|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Auf Druck der Nationalsozialisten musste Walter Rilla dann seine filmische Karriere in Deutschland vorerst beenden, da er sich nicht von seiner jüdischen Frau trennen wollte. 1936 emigrierte er mit seiner Familie nach Großbritannien, wo er schon bald in zahlreichen Filmen Beschäftigung fand. Es waren zwar nur Nebenrollen, dennoch gehörte Rilla in seiner neuen Heimat zu den Schauspielern, die von renommierten Regisseuren wie Harold Young, Robert Siodmak oder Herbert Wilcox in erfolgreichen Produktionen besetzt wurden. Man sah ihn beispielsweise 1937 als Prinz Ernst in dem von Wilcox in Szene gesetzten Historiedrama "Victoria the Great" (Königin Viktoria; mit Anna Neagle) sowie ein Jahr später erneut in dieser Rolle in der Fortsetzung "Sixty Glorious Years"; in dem Abenteuer "Dangerous Cargo" agierte er 1939 als Kommandant Lestailleur, in der Romanze "Black Eyes" war er im gleichen Jahr der Roudine und in dem Thriller "Sabotage Agent" (1943) der Inspektor Otto Vogel. Neben der Schauspielerei arbeitete Walter Rilla in Großbritannien auch als Produzent und Drehbuchautor, verfasste Hörspiele für den BBC und veröffentlichte Romane. Erst 1957 kehrte Walter Rilla, der 1940 die britische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, nach Deutschland zurück. Nahtlos konnte er seine schauspielerische Karriere fortsetzen, erhielt in den folgenden 15 Jahren Rollen in so bekannten Filmen wie "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"2) (1957), "Scampolo"2) (1958), "Der Fälscher von London"2) (1961), "Das Testament des Dr. Mabuse"2) (1962), "Das Siebente Opfer"2) (1964) oder "Grieche sucht Griechin" (1966). Zuletzt sah man den Schauspieler 1971 als Lord Kingsley in "Der Teufel kam aus Akasawa"2) sowie neben Ruth Leuwerik und Martin Held in Franz Seitz' Thomas Mann-Adaption "Unordnung und frühes Leid" (1977) auf der Leinwand. Sporadisch tauchte Rilla weiterhin in internationalen Produktionen auf, etwa in dem Abenteuer "Death Drums Along the River" (1963, Todestrommeln am großen Fluß), dem Actionfilm "Victim Five" (1964, Die Verdammten der Blauen Berge) oder dem Gruselstreifen "The Face of Fu Manchu" (1965, Ich, Dr. Fu Man Chu) mit Christopher Lee. Das Fernsehen bot Walter Rilla ab Mitte der 1960er Jahre ein weiteres Betätigungsfeld: So war er beispielsweise 1966 in "Die Venezianische Tür" (auch Regie) auf dem Bildschirm zu sehen und in der TV-Miniserie "Millionen nach Maß" spielte er 1970 den Sir Charles. An herausragenden Regiearbeiten sind beispielsweise der TV-Dreiteiler "Kümmert euch nicht um Sokrates" (1962/1965/1969; Dialoge von Josef Pieper nach Platon), das Fernsehspiel "Siegfrieds Tod" (1961) oder die erwähnte J. B. Priestley-Adaption "Die Venezianische Tür" (1966) zu nennen. Der Schriftsteller, Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Schauspieler Walter Rilla, von vielen als "Grandseigneur der deutschen Filmindustrie" bezeichnet, starb am 21. November 1980 mit 86 Jahren im oberbayerischen Rosenheim; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Oberaudorf. Seine Verdienste um den deutschen Film waren bereits 1966 mit dem "Deutschen Filmpreis in Gold" gewürdigt worden. Walter Rilla war in erster Ehe mit der Jüdin Theresa Klausner verheiratet; aus der Verbindung stammte der 1920 geborene Sohn Wolf Rilla2), der sich ebenfalls einen Namen als Drehbuchautor und Regisseur machte; Wolf Rilla starb am 19. Oktober 2005. Nach dem Tod seiner Ehefrau Theresa im Jahre 1948 heiratete Walter Rilla 1959 die französische Schriftstellerin Alix Degrelle-Hirth du Frênes. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Link: 1) Murnau Stiftung, 2) Wikipedia | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Textbausteine des Kurzportraits von www.cyranos.ch;
siehe auch Wikipedia Fotos bei film.virtual-history.com |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |