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Charles Brauer wurde am 3. Juli 1935 als Charles Knetschke in
Berlin geboren. Schon im "zarten" Alter von elf Jahren stand er
vor der Kamera und gab sein Leinwanddebüt mit der Titelrolle des Gustav Iller
im zweiten deutschen Nachkriegs-Film "Irgendwo in Berlin" von Gerhard Lamprecht;
es war die Geschichte über Trümmerkinder mit so bekannten Schauspielern wie Lotte Loebinger, Paul Bildt
und Hans Leibelt. Charles agierte weiterhin in den Filmen "Die
Buntkarierten" (1948/49) und "Und wieder 48" (1948), begann
an Berliner Privattheatern zu spielen. Mit sechzehn Jahren entschloss er sich
professioneller Schauspieler zu werden, nahm den Mädchennamen
seiner Mutter, "Brauer", an und ließ sich an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin
bei Hilde Körber ausbilden. Sein erstes Engagement erhielt er 1954 in Hamburg
am "Jungen Theater" dem heutigen "Ernst Deutsch-Theater"
und spielte eine erste Hauptrolle in O'Neills "O Wildnis". 1956 holte Gustaf Gründgens
ihn nach Hamburg an das Deutsche Schauspielhaus, wo
Brauer zwanzig Jahre lang zum Ensemble gehörte und sowohl klassische auch
als moderne Rollen spielte; 1976 wechselte er nach München an die Kammerspiele
sowie das Bayerische Staatsschauspiel und war dort u. a. als "Hofmarschall Kalb" in Schillers
"Kabale und Liebe" sowie als "Antonio" in Goethes "Torquato
Tasso" zu sehen.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Ute Schendel zur Verfügung gestellt.
© Ute Schendel (www.uteschendel.ch) |
Seit 1983 arbeitet Charles Brauer als freiberuflicher
Schauspieler. Während seiner Karriere als Theaterschauspieler stand er auf
allen bedeutenden Bühnen im deutschsprachigen Raum wie beispielsweise in Köln,
Salzburg, Stuttgart oder Berlin und arbeitete mit so berühmten
Regisseuren wie Kortner, Lietzau, Schweikart, Wendt, Peymann, Tabori, Rudolph, Dorn
oder Langhoff zusammen.
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Charles Brauer in der Komödie "Der Menschenfeind"
von Moličre;
Deutsches Schauspielhaus Hamburg (04.04.1985)
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
Einen ersten großen bundesweiten Erfolg hatte Charles Brauer bereits ab 1954 in
der "Urmutter" aller Familienserien, der legendären
"Familie Schölermann"1); dort spielte er 111 Folgen lang alle 14 Tage
die Rolle des Heinz, dem ältesten Sohn der Schölermanns sämtliche Folgen wurden
damals "live" gesendet; 1960 ging die letzte Sendung über den
Bildschirm.
Brauer wirkte in den folgenden Jahren in zahlreichen weiteren Film- und
Fernsehproduktionen mit, man sah ihn beispielsweise 1962 als Gaston in
"Der Walzer der Torreros" oder 1965 als Prinz in "Die Chinesische
Mauer". 1972 wirkte er in dem Kinofilm "Der Stoff, aus dem die Träume
sind" mit oder war 1979 als Menzel in "Der Kostbare Gast" auf der
Leinwand zu sehen. 1981 spielte er neben Heinz Rühmann in dem Fernsehfilm
"Der Zug nach Manhattan" und in der Mini-Serie "Der
Millionen-Coup" war er 1984 der Frank Rothko.
Enorme Popularität erlangte der Schauspieler dann ab 1984 mit
seiner Rolle des Hauptkommissar Peter Brockmöller an der Seite des
stets grummelnden Paul Stoever alias Manfred Krug in den beliebten
"Tatort"-Folgen aus Hamburg. 38 Folgen lang bildeten
Krug/Brauer ein untrennbares Gespann und lösten so manchen
verzwickten Fall. "Stoever" und "Brocki" waren zweifellos
die beliebtesten Fernseh-Kommissare, zur absoluten Ausnahmeerscheinung
wurden sie am 24. März 1996, als sie in der Tatort-Folge
"Tod auf Neuwerk" den Klassiker "Somewhere Over The Rainbow" zu singen begannen.
Immer wieder erfreuten die Jazz-singenden "gereiften" Polizisten
nun die Zuschauer mit ihren musikalischen Einlagen und ihre CD "Tatort Die Songs"
ist bis heute über 150 000 Mal verkauft worden.
