Luigina "Gina" Lollobrigida wurde am 4. Juli 1927 in dem italienischen Abruzzen-Bergdorf Subiaco als zweitälteste Tochter (von vier Mädchen) eines Möbelfabrikanten geboren. Nach dem Besuch der "Liceo artistico", einer künstlerisch ausgerichteten Oberschule, studierte sie nach dem Krieg Bildhauerei und Malerei in Rom und ließ sich nebenbei als Opernsängerin ausbilden. Danach war das junge Mädchen unter dem Pseudonym "Diana Loris" zunächst Modell für Fotoromane und jobbte als Komparsin bei Kinoproduktionen. 1947 beteiligte sie sich an der Endausscheidung zur "Miss Italia" und belegte auf Anhieb den dritten Platz. Daraufhin bekam die schwarzhaarige Schönheit einige Filmangebote und nach einer Serie kleinerer Rollen verpflichtete sie Alberto Latuada im gleichen Jahr für seinen Film "Il delitto di Giovanni Episcopo".
1948 feierte Gina Lollobrigida mit der Rolle der Nedda in "Pagliacci" (Bajazzo) ihren ersten Leinwanderfolg. Anfang der 1950er Jahre arbeitete sie in Frankreich, machte 1952 mit Filmen wie "Fanfan, la tulipe"1) (Fanfan, der Husar) oder neben Gérard Philipe und Martine Carol in "Les belles-de-nuit" (Die Schönen der Nacht) auf sich aufmerksam und avancierte rasch zum Star.
 
 
Foto: Gina Lollobrigida bei den 44. Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1991
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons;
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
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Gina Lollobrigida bei den 44. Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1991; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Urheber: Georges Biard; Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert.
Sie brillierte nicht nur als hinreißendes Vollweib wie etwa 1953 in "La provinciale" (Gefährliche Schönheit) oder 1955 in "La donna più bella del monde" (Die schönste Frau der Welt). Internationale Popularität errang sie erst 1953/54 neben Vittorio De Sica in der volkstümlichen Rolle der Bersagliera in zwei Liebeskomödien von Luigi Comencini: "Pane amore e fantasia" (Liebe, Brot und Phantasie, 1953) sowie "Pane amore e gelosia" (Liebe, Brot und Eifersucht, 1954).

Die dunklen Augen, der sinnliche Mund und die aufregende Figur machten die Lollobrigida bald zum Schönheitsideal der fünfziger Jahre. "Gina Nazionale", wie ihre Landsleute sie stolz nannten, ließ die Kinokassen klingeln und "Lollo" wurde zum Prototyp der italienischen "Sexbombe". Ihre Filme wurden erfolgreich in alle Welt exportiert. Auch in den USA erwies sie sich als Kassenmagnet und sie kassierte bis zu 500.000 DM pro Film, während sich ihre schärfste Konkurrentin im inoffiziellen Oberweitenwettbewerb, Sophia Loren, mit 200.000 DM weniger begnügen musste.
Die Lollobrigida nutzte ihre Popularität und drehte eine Reihe von Filmen unterschiedlicher Qualität in Europa und in Hollywood. So war sie 1953 in John Hustons "Beat the Devil"1) (Schach dem Teufel) zu sehen, in dem sie an der Seite von Humphrey Bogart und Errol Flynn spielte und 1956 neben Burt Lancaster in dem Artistenfilm "Trapeze"1). In der Liebesgeschichte "Come September" (Happy-End im September) agierte sie dann 1961 mit Rock  mit ihm drehte sie 1965 dann noch einmal, "Strange Bedfellows"1) (Fremde Bettgesellen).
     

