Dieter Hallervorden; Copyright Ingo Heine Dieter Hallervorden wurde am 5. September 1935 in Dessau geboren; sein Vater Kurt war Flugzeugkonstrukteur bei der Firma Junckers, Mutter Susanne ausgebildete Arzthelferin. Sohn Dieter besuchte zunächst die Grundschule seiner Geburtsstadt, lebte während des 2. Weltkrieges eine Zeit lang gemeinsam mit seiner Familie in Quedlinburg (Harz), um dann nach Kriegsende nach Dessau zurückzukehren und weiter die Grundschule zu besuchen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten – er wurde anfangs von der SED nicht zum Besuch zugelassen – wechselte Hallervorden zur Oberschule, wo er schon mit 17 Jahren im Mai 1953 als einer der Besten des Landkreises sein Abitur machte. Ein Studium der Romanistik an der Ost-Berliner Humboldt-Universität schloss sich an und bereits während seiner ersten Semester arbeitete er als Dolmetscher. 1958 flüchtete Hallervorden in den Westsektor von Berlin, da er Repressalien in der DDR befürchtete – als Dolmetscher kam er mit ausländischen Gästen in Kontakt – und setzte sein Studium an der Freien Universität fort. Neben Romanistik studierte er nun auch Publizistik, mit dem Ziel, politischer Journalist zu werde; nebenher belegte er Vorlesungen in Theaterwissenschaften. Während dieser Zeit verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit diversen Jobs, war unter anderem Bauhilfsarbeiter, Bierfahrer und Gärtner.
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von
Ingo Heine (Fotograf in Berlin); © Ingo Heine
Als Mitglied der Theatergruppe "La Compagnie des Inconnus" sammelte er erste Erfahrungen auf der Bühne, wenige Zeit später entschloss er sich, die Theaterlaufbahn einzuschlagen, brach sein Studium ab und nahm Schauspielunterricht bei Marlise Ludwig, nachdem er bei der Aufnahmeprüfung für die Max-Reinhardt-Schauspielschule "mangels Begabung" abgelehnt worden war. Kurze Zeit später spielte er erste Rollen bei der Berliner "Tribüne" oder bei den "Vaganten". 1960 gründete Hallervorden gemeinsam mit anderen Kollegen (u.a. Wilfried Herbst) das inzwischen berühmt gewordene politisch-satirische Kabarett "Die Wühlmäuse"1), dessen Leiter er bis heute ist. Er unternahm Tourneen durch den deutschsprachigen Raum und wurde mit seinen Programmen schnell über Berlin hinaus einem breiteren Publikum bekannt. Rasch folgten Angebote von Rundfunk-, Film- und Fernsehproduzenten, eine bundesweite Karriere zeichnete sich ab, die jedoch bei der Ausstrahlung seines Kabarettprogramms anlässlich der Berliner Funkausstellung jäh beendet schien: Hallervorden weigerte sich, bestimmte Passagen seines Programms zu streichen und negierte die Zensurbestrebungen eines Fernsehsenders, was einen Boykott der Mediengewaltigen nach sich zog; fünf Jahre lang blieben die Türen der Rundfunk- und Fernsehanstalten für Hallervorden verschlossen.
Doch der Erfolg war nicht mehr aufzuhalten, mit seinem satirischen Soloprogramm "Seltsame Begegnung" (1967), welches dann vom WDR aufgezeichnet wurde, gelang Hallervorden der Durchbruch zu einem der beliebtesten Slapstick-Komiker in der deutschen Unterhaltungsszene. Danach ging es Schlag auf Schlag, nicht zuletzt der Erfindung der Kunstfigur "Didi" verdankt Hallervorden seine enorme Popularität bei Film und Fernsehen.
  
Sein Leinwanddebüt hatte der Künstler 1968 mit der Hauptrolle eines alleinerziehenden Vaters in Ralf Gregans Satire "Darf ich Sie zur Mutter machen?" gegeben, ein Jahr später mimte er an der Seite von Liselotte Pulver den Lukas Andreas Martin Schmidt, der in "Die Hochzeitsreise" gemeinsam mit seiner Angetrauten manch irre Situationen meistert muss. Die größten Kinoerfolge waren zweifellos die ab Anfang der 80er Jahre eigens auf Hallervorden zugeschnittene Filme, etwa 1981 die Titelrolle neben Iris Berben in der Gaunerkomödie "Ach du lieber Harry"2) oder die Parodie "Der Schnüffler"2) (1983), vor allem aber mit der Kunstfigur "Didi" machte er in den witzigen Geschichten "Didi – Der Doppelgänger"2)
(1984), "Didi und die Rache der Enterbten"2) (1985), "Didi auf vollen Touren"2) (1986) und "Didi – Der Experte"2) (1987) Furore.
 