Am 7. Januar 2001 ging der letzte "Tatort" mit Krug und Brauer
über den Sender sehr zum Leidwesen der Zuschauer; im gleichen Jahr wurde
Brauer für seine Leistung als "Hauptkommissar" mit der "Goldenen Kamera" geehrt.
Auch während der "Tatort"-Ära stand Brauer zwischendurch auf
der Bühne und übernahm Rollen in vielen Fernsehproduktionen. Die
Theaterzuschauer sahen ihn beispielsweise 1989 in Shakespeares "Maß für Maß"
am Berliner Schillertheater, 1990 bis 1991 stand er bei den Salzburger Festspielen in Thomas Langhoffs Inszenierung
"Die Jüdin von Toledo" auf der Bühne. Außerdem brillierte er am Staatstheater Hannover in der Rolle des
"Konsuls Kasimir" in der Wedekind-Inszenierung "Marquis von Keith"
und begeisterte Publikum und Kritiker. 1996 ging er mit dem Stück "Molly Sweeny" und dem Theater Landgraf auf
Deutschlandtournee und ein Jahr später sah man ihn bis 1999 am Theater in Essen
als Professor Higgins in "My Fair Lady".
Von 2001 bis 2004 tourte Brauer mit dem Stück des Oscarpreisträgers
Ronald Harwood "Der Fall Furtwängler" durch über 150 deutschsprachigen Städten
und glänzte in der Rolle des Wilhelm Furtwängler.
In jüngerer Zeit brillierte er neben Gunnar Möller in Neil Simons
Boulevard-Klassiker "Sonny Boys" an der Düsseldorfer
"Komödie". Noch bis zum 20. November 2005 konnte man
die beiden Mimen dort in der witzigen Geschichte um das berühmte
Komikerpaar sehen: Willie Clark (Charles Brauer) und Al Lewis
(Gunnar Möller) haben 43 Jahre lang zusammengearbeitet, sich
dann getrennt, weil Al plötzlich genug vom Show-Business hatte. Nach
dreizehn Jahren versucht Willis Neffe und Manager, die beiden noch
einmal mit einer gemeinsamen Nummer ins Fernsehen zu bringen. Beide
sagen zögernd zu, die Proben verlaufen mit Zank und bissigen Vorwürfen,
die Aufnahmen müssen abgebrochen werden
Im Schauspielhaus Bochum hatten im Sommer 2007 die Proben für "Die Katze auf dem
heißen Blechdach" von Tennessee Williams begonnen. Unter der Regie von Markus Dietz
glänzt Charles Brauer mit der Figur des schwerreichen, todkranken Großgrundbesitzers
"Big Daddy"; Premiere des Stückes war am 27. Oktober 2007,
bis Ende Mai 2008 stand das Drama auf dem Spielplan und wurde auch im
Dezember wieder aufgeführt. Am 17.10.2008 feierte in Bochum Eugene O'Neills
Literaturnobelpreis-gekröntes Stück "Trauer muss Elektra tragen"
Premiere. In der amerikanischen Adaption der Orestie überzeugt Brauer erneut
in einer Inszenierung von Markus Dietz als kriegsheimgekehrter,
müde gewordener Brigadegeneral Ezra Mannon und zeichnet den lebensweisen
melancholischen General prägnant. (siehe auch www.musenblaetter.de).
Zwischen dem 22. April und 28. Mai 2010 erlebten die Zuschauer des Hamburger
"Ernst-Deutsch Theaters" Brauer dann als Landstreicher Wladimir,
der in Samuel Becketts "Warten auf Godot" gemeinsam mit seinem
Freund Estragon (Werner Rehm) auf eine Person namens "Godot"
wartet; als schillernder Machtmensch Pozzo glänzt Uwe Friedrichsen. So
schrieb unter anderem Monika Nellissen zu der von Gerd Heinz inszenierten
Aufführung bei www.welt.de:
Charles Brauer (Wladimir) und Werner Rehm (Estragon) sind unerhört
fein aufeinander abgestimmte Virtuosen der Schauspielkunst, die diskret das bisher nicht wahrgenommene,
doch durch viele zahllose Zitate belegte Jüdische im Stück verifizieren, ohne die Absurdität des Unerklärbaren
außer Acht zu lassen.
Diese Meisterleistungen ergänzt Uwe Friedrichsen als brutaler, später weinerlicher Herrenmensch Pozzo,
der den Philosophen als Knecht, Lucky (Benjamin Utzerath), an der Leine führt.;
siehe auch den weiteren Artikel bei www.welt.de.
