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Bruni Löbel wurde am 20. Dezember 1920 als Brunhilde Melitta Löbel
und viertes Kind eines Fabrikanten im
sächsischen Chemnitz geboren. Sie wuchs zusammen mit ihren drei älteren
Brüdern auf, die beiden Schwestern Ruth und Margot erblickten nach ihr das
Licht der Welt. Ihre jüngste, 1927 geborene Schwester Margot Leonard1)
war während
ihrer aktiven Zeit eine gefragte Synchronsprecherin und die deutsche Standardstimme von Marilyn Monroe, sie spielte
auch teilweise kleinere Rollen im Film und im Fernsehen.2) Schon als Kind wirkte Bruni Lübel bei verschiedenen Schulaufführungen mit, später wurde sie dann an das Stadttheater ihrer Heimatstadt engagiert, wo sie anfangs Kinder- und dann Backfisch-Rollen spielte, so unter anderem 15-jährig in Molières Komödie "Der eingebildete Kranke". Gegen den Willen ihrer Eltern nahm das junge Mädchen Schauspielunterricht bei Sonja Karzau, als diese 1938 an die Münchner Kammerspiele engagiert wurde, folgte ihr Bruni Löbel in die bayerische Metropole, den Lebensunterhalt und die Kosten für den Unterricht finanzierte sie sich als Sekretärin. 1939 erhielt Bruni Löbel ein erstes Engagement bei den Marburger Festspielen und stand als "Hermia" neben dem damals noch unbekannten Gert Fröbe in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" auf der Bühne; im gleichen Jahr gab sie an der Seite der Ufa-Stars Wolf Albach-Retty und Hansi Knoteck ihr Filmdebüt in Ernst Martins Komödie "Heimatland" nach der Operette "Monika" von Hermann Hermecke und Nico Dostal. Einem breiteren Publikum bekannt wurde sie dann 1943 mit ihrer Rolle der "Schellebelle" in Boleslaw Barlogs ambitioniertem Drama "Wenn die Sonne wieder scheint"3) nach dem Roman "Der Flachsacker" des flämischen Autors Stijn Streuvels; ihre Filmpartner waren keine geringeren als Paul Klinger, Paul Wegener und Maria Koppenhöfer.
Auch im Nachkriegsfilm blieb die Schauspielerin eine unverzichtbare Größe und agierte vor allem in den 50er Jahren oft in komischen "Soubretten"-Rollen. Zu ihren Partnern zählten so bekannte Schauspieler wie Martin Held, Curd Jürgens, Hardy Krüger, aber auch Montgomery Clift, Robert Cunningham und Joseph Cotten. Insgesamt wirkte die nur 1,50 Meter große Mimin während ihrer Leinwandkarriere in rund 50 Produktionen mit, darunter 1950 als Magda Lehmann in Akos von Ratonys Schwank "Absender unbekannt" (auch "Paulchen und die Mädchenschule") oder als "Monika" in Karl Georg Külbs unterhaltsamen Verwechslungskomödie "Die Nacht ohne Sünde" mit Paul Klinger, Grethe Weiser und Karl Schönböck; sie war 1952 neben den Protagonisten Ruth Leuwerik und Dieter Borsche die Lotti Hellwig in Harald Brauns heiteren Geschichte "Vater braucht eine Frau", ein Jahr später die Reni Romana (Irene) in E. W. Emos Lustspiel "Wirbel um Irene" oder 1955 die Lila in der flotten deutsch-amerikanischen Produktion "Vom Himmel gefallen" mit Joseph Cotten und Eva Bartok. Das Fernsehen bot der beliebten Schauspielerin ab den 60er Jahren ein neues Betätigungsfeld und sie war regelmäßig in zahlreichen Stücken auf dem Bildschirm zu erleben. Bruni Löbel wirkte in ambitionierten Fernsehfilmen und verschiedensten Serien mit, hatte Gastauftritte in beliebten Krimireihen wie "Der Kommissar", "Derrick", "Polizeiinspektion 1", "Der Alte" oder "SOKO 5113". Zum Serienstar selbst wurde Bruni Löbel 1982 als guter Geist "Frau Rabe" bzw. kratzbürstige Haushälterin in der populären Familienserie "Ich heirate eine Familie" mit Peter Weck und Thekla Carola Wied, seit 1988 nahm sie als sympathische und tatkräftige "Oma Herta" und Schwiegermutter des Försters Martin Rombach (Christian Wolff) ihren festen Platz in der ZDF-Serie "Forsthaus Falkenau"1) ein; verheiratet war sie dort mit Vinzenz Bieler alias Walter Buschhoff4), im richtigen Leben mit ihrem Schauspielerkollegen Holger Hagen. Mit der Figur der liebenswerten "Oma Herta" spielte sich Bruni Löbel achtzehn Jahre lang in die Herzen ihrer Fans, noch bis zum 29. Dezember 2006 kann man sie mit dieser Rolle auf dem Bildschirm sehen. Nach den Dreharbeiten zu dieser 17. Staffel wollte