Dieter Hallervorden mit "Olli" Maier, Harald Juhnke und Helga Feddersen; Copyright Virginia Shue
Dieter Hallervorden mit "Olli" Maier2), Harald Juhnke und Helga Feddersen
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.  Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Dieter Hallervorden, der Mann mit der großen Nase im zerfurchten Gesicht, setzte seine mimischen Talente stets voll ein, um den schlimmsten Verhältnissen auf den Grund zu gehen. Dabei baute der Zeitgeist-Kabarettist immer auf seine clownesken Verwandlungskünste – mal war er Buchhalter, mal Finanzbeamter, Sportler oder eine schrille Tunte. Zu Hallervordens jüngeren Arbeiten vor der Kamera zählte das vom Bayerischen Rundfunk betreute Filmprojekt "La Isla Bonita – Armee der Stille", in dem er eine tragische Rolle spielt – einen in der Stille des Niemandslandes lebenden kranken alten Zyniker. Regisseur Roland Lang, der auch das Konzept und Drehbuch schrieb, realisiert mit dem 90-Minuten-Spielfilm den zweiten Teil seines multimedialen Porträts der jungen Generation "Armee der Stille". In Til Schweigers Film "1 1/2 Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde"2) war er mit der Rolle eines Pferdeverkäufers zu sehen. Schweiger mimte den Ritter Lanze, Julia Dietze die Prinzessin Herzelinde, weiterhin durfte man sich auf Thomas Gottschalk als König Gunther, Udo Kier als Luipold Trumpf und Hannelore Elsner als Hexe freuen; Kinostart war der 18.12.2008. An weiteren Arbeiten Hallervordens vor der Kinokamera ist etwa ein kleinerer Part in Helmut Dietls Komödie "Zettl"2) zu nennen, in Zsolt Bács' Psychothriller "Das Kind"2) (The Child) gab er einen Pädophilen, einen finsteren Grafen in Jos Stellings Drama "Das Mädchen und der Tod"4) (The Girl and Death), alles Produktionen, die 2012 an den Start gingen.
Nach längerer Pause bzw. rund zwei Jahrzehnten übernahm Hallervorden in Kilian Riedhofs Tragikomödie "Sein letztes Rennen"2) (endlich) wieder eine Hauptrolle und mimte den fiktiven, ehemaligen Marathon-Olympiasieger Paul Averhoff, der sich im hohen Alter an einem Comeback versucht. Die Kritiken nach der Weltpremiere am 25. September 2013 in Hamburg waren durchweg positiv, Hallervordens "Comeback" begeistert aufgenommen. So schrieb unter anderem Susan Vahabzadeh in der "Süddeutschen Zeitung": "Das letzte Rennen" ist ein schöner, kluger Film, ganz rührend zuweilen und sehr zielstrebig – ein bildgewaltiges Epos zum Alter hat Kilian Riedhof vielleicht nicht gedreht, aber er weiß ganz genau, worauf er hinaus will. (…) Seinem Hauptdarsteller hat Riedhof so auf jeden Fall einen ganz wunderbaren Karriere-Höhepunkt beschert. Unerwartet spät – aber das passt ja ganz hervorragend zum Film." Für das "Hamburger Abendblatt" spielte der Vollblutmime und Kabarettist den Paul "einfühlsam, bockig, kampflustig und als sympathischen Kämpfer für die Würde eines alten Menschen." Beim bundesweiten Kinostart am 10. Oktober 2013 konnte sich dann auch das breite Publikum von Hallervordens subtilem Spiel bzw. leisem Humor überzeugen.
Erneut für Till Schweiger stand er aktuell für das Demenz-Drama "Honig im Kopf"2) vor der Kamera und schlüpfte in die Rolle des Großvaters Amandus, der an Alzheimer erkrankt ist und von seiner Enkelin Tilda (Emma Schweiger) kurzerhand nach Venedig "entführt" wird, um ihm noch einmal glückliche Stunden zu schenken bzw. ein Leben im Seniorenheim hinauszuzögern; Kinostart war der 25. Dezember 2014 → www.film-zeit.de, prisma.de und filmportal.de. Die "Frankfurter Neue Presse" bezeichnet den Film als "sehenswert"; unterm Strich sei Til Schweiger "die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema bestens gelungen". Gelobt werden vor allem die schauspielerischen Leistungen von Emma Schweiger, die in ihrer Rolle völlig natürlich agiere, und Dieter Hallervorden, der seiner Figur in jeder Situation Würde verleihe → www.fnp.de.
Hallervordens Stimme kann man in dem Animationsfilm "Robinson Crusoe"2) hören, der am 4. Februar 2016 an den Start ging. Er lieh dem Ziegenbock Zottel seine Stimme und stand mit so prominenten Kollegen wie Matthias Schweighöfer (Robinson Crusoe), Kaya Yanar (Papagei Dienstag) und Cindy aus Marzahn (Tapirdame Rosie) vor dem Mikrofon. Eine weitere aktuelle Synchronarbeit war der US-amerikanische Computeranimationsfilm "Pets"2) (deutscher Kinostart: 28.07.2016), wo er den Basset Hound Pops sprach. Freuen durfte man sich sicherlich auf Hallervordens neuen Film bzw. die skurrile NDR-Komödie "Ostfriesisch für Anfänger", bis 4. November 2015 fanden in Garstedt (Landkreis Harburg) und Umgebung, Buxtehude, Hamburg sowie an der Nordseeküste die Dreharbeiten statt. "Im Mittelpunkt der Geschichte steht Uwe Hinrichs (Dieter Hallervorden), ein vereinsamter Eigenbrötler, der konsequent Plattdeutsch spricht und sich als letzter "echter Ostfriese" bezeichnet. Mit Globalisierung und der modernen Welt hat er nichts am Hut. Als in seinem gepfändeten Haus plötzlich eine Gruppe ausländischer Fachkräfte einquartiert wird, muss er sich wider Willen um die "Utländer" kümmern. Aber Uwe bringt den Fremden Plattdeutsch anstatt Hochdeutsch bei." kann man in der Pressemitteilung des NDR lesen → www.ndr.de; vorgestellt wurde Gregory Kirchhoffs vergnüglicher Debütfilm am 8. Oktober 2016 im Rahmen des "Filmfestes Hamburg", Kinostart war der 27. Oktober 2016.
Dieter Hallervorden scheint rastlos und ist auch im fortgeschrittenen Alter vor der Kamera ein gefragter Darsteller. Abgedreht ist das Kinoabenteuer "Rock My Heart" über zwei Underdogs, die gegen alle Widerstände ein großes Pferderennen gewinnen wollen. Hier wird man den Schauspieler als Paul Brenner, rau-despotischen Pferdetrainer des Vollbluthengstes "Rock My Heart" sehen können, der jedoch dem Typus "harte Schale, weicher Kern" entspricht  (Kinostart: 28. 09.2017) → www.degeto.de, www.filmstarts.de. Bereits im März 2017 ging durch die Presse, dass zu seinem 40. Geburtstag Deutschlands berühmtester Elefant "Benjamin Blümchen"1) neu auf die Leinwand kommt. Neben dem Computer-animierten sprechenden Kult-Elefanten kann man sich auf eine prominente Schauspieler-Riege freuen – Friedrich von Thun als ständig klammer Zoo-Direktor "Herr Tierlieb", Uwe Ochsenknecht als korrupter Bürgermeister, Dieter Hallervorden als der ehemalige Agent "Walter Weiß" und Heike Makatsch als "Zora Zack"; als Kinostart wird der 11. Oktober 2018 genannt → www.filmstarts.de.
Dieter Hallervorden; Copyright Virginia Shue

