Maria Schell wurde am 15. Januar 1926 als Maria Margaretha Anna Schell, genannt "Gritli", und Tochter des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell1) (1900 – 1972) und der österreichischen Schauspielerin Margarethe Noé von Nordberg1) (1905 – 1995) in Wien geboren. Die Geschwister Carl Schell1) (1927 – 2019), Maximilian Schell (1930 – 2014) und Immy Schell1) (1935 – 1992) ergriffen ebenfalls den Schauspieler-Beruf.
Maria Schell um 1955; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1955; Copyright Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 38/6) Maria wuchs mit ihren Geschwistern in der Schweiz bzw. in Zürich auf, nachdem die Familie 1938 vor den Nationalsozialisten aus Wien flüchten musste. Laut Wikipedia gab es jedoch für die Familie ohne Geld nicht die Möglichkeit zusammen bei Verwandten zu leben. So verteilten die Eltern die Kinder, Maximilian und Carl kamen nach Basel1) in ein Waisenhaus. Immy in ein Kinderheim nach Brunnen1) (Kanton Schwyz) und Maria auf eine Klosterschule im elsässischen Colmar1).
Nach dem eineinhalbjährigen Besuch einer kaufmännischer Berufsschule und anschließenden Anstellung als Sekretärin besuchte sie die Schauspielschule in Zürich. Ihre ersten Theaterstationen waren Basel, Bern und Wien. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde sie 1942 ohne darstellerische Erfahrung von Sigfrit Steiner für das Kinodrama "Steinbruch"1) engagiert, die erste Hauptrolle erhielt sie 1948 in Karl Hartls Literaturverfilmung "
Der Engel mit der Posaune"1).
  
Maria Schell um 1955
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Alfred Cermak → Bildarchiv Austria; Datierung: um 1955
© Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 38/6)
Nach etlichen weiteren kleineren Rollen avancierte sie mit den beiden Melodramen "Es kommt ein Tag"1) (1950) und "Dr. Holl"1) (1951) an der Seite von Dieter Borsche zum Publikumsliebling. Eigentlich hatte Regisseur Rolf Hansen1) die weibliche Hauptrolle der Angelika Alberti in "Dr. Holl" mit Liselotte Pulver besetzen wollen, doch die forderte zuviel Geld, und so suchte und fand man eine eigentlich noch unbekannte Darstellerin. Der Film wurde zu einem ungeahnten Erfolg, zum Prototyp des Arztfilms überhaupt und zum Erfolgs-Sprungbrett für die "Verlegenheitslösung" Maria Schell. Die Schell verkörperte in "Dr. Holl" tränenreich die unheilbar kranke Fabrikantentochter Angelika Alberti, die sich in den Arzt Dr. Holl alias Dieter Borsche verliebt und der sie zunächst nur aus Mitleid heiratet. Für die Schauspielerin war es langfristig ein fragwürdiger Kinotriumph, denn viele Filmkritiker stempelten sie fortan nun als "Seelchen" ab, das mühelos die Tränendrüsen von Millionen Kinogängern zu aktivieren vermochte; die Produzenten hingegen waren begeistert. Absolut an die Spitze spielte sie sich an der Seite von O. W. Fischer – die beiden avancierten zu "dem" Traumpaar des bundesdeutschen Nachkriegskinos: In Gustav Ucickys melodramatischen Liebesgeschichte "Bis wir uns wiederseh'n"1) sah man beide 1952 erstmals gemeinsam auf der Leinwand, ein Jahr später folgte Josef von Bákys anrührende Romanze "Der träumende Mund"1), in dem die Schell wiederum eine dramatische und emotionsgeladene Leistung zeigen konnte. Ebenfalls 1953 kam Josef von Bákys "Tagebuch einer Verliebten"1) in die Kinos, in der die Schell endlich einmal auch ihre komödiantische Seite demonstrieren durfte, sowie Harald Brauns Melodram "Solange Du da bist"1) mit Fischer als zynischem Regisseur Frank Tornau und Hardy Krüger als Schells Filmehemann Stefan.