Happy-End im September
Titel USA: Come September
USA 1960
Kinostart Deutschland: 15.12.1961 
Genre: Liebeskomödie
Regie: Robert Mulligan
Drehbuch: Stanley Shapiro, Maurice Richlin
Musik: Hans J. Salter
Kamera: William H. Daniels
Darsteller:
Rock Hudson: Robert L. Talbot, Gina Lollobrigida: Lisa Fellini,
Sandra Dee: Sandy Stevens, Bobby Darin: Tony,
Walter Slezak: Maurice Clavell, Brenda De Banzie: Margaret Allison,
und andere
(Die Links f hren zu Wikipedia bzw. zum Kurzportrait innerhalb dieser HP)

Kurzinhalt:
Seit einigen Jahren fährt der amerikanische Millionär Robert Talbot (Rock Hudson), Besitzer einer Villa an der italienischen Riviera, im September dorthin, um mit seiner italienischen Freundin Lisa (Gina Lollobrigida) dort die schönsten Wochen des Jahres zu verbringen. Doch diesmal treibt ihn die Sehnsucht schon im Juli nach Europa. Es wird ein Urlaub der Überraschungen – in jeder Hinsicht…
  
"Happy-End im September" war der erste Spielfilm, der auf inner- und transkontinentalen Flügen gezeigt wurde.

  
In Frankreich und Italien spielte die "Lollo" u. a. 1956 die schöne Zigeunerin Esmeralda neben Anthony Quinn in Jean Delannoys Hugo-Verfilmung "Notre Dame de Paris"1) (Der Glöckner von Notre Dame2) und 1958 als Marietta in Jules Dassins italienischem Sittengemälde "La loi" (Wo der heiße Wind weht). In Spanien drehte sie 1959 mit Yul Brynner den Monumentalfilm "Solomon and Sheba"1) (Salomon und die Königin von Saba2).
Ab Mitte der 60er Jahre arbeitete die Lollobrigida fast ausschließlich in Italien und spielte an der Seite von großen Schauspiel-Profis in einem Dutzend Filme mit ihr in Hauptrolle. Vorzugsweise drehte sie mit Mauro Bolognini wie 1968 in "Un bellissimo novembre" (Ein heißer November) oder Blazetti (1965, Io, io, io… e gli altri).

Anfang der 1970er Jahre war der Zenit ihrer Filmkarriere überschritten und es wurde stiller um die Schauspielerin. 1971 willigte sie ein, in der italienischen Fernsehproduktion "Le avventure di Pinocchio"1) (Pinocchio) die Rolle der guten Fee zu übernehmen und 1972 drehte sie nach dem eher zu vernachlässigenden Italo-Western "Matalo"1) (1971) ihren vorerst letzen Kinofilm "King, Queen, Knave" (König, Bube, Dame). In den folgenden Jahren war sie auch immer seltener im  Fernsehen präsent. Sie widmete sich immer mehr ihrem Hobby, dem Fotografieren und fand mit ihren Bildern von Fidel Castro, Tito, Henry Kissinger, Dali oder Robert Redford weltweite Beachtung; auch die deutsche Nationalelf wurde von ihr abgelichtet. 1972 erschien ihr erstes Fotobuch: "Italia Mia", der ein Verkaufserfolg in Europa wurde. Ihre Fotoaufnahmen wurden hoch gelobt und in den folgenden Jahren brachte sie noch weitere Bildbände auf den Markt. Neben der Arbeit als Fotografin hat die Lollobrigida auch als Bildhauerin großen Erfolg.

1989, im Alter von 62 Jahren, kehrte sie noch einmal in die Kinos zurück: In einer Verfilmung des Moravia-Romans "Die Römerin", für die sie 1954 als jugendliche Adriana vor der Kamera gestanden hatte, verkörperte sie nun deren Mutter. In den 90er Jahren trat sie dann erneut in "Les Cent et une nuits de Simon Cinéma" (1995) sowie in "XXL" (1997) an der Seite von Gérard Depardieu vor die Filmkamera.
Im Mai 1999 wurde bekannt, dass Gina Lollobrigida für das EU-Parlament kandidieren wolle. Seit Jahren engagierte die Schauspielerin sich schon ehrenamtlich für soziale Zwecke großer Organisationen wie UNESCO, FAO, oder UNICEF. Mit der neu ins Leben gerufenen Partei " DIE DEMOKRATEN" – mit Romano Prodi an der Spitze – wollte sie sich verstärkt für die soziale Gerechtigkeit der Frauen und Kinder in Europa einsetzen. Auf ihrer Wahlkampftour durch Italien und auch in Deutschland machte sie Jagd auf Wählerstimmen für ihren EU-Sitz in Brüssel. Doch am Ende fehlten der Lollobrigida viele Wählerstimmen und selbst in ihrem Heimatort Subiaco erhielt sie nur 164 Stimmen von ca. 5.000 Wahlberechtigten.

