Elke Sommer wurde am 5. November 1940
als Elke Schletz und Tochter eines evangelischen Pfarrers in Berlin-Spandau
geboren. Als sie zwei Jahre alt war, wurde die Familie in das
fränkische Niederndorf nahe Erlangen evakuiert, in Erlangen besuchte sie später das
humanistische
Gymnasium, welches sie mit Auszeichnung abschloss; in London erhielt das
sprachbegabte junge Mädchen während eines Au-Pair Aufenthaltes
eine Fremdsprachenausbildung, die sie mit Diplom beendete. Mit 18 Jahren begann die
Karriere der Elke Sommer, während eines Italienurlaubs
war sie 1958 zur "Miss Viareggio" gewählt worden und schnell
erhielt das "deutsche Fräuleinwunder" erste
Filmangebote. Sie trat 1959 in italienischen Streifen wie "Ragazzi del Juke-Box",
"Uomini e nobiluomini" oder "L'amico del giaguaro"
auf, wurde dann im gleichen Jahr mit der Rolle des französischen Mädchens Mylene
in der Traven-Verfilmung "Das Totenschiff" als Partnerin von Horst Buchholz auch in Deutschland populär;
ein ähnlicher Erfolg konnte sie dann in Gerd Oswalds
"Am Tag, als der Regen kam"1) (1959) mit Mario Adorf als Partner
verzeichnen. Es folgten Unterhaltungsstreifen wie "Und so was nennt sich Leben!" (1960), "Geliebte Hochstaplerin"1) (1960),
"Das Mädchen und der Staatsanwalt" (1961) oder "Nachts ging das Telefon" (1962).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Rainer Binder zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Rainer Binder; das Foto darf nicht für andere Zwecke
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Elke Sommer avancierte nicht nur in Deutschland zu einer vielgefragten
Darstellerin, auch in internationalen Produktionen wie 1964 neben
Peter Sellers in Blake Edwards Krimikomödie "A Shot in the Dark"1)
(Ein Schuss im Dunkeln) oder 1965 in dem Melodram "The
Oscar" (…denn keiner ist ohne Schuld) war sie – meist
als "naive Blondine" – auf der Leinwand präsent.
1963 hatte sie mit "The Prize"1)
(Der Preis), ihren ersten amerikanischen Spielfilm an der Seite von
Paul Newman und Edward G. Robinson gedreht, entsprach auch hier
dem Bild der freizügigen Blondine, im gleichen Jahr konnte sie in der
britisch-amerikanischen Produktion "The Victors"1)
(Die Sieger) mit der Rolle der Helga an der Seite der großen europäischer
Stars Romy Schneider und Melina Mercouri Aufsehen erregen.
1964 hatte Elke Sommer den amerikanischen Journalisten und
Schriftsteller Joe Hyams1)
(1923 – 2008) geheiratet, lebte seitdem in Holmby Hills
in der Nähe Hollywoods. Dort ging ihre Karriere erfolgreich weiter, sie
spielte in Filmen wie "The Money Trap" (1965,
Goldfalle) oder "Deadlier Than the Male" (1967,
Heiße Katzen), übernahm die Titelrolle in George Marshalls
Komödie "The Wicked Dreams of
Paula Schultz" (1968), agierte in "The Invincible
Six" (1968,
Die schmutzigen Helden von Yucca)
oder zusammen mit Dean Martin in dem humorvollen Abenteuerfilm "The Wrecking Crew"1)
(1969, Rollkommando). Seit den siebziger Jahren
trat sie auch in Musicals und am Theater auf, glänzte hier in Stücken
wie "Die Kaktusblüte", "Das Mädchen Irma La Douce"
oder Ibsens "Nora"; 1972 und 1973 zeichnet man sie in Chicago als
"Beste Schauspielerin des Jahres" aus. Neben Mitwirkungen in
zahlreichen amerikanischen und italienischen Produktionen kam sie dann 1973 auch wieder
auf die deutsche Leinwand zurück: Edgar Reitz
übertrug ihr die Rolle der Toni Simon in seinem vielbeachteten Film
"Die Reise nach Wien"1) an der Seite von Hannelore Elsner,
wenig später erlebte man sie als Miezi in Wolfgang Petersens
Thriller "Einer von uns beiden"1) neben Jürgen Prochnow.
1979 drehte sie erneut zusammen mit Peter Sellers "The Prisoner of
Zenda" (Der Gefangene von Zenda). In den 1980ern folgten Kinofilme in
denen Elke Sommer ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen konnte wie 1981 "Der Mann im Pyjama"
und auch auf dem Fernsehbildschirm überzeugte mit ihrer schauspielerische Vielseitigkeit.