Hardy Krüger und Maria Schell in dem Film "So lange Du da bist"
Fotografie (Weltpostkarte) von "Schorcht Filmverleih GmbH" (München), 1953
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2009-a_0000072)
Eigentümer/© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Hardy Krüger und Maria Schell in dem Film "So lange Du da bist"; Fotografie (Weltpostkarte) von "Schorcht Filmverleih GmbH" (München), 1953; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pos-2009-a_0000072); Eigentümer/Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek; Quelle: www.deutschefotothek.de
Die absolute Weltkarriere der Schell begann mit Helmut Käutners1) preisgekröntem Anti-Kriegsfilm  "Die letzte Brücke"1) (1954), in dem sie die Charakterrolle der Lazarettschwester und Kinderärztin Dr. Helga Reinbeck verkörperte, die während des Zweiten Weltkrieges von einem jugoslawischen Partisan Boro (Bernhard Wicki) entführt und am Ende auf einer Brücke zwischen den Fronten erschossen wird. Das Kriegs- und Partisanendrama brachte ihr 1954 bei den "Internationalen Filmfestspielen von Cannes"1) eine spezielle Erwähnung für ihre darstellerische Leistung ein, internationale Produktionen mit namhaften Regisseuren und weltbekannten Stars schlossen sich an. Mit Trevor Howard hatte sie bereits in Großbritannien "The Heart of the Matter" (1953, "Das Herz aller Dinge") nach dem Roman von Graham Greene1) gedreht, in den USA, wo man sie später mit Ingrid Bergman verglich: 1959 glänzte sie zusammen mit Jason Robards (Guerillakämpfer Robert Jordan) in der zweiteiligen TV-Fassung des Hemingway-Romans "Wem die Stunde schlägt"1) als Maria, eine Rolle, die Ingrid Bergman in dem US-amerikanischen Kinofilm "Wem die Stunde schlägt"1) (1943) als Partnerin von Gary Cooper verkörpert hatte – für ihre beeindruckende Darstellung gratulierte ihr der Schriftsteller Ernest Hemingway1) persönlich.
René Clément1) besetzte sie mit der Titelrolle in dem Milieu-Drama "Gervaise"1) (1956), gedreht nach dem Roman "L’Assommoir"1) von Émile Zola1), Luchino Visconti1) gab ihr in seiner Dostojewski-Adaption "Le Notti bianche"1) (1957, "Weiße Nächte") die Rolle der bezaubernden Natalia an der Seite von Marcello Mastroianni. Noch populärer wurde die Schell mit ihrer Rolle in Richard Brooks Verfilmung der berühmten Romanvorlage von Fjodor Dostojewski1): In "The Brothers Karamazov"1) (1958, "Die Brüder Karamasow"" war Yul Brynner ihr Partner, der sich in die blonde Wirtin Grushenka (Schell) verliebt. Danach spielte sie in zwei weiteren Hollywood-Produktionen, in dem Western "The Hanging Tree"1) (1959, "Der Galgenbaum") mit Gary Cooper und in "Cimarron"1) (1960) an der Seite von Glenn Ford. Dazwischen lagen weitere Kassenschlager, in denen Maria Schell ihre einzigartige darstellerische Kraft unter Beweis stellte: So in Robert Siodmaks Gerhart Hauptmann-Verfilmung "Die Ratten"1) (1955) mit Curd Jürgens als Partner, auch in Wolfgang Staudtes filmischen Umsetzung von Hauptmanns "Rose Bernd"1) (1957) überzeugte sie mit ihrer eindringlichen Interpretation der Dienstmagd Rose Bernd, die von dem Baggerführer Arthur Streckmann (Raf Vallone) begehr begehrt wird, Kritik und Publikum. In der unglücklich endenden Geschichte "Liebe"2) (1956) nach dem Roman "Vor Rehen wird gewarnt" von Vicki Baum1), zeigte sie sich einmal mehr zusammen mit Raf Vallone. Eine dankbare Rolle hatte sie auch 1958 in der Zuckmayer-Verfilmung "Der Schinderhannes"1) mit Curd Jürgens als Titelheld und verkörperte das Julchen1), letzte Braut des als "Schinderhannes" bekannt gewordenen Räubers Johannes Bückler1). In dem Melodram "Das Riesenrad"1) (1961), nach dem Roman "The Fourposter" von Jan de Hartog1), stand das "Traumpaar" des deutschen Films der frühen 1950er Jahre Schell/Fischer nach acht Jahren erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera, anschließend drehte sie zusammen mit Paul Hubschmid die frivole Komödie "Ich bin auch nur eine Frau"1) (1962).
Maria Schell Mitte März 1976 in Amsterdam; Rechteinhaber/Originalfoto: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 928-4676); Urheber/Fotograf: Mieremet, Rob / Anefo;  mehr bei www.gahetna.nl; Quelle und Originalfoto: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL Bis Ende der 1960er Jahre übernahm Maria Schell dann noch Hauptrollen in allerdings nicht mehr ganz so erfolgreichen Kinoproduktionen wie in der Komödie "Das übersinnliche Landhaus" (1963, "L'sssassin connaît la musique…"), "Zwei Whisky und ein Sofa"1) (1963), "Der heiße Tod"1) (1969, "99 mujeres") oder "Pack den Tiger schnell am Schwanz"1) (1969, "Le diable par la  queue") mit Yves Montand und Jean Rochefort. Zu ihren letzten großen Arbeiten für das Kino zählte unter anderem die deutsch-britische Co-Produktion "Die Akte Odessa"1) (1974, "The Odessa File") nach dem gleichnamigen Thriller1) von Frederick Forsyth1) – hier spielte sie unter anderem mit Jon Voight1) und Bruder Maximilian. Wenig später besetzte sie Claude Chabrol1) in der Satire "Die verrückten Reichen"2) (1976, "Folies bourgeoises") über die dekadente Haute-Volée von Paris.
Ebenfalls 1976 folgte das hochkarätig besetzte Drama "Reise der Verdammten"1) ("Voyage of the Damned") unter anderem mit Faye Dunaway, Orson Welles und Max von Sydow, in "Superman"1) (1978) mimte sie an der Seite von "Superman" Christopher Reeve1) die führende Wissenschaftlerin auf Krypton Vond-Ah und unter der Regie von David Hemmings1) spielte sie in dessen Gesellschaftsdrama "Schöner Gigolo, armer Gigolo"1) (1978) die "Mutti". In dem vielfach als Romy Schneiders "Abschiedsfilm" bezeichneten Melodram "Die Spaziergängerin von Sans-Souci"1) (1982 "La Passante du Sans-Souci") war Maria Schell lediglich mit einem kleinen Part auf der Leinwand präsent → Übersicht Kinofilme.

