Dieter Hallervorden; Copyright Ingo Heine Dieter Hallervorden wurde am 5. September 1935 in Dessau geboren; sein Vater Kurt war Flugzeugkonstrukteur bei der Firma Junckers, Mutter Susanne ausgebildete Arzthelferin. Sohn Dieter besuchte zunächst die Grundschule seiner Geburtsstadt, lebte während des 2. Weltkrieges eine Zeit lang gemeinsam mit seiner Familie in Quedlinburg (Harz), um dann nach Kriegsende nach Dessau zurückzukehren und weiter die Grundschule zu besuchen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten – er wurde anfangs von der SED nicht zum Besuch zugelassen – wechselte Hallervorden zur Oberschule, wo er schon mit 17 Jahren im Mai 1953 als einer der Besten des Landkreises sein Abitur machte. Ein Studium der Romanistik an der Ost-Berliner Humboldt-Universität schloss sich an und bereits während seiner ersten Semester arbeitete er als Dolmetscher. 1958 flüchtete Hallervorden in den Westsektor von Berlin, da er Repressalien in der DDR befürchtete – als Dolmetscher kam er mit ausländischen Gästen in Kontakt – und setzte sein Studium an der Freien Universität fort. Neben Romanistik studierte er nun auch Publizistik, mit dem Ziel, politischer Journalist zu werde; nebenher belegte er Vorlesungen in Theaterwissenschaften. Während dieser Zeit verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit diversen Jobs, war unter anderem Bauhilfsarbeiter, Bierfahrer und Gärtner.
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Ingo Heine (Fotograf in Berlin); © Ingo Heine
Als Mitglied der Theatergruppe "La Compagnie des Inconnus" sammelte er erste Erfahrungen auf der Bühne, wenige Zeit später entschloss er sich, die Theaterlaufbahn einzuschlagen, brach sein Studium ab und nahm Schauspielunterricht bei Marlise Ludwig, nachdem er bei der Aufnahmeprüfung für die Max-Reinhardt-Schauspielschule "mangels Begabung" abgelehnt worden war. Kurze Zeit später spielte er erste Rollen bei der Berliner "Tribüne" oder bei den "Vaganten". 1960 gründete Hallervorden gemeinsam mit anderen Kollegen (u.a. Wilfried Herbst) das inzwischen berühmt gewordene politisch-satirische Kabarett "Die Wühlmäuse"1), dessen Leiter er bis heute ist. Er unternahm Tourneen durch den deutschsprachigen Raum und wurde mit seinen Programmen schnell über Berlin hinaus einem breiteren Publikum bekannt. Rasch folgten Angebote von Rundfunk-, Film- und Fernsehproduzenten, eine bundesweite Karriere zeichnete sich ab, die jedoch bei der Ausstrahlung seines Kabarettprogramms anlässlich der Berliner Funkausstellung jäh beendet schien: Hallervorden weigerte sich, bestimmte Passagen seines Programms zu streichen und negierte die Zensurbestrebungen eines Fernsehsenders, was einen Boykott der Mediengewaltigen nach sich zog; fünf Jahre lang blieben die Türen der Rundfunk- und Fernsehanstalten für Hallervorden verschlossen.
Doch der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten, mit seinem satirischen Soloprogramm "Seltsame Begegnung" (1967), welches dann vom WDR aufgezeichnet wurde, gelang Hallervorden der Durchbruch zu einem der beliebtesten Slapstick-Komiker in der deutschen Unterhaltungsszene. Danach ging es Schlag auf Schlag, nicht zuletzt der Erfindung der Kunstfigur "Didi" verdankt Hallervorden seine enorme Popularität bei Film und Fernsehen.
  
