Hans Korte wurde am  8. April 1929 in Bochum geboren. Schon als kleiner Junge begeisterte er sich für alles, was mit dem Theater zusammenhing, stand am "Bochumer Schauspielhaus" mit Kinderrollen auf der Bühne und lernte auf diese Weise den Beruf des Schauspielers "von der Pike" auf. Später studierte er Musik, wollte ursprünglich Dirigent werden, doch das Theater ließ ihn nicht mehr los. Ohne je eine professionelle Schauspieler-Ausbildung absolviert zu haben, erhielt er Engagements in Augsburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Kassel, Frankfurt/Main und München. Von 1965 bis 1979 war Korte festes Ensemblemitglied bei den "Münchner Kammerspielen" sowie dem "Bayrischen Staatsschauspiel" (Residenztheater) und beeindruckte beispielsweise als der Besitzbürger und Goldschmied Tilmann Hicketier in "Bürger Schippel" oder als Theobald Maske in "Die Hose"1), den Lustspielen von Carl Sternheim. Klassische Rollen wie der in Mephisto in Goethes "Faust"1) oder der Dorfrichter Adam in Kleists "Der zerbrochne Krug"1) gehörten ebenso zum Repertoire des Charakterdarstellers wie die Brecht-Figuren Galy Galy in "Mann ist Mann"1), der Holzhändler Shlink in "Im Dickicht der Städte"1) oder der Peachum in "Die Dreigroschenoper"1).

Hans Korte als Icharjeff in der TV-Fassung
von Nikolaj Gogols Komödie "Die Spieler" (1963)
Regie: Walter Henn1)
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services;  © SWR

Hans Korte als Icharjeff in der TV-Fassung von Nikolaj Gogols Komödie "Die Spieler" (1963); Regie: Walter Henn; Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; Copyright SWR
Seine außergewöhnliche Schauspielkunst konnte Korte auch als Edgar in Dürrenmatts Totentanz-Paraphrase "Play Strindberg"1) und mit der Titelrolle in dessen "König Johann"1)-Bearbeitung beweisen. Er begeisterte das Publikum bei ausgedehnten Theatertourneen, zeigte sich nicht nur als Schauspieler, verschiedene Inszenierungen trugen seine Handschrift.
Seit Anfang der 1960er Jahre war Korte zudem  vermehrt für das Fernsehen tätig und schnell wurde der Schauspieler, der listig- bohrend mit kleinen Augen hinter einer kantigen und eigenwilligen Brille hervorblickte, einem breiten Publikum bekannt. Oftmals spielte er humorig feiste und verschlagene Typen, Biedermänner, Spießbürger und vermeintliche Größen der Gesellschaft, denen er mit seiner schneidenden Stimme und seiner charakteristischen Gestalt Leben einhauchte. Neben zahlreichen Gastauftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Die Fünfte Kolonne", "Dem Täter auf der Spur", "Der Kommissar", "SOKO 5113", "Tatort" oder "Derrick" sah man ihn beispielsweise 1972 als Architekten Masch in Wedels legendären Mehrteiler "Einmal im Leben – Geschichte eines Eigenheims"2), in der "Grimme-Preis"-gekrönten Kult-Serie "Kir Royal"1) zeigte er sich 1986 als der Polizeipräsident Dr. Adolf und zwei Jahre später als der Guy Lorentz in der Familienserie "Lorentz & Söhne"3).
 