Maria Schell Mitte März 1976 in Amsterdam
Rechteinhaber/Originalfoto: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 928-4676)
Urheber/Fotograf: Mieremet, Rob / Anefo;  mehr bei → www.gahetna.nl
Quelle und Originalfoto: Wikimedia Commons;
Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL

Neben der Filmtätigkeit stand die Schell, wie schon zu Begin ihrer Karriere, auch immer wieder auf der Bühne, vorwiegend in Wien und Salzburg oder im Rahmen zahlreicher Tourneen. Bereits 1955 hatte sie bei den "Salzburger Festspielen"1) in Schillers "Kabale und Liebe"1) in der Inszenierung von Ernst Lothar1) die Luise gestaltet, Will Quadflieg gab den Ferdinand. 1979 interpretierte sie in der Tragikomödie "Das weite Land"1) von Arthur Schnitzler1) die Schauspielerin Anna Meinhold-Aigner an der Seite des den Friedrich Hofreiter darstellenden Walther Reyer (Regie: Maximilian Schell)   → tls.theaterwissenschaft.ch.
Vor allem ab Anfang der 1970er Jahre, als ihr Stern am Filmhimmel wegen des veränderten Publikumsgeschmacks zu sinken begann, arbeitete sie vermehrt für das Fernsehen. Neben Auftritten in Krimiserien wie "Der Kommissar", "Derrick" oder "Tatort" sah man sie in verschiedensten Rollen auf dem Bildschirm, so unter anderem noch einmal zusammen mit O. W. Fischer in dem Boulevardstück "Teerosen" (1977), einer Love-Story von Lotte Ingrisch1) aus der Sendereihe "Boulevard Baden-Baden". 

Maria Schell und O. W. Fischer in "Teerosen"
Autor: Lotte Ingrisch1), Regie: Rolf von Sydow1)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