Im Fernsehen erhielt Hallervorden 1970 als eiskalter Killer "Köhler" in Wolfgang Menges bissiger Fiktion "Millionenspiel"2) seine erste große Rolle, später wurde er vor allem durch Folgen wie "Abramakabra"2), "Läster-Lexikon" und natürlich seine bis heute erfolgreichste Reihe "Nonstop Nonsens"2) zum Star; seine Sketche und gespielten Witze wie z. B. "Die Kuh Elsa" oder "Die Flasche Pommes Frites" ("Palim Palim") haben Fernsehgeschichte geschrieben. Von der legendären Figur "Didi" hatte der Komiker sich im Frühjahr 1990 mit einer Hundert-Tage-Tournee unter dem Titel "Des Wahnsinns kesse Beute" verabschiedet, um zu seinen Wurzeln, dem eher politisch orientierten Kabarett, zurückzukehren. Auch auf dem Bildschirm gelang Hallervorden Mitte der 1990er Jahre mit der Sendung "Spott-Light"2) diese Rückbesinnung, als scharfzüngiger Satiriker und Gesellschaftskritiker trat er vor sein Publikum und erntete einhellig positive Kritiken. Unzählige Auftritte in Fernsehsendungen und die Arbeit als Moderator der ARD-Show "Verstehen Sie Spaß" (7 Folgen, 1996 – 26.04.1997) folgten.
Im Jahre 2000 sah man Dieter Hallervorden im Fernsehen mit seiner Sitcom "Zebralla" auf dem Bildschirm, 2002 lieh er in der Zeichentrick-Serie "Macius, der kleine König", nach den erfolgreichen "König-Macius-Erzählungen" von Janusz Korczak, dem Fabrikanten seine Stimme.
 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Auch wenn sich Hallervorden in den letzten Jahren auf dem Bildschirm eher rar machte, übernimmt er doch immer wieder mal Aufgaben vor der TV-Kamera. So tauchte er am 14. September 2010 in der 488. Episode "Blattschuss"3) aus dem Quotenrenner "In aller Freundschaft" auf, in der SAT.1-Komödie "Kissenschlacht"4) (EA: 04.10.2011) zeigte er sich als Harry Vandenberg bzw. Vater der Protagonistin Anna (Nadja Becker). Freuen durfte man sich auf die Märchenverfilmung "Die zertanzten Schuhe"2), wo er als König Karl in Erscheinung trat. Premiere feiert "Die zertanzten Schuhe" in der Reihe "Sechs auf einen Streich" im Weihnachtsprogramm 2011 in der ARD, mehr bei www.rbb-online.de.
Am 12. Januar 2012 tauchte Hallervorden in der Episode "Tödliches Idyll" aus der Krimiserie "SOKO Stuttgart" auf, in Wolfgang Murnbergers augenzwinkernden Senioren-Komödie ""Die Spätzünder 2 – Der Himmel soll warten"2), der Fortsetzung von "Live Is Life – Die Spätzünder"2) aus dem Jahre 2010, hatte Hallervorden den Part des nun im Altenheim lebenden, ehemaligen  Sternekochs Dieter übernommen, der bald mit den andren unzufriedenen, aufmüpfigen Heimbewohnern gemeinsame Sache macht. Wie schon im ersten Teil kam wieder die bewährte Schauspieler-Riege zum Einsatz, so Jan Josef Liefers als Rochus 'Rocco' Siwak, Ursula Strauss als Schwester Marina sowie Joachim Fuchsberger, Hans-Michael Rehberg und Bibiane Zeller als flotte "Rentner-Gang"; die Dreharbeiten begannen Mitte November 2012, gesendet wurde der Film am 23. Oktober 2013 in der ARD → www.ots.at sowie www.tittelbach.tv

Mit der Figur des leicht verwirrten Gärtners und Hobbyfotografen Emmerich bewies Hallervorden in der in der zweiten Komödie um die "Die Dienstagsfrauen" mit dem Titel "Sieben Tage Ohne" (EA: 03.01.2014) einmal mehr, dass er zunehmend als Charakterschauspieler ernst genommen werden muss. Die ungleichen Freundinnen Caroline (Ulrike Kriener), Eva (Saskia Vester), Estelle (Nina Hoger), Judith (Jule Ronstedt) und Kiki (Mimi Fiedler) treffen sich diesmal in einem abgelegenen Burghotel in der Fränkischen Schweiz, um es bei ihrem jährlichen traditionellen Treffen diesmal mit Heilfasten zu versuchen. Auch dieser von Eva nicht ganz uneigennützig vorgeschlagene Kurzurlaub geht nicht ohne Reibereien zwischen den Frauen ab. Unter anderem hofft Eva, auf der Burg ihren unbekannten Vater zu finden und kommt so mit dem alten Emmerich in Kontakt, der ihr vielleicht Beweise liefern könnte, wenn er nicht in einer ganz anderen Welt leben würde. Gedreht wurde die vergnügliche Geschichte nach dem gleichnamigen Erfolgsroman von Monika Peetz, die auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete → www.tittelbach.tv.
 