Sein Leinwanddebüt hatte der Künstler 1968 mit der Hauptrolle eines alleinerziehenden Vaters in Ralf Gregans Satire "Darf ich Sie zur Mutter machen?" gegeben, ein Jahr später mimte er an der Seite von Liselotte Pulver den Lukas Andreas Martin Schmidt, der in "Die Hochzeitsreise" gemeinsam mit seiner Angetrauten manch irre Situationen meistert muss. Die größten Kinoerfolge waren zweifellos die ab Anfang der 80er Jahre eigens auf Hallervorden zugeschnittene Filme, etwa 1981 die Titelrolle neben Iris Berben in der Gaunerkomödie "Ach du lieber Harry"2) oder die Parodie "Der Schnüffler"2) (1983), vor allem aber mit der Kunstfigur "Didi" machte er in den witzigen Geschichten "Didi – Der Doppelgänger"2)
(1984), "Didi und die Rache der Enterbten"2) (1985), "Didi auf vollen Touren"2) (1986) und "Didi – Der Experte"2) (1987) Furore. Dieter Hallervorden, der Mann mit der großen Nase im zerfurchten Gesicht, setzte seine mimischen Talente stets voll ein, um den schlimmsten Verhältnissen auf den Grund zu gehen. Dabei baute der Zeitgeist-Kabarettist immer auf seine clownesken Verwandlungskünste – mal war er Buchhalter, mal Finanzbeamter, Sportler oder eine schrille Tunte. Zu Hallervordens jüngeren Arbeiten vor der Kamera zählte das vom Bayerischen Rundfunk betreute Filmprojekt "La Isla Bonita – Armee der Stille", in dem er eine tragische Rolle spielt – einen in der Stille des Niemandslandes lebenden kranken alten Zyniker. Regisseur Roland Lang, der auch das Konzept und Drehbuch schrieb, realisiert mit dem 90-Minuten-Spielfilm den zweiten Teil seines multimedialen Porträts der jungen Generation "Armee der Stille" (siehe auch www.didipage.de). In Til Schweigers neuem Film "1 1/2 Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde"2) war er mit der Rolle eines Pferdeverkäufers zu sehen. Schweiger mimte den Ritter Lanze, Julia Dietze die Prinzessin Herzelinde, weiterhin durfte man sich auf Thomas Gottschalk als König Gunther, Udo Kier als Luipold Trumpf und Hannelore Elsner als Hexe freuen; Kinostart war der 18.12.2008. An aktuellen Arbeiten Hallervordens vor der Kinokamera sind Zsolt Bács' Psychothriller "Das Kind" (The Child) und Jos Stellings Drama "Das Mädchen und der Tod" zu nennen, beides Produktionen, die 2012 an den Start gehen sollen.
 
Dieter Hallervorden mit "Olli" Maier, Harald Juhnke und Helga Feddersen; Copyright Virginia Shue
Dieter Hallervorden mit "Olli" Maier, Harald Juhnke und Helga Feddersen
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.  Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Im Fernsehen erhielt Hallervorden 1970 als eiskalter Killer "Köhler" in Wolfgang Menges bissiger Fiktion "Millionenspiel"2) seine erste große Rolle, später wurde er vor allem durch Folgen wie "Abramakabra"2), "Läster-Lexikon" und natürlich seine bis heute erfolgreichste Reihe "Nonstop Nonsens"2) zum Star; seine Sketche und gespielten Witze wie z. B. "Die Kuh Elsa" oder "Die Flasche Pommes Frites" ("Palim Palim") haben Fernsehgeschichte geschrieben. Von der legendären Figur "Didi" hatte der Komiker sich im Frühjahr 1990 mit einer Hundert-Tage-Tournee unter dem Titel "Des Wahnsinns kesse Beute" verabschiedet, um zu seinen Wurzeln, dem eher politisch orientierten Kabarett, zurückzukehren. Auch auf dem Bildschirm gelang Hallervorden Mitte der 1990er Jahre mit der Sendung "Spott-Light"2) diese Rückbesinnung, als scharfzüngiger Satiriker und Gesellschaftskritiker trat er vor sein Publikum und erntete einhellig positive Kritiken. Unzählige Auftritte in Fernsehsendungen und die Arbeit als Moderator der ARD-Show "Verstehen Sie Spaß" (7 Folgen, 1996 – 26.04.1997) folgten.
Im Jahre 2000 sah man Dieter Hallervorden im Fernsehen mit seiner Sitcom "Zebralla" auf dem Bildschirm, 2002 lieh er in der Zeichentrick-Serie "Macius, der kleine König", nach den erfolgreichen "König-Macius-Erzählungen" von Janusz Korczak, dem Fabrikanten seine Stimme.
Auch wenn sich Hallervorden in den letzten Jahren auf dem Bildschirm eher rar machte, übernimmt er doch immer wieder mal Aufgaben vor der TV-Kamera. So tauchte er am 14. September 2010 in der 488. Episode "Blattschuss"3) aus dem Quotenrenner "In aller Freundschaft" auf, in der SAT.1-Komödie "Kissenschlacht"4) (EA: 04.10.2011) zeigte er sich als Harry Vandenberg bzw. Vater der Protagonistin Anna (Nadja Becker). Freuen darf man sich auf die Märchenverfilmung "Die zertanzten Schuhe", wo er als König Karl in Erscheinung treten wird. Premiere feiert "Die zertanzten Schuhe" in der Reihe "Sechs auf einen Streich" im Weihnachtsprogramm 2011 in der ARD, mehr bei www.rbb-online.de.


