Fritz Straßner wurde am 23. November 1919 als Fritz Pfeifer in München geboren. Er war das uneheliche Kind einer Näherin, die erst nach seiner Geburt von seinem Vater, einem Schuhvertreter, geheiratet wurde. Trotz ärmlicher Verhältnisse ermöglichten es ihm seine Eltern, eine höhere Schule zu besuchen und schon während der Schulzeit stand für den jungen Fritz fest, dass er Schauspieler werden wollte. Nach seinem Schulabschluss nahm er daher Schauspielunterricht, seine angehende Karriere wurde jedoch zunächst durch den 2. Weltkrieg und seine Einberufung zum Arbeits- und Wehrdienst unterbrochen.
Nach 1945 stand Fritz Straßner dann mit einer kleinen Rolle in "Macbeth" an den "Münchner Kammerspielen" erstmals auf der Bühne. Neben seiner Arbeit beim Theater machte er sich schnell beim Rundfunk einen Namen und konzentrierte sich zwischen 1952 und 1970 fast ausschließlich auf diese Tätigkeit. Er wurde mit seiner tiefen, sonoren Stimme in Sendungen wie "Bairisch Herz" oder "Wandertipps" zur Berühmtheit und hatte bald den Beinamen "Die Stimme Bayerns".
Fritz Straßner als der Brandner Kaspar in "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" mit Toni Berger als der Boandlkramer (rechts); eine Komödie um Tod und Leben nach einer Erzählung von Franz von Kobell; Foto (Bildname: 17449-0-06) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR); Copyright BR/Foto Sessner

Ab Anfang der 1960er Jahre war auch das Fernsehen auf den Schauspieler aufmerksam geworden und schnell wurde Straßner in zahlreichen Volksstücken auch einem breiten Publikum bekannt. Besonders profilierte er sich in Stücken von Ludwig Thoma, man sah ihn 1962 als Grillhofer in "Der G'wissenswurm" und in der legendären Krimi-Serie "Die unsterblichen Methoden des Franz Josef Wanninger"1) alias Beppo Brem mimte er den Kriminaldirektor Mitterer. Straßner zeigte sich in so beliebten Serien wie "Königlich Bayerisches Amtsgericht"1) oder "Münchner Geschichten"1) und 1975 begeisterte er auch die Fernsehzuschauer mit seiner Paraderolle in "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben"2), eine Titelfigur, die er am "Münchner Residenztheater" an der Seite von Gustl  Bayrhammer1) als Petrus über 700 Mal gespielt hatte.
 
Fritz Straßner als der Brandner Kaspar in "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben"3)
mit Toni Berger1) (rechts) als der Boandlkramer; eine Komödie um Tod und Leben
nach einer Erzählung von Franz von Kobell
Foto (Bildname: 17449-0-06) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR)
© BR/Foto Sessner

In beliebten Kinderserie "Meister Eder und sein Pumuckl"2) mimte er ab 1979 der Herr Lederer, in "Die Undankbare" 1980 der Inspektor Brandmeier und ein Jahr später stand er für die TV-Serie "Der Gerichtsvollzieher" vor der Kamera. Straßner tauchte beispielsweise Ende der 1980er Jahre in der Familienserie "Die Glückliche Familie"2) als Opa Behringer auf, zuletzt sah man ihn 1993 als Aiblinger-Bauer in "Ein Bayer auf Rügen" sowie als Pater Romuald in "Ora et labora" auf dem Bildschirm. Während seiner langen Kariere als Schauspieler wirkte Straßner in über 200 Sendungen mit, Auftritte in so beliebten Serien wie "Isar 12", "Der Alte", "Der Kommissar" oder "Derrick" gehörten ebenfalls zu seinem Repertoire.
Mitunter stand Straßner zudem vor der Kinokamera, so unter anderem für die Komödie "Die fröhliche Wallfahrt"2) (1956), die Literaturadaption "Heiraten verboten"
2) (1957) oder den Krimi "Kurzer Prozess"2) (1987). Ingmar Bergman besetzte ihn als Doktor Soltermann in seinem Drama "Das Schlangenei" (1977, The Serpent's Egg).
 
Fritz Straßner starb am 7. Februar 1993 im Alter von 73 Jahren in München; seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof von Unterhaching → Foto der Grabstelle bei knerger.deDer BR-Intendant Albert Scharf würdigte ihn damals mit den treffenden Worten: "Fritz Straßner verkörperte bayerische Eigenart, wie sie wirklich ist, nicht auftrumpfend und krachledern, eher still, gescheit, besinnlich, menschlich."3)
Seine Memoiren kann man in "Fritz Straßner – Ein Erinnerungsbuch" nachlesen, welches in Zusammenarbeit mit Hellmuth Kirchammer entstanden ist.
Die amazon-Redaktion beschreibt dieses Buch folgendermaßen: "Er war ein Bayer der besonderen Art, Staatsschauspieler Fritz Straßner: ruhig und bescheiden, ein feiner Herr, sich nie in den Vordergrund drängend, aber auf der Bühne eine kraftvolle Erscheinung von mächtiger Suggestivkraft – gleichviel, ob er heitere oder ernste Rollen spielte. Seine Präsentationen im Rundfunk waren gleichermaßen überzeugend. Sein Beiname – Die Stimme Bayerns – war bald geboren. Dass er im Funk viele eigene Texte las, dürfte den wenigsten bekannt sein. Aus diesem Grund wird Fritz Straßner in diesem Buch mit eigenen Beiträgen auch als Autor vorgestellt. Ein Porträt dieses großartigen Schauspielers, dessen Rollen hier noch einmal im Bild aufleben, wird von Freunden und Kollegen gezeichnet. Chronologische Rollenverzeichnisse vervollständigen die Würdigung des reichen Schaffens dieser beliebten Persönlichkeit."
 
Link: 1) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP,  2) Wikipedia
3) Quelle: www.br-online.de (Seite nicht mehr existent)
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei der Internet Movie Database
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