Günther Maria Halmer / Copyright: Jorinde Gersina Günther Maria Halmer wurde am 5. Januar 1943 als Sohn eines Anwalts im bayerischen Rosenheim geboren. Kindheit und Jugend waren von einem strengen, gefühlskalten Vater geprägt, seine Schulzeit endete mit einem Verweis. Halmer wollte nun Pilot werden, ging zur Bundeswehr, konnte sich mit dem rigiden Autoritätsdenken jedoch nicht anfreunden, wurde schließlich als "Schütze" entlassen. Er versuchte sich als Lehrling in einem Hotel, doch auch das sagte ihm nicht zu und so ging er kurzentschlossen nach Kanada. Dort arbeitete er 18 Monate in einem Asbest-Bergwerk und lebte unter einfachsten Bedingungen in einem Camp.
Nach seiner Rückkehr entschied er sich für die Schauspielerei, begann 1967 in München ein Studium an der renommierten "Otto-Falckenberg-Schule für Schauspielerei" und erhielt nach dem Abschluss zur Spielzeit 1969/70 ein festes Engagement an den Münchner Kammerspielen, dem er sechs Jahre lang als Ensemblemitglied angehörte; sein Bühnendebüt gab der junge Schauspieler 1969 in "Jagdszenen aus Niederbayern", einem Volksstück von Martin Sperr.
 
Seit Anfang der 70er Jahre arbeitet Halmer auch für Film- und Fernsehen, populär wurde der Schauspieler 1974 mit der Rolle des Schwabinger Schlitzohrs "Tscharlie" in Helmut Dietls erfolgreichen Serie "Münchner Geschichten". 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Jorinde Gersina 
sowie der Agentur ABOVE THE LINE zur Verfügung gestellt.
© Jorinde Gersina
Im Verlaufe der Jahre folgten zahlreiche Rollen in verschiedensten Produktionen, mit denen sich Halmer von dem "Tscharlie"-Image lösen konnte. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie "Derrick", "Der Fahnder", "SOKO 5113", "Ein Fall für zwei" oder "Tatort" sah man ihn beispielsweise 1984 als Daniel Reilly in dem Mehrteiler "Der Millionen-Coup", in dem historischen, mit dem Emmy ausgezeichneten Sechsteiler "Peter der Große"1) verkörperte er an der Seite von Maximilian Schell, Omar Sharif und Sir Lawrence Olivier 1986 den russischen Außenminister Tolstoy oder tauchte im gleichen Jahr als "Tatort"-Kommissar Siggi Riedmüller auf.
Zwei Jahre später spielte er den Lagerkommandanten von Auschwitz Rudolf Höss in der aufwendigen amerikanischen Historien-Serie "War and Remembrance" (Feuersturm und Asche) und ebenfalls 1988 wurde die erste Folge von "Anwalt Abel", "Der Dienstagmann" ausgestrahlt, in der Halmer die Titelrolle des Rechtsanwalt Jean Abel spielte, der Gerechtigkeit vor materielle Interessen setzt und sich durch rauen Charme auszeichnete. Bis 2001 verkörperte der Schauspieler diese Figur insgesamt 20 Folgen lang und avancierte damit zum absoluten Publikumsliebling; beispielhaft seien die sehenswerten Folge "Ein Richter in Angst"1) (1995, mit Bruno Ganz), "Todesurteil für eine Dirne"1) (1997), "In tödlicher Gefahr"1) (1998), "Salut Abel!"1) (2000) und "Zuckerbrot und Peitsche"1) (2000) genannt.