Ab Anfang März 2004 konnte man Hallervorden auf der Bühne bei seinen "Wühlmäusen" erleben, bis Ende April spielte er die Titelrolle in der Komödie "Dinner für Spinner" von dem französischen Star-Autor Francis Veber. Das Stück handelt von dem liebenswerten Sonderling und leidenschaftlichen Streichholz-Modellbastler François Pignon, der eine Einladung zum Dinner erhalten hat und nicht ahnt, dass sein Gastgeber sich nur über ihn und sein Hobby lustig machen will. Während des Abends stellt sich heraus, dass Pignon ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch ist, der leider das Talent hat, durch seine gutgemeinte Hilfe aus kleinen Problemen große Katastrophen zu machen – wieder mal eine Paraderolle für Dieter Hallervorden. Aufgrund des phänomenalen Erfolgs wurde das Stück im Februar 2006 erneut aufgeführt.

Auch als Sänger machte das Allroundgenie Hallervorden Karriere und brachte mehrere Langspielplatten und Singles heraus; seine erfolgreichste Single war 1978 das Duett mit der schlaksigen Helga Feddersen "Du, die Wanne ist voll", eine Parodie auf den Hit "You're the one that I want" von John Travolta und Olivia Newton John. Blödelsongs wie "Ach wär' ich doch ein Casanova" (1976), "Freibier" (1979), "Punker Maria" (1980), "Ich bin der schönste Mann in unserer Mietskaserne" (1980) oder "Bauernball im Hühnerstall" (1982) wurden weitere Hits.

2005 beging der "Dinosaurier des Spaßfernsehens" und "Pionier der Comedys", wie einige Zeitungen titelten, seinen 70. Geburtstag. Am Vorabend strahlte das Erste die Aufzeichnung der Geburtstagsgala "Mit 70 hat man noch Träume" aus, in der Hallervordern auf der Bühne seiner "Wühlmäuse" erneut alle Register seines komödiantischen Talents zog – unterstützt von Gratulanten wie Helge Schneider, Willy Astor und Nina Hagen. Hallervorden selbst meinte zu seinem "runden" Geburtstag anlässlich eines Interviews in der Sendung "Beckmann" am 19.12.2005: "…das ist nicht schlimm wenn man 70 wird, schlimm ist nur wenn man's nicht wird".

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeugen von Hallervordens Popularität, immer wieder gelang ihm der Balanceakt zwischen Blödelei, Kabarett und scharfer Satire; so erhielt er neben dem "Bambi" (für "Nonstop Nonsens") unter anderem 1996 den "Telestar" für die beste Moderation im Bereich Unterhaltung, 2003 den Ehrenpreis des 3. "Deutschen Comedy Preises" für sein Lebenswerk, am 14. Juni 2005 wurden seine Leistungen mit dem Bayerischen Kabarettpreis gewürdigt. 
 

Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Dirk Dehmel (www.derdehmel.de) sowie des Berliner Schlosspark Theaters
© DERDEHMEL

