|
|||
Ab Ende der 1950iger Jahre konnte Sellers sich auch im amerikanischen Film etablieren: 1959 kam mit der satirischen Komödie "The Mouse That Roared" (1959, Die Maus, die brüllte) der erste Erfolg, den er im gleichen Jahr mit der Rolle des Arbeiterführers in dem Kinohit "I'm All Right Jack" (Junger Mann aus gutem Hause) festigen konnte; 1961 inszenierte Sellers mit sich selbst in der Hauptrolle den Film "Mr. Topaze". Eine seiner bedeutendsten Leistungen waren dann wohl 1963/64 seine drei Rollen in Stanley Kubricks Kriegsgroteske "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb"1) (Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben). Sellers spielte den amerikanischen Präsidenten Merkin Muffley, den britischen Offizier Captain Lionel Mandrake sowie den verrückten Bomben-Konstrukteur Dr. Strangelove und erhielt für seine Darstellung eine Oscar-Nominierung.
Bereits 1963 hatte Sellers mit seiner Rolle des vertrottelten Inspektors Jacques Clouseau
in Blake Edwards "The Pink Panther"1) (Der
rosarote Panther3) einen weiteren Höhepunkt in seiner
filmischen Karriere feiern können. Es war außerdem der Startschuss zu einer der erfolgreichsten Kinoserien der
Filmgeschichte. Für die Rolle des Polizeitölpels Clouseau, mit der der
Schauspieler nun auch international zum Star wurde, stand Sellers innerhalb von 15 Jahren
fünf Mal vor der
Kamera: 1964 folgte "A Shot in the Dark"1) (Ein
Schuss im Dunkeln3), 1974 "The Return of the Pink Panther"1)
(Der
rosarote Panther kehrt zurück3), ein Jahr später "The Pink Panther Strikes Again"1)
(Inspektor Clouseau,
der "beste" Mann bei Interpol1) sowie 1978 "Revenge of the Pink Panther"1)
(Inspektor Clouseau der irre Flic mit dem heißen Blick). |
|||
|
|||
|
Weitere sehenswerte Produktionen mit Peter Sellers waren beispielsweise Stanley Kubricks mit "eigenständigen Akzenten versehene tragikomische Filmbearbeitung"4) des Nabokovschen Romans "Lolita"1) (1962), Clive Donners, nach einem Drehbuch von Woody Allen inszenierte Filmkomödie "What's New Pussycat?"1) (1965, Was gibt's Neues, Pussy?) oder Vittorio de Sicas amüsanter Krimi "Caccia alla volpe"1) (1965, Jagt den Fuchs!). In der Bond-Parodie "Casino Royale"1) (1967) mimte er den Evelyn Tremble (als James Bond 007), war der Protagonist in Blake Edwards' modernen Slapstick-Komödie "The Party"1) (1968, Der Partyschreck). "Der Partyschreck" steht und fällt mit Peter Sellers: Er ist 94 Minuten lang der unbestrittene Star in einem Film, der in erster Linie eine durch eine Rahmenhandlung lose miteinander verknüpfte Abfolge von Sketchen und in zweiter Linie eine mit teils recht bissigen Seitenhieben gespickte Persiflage auf die Gepflogenheiten des Show Business à la Hollywood ist. Jacques Tatis "Die Ferien des Monsieur Hulot" klingen an, beizeiten fühlt man sich an den visuellen Humor einiger der Sketche Loriots erinnert. notiert "Filmzentrale.com". Glänzend war auch seine Hauptrolle des jüdischen Rechtsanwalts Harold Fine in der originellen Satire auf die Hippiekultur "I Love You, Alice B. Toklas"1) (1968, Lass mich küssen deinen Schmetterling), ebenso wie sein Inspektor Sidney Wang in der starbesetzten Krimipersiflage "Murder by Death"1) (1976, Eine Leiche zum Dessert). 1979 bestach Sellers 1979 als naiv-phlegmatischer Gärtner Chance, der in Hal Ashbys politischer Farce "Being There" (Willkommen, Mr. Chance), gedreht nach dem gleichnamigen Roman von Jerzy Kosinski, zum amerikanischen Präsidentschaftskandidaten avanciert; hierfür erhielt Sellers eine weitere Oscar-Nominierung. Für seine letzte Leinwandrolle in "The Fiendish Plot of Dr. Fu Manchu"1) (1980, Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu) wurde er zwar gelobt, insgesamt konnte der Streifen jedoch nicht überzeugen. Das "Lexikon des internationalen Films" vermerkt: "Obwohl von Peter Sellers in der Doppelrolle gut gespielt, lassen die Ideenarmut, das fehlende Tempo, die einfallslose Inszenierung und die mageren Leistungen der übrigen Darsteller rasch Langeweile aufkommen."
Im Oktober 2002 wurde von Ed Sikov eine Biographie über Peter Sellers mit dem Titel "Mr. Strangelove, a biography of Peter Sellers" veröffentlicht. Ende April 2005 kam dann mit "The Life and Death of Peter Sellers"1) ein "Biopic" des Schauspielers auch in die deutschen Kinos. Stephen Hopkins hat mit Geoffrey Rush in der Titelrolle das Leben des Charakterdarstellers, der nach außen hin die Frohnatur mimte, aber unter Depressionen litt und niemanden an sich heranließ, nachgezeichnet. "So wie Peter Sellers, der 1980 an einem Herzinfarkt starb, selten Emotionen zeigte, ist auch dieses Werk ein kühles Konstrukt", urteilt das BR-Magazin "Kino Kino". Vor allem Geoffrey Rush, aber auch Emily Watson als erste Ehefrau und Charlize Theron als letzte Partnerin Britt Eklund zeigen sich in diesem Film in bester Spiellaune, und die nachgestellten Szenen aus Peter Sellers bekanntesten Filmen sind allein schon das Eintrittsgeld wert. Dass der Film trotz dieses exzellenten Ensembles, einer stimmigen und liebevollen Inszenierung und seiner unorthodoxen Erzählweise nicht immer funktioniert, dafür gibt es vor allem eine Erklärung: Denn beim Verlassen des Kinosaals fragt man sich unwillkürlich, welches nun der wirkliche Peter Sellers war der Publikumsliebling oder das Ekel? Oder waren nicht vielleicht doch beides nur Rollen? Insofern zeichnet der Film das Leben Sellers' schon sehr genau nach, weil hier wie dort die Persönlichkeit hinter den Rollen verschwindet. Trotzdem, die Enttäuschung bleibt, und wenn es nur diejenige ist, dass einer der großen Komiker privat so ein bedauernswerter und abstoßender Mensch gewesen sein soll. Es ist fast wie beim Abschied von einem Freund: Man muss sich schon sehr genau überlegen, wie man Peter Sellers gerne in Erinnerung behalten möchte. Good-bye, Peter! Wir werden dich nie vergessen (Zitat: www.kino-zeit.de) |
|||
|
|
|||
|
1) Wikipedia (deutsch), 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) www.prisma-online.de,
5) Wikipedia (englisch) 4) Quelle: Lexikon des internationalen Films Lizenz Fotos Peter Sellers (Urheber Allan Warren): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. |
|||
|
Offizielle Webseite: www.petersellers.com Siehe auch www.prisma-online.de, Wikipedia, Dirk Jaspers Filmstarlexikon |
|||
|
|
|||
|
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |