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Doch der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten, mit seinem satirischen Soloprogramm "Seltsame Begegnung" (1967), welches dann vom WDR aufgezeichnet wurde, gelang Hallervorden der Durchbruch zu einem der beliebtesten Slapstick-Komiker in der deutschen Unterhaltungsszene. Danach ging es Schlag auf Schlag, nicht zuletzt der Erfindung der Kunstfigur "Didi" verdankt Hallervorden seine enorme Popularität bei Film und Fernsehen. Sein Leinwanddebüt hatte der Künstler 1968 mit der Hauptrolle eines alleinerziehenden Vaters in Ralf Gregans Satire "Darf ich Sie zur Mutter machen?" gegeben, ein Jahr später mimte er an der Seite von Liselotte Pulver den Lukas Andreas Martin Schmidt, der in "Die Hochzeitsreise" gemeinsam mit seiner Angetrauten manch irre Situationen meistert muss. Die größten Kinoerfolge waren zweifellos die ab Anfang der 80er Jahre eigens auf Hallervorden zugeschnittene Filme, etwa 1981 die Titelrolle neben Iris Berben in der Gaunerkomödie "Ach du lieber Harry"2) oder die Parodie "Der Schnüffler"2) (1983), vor allem aber mit der Kunstfigur "Didi" machte er in den witzigen Geschichten "Didi Der Doppelgänger"2) (1984), "Didi und die Rache der Enterbten"2) (1985), "Didi auf vollen Touren"2) (1986) und "Didi Der Experte"2) (1987) Furore. Dieter Hallervorden, der Mann mit der großen Nase im zerfurchten Gesicht, setzte seine mimischen Talente stets voll ein, um den schlimmsten Verhältnissen auf den Grund zu gehen. Dabei baute der Zeitgeist-Kabarettist immer auf seine clownesken Verwandlungskünste mal war er Buchhalter, mal Finanzbeamter, Sportler oder eine schrille Tunte. Zu Hallervordens jüngeren Arbeiten vor der Kamera zählte das vom Bayerischen Rundfunk betreute Filmprojekt "La Isla Bonita – Armee der Stille", in dem er eine tragische Rolle spielt – einen in der Stille des Niemandslandes lebenden kranken alten Zyniker. Regisseur Roland Lang, der auch das Konzept und Drehbuch schrieb, realisiert mit dem 90-Minuten-Spielfilm den zweiten Teil seines multimedialen Porträts der jungen Generation "Armee der Stille" (siehe auch www.didipage.de). In Til Schweigers neuem Film "1 1/2 Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde"2) war er mit der Rolle eines Pferdeverkäufers zu sehen. Schweiger mimte den Ritter Lanze, Julia Dietze die Prinzessin Herzelinde, weiterhin durfte man sich auf Thomas Gottschalk als König Gunther, Udo Kier als Luipold Trumpf und Hannelore Elsner als Hexe freuen; Kinostart war der 18.12.2008. An aktuellen Arbeiten Hallervordens vor der Kinokamera sind Zsolt Bács' Psychothriller "Das Kind" (The Child) und Jos Stellings Drama "Das Mädchen und der Tod" zu nennen, beides Produktionen, die 2012 an den Start gehen sollen.
Im Fernsehen erhielt Hallervorden 1970 als eiskalter Killer "Köhler"
in Wolfgang Menges bissiger Fiktion "Millionenspiel"2) seine erste große Rolle, später
wurde er vor allem durch Folgen wie "Abramakabra"2), "Läster-Lexikon"
und natürlich seine bis heute erfolgreichste Reihe "Nonstop
Nonsens"2) zum Star; seine Sketche und gespielten Witze wie z. B. "Die
Kuh Elsa" oder "Die Flasche Pommes Frites" ("Palim Palim")
haben Fernsehgeschichte geschrieben. Von der legendären Figur "Didi"
hatte der Komiker sich im Frühjahr 1990 mit einer Hundert-Tage-Tournee unter dem Titel
"Des Wahnsinns kesse Beute" verabschiedet, um zu seinen Wurzeln,
dem eher politisch orientierten Kabarett, zurückzukehren. Auch auf dem
Bildschirm gelang Hallervorden
Mitte der 1990er Jahre mit der Sendung "Spott-Light"2) diese
Rückbesinnung, als
scharfzüngiger Satiriker und Gesellschaftskritiker trat er vor sein Publikum
und erntete einhellig positive Kritiken.
Unzählige Auftritte in Fernsehsendungen
und die Arbeit als Moderator der ARD-Show
"Verstehen Sie Spaß" (7 Folgen, 1996 26.04.1997) folgten.