Dieter Hallervorden; Copyright  DERDEHMEL
Wenige Monate später erschienen im Oktober 2005 die Memoiren des Multitalents Hallervorden unter dem Titel "Wer immer schmunzelnd sich bemüht …", mit dem er mosaikartig auf heiter-ironische Weise sein facettenreiches Leben Revue passieren lässt. Darüber hinaus findet man Abdrucke einiger besonders erfolgreicher von Dieter Hallervorden geschriebener Sketche (mit Anleitung zum Nachspielen) sowie Berichte und Statements von prominenten Zeitgenossen und Mitstreitern. Ein Anhang mit seiner Filmografie bzw. seinen Fernsehproduktionen, eine Liste der Langspielplatten und Singles und ein großer separater Bildteil runden das Buch ab.
Eine ganz besondere Würdigung wurde dem Multitalent Anfang Februar 2007 zuteil: Im Anschluss an die Premiere der Komödie "Die Nervensäge" am 1. Februar 2007 im Anhaltischen Theater Dessau, in der er die Hauptrolle spielt, wurde ihm von Bürgermeister Karl Gröger und Stadtratsvorsitzendem Stefan Exner die Urkunde überreicht. Weil er dem Anhaltischen Theater in Dessau seit Jahren treu ist und sich außerdem für viele Belange seiner Stadt einsetzt, darf sich Dieter Hallervorden nun Ehrenbürger Dessaus nennen. Zuvor hatte er im ausverkauften Anhaltischen Theater die Hauptrolle in der deutschen Erstaufführung des Stücks "Die Nervensäge" gespielt. Das Stück von Francis Veber hatte Didi selbst aus dem Französischen übersetzt. Er spielt darin Francois Pignon, einen lebensmüden Fotografen, der in einem Hotelzimmer Selbstmord begehen will – was ihm aber nicht so recht gelingen will. Die über 1000 Zuschauer bejubelten den 71-Jährigen noch lange, nachdem der letzte Vorhang gefallen war. Dann folgte der große Moment. Auf einem majestätischen, roten Samtstuhl sitzend durfte sich der Komiker gleich mehrere Lobeshymnen anhören. Völlig überraschend war sogar sein einstiger Klassenlehrer zu der Ehrung gekommen. Mit der Ehrenbürgerschaft würdigt Dessau vor allem Hallervordens herausragende künstlerische Leistungen am Anhaltischen Theater, aber auch sein Engagement für seine Geburtsstadt. In seiner Dankesrede blieb Didi dann ganz Kabarettist: "Da ich eine große Begabung habe, Lob und Anerkennung in unbegrenztem Maß ertragen zu können, bin ich heute sehr zufrieden. Ich habe mich sogar ein bisschen gefreut, ein bisschen sehr sogar." (Quelle: www.mdr.de)
 
Anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums stand "Didi" seit Herbst 2008 mit seinem neuen Programm "Stationen eines Komödianten" auch auf der Bühne der "Wühlmäuse", ging gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Harald Effenberg erfolgreich durch etliche deutsche Städte auf Tournee und brachte das Publikum auch 2009 mit diesem kabarettistischen Rückblick zum Lachen. "Vom politischen Kabarett bis zu "Nonstop Nonsens". Vom ersten satirischen Soloprogramm bis zur Marty-Feldman-Hommage! Von Schallplattenhits bis zu "Zelleriesalat und Gitterspeise". Mit diesem Programm serviert Hallervorden ein reichhaltiges Unterhaltungsmenu – bestehend aus den (überwiegend solistischen) Höhepunkten einer Bühnenkarriere fein gewürzt mit diversen Novitäten – heißt es in der Vorankündigung.
Hiermit konnte er sicher auch die Besucher am 27. April 2009 in Bonn begeistern. Doch Hallervorden stand an diesem Abend nicht nur auf der Bühne, sondern gehörte auch zu den Preisträgern des begehrten Kleinkunst- und Comedypreises "Prix Pantheon 2009". Im Rahmen der Galaveranstaltung verlieh ihm die Jury den mit 4.000 Euro dotierten Sonderpreis in der Sparte "Reif und Bekloppt" und würdigte damit das Gesamtwerk des Künstlers bzw. Hallervorden "als Persönlichkeit, der sich und seiner Kunst treu geblieben ist". "Er hat mehrere Generationen im Fernsehen und auf der Bühne begleitet und unser Humorverständnis über Jahrzehnte geprägt. Er bereicherte die deutsche Sprache um Begriffe wie Palim Palim und Zumsel." hieß es in der Begründung weiter.