Maria Schell und O. W. Fischer in "Teerosen" 1977 am Boulevard Baden-Baden; Autor: Lotte Ingrisch, Regie: Rolf von Sydow; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR
Mit fortschreitendem Alter wurden die Filmangebote seltener, in den 1980ern bot sie noch einmal großartige schauspielerische Leistungen im Fernsehen, so etwa 1981 mit der Titelrolle in "Frau Jenny Treibel"2) nach dem gleichnamigen Roman1) von Theodor Fontane1) oder als "böse Alte" Claire Zachanassian in "Der Besuch der alten Dame"2) (1982) nach der Tragikomödie von Friedrich Dürrenmatt1). In dem Mehrteiler "Inside the Third Reich"1) (1982), gedreht von Marvin J. Chomsky1) nach der Autobiografie "Erinnerungen"1) von Albert Speer mit Rutger Hauer1) als Hitler-Architekt Albert Speer, überzeugte sie als dessen Mutter. Ungeheure Beliebtheit erlangte sie ab 1987 noch einmal als Maria Behringer und Filmehefrau von Siegfried Rauch in der turbulenten Familienserie "Die glückliche Familie"1), eine Figur, die Maria Schell 52 Folgen lang bis 1991 verkörperte.
Der langsame Abschied vom Ruhm und ein über lange Phasen glückloses Privatleben machten dem einstigen Filmstar schon seit einigen Jahren zu schaffen, sie stürzte sich mit unbedachten Einkäufen in finanzielle Probleme und glitt immer wieder in die Depression ab. 1991 wurde die große Lebenskrise der Schauspielerin öffentlich, als sie versuchte, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Glücklicherweise überlebte Maria Schell den Selbstmordversuch, zog sich aber immer mehr in "ihre Welt" zurück. Nur noch wenige Male stand sie vor der Kamera: Einen Achtungserfolg verzeichnete sie 1993 als Karmeliter-Nonne Maria in dem Vierteiler "Nach langer Zeit"2) ("Maria des Eaux-Vives"), wo das "Seelchen" als Seelsorgerin fungierte, in dem Mehrteiler "Der Clan der Anna Voss"2), einem von Sat.1 produzierten deutschen "Denver"-Verschnitt, mimte sie eher glücklos die Titelrolle der Anna Voss. In dem Bibelfilm "Samson und Delilah"1) (1984) trat sie als Deborah noch einmal in einer US-Produktion in Erscheinung. Einen ihrer letzten TV-Auftritte hatte sie 1996 als Äbtissin in dem Tatort "Heilig Blut"1) (EA: 14.01.1996) sowie in der Heinz G. Konsalik1)-Adaption "Dr. Berg – Nur das Leben zählt"2) (EA: 16.10.1998) → Übersicht TV-Produktionen.

1985 veröffentlichte Maria Schell ihr Buch "Die Kostbarkeit des Augenblicks. Gedanken, Erinnerungen", 1996 erschienen weitere Memoiren unter dem Titel "Und wenn's a Katz is! Mein Weg durchs Leben", in der die Schauspielerin ihre Leser mit hinreißenden Anekdoten, entwaffnender Offenheit und tiefer Menschlichkeit bezaubert. Ihre Memoiren sind weit mehr als die einzigartige Erfolgsstory eines Weltstars, denn jenseits von Glanz und Glamour blieb die Schauspielerin, die schon zu Lebzeiten eine lebende Legende war, stets ein Mensch. Während der Vorstellungs-Tournee starb ihre Mutter, die Schauspielerin Margarete Noe, die Schell erlitt einen Kollaps und erholte sich bei einer Schlaf-Kur im Krankenhaus, in dem sie auch ihren 70. Geburtstag "feierte".
Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte die mehrfache "Bambi"-Preisträgerin Ende 2002 im Wiener "Künstlerhaus-Kino"1) anlässlich der Premiere des Films "Meine Schwester Maria"2), den ihr Bruder Maximilian gewidmet hatte. Gezeichnet von ihrer Krankheit und im Rollstuhl sitzend erhielt sie Standing Ovations vom Publikum, mit einem leisen "Danke" und dem berühmten Schell- Lächeln verabschiedete sie sich von Freunden und Fans.
 

Meine Schwester Maria 01; Copyright Einhorn-Film

Meine Schwester Maria 02; Copyright Einhorn-Film
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH

Während ihrer Karriere erhielt Maria Schell so viele Auszeichnungen wie kaum eine andere deutschsprachige Schauspielerin: Zu nennen sind vor allem der Medien- und Fernsehpreis "Bambi"1) (Fremde Links: Wikipedia):

