Peter Sattmann 01; Copyright Virginia Shue Peter Sattmann wurde am 26. Dezember 1947 im sächsischen Zwickau geboren; seine Jugend verbrachte er in Friedrichshafen (Bodensee), wohin seine Eltern gezogen waren, als er zehn Jahre alt war. Schon früh interessierte sich Sattmann für die Schauspielerei, seine Liebe galt aber auch der Musik; mit 18 Jahren zog es ihn nach München, wo er sich unter anderem auch als Straßenmusiker über Wasser hielt. Nach einer gescheiterten Ehe – er hatte bereits mit 21 Jahren geheiratet – ließ er sich an der "Neuen Schauspielschule" in München ausbilden und erhielt dann 1969 am "Deutsche Theater" ein erstes Engagement. Später wechselte er an das Württembergische Staatstheater in Stuttgart, avancierte zu einem der renommiertesten Charakterdarsteller und wurde 1975 sowie 1977 von der Kritik zum "Schauspieler des Jahres" gewählt. Zu Sattmanns weiteren Theaterstationen zählt unter anderem das Bochumer Schauspielhaus, wo er von 1982 bis 1990 auf der Bühne stand und auch mit Claus Peymann zusammenarbeitete, sowie die "Freie Volksbühne" in Berlin.
Seit 1998 gehört Sattmann zum Ensemble der "Jedermann-Festspiele" im Berliner Dom, zunächst gab er den "Tod", seit 2001 schlüpfte er in die Maske des "Teufels", ab 18. Oktober (Premiere) bis 28. Oktober 2007 konnte man den Künstler wieder als "Tod" bewundern und auch bei den 25. Berliner "Jedermann-Festspielen" (20.–30.10.2011) hat er diesen Part übernommen; siehe auch www.jedermann-festspiele.de.

 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Seit Mitte Dezember 2009 war Sattmann im neu eröffneten, von Dieter Hallervorden geleiteten Berliner Schlosspark-Theater zu sehen; gemeinsam mit Hannelore Hoger stand er in dem Broadway-Klassiker "Love Letters" von A. R. Gurney in einer Inszenierung von Alfred Kirchner auf der Bühne; am 20./21. bzw. 23./24. Februar 2010 wurde die Berliner Produktion auch am Hamburger "St. Pauli Theater" gezeigt (siehe dort). "Hannelore Hoger und Peter Sattmann spielen geistreich und witzig ein altes Liebespaar." schreibt unter anderem das "Hamburger Abendblatt" (6.2.2010).
Zum Film kam Peter Sattmann Ende der 1970er Jahre und etablierte sich mit unzähligen Fernsehauftritten zu einer festen, unverzichtbaren Größe auf dem Bildschirm. Sein Rollenrepertoire ist vielseitig und lässt sich nicht auf ein bestimmtes Klischee festlegen; er spielt zwielichtige Figuren oder Kriminelle ebenso glaubwürdig wie Detektive, Ärzte, Richter, Liebhaber oder Väter und auch das komische Fach zählt zu seinen Stärken.

Peter Sattmann und Mario Adorf in dem Abenteuer "Tod oder Freiheit"*) (1977)
Regie und Buch: Wolf Gremm
Foto mit freundlicher Genehmigung von www.ziegler-film.com
© Ziegler Film GmbH & Co. KG
*) Link: www.deutsches-filmhaus.de
Peter Sattmann und Mario Adorf in "Tod oder Freiheit"; Copyright Ziegler Film GmbH & Co. KG
Neben regelmäßigen Gastauftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Derrick", "Der Alte", "Ein Fall für zwei", "Die Männer vom K3", "Tatort", "Anwalt Abel" oder "Polizeiruf 110" zeigte er sich beispielsweise 1981 als Kronzeuge Gregor Waremme in dem Mehrteiler "Der Fall Maurizius"1), begeisterte 1985 als Engländer Carruthers neben Burghart Klaußner, der dessen Freund Davies spielte, in dem spannenden Spionagethriller "Das Rätsel der Sandbank"1) nach dem gleichnamigen Roman von Erskine Childers, mimte ein Jahr später den Rolf in Oliver Storz' "Ein Naheliegender Mord" an der Seite von Iris Berben. Im gleichen Jahr war er als Inspektor Trant in Franz Peter Wirths "Familienschande", 1989 als Tom Maiwald in dessen Komödie "Karambolage"2) zusammen mit Iris Berben und Constanze Engelbrecht zu sehen und für Ulrich Starks dreiteiligen Abenteuerfilm "Der Bastard" (1989) übernahm er die Hauptrolle des Paul David. 
Peter Sattmann 02; die Rechte liegen bei Peter Sattmann

