Klausjürgen Wussow wurde am 30. April 1929 in Cammin/Pommern als
Sohn eines Lehrers und Kantors geboren. Er besuchte zunächst in Lünen
die Schule, wurde dann in den letzten Kriegstagen von seiner Familie getrennt und als Soldat
einberufen; ab 1946 beendete er die Schulausbildung in Waren/Mecklenburg.
Ursprünglich wollte Wussow Medizin
studieren, aus politischen Gründen war ihm dies in der DDR jedoch nicht möglich.
Da er Gefallen an der Bühne fand, besuchte er die Schauspielschule des Berliner
Hebbel-Theaters; Roma Bahn und Karl Meixner waren seine Lehrer; 1947 debütierte
er an der Volksbühne in Schwerin und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Wussow
wurde binnen kurzer Zeit auf den Bühnen von Frankfurt, Köln, Zürich, Düsseldorf und München
heimisch. Das Publikum konnte ihn in zahlreichen Rollen sehen, unter anderem in der Titelrolle in
"Don Carlos" oder als Karl Moor in "Die Räuber".
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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Sein Filmdebüt gab er 1958 mit Werner Klinglers "Blitzmädels
an die Front" und danach war er kontinuierlich auf der Leinwand zu
sehen. Besonders Ende der 50er und Anfang der 60er Jahren schwamm er u.a. auf der
Welle der Wallace-Streifen mit; so spielte er 1959 in "Der
rote Kreis", 1961 in der "Der grüne Bogenschütze oder
1964 in "Die Tote von Beverly Hills mit. Die Rollen, die er in weiteren Kinofilmen spielte, waren
überwiegend seichte Unterhaltungsstreifen und forderten wohl kaum sein
eigentliches Talent als Schauspieler.
1964 kam er zur wichtigsten Bühne im deutschsprachigem Raum: Er
wurde an das Wiener Burgtheater engagiert und brillierte in vielen
klassischen Rollen, beispielsweise als "Don Carlos",
"Faust", "Mephisto" und "Egmont". 1986 verabschiedete er sich von
der Bühne des Wiener Burgtheaters mit der starken Rolle des Horatio
in "Hamlet". Er war so erfolgreich und
beliebt, dass er sogar die österreichische Ehrenstaatsbürgerschaft erhielt.
Doch dies war nur der Anfang. Der Ordenregen, der seit damals auf den Schauspieler
niederging, ist beachtlich: So bekam er 1985 den Bambi, 1987 eine
Ehrenprofessur und 1997 den Bundesverdienstorden. Mit dem Theatererfolg
kamen dann auch die Fernsehangebote, die letztendlich seine Laufbahn bestimmen sollten.
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Klausjürgen Wussow und Ingrid van Bergen
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
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Als er 1985 die Rolle des Dr. Brinkmann in der "Schwarzwaldklinik"
annahm, war er damit nicht nur "der" Wegbereiter der Ärzteschwemme
auf allen Fernseh-Kanälen, sondern
gewann auch enorm an Popularität, obgleich er auch schon in den 60er und 70er Jahren mit
"Soldatensender Calais" (1960), "Sechs Pistolen jagen Professor Z" (1966),
"Der Kurier der Kaiserin" (1970) und "Sergeant Berry" im
Fernsehen zu sehen war;
außerdem hatte er Rollen in "Tatort" und "Derrick" gespielt.
Die "Schwarzwaldklinik", die Mutter aller Arztserien,
startete am 22. Oktober 1985. Klausjürgen Wussow als Professor
Brinkmann wurde zum Prototyp aller TV-Ärzte, die nach ihm kamen.
Er war menschelnd, mit persönlichen Problemen, gütig. 70 Folgen der Erfolgsserie
wurden bis 1989 produziert. Auch international wurde die "Schwarzwaldklinik" ein
Erfolg, die Serie wurde in insgesamt 42 Länder verkauft und gehört damit neben
"Derrick" zu den Bestsellern des ZDF im Ausland. An den Drehorten im Schwarzwald hatte die Serie zudem einen Touristenboom ausgelöst.
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In den Zeiten Dr. Brinkmanns war Wussow seit 1960 in zweiter Ehe mit der
österreichischen Schauspielerin Ida Krottendorf (1927 1998) verheiratet; der Ehe entstammen zwei Kinder,
die beide in die Fußstapfen der Eltern getreten sind: Tochter Barbara ist
ein viel gefragter TV-Star und auch Sohn Sascha gab 1987 im "Erbe
der Guldenburgs" sein Schauspieldebüt. Die langjährige Ehe der Wussows
zerbrach leider und Klausjürgen verließ seine Frau mit 61 Jahren. Nach der Scheidung
(1991) von
Ida Krottendorf, die im Sommer 1998 an Krebs starb,
folgten Auseinandersetzungen mit den Kindern Sascha und Barbara,
die medial ausgetragen und von der Yellow-Press entsprechend ausgeschlachtet wurden.
Tochter Konstanze stammt aus Wussows ersten Ehe mit Jolande Frantz.
