Yul Brynner
Um seine Herkunft verbreitete Yul Brynner selbst die verschiedensten Legenden. Erst sein Sohn Rock lüftete 1989 in der Biographie "Yul: The Man Who Would Be King: A Memoir of Father and Son" einige Geheimnisse um den Star: Er wurde am 11. Juli 1920 als Juli Borissowitsch Briner in Wladiwostok (Russland) geboren, sein Vater, Boris Briner, war ein schweizerisch-mongolischer Techniker bzw. Erfinder, der in Russland eine Zeit lang als Konsul für die Schweiz tätig war, seine Mutter Marussia Blagowidowa, die Tochter eines russischen Arztes. Andere Quellen wiederum kolportieren, dass Brynner am 7. Juli 1915 als "Taidje Khan" auf der Insel Sachalin im japanischen Meer geboren worden sei, als Sohn eines Schweizers mongolischer Abstammung und einer rumänischen Zigeunerin.
Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, zog die Mutter mit ihm zunächst nach China, 1934 wanderten sie nach Paris aus, wo Yul Brynner das exklusive Gymnasium "Moncelle" besuchte. Jedoch nicht lange, denn schon bald musste er das Eliteinternat verlassen. Der junge Brynner schlug sich in Frankreich als Sänger, Zirkusartist und Mitglied eines Zigeunerorchesters durch und die Liebe zur Gipsy-Musik trieb ihn durch die Pariser Nachtclubs, ehe er an der Theaterschule Pioteff in Paris Schauspiel und Regie studierte.
1940 schaffte Brynner mit einem Wandertheater den Sprung nach Amerika, wo er sich als Regisseur für das junge Medium Fernsehen einen Namen machte. 1941 wurde er unter anderem französischsprachiger Ansager für "Die Stimme Amerikas".
 
Brynners Theaterkarriere begann 1945 am New Yorker Broadway und als Filmschauspieler versuchte er sich zum ersten Mal 1949 in dem Streifen "Port of New York" – und fiel durch. Weniger bekannt ist jedoch, dass Brynner in den 1940er Jahren als Regisseur tätig war und zwar in mehreren Folgen der Fernsehserien "Studio One" (1948), "Life with Snarky" (1950), "Sure As Fate" (1950) und "Danger" (1950).
Seine große Stunde kam 1952, als er – wohl nicht zuletzt wegen seiner mongolischen Gesichtszüge und seiner exotischen Ausstrahlung – die Hauptrolle in dem Broadway-Musical "Der König und ich" bekam. 1956 wurde das Stück verfilmt, und die Rolle des goldgewandeten Siamkönigs Mongkut, der seine Untertanen mit Peitsche und entblößter Brust Gehorsam lehrte, brachte dem glatzköpfigen Schauspieler den begehrten Oscar ein. Auch das Fernsehen entdeckte später die populäre Liebesgeschichte und produzierte sie als "Anna and the King" (1972) in Serie – natürlich mit Brynner als König Mongkut.
  
Der König und ich
Titel USA: The King And I
Genre: Musical
Farbe, USA, 1956
Regie: Walter Lang
Drehbuch: Ernest Lehman
Musik: Richard Rodgers, Alfred Newman, Ken Darby 
Kamera: Leon Shamroy
Darsteller:
Deborah Kerr: Anna Leonowens, Yul Brynner: Der König von Siam 
Rita Moreno: Tuptim, Martin Benson: Kralahome
und andere
(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum Kurportrait innerhalb dieser HP)
Vorlage:
Remake des erfolgreichen, auf einem autobiografischen Roman von Margaret London fußenden Films "Anna und der König von Siam" aus dem Jahre 1946, das mit Rex Harrison als König ebenfalls erfolgreich war. Walter Langs Remake basiert allerdings weniger auf Margaret Landons Romanvorlage als mehr auf dem Musical "The King And I"1) von Richard Rodgers1) (Musik) und Oscar Hammerstein II.1) (Text), das am 29. März 1951 im New Yorker "im St. James Theatre" seine Broadway-Premiere feierte. So sind die Gesangsnummern auch die absoluten Highlights in diesem opulent ausgestatteten Film, der mit einem charismatischen Yul Brynner aufwarten kann. 