In den 1990ern agierte er unter anderem als Eckhard Fuhrgeber in Theodor Kotullas Krimi "Von Gewalt keine Rede" (1991) neben Katja Riemann2), die er 1990 bei dem Dreh kennen gelernt hatte und dann acht Jahre lang zusammenlebte; 1993 wurde die gemeinsame Tochter Paula2) geboren. 1992 spielte Sattmann eine Hauptrolle in Rainer Bärs "Der Absurde Mord", ebenso wie in Kai Wessels "Geboren 1999", einem Film der Genetik und Gentechnologie thematisierte. 
Das Foto wurde freundlicherweise von Peter Sattmann zur Veröffentlichung freigegeben;
die Rechte liegen bei Peter Sattmann. 

In vielen Fernsehspielen agiert der gut aussehende, immer etwas jungenhaft wirkende Schauspieler an der Seite attraktiver und populärer Schauspielerkolleginnen: Zusammen mit Thekla Carola Wied erlebten ihn die Zuschauer 1993 als Jürgen Färber in Frank Guthkes zweiteiligen Drama "Ich klage an", mit Mona Seefried in Heinz Mareceks Komödie "Ein Bock zuviel" oder mit Renate Krößner in Sigi Rothemunds "Glück im Grünen".
  
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Peter Sattmann 03; die Rechte liegen bei Peter Sattmann
Wieder an der Seite von Iris Berben trat er 1993 in dem Melodram "Tod in Miami"3) sowie 1995 als Michael Enkhausen in Bernd Böhlichs "Verliebte Feinde" auf, erneut mit Thekla Carola Wied in Bodo Fürneisens "Eine Frau will nach oben", in Rainer Bärs Thriller "Eingeschlossen – Die Nacht mit einem Mörder" hatte er Anja Kling als Partnerin und 1996 in Petra Haffters Drama "Schuldig auf Verdacht" spielte er zusammen mit Vera Tschechowa.
Zu Peter Sattmanns Partnerinnen zählte unter anderem 1996 Sonja Kirchberger in Rainer Bärs Thriller "Blinde Augen klagen an", zum wiederholten Male Iris Berben in Ulrich Starks "Simones Entscheidung" (1997) oder im gleichen Jahr Leslie Malton in Lutz Konermanns Thriller "Virus X – Der Atem des Todes".
Peter Sattmann 04; die Rechte liegen bei Peter Sattmann An der Seite seiner Lebensgefährtin Katja Riemans spielte er 1998 in Miguel Alexandres Politkrimi "Macht"3) den Part des Filmehemannes und Spitzenpolitikers Peter Sommer, der zwei Wochen vor der Wahl entführt wird. 1999 beispielsweise war er mit der Hauptrolle des Tilmann in dem erfolgreichen aber umstrittenen Sat.1-Movie "Verführt – Eine gefährliche Affäre"3) auf dem Bildschirm präsent, aber auch als charmanter Hausmann Jakob, der in "Eine schräge Familie"3) zusammen mit Filmehefrau Marie alias Saskia Vester die Liebe neu entdeckt. 2000 spielte er zusammen mit einer "gestandenen" Partnerin – nämlich mit Inge Meysel – in Dagmar Dameks gefühlvoller Tragikkomödie "Die Blauen und die grauen Tage"3) den Sohn Olaf, in Christine Hartmanns Familiendrama "Wie buchstabiert man Liebe?"3) war er 2001 der Bestsellerautor Tom Dellwig und Partner von Suzanne von Borsody. Ebenfalls 2001 glänzte er mit der Rolle des weltfremden Professors Dr. Robert von Reichenbach in "Aszendent Liebe", zu Peter Sattmanns jüngeren TV-Produktionen zählen 2002 die Serie "Im Visier der Zielfahnder", 2003 seine Rolle des Charmeurs Sebastian in der turbulenten Komödie "Liebe zartbitter"3) (mit Christine Neubauer), der unzuverlässige Ehemann Johannes in "Das Schönste Geschenk meines Lebens"3) (mit Jutta Speidel) sowie der Anwalt Robert Clajus in dem Drama "Tochter meines Herzens"3), erneut mit Christine Neubauer.
 