Dazwischen stand er für TV-Produktionen wie beispielsweise "Ein Verhexter Sommer" (1989) vor der Kamera, in "Lenin: Der Zug" sah man ihn 1990 –  neben Ben Kingsley als Lenin –  als deutschem Begleitoffizier von Planetz, in Sigi Rothemunds "Ausgetrickst" spielte er ein Jahr später den Thomas Winter und in der deutsch-kanadischen Abenteuerserie "Der lange Weg des Lukas B." (By Way of the Stars) nach dem gleichnamigen Roman von Willi Fährmann agierte er 1992 als Baron Heinrich von Knabig. Immer wieder beeindruckt Halmer durch seine enorme Wandlungsfähigkeit, begeisterte beispielsweise die Fernsehzuschauer 1999 mit der Titelrolle des gerissenen Viehschmugglers Quirin in "Der Weibsteufel"2) nach dem Bergdrama von Karl Schönherr oder 2000 mit der Rolle des Scheidungsanwalts Fritz Bauer in der Komödie "Trennungsfieber" mit Senta Berger in der Rolle seiner Ehefrau. 2001 verkörperte er den bayerischen General Georg August Freiherr von Kinkel in Felix Mitterers Historiendrama "Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers"1), war beispielsweise der Heinz Stegmayr in dem Zweiteiler "Tanz mit dem Teufel –Die Entführung des Richard Oetker"1) oder der Abbé Peyramale in "Lourdes". In "Bis dass dein Tod uns scheidet"1) mimte er 2002 neben Senta Berger köstlich deren sich in Todesphantasien hineinsteigernden Ehemann Gunnar Mosbach sowie in der Komödie "Herz oder Knete" neben Gudrun Landgrebe den cholerischen Carl Morus. In dem Drama über Ausländerkinder "GhettoKids" sah man ihn 2003 als Sozialarbeiter Xaver Friedmann, in dem SAT1-Thriller "Das Geheimnis des Lebens" erlebte man ihn 2004 als Kommissar Längsfeld, der zunächst nicht an die Unschuld der Titelheldin Katarina Kluge alias Desirée Nosbusch glaubt. 

Man sah ihn unter anderem als traumatisierten Patienten Daniel Elsner, der in "Mörderherz"1) das Herz eines 18-jährigen eingepflanzt bekommt, als Fernand in "Das Haus der Schwestern" nach dem Besteller von Charlotte Link, als Andreas Auffermann in "Am Ende des Tunnels" neben Ulrike Kriener und Armin Rohde, sowie 2003 als Bergwerksdirektor Heiner Dietz in dem vielbeachteten SAT.1-Drama "Das Wunder von Lengede"1); ebenfalls 2003 sah man ihn in dem rührseligen Weihnachtsfilm "Alles Samba"1) als Leiter des deutsch-brasilianischen Kulturzentrums Claudio Bachmann an der Seite der Kunstexpertin Katharina Diezmann alias Gudrun Landgrebe auf dem Bildschirm. Zu Halmers nächsten Produktionen zählte unter anderem "Bauernprinzessin"2) (auch "Prinzessin Bäuerin") und seine Rolle des Onkels Xaver, ein TV-Film der 2004 ausgestrahlt wurde, eine Fortsetzung des Heimatfilms aus der BR-Reihe "Alpendramen" gab es 2007 mit "Bauernprinzessin II – Kopf oder Herz"2).  Der dritte Teil des Alpendramas "Bauernprinzessin III – In der Zwickmühle" wurde erstmals am 18. Februar 2009 bei ORF 2 ausgestrahlt, ein Sendetermin im Bayerischen Fernsehen ist vorgesehen (siehe auch br-online.de und programm.orf.at).
In der Neuauflage der beliebten Unterhaltungsserie "Die schnelle Gerdi", den amüsanten Geschichten um die resolute Taxifahrerin Gerdi Angerpointner alias Senta Berger, mimte er seit Anfang 2004 wieder Gerdis Münchner Jugendliebe "Rocco" Rolf Rosenbauer.
Im Februar 2005 konnten die Zuschauer einmal mehr Halmers schauspielerische Vielseitig bewundern: In der turbulenten Komödie "Liebe hat Vorfahrt"1) agierte er als peniblen Verkehrsrichter Dr. Alain Mayer, der sich nach vielen Irrungen und Wirrungen in die selbstbewusste Münchner Weinhändlerin Sonja Franke alias Suzanne von Borsody verliebt. Regisseur Dietmar Klein erzählt eine temporeiche romantische Geschichte mit einer gelungenen Mischung aus Wortwitz und Situationskomik, in der Halmer in der Rolle des anfangs spießigen Paragraphenreiters alle Register seines komödiantischen Talents ziehen konnte.
  
