Friedrich Wilhelm Bauschulte (Friedrich W. Bauschulte) wurde am 17. März 1923 im westfälischen Münster1) geboren. Er besuchte die Schauspielschule des "Deutschen Theaters"1) in Berlin und wurde unter anderem von  Agnes Windeck (1888 – 1975) unterrichtet. Nach der Ausbildung stand Bauschulte in seiner Heimatstadt Münster auf der Bühne, ein weiteres Engagements führte ihn zwischen 1948 und 1958 nach Bremen. An den "Wuppertaler Bühnen"1) wirkte er bis 1963, um dann zum Ensemble der "Staatlichen Schauspielbühnen"1) Berlins zu wechseln, wo er bis 1986 am "Schillertheater"1) und "Schlosspark Theater"1) wirkte. Dort feierte Bauschulte sowohl in klassischen als auch modernen Stücken Erfolge, gestaltete am "Schillertheater" unter anderem den Alonso, König von Neapel, in Fritz Kortners Inszenierung des Shakespeare-Dramas "Der Sturm"1).  In Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick"1) gab er an der Seite des von Carl Raddatz gespielten Titelhelden den Bürgermeister Dr. Obermüller (Regie: Boleslaw Barlog1)). Man erlebte Bauschulte in O'Neills1) "Fast ein Poet", in Brechts "Leben des Galilei"1) oder in "Die Plebejer proben den Aufstand"1) von Günter Grass1), uraufgeführt am 15. Januar 1966 im "Schillertheater", – um nur einiges zu nennen.
 
Ab Mitte der 1960er Jahre wurde der Schauspieler durch Rollen in zahlreichen Fernsehspielen auch einem breiteren Publikum bekannt. So verkörperte er beispielsweise 1967 in "Die Flucht nach Holland"2), einem Stück über die Flucht Wilhelm II.1) 1918 in die Niederlande, den Politiker
Philipp Scheidemann1), war in dem Krimi "Ein Fall für Goron"4) (1973) der Pariser Beamte Alphonse Gouffé oder in in Wolf Gremms Literaturadaption "Die Schattengrenze"2) (1979) der Ohlshausen. 1990 mimte er den Opa Lindemann in der Serie "Hotel Paradies"1), im gleichen Jahr sah man ihn als als ZK-Sekretär der SED GüntherüMittag1) in dem Dokumenrischen Spielfilm "Wer zu spät kommt – Das Politbüro erlebt die deutsche Revolution"1). Zusammen mit Protagonistin Maria Schell präsentierte er sich er 1995 als Franz Habicht in dem sechsteiligen Sat.1-Familienepos "Der Clan der Anna Voss"5), letztmalig trat er 1997 in dem Film "Ein Unvergessliches Wochenende… auf den Kanarischen Inseln" auf dem Bildschirm in Erscheinung → Übersicht Filmografie.
 
Seit den 1950er Jahren war Bauschulte als Sprecher umfangreich für den Hörfunk tätig, ungeheure Popularität erlangte er ab Herbst 1978, wo er als weltberühmter Amateurkriminologe "Professor von Dusen"1) in zahllosen Folgen (→ siehe hier) der legendären RIAS-Kriminal-Hörspielserie "Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen" auftrat; in zwei Jahrzehnten entstanden insgesamt 79 Folgen der Serie, die heute Kultstatus genießt. Eine kleine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen mit Bauschulte findet man hier.
Auch unter seinen Synchronrollen waren etliche "Dauerbrenner: So lieh er Lieutenant Mike Stone alias Karl Malden in den 1970er Jahren seine prägnante Stimme in der beliebten Krimiserie "Die Straßen von San Francisco" (The Streets of San Francisco), er war die deutsche Stimme von John Hammond alias Richard Attenborough in "Jurassic Park"1), Bernard Blier konnte sich dank Bauschulte in "Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh"1) (1972) auf deutsch verständlich machen. Unvergessen bleibt auch 1975 sein "Signor Rossi" in der italienischen Zeichentrickserie "Herr Rossi sucht das Glück"1).
Zu den weiteren, zahlreichen internationalen Kollegen, die der beliebte Schauspieler synchronisierte, gehörten beispielsweise Peter O. Toole als Tiberius in "Caligula"1) (1979), Sir Alec Guinness als Butler "James-Sir Benson-Mam" in "Eine Leiche zum Dessert"1) (1975, Murder by Death), Richard Widmark als General MacKenzie in "Das Ultimatum"1) (1977, Twilight’s Last Gleaming) sowie Charles Chaplin als Calvero in einer Neu-Synchronisation von "Rampenlicht"1) (1952) → mehr bei synchronkartei.de.
 
Eine große Stimme verstummte – der 1970 zum Berliner "Staatsschauspieler" ernannte Friedrich W. Bauschulte starb nach längerer Krankheit am 28. Mai 2003 im Alter von 80 Jahren in Berlin; er hinterließ Ehefrau Ruth sowie drei Kinder. Die letzte Ruhe fand er auf dem Berliner Evangelischen Kirchhof Nikolassee1) (Feld C) → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons.
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de, 3) Die Krimihomepage, 4) deutsches-filmhaus.de,  5) fernsehserien.de
     
Filme (als Darsteller)
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Fremde Links: Wikipedia, Die Krimihomepage, filmportal.de,
deutsches-filmhaus.de, fernsehserien.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
Einzelproduktionen / Hörspielreihe "Professor van Dusen"
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, krimilexikon.de, vvb.de)
Einzelproduktionen (Auszug) Hörspiele um Professor van Dusen: "Professor van Dusen ermittelt" (als Professor van Dusen) CD-Edition (teilweise)
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de