Auch als Sänger machte das Allroundgenie Hallervorden Karriere und brachte mehrere
Langspielplatten und Singles heraus; seine erfolgreichste Single war 1978
das Duett mit der schlaksigen Helga Feddersen
"Du, die Wanne ist voll", eine Parodie auf den Hit "You're the one that I
want" von John Travolta und Olivia Newton John. Blödelsongs wie
"Ach wär' ich doch ein Casanova" (1976), "Freibier" (1979), "Punker Maria" (1980),
"Ich bin der schönste Mann in unserer
Mietskaserne" (1980) oder "Bauernball im Hühnerstall" (1982)
wurden weitere Hits.
Eine ganz besondere Würdigung wurde dem Multitalent Anfang Februar 2007 zuteil: Im Anschluss an die Premiere der Komödie "Die Nervensäge" am 1. Februar 2007 im Anhaltischen Theater Dessau, in der er die Hauptrolle spielt, wurde ihm von Bürgermeister Karl Gröger und Stadtratsvorsitzendem Stefan Exner die Urkunde überreicht. Weil er dem Anhaltischen Theater in Dessau seit Jahren treu ist und sich außerdem für viele Belange seiner Stadt einsetzt, darf sich Dieter Hallervorden nun Ehrenbürger Dessaus nennen. Zuvor hatte er im ausverkauften Anhaltischen Theater die Hauptrolle in der deutschen Erstaufführung des Stücks "Die Nervensäge" gespielt. Das Stück von Francis Veber hatte Didi selbst aus dem Französischen übersetzt. Er spielt darin Francois Pignon, einen lebensmüden Fotografen, der in einem Hotelzimmer Selbstmord begehen will was ihm aber nicht so recht gelingen will. Die über 1000 Zuschauer bejubelten den 71-Jährigen noch lange, nachdem der letzte Vorhang gefallen war. Dann folgte der große Moment. Auf einem majestätischen, roten Samtstuhl sitzend durfte sich der Komiker gleich mehrere Lobeshymnen anhören. Völlig überraschend war sogar sein einstiger Klassenlehrer zu der Ehrung gekommen. Mit der Ehrenbürgerschaft würdigt Dessau vor allem Hallervordens herausragende künstlerische Leistungen am Anhaltischen Theater, aber auch sein Engagement für seine Geburtsstadt. In seiner Dankesrede blieb Didi dann ganz Kabarettist: "Da ich eine große Begabung habe, Lob und Anerkennung in unbegrenztem Maß ertragen zu können, bin ich heute sehr zufrieden. Ich habe mich sogar ein bisschen gefreut, ein bisschen sehr sogar." (Quelle: www.mdr.de) Anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums stand "Didi" seit Herbst 2008 mit seinem neuen Programm "Stationen eines Komödianten" auch auf der Bühne der "Wühlmäuse", ging gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Harald Effenberg erfolgreich durch etliche deutsche Städte auf Tournee und brachte das Publikum auch 2009 mit diesem kabarettistischen Rückblick zum Lachen. "Vom politischen Kabarett bis zu "Nonstop Nonsens". Vom ersten satirischen Soloprogramm bis zur Marty-Feldman-Hommage! Von Schallplattenhits bis zu "Zelleriesalat und Gitterspeise". Mit diesem Programm serviert Hallervorden ein reichhaltiges Unterhaltungsmenu bestehend aus den (überwiegend solistischen) Höhepunkten einer Bühnenkarriere fein gewürzt mit diversen Novitäten heißt es in der Vorankündigung. Hiermit konnte er sicher auch die Besucher am 27. April 2009 in Bonn begeistern. Doch Hallervorden stand an diesem Abend nicht nur auf der Bühne, sondern gehörte auch zu den Preisträgern des begehrten Kleinkunst- und Comedypreises "Prix Pantheon 2009". Im Rahmen der Galaveranstaltung verlieh ihm die Jury den mit 4.000 Euro dotierten Sonderpreis in der Sparte "Reif und Bekloppt" und würdigte damit das Gesamtwerk des Künstlers bzw. Hallervorden "als Persönlichkeit, der sich und seiner Kunst treu geblieben ist". "Er hat mehrere Generationen im Fernsehen und auf der Bühne begleitet und unser Humorverständnis über Jahrzehnte geprägt. Er bereicherte die deutsche Sprache um Begriffe wie Palim Palim und Zumsel." hieß es in der Begründung weiter.
