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Peter Ustinov wurde am 16. April 1921 als Peter Alexander Baron
von Ustinov in Swiss Cottage des Londoner Bezirks Camden (Großbritannien) geboren. Herkunft und Leben des großen
Mimen und Schriftstellers Ustinov weisen den vielseitig Begabten als wahren
Europäer aus, seine Vorfahren waren eine multi-kulturelle Symbiose aus
verschiedenen Ethnien und Religionen und bieten Abenteuerstoff ohne Ende. Russen,
Deutsche, Franzosen, Italiener und Äthiopier, alle haben das ihre zu der
köstlichen Mischung Peter Ustinovs beigetragen. Sein Großvater
Michail (er schrieb sich noch Ustinow) war Offizier im Heer des russischen
Zaren, floh im 19. Jahrhundert vor dem dortigen Regime, kam über Umwege
nach Deutschland und wurde deutscher Staatsbürger; in Jerusalem heiratete der
Großvater eine äthiopische Hofdame mit polnischem Vater jüdischen Glaubens.
Sohn Jona Baron von Ustinov1) (1892 1962; genannt "Klop") wurde wie seine Geschwister in Jerusalem
geboren, studierte in Frankreich, der Schweiz und Deutschland, besaß
ebenfalls einen deutschen Pass, kämpfte als Flieger während des 1. Weltkrieges
hochdekoriert für den Kaiser und wurde in den 1930er Jahren in London Presseattaché an der
Botschaft der Weimarer Republik. Peter Ustinovs Mutter Nadeschda
Leontjewna Benois (1896 1975),
eine begeisterte Malerin, war die Tochter des russischen Architekten Leon
Benois1) (1856 1928), der seinerseits französische Vorfahren
hatte. Ustinovs Vater hatte die französische Bühnenbildnerin
und Kostümzeichnerin italienisch-französisch-russischer Abstammung in Petersburg kennen gelernt
und 1920 geheiratet.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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Mit dem Rassenwahn der
Nazis ließ sich Vater Jona unterstützt von Robert Vansittart, einem
einflussreichen britischen Außenpolitiker, mit seiner Familie in
Großbritannien einbürgern, als die Nazis von ihm verlangten, einen Arier-Nachweis beizubringen;
die gesamte Familie erhielt die britische Staatsbürgerschaft. Beim britischen Inlandsgeheimdienst MI5 ließ
"Klop" sich als Spion gegen Hitler anwerben und versuchte gemeinsam
mit Gleichgesinnten den Wahnsinn des 2. Weltkrieges aufzuhalten (siehe auch
die WDR-Dokumentation "Das Geheimnis der Ustinovs").
Der
junge Ustinov, der im deutschen Schwäbisch Gmünd getauft worden war, wuchs viersprachig in London auf und fand in seinem Elternhaus
ein geistig anspruchsvolles Zuhause. Er besuchte von 1934 bis 1937 die
Londoner Westminster School, eine Eliteschule für Kinder der britischen Oberschicht.
Ustinov war jedoch ein nicht grade herausragender Schüler, der Sport und Mathematik hasste,
Satiren statt Hausaufgaben schrieb und seine Lehrer ärgerte, indem er sie gekonnt imitierte.
Schon damals zeichnete sich Ustinov durch seinen Humor und durch Selbstironie aus, was später zu seinem Markenzeichen werden sollte.
Da er nicht so begütert wie seine Klassenkameraden war, blieb er ein Außenseiter,
zu Schaffen machte ihm auch das restriktive Schulsystem. In seinem Zeugnis
soll einmal gestanden haben: "Er zeigt großen Einfallsreichtum, der mit allen Mitteln unterdrückt werden muss".
Als 16-Jähriger wechselte Ustinov an eine private Schauspielschule, das "London Theatre Studio",
begann Stücke zu schreiben und gab sein
Bühnendebüt in "The Wood Demon" (1938, Der Waldschrat). Zwei Jahre später
war die Theaterbühne des Londoner Westends sein Zuhause, Ustinov spielte mit
großem Erfolg selbstgeschriebene Sketche auf der Bühne des
"Player's Theatere Club" und war fortan ein gefragter
Schauspieler. Aber das vielseitige Sprachtalent
wollte lieber schreiben: "Haus des Kummers" (House of Regrets) wurde
1942 im "Arts Club" uraufgeführt und war das erste von mehr als 20 Theaterstücken
aus seiner Feder, darunter das preisgekrönte
"Die Liebe der vier Obersten" und seine Stücke wurden in London, New York, Berlin, Paris und Rom aufgeführt.
Der junge Ustinov fand auch privat sein Glück, lernte seine Kollegin Isolde
Denham kennen und lieben. Kaum Volljährig heiratete das Paar 1940, zog in
eine kleine, eher schäbige Kellewohnung in Kensington. Den Lebensunterhalt
verdiente er sich als Autor von Theaterstücken und arbeitete auch als
Theaterkritiker. Während des 2. Weltkrieges wurde der überzeugte Pazifist
Ustinov 1942 zur britischen Armee eingezogen, diente zunächst beim 10. Royal Sussex Regiment und
wurde bei der Küstenverteidigung eingesetzt. Bald gelang es ihm, zu einer Einheit zu wechseln, die für die Unterhaltung bzw. die Produktion von Propagandafilmen zuständig
war; sein Oberstleutnant war
übrigens kein Geringerer als Schauspieler-Legende David Niven. Beim Heereskinomatografendienst
verfasste Ustinov unter anderem Kommentare zu Dokumentarfilmen, hatte dort
auch seinen ersten Filmauftritt in dem Streifen "The Goose Stepps on"
und mimte einen Nazi, der in England spionieren soll. auch während
seines Armeedienstes schrieb er weiter Drehbücher und knüpfte für
seine spätere Karriere wichtige Kontakte.
