Wirken am Theater (Auszug) / Filmografie / Hörspiel
Kurt Meisel um 1975; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1975; Copyright Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 118/8) Kurt Meisel wurde am 18. August 1912 als Kurt Franz Joseph Meisel in Wien geboren und stammte aus einer Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch des Realgymnasiums seiner Geburtsstadt und der Matura, dem österreichischen Abitur, begann er zunächst ein Jurastudium, entschloss sich dann aber, Schauspieler zu werden. Meisel machte ein Volontariat am Wiener "Volkstheater"1) bei Rudolf Beer1) (1885 – 1938) und erhielt anschließend 1933 ein erstes Engagement bei Otto Falckenberg1) (1873 – 1947) an den "Münchner Kammerspielen"1). Sein Bühnendebüt hatte er mit einem kleineren Part in dem Shakespeare-Stück "Wie es Euch gefällt"1) gegeben, ein Jahr später erhielt er eine seiner ersten wichtigen Rollen  in dem Lustspiel "Die Journalisten"1) von Gustav Freytag1). Eine weitere Verpflichtung führte den Schauspieler Ende 1934 zu Detlef Sierck1) (= Douglas Sirk)  nach Leipzig an das "Alte Theater"1), wo Meisel zwei Jahre lang auf der Bühne stand. Zur Spielzeit 1936/37 erhielt er ein Engagement am das Berliner ""Preußischen Staatstheater"1), wo er in Inszenierungen von Intendant Gustaf Gründgens (1899 – 1963), aber auch Jürgen Fehling1) (1885 – 1968) und Ulrich Erfurth (1910 – 1986) schauspielerische Erfolge verbuchen konnte, unter anderem als Graf Konrad von Klingsberg in August von Kotzebues1) Lustspiel "Die beiden Klingsberg" (1941) oder als Weinberl in der Nestroy-Posse mit Gesang "Einen Jux will er sich machen"1) (1943).
Nach Ende des 2. Weltkrieges spielte Kurt Meisel bis Mitte der 1950er Jahre vor allem an Berliner Bühnen, Teilverträge schloss er zwischen 1947 und 1960 mit den "Münchner Kammerspielen", dem Wiener "Burgtheater"1) und dem Wiener "Theater in der Josefstadt"1) ab.
 

Kurt Meisel um 1975
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Alfred Cermak → Bildarchiv Austria; Datierung: um 1975
© Alfred Cermak / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 118/8)

Mit Beginn der Spielzeit 1960/61 berief man ihn zum Oberspielleiter und Schauspieler an das "BayerischeStaatsschauspiel1). Nach einem heftigen Konflikt mit einem Teil der Münchner Theaterkritiker – unter anderem mit Walther Kiaulehn1) (im "Münchner Merkur"1) und in der "Abendzeitung") – resignierte Meisel Anfang 1964 vorzeitig und ging nach Wien, wo er ab 1966 vier Jahre lang als Oberregisseur und stellvertretender Direktor am "Burgtheater" fungierte; gleichzeitig übernahm er Lehraufträge am "Mozarteum"1) in Salzburg und an der "Filmakademie Wien"1).
Im Mai 1972 übernahm Meisel als Nachfolger von Helmut Henrichs1) bis 1983 die Intendanz des "Bayerischen Staatsschauspiels" und wurde somit auch Chef des "Residenztheaters"1), wo er sich, wie schon in den 1960er Jahren, vor allem als Regisseur einen Namen machte und die Bühne entscheidend prägte, aber auch als Schauspieler Erfolge feierte  – beispielsweise als Philipp II.1) in "Don Karlos"1) von Friedrich Schiller1) mit Joachim Bißmeier1) in der Titelrolle (1974, Regie: Hans Schweikart1)) oder als Alceste in "Der Misanthrop"1) von Moličre1) (1975, Regie: Frank Baumbauer1)). Für Ingmar Bergman1) gab er den Offizier in "Ein Traumspiel"1) (1977) von August Strindberg1) und den Andrej Sergejewitsch Prosorow in "Drei Schwestern"1) (1978) von Anton Tschechow1), gestaltete 1981 den Isidor Isaac Rabi1) in "In der Sache J. Robert Oppenheimer"1) von Heinar Kipphardt1) mit Hans-Michael Rehberg als J. Robert Oppenheimer1) (Regie: Dieter Giesing1)). Weitere herausragende Rollen waren der Feldhauptmann in "Mutter Courage und ihre Kinder"1) von Bertolt Brecht1), mit Ruth Drexel in der Titelrolle (1982, Regie: Rolf Stahl) und der Moritz Meister in "Über allen Gipfeln ist Ruh" von Thomas Bernhard1) (1983, Regie: Horst Sachtleben) mit unter anderem Edda Seippel (Meisters Frau Anne) und Walter Schmidinger (Der Verleger).
   