Anschließend probte Charles Brauer für das Stück "Am goldenen See" von Ernest Thompson,
eine Koproduktion des Hamburger "Ernst-Deutsch-Theater" mit dem
Berliner "Schlossparktheater". Unter der Regie von Adelheid Müther
gab Brauer den alten Norman Thayer, seine Ehefrau Ethel wurde von Tatja Seibt gespielt, als Tochter Chelsea
trat Nina Hoger in Erscheinung. Am 2. September 2010 feierte "Am goldenen See" seine Premiere,
bis Januar 2011 stand das Stück auf dem Spielplan
des "Schlossparktheaters"; im April/Mai 2011 wurde das Schauspiel
dann in Hamburg aufgeführt. Thompsons weltweit erfolgreiches Theaterstück
"On Golden Pond" kam 1981 von Mark Rydell mit Katherine Hepburn
(Ethel Thayer), Henry Fonda (Norman Thayer) und Jane Fonda (Tochter Chelsea) in
die Kinos und konnte drei Oscars erringen "Beste Hauptrolle" für Henry Fonda und Katharine Hepburn sowie
"Bestes Drehbuch für Ernest Thompson; insgesamt hatte der Film zehn
Nominierungen erhalten; mehr zum Film bei Wikipedia.
Dass Brauer immer noch ein Faible für Krimis hat, beweist der ehemalige
"Tatort"-Kommissar mit seinem Programm "Erlesene Verbrechen und makellose Morde",
mit dem er seit einiger Zeit durch die Lande tourt. Musikalisch begleitet von dem Trio
"Amanti della Musica" bringt er dem Publikum auf vergnügliche
Weise Mordgeschichten von Edgar Allan Poe, Henry Slesar, Bertolt Brecht und
Patricia Highsmith nahe unter anderem am 17. November 2009 im neu eröffneten,
von Dieter Hallervorden geleiteten Berliner Schlosspark-Theater.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen
Wolfgang Silveri zur Verfügung gestellt.
© Wolfgang Silveri (www.silveri.eu)
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Neben seiner Arbeit für Theater und Film wirkt der Schauspieler an
ambitionierten Audio-Produktionen mit, beispielsweise erschien im Herbst 2007 im MARE BUCHVERLAG
der meisterliche Roman "Der Nigger von der Narcissus" von Joseph Conrad, gelesen von Charles Brauer.
Auf dem Bildschirm agierte er beispielsweise ab 1990 als Direktor in der Serie
"Unser Lehrer Doktor Specht" oder als Bronnen in "Abenteuer
Airport"; zwischen 1994 und 1996 verkörperte Brauer den Staatsanwalt und Gegenspieler von
"Wolkenstein, Anwalt der Jugend" in der gleichnamigen SAT1-Serie
und seit 1999 war er der Wilhelm Althofer in der erfolgreichen Serie "Samt und Seide". In
jüngster Zeit sah man den beliebten Schauspieler als Prof. Maximilian Haller
in "Liebe ist die beste Medizin" sowie neben Hauptdarsteller Friedrich von Thun
in der turbulenten Komödie "Unser Papa das Genie" (2002) auf dem Bildschirm.
Im Mai 2005 tauchte er als Elbschiffer Ernst in der
heiter-romantischen Geschichte "Lotti auf der Flucht"2) auf, der nach
mehr als vierzig Jahren seine Jugendliebe Lotti, gespielt von Heidelinde Weis,
wiedersieht; einst hatte Ernst seinen Kahn nach ihr benannt, nun steht er vor
dem finanziellen Ruin. Doch wie es im Märchen so ist, fügt sich während
einer unfreiwilligen Flussfahrt auf der Elbe alles zum Guten, nicht nur für
Ernst und Lotti, sondern auch für den jungen Partner von Ernst (Daniel Morgenroth) und Lottis
Tochter Charlotte (Elisabeth Lanz) gibt es ein Happy-End.