1944 war Ustinov
zusammen mit Eric Ambler Co-Autor des von Caroll Reed inszenierten Kriegsfilms
"The Way Ahead". Obwohl erklärter Antimilitarist, wollte er, wie
er einmal in einem Interview sagte, "diese Jahre heute nicht mehr missen". Gegen Ende seiner
Entlassung schrieb und produzierte er für das Luftfahrtministerium den Film
"School For Secrets" (1946) und stand nach Kriegsende wieder auf der Bühne.
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"School for Secrets",
einer mit Richard Attenborough und Ralph Richardson prominent besetzten
Mischung aus Komödie, Drama, Kriegsfilm und Dokumentation um die Erfinder des
Radars, war gleichzeitig Ustinovs Regiedebüt, eine weitere Produktion wurde
"Private Angelo" (1949), Ustinovs Antwort auf den Krieg. Hier
spielte er einen Soldaten, der nicht kämpfen will. Der Film kann als die Geburtsstunde des Multitalents
Ustinov bezeichnet werden, er ist Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und
Schauspieler in Personalunion.
Seine künstlerischen Erfolge wurden während dieser Zeit von privaten
Schwierigkeiten überschattet. Seine Ehe mit Isolde Denham stand trotz der
gemeinsamen Tochter Tamara (geb. 1945) vor dem Aus, Anfang Februar 1950 ließ
sich das Paar scheiden. Wenig später heiratete Isolde Denham einen Freund,
Tochter Tamara blieb bei der Mutter.
Foto: Portrait von Sir Peter Ustinov, aufgenommen 1986 in seiner Suite
im "Berkeley Hotel"
Quelle: commons.wikimedia.org bzw.
Wikipedia
Urheber: Allan
Warren*) (www.allanwarren.com)
Diese Datei ist unter der Creative
Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe
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Weitere Angaben zur Lizenz siehe hier
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1951 schaffte Ustinov mit grade mal 30 Jahren den Sprung nach Hollywood und
spielte dort erstmals unter der Regie von Mervyn Le Roy in dem
monumentalen Sandalenfilm
"Quo Vadis?". Anfangs hatte er um die Rolle kämpfen müssen, da
Regisseur Mervyn Le Roy Ustinov für zu jung hielt. Doch Ustinov
soll ihm geschrieben haben "Wenn Sie noch länger warten, bin ich für die Rolle zu alt, Nero starb mit
31."
Sein dümmlicher und vertrottelter Nero in diesem
erfolgreichen römischen Antikfilm bleibt bis heute unvergessen. Szenen, in
denen Nero sich als Sänger mit piepsiger Stimme produziert oder seine vergossenen Tränen über
das brennende Rom in einem Gefäß sammelt, sind auch heute noch meisterlich.
Ustinov spielte diesen infantilen "Brandstifter" so eindringlich und
überzeugend, dass Publikum und Kritiker ausnahmsweise einmal derselben Meinung
waren.
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Quo Vadis?
Originaltitel: Quo vadis?
Genre: Monumentalfilm
USA 1951
Produktion: Sam Zimbalist
/ MGM
Regie: Mervyn LeRoy
Drehbuch: John Lee Mahin,
S. N. Behrman,
Sonya Levien
nach dem gleichnamigen Roman von Henryk Sienkiewicz
Kamera: Robert Surtees und
William V. Skall
Musik: Miklós Rózsa
Darsteller:
Robert Taylor: Marcus Vinicius,
Deborah Kerr: Lygia,
Peter Ustinov: Kaiser Nero,
Leo Genn: Petronius,
Patricia Laffan: Poppaea,
Finlay Currie: Petrus,
Abraham Sofaer: Paulus,
Marina Berti: Eunice,
Buddy Baer: Ursus,
Felix Aylmer: Plautius,
Nora Swinburne: Pomponia,
Ralph Truman: Tigellinus,
John Ruddock: Chilo,
Norman Wooland: Nerva,
Peter Miles: Nazarius,
Geoffrey Dunn: Terpnos,
und andere
(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum
Kurportrait innerhalb dieser HP) |
Kurzinhalt:
Rom, im Jahre 64 nach Christus: In der Hauptstadt des Weltreichs
herrschen unter dem skrupellosen Kaiser Nero
(Peter Ustinov) Mord, Korruption und Ausschweifung. Das Volk
wird mit Brot, blutigen Spielen und militärischen Triumphzügen bei
Laune gehalten. Ganz anders leben jene Gläubigen, die sich zu einer neuen Religion der Liebe
bekennen und zu denen die schöne Lygia (Deborah Kerr) gehört.
Für den siegreichen Feldherrn Marcus Vinicius (Robert Taylor)
steht eine Feier bevor. Sein Onkel Petronius genießt das Vertrauen Kaiser
Neros, der seine erste Gattin ermorden ließ, um die ebenso schöne wie
lüsterne und intrigante Poppäa
(Patricia Laffan) heiraten zu können. Doch ehe
Vinicius glanzvoll in die Hauptstadt des römischen Weltreiches
einzieht, lässt er auf Befehl des Kaisers seine Soldaten vor Rom
lagern und übernachtet im Landhaus des Generals
Plautius. Dabei lernt er Paulus aus Tarsus kennen, der die neue, in
Rom verbotene christliche Religion predigt. Vor allem aber trifft er dort
die junge Christin Lygia, eine als Geisel festgehaltene lygische
Königstochter, von der er mehr als beeindruckt ist.
Gemäß seiner Rechte als siegreicher Feldherr erbittet Marcus von
Nero Lygia zum Geschenk sehr zum Zorn von Poppäa, die schon seit
langem ein Auge auf den attraktiven Kriegshelden geworfen hat.
