konnte er einen "Bambi" nach Hause tragen (1956, 1957), 1956 wurde er mit dem "Filmband in Silber" als "Bester Nachwuchsdarsteller" in "Himmel ohne Sterne" gehrt. Den Publikumspreis " Bravo Otto" der Jugendzeitschrift "Bravo" erhielt er in "Gold" im Jahre 1958, den "Bravo Otto in Silber" in den Jahren 1957 und 1967; insgesamt 19 Mal zierte übrigens sein Konterfei das Titelbild der Zeitschrift "Bravo", die vornehmlich weiblichen Fans konnten ihren Star auch als Poster ins heimische Zimmer holen.
Eine weitere Auszeichnungen war 1985 das "Filmband in Gold" für seine darstellerische Leistung in Christian Rischerts Drama "Wenn ich mich fürchte…" (1984), mit dem der Regisseur das Psychogramm eines Mannes in der Midlife-crisis zeichnet, "Einsamkeit, enttäuschte Hoffnungen und gesellschaftliche Utopien"4) zum Thema macht. Zuletzt wurde Buchholz 2000 mit dem deutschen Entertainment Preis "DIVA-Award"1) geehrt.
 
Horst Buchholz, der zu den wenigen deutschen Filmschauspielern gehört, die auch internationalen Ruhm erlangten und in Hollywood Erfolg hatten, war seit 1958 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Myriam Bru1) verheiratet. Das Paar ging jedoch seit einigen Jahren getrennte Wege, seit Horst Buchholz Berlin wieder zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hatte. Aus der Verbindung mit Myriam Bru stammt der 1962 geborene Sohn Christopher Buchholz1), der sich inzwischen einen Namen als Schauspieler und Regisseur gemacht hat. Tochter Beatrice lebt unter dem Namen Simran Kaur Khalsa in Kalifornien und ist Anhängerin des Sikhismus.
Horst Buchholz ...mein Papa Christopher Buchholz drehte gemeinsam mit Sandra Hacker in jüngerer Zeit einen beeindruckenden 90-minütigen Dokumentarfilm "Horst Buchholz …mein Papa"2) (2005) und zeigt die Innenansicht einer Familie, deren Mittelpunkt ein ebenso liebenswerter wie störrischer Weltstar war. (…) Das Ergebnis ist ein ehrliches Dokument und zugleich ein tragikomischer Film, der einen ungewöhnlichen Einblick in das Leben eines Weltstars und seiner Familie gibt. (Quelle: www.dielinse.de)
Inzwischen ist diese Hommage mit bisher unveröffentlichtem Bonusmaterial und vielen weiteren Extras auch auf DVD erhältlich. Die Süddeutsche Zeitung schrieb unter anderem "HORST BUCHHOLZ …MEIN PAPA ist das eigenwilligste, persönlichste Vater- und Künstler-Portrait, das es gibt: Hartnäckige Erkundung des Vater-Rätsels, Trauerarbeit, subtile Erzählung einer Familiengeschichte, schonungslose Aufdeckung von Lebenslügen, und dabei doch immer liebevolle Hommage."
Von Christopher Buchholz, Myriam Bru und Beatrice Buchholz stammt das Buch "Horst Buchholz – Sein Leben in Bildern", welches anlässlich des 70. Geburtstages des Weltstars Ende Dezember 2003 veröffentlicht wurde. Mit einer Vielzahl von zum Teil unveröffentlichten Bildern und sehr persönlichen Texten lassen die Autoren das Leben und Wirken der deutschen Ikone des Nachkriegsfilms Revue passieren.
 

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Christopher Buchholz.
Siehe auch www.saycheeseproductions.com, www.critic.de, filmportal.de
Ende November 2014 ging durch die Presse, dass der Nachlass von Horst Buchholz an das Berliner Filmmuseum ("Stiftung Kinemathek") gehe, Buchholz' Witwe Myriam Buchholz-Bru und Sohn Christopher Buchholz übergaben den Nachlass am 3. Dezember 2014 an die "Deutsche Kinemathek". "Enthalten sind darin Briefe und Verträge, Tonbandaufnahmen mit Interviews, zahlreiche private Fotos sowie Setaufnahmen, Drehbücher und Fanpost. (…) Der Ankauf wurde durch die "Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin" und durch den Förderkreis des "Museums für Film und Fernsehen e. V." finanziert."
(Quelle: www.deutsche-kinemathek.de).
Zudem erinnert seit dem 4. Dezember 2014 in Berlin eine Gedenktafel an den legendären Filmstar, der zum Idol für eine ganze Generation wurde: Am Haus Sodtkestraße 11 (Stadtteil Prenzlauer Berg), in dem Buchholz zwischen 1938 und 1951 lebte wurde diese Tafel angebracht und durch Kulturstaatssekretär Tim Renner feierlich enthüllt, die Laudatio hielt Regisseur Wim Wenders.
 