Eine Paraderolle für den Vollblutmimen war die Figur des autoritär
auftretenden Arztes Dr. Heinrich Hauser, der in Gabi Kubachs flott
inszenierten Familienkomödie "Liebe ist das schönste Geschenk"2) (2007) widerstrebend
seine gut gehende Praxis an Sohn Peter (Michael von Au)
abgibt, um sich bei einer Kur zu erholen. Zur Überraschung seiner Familie
kehrt er mit der energiegeladenen, dreifachen Witwe Johanna (Nicole Heesters) heim,
in die er sich während seiner Reise Hals über Kopf verliebt und die er
sofort geheiratet hat. Sohn Peter vermutet in der Witwe eine Erbschleicherin,
als er zufällig in ihrem Gepäck ein Buch über Gattenmord entdeckt, ist er
fest davon überzeugt, dass die lebenslustige Frau an dem Ableben ihrer
bisherigen Ehemänner nicht unschuldig war und nun auch seinem verliebten
Vater nach dem Leben trachtet
Eher nette Unterhaltungskost war die Ende März 2008 ausgestrahlte Utta Danella-Verfilmung
"Das Geheimnis unserer Liebe", in der Brauer den Rechtsanwalt Martin Bordin,
Vater von Benedict Bordin (Markus Knüfken) mimte, der von der Liebe seines
Sohnes zur jungen, hübschen Franziska Wieser (Diana Amft) zunächst wenig
begeistert ist. Außerdem hütet Martin ein dunkles Geheimnis vor Lilo
(Rita Russek), der Witwe seines besten Freundes und Mutter von Franziska.
Hatte Brauer als Hauptkommissar Peter Brockmöller in den "Tatort"-Krimis
etliche Verbrecher zur Strecke gebracht, kam er in dem Thriller "Toter
Bruder"1) aus der ZDF-Reihe "Lutter" Ende
September 2008 nun selbst als zwielichtige Figur in Gestalt des Juweliers
Werner Saibel daher. In der spannenden, humorig durchsetzten Geschichte
mit dem Protagonisten Joachim Król als kantigem Essener
Kriminalhauptkommissar Lutter sowie hochkarätigen Gaststars u. a.
Achim Rohde als aalglatter, brutaler Pfandleiher Kovac sowie Lambert Hamel als Vater des Ermordeten ,
überraschte Brauer gegen Ende der Story als Bösewicht. Ein
sympathischer "Typ" dagegen war der Vater der charakterlich
vollkommen verschiedenen Zwillingsschwestern Luisa und Jenny (beide gespielt
von Jule Ronstedt) in der turbulenten ARD-Familienkomödie "Hilfe
meine Schwester kommt"1), welche am 24. Oktober 2008
gezeigt wurde. Brauer bewies einmal mehr, dass er sich nicht auch einen
bestimmten Charakter festlegen lässt, verlieh dem etwas grummeligen Friedrich
Mayerhofer durchaus liebenswerte Züge.
Danach stand der Schauspieler für das melodramatische ARD-Movie mit dem Titel
"Wer
zu lieben wagt"2) vor der Fernsehkamera, das
Regisseur Wolf Gremm nach dem Roman "Between Sisters" von
Kristin Hannah in Szene gesetzt hatte. Gedreht vor der unvergleichlichen
Kulisse Thailands, ist Charles Brauer neben den Protagonisten Christine Neubauer
und Hardy Krüger jr. sowie Ruth Maria Kubitschek und Suzan Anbeh zu
sehen, spielt den Vater der jungen Clara (Suzan Anbeh), Halbschwester der
erfolgreichen Scheidungsanwältin und Powerfrau Maria Berger (Christine Neubauer);
ausgestrahlt wurde die TV-Romanze am 6. Januar 2010, mehr bei Ziegler-Film.
Die Dreharbeiten zum dem ARD-Fernsehfilm "Im Fluss des Lebens"2) nach
dem gleichnamigen Roman von Ruth Maria Kubitschek waren abgeschlossen. In der von Wolf Gremm inszenierten Romanadaption spielte Brauer
neben Ruth Maria Kubitschek die männliche Hauptrolle, Sendetermin
war der 11. Februar 2011; mehr zu der Produktion bei Ziegler-Film.
Ebenfalls bei Ziegler-Film findet man Infos zu dem ARD-Film "Nur mit euch!"
in dem Brauer gemeinsam mit Gila von Weitershausen als Elternpaar in Erscheinung treten
wird; ein Sendetermin ist noch offen.
Charles Brauer war in erster Ehe von 1966 bis 1976 mit der Schauspielerin
Witta Pohl1) (1937 2011) verheiratet; aus der Verbindung stammen die 1967 geborenen Zwillinge Florian und
Stephanie3). Danach lebte er mit der Schweizer Schauspielerin Lisi Mangold
zusammen, die 1986 mit nur 35 Jahren ihrem Krebsleiden erlag. Heute ist der
Schauspieler mit der Bühnenbildnerin Lilot Hegi verheiratet und
wohnt mit ihr
sowie dem 1987 geborenen Sohn Jonas in einem kleinen Dorf bei Basel.
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