Neben dem Comedy-Theater "Die
Wühlmäuse", dass Hallervorden am Theodor-Heuss-Platz am Berliner Funkturm betreibt,
hat er sich nun eine neue Herausforderung gestellt. Seit 10. Dezember 2008 ist
er nun auch offiziell Chef des seit Jahren geschlossenen Schlosspark-Theaters in Berlin-Steglitz
geworden. Als Intendant der ehemals traditionsreichen Barlog-Bühne übernimmt
er ein Theater mit ruhmreicher Vergangenheit: Das Schlosspark-Theater
gilt als West-Berliner Traditionsbühne. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten
dort unter der Leitung von Boleslaw Barlog (1906 1999) unter anderen
Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held. Unter Barlog erfolgte die
Angliederung des Schlosspark-Theaters als Kammerspiele an das
Schiller-Theater. Nach der Schließung des Schiller-Theaters übernahm
Heribert Sasse das Haus Anfang der 1990er Jahre als Privatbühne und leitete
es bis Sommer 2001. Der Versuch einer Wiedereröffnung durch den Schauspieler
Ezard Haußmann und einen Partner im Frühjahr 2003 scheiterte. Zwischen 2004
und Mai 2006 betrieb Andreas Gergen mit dem Musicalkonzern Stage Entertainment
im Hintergrund das Theater. Der neoklassizistische Bau steht seit zwei Jahren
leer. (Quelle: www.berlinonline.de)
Lessings "Nathan der Weise" vom Deutschen Theater Göttingen, das verfilmte dramatische TV-Duell "Frost/Nixon" (mit Michael Ehnert und Volker Lechtenbrink) über den früheren US-Präsidenten Richard Nixon oder Noëlle Châtelets "Die Klatschmohnfrau" (mit Ingrid van Bergen) werden als weitere Aufführungen genannt, ebenso wie Lesungen mit den Publikumsmagneten Dr. Eckart von Hirschhausen ("Liebesbeweise"), Walter Sittler ("Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war"), Johanna von Koczian ("Kaum zu glauben") oder Charles Brauer ("Erlesene Verbrechen und makellose Morde"). Schauspieler wie Johanna von Koczian, Rosemarie Fendel, Günter Lamprecht, Hannelore Hoger, Michael Degen und Alfred Kirchner sind Namen, die Hallervordens enge Verzahnung mit der Theaterwelt deutlich machen. Gleich zwei Uraufführungen und zwei deutsche Erstaufführungen dokumentieren Risikofreude. "Das Publikum darf mich nicht im Stich lassen, denn Theater ohne Publikum ist wie eine Badewanne ohne Wasser", meint der Hausherr und ist schon beim aktuellen Stichwort "Regietheater" angelangt. "Ich gehe viel ins Theater und habe erlebt, dass manche Inszenierungen nur dann die höheren Weihen erhalten, wenn das Publikum fernbleibt und die Kritik voll des Lobes ist. Das wird es hier nicht geben. Solange ich Verantwortung trage, wird Hamlet seine Ophelia nicht in der Sauna kennenlernen. Ich halte es mit Gründgens' Motto: "Mein Spielplan ist lieber unoriginell als publikumsfremd'", betont er. (Quelle: Westdeutsche Zeitung (WZ) vom 26.8.2009; mehr bzw. zu den aktuellen Inszenierungen bei www.schlossparktheater.de)
Dieter Hallervorden, der abwechselnd in Berlin sowie in Frankreich in seinem schlossartigen Insel-Domizil in Trégastel (Bretagne) lebt, ist seit 1991 in zweiter Ehe mit Elena Blume verheiratet; aus der Verbindung stammt der im September 1998 geborene gemeinsame Sohn Johannes. Aus Hallervordens erster Ehe mit Schauspielerkollegin Rotraud Schindler2) stammen der 1963 geborene Sohn Dieter Hallervorden jr. und die 1966 geborene Tochter Nathalie Hallervorden2). Beide Kinder standen in frühen Jahren gemeinsam mit ihren Eltern für verschiedenste Produktionen vor der Kamera, Dieter Hallervorden jr. arbeitet heute als Doktor der Germanistik im Saarland, Tochter Nathalie lebt heute in London und ist als Therapeutin tätig. |
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Vereinzelte Textteile des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen
Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz,
Ausgabe 2000, S. 139/140 *) Quelle: www.schlossparktheater.de Link: 1) Webpräsenz des Berliner Kabarett-Theaters, 2) Wikipedia, 3) www.mdr.de, 4) prisma.de |
Stand: November 2011 | ||||||||||||||||
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Mehr Informationen zu dem beliebten Künstler gibt es bei www.didipage.de; siehe auch: www.prisma-online.de und Wikipedia |
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Autogrammadresse: Dieter Hallervorden, c/o DIE WÜHLMÄUSE Pommernallee 2 4, 14052 Berlin |
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