Szenenfoto mit Kurt Meisel 1952 in "König Richard II." von William Shakespeare am Berliner "Schiller Theater"; Regie: Heinz Hilpert; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004003_018); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 29.01.1952; Quelle: www.deutschefotothek.de

Szenenfoto mit Kurt Meisel 1952 als Titelheld
in dem Shakespeare-Drama "Richard II."1) 
am Berliner "Schillertheater"1)
Regie: Heinz Hilpert1)   
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004003_018)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 29.01.1952
Quelle: www.deutschefotothek.de 
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

  
Viel Beachtung fand am "Residenztheater" seine Inszenierung von Schillers "Maria Stuart"1) mit Christine Ostermayer in der Titelrolle und Ursula Lingen als Elisabeth I.1), hierüber schrieb Joachim Kaiser1) in der "Süddeutschen Zeitung"1) (SZ, 13.01.1981) unter anderem: "Offenbar knüpft Kurt Meisel beim inszenieren etwas bei der Burgtheatertradition an, an eine Überlieferung, die ein Drama nicht gegen den Strich kämmen, sondern aus seinen Spannungen heraus vorführen will. Meisel stellte die Szenen nicht um, sondern beließ ihnen ihren Rhythmus. Er erleichterte seinen Schauspielern auch die Aufgabe nicht, in dem er umdeutete, etwa den Leicester zum Oscar-Wilde-Dandy oder den Pauler zum preußischen Haudegen machte. Wenn jemand freilich derart bar zahlt, sieht man, wie reich oder arm der Betreffende ist."*) Letztmalig trug am "Residenztheater" die Shakespeare-Komödie "Viel Lärm um nichts"1) (Premiere: 18.05.1983) seine Handschrift, unter anderem mit Ursula Lingen als Beatrice und Walter Schmidinger als Benedikt, "ein junger Edelmann von Florenz". C. Bernd Sucher1) notierte in der "Süddeutschen Zeitung" (20.05.1983): "Der mit dieser Arbeit scheidende Intendant hat nie verheimlicht, daß ihm Regietheater, wie es seine jüngeren Kollegen anderswo machen, nicht liegt. Radikale Auseinandersetzungen lehnt er ab, schätzt Werktreue und kann modische Mätzchen nicht leiden. (…) Kurt Meisels Abschied vom "Residenztheater" ist munter. Nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge scheidet er, sondern aufgeräumt, konsequent selbstzufrieden, unbekümmert.*)
   