Gina Lollobrigida, die im Juli 2007 ihren 80. Geburtstag feierte, ist nach wie vor überaus aktiv und liebt wie in früheren Zeiten große Auftritte. In ausgefallenen Abendroben, grell geschminkt und mit schriller Haarpracht ist sie immer wieder ein gern gesehener Gast bei Promi-Festen im In- und Ausland. "Gina nationale", die als "Schönste Frau der Welt" bezeichnet wurde, hat während ihrer Karriere in über 60 Filmen mitgewirkt und ganz nebenbei noch eine Karriere als Fotografin und Bildhauerin aufgebaut. Einen Oscar, den ihre "Busenfeindin" Sophia Loren oder die Charakterdarstellerin Anna Magnani errangen, hat die Lollobrigida nie eingeheimst. Dafür wurde sie aber in Washington persönlich von Präsident Eisenhower empfangen und erhielt 1985 aus der Hand des französischen Kulturministers das "Offizierskreuz für Kunst und Wissenschaft". Weitere Auszeichnungen sind zahlreiche "Bambis", die sie ab 1957 jährlich bis 1960 sowie 1987 und 1990 entgegennehmen konnte. 1961 hatte sie einen "Golden Globe" als beliebteste weibliche Schauspielerin der Welt erhalten. Eine außergewöhnliche Ehrung erhielt der Star Anfang 2007 von der Republik San Marino, mit vier Sonderbriefmarken werden die verschiedenen künstlerischen Aktivitäten der Film-Diva gewürdigt. Die Marken zeigen zum Beispiel ein Selbstbildnis und eine Szene aus ihrem berühmtesten Film "Der Glöckner von Notre Dame", berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Am 4. Januar 1949 hatte die Schauspielerin den jugoslawischen Arzt Milko Skofic geheiratet, der sie auch eine Zeit lang managte. Die Ehe, aus der Sohn Milko Jr. hervorging, wurde nach 22 Jahren 1971 geschieden. Anschließend sagte man "Lollo" Affären mit Milliardär Howard Hughes1) (1905 – 1976), dem Politiker Henry Kissinger1) und dem Herzchirurgen Christiaan Barnard1) (1922 – 2001) nach. Seit vielen Jahren ist der 34 Jahre jüngere spanische Geschäftsmann Javier Rigau Rafols Lebensgefährte des italienischen Weltstars. Das Paar hatte sich 1984 in Monte Carlo kennen und lieben gelernt. Im Herbst 2006 ging durch die Medien, dass Gina Lollobrigida Hochzeitspläne mit Rafols bestätigt habe und mit ihm in den USA vor den Traualtar treten wolle; laut der italienischen Zeitung "La Stampa" sollte der Hochzeitstermin für November geplant sein. Im italienischen Fernsehsender Canale 5 sagte die Filmdiva in einem Interview unter anderem: "Das ist keine überstürzt getroffene Entscheidung, wenn man 22 Jahre lang mit dem selben Menschen zusammen ist, dann ist das eine feste Sache." Auf den enormen Altersunterschied angesprochen, meinte sie, dass beide diesen überhaupt nicht spüren würden. Nur zwei Monate später wurde Anfang Dezember 2006 laut Presseberichten die für den 27. Januar 2007 geplante Hochzeit wieder abgesagt, Rifols habe dem Druck der Medien nicht mehr standgehalten, soll es in einer Mitteilung seines Anwalts geheißen haben.
  