Kurzinhalt:
Als Lehrerin kommt Anna Leonowens (Deborah Kerr) 1860 auf persönlichen Wunsch des Königs Mongkut (Yul Brynner) zusammen mit ihrem Sohn Louis (Rex Thompson) in das asiatische Königreich Siam. Die Britin hat sich zum Ziel gesetzt, dort den Kindern etwas von der europäischen Lebenskultur zu vermitteln. Allerdings muss sie ziemlich bald feststellen, dass der König sein Reich ziemlich altmodisch und tyrannisch beherrscht. Frauen zählen wenig und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der König die getroffenen Absprachen zunächst nicht einhält. Zu einer Änderung soll es kommen, als der König von Kriegswirren hört und vom anstehenden Besuch des britischen Botschafters (Alan Mowbray) bei Hofe. Anna suggeriert dem König, wenn dieser mitbekomme, wie rücksichtslos in Siam mit Frauen umgegangen wäre, könne sich die Krone gegen das Land wenden.
Sie bekommt freie Hand, mit einer Gruppe Frauen ein Theaterstück einzustudieren: "Onkel Thomas Hütte", eine asiatische Version des amerikanischen Sklavendramas, das der Siamese Kralahome (Martin Benson) geschrieben hat – der gerade unglücklich in Tuptim (Rita Moreno) verliebt ist – eine Liebe, die der König nicht sanktionieren will…

Quelle: www.moviemaster.de
 
Lexikon des internationalen Films:
Geprägt von naiver Demokratiegläubigkeit, bietet das mit künstlerischer Sorgfalt verfilmte, witzige Musical beste Unterhaltung.

Siehe auch Wikipedia
  
Link: 1) Wikipedia

Oscar 1956 für
Yul Brynner (Hauptdarsteller)
Irene Sharaff (Kostüme)
Lyle R. Wheeler, John DeCuir, Walter M. Scott, Paul S. Fox (Ausstattung)
Alfred Newman, Ken Darby (Musik)
Carl Faulkner (Ton)
Oscar-Nominierung 1956 für
"Der König und Ich" (Bester Film)
Deborah Kerr (Hauptdarstellerin)
Leon Shamroy (Kamera)
Walter Lang (Regie)

Während seiner Zeit in Paris hatte Brynner Philosophie studiert, war Bewunderer Cocteaus und Picassos, aber auch chinesischer Spruchweisheiten. Es war also kein Zufall, dass er 1960 neben Maria Casarès und Picasso einen Auftritt in Cocteaus "Testament des Orpheus" hatte. Brynner war durchaus begrenzt in seinem filmischen Repertoire, doch er wurde ein erfolgreicher Star, denn die folgenden Leinwandfiguren zeigten ihn als charismatischen Helden wie als Pharao Ramses in dem größten Monumentalfilm aller Zeiten "Die Zehn Gebote" (1956, The Ten Commandments) von Regisseur Cecil B. DeMille (siehe auch Wikipedia). eine ganz andere Figur, die des leidenschaftlichen Spielers Dimitri, verkörperte Brynner neben Maria Schell in Richard Brooks' Dostojewski-Adaption "Die Brüder Karamasow" (1957, The Brothers Karamazow). 
  
Die Brüder Karamasow
nach dem gleichnamigen Roman von Fjodor Dostojewski
Titel USA: The Brothers Karamazow
USA, 1957
Regie: Richard Brooks 
Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein, Richard Brooks 
Musik: Bronislau Kaper 
Kamera: John Alton 
Darsteller:
Yul Brynner: Dimitri Karamasow, Maria Schell: Gruschenka 
Claire Bloom: Katja, Lee J. Cobb: Fjodor Karamasow 
Albert Salmi: Smerdjakow, William Shatner: Alexei Karamasow 
Richard Basehart: Iwan Karamasow, und andere
(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum Kurportrait innerhalb dieser HP)
Kurzinhalt:
Der alte Fjodor Karamasow (Lee J. Cobb) ist seinen Söhnen gegenüber ein Geizhals, aber ein Verschwender, was sein eigenes ausschweifendes Leben betrifft. Er macht der schönen Gastwirtin Gruschenka (Maria Schell) den Hof; wenn sie ihn heiratet, will er ihr bei seinem Tod sein ganzes Vermögen hinterlassen. Zugleich hofft er, mit Gruschenkas Hilfe seinen ältesten Sohn Dimitri (Yul Brynner) ins Gefängnis zu bringen. Zwischen dem alten Karamasow und Dimitri besteht erbitterte Feindschaft, da der Sohn sich vom Vater um sein mütterliches Erbe betrogen glaubt.
Dimitri könnte seine finanziellen Probleme lösen, wenn er die reiche Erbin Katja (Claire Bloom, rechts) heiraten würde. Katjas Hoffnungen auf ihn zerschlagen sich jedoch, als Dimitri der verführerischen Gruschenka begegnet und ihr verfällt. Gruschenka gibt ihm bald Anlass zur Eifersucht. Eines Nachts glaubt Dimitri, sie habe heimlich seinen Vater aufgesucht. In rasender Wut dringt er in das Haus des alten Karamasow ein. Einen Diener, der sich ihm entgegenstellt, schlägt er nieder; er flieht dann, weil er fälschlich annimmt, ihn getötet zu haben. Stunden später erfährt Dimitri bei Gruschenka, dass der Diener lebt und außer Gefahr ist.
Gleichzeitig aber beschuldigt man ihn eines furchtbaren Verbrechens: er soll seinen eigenen Vater ermordet haben. Da der wirkliche Täter sich nicht stellt, kommt Dimitri vor Gericht. Sein Bruder Iwan (Richard Basehart) bemüht sich vergeblich, ihm zu helfen. Als vermeintlicher Vatermörder wird Dimitri zu langjähriger Zwangsarbeit verurteilt und soll nach Sibirien gehen…
  