Lygia verweigert sich mutig ihrem neuen Besitzer, obwohl auch
sie ihn liebt. Ihre Religion verbietet ihr, diesen Gefühlen nachzugeben.
Marcus wird neugierig auf diese Religion, die ihren Anhängern so viel Kraft und Mut verleiht.
Popoäa, die eifersüchtige Gattin Neros, sorgt nun dafür, dass Marcus und Lygia im
Kolosseum den Löwen vorgeworfen werden. Als das Volk
sich zur gleichen Zeit gegen den Imperator erhebt, steckt
der größenwahnsinnige Nero die Stadt in Brand
Dieser Monumental-Klassiker über einen römischen Befehlshaber, der in die
Wirren der Christenverfolgung gezogen wird, entstand nach dem 1896
erschienenen berühmten Roman des polnischen Schriftstellers Henryk Sienkiewicz (1846-1916).
Der Klassiker wurde in dreißig Weltsprachen übersetzt
und brachte dem Autor 1905 den Nobelpreis ein. Das Leinwandepos war
die x-te Verfilmung des Romans; schon 1906 war eine erste kurze Filmversion
des Stoffes entstanden und 1912 hatte Enrico Guazzoni eine Stummfilmversion
geschaffen. Der 1951 gedrehte Film wurde ein sensationeller Erfolg und hat auch nach
über 50 Jahren nichts von seiner Faszination eingebüßt. Vor allem Peter
Ustinov als gestörter Nero macht schon enorm Spaß. Der Einwand von MGM,
der damals 29jährige Ustinov sei zu jung für die Rolle, wurde von ihm
erwidert: "Bald bin ich zu alt. Nero starb mit 31!"
Das Drei-Stunden-Monumentalspektakel wurde mit riesigem Aufwand inszeniert:
Zwei Jahre Drehzeit in Cinecittá, 8 Millionen Dollar Produktionskosten,
29 Hauptdarsteller, 30.000 Statisten darunter
auch Sophia Loren , 63 Löwen,
7 Stiere, 85 Tauben und 2 Geparden tummelten sich in 105 verschiedenen
Dekorationen, ausgestattet mit 150.000 Requisiten. 180.000 Meter Material
wurden verbraucht, 50.000 für die endgültige Kinofassung verwendet. Der
Kolossalfilm sprengte alle bisherigen Maßstäbe und fand schon vor der
Uraufführung großes Medieninteresse.
Für Ustinov bedeutete dieser Film den Durchbruch als internationaler
Schauspieler, er bekam eine erste Oscar-Nominierung, verlor aber gegen Karl Malden.
"Quo vadis" war der Unglücksrabe der 24. Oscarverleihung.
Das Epos war sieben Mal nominiert, darunter in den
Kategorien "bester Film" und "beste Musik", doch nicht
ein einziger Oscar wurde gewonnen.
Quelle: www.mynetcologne.de
Siehe auch Wikipedia,
www.prisma-online.de
Der Schriftsteller Henryk Sienkiewicz, Sohn
aus verarmtem polnischen Adel, wurde am 5. Mai 1846 in Wola Okrzejska geboren
und studierte Jura, Philologie und Medizin. Danach arbeitete er als Journalist
und begann Erzählungen zu schreiben, die patriotische sowie sozialkritische
Elemente vereinten und vom Positivismus beeinflusst waren.
Als scharfer Kritiker der antipolnischen Politik der Teilungsmächte wandte er
sich historischen Themen zu und verfasste im Stil von Alexandre Dumas d.Ä.
zwischen 1884 und 1888 die Trilogie "Aus Polens alter Zeit", die die
siegreichen Kriege Polens gegen die Kosaken, Türken und Schweden im 17. Jahrhundert
thematisierte und vom polnischen Publikum begeistert aufgenommen
wurde.
Nach zwei weiteren historischen Romanen veröffentlichte er 1896 das
Buch "Quo vadis?", das zum Welterfolg wurde und bis heute, nicht
zuletzt durch seine Hollywood-Verfilmung, ein Bestseller ist. Sienkiewicz,
der 1905 den Nobelpreis für Literatur bekam, starb am 15. November 1916 in
Vevey in der Schweiz.
Siehe auch Wikipedia
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Nach dieser großartigen Darstellung drehte Ustinov einen internationalen
Erfolg nach dem anderen. Auch privat fand er in der kanadischen Schauspielerin
Suzanne Cloutier1) (1923 - 2003) ein neues Glück. 1954 erfolgte die Hochzeit,
wenig später reiste das Paar nach Hollywood.
Nach seiner Darstellung des "Kaptah" in Michael Curtiz'
opulentem Monumentalfilm "Sinuhe
der Ägypter"1) (1954, The Egyptian), wurde Ustinovs darstellerische Leistung als
Sträfling Julius auch in Michael Curtiz' Komödie "Wir sind keine
Engel"1) (1955, We're
No Angels2)) von den Kritikern und vom Publikum hoch gelobt. Ustinovs Spezialität
waren im Verlaufe seiner Karriere als Filmschauspieler brillant gespielte Nebenrollen in
oftmals jedoch meist mittelmäßigen Filmen. Eine Glanzleistung war 1955 auch seine
Rolle des Manegenmeisters in "Lola Montès"2) von Max Ophüls. 1960 war
er der raffgierige Lentulus Batiatus, Besitzer einer Gladiatorenschule, an der Seite von Kirk Douglas und Tony Curtis
in Stanley Kubricks Historienspektakel "Spartacus"1); der Film ließ die
Kinokassen klingeln und machte Ustinov zum Oscar-Preisträger für die beste
Nebenrolle. 1964 folgte ein weiterer Oscar für seinen Arthur in Jules Dassins
Hochspannungs-Thriller "Topkapi"1). Anfang der 60er Jahre war Ustinov
auch als Regisseur und Hauptdarsteller erfolgreich mit der auf den kalten
Krieg zielenden beißenden Komödie "Romanoff and Juliet" (1961)
sowie ein Jahr später mit dem nachdenklichen Abenteuerfilm "Billly Bud"1)
(Die Verdammten der Meere) nach Herrman Melville, wo er mit der Rolle des
Kapitän Vere auftrat.