In dem mit dem Deutschen Fernsehpreis 2005 ausgezeichneten Drama "Marias letzte Reise"1) mit einer eindrucksvollen Monika Bleibtreu als Maria, die ihre letzten Tage als Krebspatientin erlebt, spielte er die ernste Figur des Klinikchefs Dr. Osterhahn, der Maria schon seit seiner Kindheit kennt, in der turbulenten Familienkomödie "Ein Koala-Bär allein zu Haus" (2005) den Vater des begnadeten Kochs Thomas Löwe (Jan-Josef Liefers), mit dem er zusammen einen nicht grade lukrativen Gasthof führt. Eine schöne prägnante Nebenrolle war die des verschmähten Liebhabers Hans Sommer in der turbulent-heiteren Geschichte "Drei teuflisch starke Frauen" (2005) mit Ruth Maria Kubitschek, Gaby Dohm, und Gila von Weitershausen als dynamischem Trio. Anfang 2006 folgte die Hauptrolle in Thomas Kronthalers charmanten Familienkomödie "Plötzlich Opa"
1): Günther Maria Halmer spielte glänzend den griesgrämigen Menschenfeind und bayerischen Landgastwirt Ludwig Ettenberger, der sich mach dem Unfalltod seines Sohnes und dessen Frau um seinen 13-jährigen Enkel Jonas (Max Felder) kümmern muss. Als etwas mürrischer Kommissar Josef Baumert tauchte Halmer Ende August 2006 in dem komischen Krimi "Die Nonne und der Kommissar"1) auf: Die eigenwillige, detektivisch begabte Ordensschwester Camilla (Ann-Kathrin Kramer) bringt den eher nüchternen Ermittler mit ihren unorthodoxen Methoden bei der Aufklärung eines mysteriösen Todesfalles fast an den Rand der Verzweiflung.
Eine weitere prägnante Rolle war die des intriganten George Duncannen in dem Abenteuer "Das Geheimnis von St. Ambrose"1) (2006), als gefeierter, etwas schmieriger Krimiautor Gregor Moll, der etwas zu verbergen scheint, tauchte Halmer Anfang Januar 2007 in dem unterhaltsamen Krimi "Das Mörderspiel" aus der Reihe "Agathe kann's nicht lassen" mit der schlauen Hobbydetektivin Agathe Heiland alias Ruth Drexel auf. Wenig später gab Halmer einen verflossenen Liebhaber, der in dem gefühlvoll inszenierten Melodram "Mein Traum von Afrika"1) nach mehr als drei Jahrzehnten seine Jugendliebe Andrea (Jutta Speidel) in Südafrika wieder trifft. Wie meist in solchen Geschichten ist nach einigen Irrungen und Wirrungen das Happy End vorprogrammiert…
Als Filmehemann von Gaby Dohm erlebte man Halmer dann Mitte März 2007 in Dietmar Kleins turbulenten Geschichte "Hilfe, die Familie kommt!". Hier gab er den Leo Bredemeyer, ehemaliger Chef einer traditionsreichen Installationsfirma, der mit der dynamischen und erfolgreichen Münchner Verlegerin Susanne (Gaby Dohm) verheiratet ist: Anlässlich des 60. Geburtstages von Susanne, beschließt das Paar dem Alltagstrott zu entfliehen und will in dem gemeinsamen Feriendomizil im malerisch-ländlichen Schweden wieder mehr zueinander finden. Doch es kommt alles anders, der umtriebige Leo kann dem süßen Nichtstun kaum etwas abgewinnen, zu allem Überfluss taucht der gesamte Bredemeyer-Clan (samt schrulliger Mutter alias Bruni Löbel) in der Idylle auf und die fast schon banalen Konflikte beginnen von neuem – alles in allem unterhaltsame Fernsehkost. 
 