Quelle (unter anderem): www.moviemaster.de 

Nach der berühmten Vorlage von Fjodor M. Dostojewski entstand ein opulenter Historienfilm um die tragische Fehde zwischen Vater und Sohn. Was meinte Woody Allen zum Inhalt der Romanvorlage nach einem Schnell-Lesekurs: "Ein Frosch wird seziert. Der Frühling kommt, die Leute heiraten und sterben. Pinkerton kehrt nicht zurück." Ähnlichkeiten zum Film sind durchaus vorhanden. Die amerikanische Kritik lobte besonders Maria Schells lebendige Darstellung der jungen Gruschenka. Es war die erste Hollywood-Rolle der Schell. Auch Marilyn Monroe hatte sich um diese Rolle bemüht, um endlich ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen zu können. (Quelle: prisma-online.de)

Siehe auch Wikipedia

  
In King Vidors monumentalen Historienepos "Salomon und die Königin von Saba"1) (1959, Solomon and Sheba) mimte er den Salomon neben der attraktiven Gina Lollobrigida, seine späteren Filme setzen fast durchweg auf die Figur des ebenso anmaßenden wie faszinierenden Übermenschen, so als Chris Adams bzw. einer der "Glorreichen Sieben"1) (1960, The Magnificent Seven) in dem gleichnamigen Westernklassiker von John Sturges, neben Steve McQueen, Charles Bronson, Eli Wallach und Robert Vaughn, als "Taras Bulba"1) (1961, Taras Bulba) in dem gleichnamigen, pompösen Abenteuer von Regisseur J. Lee Thompson oder als als Häuptling "Schwarzer Adler" in dem Historienabenteuer "Könige der Sonne"2) (1963, Kings of the Sun). 1966 legte Regisseur Burt Kennedy mit "Die Rückkehr der glorreichen Sieben"2) (Return of the Seven) eine Fortsetzung des berühmten Westerns auf, von der ursprünglichen Star-Besetzung war allerdings nur noch Yul Brynner übrig geblieben. Im gleichen Jahr erlebte man den Hollywoodstar als Monokeltragenden General von Grünen in dem Agententhriller "Spion zwischen zwei Fronten"2) (Triple Cross) neben Christopher Plummer und Romy Schneider. Oft spielte er den Bösewicht wie in der Westernparodie "Adios Sabata"1) (1970), seine interessanteste Rolle war wohl in Michael Crichtons Sciencefiction-Thriller "Westworld"1) (1972), wo in einem Vergnügungspark im Westernstil die Illusions-Roboter außer Kontrolle geraten.

1977 feierte Brynner, der sich jeden Morgen seinen Kopf rasieren musste, mit dem Musical "The King And I" ein glanzvolles Broadway-Comeback. Das Stück blieb bis 1984 auf dem Spielplan – mit einigen Zwangspausen wegen Brynner's Erkrankung. Meist konnte er sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen, doch wenn Besserung eintrat, ging er sogar noch auf Tournee und 1985 gab er eine glanzvolle Abschiedsvorstellung; insgesamt hatte Brynner das Stück 4.265 Mal gespielt.
Am 10. Oktober 1985 starb Yul Brynner im Alter von 70 Jahren in New York an Lungenkrebs. Eine seiner letzten Taten war der Auftritt in einem Werbefilm gegen das Rauchen, außerdem rief er die "Yul-Brynner-Foundation" ins Leben, eine Stiftung zur Bekämpfung des Rauchens.