die Schauspielerin kürzer treten und sich mehr ihrem Privatleben widmen. Sie selbst sagte zu ihrer Entscheidung im Dezember 2005 in einem Interview: "Am Anfang war ich der Mittelpunkt. Ich habe die Kinder huckepack getragen und ins Bett gebracht. Aber jetzt sind sie alle erwachsen geworden. Und nur Petersilienbeilage zu sein, lag mir noch nie." Pläne für die Zeit nach "Forsthaus Falkenau" hatte Bruni Löbel wohl etliche, "Ich bin wie ein alter Gesteinsbrocken wenn man ihn aufschlägt, kommen noch sehr viele schöne Kristalle zum Vorschein." meinte sie humorvoll. Doch viel Zeit zur Muße war der beliebten kleinen blonden Dame nicht mehr vergönnt. Bruni Löbel starb am 27. September 2006 im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus im bayerischen Mühldorf am Inn, ganz in der Nähe ihres idyllischen Bauernhauses "Habelhof" bei Ramering in Oberbayern, wo sie seit 1980 ständig lebte. Noch im August hatte sie mit Freunden ihren 85. Geburtstag nachgefeiert, von einem leichten Schlaganfall, einem Sturz und einer Lungenentzündung erholte sie sich dann nicht mehr. Eine ihrer letzten TV-Rollen spielte sie 2006 als Freifrau Almuth von Thalheim in der ARD-Soap "Sturm der Liebe"1) (Folgen 200−214). Dietmar Kleins turbulente Geschichte "Hilfe, die Familie kommt!" wurde erst nach dem Tod der beliebten Schauspielerin Mitte März 2007 ausgestrahlt. Hier gab sie die schrullige, fast schon zickige Mutter des Leo Bredemeyer (Günther Maria Halmer), ehemaliger Chef einer traditionsreichen Installationsfirma, der mit der dynamischen und erfolgreichen Münchner Verlegerin Susanne (Gaby Dohm) verheiratet ist: Anlässlich des 60. Geburtstages von Susanne, beschließt das Paar dem Alltagstrott zu entfliehen und will in dem gemeinsamen Feriendomizil im malerisch-ländlichen Schweden wieder mehr zueinander finden. Doch es kommt alles anders, der umtriebige Leo kann dem süßen Nichtstun kaum etwas abgewinnen, zu allem Überfluss taucht der gesamte Bredemeyer-Clan, samt seiner traditionsbewussten Mutter Adele in der Idylle auf und die fast schon banalen Konflikte beginnen von neuem alles in allem unterhaltsame Fernsehkost, mit einem Wiedersehen der unvergessenen Bruni Löbel. Zahlreiche Ehrungen würdigen das Lebenswerk von Bruni Löbel, unter anderem wurde sie 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, eine "Goldene Kamera" zählt ebenfalls zu ihren Preisen, die sie für ihr herausragendes Wirken als Schauspielerin erhalten hat. Bruni Löbel war seit 1955 in erster Ehe mit dem Wiener Kabarettisten Gerhard Bronner1) (1922 2007) verheiratet, von dem sie 1959 wieder geschieden wurde; aus dieser Verbindung stammt der 1955 geborene Sohn Felix Bronner, der sich als Komponist und Pianist einen Namen gemacht hat. Ihre zweite Verbindung ging die Schauspielerin mit dem Schauspieler und Synchronsprecher Holger Hagen1) (geb. 1915) ein, mit dem sie bis zu dessen Tod am 16. November 1996 glücklich verheiratet war. Mit ihm gemeinsam trat sie in verschiedenen Theater- und Fernsehstücken auf, so beispielsweise 1981 in "Die erste Reise: Karibik" aus der TV-Reihe "Das Traumschiff". Auf der Bühne agierte das Paar unter anderem in "Die Zimmerschlacht" von Martin Walser sowie in "Geliebter Lügner", dem Briefwechsel zwischen George Bernard Shaw und der Schauspielerin Stella Patrick-Campbell. 1995 veröffentlichte Bruni Löbel ihre Lebensgeschichte unter dem Titel "Eine Portion vom Glück. Erinnerungen" und blickt darin humorvoll auf eine über 50 Jahre umfassende Schauspielerkarriere bei Theater, Film und Fernsehen zurück; im Herbst 2003 kamen die Erinnerungen auf der Buchmesse in neuer Auflage als "Meine Portion vom Glück. Erinnerungen" mit 115 zum Teil erstmals veröffentlichten Fotos heraus.
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Link: 1) Wikipedia, 3) Murnau-Stiftung, 4) Kurzportrait
innerhalb dieser HP, 5) www.cyranos.ch 2) Quelle Wikipedia |
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Siehe auch Wikipedia
und www.cyranos.ch
sowie den Nachruf bei www.spiegel.de Fotos bei film.virtual-history.com |
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