Hans-Peter Hallwachs 01; Copyright Virginia Shue Hans-Peter Hallwachs wurde am 10. Juli 1938 als Sohn eines Tierarztes in Jüterbog/Mark Brandenburg geboren. Nach seiner Flucht aus der ehemaligen DDR ließ er sich 1952 zunächst in Schleswig-Holstein nieder, begann 1959 ein zweijährigen Studium an der "Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule"1) in Berlin; außerdem studierte er Rechtswissenschaften, Publizistik und Theaterwissenschaften in Berlin und Hamburg. Sein Bühnendebüt gab Hallwachs in Max Frischs "Andorra", stand unter anderem bis 1965 in Bremen und Stuttgart auf der Bühne, weitere Engagements führten den Charakterdarsteller beispielsweise nach Hamburg an das "Thalia-Theater", nach München an die "Kammerspiele" sowie nach Berlin an das "Schillertheater". Er gab Gastspiele mit Rollen in Goethes "Faust" oder in Kleists "Der zerbrochene Krug" und stand auch bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für das Theater übernahm Hallwachs ab Mitte der 1960er Jahre verschiedenste Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen.
Sein Leinwanddebüt hatte er 1967 mit dem Part des Günther, der Anita Pallenberg bei der Beseitigung einer Leiche hilft,  in Volker Schlöndorffs "Mord und Todschlag"1) gegeben und erhielt für seine darstellerische Leistung den "Bundesfilmpreis".

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
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In den 1970ern folgten Kinofilme wie "Atemlos vor Liebe" (1970), "Der Stoff, aus dem die Träume sind"1) (1972) oder "Made in New York" (1973). 1979 beeindruckte er mit der Titelrolle in Wolf Gremms Kino-Adaption des Erich Kästner Romans "Fabian"2), in den 1980ern stand Hallwachs für Kinoproduktionen wie beispielsweise "Der Unbesiegbare" (1985), "Caspar David Friedrich – Grenzen der Zeit" (1986), "Der Sommer des Samurai"1) (1986) "Didi auf vollen Touren"1) (1986) oder "Otto – Der Außerfriesische"1) (1989) vor der Kamera. 1990 drehte Hans-Peter Hallwachs den mit dem "Max-Ophüls-Preis" ausgezeichneten Film "Nie im Leben" von Helmut Berger, an der Seite von Götz George und Kai Wiesinger war er  1998 in Roland Suso Richters Gerichtsdrama "After the Truth" (Nichts als die Wahrheit) sowie ein Jahr später in Thorsten Schmidts Erstlingswerk "Schnee in der Neujahrsnacht"3) zu sehen.
In dem Remake "So weit die Füße tragen"1), der unglaublichen Flucht des deutschen Soldaten Clemens Forell aus dem sibirischen Kriegsgefangenenlager Kap Deschnew, agierte er 2001 kurz als Onkel des Titelhelden auf der Leinwand und in Margarethe von Trottas preisgekröntem Drama "Rosenstraße"1) verkörperte er 2003 den Baron von Eschenbach. In jüngerer Zeit stand er als "Konsul Kanon" für die Parodie "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1"1) (2004), für David Uloths Kurzfilm "The Pick-up" (2004) sowie als Kommissar Kosack für die Satire "Der Ärgermacher"1) (2004) vor der Kinokamera.
 
 

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Filmplakat "Fabian"; Foto mit freundlicher Genehmigung von www.ziegler-film.com; Copyright Ziegler Film GmbH & Co. KG
Als Jurist Günter von Drenkmann1) (1910 – 1974), Präsident des Berliner Kammergerichts, zeigte sich Hallwachs in der von Uli Edel in Szene gesetzten und Bernd Eichinger produzierten hochkarätig besetzten Kinoproduktion "Der Baader Meinhof Komplex"1), die auf dem gleichnamigen Bestseller des Journalisten und Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust über die deutsche Terrororganisation RAF basiert. Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck spielen die Köpfe der RAF, Andreas Baader und Ulrike Meinhof, Johanna Wokalek gibt Gudrun Ensslin; der ambivalent beurteilte Film ging am 25. September 2008 an den Kinostart (siehe auch www.dieterwunderlich.de). Die Komödie "Vater Morgana"1), mit der Regisseur Till Endemann eine turbulente Vater-Sohn-Beziehung erzählt, startete am 16. Dezember 2010. An der Seite von Christian Ulmen in der Rolle des Lutz und Michael Gwisdek als dessen Vater, mimt Hallwachs den Edgar Moebius.
 