Dieter Hallervorden im September 2013
Urheber: Moritz Kosinsky / Wikipedia
Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE
Quelle: Wikimedia Commons

Dieter Hallervorden im September 2013; Urheber: Moritz Kosinsky / Wikipedia; Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE; Quelle: Wikimedia Commons
Dieter Hallervorden am 14. März 2015 beim "Filmball Vienna", wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Urheber: Manfred Werner – Tsui; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons Spannende Unterhaltung bot der Thriller "Tiefe Wunden"5) (EA: 02.02.2015) aus der ZDF-"Taunus"-Krimireihe mit Hauptkommissar Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) und dessen Kollegin Pia Kirchhoff (Felicitas Woll), gedreht von Marcus O. Rosenmüller nach einer Romanvorlage der Bestsellerautorin Nele Neuhaus → www.dieterwunderlich.de; Premiere feierte der Film bereits am 26. September 2014 im Rahmen des "Filmfestes Hamburg". Die Geschichte führt das Ermittlerteam in die düstere Nazi-Zeit, nachdem der 92-jährige Holocaust-Überlebende David Joshua Goldberg (Dieter Schaad) in seinem Haus per Genickschuss regelrecht hingerichtet wurde und auch noch weitere mysteriöse Morde gleichen Musters an hochbetagten Personen folgen – die Spur führt immer wieder zu der im Taunus lebenden renommierten Unternehmerfamilie Kaltensee. In dieser, u.a. mit Nicole Heesters als wohlhabender (vermeintlich adeligen) Unternehmerwitwe und Mäzenin Dr. Vera Kaltensee mit dunkler Vergangenheit und Manfred Zapatka als deren Sohn Siegbert prominent besetzten, komplexen Geschichte hatte Hallervorden als schräger, in einer Seniorenresidenz lebender Altrocker Friedrich Müller-Mansfeld einen kleinen Part. "Es ist nur eine kleine Rolle, aber mit viel Fleisch – da kann man also auch mit einem kurzen Auftritt viel machen", sagte der Schauspieler in einem Interview. (Quelle: www.welt.de)
Seit Mitte Mai 2016 drehte Hallervorden für den NDR den 60-minütigen Kinderfilm "Sesamstraße präsentiert: Die Zeitmaschine" und spielte den Opa der kleinen Emma (Matilda Hemminger). Die Produktion war am 14. April 2017 bei "KiKA" zu sehen www.ndr.de, fernsehserien.de.

Dieter Hallervorden am 14. März 2015 beim "Filmball Vienna"2),
wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.
Urheber: Manfred Werner – Tsui; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons 

Ab Anfang März 2004 konnte man Hallervorden auf der Bühne bei seinen "Wühlmäusen" erleben, bis Ende April spielte er die Titelrolle in der Komödie "Dinner für Spinner" von dem französischen Star-Autor Francis Veber. Das Stück handelt von dem liebenswerten Sonderling und leidenschaftlichen Streichholz-Modellbastler François Pignon, der eine Einladung zum Dinner erhalten hat und nicht ahnt, dass sein Gastgeber sich nur über ihn und sein Hobby lustig machen will. Während des Abends stellt sich heraus, dass Pignon ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Mensch ist, der leider das Talent hat, durch seine gutgemeinte Hilfe aus kleinen Problemen große Katastrophen zu machen – wieder mal eine Paraderolle für Dieter Hallervorden. Aufgrund des phänomenalen Erfolgs wurde das Stück im Februar 2006 erneut aufgeführt.
Auch als Sänger machte das Allroundgenie Hallervorden Karriere und brachte mehrere Langspielplatten und Singles heraus; seine erfolgreichste Single war 1978 das Duett mit der schlaksigen Helga Feddersen "Du, die Wanne ist voll", eine Parodie auf den Hit "You're the one that I want" von John Travolta und Olivia Newton John. Blödelsongs wie "Ach wär' ich doch ein Casanova" (1976), "Freibier" (1979), "Punker Maria" (1980), "Ich bin der schönste Mann in unserer Mietskaserne" (1980) oder "Bauernball im Hühnerstall" (1982) wurden weitere Hits.
2005 beging der "Dinosaurier des Spaßfernsehens" und "Pionier der Comedys", wie einige Zeitungen titelten, seinen 70. Geburtstag. Am Vorabend strahlte das Erste die Aufzeichnung der Geburtstagsgala "Mit 70 hat man noch Träume" aus, in der Hallervordern auf der Bühne seiner "Wühlmäuse" erneut alle Register seines komödiantischen Talents zog – unterstützt von Gratulanten wie Helge Schneider, Willy Astor und Nina Hagen. Hallervorden selbst meinte zu seinem "runden" Geburtstag anlässlich eines Interviews in der Sendung "Beckmann" am 19.12.2005: "…das ist nicht schlimm wenn man 70 wird, schlimm ist nur wenn man's nicht wird".

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeugen von Hallervordens Popularität, immer wieder gelang ihm der Balanceakt zwischen Blödelei, Kabarett und scharfer Satire; so erhielt er neben dem "Bambi" (für "Nonstop Nonsens") unter anderem 1996 den "Telestar" für die beste Moderation im Bereich Unterhaltung, 2003 den Ehrenpreis des 3. "Deutschen Comedy Preises" für sein Lebenswerk, am 14. Juni 2005 wurden seine Leistungen mit dem "Bayerischen Kabarettpreis" gewürdigt.
 