Das Foto, welches Wussow 1983 mit seiner Frau Ida Krottendorf
zeigt, wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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1992 fand der Schauspieler ein neues privates Glück, heiratete
in dritter Ehe die 26 Jahre jüngere Journalistin Yvonne Viehöher, die er bei einem Interview kennen
gelernt hatte; aus der Ehe stammt Sohn Benjamin. Aber
auch dieser Ehe war "nichts für die Ewigkeit" und der schmutzige
Scheidungskrieg gab den einschlägigen Gazetten dauerhafte Nahrung;
2003 wurde die Verbindung nach einem mehr als einem Jahr andauernden Rosenkrieg
und mehreren geplatzten Scheidungsterminen endlich per Gerichtsbeschluss
getrennt. Seit geraumer Zeit lebte Wussow mit der Witwe von Boxlegende Bubi Scholz in
Berlin, 2004 heirate das Paar ohne jeglichen Medienrummel. Wussow hatte zuletzt in einem Interview bedauert,
sein Leben lang von den Frauen ausgenutzt worden zu sein, ohne Sabine Scholz würde er auf der Straße stehen.
Wie die Presse berichtete, lebt der
Schauspieler seit Juli 2006 aufgrund von gesundheitlichen Problemen in einem Pflegeheim in der Nähe von Berlin.
Zuletzt ging durch die Medien, dass sich der Gesundheitszustand des
ehemaligen Stars dramatisch verschlechtert habe. Der 77-Jährige erlitt einen
Herz-Kreislaufkollaps sowie mehrere Schlaganfälle und befand sich auf der Intensivstation.
Am 19. Juni 2007 verlor der beliebte Schauspieler nach längerem
Klinikhausaufenthalt den Kampf gegen seine Krankheit; er verstarb im Alter
von 78 Jahren in Berlin.
Der Gedenkgottesdienst für den beliebten Schauspieler fand am 30. Juni 2007
in der überfüllten Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche statt,
Familie, Freunde, Weggefährten und zahlreiche Fans nahmen Abschied von dem
"Sympathieträger der erfolgreichsten deutschen Serie", wie ZDF-Intendant Schächter
die Fernsehlegende würdigte. "Er hat den Zuschauern ein besonderes Stück Menschlichkeit nach Hause
gebracht", mit seiner "charismatischen Souveränität" habe er sich selbst im Fernsehen ein Denkmal
gesetzt, sagte er unter anderem weiter. Fernsehpfarrer Jürgen Fliege hielt
eine bewegende Predigt, in der er unter anderem die "väterliche
Ausstrahlung" des Schauspielers hervorhob. Nach der Trauerfeier wurde
Wussow auf dem Friedhof an der Trakehner Allee in Berlin-Charlottenburg
beigesetzt, wo sich auch die Gräber vieler prominenter Kollegen und
berühmter Künstler befinden.
Wussow war Mitbegründer der "Kinderkrebsnachsorgestiftung"
und beteiligte sich aktiv an Tierschutz-Projekten. Seine freie Zeit verbrachte
er viele Jahre lang er
mit Musik, Literatur und Malen. Vom Stil ähneln Wussow's Bilder sehr den Werken von Emil Nolde.
Günstiger als die Ölbilder zu haben und ebenfalls mit Wussow'schem Echtheitszertifikat
ist die Kinderlieder CD "Wenn das Bärchen Bauchweh hat".
Wussow war Mitglied der Wiener Künstlervereinigung "Die Spirale", hatte bereits mehrere Ausstellungen
veranstaltet und Lyrikbände veröffentlicht
Beruflich hatte Deutschlands Paradearzt den weißen Kittel noch lange
nicht an den Nagel gehängt. 1996 feierte Wussow ein Comeback als Fernseharzt in
"Klinik unter Palmen". Nach "Auf des Messers Schneide" und
"Schwarzwaldklinik" war dies seine dritte Arztrolle.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
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Dass die Fan-Gemeinde immer noch groß ist, bewies das jüngste
Special "Die Schwarzwaldklinik Die nächste
Generation", welches das ZDF Ende Februar 2005 ausstrahlte und
damit das 20-jährige Bestehen der erfolgreichsten deutschen Fernsehserie
aller Zeiten feierte. Zwei Jahrzehnte nach den ersten Dreharbeiten für die
legendäre ZDF-Serie sah man Wussow erneut als Professor Brinkmann
auf dem Bildschirm, aus Altersgründen spielte er diesmal jedoch nicht mehr den
Chefarzt. Die melodramatische Geschichte knüpfte an Dr. Benjamin Brinkmann
(Alexander Wussow) an, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und
als Assistenzarzt in der Schwarzwaldklinik arbeitet. Auch alle anderen
ehemaligen Stars der legendären Serie waren mit von der Partie, so
Gaby Dohm als Dr. Christa Brinkmann, Sohn Udo alias Sascha Hehn, Eva-Maria Bauer als ehemalige
Oberschwester
Hildegard und Evelyn Hamann als Haushälterin
Carsta Michaelis sowie viele mehr und
selbstverständlich Kausjürgen Wussow als Dr. Brinkmann.
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