Link: 1) Wikipedia, 2)  prisma.de, 3) fernsehserien.de
4) Quelle: prisma.de
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, www.whoswho.de
sowie Stiftung Deutsches Historisches Museum und die Artikel bei www.spiegel.de

   

Die glorreichen Sieben (1960)
Titel USA: The Magnificent Seven
Genre: Western

Farbe, USA, 1960, FSK 12
Kino Deutschland: 1961-02-24
Laufzeit Kino: 127 Minuten
Ein US-Remake des japanischen Akiro Kurasawa-Films
"Die sieben Samurai"
Regie: John Sturges
Drehbuch: William Roberts
Musik: Elmer Bernstein
Kamera: Charles Lang
Darsteller:
Yul Brynner: Chris Adams, Eli Wallach: Calvera,
Steve McQueen: Vin, Horst Buchholz: Chico,
Charles Bronson: Bernardo O’Reilly, Robert Vaughn: Lee,
Brad Dexter: Harry Luck, James Coburn: Britt,
Vladimir Sokoloff: Alter Mann, und andere
(Link: Wikipedia bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP)
  
Jedes Jahr wird das mexikanische Dorf Ixcatlan Opfer von Banditen, die sich die Ernte als Beute nehmen. Um den Überfällen ein Ende zu bereiten, schicken die Bauern eine kleine Delegation über die Grenze in die USA, um Waffen zu kaufen und einige Männer als Verteidiger anzuwerben. Als Lohn winkt alles, was das Dorf bieten kann.
Der Revolvermann Chris (Yul Brynner) nimmt das Angebot an und stellt sich eine Mannschaft zusammen, deren Motive ganz unterschiedlich sind. Vin (Steve McQueen) kommt mit, weil er die Aufregung braucht. Chico (Horst Buchholz) hofft von den Profis zu lernen. Der elegante Lee (Robert Vaughn) muss für einige Zeit verschwinden. Harry (Brad Dexter) vermutet in dem Dorf einen Goldschatz, den sich Chris sichern möchte. Britt (James Coburn) liebt ungewöhnliche Herausforderungen. Nur der Halbindianer Bernardo (Charles Bronson) macht bei dem Unternehmen aus Mitleid für die Bauern mit …

Filmkritiken:
Lexikon des internationalen Films: Ein spannender Western, der die Folklore geschickt in die raue Handlung einfügt, eine exzellente Kameraarbeit aufzuweisen hat und besonders in den Nebenrollen beachtliche schauspielerische Leistungen aufweist.
Der Spiegel 38/1995: Das waren noch glorreiche Zeiten, da man Deutsche in Hollywood für die Enthusiastenrolle verwendete.
Kölner Stadt-Anzeiger: Kraftvoll inszenierter, hochkarätig besetzter Western.
 
Quelle: Dirk Jasper FilmLexikon 
Siehe auch prisma.de und Wikipedia

  

Eins,  Zwei,  Drei (1961)
Originaltitel: One, Two, Three, USA 1961
Genre: Komödie, 104 Minuten, schwarz-weiß 
Regie: Billy Wilder
Drehbuch: Billy Wilder, I.A.L. Diamond
Musik: André Previn
Kamera: Daniel L. Fapp
Darsteller:
James Cagney: Mr. MacNamara, Horst Buchholz: Otto Ludwig Piffl,
Pamela Tiffin: Scarlett Hazeltine, Arlene Francis: Phyllis MacNamara,
Hanns Lothar: Schlemmer, Liselotte Pulver: Ingeborg,
Leon Askin: Peripetschikoff, Ralf Wolter: Borodenko,
Peter Capell: Mischkin, Hubert von Meyerinck: Graf von Droste-Schattenburg,
Karl Lieffen: Chauffeur Fritz, Howard St. John: Wendel P. Hazeltine,
Lois Bolton: Melanie Hazeltine, Henning Schlüter: Dr. Paul,
Karl Ludwig Lindt: Zeidlitz, Werner Hessenland: Schuhverkäufer,
Friedrich Hollaender: Dirigent im Grand Hotel, Til Kiwe: Reporter,
Rose Renée Roth: Berta, Helmut Schmid: Ostdeutscher Polizist,
Jaspar von Oertzen: Herrenausstatter, und andere
(Link: Wikipedia bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP)
  