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1968 kam die von Robert Stevenson in Szene gesetzte Filmkomödie "Käpt'n
Blackbeards Spuk-Kaschemme"1) (Blackbeard's
Ghost2)) mit Ustinov in der Titelrolle in die Kinos, die jedoch
ambivalente Kritiken zur Folge hatte aber dennoch durch den Protagonisten zum
"komödiantischen Vergnügen" geriet, wie das "Lexikon des
internationalen Films" vermerkt. Sehenswert ist auch die Gaunerkomödie
"Das
Millionending"1) (1968, Hot
Millions2)), mit Ustinov als
frisch entlassenem Sträfling Marcus Pendleton, der sich für seine
Haftstrafe, die er einem Computer verdankt, auf ungewöhnliche Weise
rächt.
Nach seiner Mitwirkung in mehr oder weniger bemerkenswerten Streifen war Ustinovs Name
seit Ende der 70er Jahre eng verknüpft mit dem des belgischen
Meisterdetektivs Hercule Poirot, den er in verschiedenen Agatha-Christie Adaptionen
sowohl auf der Leinwand als auch im Fernsehen verkörperte und zur Kultfigur
werden ließ. Den Beginn machte er 1978 mit dem preisgekrönten Kinohit "Tod auf dem Nil"
und klärte noch weitere mysteriöse Morde in "Das Böse unter der
Sonne"1) (1982, Evil
under the Sun2)), "Mord à la carte"2) (1985,
Thirteen at Dinner, TV), "Tödliche
Parties" (1986, Murder in Three Acts, TV), "Mord mit verteilten Rollen" (1986,
Dead Man's Folly, TV)
und "Rendezvous mit einer
Leiche"1) (1987,
Appointment with Death2)).
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Tod auf dem Nil
Originaltitel UK: Death on the Nile
Genre: Kriminalfilm
Großbritannien 1978
Regie: John Guillermin
Drehbuch: Anthony Shaffer
nach dem gleichnamigen Roman von Agatha Christie
Musik: Nino Rota
Kamera: Jack Cardiff
Darsteller:
Peter Ustinov: Hercule Poirot, Bette
Davis: Marie Van Schuyler,
David Niven: Colonel Johnny Race,
Olivia
Hussey: Rosalie Otterbourne,
Mia Farrow: Jacqueline De Bellefort,
Simon
MacCorkindale: Simon Doyle,
George Kennedy: Andrew Pennington,
Maggie
Smith: Miss Bowers,
Jane Birkin: Louise Bourget,
Jack
Warden: Dr. Ludwig Bessner,
Jon
Finch: James Fergusson, Angela
Lansbury: Salome Otterbourne,
Lois
Chiles: Linnet Ridgeway, Harry
Andrews: Barnstable,
Inder Sen Johar: Manager der "Karnak", Sam
Wanamaker: Sterndale Rockford,
und andere
(Die Links führen zu Wikipedia bzw. zum
Kurportrait innerhalb dieser HP) |
Kurzinhalt:
Der exzentrische belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot (Peter
Ustinov) unternimmt in
Begleitung seines alten Freundes Colonel Race (David Niven)
eine Dampferfahrt den Nil herunter. Die angebliche Vergnügungsreise hat
einen halbamtlichen Anstrich, soll doch Colonel Race insgeheim
dem zwielichtigen Anwalt Andrew Pennington (George Kennedy) auf die Finger schauen. Er wird
verdächtigt, das Vermögen der reichen Industriellen-Erbin Linnet Ridgeway
(Lois Chiles) zu veruntreuen. Linnet befindet sich ebenfalls an Bord – und in
den Flitterwochen mit Ehemann Simon (Simon MacCorkindale), der wegen seiner einfachen Herkunft von
ihrer Familie nicht akzeptiert wird.
Doch alles Aufpassen ist vergebens. Die schöne Erbin wird ermordet.
Hercule Poirot macht sich daran, unterstützt von seinem braven
"Watson" Race, den kniffligen Fall zu lösen. Knifflig ist
er vor allem deswegen, weil es an Bord von Verdächtigen nur so wimmelt
und an prächtigen Mordmotiven kein Mangel herrscht. Fast jeder der
Reisenden scheint in irgendeiner Beziehung zu dem Opfer gestanden zu haben.
Die mondäne Globetrotterin Mrs. Van Schuyler (Bette Davis) ist
im Nebenberuf Juwelendiebin und hat es auf Linnets Perlen abgesehen.
Ihre verbitterte Zofe Miss Bowers (Maggie Smith) war einst so reich und verwöhnt
wie das Opfer, bis Linnets Vater ihre Familie an den Bettelstab brachte.
Der junge Marx-Verehrer Jim Ferguson (Jon Finch) spricht laut davon, dass
Linnet als Klassenfeind den Tod verdient habe. Die exaltierte
Schriftstellerin Salome Otterbourne (Angela Lansbury) hat Linnet in einem ihrer erotischen
Kitsch-Romane verunglimpft und eine saftige Verleumdungsklage am Hals.