Das Foto wurde freundlicherweise von Peter Sattmann zur Veröffentlichung freigegeben;
die Rechte liegen bei Peter Sattmann. 
Hinreißend war 2003 auch seine Darstellung des aalglatten "Mafioso" und Lebemanns Matteo, welcher der Titelheldin Rosa alias Christiane Hörbiger in Hajo Gies' romantischen Komödie "Alpenglühen"3) das Konzept ihrer Pralinen für einen Großkonzern entlocken soll. Einmal mehr konnte Peter Sattmann in dieser Geschichte um Intrigen, Geld und Liebe alle Register seines schauspielerischen Könnens ziehen. Anfang 2004 mimte er dann in der Liebeskomödie "Dann kamst Du"3) den Psycho-Doktor Matthias, welcher der Titelheldin und erfolgreichen Talk-Masterin Corinna alias Katharina Böhm Trost spendet. Wenige Monate später erlebte man ihn neben Fritz Wepper und Saskia Vester in der Komödie "Ein Gauner Gottes"3) als intriganten Glasereibesitzer Neigenfindt, wo Sattmann auch sein Talent für Mundart unter Beweis stellte.
Im April 2005 kam er dann in der humorvollen Gesellschaftskomödie "Prinz & Paparazzi"3) nach der Romanvorlage von Sky Du Mont mit einer "fürstlichen" Rolle auf dem Bildschirm; in diesem, im Adelsmilieu angesiedelten Krimi mimte er herrlich komisch den Prinzen Karl-Friedrich von Hamm, der wegen einer Liebesaffäre in einen handfesten Mordskandal verwickelt wird.
Eine schöne Rolle war Mitte September 2005 auch die des charmanten Bootsbauers und Aussteigers Sebastian Schneider, der sich in Jan Ruzickas heiter-romantischen Komödie "Liebe wie am ersten Tag"3) in die leidgeprüfte Gattin (Saskia Vester) des vielbeschäftigten Bauunternehmers Richard Jessen (Friedrich von Thun) verliebt. Mit seinen Avancen stärkt er das angekratzte Selbstbewusstsein der "alltagsmüden" Ehefrau, verliert jedoch letztlich den Kampf gegen den mit allen Tricks arbeitenden Ehemann.
Dass Sattmann durchaus auch mit weniger liebenswürdigen Rollen überzeugen (und dennoch sympathisch wirken) kann, bewies er in dem sozialkritischen ARD-Zweiteiler "Emilia"3) (2005, Die zweite Chance/Familienbande) an der Seite von Senta Berger als engagierter, neuer Leiterin eines Heimes für straffällig gewordene Jugendliche. Sattmann mimt hier den pedantischen und (fast) herzlosen Verwaltungsdirektor Hartmann, der immer wieder, wenn auch zähneknirschend, erkennen muss, dass die unkonventionellen Methoden seiner Kollegin Emilia Seiler zum gewünschten Ziel führen. Erst in der zweiten Episode "Familienbande" wird Hartmann aufgrund persönlicher Konfrontation mit dem Thema "Drogenmissbrauch" zusehendst menschlicher, der Widerstand gegen seine Kollegin "Emilia" bröckelt… Die Hoffnung, dass die engagierten Geschichten mit dem Duo Sattmann/Berger eine Fortsetzung fand, blieb vorerst unerfüllt.
Eine verhaltene, leise Figur spielte Sattmann in dem Anfang September 2006 von der ARD ausgestrahltem Fernsehspiel "Die Liebe kommt selten allein"3). Unter der Regie von Jan Ruzicka agierte er in dieser Komödie mit leisen, tragisch-verhaltenen Untertönen als einsamer, schüchterner Kommissar Ferdinand Rixen, der die attraktive Misanthropin und Protagonistin Eva Beckstedt (Thekla Carola Wied) kennen lernt. Ebenso wie der bodenständige Malermeister Harry Stockert (Florian Martens) spürt auch er, dass sich hinter Evas unnahbarer Attitüde ein sensibler Mensch versteckt. Außerdem erklärt sich Eva in einem schwachen Moment bereit, sich um den 16-jährigen Nachbarssohn Dennis (Tobias Retzlaff) zu kümmern, solange dessen Mutter im Krankenhaus liegt. Und auch wenn Eva es sich zunächst nicht eingestehen will, bringen diese drei höchst unterschiedlichen Herren sie dazu, ihre Einstellung zum Leben grundsätzlich zu hinterfragen …4) Sattmann zeigte mit seinem unaufdringlich-zurückhaltenem Spiel einmal mehr, dass er auch durchaus in "der zweiten Reihe" zu überzeugen weiß.
 