Die Leinwandlegende hatte vier Ehen hinter sich; seine erste, 1944 geschlossene Verbindung mit der Schauspielerin Virginia Gilmore3) (1919 – 1986) war 1960 geschieden worden; aus der Ehe stammt der 1946 geborene Sohn Yul 'Rock' Brynner II, der später Historiker und Schriftsteller wurde. Wenig später gab der Star dem chilenischen Model Doris Kleiner das Ja Wort, die Ehe scheiterte 1967, aus dieser Beziehung stammt Tochter Victoria Brynner (geb. 1962). Ehefrau Nummer 3 wurde 1971 die Französin Jacqueline de Croisset, nach 10 Ehejahren und zwei gemeinsamen, aus Vietnam stammenden Adoptivkindern scheiterte auch diese Verbindung. Bis zu Brynners Tod war die in Malaysia geborene Tänzerin Kathy Lee an seiner Seite, die der Schauspieler am 4. April 1983 geehelicht hatte.
 
Brynner, der seit den 1970er Jahren in Hollywood kaum noch gefragt war, setzte seine Popularität verstärkt für soziale Zwecke ein. Er arbeitete für die UNESCO an einer Studie über das Schicksal verschleppter Menschen, beteiligte sich unter Präsident Kennedy an dem Hilfsprogramm "Food For Peace" und baute 1969 in Verbindung mit "Terre des Hommes" ein Heim für Waisen aus Vietnam und Biafra. Brynner engagierte sich auch für die Rechte der Zigeuner und war Mitglied bei verschiedenen Menschenrechtsorganisationen.
Trotz seiner vielen Rollen die ihn glatzköpfig, als kraftvollen bis derben Helden zeigten – etwa als König von Siam oder als Ramses in "Die zehn Gebote" – war Brynner ein zurückhaltender Star. Obwohl er doch sehr einem kleinen Monarchen, wie wir ihn aus dem Siam-Musical "Der König und ich" kennen, glich. 1960 war sein sein Buch "Bring Forth the Children" erschienen.

Der Link führt zu 1) prisma-online.de, 2) Wikipedia (deutsch), 3) Wikipedia (englisch)

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de

Kinofilme (Link: Wikipedia)
Filmografie bei www.imdb.de
1949: Port of New York (Rauschgiftbrigade)
1956: Anastasia
1956: The King and I (Der König und ich)
1956: The Ten Commandments (Die zehn Gebote)
1958: The Brothers Karamazov (Die Brüder Karamasow)
1958: The Buccaneer (König der Freibeuter)
1959: Solomon and Sheba (Salomon und die Königin von Saba)
1959: Sound and the Fury (Fluch des Südens)
1959: The Journey (Die Reise)
1960: Le Testament d'Orphée (Das Testament des Orpheus)
1960: Once More, with Feeling (Noch einmal mit Gefühl)
1960: Surprise Package (Ein Geschenk für den Boß)
1961: Aimez-vous Brahms? ) Lieben Sie Brahms?)
1960: The Magnificent Seven (Die glorreichen Sieben)
1962: Escape from Zahrain (Flucht aus Zahrain)
1962: Taras Bulba (Taras Bulba)
1963: Kings of the Sun (Könige der Sonne)
1964: Flight from Ashiya (Wir warten in Ashiya)
1964: Invitation to a Gunfighter (Treffpunkt für zwei Pistolen)
1965: Morituri (Morituri)
1966: Cast a Giant Shadow (Der Schatten des Giganten)
1966: Return of the Seven (Die Rückkehr der glorreichen Sieben)
1966: Mohn ist auch eine Blume (The Poppy Is Also a Flower)
1967: The Long Duel (Der Kampf)
1967: Triple Cross (Spion zwischen zwei Fronten)
1967: The Double Man (Der doppelte Mann)
1968: Villa Rides (Pancho Villa reitet)
1969: The Battle of Neretva (Die Schlacht an der Neretva)
1969: The File of the Golden Goose (Die Spur führt nach Soho)
1969: The Madwoman of Chaillot (Die Irre von Chaillot)
1969: The Magic Christian (Magic Christian)
1971: Indio Black, sai che ti dico: sei un gran figlio di… (Adiós, Sabata)
1971: Catlow (Catlow – Leben ums Verrecken)
1971: Romansa konjokradice (Ein Kerl zum Pferdestehlen)
1971: The Light at the Edge of the World (Das Licht am Ende der Welt)
1972: Le serpent (Die Schlange)
1972: Fuzz (Auf leisen Sohlen kommt der Tod)
1973: Westworld (Westworld)
1975: The Ultimate Warrior (New York antwortet nicht mehr)
1976: Futureworld (Futureworld – Das Land von Übermorgen)
1977: Con la rabbia agli occhi (Höllenhunde bellen zum Gebet)
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