Filmografie (Auszug)
Marty Feldman 1969 in der TV-Sendung "Mies en scène" mit Mies Bouwman; Urheber: AVRO; Quelle: Beeld en Geluidwiki: Gallery: Mies en scène bzw. Wikimedia Commons; Lizenz: www.beeldengeluidwiki.nl / CC BY-SA 3.0 NL Marty Feldman wurde am 8. Juli 1934 als Sohn des jüdischen Schneiders Myer Feldman und dessen Ehefrau Cecilia, genannt "Cissie", im Londoner1) Stadtteil East London geboren. Er hatte russische Wurzeln, sein Großvater Hyman Bondor war aus Kiew1) nach England eingewandert, da er sich in Großbritannien eine bessere Zukunft versprach, änderte dann seinen Familiennamen in "Feldmann". Marty Feldman verbrachte zusammen mit der jüngeren Schwester Pamela eine Kindheit, die nicht grade von Reichtümern gesegnet war, besuchte zahlreiche Schulen und verließ die letzte mit fünfzehn Jahren, um sich als Jazztrompeter zu versuchen. Sein Plan, in diesem Metier Karriere zu machen, schlug zunächst fehl, von der Kritik wurde er als "der Welt schlechtesten Trompeter" bezeichnet, worauf er bis zuletzt noch stolz gewesen sein soll. Feldman ging zum Rundfunk und arbeitete als Texter, unter anderem für die BBC1)-Sendung bzw. Comedy-Show "Educating Archie", und errang dann 1959 als Drehbuchautor für das Fernsehen erste Erfolge mit der Serie "The Army Garne". Es folgten populäre Comedy-Sendungen wie "Round the Horne", "The Frost Report" oder "At Last! The 1948 Show"1) (1967), letztere eine der bekanntesten TV-Shows, für die auch Feldman als Drehbuchautor verantwortlich zeichnete sowie zudem auftrat.  
Im Sommer 1961 wurde bei Feldman die Schilddrüsen-Überfunktion "Hyperthyreose"1) diagnostiziert, eine Krankheit, die unter anderem – wie bei Feldman –  zum sichtbaren Hervortreten des Augapfels führen kann. Aus diesem Grund war er anfangs nicht dazu zu bewegen gewesen, vor die Kamera zu treten, doch dann ließ er sich überreden und avancierte über Nacht zum Star.
     
Marty Feldman 1969 in der TV-Sendung
"Mies en scène" mit Mies Bouwman1)
Urheber: AVRO; Quelle: Beeld en Geluidwiki: Gallery: Mies en scène bzw..
Wikimedia Commons; Lizenz: www.beeldengeluidwiki.nl / CC BY-SA 3.0 NL
1968 erschien er in seiner 30-Minuten-Reihe "Marty"2) erneut auf britischen Bildschirmen und wurde als TV-Komiker sofort unumstrittener Liebling aller Engländer, man verglich ihn unter anderem mit Buster Keaton (1895 – 1966) und Charles Chaplin (1889 – 1977). Mit "The Marty Feldmans Comedy Machine"2) blödelte er sich 1970/71 mit internationalem Erfolg durch zahlreiche Slapstick-Sketche.
Als Schauspieler angefangen hatte er 1967 mit der Charaktere eines seltsamen kleinen Mannes in der erwähnten "At Last! The 1948 Show" und damit seinen Durchbruch erzielt, weitere eigene Comedy-Serien schlossen sich an, auch in den USA war er erfolgreich. Sein US-Debüt gab er 1968 mit Sketchen in der bekannten Dean Martin-Show "Dean Martin Presents the Golddiggers" gegeben. Unkoordinierte Glupschaugen, wirre Haare sowie die bei einem Boxkampf zertrümmerte Nase waren die Markenzeichen von Marty Feldman. Mit diesem Erscheinungsbild produzierte er nicht gerade subtilen Humor, im Vordergrund stand herzhafter Slapstick oder ungehemmter Schwachsinn um seiner selbst willen. Feldman selbst glaubte, sein Erfolg sei nicht zuletzt auf sein Aussehen zurückzuführen, in einem Interview meinte er einmal "Vor meinen Auftritten brauche ich mich erst gar nicht zu verkleiden. Ich wirke schon so, wie die Natur und einige Widrigkeiten des Lebens mich schufen."
   
