| Til Kiwe | ||||
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Til Kiwe (auch Til Kive und Till Kiwe) wurde am 7. Juni 1915 in Aachen geboren, wo er auch seine Kindheit
und Jugend verbrachte. Schon früh interessierte er sich für die
"schönen Künste", bereits als Schüler ließ er sich am Konservatorium
seiner Geburtsstadt in Gesang ausbilden. Nach dem Abitur studierte er ab 1934 in Köln und Baltimore
drei Jahre lang Ethnologie, gleichzeitig nahm er in Köln
Schauspielunterricht bei Adolf Manz1) (1885 1949) sowie in Baltimore
am "Studio of Dramatic Art". Während des 2. Weltkrieges musste Kiwe seine Berufspläne unterbrechen, da er zum Kriegsdienst einberufen wurde; er geriet in Gefangenschaft und konnte erst 1946 seine Karriere als Schauspieler beginnen. Erste Auftritte hatte er in München am Experimentiertheater "Die Spieler", im Verlaufe der Jahre erhielt er Engagements an verschiedenen Münchner Bühnen wie beispielsweise an den "Kammerspielen" und am "Bayerischen Staatsschauspiel", wo er bis Anfang der 1970er Jahre viele große Rollen spielte. Ab 1972 war Kiwe am Theater fast ausschließlich als Regisseur tätig und machte sich mit Inszenierungen wie "Der zerbrochene Krug" (von Kleist), "Pygmalion" (von Shaw) oder "Finden Sie, dass Constanze sich richtig verhält?" (von Maugham) einen Namen. Zu seinen bedeutenden Bühneninterpretationen zählen neben klassischen Figuren wie dem Hämon in Sophokles' Tragödie "Antigone" viele moderne Charaktere wie der George in John Steinbecks Schauspiel "Von Mäusen und Menschen", der Jim in Tennessee Williams' Drama "Die Glasmenagerie" oder der Tschang Ling in Klabunds Dichtung "Der Kreidekreis" um nur einiges zu nennen. Großen Erfolg feierte Kiwe auch mit der Rolle des Professor Higgins in Shaws "Pygmalion". Zum Film war Til Kiwe Ende der 1940er Jahre gekommen und übernahm im deutschen Nachkriegskino, aber auch in internationalen Produktionen profilierte Nebenrollen. Renommierte Regisseure wie Rudolf Jugert, Bernhard Wicki, G. W. Papst, Helmut Käutner, Billy Wilder oder John Sturges besetzten ihn an der Seite der damals großen Stars. Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte Kiwe in Streifen wie "Es ist noch nicht zu spät" (1947) oder "Das goldene Edelweiß" (1949) gesammelt, in den 1950er Jahren wirkte er in Erfolgsfilmen wie "Kinder, Mütter und ein General"1) (1954, u.a. mit Therese Giehse), "Es geschah am 20. Juli"1) (1955, mit Bernhard Wicki), "Die Geierwally"1) (1956, mit Barbara Rütting) oder "Der Stern von Afrika"1) (1957, mit Joachim Hansen) mit. Rolf Hansen besetzte ihn in seiner Tolstoi-Adaption "Auferstehung" (1958) an der Seite von Horst Buchholz, Géza von Radványi in seinem Kriegsdrama "Der Arzt von Stalingrad" (1958, mit O. E. Hasse), Helmut Käutner in seiner Zuckmayer-Verfilmung "Der Schinderhannes"1) (1958, mit Curd Jürgens und Maria Schell). Weitere Kinoproduktionen waren unter anderem Wolfgang Schleifs Kriegsabenteuer "Rommel ruft Kairo" (1959), Frank Wisbars Drama "Nacht fiel über Gotenhafen"1) (1959) oder Bernhard Wickis Meisterwerk "Die Brücke"1) (1959). Vor allem in den 1960er und 70er Jahren war Til Kiwe an großen internationalen Kinoproduktionen beteiligt, hierzu zählen Billy Wilders Komödie "One, Two, Three"1) (1961, Eins, zwei, drei), John Sturges' Kriegsfilm "The Great Escape"1) (1963, Gesprengte Ketten), Richard Lesters Satire "How I Won The War"1) (1966, Wie ich den Krieg gewann), Ronald Neames Politthriller "The Odessa File"1) (1974, Die Akte Odessa), John Sturges' Kriegsabenteuer "The Eagle Has Landed"1) (1976, Der Adler ist gelandet) und Rodney Amateaus Satire "Son of Hitler" (1978, Hitlers Sohn). Für das Fernsehen arbeitete Til Kiwe verstärkt seit Ende der 1950er Jahre, bleibt hier vor allem mit seiner Hauptrolle des Kommissar Peters in der Krimiserie "Hafenpolizei"2) in nachhaltiger Erinnerung, den er 1963 in der ersten Staffel dreizehn Folgen lang spielte. Weitere Serienauftritte hatte er beispielsweise in "Die Fünfte Kolonne"2) (1964), "Die Seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger"2) (1966), "Graf Yoster gibt sich die Ehre"2) (1968),"Toni und Veronika" (1970) und "Der Kurier der Kaiserin"2) (1970/71, mit Klausjürgen Wussow). An Einzelproduktionen sind ambitionierte TV-Filme zu nennen, so Franz Josef Wilds Rosa Luxemburg-Geschichte "Die Rote Rosa" (1966) und dessen Shakespeare-Adaption "König Richard II." (1968), weiterhin war Kiwe beispielsweise in den Dokumentarspielen "Der Röhm-Putsch" (1970, von Axel Eggebrecht) und "Die Pueblo-Affaire" (1971, Regie: Peter von Zahn) zu erleben. Til Kiwe schrieb neben seiner umfangreichen Arbeit als Darsteller auch
zahlreiche Drehbücher für Film und Fernsehen, drehte darüber hinaus für die UNESCO als Produzent und Regisseur
mehr als 15 Dokumentarfilme in allen Teilen der Welt, so unter anderem "Menschen, Technik und moderne Waffen"
und "Assuan und seine Folgen". Als Synchronsprecher war er
sich ebenfalls vielbeschäftigt, lieh Stars wie Errol Flynn, David Niven, Douglas Fairbanks jr.,
Paul Meurisse oder Jean Marais
seine Stimme und agierte auch im Synchronstudio als Autor und Regisseur. |
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