| Edward G. Robinson | ||
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Edward G. Robinson wurde am 24. Juli 1893 als Emanuel Goldenberg im
rumänischen Bukarest geboren. Er war erst zehn Jahre alt, als die Familie jüdischen
Glaubens 1903 in
die USA auswanderte und Edward mit seinen fünf Brüdern nach New York kam. Er wuchs in
der Lower East Side von New York auf und wollte nach der Schule zunächst Rabbi
werden, studierte anfangs Jura, wechselte dann aber in die schillernde Welt des
Theaters. Er nahm am City College Schauspielkurse und entschied sich für eine Bühnenkarriere. 1912 bekam er ein Stipendium für die "American Academy of Dramatic Arts" und gab 1913 sein Theaterdebüt mit "Paid In Full", zwei Jahre später spielte er erstmals am Broadway in "Under Fire". 1916 musste er die so erfolgreich begonnene Theaterlaufbahn jedoch wegen des Ersten Weltkrieges unterbrechen; kaum aber war Robinson aus der US Navy entlassen, stand er schon wieder am Broadway, dem er die 20er Jahre hindurch treu blieb. 1929 trat er unter anderem in seiner eigenen Komödie "The Kibitzer" auf, die er gemeinsam mit seinem Freund Jo Swerling geschrieben hatte, der sich später einen Namen als Drehbuchautor machte.
Erste Erfahrungen vor der Kamera sammelte Robinson beim Stummfilm, doch
erst mit Einführung des Tonfilms kam dann der alles entscheidende
Wechsel der charismatische Schauspieler avancierte nach einigen erfolglosen
Versuchen zum Leinwandstar. In dem Filmklassiker von Mervyn LeRoy "Der kleine Cäsar"
hatte er 1930 sein Durchbruch: Er verkörperte glänzend die düstere
Rolle des Gangsterbosses Enrico Bandello. |
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Die Rolle als Gangsterkönig blieb ein Leben lang ein typisches Markenzeichen des Schauspielers, vor allem in den nächsten 15 Jahren spielte er in den einschlägigen Warner-Brothers-Filmen immer wieder den kleinen, aber gefährlichen Mafioso mit dem griesgrämig-entschlossenen Gesicht. Miese Typen, Unterweltgestalten wann immer solche Parts zu besetzen waren, Edward G. Robinson war die erste Wahl. Mag sein, dass sein Äußeres dunkle Haut, schmächtig, rundgesichtig mit ausschlaggebend hierfür war. Es entstanden Streifen wie Mervyn LeRoys "Spätausgabe"1) (1931, Five Star Final) mit Robinson als zynischem Zeitungsmacher, ebenfalls unter der Regie von Mervyn LeRoy agierte er in dem Melodram "Zwei Sekunden"1) (1932, Two Seconds), diesmal nicht als Gangster, sondern als rechtschaffener Kleinbürger, der an seiner Gutgläubigkeit und seinem Ehrgefühl zerbricht und zum Mörder wird. Nur drei Jahre nach "Der kleine Cäsar" erschien mit "Der kleine Gangsterkönig"1) (1933, The Little Giant) die Parodie auf den Kinoklassiker, in der Robinson natürlich die Titelrolle übernahm. In "Der letzte Gangster"1) (1937, The Last Gangster) wurde er seinem Image einmal mehr gerecht, in einigen Filmen spielte er neben Humphrey Bogart, so 1936 in dem Gangsterstreifen "Wem gehört die Stadt?"1) (Bullets or Ballots2)), ein Jahr später mimte er den skrupellosen, aber weichherzigen Nick Donati in Michael Curtiz' "Kid Galahad", in "Orchid, der Gangsterbruder"1) (Brother Orchid) gab er 1940 einen schlitzohrigen, dennoch ehrenhaften Aussteiger, in John Hustons "Gangster in Key Largo"1) (Key Largo2)) 1948 den großspurigen Gangsterboss Johnny Rocco. 1941 hieß seine Filmpartnerin in Raoul Walshs Melodram "Herzen in Flammen"1) (Manpower) Marlene Dietrich, im gleichen Jahr erlebte man Robinson in Michael Curtizs Jack London-Verfilmung "Der Seewolf"3) (The Sea Wolf) als gnadenloser Kapitän Wolf Larsen, sowie in Mervyn LeRoys Melodram "Tödlicher Pakt"1) (Unholy Partners) als ehrgeizigen Journalisten Bruce Corey, der in den frühen 20er Jahren zu eng mit den New Yorker Gangstern zusammenarbeitet.