Danach war Meisel wieder fast ausschließlich der "Künstler fürs Publikum", spielte Theater in Wien, Hamburg, Stuttgart und Berlin oder filmte in Paris. So feierte er beispielsweise 1987/88 am Hamburger  "Thalia Theater"1) Triumphe als der der halb blinde Midge Carter in Herb Gardners1) Broadway-Hit "Ich bin nicht Rappaport" mit Will Quadflieg als Partner bzw. Nat Moyer, war an den "Hamburger Kammerspielen"1) seit der Premiere am 2. März 1989 ein umjubelter George Bernard Shaw1) in "Geliebter Lügner", einem als Bühneversion aufbereitetem Briefwechsel Shaws mit der Schauspielerin Stella Patrick Campbell1), dargestellt von Ehefrau Ursula Lingen; Gastspiele mit dem Tourneetheater "Münchner Tournee" schlossen sich an. 1990 glänzte er ebenfalls an den "Kammerspielen" als Großindustrieller Rudolph Herrenstein in Thomas Bernhards "Elisabeth II."1), bei den "Salzburger Festspielen"1) verkörperte er 1992 und 1993 den Caesar-Mörder Brutus1) in dem Shakespeare-Drama "Julius Caesar"1) an der Seite von Martin Benrath in der Titelrolle (Regie: Peter Stein1)). 
Erstmals war Meisel 1951 in Salzburg als Oliver in der Shakespeare-Komödie "Wie es euch gefällt"1) unter der Regie von Gustaf Gründgens aufgetreten, 1953 folgte der Casca in "Julius Caesar" mit Werner Krauss in der Titelrolle (Regie: Josef Gielen1)), 1955 und 1956 der Teufel im "Jedermann"1) von Hugo von Hofmannsthal1) mit Will Quadflieg als "Jedermann" (Regie: Ernst Lothar1)) sowie 1956 der Brackenburg in Ernst Lothars Inszenierung von Goethes "Egmont"1), ebenfalls mit mit Will Quadflieg in der Titelrolle. 1968 erlebte man ihn als Baron Neuhoff in dem Hofmannsthal-Lustspiel "Der Schwierige"1) an der Seite von Helmuth Lohner als Hans Karl Bühl (Regie: Rudolf Steinboeck1)) und 1985 als Don Pelayo in "Der seidene Schuh" von Paul Claudel1) (Regie: Hans Lietzau1)). Meisel selbst setzte 1967 das Stück "Der Ostwind" von Leo Lehman in Szene, zwei Jahre später das Zauberspiel "Der Alpenkönig und der Menschenfeind"1) (1969) von Ferdinand Raimund1), mit unter anderem Heinrich Schweiger (Alpenkönig Astragalus) und Josef Meinrad (Herr von Rappelkopf).

"Salzburger Festspiele" 1953 ("Felsenreitschule"1)):
Regiebesprechung und Proben zur Aufführung des Dramas
"Julius Caesar" von William Shakespeare.
Regisseur Josef Gielen gibt Kurt Meisel Anweisungen.
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: United States Information Service (USIS), Datierung: 26.07.1953
© USIS / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 25.635)

"Salzburger Festspiele" 1953 ("Felsenreitschule"): Regiebesprechung und Proben zur Aufführung des Dramas "Julius Caesar" von William Shakespeare. Regisseur Josef Gielen gibt Kurt Meisel Anweisungen. Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: United States Information Service (USIS), Datierung: 26.07.1953; Copyright USIS / ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer US 25.635)
Mit der beeindruckenden Interpretation des alten Ekdal in "Die Wildente"1) von Henrik Ibsen1) (Regie: Thomas Reichert) verabschiedete sich Meisel im Herbst 1993 am "Residenztheater"  von der Bühne (Premiere: 10.10.1993) → Übersicht Wirken am Theater.
 