  
Das Foto wurde freundlicherweise von Peter Sattmann zur Veröffentlichung freigegeben
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die Rechte liegen bei Peter Sattmann. 
Peter Sattmann 05; die Rechte liegen bei Peter Sattmann
Nach seinem Auftritt als Dr. Storz in der "Pfarrer Braun"-Episode "Drei Särge und ein Baby"2) (2006) konnten die Zuschauer Sattmann Anfang Januar 2007 in der NDR-Produktion "Der letzte Tanz"3) als den erfolgreichen, etwas arroganten Hamburger Tierpharmazeut Dieter Walling erleben. Regisseur Jan Ruzicka hatte dieses psychologisch angelegte Drama über einen Mann, der mit seiner 30 Jahre zurückliegenden wilden Studentenzeit konfrontiert wird, eher unspektakulär in Szene gesetzt. In dieser ungewöhnlichen Geschichte über verpasste Chancen und gehütete Geheimnisse spielte Sattmann sensibel und überzeugend, man nahm ihm das unerwartete Wiedersehen mit seinem alten WG-Kumpel Willi (Hans-Uwe Bauer) und der ehemals gemeinsamen Geliebten (Franziska Walser) bzw. die daraus resultierende Neuauflage der damaligen Dreiecksbeziehung ohne weiteres ab. In Christine Kabischs heiter-turbulenten Ehekomödie "Ich heirate meine Frau"3), der gewitzten Fortsetzung von "Der Traum vom Süden"3) (2006) mit Elmar Wepper und Gila von Weitershausen in den Hauptrollen des Ehepaares Walter und Henriette, schlüpfte Sattman Anfang März 2007 in das Kostüm des reichen saudischen Adeligen Abdul Al Hakim. Hier macht er der inzwischen von Ehemann Walter getrennt lebenden Henriette als "Mann von Welt" nach allen Regeln der Kunst den Hof – eine Paraderolle für den Schauspieler. Glänzend, wenn auch diesmal mit einer vollkommen anders gearteten Figur, war Sattmann Ende Mai 2007 als naturverbundener Fischzüchter Fred Sattler, dessen Ehe mit seiner sensiblen Frau Rieke (Bettina Kupfer) mit den Jahren jegliche Romantik verloren hat. Bettina Woernle hatte die temporeiche Geschichte "Noch einmal zwanzig sein …"3) in Szene gesetzt, in der der bärbeißige Grantler Fred schließlich zum liebevollen Ehemann mutiert.
Wenige Monate später tauchte er dann mit der Figur des zunächst etwas grantigen Gutshofbesitzers Carl von Balkhausen auf, der in der Mitte September 2007 ausgestrahlten und von Matthias Tiefenbacher liebevoll inszenierten melodramatischen Romanze "Der Sonnenhof"3) gegen den Pleitegeier ankämpft. Unverhofft kann er mit Hilfe der tüchtigen Finanzbeamtin Katharina Kamp alias Suzanne von Borsody und deren im Rollstuhl sitzenden Nichte (Lara Schneider) nicht nur sein traditionsreiches Gestüt retten sondern findet schließlich auch noch ein neues privates Glück. Die gelungene Mischung aus Heimat- und Liebesfilm mit den beiden sympathischen Charakterdarstellern Sattmann und von Borsody sorgte für 90 Minuten entspannende Fernsehunterhaltung, die sich nicht zuletzt durch die schöne Kulisse des bergischen Landes von so manch anderen Produktionen ähnlichen Genres wohltuend abhob.
 