Nach seinem Auftritt als Krankenschwester Arthur in der von Richard Lester1) nach dem Theaterstück "The Bedsitting Room" von Spike Milligan1) und John Antrobus mit Ralph Richardson gedrehten, bizarr-surrealistischen Komödie "The Bed Sitting Room"3) (1969, "Danach") erlebte man Feldman dann mit der Hauptrolle des Werbetexters/Familienvaters Teddy Brown in der Persiflage "Every Home Should Have One"3) (1970, "Haferbrei macht sexy") auf der Leinwand, bei der er auch am Drehbuch mitgewirkt hatte. Seinen größten Erfolg feierte er dann vier Jahre später in der von Mel Brooks1) in Szene gesetzten Grusel-Parodie "Young Frankenstein"1) (1974, "Frankenstein Junior") mit dem Part des buckligen1) Igor an der Seite von Gene Wilder als der machtbesessene Neurochirurg Dr. Frederick Frankenstein und Peter Boyle1) als "das Monster". Es folgte die Rolle des Sergeant Orville Sacker von Scotland Yard1) in der grotesken Krimikomödie "The Adventure of Sherlock Holmes' Smarter Brother"1) (1975, "Sherlock Holmes cleverer Bruder") von (Regie) und mit Gene Wilder als Sigerson Holmes, jüngerer Bruder des von Douglas Wilmer1) dargestellten Meisterdetektivs Sherlock Holmes1), und Thorley Walters1) als Dr. Watson1). Einmal mehr stand er für Mel Brooks vor der Kamera und mimte in dessen Stummfilm-Hommage "Silent Movie"1) (1976, "Mel Brooks’ letzte Verrücktheit: Silent Movie") als Marty Eggs den Freund des Regisseurs Mel Funn (Mel Brooks). Bei der lose nach dem Roman "Drei Brüder" ("Beau Geste") von Percival Christopher Wren realisierten Slapstick-Komödie "The Last Remake of Beau Geste"2) (1977, "Drei Fremdenlegionäre") führte er erstmals Regie und schrieb gemeinsam mit Sam Bobrick (1932 – 2019) das Drehbuch – hier trat er als Digby Geste in Erscheinung, tollpatschiger Adoptiv-Bruder von Beau Geste (Michael York); unter anderem spielte Peter Ustinov den sadistischen Sergeant Markoff. "Filmposse mit einem Feuerwerk von grotesken Einfällen, Gags, Filmzitaten und parodistischen Seitenhieben auf Militarismus und falsches Heldentum. Obwohl nicht frei von Plattheiten, bietet der Film vergnügliche Unterhaltung." notiert filmdienst.de.
  
"Drei Fremdenlegionäre": Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von Pidax-Film, welche die Militärkomödie am 08.04.2022 als Remastered Edition auf DVD herausbrachte. "Drei Fremdenlegionäre": Szenenfoto Michael York als Beau Geste und Marty Feldman als Digby Geste; mit freundlicher Genehmigung  von Pidax-Film, welche die Militärkomödie am 08.04.2022 als Remastered Edition auf DVD herausbrachte.
"Drei Fremdenlegionäre": Abbildung DVD-Cover sowie Szenenfoto Michael York
als Beau Geste und Marty Feldman als Digby Geste
Mit freundlicher Genehmigung  von Pidax-Film, welche die Militärkomödie am 08.04.2022
als Remastered Edition auf DVD herausbrachte.

Seine zweite Regiearbeit, der mit sich als Trappisten-Mönch Bruder Ambrosius gedrehte Streife "In God We Tru$t"3) (1980,  "Dreist und gottesfürchtig"), kam weniger gut an und geriet zum Flop. "Satire über die Anfälligkeit der amerikanischen Gesellschaft für Heilsprediger und über deren Geschäftstüchtigkeit und Skrupellosigkeit. Überwiegend grob, in manchen Witzen schäbig, bietet diese Marty-Feldman-Komödie statt geistreicher Ironie Kalauer und Klamottenkomik." urteilt filmdienst.de.
Nun konzentrierte sich Feldman ausschließlich auf seine schauspielerischen Fähigkeiten, präsentierte sich in der von Steven Paul1) nach dem Roman "Slapstick or Lonesome No More" von Kurt Vonnegut1) mit Jerry Lewis als die Zwillinge Willbur und Eliza Kahn gedrehten Komödie "Slapstick (Of Another Kind)"1) (1982, "Slapstick") als deren Butler Sylvester daher. Seinen letzten Leinwandauftritt hatte er in der sarkastisch-makabren, teils zotenhaften Piratenfilm-Persiflage "Yellowbeard"1) (1983, "Dotterbart"), die erst nach seinem Tod in die Kinos gelangte. In diesem Streifen, in dem auch drei der sechs ehemaligen Mitglieder der Comedy-Gruppe "Monty Python"1) mitwirkten, sah man ihn unter der Regie von Mel Damski1) neben Protagonist Graham Chapman1) (Pirat Dotterbart) als Gilbert, Spion von Dotterbarts früherem Bootsmann Mr. Moon (Peter Boyle1)) → Übersicht (Auszug Filmografie.
  