Neben dem Comedy-Theater "Die Wühlmäuse", dass Hallervorden am Theodor-Heuss-Platz am Berliner Funkturm betreibt, hat er sich nun eine neue Herausforderung gestellt. Seit 10. Dezember 2008 ist er nun auch offiziell Chef des seit Jahren geschlossenen Schlosspark-Theaters in Berlin-Steglitz geworden. Als Intendant der ehemals traditionsreichen Barlog-Bühne übernimmt er ein Theater mit ruhmreicher Vergangenheit: Das Schlosspark-Theater gilt als West-Berliner Traditionsbühne. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten dort unter der Leitung von Boleslaw Barlog (1906 – 1999) unter anderen Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held. Unter Barlog erfolgte die Angliederung des Schlosspark-Theaters als Kammerspiele an das Schiller-Theater. Nach der Schließung des Schiller-Theaters übernahm Heribert Sasse das Haus Anfang der 1990er Jahre als Privatbühne und leitete es bis Sommer 2001. Der Versuch einer Wiedereröffnung durch den Schauspieler Ezard Haußmann und einen Partner im Frühjahr 2003 scheiterte. Zwischen 2004 und Mai 2006 betrieb Andreas Gergen mit dem Musicalkonzern Stage Entertainment im Hintergrund das Theater. Der neoklassizistische Bau steht seit zwei Jahren leer. (Quelle: www.berlinonline.de)
Mit Wirkung vom 1. Dezember 2008 wurden dem 73-Jährigen Hallervorden die Nutzungsrechte an der Bühne für zehn Jahre übertragen, der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit nannte Hallervorden vor Journalisten einen mutigen und engagierten Theatermann, der es schaffen könne, das traditionsreiche Theater aus seinem jahrelangen Dornröschenschlaf zu erwecken. Der Spielbetrieb wurde nach einer umfangreichen Sanierung bzw. Modernisierung am 1. September 2009 mit einer Eröffnungsgala aufgenommen, als Moderator konnte Alfred Biolek gewonnen werden, die Co-Moderation übernahm Klaus Wowereit. 
 
Als erstes stand eine Inszenierung der Regisseurin Katharina Thalbach auf dem Spielplan, in der deutschen Erstaufführung von Daniel Colas' französischen Erfolgsstücks "Die Socken Opus 124" (Premiere: 02.09.2009) war Hallervorden neben Ilja Richter ebenfalls auf der Bühne zu bewundern. Ab Ende September schloss sich Tom Coles satirisches Zwei-Personen-Stück "Es wird Zeit" mit Brigitte Grothum und Michael Degen an, ab Ende November konnte man Dieter Hallervorden erneut in einer deutschen Erstaufführung sehen, in dem Polittheaterstück "König der Herzen" (King of Hearts) von Alistair Beaton. Ab Mitte Dezember 2009 kam dann A. R. Gurneys Erfolgsstück "Love Letters" mit Hannelore Hoger und Peter Sattmann auf die Bühne.
 
Dieter Hallervorden in "Die Socken Opus 124"; Copyright DERDEHMEL
Dieter Hallervorden in "Die Socken Opus 124"
Dieter Hallervorden in "König der Herzen"; Copyright DERDEHMEL
Dieter Hallervorden in "König der Herzen"
Fotos mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Dirk Dehmel (www.derdehmel.de) sowie des Berliner Schlosspark Theaters
© DERDEHMEL

Lessings "Nathan der Weise" vom Deutschen Theater Göttingen, das verfilmte dramatische TV-Duell "Frost/Nixon" (mit Michael Ehnert und Volker Lechtenbrink) über den früheren US-Präsidenten Richard Nixon oder Noëlle Châtelets "Die Klatschmohnfrau" (mit Ingrid van Bergen) werden als weitere Aufführungen genannt, ebenso wie Lesungen mit den Publikumsmagneten Dr. Eckart von Hirschhausen ("Liebesbeweise"), Walter Sittler ("Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war"), Johanna von Koczian ("Kaum zu glauben") oder Charles Brauer ("Erlesene Verbrechen und makellose Morde"). Schauspieler wie Johanna von Koczian, Rosemarie Fendel, Günter Lamprecht, Hannelore Hoger, Michael Degen und Alfred Kirchner sind Namen, die Hallervordens enge Verzahnung mit der Theaterwelt deutlich machen. Gleich zwei Uraufführungen und zwei deutsche Erstaufführungen dokumentieren Risikofreude. "Das Publikum darf mich nicht im Stich lassen, denn Theater ohne Publikum ist wie eine Badewanne ohne Wasser", meint der Hausherr und ist schon beim aktuellen Stichwort "Regietheater" angelangt. "Ich gehe viel ins Theater und habe erlebt, dass manche Inszenierungen nur dann die höheren Weihen erhalten, wenn das Publikum fernbleibt und die Kritik voll des Lobes ist. Das wird es hier nicht geben. Solange ich Verantwortung trage, wird Hamlet seine Ophelia nicht in der Sauna kennenlernen. Ich halte es mit Gründgens' Motto: "Mein Spielplan ist lieber unoriginell als publikumsfremd'", betont er. (Quelle: Westdeutsche Zeitung (WZ) vom 26.8.2009; mehr bzw. zu den aktuellen Inszenierungen bei www.schlossparktheater.de)