Thekla Carola Wied war Sattmanns Partnerin in der Mitte Januar 2008 ausgestrahlten turbulenten Komödie "Mein Traum von Venedig"3), in der Verlagslektorin Katharina (Thekla Carola Wied) ihren lang gehegten Wunsch, in Venedig nach der unfreiwilligen Frühpensionierung einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, realisieren möchte. Doch sie hat nicht mit ihrem tollpatschigen neuen Nachbarn Hans Baumann alias Peter Sattmann gerechnet, auch Katharinas Kinder Lisa (Katja Studt) und Sohn Uli (Jonas Jägermeyr) warten mit Problemen auf. Wie immer lieferte Sattmann mit dieser unterhaltsamen Geschichte erneut eine Glanzvorstellung ab, seine Darstellung als liebenswerter Trottel, der von einem Fettnäpfchen ins andere tritt, war wieder mal eine Paraderolle für den populären Schauspieler. Im Herbst 2007 stand Sattmann – erneut mit Thekla Carola Wied – für den TV-Film "1:0 für das Glück"3) vor der Kamera. Die Wied spielt die anfangs recht spröde, etwas zickige und gestrenge Studienrätin Petra Winter, die sich mit der Hilfe eines biederen, aber sympathischen Schulhausmeisters nicht nur zur passionierten Fußballtrainerin einer Gymnasialklasse mausert, sondern auch Gefühle zulässt und dadurch das Herz der Schüler und des Hausmeisters erobert. Es machte Freude Peter Sattman als sächselnden Hausmeisters Christian Brenner zu sehen, "Ich habe mich noch nie so rundum wohl gefühlt wie in dieser Rolle, allein durch die Tatsache, dass ich meine Muttersprache sprechen konnte", sagte der Schauspieler in einem Interview.  Die augenzwinkernde Fußballkomödie wurde Anfang Mai 2008 ausgestrahlt und Sattmann bewies einmal mehr, dass er zur ersten Garde der populären TV-Darsteller zählt.
 
Gerade noch hatte sich der Schauspieler als Fußballbegeisterter Hausmeister in die Herzen der Zuschauer gespielt, kam er nur wenige Tage später (EA: 16.5.2008) als smarter Schönheitschirurg Dr. Max Steigelmann daher, der kurz vor der Scheidung mit seiner Angetrauten Juliane alias Sabine Postel steht. In der von Imogen Kimmel inszenierten turbulenten Liebeskomödie "Einmal Toskana und zurück"3) erzählt der Film vor der malerischen Kulisse Norditaliens eine Geschichte von alten Beziehungen und neu erwachter Liebe; weitere Darsteller waren unter anderem der Liedermacher Konstantin Wecker als Olivenbauer Nikolaus und Katja Weitzenböck als Steigelmanns Kollegin und Geliebte Tanja. 
In der romantischen Politkomödie "Liebe im Halteverbot"3) von Regisseur Matthias Tiefenbacher mit Christoph M. Ohrt als schlitzohrigem Bauamtsleiter, Floriane Daniel als dessen Geliebte und Oliver Mommsen als tollpatschigem gehörnten Ehemann bzw. übereifrigem Mitarbeiter im Bauamt in den Hauptrollen, kam Sattmann als "wendiger" Bürgermeister Schneider daher, der in dem handfesten Korruptionsskandal kräftig mitmischt.
Ein Kabinettstückchen der Schauspielkunst lieferte Sattmann mit der Nebenrolle des eitlen, großkotzigen Klatschreporters Jacki Gosser in dem nicht ganz ernst zu nehmenden Krimi "Der süße Duft des Bösen"3) (EA: 15. Januar 2009) aus der losen ARD-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" ab, in denen es der Polizei-Psychiater Dr. Wendelin Winter alias Fritz Wepper und seine Tochter Alexandra (Sophie Wepper) mit zunächst mysteriösen Mordfällen zu tun bekommen. In der heiter-tragischen Geschichte "Was glücklich macht"3) zeigte sich Sattmann am 12. April 2009 in der ARD als erfolgreichen Bauleiter, der in den Vorruhestand versetzt wird. Als seine Frau Charlotte (Jutta Speidel) ein attraktives, berufliches Angebot bekommt, entfernt sich das Ehepaar immer weiter voneinander. Ein Mann in der Krise – man sollte meinen, wieder eine dieser oberflächlichen Regiearbeiten um ein bereits schon häufig abgehandeltes Thema. Doch weit gefehlt, Regisseur Matthias Tiefenbacher verarbeitete dieses Thema in einer gelungenen Beziehungskomödie mit ernsten Zwischentönen. Dies ist vor allem dem differenzierten Spiel des hervorragend aufspielenden Hauptdarsteller-Paars Peter Sattmann und Jutta Speidel zu verdanken, die ihre Protagonisten gekonnt die nötige psychologische Tiefe verleihen und sie an keiner Stelle überzeichnen.4)
 