Neben seiner umfangreichen Arbeit am Theater machte Meisel eine zweite Karriere als Darsteller in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. Bereits 1935 konnte  er sich in dem Bauernschwank "Ehestreik"2) mit einer größeren Aufgabe vor der Kamera beweisen, wurde mit seinen folgenden Filmen jedoch oft auf verführerisch-verschlagene Schurken oder wenig sympathisch-affektierte Typen festgelegt. Zu Meisels Filmen der 1930er und 1940er Jahre zählen unter anderem Detlef Siercks Melodram "Schlussakkord"1) (1936) und Erich Waschnecks musikalische Komödie "Die göttliche Jette"1) (1937), in Herbert Maischs musikalischem Historienstreifen "Nanon"1) (1938) mimte er den jungen Charmeur Hector, zeigte sich in Luis Trenkers Drama "Der Feuerteufel"1) (1940) als Erzherzog Johann1). Veit Harlan besetzte Meisel in den NS-Propagandaproduktionen "Der große König"1) (1942), "Die goldene Stadt"1) (1942) und in dem bis heute zu den "Vorbehaltsfilmen"1) zählenden monumentalen "Durchhaltefilm" "Kolberg"1) (1945). 
Seit den späten 1940er und vor allem in den 1950er Jahren führte Meisel zudem häufig Regie, so beispielsweise bei seinem eigenständigen Kino-Regiedebüt "Tragödie einer Leidenschaft" (1949) nach der Erzählung "Pawlin"1) von Nikolai Semjonowitsch Leskow1). DIE ZEIT notierte damals "Die Vorliebe für Themen aus der alten russischen Literatur hat eine neue, sehr bläßliche Blüte in dem Film getrieben, an dem sich der Schauspieler Kurt Meisel zum ersten Male als Filmregisseur versucht. Ein beinahe typischer russischer Stoff, der zudem durch ein sehr schwerfälliges, erstaunlich konventionelle Mittel strapazierendes Drehbuch noch kompliziert ist, dient, ohne jegliche Beziehung zu einem gegenwärtigen Problem und ohne besondere filmische Kunst zur Darbietung vor allem des eigenartigen Reizes der Joana Maria Gorvin." Weitere Regiearbeiten waren unter anderem die Komödie "Das Sonntagskind"1) (1956) nach Motiven des Bühnenstücks "Schneider Wibbel" von Hans Müller-Schlösser mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle, der Anti-Kriegsfilm "Kriegsgericht"1) (1959) mit Karlheinz Böhm, Christian Wolff und Klaus Kammer als wegen Fahnenfluch angeklagter Marinesoldaten, oder der Krimi "Die Rote Hand"1) (1960) mit unter anderem Paul Hubschmid und Hannes Messemer.
Als Darsteller erlebte man ihn schon kurz nach Kriegsende mit der eindrucksvollen Interpretation der Titelfigur in der DEFA-Verfilmung von Georg Büchners Dramenfragment "Wozzeck"1) (1947), es folgten Auftritte in verschiedenen weiteren Produktionen, etwa als Herr Grundeis in Robert A. Stemmles Kästner-Adaption "
Emil und die Detektive"1) (1954) oder als Oberkellner Philip Youmac in der Krimikomödie "Gestatten, mein Name ist Cox"1) (1955). Zu Meisels letzten Leinwandauftritten zählen die Rolle des Emirs Khan Feofar in der deutsch-italienisch-französischen Jules Verne-Verfilmung "Der Kurier des Zaren"3) (1970) mit John Phillip Law1) als Michel Strogoff, der ehemalige SS-Offizier Alfred Oster in dem britisch-deutschen Thriller "Die Akte Odessa"1) (1974, "The Odessa File2) sowie seine Rolle des Passfälschers Eisenbeiss in Duccio Tessaris Krimi-Melodram "Bitte lasst die Blumen leben"1) (1986) nach dem Roman von Johannes Mario Simmel1). → Übersicht Kinofilme.
Für das Fernsehen übernahm Kurt Meisel seit den 1960er Jahren vermehrt Aufgaben, zeigte sich in verschiedensten TV-Spielen und -Serien, stand auch hier öfter hinter der Kamera → Übersicht TV-Produktionen. Zudem wirkte er bis Anfang der 1970er Jahre sporadisch als Sprecher in Hörspielen mit, eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier.
  
