Rudolf Vogel
Rudolf Vogel 1965 Rudolf Vogel wurde am 10. November 1900 in Planegg als Sohn eines Verlegers geboren. Er wuchs bei Adoptiveltern auf und wurde noch in den letzten Monaten des 1. Weltkrieges als Soldat eingezogen. Nach Kriegsende absolvierte Vogel zunächst eine Banklehre und nahm später Schauspielunterricht. Sein Bühnendebüt gab er 1924 am Münchner Schauspielhaus und spielte danach – mit Unterbrechungen – bis 1944 am Staatstheater.
Zum Film kam Vogel 1941 und war erstmals in "Venus vor Gericht" auf der Leinwand zu sehen; 1942 spielte er noch den Fernandez in "Einmal der liebe Herrgott sein", dann wurde er erneut als Soldat eingezogen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach Ende des 2. Weltkrieges war er ab 1948 bei den Münchner Kammerspielen engagiert, wo er die großen Klassiker der Bühnenliteratur spielte. Zu seinen Glanzrollen zählten unter anderem der "Franz Moor" in Schillers "Die Räuber", Molieres "Tartuffe" und "Der Geizige", der "Malvolio" in Shakespeares "Wie es euch gefällt", aber auch der "Lucky" in Becketts "Warten auf Godot".
    
   
(Das gezeigte Portrait stammt von dem renommierten Maler Günter Rittner
der es mir freundlicherweise gestattet hat, das Bild zu zeigen; das Copyright liegt bei dem Künstler.)
Im Nachkriegsfilm konnte Vogel schnell Fuß fassen und wurde bald zum beliebten Darsteller profilierter Nebenrollen; seine einzige Hauptrolle war 1956 die eines Ex-Offizier in "K. u. K. Feldmarschall". Mit seiner unverwechselbaren, oft grantigen Mimik spielte er beispielsweise 1955 in "Ich denke oft an Piroschka" den Sandor, 1958 war er der Buffon Parucchio in "Das Wirtshaus im Spessart" oder 1959 der Kammerdiener Lutz in "Alt Heidelberg"; man sah ihn 1960 als Samuel Gardner in "Frau Warrens Gewerbe" oder zuletzt  1965 als Sebastian in "Heidi" auf der Leinwand.

Rudolf Vogel begann in seinen frühen Filmen als jugendlicher Liebhaber und brachte es schnell zum Charakterkomiker. So spielte er – durchaus mit Abgründen – meist steife Ministerialbeamte, gezierte Tanzlehrer, kuriose Dorffriseure, dickköpfige Autoritätspersonen, warmherzige Väter und grantelnde Pensionsinhaber – und immer wieder Diener, Kellner, Domestiken. Er war ein Komiker der alten Garde und verlieh seinen Rollenfiguren aufgrund seiner hageren Gestalt, der langen Nase, der mitleidig-traurigen Augen und der prägnanten, zischelnden Sprechweise ein unverwechselbares Profil. ("Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz)
 

Seit den sechziger Jahren war er auch ständig im Fernsehen präsent; zuletzt sahen ihn die Fernsehzuschauer 1965 in "Die Pfingstorgel".
Rudolf Vogel erlag am 9. August 1967 in München mit 66 Jahren seinem Krebsleiden. Noch 1966 war ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen worden. Rudolf Vogel war der Vater des 1937 geborenen Schauspielers Peter Vogel, der sich am 21. September 1978 in Wien das Leben nahm.

Siehe auch wikipedia.org
   
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com
1941: Venus vor Gericht 1942: Einmal der liebe Herrgott sein
1947: Zwischen gestern und morgen 1948: Der Apfel ist ab
1948: Das Verlorene Gesicht 1948: Der Herr vom andern Stern
1949: Hans im Glück 1950: Zwei in einem Anzug
1950: Gestörte Hochzeitsnacht 1951: Der Blaue Stern des Südens
1951: Die Verschleierte Maja 1951: Czardas der Herzen
1952: Der Weibertausch 1952: Mönche, Mädchen und Panduren
1952: Vater braucht eine Frau 1953: Feuerwerk
1953: Die Gefangene des Maharadscha 1953: Arlette erobert Paris
1953: Jonny rettet Nebrador 1953: Der Klosterjäger
1953: Muss man sich gleich scheiden lassen? 1953: Musik bei Nacht
1953: Ehestreik 1953: Ein Herz spielt falsch
1953: Fanfaren der Ehe 1954: Das Fliegende Klassenzimmer
1954: Ein Haus voll Liebe 1954: Der Erste Kuss
1954: Mädchenjahre einer Königin 1954: Sterne über Colombo
1954: Sauerbruch – Das war mein Leben 1955: Gestatten, mein Name ist Cox
1955: Griff nach den Sternen 1955: Urlaub auf Ehrenwort
1955: Ein Herz voll Musik 1955: Ich denke oft an Piroschka
1955: Sonnenschein und Wolkenbruch 1955: Die Drei von der Tankstelle
1955: Zwei Herzen und ein Thron 1955: Solang' es hübsche Mädchen gibt
1956: Die Goldene Brücke 1956: Durch die Wälder, durch die Auen
1956: K. und k. Feldmarschall 1956: Opernball
1956: Der Bettelstudent 1956: Bonjour Kathrin
1956: Uns gefällt die Welt 1957: Eine Frau, die weiß, was sie will
1957: Schön ist die Welt 1957: Casino de Paris
1957: Ein Stück vom Himmel 1957: Robinson soll nicht sterben
1957: Die Verpfuschte Hochzeitsnacht 1958: Hula-Hopp, Conny
1958: Die Seeteufel von Angostura 1958: Die Landärztin vom Tegernsee
1958: Wenn die Conny mit dem Peter 1958: Der Veruntreute Himmel
1958: Das Wirtshaus im Spessart 1959: Ein Mann geht durch die Wand
1959: Vergiss mein nicht 1959: Marili
1959: Alt Heidelberg 1959: Du bist wunderbar
1960: Frau Warrens Gewerbe 1960: Oh, diese Bayern!
1960: Der Gauner und der liebe Gott 1960: Pension Schöller
1960: Kriminaltango 1960: Ingeborg
1961: Eheinstitut Aurora 1961: Im sechsten Stock
1961: Heute gehn wir bummeln 1961: Ach Egon!
1962: Die Försterchristel 1962: Der Vogelhändler
1963: Charleys Tante 1964: …und so was muss um 8 ins Bett
1965: Heidi
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