Auf den ARD-Film "Bleib bei mir"3) nach dem Roman "Dritte Sonnenblume links" von Christine Vogeley, in dem Sattmann neben Saskia Vester als verwitweter Chirurg Nicolaus Roeder zu sehen sein war, durfte man sich am 29. Mai 2009 freuen. In der skurrilen Geschichte um einen exaltierten Schlagerstar Harry Hansen (Helmut Berger), der sich nach dem Tod seines Lebensgefährten Charles, der anderen Hälfte des erfolgreichen "Hansen-Duos", in seiner abgedunkelten Villa vergräbt, gab Sattmann einmal mehr den Charmeur und umgarnte behutsam die patente Rosa (Saskia Vester), die sich bei Harry Hansen als Haushälterin versucht. Zunächst weniger charmant kam er als Bäcker Karl Sterner in der Utta Danella-Verfilmung "Schokolade im Sommer"3) (EA: 18.9.2009) daher und wurde in dem "zuckersüßen" Familienmelodram mit einer erwachsenen Tochter (Jeanne Tremsal) konfrontiert. In weiteren Rollen der Danella-Adaption "Der verlorene Vater" sah man Hendrik Duryn als smarten Patissier, Timothy Peach als ehrgeizigen Schriftsteller und Katerina Jacob als patente Lebensgefährtin des schroffen, jedoch herzensguten Karl. Gedreht vor der romantischen Kulisse des Ammersees, lösten sich am Ende alle Verwicklungen und es gab – ganz in Utta Danella-Manier – natürlich für alle Beteiligten und den Zuschauer ein Happy End; siehe auch www.quotenmeter.de.
Abgedreht hatte Peter Sattmann die Rosamunde Pilcher-Lovestory "Lass es Liebe sein"3) (EA: 29.11.2009), wo er als Banker George Richnond wieder mal eine gute Figur machte, sowie die ZDF-Komödie "Heute keine Entlassung"3) (EA: 14.12.2009), in der er – unter anderem an der Seite von Mariele Millowitsch als schlagfertiger Krankenschwester – den kauzigen, misanthropischen Frührentner Anton Franzen mimte, der einen Hass auf Ärzte, Krankenhäuser und das gesamte Gesundheitswesen entwickelt hat, seit seine Frau an Krebs gestorben ist. Es war eine Freude, Sattmann als anfänglichen "Stinkstiefel" zu sehen, der nichts auslässt, um die rührige Krankenschwester zu nerven bzw. dem ungeliebten Krankenhaus zu entfliehen. Dass Franzen im Laufe der Story zu einem sympathischen Zeitgenossen mutiert und auch noch das Herz der Krankenschwester erobert, versteht sich für eine romantische Komödie von selbst. Für Sattmann war es eine Paraderolle und "eine Wonne", wie er im ZDF-Interview sagte; das ganze Interview bei www.fernsehfilm.zdf.de
  