Die Fernsehzuschauer erlebten den Charakterdarsteller, dessen Figuren meist kühl und distanziert sind, neben Auftritten in so erfolgreichen Krimi-Reihen wie beispielsweise "Tatort", "Anwalt Abel", "Wolffs Revier" oder "Der Bulle von Tölz" beispielsweise 1974 als Thaddeus Sholton in "Das Zeichen der Vier", 1986 als Mark Heidrich in Oliver Hirschbiegels Science-Fiction-Film "Das Go! Projekt" oder 1987 als Franz neben Gudrun Gabriel als Charlotte in "Wann, wenn nicht jetzt" von Doris Dörrie. In "Der Unsichtbare Freund" agierte er 1992 als Professor Schwarz, im gleichen Jahr übernahm er die Hauptrolle in "Gerichtstag" und wirkte ein Jahr später in Dieter Wedels Mehrteiler "Der Große Bellheim"1) mit. In dem zweiteiligen Doku-Drama "Wehner – Die unerzählte Geschichte"1) (1993) überzeugte Hallwachs an der Seite von Wehner-Darsteller Ulrich Tukur als Willy Brandt1) (1913 – 1992), in Franz Peter Wirths Serien-Thriller "Der Mann ohne Schatten"4) sah man ihn 1996 als "Ikarus" sowie im gleichen Jahr als Hauptkommissar Bremer in "Tresko – Im Visier der Drogenmafia" neben Mario Adorf in der Titelrolle.
Bis Ende der 1990er folgten Rollen in TV-Filmen wie "Tödliches Geschäft – Nur Geld macht glücklich" (1997), "Leben in Angst" (1997), "Mit fünfzig küssen Männer anders" (1999) oder die Rolle des Pater Ignatius in der Serie "Geisterjäger John Sinclair"1), um nur einiges von Hallwachs' TV-Schaffen zu nennen. In der französischen Produktion "La Passion Schliemann" (Schliemann – die Leidenschaft seines Lebens) übernahm Hallwachs 2000 die Titelrolle des Heinrich Schliemann, in dem Gesellschaftsdrama "Die Liebenden vom Alexanderplatz"3) sah man ihn 2001 als Aaron Weinberg an der Seite der unvergessenen Inge Meysel und 2002 konnte man ihn als Dr. Manfred Schreier in Diethard Klantes Melodram "Hannas Baby"3) auf dem Bildschirm erleben.

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Hans-Peter Hallwachs 02; Copyright Virginia Shue
In den letzten Jahren sah man den Schauspieler beispielsweise als den berühmten Chirurg Ferdinand Sauerbruch1) (1875 – 1951) in dem semidokumentarischen TV-Film "Die Stunde der Offiziere"1) (2003), als Stasi-Offizier Bruno Pfefferkorn in "Tage des Sturms"1) (2003), der vielbeachteten Fernsehproduktion um die Ereignisse des 17. Juni, sowie in dem Krimi "Ein Starkes Team – Blutsbande" (2003) auf dem Bildschirm. Anfang 2004 erlebte man ihn in "Die Rückkehr des Vaters"3) (mit Vadim Glowna in der Titelrolle) als zwielichtigen Rechtsanwalt Claasen, der nach mehr als 25 Jahren von seiner Vergangenheit eingeholt wird. In "Der Ferienarzt… auf Capri" (2005) mimte er den unsympathischen Rüdiger Steinmann, der seine Frau (Marion Kracht) seit Jahren betrügt und demütigt, in der Theateradaption "Nachtasyl"3) (2005), die Hardi Sturm frei nach dem Theaterstück von Maxim Gorki verfilmt hatte, gab er eindrucksvoll den Pilger Luka. Eine schöne Figur war auch die Gastrolle des Bruder Lorenz in dem TV-Spiel "Dem Himmel sei Dank"3) (2005) an der Seite von Marie-Luise Marjan als engagierter Pastorin Carla Bergmann.
 