In dem von Ilse Hofmann humorvoll inszenierten Familienfilm "Die großen und die kleinen Wünsche – David gegen Goliath" war Günther Maria Halmer als charmanter Albert Marquard Ende April 2007 erneut Partner von Gaby Dohm, die als selbstbewusste Reederin Astrid Wünsche ein kleines traditionsreiches Familienunternehmen mit Ausflugsschiffen leitet. Halmer spielte den Manager einer expandierenden Großreederei, die es auf die Anlegeplätze der Reederei Wünsche abgesehen hat, gleichzeitig aber zarte Bande zu der geschiedenen Astrid knüpft – Konflikte waren da vorprogrammiert. In der eine Woche später ausgestrahlten Fortsetzung "Amors Pfeile" ging die vergnüglich-romantische Geschichte dann weiter, Gaby Dohm und Günther Maria Halmer überzeugten einmal mehr als ungleiches "Traumpaar".
Dass Halmer nicht nur auf die Rolle des Liebhabers abboniert ist, zeigte er durchaus überzeugend in Marcus O. Rosenmüllers Psychokrimi "Kunstfehler"1) (2007) als arroganter "Halbgott in Weiß" Professor Blessing, neben der Protagonistin Sophie von Kessel als engagierter Assistenzärztin Jutta Lambertz. Einen weiteren ziemlich unsympathischen Zeitgenossen gab Halmer Anfang Dezember 2007 in dem eher nachdenklich stimmenden, von Matthias Tiefenbacher in Szene gesetzten ARD-Film "Oh Tannenbaum", konnte die Zuschauer erneut mit seinem authentischen Spiel in den Bann ziehen: Der alleinstehende, erfolgreiche Rechtsanwalt Dr. Wagner ist ein Eigenbrötler und Misanthrop wie er im Buche steht, hat mit dem "Fest der Liebe" nichts am Hut. Als es in seinem Haus zu einem Wasserrohrbruch kommt, beschließen die geschädigten Mieter, den heiligen Abend im Penthouse des unfreundlichen Juristen zu feiern und im Verlauf der turbulenten Geschichte gelingt es den Hauptakteuren, allen voran die charmante selbstbewusste Rita (Jutta Speidel), das Herz des egoistischen Ekels zu erobern.
In dem tragikomischen Krimi "Mord in aller Unschuld"1) gab er Ende Januar 2008 erneut den etwas griesgrämigen Kommissar Westhoff, Gegenspieler der ungewöhnlichen Hobbydetektivin Franziska Luginsland, dargestellt von Katja Flint. Bereits 2004 hatte Halmer diese Figur in der Geschichte "21 Liebesbriefe" gespielt.
 
Am 1. Oktober 2008 feierte die sensible Love-Story "Liebe für Fortgeschrittene" beim Sender ORF 2 seine TV-Premiere. Erzählt wird die amüsante Geschichte der "toughen" Unternehmerin bzw. Uhrenfabrikantin Erika (Heidelinde Weis) und des schrulligen Gärtners Otto (Günther-Maria Halmer), die als ungleiches Pärchen (scheinbar) einen turbulenten zweiten Frühling erleben. Dass dieser Film bei so profilierten Hauptdarstellern wie Halmer und Weis das reinste Zuschauervergnügen war, muss nicht extra erwähnt werden (siehe auch programm.orf.at); am 1. Juli 2009 wurde der unterhaltsame Film dann in der ARD gezeigt.
Die Dreharbeiten für die Komödie "Mein Nachbar, sein Dackel & ich"1) begannen Ende Juli 2008, ausgestrahlt wurde die amüsante Geschichte dann am 2. Oktober 2009; neben Halmer standen in den Hauptrollen Ann-Kathrin Kramer und August Schmölzer vor der Kamera. Halmer mimt den Bestattungsunternehmer Siegfried Schroff, der auf einem idyllischen Baugrund einen einen privaten Friedhof eröffnen möchte. Doch auch die lebenslustige Hebamme Irene Lieblich (Ann-Kathrin Kramer) interessiert sich für das Grundstück, weil sie dort ein eigenes Entbindungshaus errichten möchte; Turbulenzen waren vorhersehbar und sorgten für 90 Minuten vergnügliche Fernsehunterhaltung. Halmer als knurriger, ehrgeiziger Teckelbesitzer, der seine widerspenstige Dackeldame Paula zwecks Erwerb eines Hundeführerscheins unter eigenem Körpereinsatz zu Höchstleitungen anspornt, regte zum Schmunzeln an. Der Name "Schroff" schien Programm im Gegensatz zu der stets fröhlichen Ann-Kathrin Kramer, die aber nicht immer nur "lieblich" sein konnte.
 