Die Tatverdächtige mit dem stärksten Motiv scheint
Jacqueline de Bellefort (Mia Farrow) zu sein, denn
immerhin hat die Tote ihr ihren Verlobten Simon ausgespannt. Doch
Jacquelines Alibi scheint absolut wasserdicht. Zwei weitere
Mordopfer – das Dienstmädchen Louise Bourget
(Jane Birkin) und die exaltierte Salome setzen Poirot
unter starken Zeitdruck und seine "grauen Zellen" unter Strom.
Die Liste der Verdächtigen mit Motiven ist groß und nun liegt es an
dem belgischen Detektiven diese Tat aufzuklären…
Quelle: www.br-online.de
John Guillermin setzte den Agatha Christie-Roman routiniert, aber mit
einigen Längen um und bemühte sich erfolgreich um eine tolle
Starbesetzung (www.prisma-online.de).
Der Film wurde ein Publikumshit, bekam 1979 den Oscar und
"British Academy Award" für das Beste Kostümdesign und
Peter Ustinov wurde der Darsteller des Hercule Poirot überhaupt. Das
"Lexikon des internationalen Films" notiert: Eine
Agatha-Christie-Verfilmung, die es nicht versteht, den Roman von seiner
schwerfälligen Struktur zu befreien und kinogerecht zu adaptieren.
Entstanden ist dank Peter Ustinov als Detektiv und der Versammlung vieler
gut spielender Stars ein immerhin verschmockt-amüsantes Kammerspiel mit
einigem Leerlauf.
Den belgischen Meisterdetektiv mit den erstaunlichen "grauen
Zellen" hatte Agatha Christie für ihren Romanerstling "Das
fehlende Glied in der Kette" erfunden, der damals zunächst von sechs
Verlegern abgelehnt wurde, bevor er 1920 herauskam und den Start für
zwei unglaubliche Karrieren bedeutete: der der Schriftstellerin
Agatha Christie, die zur "Königin des Krimis" oder, wie sie
es lieber hatte, zur "Duchess of the Death" (zur Herzogin des
Todes), aufstieg, und der ihres Geschöpfs Hercule Poirot, der in
33 Romanen und 56 Kurzgeschichten auch den genialsten Verbrechern
das Handwerk legte. 1975 bettete sie ihn in dem Roman
"Vorhang" zur ewigen Ruhe.
Agatha Christie stattete Poirot mit vielen unverkennbaren und liebenswerten
Merkmalen aus, die ihn überall auf der Welt zu einer Legende werden
ließen: Zum Beispiel sein imposanter Schnurrbart und natürlich die
berühmten kleinen grauen Zellen, mit deren Hilfe er auch die
kompliziertesten Fälle löst. (Quelle: www.detektivroman.de)
Siehe auch Wikipedia,
www.prisma-online.de
Agatha Christie wurde 1890 als
Agatha Mary Clarissa Miller in Torquay in der Grafschaft
Devon geboren. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 heiratet Agatha
den Luftwaffenpiloten Colonel Archibald Christie, den sie zwei Jahre
zuvor kennen gelernt hatte; die Ehe wurde 1928 geschieden und aus
dieser Verbindung ging ihre einzige Tochter Rosalind hervor. Als ihr Mann
nach Frankreich ging, ließ sich Agatha wie viele junge Damen aus der
Oberschicht zur Krankenschwester ausbilden und arbeitete während des
Krieges in einem Lazarett. Eine fehlende Dosis Arsen lieferte die Idee zu
ihrem ersten Kriminalroman, "Das fehlende Glied in der Kette" (The
Mysterious Affair at Sytles), mit Hercule Poirot in der Hauptrolle.
1920 wurde das Buch veröffentlicht; sechs Jahre später, im
Jahre 1926, erschien Agatha Christies Meisterwerk "
Alibi" (The Murder of Roger Ackroyd), das später als erstes ihrer
Werke auch im Theater aufgeführt wurde.
"Mit Mord im Pfarrhaus" (Murder at the Vicarage) wirde 1930 der erste
Miss-Marple-Roman publiziert. Die liebenswert schrullige
alte Dame aus dem kleinen Dorf St. Mary Mead ermittelte in
insgesamt 12 Romanen und zahlreichen Kurzgeschichten.
Im gleichen Jahr heiratete Agatha Christie ihren zweiten Ehemann,
Max E. L. Mallowan, einen 14 Jahre jüngeren Professor
für westasiatische Archäologie. Gemeinsam unternahmen sie in den folgenden
Jahren zahlreiche Reisen in den Orient. Als Mitarbeiterin ihres Mannes
entwickelte sich Agatha Christie während dieser Zeit selbst zu einer
anerkannten Archäologin.
Königin Elizabeth II verlieh der Schriftstellerin 1971 den Titel
"Dame Commander of the British Empire", die höchste Auszeichnung
des Landes. Agatha Christie starb am 12. Januar 1976 im Alter
von 85 Jahren. Noch im gleichen Jahr erschien ihr letzter Roman
"Ruhe unsanft" (Sleeping Murder).
Siehe auch www.detektivroman.de,
Wikipedia
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Nach Richard Fleischers Streifen "Ashanti"1) (1978) und Clive Donners
"Charlie
Chan und der Fluch der Drachenkönigin"1) (1981, Charlie
Chan and the Curse of the Dragon Queen) trat Ustinov in den 80er und 90er Jahren
neben den genannten Agatha-Christie-Verfilmungen nur noch sporadisch in anderen Kinofilmen auf,
so 1992 als vorsichtiger Professor Nikolais in "Lorenzos
Öl"2) (Lorenzo's Oil),
1995 als Großvater in "Abenteuer mit dem Zauberteppich" (The Phoenix and the Magic
Carpet) oder 2002
als Pastor Schmidt in "The Will to Resist". Seinen letzten großen
Leinwandauftritt hatte "Sir Peter" 2003 als sächsischer Kurfürst
"Friedrich, der Weise " in dem hochgelobten Historiendrama "Luther".