 
 

Foto mit freundlicher Genehmigung des
Fotografen Dirk Dehmel (www.derdehmel.de
sowie des Berliner Schlosspark Theaters
© DERDEHMEL

Dieter Hallervorden; Copyright  DERDEHMEL
Wenige Monate später erschienen im Oktober 2005 die Memoiren des Multitalents Hallervorden unter dem Titel "Wer immer schmunzelnd sich bemüht …: Ein autobiografischer Blick zurück nach vorn", mit dem er mosaikartig auf heiter-ironische Weise sein facettenreiches Leben Revue passieren lässt. Darüber hinaus findet man Abdrucke einiger besonders erfolgreicher von Dieter Hallervorden geschriebener Sketche (mit Anleitung zum Nachspielen) sowie Berichte und Statements von prominenten Zeitgenossen und Mitstreitern. Ein Anhang mit seiner Filmografie bzw. seinen Fernsehproduktionen, eine Liste der Langspielplatten und Singles und ein großer separater Bildteil runden das Buch ab.
Eine ganz besondere Würdigung wurde dem Multitalent Anfang Februar 2007 zuteil: Im Anschluss an die Premiere der Komödie "Die Nervensäge" am 1. Februar 2007 im Anhaltischen Theater Dessau, in der er die Hauptrolle spielt, wurde ihm von Bürgermeister Karl Gröger und Stadtratsvorsitzendem Stefan Exner die Urkunde überreicht. Weil er dem Anhaltischen Theater in Dessau seit Jahren treu ist und sich außerdem für viele Belange seiner Stadt einsetzt, darf sich Dieter Hallervorden nun Ehrenbürger Dessaus nennen. Zuvor hatte er im ausverkauften Anhaltischen Theater die Hauptrolle in der deutschen Erstaufführung des Stücks "Die Nervensäge" gespielt. Das Stück von Francis Veber hatte Didi selbst aus dem Französischen übersetzt. Er spielt darin Francois Pignon, einen lebensmüden Fotografen, der in einem Hotelzimmer Selbstmord begehen will – was ihm aber nicht so recht gelingen will. Die über 1000 Zuschauer bejubelten den 71-Jährigen noch lange, nachdem der letzte Vorhang gefallen war. Dann folgte der große Moment. Auf einem majestätischen, roten Samtstuhl sitzend durfte sich der Komiker gleich mehrere Lobeshymnen anhören. Völlig überraschend war sogar sein einstiger Klassenlehrer zu der Ehrung gekommen. Mit der Ehrenbürgerschaft würdigt Dessau vor allem Hallervordens herausragende künstlerische Leistungen am Anhaltischen Theater, aber auch sein Engagement für seine Geburtsstadt. In seiner Dankesrede blieb Didi dann ganz Kabarettist: "Da ich eine große Begabung habe, Lob und Anerkennung in unbegrenztem Maß ertragen zu können, bin ich heute sehr zufrieden. Ich habe mich sogar ein bisschen gefreut, ein bisschen sehr sogar." (Quelle: www.mdr.de)
 
Anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums stand "Didi" seit Herbst 2008 mit seinem neuen Programm "Stationen eines Komödianten" auch auf der Bühne der "Wühlmäuse", ging gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen Harald Effenberg erfolgreich durch etliche deutsche Städte auf Tournee und brachte das Publikum auch 2009 mit diesem kabarettistischen Rückblick zum Lachen. "Vom politischen Kabarett bis zu "Nonstop Nonsens". Vom ersten satirischen Soloprogramm bis zur Marty-Feldman-Hommage! Von Schallplattenhits bis zu "Zelleriesalat und Gitterspeise". Mit diesem Programm serviert Hallervorden ein reichhaltiges Unterhaltungsmenu – bestehend aus den (überwiegend solistischen) Höhepunkten einer Bühnenkarriere fein gewürzt mit diversen Novitäten – heißt es in der Vorankündigung.
Hiermit konnte er sicher auch die Besucher am 27. April 2009 in Bonn begeistern. Doch Hallervorden stand an diesem Abend nicht nur auf der Bühne, sondern gehörte auch zu den Preisträgern des begehrten Kleinkunst- und Comedypreises "Prix Pantheon 2009"
2). Im Rahmen der Galaveranstaltung verlieh ihm die Jury den mit 4.000 Euro dotierten Sonderpreis in der Sparte "Reif und Bekloppt" und würdigte damit das Gesamtwerk des Künstlers bzw. Hallervorden "als Persönlichkeit, der sich und seiner Kunst treu geblieben ist". "Er hat mehrere Generationen im Fernsehen und auf der Bühne begleitet und unser Humorverständnis über Jahrzehnte geprägt. Er bereicherte die deutsche Sprache um Begriffe wie Palim Palim und Zumsel." hieß es in der Begründung weiter.
Weitere Preise folgten, unter anderem zwei Mal der "Goldene Vorhang"2) des "Berliner Theaterclub e.V.", 2011 für seine Rolle in "Die Socken Opus 124" und 2012 für seine Rolle in "Ich bin nicht Rappaport", jeweils am "Schlossparktheater". Am 1. Oktober 2012 konnte Hallervorden aus der Hand des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit im Großen Saal des Roten Rathauses den "Verdienstorden des Landes Berlin"2) entgegennehmen → www.berlin.de.
Am 2. Februar 2013 wurde der "Meister des Komischen Fachs" im Rahmen der Gala in der "Ullstein-Halle" im Berliner "Axel-Springer-Haus" mit der "Goldenen Kamera"2) von HÖRZU für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die von Hape Kerkeling moderierte Veranstaltung strahlte das ZDF live ab 20.15 Uhr aus und die Zuschauer konnten auch die von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher sehr persönlich gehaltene Laudatio verfolgen. "Er ist ein großer Künstler, er ist ein Komödiant, er ist ein ganz ernsthafter Mensch." würdigte Genscher unter anderem das Schaffen des inzwischen über 75-Jährigen. Hallervorden war von der Rede sichtlich bewegt und bedankte sich anschließend in Versform für die Auszeichnung. Als am 9. Mai 2014 im Berliner Tempodrom der "Deutsche Filmpreis 2014"2) vergeben wurde, konnte Hallervorden die "Lola" in der Kategorie "Beste darstellerische Leistung – männliche Hauptrolle" für den Film "Das letzte Rennen" aus der Hand von Jan Josef Liefers entgegen nehmen, der zudem humorvoll als Moderator fungierte. Freuen durfte sich der Künstler auf den "Münchhausen-Preis"2) der Stadt Bodenwerder, dessen Verleihung eine Woche später am 16. Mai 2014 stattfand. Am 29. Januar 2015 wurde Dieter Hallervorden im Berliner Kino "Babylon" mit dem "Ernst-Lubitsch-Preis"2) für die beste komödiantische Leistung im deutschen Film ausgezeichnet; die Laudatio hielt die Regisseurin und Schauspielerin Brigitte Grothum6) → www.welt.de, www.babylonberlin.de. Am 25. April 2015 erhielt der Künstler in der Wiener Hofburg den österreichischen Fernseh- und Filmpreis "Romy"2) in der Kategorie "Beliebtester Schauspieler Kino/TV-Film", den "Bambi"2) (für "Honig im Kopf") in der Kategorie "Ehrenpreis der Jury" konnte er am 12. November 2015 im Berliner "Stage Theater" entgegennehmen. Seit 15. September 2015 trägt ein "Satire-Stern" auf dem "Walk of Fame des Kabaretts"2) in Mainz Hallervordens Namen, den "Medienpreis für Sprachkultur"2) erhielt er am 28. Mai 2016 im "Kurhaus" von Wiesbaden (→ Begründung bei gfds.de). Am 28. Oktober 2016 folgte die "Goldene Henne"2) für das Lebenswerk, am 11. November 2016 der Theaterpreis "Goldener Vorhang" des Berliner Theaterclubs; siehe auch die Liste der Auszeichnungen bei Wikipedia.