Bereits auf "arte" lief am 25. September 2009 das von Thomas Kronthaler inszenierte ZDF-Alpenmelodram "Gletscherblut"1), eine Mischung aus Dreiecksgeschichte und Öko-Thriller, in dem Halmer neben Thomas Unger, Tim Bergmann und Lisa Martinek die Hauptrolle des Bürgermeisters Hirtner übernommen hat, der für seinen Ort im malerischen Tirol ohne Rücksicht auf sich abzeichnende drohende Naturgewalten hochtrabende touristische Pläne verfolgt. Mit einer weiteren, eher kleineren Rolle, der des charmanten Hochstaplers Ewald, überzeugte Halmer neben den brillant aufspielenden Protagonistinnen Monica Bleibtreu und Gisela Schneeberger in Vanessa Jopps Ingrid-Noll-Verfilmung "Ladylike – Jetzt erst recht!"1), die vorab am 29. September 2009 beim 17. Internationalen Filmfest Hamburg gezeigt wurde, die Erstausstrahlung im  ZDF erfolgte erst am 29.11.2010. 

Nette Unterhaltungskost war die heitere ARD-Heimatkomödie "Eine Sennerin zum Verlieben" (EA: 24.09.2010) mit Michaela May als Partnerin. Halmer als überkorrekter, etwas steifer Finanzbeamter Bernhard Maiwald, Michaela May als attraktive, gestandene Milchbäuerin ohne Geschäftssinn – da waren Komplikationen aber auch ein Happy End vorprogrammiert; siehe auch die Inhaltsangabe bei prisma-online.de.
In dem gefühlvollen ARD-Drama "Frischer Wind"1) (EA: 04.02.2011) mimt Halmer den Witwer Kurt Tobaben, der sich ganz Trauer über den Tod seiner Frau hingibt, erst durch die Bekanntschaft mit der fröhlichen, lebensbejahenden Bardame Luzy (Teresa Weißbach) findet er wieder ins Leben zurück. "Günther Maria Halmer verkörpert auf seine unnachahmlich besonnene Art den trauernden Witwer, der zugleich stolzer Patriarch und romantischer Galan sein will, Teresa Weißbach weiß als lebensbejahende Muse Luzy zu überzeugen." notiert www.wdr.de.
Abgedreht ist der historische ZDF-Zweiteiler "Schicksalsjahre"1) mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle. Als Vorlage für den von Miguel Alexandre inszenierten Film (Drehbuch: Thomas Kirchner) diente der biografische Roman "Vom Glück nur ein Schatten: Eine deutsche Familiengeschichte" von Uwe Karsten Heye3), erzählt wird die berührende Geschichte einer Frau, die durch den zweiten Weltkrieg um die Liebe ihres Lebens gebracht wird. Halmer verkörpert einmal mehr überzeugend den Vater der Protagonistin Ursula Heye, den beruflich erfolgreichen Deutsch-Polen Franz Engler, der auf seine ganz persönliche Weise gegen das Naziregime rebelliert, für seine Haltung – denunziert von Kollegen – von den braunen Machthabern ins Zuchthaus gesteckt wird. (Erstausstrahlung: 13./14.02.2011)
 