Zu seinen jüngeren TV-Produktionen zählt die Rolle des General von Ahlfen in "Breslau brennt!"3) (2006), dem 3. Teil der Doku-Reihe "Die Kinder der Flucht" von Hans-Christoph Blumenberg; mit der Trilogie wird die dramatische Geschichte vom Überleben deutscher und polnischer Familien am Ende des Zweiten Weltkriegs thematisiert. Weitere prägnante Auftritte hatte Hallwachs beispielsweise in dem Ostsee-Thriller "Der Tote am Strand"3) (2006) sowie in dem Psychothriller "Am Ende des Schweigens"3) (2006). In der zunächst sechsteiligen, schrulligen ARD-Krimiserie "Mord mit Aussicht"1) gab er seit Januar 2008 den pensionierten Orthopäden Hannes Haas, Vater der Kommissarin Sophie Haas (Caroline Peters); aufgrund der positiven Resonanz produzierte die ARD inzwischen die zweite Staffel mit sieben neuen Folgen, welche nach der Wiederholung der ersten Episoden (seit 18.05.2010) ausgestrahlt wurden. Beim Mainzer Sender zeigte sich Hallwachs überdies seit Anfang Mai 2008 in "Ihr Auftrag, Pater Castell"1) neben dem kriminalisierenden Titelhelden Pater Simon Castell (Francis Fulton-Smith) als Kardinalstaatssekretär Scarpia bzw. Vorgesetzter des Sonderbeauftragten Castell. Die zweite Staffel lief seit Oktober 2009, mit dem 90-minütigen Pilotfilm "Die Jesustafel" wurde am 13. Mai 2010 die dritte Staffel eingeläutet.
In Andreas Kleinerts Psychodrama "Hurenkinder"3), einem "Sittengemälde der verschiedenen Formen der Prostitution" – so "Der Spiegel" – sah man Hallwachs Anfang Juni 2008 neben der Hauptdarstellerin Marie alias Nina Kunzendorf als reichen, skrupellosen Unternehmer Max Lenbach. In der romantischen Komödie "Liebe ist Verhandlungssache"3) (EA: 15.4.2009) mimte er neben Aglaia Szyszkowitz und Heikko Deutschmann einen Kendotrainer, machte in dem spannenden Tatort "Schiffe versenken"3) (EA: 24.05.2009) als knallharter Reeder Delius ebenfalls eine gute Figur.
In der bis auf die kleinste Nebenrolle prominent besetzten ARD-Komödie "So ein Schlamassel"1) gehörte Hans-Peter Hallwachs neben Publikumslieblingen wie beispielsweise Michael Mendl, Rolf Hoppe oder Marianne Sägebrecht ebenfalls zur Schauspielerriege und spielt den Onkel David. Dieser Fernsehfilm, produziert von Dr. Alice Brauner (Tochter von Filmmogul Artur Brauner), wurde vorab präsentiert und erntete bei den Hofer Filmtagen (27.10. bis 1.11.2009) gute Kritiken; die Ausstrahlung in der ARD war am 29. Januar 2010.
Eine sympathische Figur war auch der Vater der arbeitslos gewordenen Art-Direktorin Franka Lauth (Diana Amft) in Matthias Tiefenbachers Komödie "Liebe und andere Delikatessen"2) (EA: 05.02.2010). In der witzigen Erfolgskomödie "Die Dienstagsfrauen"3) (EA: 14.06.2011) nach dem gleichnamigen Roman von Monika Peetz mit Ulrike Kriener, Inka Friedrich, Saskia Vester und Nina Hoger auf ungewöhnlicher Pilgertour entlang des Jakobswegs entpuppte sich Hallwachs als der (die) geheimnisvolle Dominique.
 
Foto: Hans-Peter Hallwachs auf dem WDR5-Literaturmarathon während der "lit.Cologne 2008"
Urheber: Elke Wetzig (Elya); Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Hans-Peter Hallwachs auf dem WDR5-Literaturmarathon während der "lit.Cologne 2008"; Urheber: Elke Wetzig (Elya); Lizenz: CC-BY-SA-3.0; Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons
Mit prägnanten Gastrollen in populären TV-Serien wie "Der Kriminalist" (EA: 18.03.2011; Episode "Abgetaucht") oder "Die Rosenheim-Cops" (EA: 20.12.2011; Episode "Ein Fall von Blattschuss") zeigt Hallwachs überdies immer wieder seine schauspielerische Vielseitigkeit.

Auch auf der Theaterbühne ist Hallwachs aktuell wieder präsent, seit 24. September 2011 spielt er am Schauspielhaus in Graz in einer Inszenierung der Intendantin Anna Badora die Rolle des Albert Einstein in der Uraufführung von Daniel Kehlmanns1) Theater-Erstlingswerk "Geister in Princeton (UA)", mit dem der Autor die Lebensstationen des Mathematikers Kurt Gödel1) (1906 – 1978) und seiner Frau Adele zwischen Wien und Princeton nachzeichnet; bis Ende März 2012 sind weitere Aufführungen geplant → www.buehnen-graz.com.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film- und Fernsehen hat sich Hans-Peter Hallwachs auch als Sprecher verschiedenster Hörbücher einen Namen gemacht.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) deutsches-filmhaus.de,  3) prisma-online.de, 4) fernsehserien.de Stand: Februar 2012
Kontakt: www.agentur-notabene.de
Siehe auch www.prisma.de, Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei www.imdb.de
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