Etwas zurückgenommener war dann seine Rolle in dem ZDF-Sonntagsfilm "Ein Sommer in Marrakesch"3) (EA: 02.05.2010), wo er als Rudi an der Seite von Jutta Speidel als seiner Ex-Frau mit den ungewöhnlichen Heiratsplänen der gemeinsamen Tochter Anna (Luise Helm) konfrontiert wird. Eine weitere Arbeit Sattmanns für das Fernsehen war die Geschichte "Vater aus heiterem Himmel"3) an der Seite von Fritz Wepper als selbstgerechtem, ungeliebtem Staatsanwalt Dr. Martin Rogalla, der sich als eingefleischter Junggeselle plötzlich einer ihm unbekannten 15-jährigen Tochter widmen soll, die sein geordnetes Leben völlig auf den Kopf stellt. Mitte Juli 2010 hatten die Dreharbeiten zu der ZDF-Komödie in Potsdam begonnen, Sattmann mimte Rogallas netten Richterkollegen Udo Burkhardt; Sendetermin war der 24. Oktober 2010 (mehr bei prisma-online und www.presseportal.de).
Das neue Fernsehjahr 2011 startete für Sattmann bzw. die Zuschauer mit der am 23. Januar 2011 ausgestrahlten Rosamunde Pilcher-Romanze "Sonntagskinder"3): Neben den Protagonisten Denise Zich als ambitionierter Köchin und Patrik Fichte als reichem Unternehmer war Sattmann in der Rolle des John Browning geschlüpft, Leiter des "Cornish Chamber Orchestra" und langjähriger Verehrer der in Finanzprobleme geratenen sympathischen Schloss-Hotelbesitzerin Beatrice East (Ursela Monn). Nach dem Dora Heldt-Publikumsrenner "Urlaub mit Papa"3) verfilmte das ZDF mit "Tante Inge haut ab"3) erneut einen Bestseller der Schriftstellerin; am 30. August 2010 war auf Sylt die erste Klappe für die Romanadaption gefallen. In der von Mark von Seydlitz inszenierten Geschichte trug Peter Sattmann dann am 27.02.2011, neben Gaby Dohm in der Titelrolle der "Tante Inge", als deren penibler Ehemann Walter zum Quotenerfolg der amüsanten Geschichte bei: Tante Inge will ihrem tristen Ehe-Alltag mit dem pensionierten Finanzbeamten entfliehen und macht sich wegen einer Erbschaft nach Sylt auf. Auch deren Nichte Christine (Julia Stinshoff) möchte mit ihrem neuen Freund Freund Alex (Oliver Bootz) im Sylter Ferienhaus ihrer Eltern traute Zweisamkeit genießen. Doch es kommt anders, Inges Bruder bzw. Christines Vater Heinz (Lambert Hamel) hat davon Wind bekommen und sorgt schon bald gemeinsam mit der übrigen Verwandtschaft für Turbulenzen; mehr bei www.presseportal.de.
 