Neben dem Comedy-Theater "Die Wühlmäuse", dass Hallervorden am Theodor-Heuss-Platz am Berliner Funkturm betreibt, hat er sich nun eine neue Herausforderung gestellt. Seit 10. Dezember 2008 ist er nun auch offiziell Chef des seit Jahren geschlossenen Schlosspark-Theaters in Berlin-Steglitz geworden. Als Intendant der ehemals traditionsreichen Barlog-Bühne übernimmt er ein Theater mit ruhmreicher Vergangenheit: Das Schlosspark-Theater gilt als West-Berliner Traditionsbühne. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielten dort unter der Leitung von Boleslaw Barlog (1906 – 1999) unter anderen Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held. Unter Barlog erfolgte die Angliederung des Schlosspark-Theaters als Kammerspiele an das Schiller-Theater. Nach der Schließung des Schiller-Theaters übernahm Heribert Sasse das Haus Anfang der 1990er Jahre als Privatbühne und leitete es bis Sommer 2001. Der Versuch einer Wiedereröffnung durch den Schauspieler Ezard Haußmann und einen Partner im Frühjahr 2003 scheiterte. Zwischen 2004 und Mai 2006 betrieb Andreas Gergen mit dem Musicalkonzern Stage Entertainment im Hintergrund das Theater. Der neoklassizistische Bau steht seit zwei Jahren leer. (Quelle: www.berlinonline.de)
Mit Wirkung vom 1. Dezember 2008 wurden dem 73-Jährigen Hallervorden die Nutzungsrechte an der Bühne für zehn Jahre übertragen, der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit nannte Hallervorden vor Journalisten einen mutigen und engagierten Theatermann, der es schaffen könne, das traditionsreiche Theater aus seinem jahrelangen Dornröschenschlaf zu erwecken. Der Spielbetrieb wurde nach einer umfangreichen Sanierung bzw. Modernisierung am 1. September 2009 mit einer Eröffnungsgala aufgenommen, als Moderator konnte Alfred Biolek gewonnen werden, die Co-Moderation übernahm Klaus Wowereit. 
 
Als erstes stand eine Inszenierung der Regisseurin Katharina Thalbach auf dem Spielplan, in der deutschen Erstaufführung von Daniel Colas' französischen Erfolgsstücks "Die Socken Opus 124" (Premiere: 02.09.2009) war Hallervorden neben Ilja Richter ebenfalls auf der Bühne zu bewundern. Ab Ende September schloss sich Tom Coles satirisches Zwei-Personen-Stück "Es wird Zeit" mit Brigitte Grothum und Michael Degen an, ab Ende November konnte man Dieter Hallervorden erneut in einer deutschen Erstaufführung sehen, in dem Polittheaterstück "König der Herzen" (King of Hearts) von Alistair Beaton. Ab Mitte Dezember 2009 kam dann A. R. Gurneys Erfolgsstück "Love Letters" mit Hannelore Hoger und Peter Sattmann auf die Bühne.
 
Dieter Hallervorden in "Die Socken Opus 124"; Copyright DERDEHMEL
Dieter Hallervorden in "Die Socken Opus 124"
Dieter Hallervorden in "König der Herzen"; Copyright DERDEHMEL
Dieter Hallervorden in "König der Herzen"
Fotos mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Dirk Dehmel (www.derdehmel.de) sowie des Berliner Schlosspark Theaters
© DERDEHMEL
  