Robinson schaffte es jedoch, durch Titel- bzw. Charakterrollen in Filmbiographien wie
William Dieterles "Paul Ehrlich Ein Leben für die Forschung"1) (1940,
Dr. Ehrlich's Magic
Bullet2)) und "Ein Mann mit
Phantasie" (1940, A Dispatch from Reuter's) zu überzeugen.
Letztgenannter Film handelt von dem deutschen Unternehmer Israel Beer Isophat2), 1871 geadelt als Paul
Julius Freiherr von Reuter, von dessen "Taubenpost", die er zwischen
Aachen und Brüssel betrieb, bis hin zu den Anfängen seines 1849 gegründeten
weltweiten Nachrichtenbüros "Reuters Telegraphic Comp. Incorporated". Auch in den Psychodramen der 40er Jahre
konnte er sein darstellerisches
Spektrum erheblich zu erweitern. Produktionen wie Julien Duviviers "Das zweite
Gesicht" (1943, Flesh and Fantasy), Fritz Langs "Straße der Versuchung" (1945, Scarlet Street)
oder Orson Welles' "Die
Spur des Fremden"2) (1946, The Stranger) liefern hierfür
den Beweis; sehenswert ist auch Fritz Langs Film Noir "Gefährliche
Begegnung"1) (1944, The Woman in the Window2))
mit der Figur des Professors Richard Wanley, ebenso wie
Billy Wilders Krimi "Frau
ohne Gewissen"1) (1944, Double Indemnity2)) mit Edward G. Robinson als ein von Barbara Stanwyck
betrogenem Ehemann. Für seine Rolle des Gino Monetti, der sich in dem
Sozialdrama "Blutsfeindschaft" (House of Strangers) von Regisseur Joseph L. Mankiewicz
als italo-amerikanischer Einwanderer rücksichtslos zum erfolgreichen Bankier
hocharbeitet, seine Familie terrorisiert und schließlich zerstört, erhielt er
beim Filmfestival in Cannes 1949 den Darstellerpreis. Seit 1927 war Robinson mit der Schauspielerin Gladys Lloyd (1895 1971) verheiratet; der gemeinsame Sohn Edward G. Robinson Jr. (1933 1974) geriet verschiedentlich mit dem Gesetz in Konflikt und gab seinem Vater mehrfach Anlass zu Auseinandersetzungen. Als Edward G. Robinson sich 1956 von seiner Frau Gladys scheiden ließ, verkaufte er seine weltberühmte Kunstsammlung an den griechischen Reeder Stavros Niarchos, um die Scheidungskosten finanzieren zu können. Die Verleihung des Ehren-Oscars für seinen Beitrag zur Filmgeschichte hat er nicht mehr erlebt, sie fand wenige Monate nach seinem Krebstod am 26. Januar 1973 in Los Angeles, statt. Im gleichen Jahr erschienen seine Memoiren "All My Yesterdays". Robinson, der 79 Jahre alt wurde, hinterließ seine zweite Ehefrau Jane, die er Mitte 1958 geheiratet hatte; Jane Robinson verstarb 1991. |
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| Der Link führt zu 1) prisma-online.de, 2) Wikipedia, 3) www.moviemaster.de | ||
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de Siehe auch Wikipedia; Fotos bei film.virtual-history.com |
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