Link: 1) Wikipedia, 2) prisma-online.de Stand März 2011
Lizenz Foto Gina Lollobrigida (Urheber: Georges Biard): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Viele Informationen zu Gina Lollobrigida findet man bei www.lollobrigida.de (Fanpage)
Siehe auch www.prisma-online.de, Wikipedia, www.whoswho.de
Fotos bei 
  
Filme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Wikipedia,  www.prisma-online.de
1946: Aquila near (Schwarzer Adler)
1946: Lucia di Lammermoor
1947: A Man About the House (Romanze im Süden)
1947: Il Delitto di Giovanni Episcopo
1948: L'Elisir d'amore
1948: Pagliacci (Bajazzo/Die Rache des Narren)
1949: Follie per l'opera
1949: Cuori senza frontiere (Herzen kennen keine Grenzen)
1949: La Sposa non puo attendere (Länger kann die Braut nicht warten)
1950: Alina (Zwischen Liebe und Laster)
1950: Vita da cani (Hundeleben)
1951: A Tale of Five Cities (Fünf Mädchen und ein Mann)
1951: Achtung! Banditi! (Achtung Banditi!)
1951: Amor non ho… però… però (Keine Liebe, aber… aber…)
1951: Campane a martello
1951: Enrico Caruso: leggenda di una voce (Wunder einer Stimme – Enrico Caruso)
1951: La Città si difende (Jagd ohne Gnade)
1951: Miss Italia
1952: Altri tempi (Andere Zeiten)
1952: Fanfan, la tulipe (Fanfan, der Husar)
1952: Les Belles de nuit (Die Schönen der Nacht)
1952: Moglie per una notte (Frau für eine Nacht)
1953: Beat the Devil (Schach dem Teufel)
1953: Il Maestro di Don Giovanni (Gekreuzte Klingen)
1953: La Provinciale (Gefährliche Schönheit)
1953: Le Infedeli (Untreue)
1953: Pane, amore e fantasia (Liebe, Brot und Phantasie)
1954: La Romana (Die freudlose Straße)
1954: Le Grand jeu (Die letzte Etappe)
1954: Pane, amore e gelosia (Liebe, Brot und Eifersucht)
1955: La Donna più bella del mondo (Die schönste Frau der Welt)
1956: Notre Dame de Paris (Der Glöckner von Notre Dame)1)
1956: Trapeze (Trapez)
1958: Anna di Brooklyn (Anna von Brooklyn)
1959: La loi (Wo der heiße Wind weht)
1959: Never So Few (Wenn das Blut kocht)
1959: Solomon and Sheba (Salomon und die Königin von Saba)
1961: Come September (Happy-End im September)
1961: Go Naked in the World (Geh nackt in die Welt)
1962: La Bellezza di Ippolita (Die schöne Ippolita)
1963: Mare matto (Verrückte Seefahrt)
1963: Venere imperiale (Kaiserliche Venus)
1964: Woman of Straw (Die Strohpuppe)1)
1965: Io, io, io… e gli altri
1965: Strange Bedfellows (Fremde Bettgesellen)
1966: Cervantes (Cervantes, der Abenteurer des Königs)
1966: Hotel Paradiso (Hotel Paradiso)
1966: Le Bambole (Die Puppen)
1966: Le piacevoli notti
1966: Les Sultans (Nur eine Nacht, Chérie)
1967: La Morte ha fatto l'uovo (Die Falle)
1968: Buona Sera, Mrs. Campbell
1968: Stuntman (Liebe, Laster und Ganoven)
1968: The Private Navy of Sgt. O'Farrell (Wo bitte gibt's Bier an der Front?)
1968: Un Bellissimo novembre (Ein heißer November)
1972: Bad Man's River (Matalo)
1972: King, Queen, Knave (König, Bube, Dame)
1972: Le avventure di Pinocchio (TV, Pinocchio)
1995: Les Cent et une nuits de Simon Cinéma (Hundert und eine Nacht)
1996: Una donna in fuga
1997: XXL
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