Lessings "Nathan der Weise" vom Deutschen Theater Göttingen, das verfilmte dramatische TV-Duell "Frost/Nixon" (mit Michael Ehnert und Volker Lechtenbrink) über den früheren US-Präsidenten Richard Nixon oder Noëlle Châtelets "Die Klatschmohnfrau" (mit Ingrid van Bergen) werden als weitere Aufführungen genannt, ebenso wie Lesungen mit den Publikumsmagneten Dr. Eckart von Hirschhausen ("Liebesbeweise"), Walter Sittler ("Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war"), Johanna von Koczian ("Kaum zu glauben") oder Charles Brauer ("Erlesene Verbrechen und makellose Morde"). Schauspieler wie Johanna von Koczian, Rosemarie Fendel, Günter Lamprecht, Hannelore Hoger, Michael Degen und Alfred Kirchner sind Namen, die Hallervordens enge Verzahnung mit der Theaterwelt deutlich machen. Gleich zwei Uraufführungen und zwei deutsche Erstaufführungen dokumentieren Risikofreude. "Das Publikum darf mich nicht im Stich lassen, denn Theater ohne Publikum ist wie eine Badewanne ohne Wasser", meint der Hausherr und ist schon beim aktuellen Stichwort "Regietheater" angelangt. "Ich gehe viel ins Theater und habe erlebt, dass manche Inszenierungen nur dann die höheren Weihen erhalten, wenn das Publikum fernbleibt und die Kritik voll des Lobes ist. Das wird es hier nicht geben. Solange ich Verantwortung trage, wird Hamlet seine Ophelia nicht in der Sauna kennenlernen. Ich halte es mit Gründgens' Motto: "Mein Spielplan ist lieber unoriginell als publikumsfremd'", betont er. (Quelle: Westdeutsche Zeitung (WZ) vom 26.8.2009; mehr bzw. zu den aktuellen Inszenierungen bei www.schlossparktheater.de)
Dieter Hallervorden und Jutta Eckhardt bei der Premiere von "ZEBRALLA!" am 4. Februar 2010 im Berliner "Schlosspark Theater"; Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/Copyright Christian Behring Das Stück "ZEBRALLA!" eine Inszenierung von und mit Dieter Hallervorden nach Motiven der gleichnamigen ARD-Fernsehserie von Frank Lüdecke, stand seit der Premiere (4. Februar 2010) auf dem Spielplan: Die "Familienserie ohne Familie" stellt den Generationenkonflikt auf den Kopf: Der hyperaktive Rentner Jürgen (Dieter Hallervorden), ehemaliger Vertreter für vakuumverpackten Pulverkaffee, zieht nach der hoffnungsfrohen Scheidung von seiner Frau Gertrud (Jutta Eckhardt) bei Sohn Ingo (Jörg Zuch) ein …*)
 

Dieter Hallervorden und Jutta Eckhardt bei der Premiere von "ZEBRALLA!"
am 4. Februar 2010 im Berliner Schlosspark Theater
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/© Christian Behring (www.christian-behring.com)

Auch der 75. Geburtstag des begnadeten Kabarettisten bzw. Humoristen wurde gebührend gefeiert, Bundespräsident Christan Wulff und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit gratulierten ebenso wie Freunde und Weggefährten. Die ARD widmete ihm am Vorabend (04.09.2010) eine Reportage mit dem Titel "Rückschau: Dieter Hallervorden zum 75. Geburtstag", DER TAGESSPIEGEL (www.tagesspiegel.de) schrieb unter anderem: "Hallervorden mag nie der subtilste Humorist gewesen sein, auch nicht in seiner nunmehr fünfzigjährigen Direktion des Kabaretts "Die Wühlmäuse". Aber den Nerv der deutschen Narreteien hat er als Politspötter erstaunlich oft getroffen. Auch wenn es andere Scherze sind, die eine Mehrheit als zeitlose Hallervorden-Komik assoziieren dürfte."; siehe auch die Artikel zum 75. Geburtstag bei www.welt.de und www.focus.de.
 
Hallervorden stand mit der Titelrolle in Molières Gesellschaftskomödie "Der Bürger als Edelmann"2) (Regie: Folke Braband) auf "seiner" Bühne, als Ehefrau Madame Jourdain konnte Dagmar Biener6) gewonnen werden. "Wir werden den "Bürger als Edelmann" in einem Barockbühnenbild und mit Originalkostümen der damaligen Zeit präsentieren. Und wir bedanken uns vorab beim Hamburger "Ernst Deutsch Theater", das wir als Koproduktions-Partner gewinnen konnten. Freuen Sie sich auf Madame und Monsieur Jourdain, gespielt von Dagmar Biener und Dieter Hallervorden." konnte man auf der Webseite des Berliner "Schlossparktheaters" lesen. Die Premiere fand am 25. Oktober 2014 statt, bis Ende März 2015 standen weitere Aufführungen dieses Klassikers auf dem Spielplan, in Hamburg wurde das Stück ab Anfang Juni 2015 gezeigt. "Die zweistündige Aufführung ist so gediegen wie närrisch, so bodenständig wie unterhaltsam – und so ernsthaft, wie es eine gute Komödie verlangt." notierte unter anderem www.berliner-zeitung.de.

Dagmar Biener und Dieter Hallervorden in "Der Bürger als Edelmann"
Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Dirk Dehmel  (www.derdehmel.de)
Quelle: schlosspark-theater.de; © DERDEHMEL

Dagmar Biener und Dieter Hallervorden in "Der Bürger als Edelmann"; Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Dirk Dehmel  (www.derdehmel.de); Quelle: schlosspark-theater.de; Copyright DERDEHMEL
Am 16. Januar 2016 fand dann die Premiere von Gerhart Hauptmanns Schauspiel "Vor Sonnenuntergang"2) statt, in dem Hallervorden mit der Figur des Geheimrats Matthias Clausen einmal mehr bewies, welch grandioser Charakterdarsteller er ist. "So hat man Dieter Hallervorden auf der Bühne noch nie gesehen, so kraftvoll, so eigensinnig, so tragisch und zerrüttet. Der Palim-Palim-Didi ist endgültig eingemottet. … Sein nuanciertes Spiel wird hier besonders greifbar …" schrieb unter anderem  Katrin Pauly in der "Berliner Morgenpost" → www.schlosspark-theater.de.
 