C. R. MacNamara (James Cagney) leitet die deutsche Filiale des Coca-Cola-Konzerns in Westberlin, zu deren agilem Mitarbeiterteam auch die blonde Sekretärin Ingeborg (Liselotte Pulver), der unentwegt salutierende Chauffeur Fritz (Karl Lieffen) und der ölige Assistent Schlemmer (Hanns Lothar) gehören. MacNamaras großer Traum ist, das amerikanische Getränkeimperium nach Osten auszudehnen – immerhin steht er dazu bereits in Verhandlungen mit den Herren Peripetchikoff (Leon Askin), Mischkin (Peter Capell) und Borodenko (Ralf Wolter) von der russischen Handelskommission. In seine Karriereplanungen hinein platzt jedoch Scarlett (Pamela Tiffin), die aufgedrehte und mannstolle Tochter des Chefs aus der amerikanischen Konzernzentrale. Scarlett macht einen Europa-Trip, und MacNamara soll den Aufpasser spielen. Trotz aller Bemühungen kann er jedoch nicht verhindern, dass sich das Mädchen verliebt – ausgerechnet in den strammen ostdeutschen Jungkommunisten Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz). Als MacNamara erfährt, dass Scarlett ihren Otto heimlich geheiratet hat und ihre Eltern auf dem Weg nach Berlin sind, steht er kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Zunächst denkt er sich eine List aus, um Otto in Ostberlin verhaften zu lassen und so die Ehe mit Scarlett zu annullieren. Als er jedoch erfährt, dass Scarlett schwanger ist, muss er Otto wieder aus der Gewalt der ostdeutschen Behörden befreien, denn ihm bleibt nichts anderes übrig, als Otto noch vor der Ankunft des Schwiegervaters im Eilverfahren auf "westlich" umzupolen …
 
Mitten in die Dreharbeiten einer der schnellsten und rasantesten Komödien der Filmgeschichte platzten im Jahr 1961 die Ereignisse rund um den Mauerbau in Berlin. So fand denn auch die Komödie beim damaligen Publikum keine Gnade; erst nach seiner Wiederaufführung 1985 – und insbesondere auch nach dem Fall der Berliner Mauer – entwickelte sich der Film zu einem Kultfavoriten bei einem Publikum, das nunmehr bereit war, über die Absurditäten des kalten Krieges zu lachen.
  
Filmkritik aus jener Zeit:
Da war nun zum Ende des humoristisch trockenen Film Jahres 1961 doch noch der ausgetüftelte, mit Könnerschaft gekurbelten Jux bekommen. Dieser Film hatte seine Welturaufführung zu Recht in Berlin, weil er Berliner Kessheit besitzt. Der Regisseur haut auf die Pauke. Er pfeffert den puren Jux auf die Leinwand. Das ist eine gelungene politische Posse. Zum Schießen komisch. Mag sein, dass es einige Leute dem Regisseur verübeln, dass er in seinem Film vor dem Hintergrund der ernsten Berliner Situation Possen reißt. Doch so, wie dieser Film gemacht ist, kommt Peinlichkeit gar nicht erst auf. Die Geschichte ist einfach jenseits von Gut und Böse. Und doch wird hier zuweilen der Jux zur spitzen Waffe äußerst scharfer Kritik. Gespielt wird ausgezeichnet mit praller guter Laune. 

Neben James Cagney spielt Horst Buchholz lebendig und glaubwürdig und mit einer bei ihm bis her kaum gekannten Ironie den Partei-Proletarier östlicher Herkunft, der sich am Ende in der westlichen Geschäftslebewelt herausputzt. Lilo Pulver mimt sehr drollig, urkomisch eine blonde deutsche Sekretärin. Pamela Tiffin quietscht als verwöhntes US-Millionärs-Töchterchen vergnügt vor sich hin. Der Clou aber ist Hanns Lothar in einer lustig gebrachten Rolle als hackenklappender deutscher Bürountertan, blendend und abwechslungsreich.
Auch alle anderen Rollen sind sorgfältig besetzt. Nicht einmal die kleinste wurde stiefmütterlich behandelt. Amüsiert wie Bolle auf dem Milchwagen, sagt der Berliner. Tun Sie's auch.

Textquelle: Programmheft "Illustrierte Filmbühne" sowie www.filmstarts.de
  

Siehe auch prisma.de und Wikipedia
Kinofilme (Auszug) mit Horst Buchholz
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, prisma.de)
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