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| Hans Baur wurde am 8. August 1910 in Eresing bei Landsberg geboren;
über seine frühen Jahre haben die Recherchen nichts ergeben. Mit ca. 22 Jahren begann er
beim Rundfunk in München, als er wegen fehlender
Ausbildung jedoch nach kurzer Zeit wieder entlassen werden sollte,
entschloss er sich, Schauspielunterricht zu nehmen und ließ sich fast zwei
Jahre lang von der bayerischen Staatsschauspielerin Magda Lena (geborene Freiin Magdalena von Perfall,
1883 1940) ausbilden. Ein erstes Engagement erhielt Baur zur Spielzeit 1934/35 an den
"Münchner Kammerspielen",
ein Jahr später wechselte
er an die "Städtischen Bühnen Augsburg", wo er bis 1937 wirkte. Es folgten
Verpflichtungen an den Bühnen in Münster (1937 1939), Essen (194l/42 sowie 1946 1948)
und Frankfurt a. M. (1942 1944). Wegen einer schweren
Krankheit musste Baur in den Kriegsjahren des öfteren pausieren, war
deshalb auch vom aktiven Kriegsdienst entbunden. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde
seit 1948 das "Bayerische Staatsschauspiel München" seine
künstlerische Heimat, dem er bis 1974 als Ensemblemitglied angehörte.
Darüber hinaus gab er viele Gastspiele und war in den letzten Jahren als
Schauspiellehrer tätig. Während seiner Theaterlaufbahn stand Baur mit zahlreichen, überwiegend klassischen Titelrollen auf der Bühne, so in Kleists "Amphitryon", Goethes "Faust" und "Torquato Tasso", Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" oder in Sophokles' "Ödipus auf Kolonos", aber auch mit der Hauptrolle in Brechts "Das Leben des Galilei" zeigte er seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit.
Doch erst mit der Rolle des Amtsgerichtsrat August Stierhammer in den Episoden um das "Königlich Bayerische Amtsgericht"1) avancierte Baur zum Fernsehstar, eine Figur, die er 52 Folgen lang ab 1969 verkörperte. Die Serie, die aus der Feder des Schriftstellers Georg Lohmeier stammte, entwickelte sich bundesweit zum Quotenrenner, viele bayerische legendäre Volksschauspieler wie Gustl Bayrhammer, Maxl Graf, Max Grießer, Ludwig Schmid-Wildy, Fritz Straßner oder Erni Singerl waren mit von der Partie: Die Reihe spielt anno 1912 in der niederbayerischen (fiktiven), verträumten Kleinstadt Geisbach, vor dem dortigen Amtsgericht werden nicht die spektakulären Fälle verhandelt, sondern es geht meist um alltägliche, fast banale Nachbarsstreitigkeiten, zu denen auch schon mal der Tod eines Gockels oder die Aufregung, die das erste Auto im Ort hervorruft, gehören. Amtsgerichtsrat Stierhammer muss trotz oft widersprüchlicher Zeugenaussagen die Wahrheit herausfinden, was ihm mit viel Einfühlungsvermögen und Klugheit, aber auch bemerkenswert eigenwilliger Rechtsempfinden gelingt. Das kriminalistische Genre ließ Baur wohl nicht mehr los, in dem Bayern-Tatort "Weißblaue Turnschuhe" mit Gustl Bayrhammer als Kommissar Veigl mimte er 1973 den Kriminalrat Schneehans, 1975 bis 1977 hieß er in vier weiteren "Tatort"-Episoden aus München nicht mehr Schneehans, sondern war der Kriminalrat Härtinger, der mit Veigl zusammenarbeitete. Gastauftritte in populären Krimireihen wie "Die Fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Derrick" oder "Polizei-Inspektion 1" gehören ebenfalls zu Baurs Filmografie, zu den letzten Fernsehauftritten des Schauspielers zählt unter anderem die Familienserie "Die Wiesingers"2) (1984), welche die Geschichte einer Münchener Bierbrauerfamilie von der Jahrhundertwende bis zum Anfang des 1. Weltkrieges erzählt, sowie die Reihe "Franz Xaver Brunnmayr"3) (1985) mit Gustl Bayrhammer in der Titelrolle eines schlitzohrigen Viehhändlers. Neben seiner Arbeit für Theater und Fernsehen wirkte Hans Baur auch bei vielen Hörspiel- und Hörbuchproduktionen für Kinder mit und las mit seiner sonoren Stimme Geschichten, die Otfried Preußler geschrieben hatte. So hört man ihn unter anderem in "Der Räuber Hotzenplotz", "Die kleine Hexe" und "Das kleine Gespenst". In der Radio-Fassung von "Meister Eder und sein Pumuckl" sprach er den Handwerker Bernbacher, der mit Meister Eder befreundet ist. Der beliebte Charakterdarsteller Hans Baur starb am 21. Dezember 1986 im Alter von 76 Jahren in München; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof der oberbayerischen Gemeinde Feldafing. |
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| Link: 1) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) www.fernsehserien.de | ||
| Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei www.imdb.de | ||
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