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Dort hatte er einen glänzenden Start mit der Fallada-Revue "Jeder stirbt für sich
allein", die unter der Regie Peter Zadeks das Publikum und Kritik begeisterte; hohes Kritikerlob
ernteten auch die drei Inszenierungen von Hans Neuenfels
"Penthesilea", "Die Schwärmer" und "Balkon".
Gobert selbst inszenierte unter anderem Zuckmayers "Hauptmann von Köpenick",
als Schauspieler brillierte er beispielsweise als "Salieri" in Peter Schaffers
"Amadeus". Trotz dieser und anderer Erfolge und deutlich steigender Zuschauerzahlen
war man in Berlin nicht
zufrieden, bemängelt wurde, dass er keine großen und prägenden Regisseure an das Haus binden konnte,
sein Programm-Konzept wurde als konformistisch kritisiert;
der Vertrag wurde über 1985 hinaus nicht verlängert. Von den Berliner
Theaterzuschauern verabschiedete Gobert sich im Frühjahr 1985 mit der Titelrolle
in Schillers "Wallenstein".
Der enttäuschte Gobert, der nicht ohne Groll von Berlin schied, schlug die angebotene Leitung des
"Bayerischen Staatsschauspiels" aus und sollte statt dessen ab
September 1986 als Nachfolger Ernst Haeussermanns die Direktion des Wiener
"Theaters in der Josefstadt" übernehmen. Noch bevor er seine ihn sehr lockende neue Wiener Intendanz antreten und mit
"Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" seinen Einstand geben konnte, erlag er am 30. Mai 1986 im
Alter von nur 60 Jahren in seinem Wiener Haus im Vorort Salmannsdorf einem Herzversagen. |
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Zum Film war der Schauspieler 1955 gekommen und hatte sein Leinwanddebüt als zurückhaltender Playboy Bubiblanca
in "Ein Herz voll Musik" gegeben; 1956 war er als Möchtegern-Casanova Freddy Evans
in "Der Mustergatte" zu sehen, 1958 spielte er in "Hoch klingt der
Radetzkymarsch" einfach komisch den Prinz Carl von Heymendorf,
der sich als Schürzenjäger feiern lässt,
obwohl ihn Frauen in panische Angst
versetzen.1959 übernahm Gobert die Rolle
des Seemanns Kai Brinkmann in "Paradies der Matrosen"; seine wohl
profilierteste Chargenrolle während seiner Laufbahn als Filmschauspieler war wohl 1962
der Prinz Orlofsky in "Die Fledermaus". Zuletzt war er 1986 im
Fernsehen als Konsul Dürckheimer in der TV-Serie "Kir Royal" zu
sehen.
Goberts Arbeiten für Kino und Fernsehen beschränkten sich wegen
seiner intensiven Theaterverpflichtungen auf die 50er und 60er Jahre, doch
immerhin wirkte er in dieser Zeit in rund 40 Spielfilmen mit. Zunächst war er
nur in seichten musikalischen Unterhaltungsfilmen zu sehen und verkörperte
meist den "Sohn aus gutem Hause", der er im wirklichen Leben ja auch
war. Er stattete diesen Typus Mann eindrucksvoll mit einer blasierten Haltung,
exaltierter Gestik und gepflegten nasalen Stimme aus; er war der Snob, dem man
nichts vormachen konnte und der alles besser wusste. Auch als abgewiesener,
unfreiwillig komischer Liebhaber oder liebenswürdiger Intrigant prägte er
mit seinem Stil, unterspielten Gags und pointierten Bonmots auch ansonsten
eher mittelmäßige Filme. (Quelle: "Lexikon der deutschen
Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz |
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