Foto mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH
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Er widmete sich in seinen letzten Jahren verstärkt der Theater- und Bühnenarbeit, aber auch dem
Fernsehen, wo er in so mancher Talk-Show aber präsent war und sein skurriler Humor
das Publikum begeisterte. Mit großen Gesten und strahlendem Lächeln breitet
er stets seinen Anekdotenschatz aus, meist mit bissiger Pointe, aber auch
einem liebevollen Augenzwinkern. Er nahm Schallplatten auf und war im Radio zu
hören, er gab weitere Bücher heraus und reiste in der Welt umher.
Die Fernsehzuschauer erlebten den großen Mimen in jüngerer Zeit unter
anderem 2000 als Igor Maximytschew in "Deutschlandspiel"2), in "Victoria & Albert"1)
spielte er im gleichen Jahr den König William IV. und in der
hochkarätig besetzten Pilcher-Verfilmung "Wintersonne" spielte
er sich 2003 selbst.
Seit 1968 war Ustinov sowohl Botschafter der UNESCO als auch Botschafter der
Kinderhilfsorganisation UNICEF und bis zu seinem Tod dienstältester Vertreter dieser
Organisationen; er gründete auch eine eigene Stiftung, mit der die
Lebenssituation von Kindern verbessert werden soll bzw. weltweit mit
Bildungsarbeit Vorurteile abgebaut werden sollen. (www.ustinov-foundation.org).
Ustinov nutzte seinen Bekanntheitsgrad und viele seiner Auftritte,
um als Botschafter für die Organisationen zu werben. Er besuchte
höchstpersönlich Hilfsprojekte in aller Welt, drehte Dokumentarfilme über
die katastrophale Situation, denen Kinder in den Elendsgebieten dieser Welt
ausgesetzt sind, und warb bei nahezu jeder öffentlichen Gelegenheit für die
Interessen der kommenden Generationen.
Die Fernsehzuschauer haben ihn noch gut
in Erinnerung, als er zusammen mit Verona Feldbusch Werbespots für die EXPO 2000 drehte.
1990 erhob ihn Queen Elizabeth II in den Adelsstand. Seitdem trug er den
Titel "Sir". Auf die Frage, ob ihm das wichtig sei, schüttelte er
allerdings den Kopf und meinte: "Aber meine Frau ist gerne Lady."
Ustinov selbst war auf eine Ehrung besonders stolz, 1992 wurde er zum Dekan der altehrwürdigen britischen Universität
Durham ernannt. Durham Castle ist das bis heute älteste bewohnte Universitätsgebäude
der Welt; außerdem wurde in Durham ein College nach Ustinov benannt.
Das Allroundgenie erhielt zahllose Filmpreise, Ehrendoktorwürden und andere
Orden- und Ehrenzeichen und gewann alle wichtigen Preise, die das
Showbusiness zu vergeben hat: Unter anderem den "Oscar" 1960 für "Spartacus"
und 1964 für "Topkapi", den "Emmy" für die TV-Rollen in
"Dr. Johnson", "Barefoot in Athens" und "Strom in the
Summer", den "Grammy" für die Plattenaufnahme "Peter und
der Wolf". Er war Mitglied der "Académie Française des Beaux Arts", Träger
des Bundesverdienstkreuzes sowie des Deutschen Kulturpreises 1994, Professor für Vorurteilsforschung und Vorsitzender der
Weltföderalisten um nur weniges zu nennen; zu seinen Ehrungen in
Deutschland gehören auch der "Karl-Valentin-Orden", das
"goldene Schlitzohr", der "Bambi" und die "Goldene Kamera".
Foto: Portrait von Sir Peter Ustinov, aufgenommen 1986
Quelle: commons.wikimedia.org bzw.
Wikipedia
Urheber: Allan
Warren*) (www.allanwarren.com)
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Der Film "Das Millionending", für den Ustinov das
Drehbuch geschrieben hatte, galt 1968 als beste englische Kinokomödie.
Der Autor Ustinov schrieb ca. 20 Theaterstücke, meist Komödien,
darunter Stücke wie "Endspurt", "Das Leben in meiner
Hand" (The life in my hands), "Halb auf dem Baum",
"Beethovens Zehnte", "Romanoff und Julia" (Romanoff and Juliet)
oder "Der unbekannte Soldat und
seine Frau". Mit einer gelungenen Mischung aus Komik und nachdenklichem
Ernst verstand er es, auch in seinen mehr als zehn Romanen und Erzählungen menschliche Probleme auf eine niveauvolle und amüsante
Art zu präsentieren.
Seine ersten Romane schrieb der beliebte Künstler nach eigenen Worten, um in Drehpausen in Hollywood die Zeit totzuschlagen.
Hierzu zählen unter anderem "Der alte Mann und Mr. Smith",
"Monsieur René", "Der Verlierer" und "Krumnagel",
er veröffentlichte beispielsweise "Ustinovs kleines Welttheater: Staatsmänner, Stars und andere Kollegen",
"Der Mann, der es leicht nahm. Gott und die staatlichen Eisenbahnen",
"Neues aus der alten Welt", "Mein Russland: Eine Geschichte des Landes
meiner Väter und Vorväter, wie sie in keinem Geschichtsbuch steht", "Peter Ustinovs kleiner
Führer der modernen Musik" oder
"Ustinovitäten: Einfälle und Ausfälle".
Ein besonderer Leckerbissen ist seine 1978 erschienene
Biografie "Ach du meine Güte", die als "unordentliche
Biografie firmiert. In dem Buch wendet er sich seinem "unbarmherzigen
Interviewer" zu und hält mit feinem, leisen Humor sowie sanfter,
liebevoller Weisheit Dialog mit seinem zweiten Ich. Er setzt sich ernst und
kritisch mit dem "Genie" Peter Ustinov auseinander, sei es mit
seinen Erfolgen als Bühnenautor, sei es als Schauspieler oder Regisseur.