Für die Utta Danella-Adaption "Liebe mit Lachfalten"1) (EA: 27.05.2011) übernahm Halmer ebenfalls eine Hauptrolle und kam als Steffen Berger, wesentlich jüngerer Freund von Jovana Palinski (Simone Hanselmann), einer guten Freundin der Chirurgin Maria Wagner (Gaby Dohm) daher, die gerade ihren Job verloren hat. Dass sich die attraktive Ärztin und der durchaus charmante "Bilderbuch-Macho" bald näher kommen, ist bei der eher simpel gestickten Geschichte vorhersehbar. Großartig war Halmers Darstellung des an Demenz erkrankten Max Lasinger, der in dem BR-Tatort "Gestern war kein Tag"2) (EA: 05.06.2011) verdächtigt wird, seinen Sohn getötet zu haben. Der von seiner Schwiegertochter Karin (ebenfalls bravourös gespielt von Johanna Gastdorf) betreute knorrige Glasermeister gibt den beiden Hauptkommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) Rätsel bei der Ermittlung eines Falles auf, mit dem neben der Alzheimererkrankung auch der Pflegenotstand bzw. die illegale Pflege thematisiert wird. Demenz ist mittlerweile ein Standardthema im deutschen Krimi. Auch im "Tatort" "Gestern war kein Tag" gehört ein verwirrter Alter zu den Hauptverdächtigen. Aber Günther Maria Halmer schultert nicht nur die Rolle grandios, sondern gleich die ganze Folge. (…) Was "Gestern war kein Tag" aber vor allem ausmacht, sind weniger die kriminellen Abgründe, als das wunderbar intensive Spiel zweier Schauspieler: Zum einen Günther Maria Halmer, der den dementen Max Lasinger mit solch zarter Wucht verkörpert, dass man auf jede Szene ohne ihn verzichten möchte. Selten ist die Tragik so deutlich, wie sich ein vormals selbstbewusster, starker, mit beiden Beinen im Leben stehender Mensch zwischen Realität und Vergessen verliert. Halmer spielt es mit geradezu poetischer Kraft, wenn er von hysterischen Anfällen der Verwirrung in das vertraute, sichere Leben zurückfällt, in dem er seinen Mitmenschen immer mit einem Augenzwinkern versichern konnte "Passt scho". notiert Sophie Albers unter anderem bei www.stern.de. Der "Weser Kurier" beispielsweise bezeichnet Halmers Spiel als "eine darstellerische Meisterleistung, die zu den besten Rollen in der Filmografie des viel beschäftigten, heute 68-jährigen Rosenheimers zählt."; siehe auch br-online.de.
Am 23. Juni 2011 wird in der ARD der TV-Film "Sonntagsvierer" ausgestrahlt. In der von Sabine Boss inszeniertren Tragikomödie (erstmals im Schweizer Fernsehen am 9.5.2010 gesendet), ist Halmer neben Klaus Wildbolz, Herbert Leiser und Walter Hess einer von vier frisch gebackenen, rüstigen Rentnern. Als Emil (Klaus Wildbolz) seinen Freunden bei einem gemeinsamen Golfwochenende mitteilt, dass er unheilbar krank sei und sich umbringen wolle, werden die Freunde aktiv … (siehe auch die TV-Kritik der "Baseler Zeitung" sowie die Info zum Film bei programm.daserste.de). 
Eine weitere Arbeit ist die Screwball-Komödie mit dem Arbeitstitel "Zwei übern Berg", in der Halmer nach "Ladylike – Jetzt erst recht!" erneut mit Gisela Schneeberger zu sehen sein wird. Halmer spielt den charmant-leichtlebigen Firmenchef Alfons Keilinger, Gisela Schneeberger dessen pflichtbewusst-treue Sekretärin Hannah. Die Dreharbeiten fanden bis zum 13. August 2010 in München und Umgebung statt, ein Sendetermin ist für 2011 geplant; mehr bei www.br-online.de.