Dieter Hallervorden und Jutta Eckhardt bei der Premiere von "ZEBRALLA!" am 4. Februar 2010 im Berliner "Schlosspark Theater"; Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/Copyright Christian Behring

Das Stück "ZEBRALLA!" eine Inszenierung von und mit Dieter Hallervorden nach Motiven der gleichnamigen ARD-Fernsehserie von Frank Lüdecke, steht seit der Premiere (4. Februar 2010) auf dem Spielplan: Die "Familienserie ohne Familie" stellt den Generationenkonflikt auf den Kopf: Der hyperaktive Rentner Jürgen (Dieter Hallervorden), ehemaliger Vertreter für vakuumverpackten Pulverkaffee, zieht nach der hoffnungsfrohen Scheidung von seiner Frau Gertrud (Jutta Eckhardt) bei Sohn Ingo (Jörg Zuch) ein …*)
 

Foto: Dieter Hallervorden und Jutta Eckhardt bei der Premiere von "ZEBRALLA!" am 4. Februar 2010 im Berliner Schlosspark Theater; Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/© Christian Behring (www.christian-behring.com)

Auch der 75. Geburtstag des begnadeten Kabarettisten bzw. Humoristen wurde gebührend gefeiert, Bundespräsident Christan Wulff und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit gratulierten ebenso wie Freunde und Weggefährten. Die ARD widmete ihm am Vorabend (04.09.2010) eine Reportage mit dem Titel "Rückschau: Dieter Hallervorden zum 75. Geburtstag", DER TAGESSPIEGEL (www.tagesspiegel.de) schrieb unter anderem: "Hallervorden mag nie der subtilste Humorist gewesen sein, auch nicht in seiner nunmehr fünfzigjährigen Direktion des Kabaretts "Die Wühlmäuse". Aber den Nerv der deutschen Narreteien hat er als Politspötter erstaunlich oft getroffen. Auch wenn es andere Scherze sind, die eine Mehrheit als zeitlose Hallervorden-Komik assoziieren dürfte."; siehe auch die Artikel zum 75. Geburtstag bei www.welt.de und www.focus.de.

Dieter Hallervorden, der abwechselnd in Berlin sowie in Frankreich in seinem schlossartigen Insel-Domizil in Trégastel (Bretagne) lebt, ist seit 1991 in zweiter Ehe mit Elena Blume verheiratet; aus der Verbindung stammt der im September 1998 geborene gemeinsame Sohn Johannes. Aus Hallervordens erster Ehe mit Schauspielerkollegin Rotraud Schindler2) stammen der 1963 geborene Sohn Dieter Hallervorden jr. und die 1966 geborene Tochter Nathalie Hallervorden2). Beide Kinder standen in frühen Jahren gemeinsam mit ihren Eltern für verschiedenste Produktionen vor der Kamera, Dieter Hallervorden jr. arbeitet heute als Doktor der Germanistik im Saarland, Tochter Nathalie lebt heute in London und ist als Therapeutin tätig.
 
Vereinzelte Textteile des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 139/140
*) Quelle: www.schlossparktheater.de
Link: 1) Webpräsenz des Berliner Kabarett-Theaters, 2) Wikipedia, 3) www.mdr.de, 4) prisma.de
Stand: November 2011
Mehr Informationen zu dem beliebten Künstler gibt es bei www.didipage.de;
siehe auch: www.prisma-online.de und Wikipedia
Autogrammadresse: Dieter Hallervorden, c/o DIE WÜHLMÄUSE
Pommernallee 2 – 4, 14052 Berlin
  
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Wikipedia)
1969: Mehrmals täglich
1969: Die Hochzeitsreise
1973: Was? (Che?/What?)
1981: Stachel im Fleisch
1981: Ach du lieber Harry
1981: Alles im Eimer
1983: Der Schnüffler
1984: Didi und die Rache der Enterbten
1984: Didi – Der Doppelgänger
1986: Didi auf vollen Touren
1988: Didi – Der Experte
1990: Bei mir liegen Sie richtig
1992: Alles Lüge
2008: 1 1/2 Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde
2009: La Isla Bonita – Armee der Stille
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