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Hermann Lause wurde am 7. Februar 1939 in der niedersächsischen
Kreisstadt Meppen (Emsland) geboren. Zunächst ergriff er nach Abschluss der
Schule ein Studium der Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte,
wandte sich dann jedoch der Schauspielerei zu und ließ sich in München von
Ellen Mahlke entsprechend ausbilden. Ein erstes Engagement
erhielt Lause am Berliner "Schillertheater", weitere Verpflichtungen führten
ihn ab 1968 für drei Jahre nach Essen, anschließend für eine
Spielzeit nach Oberhausen, ab 1972 stand er am Bochumer Schauspielhaus auf
der Bühne, fünf Jahre später wurde das "Deutsche Schauspielhaus" in Hamburg
seine künstlerische Heimat. Ab 1993 gehörte er zwei Jahre lang dem "Berliner
Ensemble" an, daneben gab er Gastspiele, unter anderem am "Bayerischen Staatsschauspiel München", am
Wiener "Burgtheater" und auch bei den Salzburger Festspielen glänzte er
mit verschiedenen Rollen.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Zu Lauses herausragenden Bühnenrepertoire
zählten Klassiker ebenso wie moderne Stücke, er brillierte während seiner
Hamburger Zeit unter der Intendanz Peter Zadeks beispielweise in
Shakespeares "Hamlet" und "Ein Sommernachtstraum",
beeindruckte in Ibsens "Die Wildente". Zuletzt war er im Dezember 2004 mit
seinem umjubelten Erich-Kästner-Abend auf einer Hamburger Bühne zu sehen
und zu hören gewesen.
So richtig populär wurde der Schauspieler seit Mitte der 1970er Jahre mit den
unterschiedlichsten Rollen in zahlreichen Kinofilmen, Fernsehspielen und -
serien. Neben Auftritten in beliebten Krimi-Reihen wie "Derrick",
"Der Fahnder", "Großstadtrevier", "Siska"
"Polizeiruf 110" oder "Tatort" prägte sich sein Gesicht
den Zuschauern sowohl in Komödien als auch Dramen nachhaltig ein. Selbst
kleinste Nebenrollen wertete er oft mit skurriler Komik auf, spielte
manchmal schrullige bis verschlagene Typen oder leicht verschusselte
Figuren, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
| Auf dem Bildschirm erlebte man ihn beispielsweise als Politologen Benno in
Wolf Gremms Krimi "Kein Reihenhaus für Robin Hood" (1981), in dem
Poltthriller "Im Zeichen des Kreuzes" (1983) sah man ihn als Pastor Fiedler,
in Heinrich Breloers Drama "Die Staatskanzlei" (1989), dem
Doku-Spiel über die Barschel-Affäre von 1987, verkörperte er authentisch
den Barschel-Referenten Reiner Pfeiffer1).
Heinrich Breloer besetzte ihn als Verfassungsschutzpräsidenten Günther Nollau1)
(1911 1991) in dem Zweiteiler "Wehner Die unerzählte Geschichte"1) (1993),
erneut als Reiner Pfeiffer agierte er in Breloers "Einmal Macht und zurück Engholms Fall" (1994),
der Geschichte über Aufstieg und Fall des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten
und SPD-Kanzlerkandidaten Björn Engholm1). Politiker schienen eine Domäne
des Hermann Lause zu sein, in Horst Königsteins Polit-Satire "Dicke Freunde" (1995) mimte
der Schauspieler den einstigen DDR-Staatschef Erich Honecker (1912 1994).
Foto: © Werner Bethsold
Das Foto entstand 1991 während einer Hörspielproduktion.
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Weitere
erfolgreiche Fernsehproduktionen wie Claus Strobels fiktiver Dokumentarfilm
"Das Phantom von Bonn" (1997), die Dramen "Trügerische Nähe" (1997)
und "Das Gestohlene Leben" (2000) oder die Komödie "Der
Zimmerspringbrunnen"1) (2001) profitierten von
Lauses facettenreichem Spiel. In Frank Beyers Verfilmung der Manfred Krug-Biografie "Abgehauen"1) (1998) verkörperte
er das Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED,
Werner Lamberz1) (1929 1978).
Zu Lauses weiteren Arbeiten für das Fernsehen zählte
unter anderem die Rolle des Generaloberst Friedrich Fromm1) (1888 1945) in Hans-Erich Viets Doku-Drama
"Die Stunde der Offiziere"2) (2004), Markus Imbodens Thriller
"Der Mörder ist unter uns Der Fall Gehring"1) (2003) an der Seite von Susanne Schäfer und Christoph Waltz,
sowie die Komödie "Drechslers zweite Chance"2) (2004). In seiner letzten Fernsehrolle
war Hermann Lause am 26. Juni 2005 in dem "Schimanski"-Krimi "Sünde" in der ARD zu sehen; darin spielt er den pensionierten, liebenswürdigen Professor Gernot Heugel, der zurückgezogen in
einem Waldhäuschen lebt.
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Sein Leinwanddebüt hatte Hermann Lause 1978 in Adolf Winkelmanns
Ruhrgebietskomödie "Die Abfahrer"1) gegeben, 1980 folgte die Rolle
von Fabians (Hans-Peter Hallwachs) Studienfreund Labude in Wolf Gremms Kästner-Adaption "Fabian"3), Adolf Winkelmann
gab ihm die Rolle des Hermann Grueten in seinem preisgekrönten, ironischen
Aussteigerstreifen "Jede Menge Kohle"1) (1981). Im Verlaufe der
nächsten Jahre stand der wandlungsfähige Schauspieler für Kinoerfolge wie
"Der Mann im Pyjama" (1981), "Peng! Du bist tot!"1) (1987)
oder "Nordkurve"1) (1993) vor der Kamera. In Helmut Dietls
preisgekröntem Film "Schtonk!"1) (1992), der Satire um die Entdeckung der angeblichen Hitler-Tagebücher,
mimte er den Chefredakteur Kurt Glück, in Sönke Wortmanns
Tragik-Komödie "Der Campus"4) (1998) sah man ihn als Professor Köbele;
zuletzt wirkte Hermann Lause 2004 als Dr. Schiller in Fatih Akins
bittersüßen Romanze "Gegen die Wand"1)
in einer Kinoproduktion mit.
Der vielseitige und sympathische Vollblutschauspieler Hermann Lause starb am
29. März 2005 wenige Wochen nach seinem 66. Geburtstag in einem
Hamburger Krankenhaus an den Folgen einer schweren Krebserkrankung; er
hinterließ seine Ehefrau und einen Sohn. Seine letzte Ruhestätte fand er auf
dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Noel
Tovia Matoff zur Verfügung gestellt.
© Noel Tovia Matoff (www.matoff.de)
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"Bescheiden und präsent, wandlungsfähig und individuell:
Hermann Lause überzeugte auf Deutschlands Sprechtheaterbühnen ebenso wie
als Fernsehdarsteller und Hörbuchsprecher." charakterisierte DER SPIEGEL
den Schauspieler in einem Nachruf. In einem Interview hatte der Darsteller einmal seine Vielseitigkeit auf die ihm
eigene, einfache Weise erklärt: "Die drei Sachen, die ich gerne mache:
vor der Kamera zu stehen, Theater zu spielen und Radio, sind völlig
verschiedene Medien, die als Ganzheit den Beruf ausmachen."
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen hatte er
sich auch einen Namen als Sprecher in vielen Hörbuchproduktionen gemacht; von
Publikum und Kritik hoch gelobt wurde beispielsweise seine Hörbuch-Version von
Peter Ustinovs Buch "Die Reisen des Sir Peter".
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