Dass der 80. Geburtstag des vielfältigen, wandelbaren Künstlers ebenfalls große Beachtung fand, war selbstverständlich, das Fernsehen widmete dem grandiosen Komiker, Schauspieler und Entertainer gleich zwei Sendungen. Zunächst strahlte die ARD zur besten Sendezeit am 5. September 2015 die amüsant-melancholische Geschichte "Chuzpe – Klops braucht der Mensch"2) aus, in der Hallervorden einmal mehr nach den Kinofilmen "Sein letztes Rennen" und "Honig im Kopf" bewies, welch exzellenter Charakterdarsteller er ist. Gedreht nach Motiven des Romans "Chuzpe" der australisch-amerikanischen Erfolgsautorin Lily Brett, mimt Hallervorden diesmal unter der Regie von Isabel Kleefeld den Holocaust-Überlebenden Edek Rotwachs, der sechs Jahrzehnte in Australien lebte, nun als Witwer zur Tochter (Anja Kling) nach Berlin kommt und dort für allerlei Unruhe sorgt. Als der vitale Mann dann mit seiner polnischen Urlaubsbekanntschaft Zofia (Franziska Troegner) und deren Freundin Valentina (Natalia Bobyleva) in einem Hinterhof die Kneipe "Klops" mit bodenständigem Essen, vor allem aber sagenhaften Fleischklöpsen aufmacht, kommt es zwischen optimistischem Vater und besorgter Tochter zu Spannungen. "Dieter Hallervorden ist die Rolle des schelmischen und liebenswerten Edek auf den Leib geschrieben. Anja Kling gibt grandios dessen Tochter Ruth als leicht neurotische Karrierefrau mit Herz." schreibt die ARD. Für Tilmann P. Gangloff (→ tittelbach.tv) ist die Tragikomödie "ein wunderbares Geburtstagsgeschenk: gut ausgedacht, amüsant umgesetzt, treffend besetzt und großartig gespielt." Im Anschluss an den Film folgte das von Cornelia Quast gedrehte 90-minütige, ausführliche filmische Porträt "Dieter Hallervorden – Ein Mann mit Humor und Tiefgang" über einen Zeitgenossen, der auch Fernsehgeschichte schrieb, sei es mit seinem unvergessenen "Palim Palim"-Gag oder als Butler mit dem Sketch "Die Kuh Elsa". Die Dokumentation "zeigt den sympathischen und ernsthaften Menschen und die schönsten Szenen aus seinem umfangreichen mehr als 50 Jahre umfassenden künstlerischen Werk. Angefangen bei seinen ersten Auftritten als politischer Kabarettist in den 60er Jahren, über seine Rollen als Bösewicht im Skandal Fernsehfilm "Das Millionenspiel" und in "Der Springteufel", als legendärer Komödiant in der Kult-Serie "Nonstop Nonsens", seine Rückkehr zum Kabarett mit "Hallervordens Spottlights". Und großartig seine Rollen als berührender Charakterdarsteller in den Kinofilmen "Sein letztes Rennen" und "Honig im Kopf"." schreibt www,daserste.de. Neben dem Jubilar selbst und seinem jüngsten Sohn Johannes kamen auch Weggefährten bzw. Kollegen wie Brigitte Grothum, Franziska Troegner und Til Schweiger oder die Kabarettisten Gabi Decker und Hans Scheibner zu Wort. Rechtzeitig zum runden Geburtstag hatte Hallervorden übrigens am 4. September 2015 den Song "Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit)" mit dazugehörigem Musikvideo veröffentlicht, der Erlös soll aus aktuellem Anlass an die Flüchtlingshilfe gehen. → Artikel zum 80. Geburtstag unter anderem bei www.faz.net, www.sueddeutsche.de, www.derwesten.de.
Aktuell gewährt Hallervorden dem Leser einmal mehr Einblicke in sein Leben, nach der 2005 veröffentlichten Autobiografie "Wer immer schmunzelnd sich bemüht …" erschien nun Ende September 2017 von Autor Tim Pröse "Hallervorden – Ein Komiker macht Ernst". Hallervorden selbst sagt dazu: "Ich bin privat ein scheuer Mensch. Der Autor Tim Pröse hat es geschafft, mich zu öffnen. Manche Dinge, nach denen er mich gefragt hat, überraschten mich. Nicht nur seine Fragen, sondern auch meine Antworten. Einiges, was ich im Leben tat, und vor allem warum ich es tat, war mir zuvor selber nicht so klar." →  www.hoffmann-und-campe.de
  
Dieter Hallervorden, der abwechselnd in Berlin sowie in Frankreich in seinem schlossartigen Insel-Domizil Château de Costaérès in Trégastel (Bretagne) lebt, ist seit 1991 in zweiter Ehe mit Elena Blume verheiratet; aus der Verbindung stammt der im September 1998 geborene gemeinsame Sohn Johannes2). Aus Hallervordens ersten Ehe mit Schauspielerkollegin Rotraud Schindler2) stammen der 1963 geborene Sohn Dieter Hallervorden jr. und die 1966 geborene Tochter Nathalie Hallervorden2). Beide Kinder standen in frühen Jahren gemeinsam mit ihren Eltern für verschiedenste Produktionen vor der Kamera, Dieter Hallervorden jr. arbeitet heute als Doktor der Germanistik im Saarland, Tochter Nathalie lebt heute in London und ist als Therapeutin tätig.
Im Juli 2016 meldeten verschiedene Zeitungen, Hallervorden habe in der 34 Jahre jüngeren, in einer Stuntfirma für Film und Fernsehen beschäftigten Christiane Zander eine neue Partnerin gefunden. Mit seiner Frau Elena führe er schon lange eine "kameradschaftliche Ehe" → SPIEGEL ONLINE (10.07.2016).

Mehr Informationen zu dem beliebten Künstler gibt es bei www.didipage.de;
siehe auch: www.prisma.de und Wikipedia sowie
Dieter Hallervorden bei der "Agentur Neidig" und bei www.schlosspark-theater.de
Vereinzelte Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars"
von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 139/140
*) Quelle: www.schlossparktheater.de
Link: 1) Webpräsenz des Berliner Kabarett-Theaters, 2) Wikipedia, 3) www.mdr.de, 4) prisma.de, 5) tittelbach.tv, 6) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Stand: Oktober 2017
Autogrammadresse: Dieter Hallervorden, c/o DIE WÜHLMÄUSE
Pommernallee 2 – 4, 14052 Berlin
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia, prisma.de, filmportal.de)
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