Weitere Erinnerungen veröffentlichte Ustinov Ende der 90er Jahre unter dem
Titel "Ich und ich: Erinnerungen". Mit Witz, Selbstironie und jener
Bescheidenheit, die das wahre Genie auszeichnet, beschreibt er seinen Weg vom
verschüchterten Schauspieler zum Leinwandstar, Schriftsteller, Opernregisseur und UNICEF-Botschafter.
Alle wichtigen Rollen Ustinovs, dazu eine Zusammenstellung seiner Romane, die Arbeiten als
Opernregisseur, und und und
kann man in der autorisierten Biographie
"Peter Ustinov, Die Gabe des Lachens" nachlesen, die Ustinov
in Zusammenarbeit mit John Miller und Hermann Kusterer herausgab, . Von seinem Markenzeichen,
dem freundlich-respektlosen Witz, erzählt das Buch in vielen, vielen Anekdoten. Und man liest sie
mit Heiterkeit. Bloß leider: Sir Peter himself, die Unmittelbarkeit
seiner umwerfenden Erscheinung, die schlägt nur selten durch. Der Bericht
von einer schlagfertigen Antwort bleibt eben vor allem Bericht, zudem mit einigen Übersetzungsmängeln.
(Zitat amazon-Redaktion). Zu Ustinovs letzten Veröffentlichungen
zählt das wenige Wochen vor seinem Tod in deutscher Sprache erschienene
Buch "Achtung! Vorurteile".
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In "Die Reisen des Sir Peter" berichtet der Weltbürger
Ustinov auf humorvolle Art von seinen Erlebnissen und Begegnungen in
aller Welt während seiner langen Karriere, ebenso wie in "Die Reise geht weiter".
Der meisterhafte Geschichtenerzähler amüsiert mit witzigen
Begebenheiten wie beispielsweise dem Heiratsvermittler in Bombay, der sich auf schwierige Fälle spezialisiert hat:
"Jeder Defekt willkommen", steht auf dessen Visitenkarte.
Von Felizitas von Schönborn stammt das im Jahre 2000 erschienene
Buch "Peter Ustinov Ich glaube an den Ernst des
Lachens". Das Buch ist ein zu Papier gebrachtes Interview und lebt fast
ausschließlich von den gewohnt geistreichen und humorvollen Antworten Ustinovs.
Die Autorin führt ihn mit angenehm knapp gehaltenen Fragen durch alle Stationen
seines Lebens und Schaffens und er gibt seine Erlebnisse, Anekdoten, witzigen Bemerkungen
und Lebensweisheiten dazu zum Besten.
(Zitat www.buchkritik.at)
Der Unverwechselbare Humor Ustinovs, dessen Lebensmotto lautete:
"Humor ist einfach eine komische Art, ernst zu sein", schlägt sich in zahllosen Bonmots
nieder, mit denen er im Laufe seines Lebens so manche Situation oftmals
auch bissig beschrieb. Unter dem Titel "Peter Ustinovs geflügelte Worte"
sind viele dieser einmaligen Aussprüche veröffentlicht worden.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Edmond Frederik
zur Verfügung gestellt.
© Edmond Frederik
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Als im Jahre 2001 zu seinem 80. Geburtstag Medien und Publikum den
großen "Sir Peter" bei zahlreichen Veranstaltungen die Ehre
erwiesen, meinte das Geburtstagskind augenzwinkernd "Ein Jubiläum ist
ein Datum, an dem eine Null für eine Null von mehreren Nullen geehrt
wird". Und außerdem sei "das Leben zu kurz, um es zu
wiederholen". Ein Pensionisten-Leben war für den vielseitigen Künstler
auch im hohen Alter noch undenkbar und bis zuletzt war er noch voller Zukunftspläne. So
zählten zu seinem Alltag zahlreiche Auftritte, Reisen, Empfänge und
Autogrammstunden; in den letzten Jahren trat Ustinov vorwiegend mit Soloprogrammen
auf.
Der Weltbürger, der sich "da zu Hause fühlt, wo man sich zivilisiert
benimmt", lebte seit 30 Jahren mit seiner dritten Frau im
Schweizerischen Bursins am Genfer See und war stolzer Besitzer eines eigenen
Weinbergs. Wie erwähnt, war er von 1940 bis 1947 in erster Ehe mit Isolda Denham, einer Schwester von Angela Lansbury verheiratet;
seine
zweite Ehe schloss er 1954 mit der französisch-kanadischen Schauspielerin
Suzanne Cloutier1), von der er sich 1971 scheiden ließ. Seit 1972
war er
mit der Schriftstellerin und Journalistin Hélène du Lau d’Allemans
verheiratet. Aus seinen beiden früheren Ehen
stammen die Töchter Tamara (aus der Ehe mit Isolda Denham), Pavla und Andrea
sowie Sohn Igor1), aus der Ehe mit Suzanne Cloutier. Tamara Ustinov
arbeitet ebenfalls als Schauspielerin, auch Tochter Pavla (geb. 1954) kann
auf, wenn auf eher seltene Kameraerfahrung verweisen. Sohn Igor (geb. 1956) studierte Kunst
an der "École Nationale Supérieure des Beaux Arts" in Paris, schloss ein Studium der Biologie 1979 mit dem M. P. O
an der Universität Paris VII ab und studierte Gesang am
"Conservatoire de chant" in Paris. Der Schwerpunkt seines Schaffens liegt im Bereich der Bildhauerei.
Er gehört dem Kuratorium der Peter-Ustinov-Stiftung an.