Bravourös meisterte Sattmann die Rolle des charmant-schlitzohrigen Hallodri Arno Freywald in der Komödie "Nach der Hochzeit bin ich weg"3) (EA: 23.09.2011) an der Seite von Saskia Vester und Jan-Gregor Kremp. Der in Venezuela verschollen geltende Vater des Bräutigams Daniel (Kai Schumann) und notorische Hochstapler Arno platzt mitten in den Hochzeitsvorbereitungen bzw. die Ehekrise der umtriebigen Brautmutter Anne Stadler (Saskia Vester) und deren ungetreuen Ehemann Gerd (Jan-Gregor Kremp). Die Rettung der Stadlerschen Ehe wird für Arno eine Herzensangelegenheit. Als Frauenversteher rät er Gerd, die alten Gefühle seiner Gattin erneut zu wecken. Der Plan funktioniert perfekt, Anne verliebt sich tatsächlich – allerdings nicht in Gerd, sondern in Arno. Als auch noch das Brautpaar in eine Krise gerät, ist das Chaos perfekt.4) Es war amüsant, Sattmann mit der überzeichneten Figur des liebenswürdig-komischen Vermittlers zuzuschauen, der die Rettung der gefährdeten Ehe zu seiner "Herzensangelegenheit" macht.
Saskia Vester ist einmal mehr Sattmanns Partnerin in der Komödie "Wer küsst den Doc?" (AT) nach Motiven von Utta Danella, die Dreharbeiten am Schliersee begannen Mitte Mai 2011. In der Produktion der "Bavaria" erscheint Sattmann demnächst als unzugänglicher Zahnarzt Leander Winter, in den seit vielen Jahren dessen Arzthelferin Anna Maria (Saskia Vester) heimlich verliebt ist; ein Sendetermin steht noch nicht fest, mehr bei www.bavaria-film.de.
Mal ganz anders - in historischem Kostüm und Backenbart – zeigte sich Sattmann am 27. November 2011 in Michael Keuschs Verfilmung von Petra Durst-Bennings Bestseller "Die Samenhändlerin"3) mit Henriette Richter-Röhl in der Titelrolle der selbstbewussten jungen Hannah Brettschneider, die Mitte des 19. Jahrhundersts in die schwäbische Kleinstadt Gönningen kommt und in eine traditionsreiche Samenhandlungsfirma einheiratet. In der Geschichte um Liebe, Hass und Intrigen gab Sattmann den erfolgreichen Seniorchef Gottfried Kerner, der von seiner neuen Schwiegertochter nicht nur wegen ihres Geschäftssinns begeistert ist.
Auf der Kinoleinwand war der Vollblutmime eher selten vertreten: 1985 beispielsweise wirkte er in Doris Dörries Komödie "Im Innern des Wals"5) mit, 1989 in Christoph Eichhorns "Jenseits von Blau" sowie in Rainer Boldts Thriller "Der Geschichtenerzähler" oder 1991 in Joaquim Leitãos "Bis zum bitteren Ende". Er stand für Katja von Garniers romantische Komödie "Abgeschminkt!"2) (1993) sowie für deren Drama "Bandits"3) (1997) vor der Kamera, ein Jahr später sah man ihn als Xaver in Michael Junckers Komödie "Frauen lügen nicht"3) sowie 1999 in Sönke Wortmanns Episoden-Drama "St. Pauli Nacht"3). Aktuell wirkte Sattmann als Graf von Hohenfels in Peter Timms Kinderfilm "Löwenzahn – Das Kinoabenteuer"3) mit, der am 12. Mai 2011 an den Start ging.
 

 
 
Foto: Peter Sattmann bei den Dreharbeiten zu "Im Innern des Wals" (1985)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Peter Sattmann bei den Dreharbeiten zu "Im Innern des Wals"; Copyright Virginia Shue
Das Multitalent Peter Sattmann machte sich nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur und Autor von Theaterstücken wie beispielsweise "Der Erzbischof ist da", "Open End" oder der Satire "Der Fallschirmspringer" einen Namen, Stücke, die unter seiner Regie in Stuttgart Bochum und Zürich zur Uraufführung gelangten. Seine musikalische "Ader" findet ihren Niederschlag in Kompositionen wie der Musik zu den Fernsehfilmen "Kerbels Flucht"5) (1983), wo er auch die titelgebende Figur spielte, Dagmar Dameks Krimi "Wie du mir…"3) (1989) und der Komödie "Willkommen im Paradies" (1991), in denen er ebenfalls mit tragenden Rollen glänzen konnte. Weiterhin stammt die Filmmusik zu Dagmar Dameks "Familienfest" (1987, u.a. mit Michael Degen) und der ARD-Vorabendserie "Der Prins muss her"2) (1987) und aus seiner Feder. In "Der Prins muss her" stellte er überdies als lässiger Raffael Prins einen Kunstexperten bzw. "James Bond" der Kunstszene dar, der es bei seinen Recherchen stets mit attraktiven Frauen zu tun hatte, unter anderem auch mit Reisebüroleiterin Carla Resch (Franziska Bronnen). 

Der populäre und vielseitige Schauspieler Peter Sattmann, der zur ersten Garde der TV-Darsteller zählt und dessen Fernsehrollen sich inzwischen kaum mehr alle aufzählen lassen, lebt in Berlin.
 

Link: 1) Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3) prisma-online.de, 5) www.deutsches-filmhaus.de
Quelle: 4) prisma-online.de
Stand: November 2011
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Peter Sattmann im Internet: www.sattmann.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei www.imdb.de
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