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So war sie beispielsweise 1982 in dem amerikanischen TV-Film
"Inside the Third Reich" als Magda Goebbels zu sehen,
verkörperte 1983 in dem Mehrteiler "The Winds of War"1)
(Der Feuersturm) die Schauspielerin und Göbbels-Geliebte Lída Baarová,
wirkte 1986 in Marvin Chomskyss historischem Quotenrenner
"Peter the Great"2) (Peter der
Große) mit oder verkörperte in
"Anastasia: The Mystery of Anna" (1986) die Isabel
von Hohenstauffen. Neben vielen weiteren Rollen mimte sie auf der
Leinwand unter anderem 1989 hinreißend die mediengeschädigte
Hausfrau Helga Muenzel in Manfred Stelzers Komödie
"Himmelsheim", schränkte dann nach ihrer zweiten
Eheschließung im Jahre 1993 die Arbeit für den Film ein wenig
ein. Hin und wieder übernahm sie jedoch interessante Angebote, so
komplettierte sie 2000 der Seite von Heidelinde Weis und Gila
von Weitershausen das starke Frauen-Trio in der ZDF-Komödie
"Nicht mit uns"2). In den letzten Jahrzehnten stand sie als
grimmige Haushälterin Frau Lust für den Horrorthriller "Flashback Mörderische Ferien"1) (2000)
vor der Kamera und die Fernsehzuschauer erlebten sie nach längerer Zeit
in den TV-Spielen "Ewig rauschen die Gelder" (2005) und
"Reblaus" (2005) auch mal wieder in Deutschland auf dem
Bildschirm. In der deutschen Fassung von Walt Disneys
Zeichentrickfilm "Ein Königreich für ein Lama"1) (2000)
sowie der Fortsetzung "Kronks
großes Abenteuer"1) (2005) lieh sie der
Yzma und Beraterin des flippigen Königs Kusco (in der deutschen Version
synchronisiert von Comedy-Star Michael "Bully" Herbig)
ihre Stimme, im Original von keiner geringeren als Eartha Kitt3)
(1927 – 2008) gesprochen.
Foto: © Bernd Schaller (www.schallerfoto.de)
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von dem Fotografen Bernd Schaller zur Verfügung
gestellt.
Das Copyright liegt bei Bernd Schaller; das Foto darf
nicht für andere Zwecke verwendet werden. |
Zuletzt stand Elke Sommer für Dani Levys Tragikomödie "Das Leben ist zu lang"1)
vor der Kinokamera. Die Hauptrolle spielt Markus Hering, der den krisengeschüttelten jüdischen Filmregisseur Alfi Seliger
darstellt, welcher durch das Chaos seines Lebens als Künstler, Familienvater und Sohn einer exzentrischen Mutter
(Elke Sommer) treibt.
Neben Elke Sommer gehören so populäre Schauspieler wie Heino Ferch, Veronica Ferres, Meret Becker,
Yvonne Catterfeld, Udo Kier und Gottfried John zur
Besetzung. Am 21. September 2009 fiel die erste Klappe zu diesem neuen Film
des Erfolgsregisseurs von "Alles auf Zucker"1),
Kinostart war der 26. August 2010.
Als blonde Sexbiene vereinte Elke Sommer anfangs den Lolita-Touch mit einer lausbübischen Note, die vor allem im Ausland als Inbegriff unwiderstehlicher, deutscher Verführungskunst ankam. In ihren hiesigen Filmauftritten als Luxusweibchen und blondes Gift mit einem unstillbaren Hang zu Flirt und Umgarnung inszeniert, konnte sie im Ausland auch ihre komödiantischen Fähigkeiten unter Beweis stellen und im Charakterfach
bestehen4), arbeitete mit Stars wie Romy Schneider, Peter Sellers, Paul Newman, Kirk Douglas, Dean Martin
oder Gina Lollobrigida zusammen.
Elke Sommer, die zu den wenigen deutschen Kinostars von internationalem
Format gehört und deren Filmografie mehr als 90 Kino- und
Fernsehproduktionen umfasst, machte sich nicht nur als Schauspielerin
einen Namen, auch als Hobby-Malerin hat sie unter dem Pseudonym "E. Schwartz"
Erfolg. Sie arbeitet als Theaterschauspielerin und
Regisseurin, ist als Chansonsängerin auf Schallplatte zu hören und
trat seit Anfang der 1990er Jahre auch in deutschen Talk-Shows
wie "Schmidteinander" auf. Seit ihrer Scheidung von Joe Hyams
im Jahre 1981 wurde für eine Zeit lang der Psychologe Tom Bohla ihr neuer
Lebensgefährte, im August 1993 heiratete sie den Hotelier Wolf Walther und
lebt heute
überwiegend im Süden Kaliforniens.
Elke Sommer wurde für ihre Leistungen im Verlaufe ihrer Karriere mit
verschiedensten Auszeichnungen geehrt: So erhielt sie beispielsweise 1963
den "Motion Picture Award" sowie einen "Golden Globe Award"1)
als "Beste Nachwuchsdarstellerin" für "Der Preis", 1967 und 1968 folgten
jeweils ein "Bambi"1). Im Jahre 2000 konnte Elke Sommer den Deutschen Entertainment-Preis
"DIVA"1)
entgegen nehmen.
Ihre Erinnerungen veröffentlichte sie 1989 unter dem Titel "Unter uns Pfarrerstöchtern. Eine autobiographische Zwischenbilanz".
Foto: Elke Sommer am 18. Oktober 2011
bei "Markus
Lanz"1)
Foto zur Verfügung gestellt von dem Hamburger Fotografen Udo Grimberg
© Udo Grimberg |
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Link: 1) Wikipedia, 2) prisma.de, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 4) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz,
Ausgabe 2000, S. 339
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Stand: Oktober 2011
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