  • 1951, 1952: in der Kategorie: "Schauspielerin National" (keine öffentliche Verleihung)
  • 1953: in der Kategorie "Schauspielerin National" für "Bis wir uns wiederseh'n" ("Passage Theater", Hamburg: 27.12.1953)
  • 1955: in der Kategorie "Schauspielerin National" ("Konzerthaus", Karlsruhe: 06.03.1955 (für 1954))
  • 1956: in der Kategorie "Schauspielerin National" ("Schwarzwaldhalle", Karlsruhe: 18.03.1956 (für 1955))
  • 1957: in der Kategorie "Schauspielerin National" ("Schwarzwaldhalle", Karlsruhe: 17.03.1957 (für 1956))
  • 1958: in der Kategorie: "Beliebteste deutsche Schauspielerin" ("Schwarzwaldhalle", Karlsruhe: 16.03.1958 (für 1957))
  • 1987: der Jubiläums-Bambi, gemeinsam mit O. W. Fischer für die 1950er Jahre ("Oberrheinhalle", Offenburg: 10.12.1987)
  • 2002: für das Lebenswerk, ebenso wie Maximilian Schell ("Estrel Convention Center", Berlin: 21.11.2002; Laudatio: Maria Furtwängler)
Die "Lobende Erwähnung" bei den "Internationalen Filmfestspielen von Cannes" (1954) für "Die letzte Brücke", der "Coppa Volpi"1) (1956) bei den "Internationalen Filmfestspielen von Venedig"1) für ihre Darstellung in "Gervaise". Der "Bravo Otto"1) in Gold (1957) bzw. Silber (1958) oder  der New Yorker "Kritikerpreis" (1958) gehören zu ihren weiteren Würdigungen. 1974 wurde sie mit dem "Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland"1) geehrt, 1977 überreichte man ihr das "Filmband in Gold"1) für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film". Das "Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland" konnte sie 1980 entgegennehmen,  am 24. Februar 1983 die "Goldene Kamera"1) für ihre Darstellungen in "Frau Jenny Treibel" und "Der Besuch der alten Dame". Zuletzt ehrte man ihr Schaffen 2002 mit dem "Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst"1) → Auszeichnungen bei Wikipedia.

Das Privatleben der Maria Schell war stets mit der Schauspielerei verbunden: Während der Dreharbeiten zu "Die letzte Brücke" in Jugoslawien machte sie die Bekanntschaft mit dem damaligen Regieassistenten Horst Hächler1), den sie 1957 heiratete. Die Ehe wurde 1965 geschieden. Aus der Verbindung stammt der 1962 geborene Sohn Oliver2), der als Regisseur, Musiker, Bühnenbetreiber und Schauspieler aktiv ist. 1966 heiratete sie den Regisseur Veit Relin1), die gemeinsame Tochter Marie-Therese Relin1) (* 1966) wurde ebenfalls Schauspielerin. Bis zur Scheidung im Jahre 1986 lebte Maria Schell gemeinsam mit Relin in der Schweiz.  
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Maria Schell zurückgezogen auf ihrer Bergalm in Preitenegg1) (Kärnten), wo sie am 26. April 2005 im Alter von 79 Jahren an Herzversagen starb. Wenige Wochen zuvor war sie wegen einer akuten Lungenentzündung in eine Grazer Klinik eingeliefert worden, nach ihrer Entlassung kehrte sie eine Woche vor ihrem Tod in ihr Bauernhaus zurück. Entsprechend dem Wunsch ihres Bruders Maximilian Schell wurde Maria Schell am 30. April auf dem Ortsfriedhof in dem Grab beigesetzt, in dem auch ihre Mutter bestattet worden war → Foto der Grabstelle bei knerger.de und Wikimedia Commons.
Neben Freunden und Kollegen würdigte auch der damalige deutsche Bundespräsident Horst Köhler1) Maria Schell als "große Schauspielerin", er schrieb unter anderem an Maximilian Schell: "Mit Maria Schell haben wir eine große Schauspielerin von Weltrang verloren. Wir erinnern uns alle an die bewegenden Filmauftritte zusammen mit O. W. Fischer, Gary Cooper, Marcello Mastroianni und Marlon Brando. Vielseitig begabt, hat sie mit ihren zu Herzen gehenden Charakterdarstellungen Millionen von Zuschauern berührt und begeistert. Maria Schell steht für eine ganze Epoche anspruchsvoller europäischer Theater- und Filmkunst. Sie bleibt ein Vorbild für junge Schauspielerinnen, weit über den deutschsprachigen Raum hinaus. … Sie haben Ihrer Schwester vor wenigen Jahren mit einer filmischen Biographie ein bleibendes Denkmal gesetzt und uns damit noch einmal das bedeutende Wirken und den großen Menschen Maria Schell vor Augen geführt. Wir alle werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren."
Bundeskanzler Gerhard Schröder1) äußerte in seinem Beileidstelegramm an Schells Bruder Maximilian: "Mit Maria Schell verlieren wir eine der bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen, die dem deutschsprachigen Film seit Beginn der 1950er Jahre ein unverwechselbares Gesicht verlieh. Zusammen mit O. W. Fischer avancierte sie zum Traumpaar des deutschen Films. Sie überzeugte mit ihrer authentischen Darstellung großer Gefühle. … Der deutsche Film verliert mit dem Tod Ihrer Schwester eine der wandlungsfähigsten und empfindsamsten Schauspielerinnen. Mit ihren herausragenden darstellerischen Leistungen und ihrer einzigartigen Persönlichkeit hat sie sich einen bedeutenden Platz in der deutschen und internationalen Filmgeschichte erworben."
 