Eindringlich war 1987 auch Kortes Darstellung des Oberstudiendirektors Himmler in "Der Vater eines Mörders" nach der Erzählung1) von Alfred Andersch; hierfür wurde der Schauspieler 1988 mit dem "Deutschen Darstellerpreis"1) des "Bundesverbandes der Fernseh- und Filmregisseure" ausgezeichnet. Ungeheure Popularität erlangte der Mann mit der markanten Hornbrille dann ab 1989 neben Günter Strack als Pfarrer Dr. Dr. Adam Kempfert mit der Rolle des aufbrausenden Bischof Johannes Neubauer in dem Quotenrenner "Mit Leib und Seele"1). Korte zeigte sich als General Erich Schumann in Frank Beyers Zweiteiler "Ende der Unschuld"1) (1991), in Dieter Wedels Mehrteiler "Der Große Bellheim"1) überzeugte er 1992 als ehemaliger Gewerkschaftsboss Max Reuter und wurde für seine Leistung mit dem "Adolf-Grimme-Preis"1) sowie der "Goldenen Kamera"1) geehrt (zusammen mit Dieter Wedel, Heinz Schubert, Will Quadflieg und Mario Adorf); auch in dem Sechsteiler "Der König von St. Pauli"1) (1998) wurde Korte von Wedel besetzt und war in der Rolle des mächtigen Unterwelt-Paten Graf zu sehen. In der Serie "Lutz & Hardy"3) agierte er 1994 als grummeliger Kommissar Robert Lutz, in "Schlosshotel Orth"1) war er 1996 eine Folge lang der Mr. Gerhus und ein Jahr später der Friedrich in der SAT.1-Serie "Kathrin ist die Beste"1). In jüngerer Zeit sah man den Schauspieler als Brauereibesitzer August Meyerbeer in der beliebten ZDF-Serie "Samt und Seide"1), eine Figur, die Korte zwischen 2002 und 2005 verkörperte, 2000 übernahm er die Rolle des Ex-Polizisten Rodenstock in dem Thriller "Brennendes Schweigen"4) mit Uwe Bohm als Partner. Danach agierte unter anderem in den Serien "Der Elefant – Mord verjährt nie"3) (2006) und zuletzt als General a. D. Gruber in der Folge "Bittere Pillen" (2006) aus deutsch-österreichischen Comedy-Serie "Arme Millionäre"1).
 
Bei Kinoproduktionen wirkte Hans Korte eher selten mit, Alexander Kluge besetzte ihn als Richter in "Abschied von gestern"1) (1966), Alfred Vohrer als Obergruppenführer Prall in der Fallada-Adaption "Jeder stirbt für sich allein"1) (1975). Zu Kortes prägnantesten Kinorollen zählt 1977 die Figur des Reichsführers-SS und Chef der Deutschen Polizei Heinrich Himmler1) in Theodor Kotullas "Aus einem deutschen Leben"1), neben Götz George in der Hauptrolle des Franz Lang, der dem Rudolf Höß, SS-Offizier und Kommandant des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, entspricht. In Bernhard Wickis Joseph Roth-Adaption "Das Spinnennetz"1) (1989) mimte er neben Protagonist Ulrich Mühe zwar nur den kleinen Part des Geheimrats Alfred Hugenberg1)
(1865 – 1951), ist mit dieser Figur jedoch in nachhaltiger Erinnerung geblieben.
  
Als Sprecher von Hörbüchern ist Korte vielgefragt, seine Lesungen sind stets sensibel und einfühlsam, mit einem ausgesprochenen Gespür für menschliche Schwächen. DAS große Meisterwerk ist die NDR-Lesung des Romans "Der Untertan" von Heinrich Mann. Seine bärbeißige Art machte die Produktion der Mark-Twain-Erzählungen zu einem Unterfangen von extremem Lachmuskel-Verschleiß, schreibt der LITRATON VERLAG. "Der Vater eines Mörders " von Alfred Andersch oder "Das Versprechen"
1) von Friedrich Dürrenmatt sind einige der weiteren herausragenden Produktionen mit Hans Korte als Sprecher, im August 2006 erschien ein von ihm gelesenes Hörbuch von Patrick Süskinds Bestseller "Das Parfum"1). Zudem umfassen seine Arbeiten als Sprecher seit den 1950er Jahren zahlreiche Hörspiele. Eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier am Ende dieser Seite;  → siehe auch die Übersicht (Auswahl) an Hörspielen und die von Korte eingelesenen Hörbücher bei Wikipedia.
 
Hans Korte, der mit seiner fünften Frau, der Schauspielerin Barbara Rath1) in der Nähe von München lebte, widmete sich in den letzten Jahren vermehrt seinen Hobbys und hatte sich vom Filmgeschäft zurückgezogen. Er befasste sich intensiv mit Geschichte und ist Musikliebhaber. Einer seiner zwei Söhne, Thomas Korte1), hat sich als Puppenspieler einen Namen gemacht.
In erster Ehe war Korte bis Mitte der 1970er Jahre mit der Schauspielerin Karin Eickelbaum2) (1937 – 2004) verheiratet.
 
Der beliebte Schauspieler und Regisseur Hans Korte starb am 25. September 2016 im Alter von 87 Jahren in München; die Beisetzung auf dem Friedhof Riem1) im Münchener Osten fand in aller Stille statt → Todesanzeige bei trauer.sueddeutsche.de sowie Foto der Grabstelle bei knerger,de

Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, filmportal.de

Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) fernsehserien.de, 4) prisma.de
       
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), filmportal.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, prisma.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
   
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia (deutsch/englisch), Krimilexikon, swr.de)
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