Neben zahllosen Fernsehproduktionen stand der Schauspieler mit den markanten Gesichtszügen auch für große deutsche und internationale Kinofilme vor der Kamera. 1974 gab er sein Leinwanddebüt in "Die Angst ist ein zweiter Schatten", 1979 folgte "Lucky Star" und 1982 spielte er in dem mit acht Oscars preisgekrönten Film "Gandhi"3) neben Ben Kingsley in der Titelrolle dessen deutsch-jüdischen Freund Dr. Hermann Kallenbach. Im gleichen Jahr übernahm er die Gastrolle des Auschwitz-Lagerkommandanten Rudolf Höss in dem Drama "Sophies Entscheidung"3) (Sophie's Choice) mit Meryl Streep und 1987 spielte er unter der Regie von Luis Buñuel in dem mexikanischen Abenteuerfilm "Rebellion der Gehenkten" den Don Ramon. 1989 sah man ihn neben Hanna Schygulla mit der Hauptrolle des Karl Lechner in "Abrahams Gold" sowie im gleichen Jahr mit der Hauptrolle des Journalisten Dombrowsky in Rolf von Sydows Fernost-Thriller "Bangkok Story". 1992 war er der Colonel May in der deutsch-schwedischen Co-Produktion "Der Demokratische Terrorist"1) nach dem Thriller von Jan Guillou sowie 1993 der Kapitän Leeuwen in dem Politkrimi "Der Fall Lucona"1), unter anderem mit Jürgen Prochnow . 
2000 wirkte er in dem Kinofilm "Die Innere Sicherheit", den Erlebnissen eines Ex-Terroristenehepaares und ihrer pubertierenden Tochter mit und in der hochkarätig besetzten deutsch-französischen Produktion "Der Stellvertreter" (Amen.), einem Film von Costa-Gavras, der Rolf Hochhuths Drama in Bilder zu fassen versucht, stellte er 2002 den Pastor Dibelius dar. Ende Dezember 2007 kam das von Nicolette Krebitz inszenierte Drama "Das Herz ist ein dunkler Wald"1) in die Kinos, Halmer verkörpert neben den Hauptdarstellern Marie (Nina Hoss) und Thomas (Devid Striesow) den Vater von Marie, in weiteren prägnanten Rollen sind Franziska Petri, Marc Hosemann, Monica Bleibtreu und Otto Sander zu sehen (mehr bei www.x-verleih.de). Eine weitere Vaterfigur spielt er in "Märzmelodie" (2008), einer Musikkomödie von Regisseur Martin Walz. 
 
Wenn es seine umfangreiche Arbeit für Film und Fernsehen zulässt, steht Halmer, wenn auch nicht regelmäßig, auf der Bühne. So ist er aktuell zwischen dem 10. Januar und 28. Februar 2011 mit der Rolle des Alex in "Toutou", einer Beziehungskomödie von Daniel Besse und Agnès Toutenuit, im Rahmen einer Tournee durch verschiedene Städte zu bewundern. Unter der Regie von Bernd Schadewald spielt Michaela May die weibliche Hauptrolle der Ehefrau Zoé, Ingo Naujoks mimt den langjährigen Freund des Ehepaares Pavel. Die vergnügliche Geschichte, in welcher der verschwundene, geliebte Mischlingshund Toutou zum Auslöser für ein Gefühlschaos wird, ist eine Produktion der Münchner "Komödie im Bayerischen Hof"; mehr bei www.muenchner-tournee.de
  
Der populäre Charakterdarsteller Günther Maria Halmer ist seit 1976 mit seiner ehemaligen Kollegin Claudia Gerhardt verheiratet, die er 1972 am Theater in Oberhausen kennengelernt hatte. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne und lebt im bayerischen Chiemgau. Der erste Sohn Daniel wurde 1976 geboren und hat Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre studiert. 1978 folgte Sohn Dominik, der sich den "schönen Künsten" zuwandte, Malerei studierte und heute in Berlin und Wien arbeitet (siehe auch www.dominikhalmer.com). Claudia Halmer gab mit der Geburt der Söhne die Schauspielerei auf, ist heute erfolgreich als Designerin für Schmuck. 
 

Der Link führt zu 1) prisma-online.de, 2) br-online.de, 3) Wikipedia Stand: Juni 2011
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia, www.br-online.de, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei www.imdb.de
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