Zum 80. Geburtstag gratulierte ihm der Journalist und Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier1) in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"1) (F.A.Z., 18.04.1992): "Er schuf seinen Theatern wenig Aufregung, gab ihnen Ruhe, manchmal auch Windstille. Er schätzte das Handwerkliche, Wohlgeformte, sich mit seinen Möglichkeiten und Beschränkungen Versöhnende in der Theaterkunst mehr als das Gewagte, groß Gewollte – das trug ihm in aufgeregten Zeiten den Vorwurf des Reaktionären ein. Als Schauspieler pflegte Meisel in späteren Jahren das sensibel-nobel Konventionelle, das ihm manchmal ins Plakative verrutschen konnte. Als Regisseur reüssierte er kaum. Als Theaterdirektor spielte er die glücklichste Rolle dann, wenn er als Ermöglicher auftrat, anderen Temperamenten, wie Ingmar Bergman1) oder Hans Lietzau1), Raum gab, ein glänzendes Ensemble klug zusammenhielt."*)
Der "Bayerische Staatsschauspieler", Intendant und Regisseur Kurt Meisel, der seit 1973 Ehrenmitglied des "Bayerischen Staatsschauspiels" war, starb am 4. April 1994 im Alter von 81 Jahren in einer Wiener Klinik an den Folgen eines Schlaganfalls. "Charmanter Schurke mit Tiefgang" nannte ihn "Die Welt" (06.04.1994) in einem Nachruf, DIE ZEIT (15.04.1994) titelte "Meise,, Feuerkopf" und schrieb unter anderem: "Der Kopf. Der Kahlkopf. Unmöglich, von Kurt Meisel zu reden, ohne über die beinahe weltberühmte Meisel Glatze zu reden. (…) Der nackte Schädel, das war das eine. Das andere war die Stimme: Meisels hohe, manchmal falsettierende Stimme, die genausogut weich schmeicheln wie eifernd gellen konnte. (…) Mit diesem Schädel und dieser Stimme wirkte Meisel immer wie ein exotischer Krieger, ein Mongole der Wut und des Schmerzes. Doch das war eine wunderbare Täuschung. Denn wenn man genauer hinhörte und hinsah, merkte man schnell, daß das Kriegerische immer durch das Wienerische besänftigt wurde. Daß Kurt Meisel (Wahlspruch: "Theater muß gefährlich sein!") selbst in den schwarzen oder dämonischen Rollen niemals vollkommen eisig und finster zu werden vermochte. Etwas Liebes, fiebernd um Liebe Flehendes hatte er sogar, wenn er die Intriganten, Halsabschneider und Mörder geben mußte." → www.zeit.de
  
Der vielseitige Künstler war seit 1953 mit der Schauspielerin Ursula Lingen, Tochter des legendären Theo Lingen (1903 – 1978), verheiratet, mit der er oft gemeinsam auf der Bühne stand oder sie in seinen Inszenierungen besetzte; aus der Verbindung ging Sohn Christoph (1952 – 1999?) hervor. Die letzte Ruhe fand er in einem ihm ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 168) → Foto der Grabstätte bei knerger.de. Ursula Lingen starb am 20. Oktober 2014 im Alter von 85 Jahren in Wien und wurde an der Seite ihres Mannes beigesetzt.
Die Auszeichnungen, die der Künstler während seiner langen Karriere erhalten hat, können sich sehen lassen: So überreichte man ihm 1952 den "Berliner Kunstpreis"1), 1975 erhielt Meisel den "Bayerischen Verdienstorden"1), ein Jahr später die "Ludwig-Thoma-Medaille"1). 1979 wurden seine Leistungen von der Stadt Wien mit der "Ehrenmedaille in Gold"1) gewürdigt. Vom "Verein der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels" wurde zu Ehren des vielseitigen Künstlers 1997 der "Kurt-Meisel-Preis"1) ins Leben gerufen, der jährlich für herausragende künstlerische Leistungen am "Bayerischen Staatsschauspiel" vergeben wird – erste Preisträgerin war Elisabeth Rath.
Der Nachlass Kurt Meisels wird von der Berliner "Akademie der Künste"1) verwaltet → Kurt-Meisel-und-Ursula-Lingen-Archiv
Quelle (unter anderem: "Henschel Theaterlexikon"*)
Siehe auch Wikipedia, cyranos.ch, filmportal.de
sowie das Interview bei der "Deutschen Welle" (1977)
Fotos bei virtual-history.com
*) "Henschel Theaterlexikon", Hrsg. C. Bernd Sucher (Henschel Verlag, 2010, S. 579/580)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) www.j-verne.de
    
Theater-Wirken (Auszug)
Als Darsteller / Als Regisseur
Quelle (unter anderem): Kurt-Meisel-und-Ursula-Lingen-Archiv sowie
"Henschel Theaterlexikon",  Hrsg. C. Bernd Sucher (Henschel Verlag, 2010, S. 579/580)
(Fremde Links: Wikipedia, sn.at;  R = Regie, UA = Uraufführung, P = Premiere, DE = Deutsche Erstaufführung)
Als Darsteller Als Regisseur
Filme
Kinofilme: als Darsteller / als Regisseur
Fernsehen: als Darsteller / als Regisseur
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: filnportal.de, Murnau Stiftung, Wikipedia,
Die Krimihomepage, deutsches-filmhaus.de, fernsehserien.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, wissen.de)
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