(Quelle Wikipedia)
Der großartige Schauspieler, Autor, Regisseur, Maler,
Geschichtenerzähler und Conférencier Sir Peter Ustinov starb am 28. März 2004 im Alter
von 82 Jahren an den Folgen eines Herz- und Zuckerleidens in einer Klinik bei Genf.
Bereits im Februar hatte er die geplante Verleihung des "Hansepreis"
der Stadt Bremen wegen gesundheitlicher Probleme absagen müssen ebenso wie
die Teilnahme an einer Protestveranstaltung zum Jahrestag des Irak-Krieges in
Ramstein.
Foto: © Bernd Schaller (www.schallerfoto.de)
(Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen
Bernd Schaller zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Bernd Schaller; das Foto darf nicht für andere Zwecke
verwendet werden.)
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In aller Welt löste der Tod des vielseitigen Künstlers große
Trauer und Betroffenheit aus; der langjährige Bundesaußenminister
Hans-Dietrich Genscher würdigte Ustinov als "großen Künstler, großen
Europäer und großen Humanisten". Ustinov selbst hatte zum Tod immer
eine pragmatische Einstellung; so soll er einmal gesagt haben "Der
Körper ist ein Mietwagen, den man irgendwann abgeben muss. Nichts spricht dagegen,
dass der Fahrer bleibt. Aber es spricht auch nichts dafür."
(siehe auch den Nachruf
von "DIE ZEIT")
Mit einer Trauerfeier in der Kathedrale St. Pierre in Genf nahmen Freunde und Verwandte
am 3. April 2004 Abschied von Sir Peter Ustinov, anschließend fand er in seinem langjährigen Wohnort Bursins
seine letzte Ruhestätte.
Am 22. Juni 2009 zeigte die ARD in seiner Reihe "Legenden"
ein Porträt des "Weltbürgers" und großartigen Künstlers Ustinov,
in dem neben dem Biografen Christopher Warwick auch seine Kinder Tamara und
Igor über ihren prominenten Vater erzählten und private Einblicke
gewährten.
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1) Der Link führt zu Wikipedia ) Der Link führt zu
prisma-online.de
Lizenz Foto Sir Peter Ustinov (Urheber Allan
Warren): Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz
für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version,
veröffentlicht von der Free
Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren;
es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen
hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz
für freie Dokumentation verfügbar.
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia,
u.a. mit einer umfangreichen Übersicht der Auszeichnungen
sowie vielen weiterführenden Links.
Ein weiteres Kurzportrait bei www.gilthserano.de;
eine Film-Bildergalerie bei www.wdr.de
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Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
1) Der Link führt zu prisma-online.de |
| 1942: One of Our Aircraft Is Missing |
| 1942: The Goose Steps Out |
| 1944: The Way Ahead |
| 1949: Private Angelo |
| 1950: Odette |
| 1951: Hotel Sahara |
| 1951: Quo Vadis (Quo Vadis?) |
| 1951: The Magic Box (Der wunderbare Flimmerkasten ) |
1954: Beau Brummell
(Beau Brummell Rebell und Verführer)1) |
| 1954: The Egyptian (Sinuhe der Ägypter) |
| 1955 : Lola Montès (Lola Montes) |
| 1955: We're No Angels
(Wir sind keine Engel)1) |
| 1957: Un angelo è sceso a Brooklyn (Der Hund, der Herr Bozzi hieß) |
| 1957: Les Espions (Spione am Werk) |
| 1959: I Girovaghi (Der Narr und die Tänzerin) |
| 1960: Spartacus (Spartacus) |
| 1960: The Sundowners (Der endlose Horizont) |
| 1961: Romanoff and Juliet |
| 1962: Billy Budd (Die Verdammten der Meere) |
| 1964: Topkapi1) |
| 1965: John Goldfarb, Please Come Home |
| 1965: Lady L |
1968: Blackbeard's
Ghost
(Käpt'n Blackbeards Spuk-Kaschemme)1) |
| 1968: Hot Millions (Das Millionending)1) |
| 1968: The
Comedians (Die Stunde der Komödianten)1) |
| 1970: Viva Max (Viva Max!) |
| 1972: Hammersmith Is Out (Hammersmith ist raus) |
| 1975: One of Our Dinosaurs Is Missing (Wer hat unseren Dinosaurier geklaut?) |
| 1976: Logan's Run
(Flucht ins 23. Jahrhundert)1) |
| 1976: The Treasure of Matecumbe (Der Goldschatz der Matecumbe) |
| 1977: The Last Remake of Beau Geste (Drei Fremdenlegionäre) |
| 1977; Un taxi mauve (Das malvenfarbene Taxi) |
| 1978: Doppio delitto (Vom Blitz getroffen) |
| 1978: Death on the Nile (Tod auf dem Nil)1) |
| 1979: Ashanti |
| 1979: Nous maigrirons ensemble |
1981: Charlie Chan and the Curse of the Dragon Queen
(Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin) |
| 1981: The Great Muppet Caper (Die große Muppet Party) |
| 1981: The Search for Santa Claus |
| 1982: Evil Under the Sun (Das Böse unter der Sonne)1) |
| 1985: Agatha
Christie Mord à la carte1) |
| 1988: Appointment
with Death (Rendevous mit einer Leiche)1) |
| 1984: Memed My Hawk |
| 1989: La révolution française (Die Französische Revolution) |
| 1990: Au bonheur des chiens |
| 1992: Lorenzo's
Oil (Lorenzo's Öl)1) |
| 1995: The Phoenix and the Magic Carpet |
| 1998: Stiff Upper Lips |
| 1999: The Bachelor (Der Junggeselle) |
| 2002: The Will to Resist |
| 2003: Luther1) |
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