Mit Maria Schell ging eine der größten Stars des deutschsprachigen und internationalen Nachkriegsfilms. In ihren Rollen zerbarst die zerbrechliche Frau schier vor Energie, die von innen kam und das Äußere zu sprengen schien, sie berührte ihr Publikum mit authentischer Darstellung großer Gefühl. Die Augen leuchteten und traten regelmäßig über, Tränen spülten ihren Weg. "Niemand weint so schön und schnell, wie im Film Maria Schell", hieß ein Reim der 1950er Jahre. Das viel beschworene "Lächeln unter Tränen" wurde zum Inbegriff ihres Gesichts, "Verströmen", nannte sie selbst ihre Darstellungen. "Ich habe ein großes Bedürfnis, mit den anderen zu teilen, verstanden zu werden."
Maria Schell 1971; Ausschnitt aus einem Foto "Bundeskanzler Willy Brandt empfängt Filmschauspieler" (23. Juni 1971);  Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F034159-0024; Fotograf: Engelbert Reineke / Datierung: 23. Juni 1971 / Lizenz CC-BY-SA 3.0. Bis 17. Juni 2007 war im "Deutsches Filmmuseum"1) in Frankfurt a.M. mit der Sonderausstellung "Maria Schell"3) das Schaffen des Stars gewürdigt und Interessierten einen Einblick in die Arbeit und den Nachlass einer der produktivsten Schauspielerinnen der Nachkriegszeit geboten worden. Konzipiert war dieses Projekt als Wanderausstellung und wurde begleitet von einem Katalog und einer Filmreihe; vom 15. Juli bis 28. Oktober 2007 konnte die Ausstellung im Österreichischen Schloss Wolfsberg1) besichtigt werden. Von Maximilian Schell erhielt das Museum im September 2005 den Nachlass3) seiner Schwester Maria zur Vorbereitung einer Ausstellung und einer Publikation. Die Würdigung einer der bekanntesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Films fügt sich in das Profil bisheriger Sonderausstellungen des Hauses, in denen bereits Marlene Dietrich, Romy Schneider, Curd Jürgens und Klaus Kinski vorgestellt wurden. Neben der monografischen Hommage richtet die Ausstellung den Blick auf die film- und mediengeschichtlichen Zusammenhänge, in denen Maria Schells Karriere steht.  
(Quelle: deutschesfilmmuseum.de)
2008 wurde im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße1) (Gebiet Aspanggründe / Euro-Gate) die "Maria-Schell-Straße" nach der bis heute unvergessenen Schauspielerin benannt. Die "Österreichische Post"1) widmete dem großen weiblichen Star der 1950er Jahre, die ein Millionenpublikum in ihren Bann zog und nicht nur ihre Leinwand-Partner mit ihrem umflorten Blick faszinierte,  2015 eine Sonderbriefmarke aus der Serie "Österreicher in Hollywood" → Abbildung bei austria-forum.org.
  
Maria Schell 1971; Ausschnitt aus einem Foto
"Bundeskanzler Willy Brandt1) empfängt Filmschauspieler" (23. Juni 1971) 
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F034159-0024;
Fotograf: Engelbert Reineke / Datierung: 23. Juni 1971 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv, B 145 Bild-F034159-0024 bzw. Wikimedia Commons
Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de
Siehe auch Wikipedia, filmportal.de, tls.theaterwissenschaft.ch, deutsches-filminstitut.de sowie
sowie Pressemitteilung 2007 zur Ausstellung bei
deutsches-filminstitut.de und
den Nachruf bei
www.faz.net
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2)  filmportal.de, 3) deutsches-filminstitut.de
      
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Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, fernsehserien.de, Die Krimihomepage)
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