Der brillante Komödiant und Drehbuchautor Marty Feldman starb am 2. Dezember 1982 während der Dreharbeiten zu "Dotterbart" mit nur 48 Jahren in einem Hotel in Mexiko-Stadt1) an Herzversagen, vermutlich hervorgerufen durch eine Fischvergiftung; noch eine Woche vor seinem Tod hatte er einem Reporter während eines Interviews gesagt: "Ich bin zu alt, um jung zu sterben, und zu jung zum Erwachsenwerden". 
Marty Feldman, der seit Januar 1959 bis zu seinem frühen Tod mit Lauretta Sullivan (1935 – 2010) verheiratet und Vater von zwei Kindern war, fand auf dem "Forest Lawn – Hollywood Hills Cemetery"1) in Los Angeles1) (Kalifornien) nahe seinem Idol Buster Keaton im "Garden of Heritage" die letzte Ruhe. Die Grabplatte trägt die Inschrift: "He made us laugh, he took my pain away" ("Er machte uns lachen, er nahm den Schmerz hinweg") → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikipedia (englisch).
In einem Nachruf schrieb die "Neue Zürcher Zeitung"1) damals unter anderem: "Hier (in der Einmannschau), als Herr seiner selbst, fand der Komiker das ideale Forum, auf dem er seine Stärken beweisen konnte, in kurzen Sketches, für die er jeweils in die verschiedensten Rollen schlüpfte und unübersehbar belegte, wie sehr er auf seine physische Präsenz, auf sein Un-Gesicht, auf den visuellen Gag, weniger auf das verbale Moment oder den intellektuell inspirierten beziehungsweise verfeinerten Humor abstellte. Als eine erbärmliche Kreatur schlich er oft daher, verkrüppelt, so, als habe ihm einer nicht nur das Nasenbein, sondern auch gleich noch das Rückgrat gebrochen; ans Erbarmen appellierte er allerdings nicht, war nie eine traurige Gestalt, im Gegenteil. Mit Impertinenz und Unverschämtheit zerstörte er in teils ungezügelter Groteske, was ihm im Weg stand, brutal, direkt und respektlos."
Die von Feldman verfasste Autobiografie wurde erst nach dem Tod seiner Ehefrau entdeckt und 2012 unter dem Titel "Eye Marty: The Newly Discovered Autobiography of a Comic Genius" mit einem Vorwort von Eric Idle1) veröffentlicht.

Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de sowie
Dirk Jaspers FilmstarLexikon (Artikel nicht mehr online)
Siehe auch Wikipedia (deutsch), Wikipedia (englisch)
Fotos bei
virtual-history.com
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de, 3)  prisma.de
  
Filme (als Darsteller)
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Fremde Links: Wikipedia, prisma.de (Originaltitel), fernsehserien.de; R = Regie)
Kinofilme Fernsehen (Auszug(
  • 1967: At Last! The 1948 Show (satirische TV-Serie; verschiedene Charaktere; auch Co-Drehbuch) → filmdienst.de
  • 1968–1971: Marty / It’s Marty (Comedy-Serie) → Wikipedia (englisch)
    • 1970: Special: Marty Amok → IMDb
    • 1971: Special: Marty Abroad → IMDb
  • 1970: Jumbo – Ein Elefantenleben (R: Michael Pfleghar; mit Eddie Constantine als Jumbo-Kapitän;
    als Orville Wright
    ) → IMDb
  • 1971/72: The Marty Feldman Comedy Machine (6-teilige Sketch-Comedy-Serie)
  • 1972: Sommer-Sprossen – Die Erfolgsleiter der Elke S. (Michael Pfleghar; mit Elke Sommer; als foulender
    Stürmer beim Fußball-Derby in Geyen
    )  → IMDb
  • 1972: The Man Who Came to Dinner (nach der Komödie (dt. "Der Ehrengast") von George S. Kaufman und
    Moss Hart; R: Buzz Kulik; mit Orson Welles als der scharfzüngige Radio-Moderator Sheridan Whiteside,
    der den Haushalt der Familie Stanley in ein Chaos stürzt; als dessen Freund, der Komiker Banjo
    )
    → Wikipedia (englisch) sowie Infos zu der Komödie
  • 1974: Marty Back Together Again (4-teilige Serie) → IMDb
  • 1975: Lights, Camera, Monty! (R: Bob Wynn (1932–2013); Showmaster Monty Hall führt in einer musikalischen
    Tour durch die "Universal"- Studios; als er selbst
    ) → IMDb
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