Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 01 Burghart Klaußner wurde am 13. September 1949 als Sohn eines Gastwirts in Berlin geboren. Nach der Schule und Abitur in einem Dorf nahe München begann er 1969 ein Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik an der Berliner "Freien Universität", welches er nach zwei Semestern abbrach, um sich an der renommierten "Max-Reinhard-Schule"1) in Berlin zum Schauspieler ausbilden zu lassen; Engagements an vielen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen schlossen sich an. Während der Intendanz von Niels-Peter Rudolph1) (1980 – 1985) war er Ensemblemitglied am Hamburger "Deutschen Schauspielhaus"1), wo er unter anderem 1982 an der Seite von Imogen Kogge1) in Sean O'Caseys Tragikomödie "Der Schatten eines Rebellen" ("Shadow of a Gunman") in einer Inszenierung von Ulrich Waller1) brillierte; danach arbeitete Klaußner als freischaffender Schauspieler.
 
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen"
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
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Zu seinen weiteren Theaterstationen zählen Frankfurt, Köln, Bremen und München sowie Zürich, wo er 1999 für seine Leistungen mit der "Goldenen Maske" des Schauspielhauses ausgezeichnet wurde. Herausragend war hier beispielsweise 1996 seine Interpretation des Titelhelden bzw. Alceste in Molières "Der Menschenfeind"1) in einer Inszenierung von Werner Düggelin1), im gleichen Jahr faszinierte er in Bremen als Macheath in der Brecht/Weillschen "Dreigroschenoper"1) sowie in Hamburg mit der Titelrolle in Peter Handkes1) "Kaspar", einem Schauspiel nach dem historischen Fall des Findelkindes Kaspar Hauser1)
 
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 02 Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 03
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 04
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen"
"Deutsches Schauspielhaus" Hamburg (1982)
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Am "Schauspiel Hannover"1) glänzte Klaußner 2003 unter anderem als Julius Wolff in Gerhart Hauptmanns Diebeskomödie "Der Biberpelz"1), am "Schauspielhaus Bochum"1) erlebte man ihn im gleichen Jahr in dem Drama "Schönes" von Jon Fosse1), am Berliner "Maxim Gorki Theater"1) hatte er ein Jahr zuvor in Ibsens "Gespenster"1) als Pastor Manders beeindruckt (→ www.berliner-schauspielschule.de), ebenso wie 2001 als Autor Boris Trigorin in Tschechows "Die Möwe"1) – um nur einiges zu nennen. Zu Klaußners aktuelleren Theaterarbeiten gehört auch die Wiederaufnahme der Beziehungskomödie "Drei Mal Leben"1)  der Pariser Erfolgsdramatikerin Yasmina Reza1), welche ab 3. März 2005 am Hamburger "St. Pauli-Theater"1) gezeigt wurde. Klaußner spielte in diesen unterhaltsamen Szenen zweier Ehen – wie bereits 2001 an den "Hamburger Kammerspielen"1) – den farblosen Astrophysiker Henri, der gemeinsam mit Frau Sonja (Barbara Auer1)) auf das Ehepaar Ines und Hubert Finidori (Leslie Malton1)/Rudolf Kowalski) trifft; die zwei Paare erfahren an einem ziemlich danebengegangenen Abend mehr voneinander, als ihnen lieb ist. Am Ende spult die Autorin den Abend zurück und fängt noch mal von vorne an, insgesamt drei Mal, die Figuren bekommen die Chance, alles besser zu machen – und nutzen sie.
Ebenfalls im März 2005 konnte man den Schauspieler im "St. Pauli-Theater" bei einem "Fritz Kortner-Abend" erleben, an den "Kammerspielen" bewies er Ende April mit dem Programm "Burghart Klaußner liest Thomas Bernhard – ein eventuell auch musikalischer Abend" einmal mehr seine künstlerische Vielseitigkeit; im "Thalia-Theater"1) stand er als Helge in "Das Fest" auf der Bühne, einer Theaterfassung des weltberühmten dänischen Dogma-Films "Festen"1) (1998) von Thomas Vinterberg1) und Mogens Rukov, außerdem trat Klaußner in dem Liederabend "Brüder zur Sonne zur Freiheit" des Musikers Franz Wittenbrink1) auf, der vom 2. bis 7. Juli 2005 unter anderem auch im "Thalia Theater" gastierte. Am "Staatsschauspiel Dresden"1) konnte das Theaterpublikum Klaußner in Schillers "Don Carlos"1) als spanischen König Philipp II. bewundern; die Premiere war am 24. März 2010 (→ www.nachtkritik.de). Als Dorfrichter Adam in Kleists "Der zerbrochne Krug"1) machte er dort seit der Premiere am 14. Januar 2012 in einer Inszenierung von Roger Vontobel1) Furore → www.staatsschauspiel-dresden.de.
Der Charaktermime brillierte erneut im Oktober 2012 am Hamburger "St. Pauli Theater" mit der Titelrolle des Vertreter Willy Loman in Arthur Millers Pulitzer-Preis gekröntem Werk "Tod eines Handlungsreisenden"1), die Premiere des von Altmeister Wilfried Minks1) inszenierten Sozial-Dramas war am 28. Februar 2012. So notierte DIE ZEIT (08.03.2012 Nr. 11) unter anderem: "Burghart Klaußner spielt den Willy meisterhaft. Er ist himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt und beides fast gleichzeitig. Manisch wechselt er zwischen den Stimmungen, Selbstwidersprüche fallen ihm nicht auf." Nach der Wiederaufführung in Hamburg schlossen sich Gastspiele in weiteren deutschen Städten an. Für seine grandiose Interpretation wurde Klaußner für den deutschen Theaterpreis "Der Faust"1) nominiert und konnte den Preis am 10. November 2012 im Theater in Erfurt als "Bester Darsteller" im Rahmen einer festlichen Gala entgegennehmen.
Answchließend war Klaußner am Hamburger "Thalia Theater" als Landwehrmann Stanislaus Katczinsky in dem eindringlichen Stück "Front – Im Westen nichts Neues" in einer Inszenierung von Luk Perceval1) zu sehen. Die Premiere der Polyphonie nach dem Bestseller bzw. Anti-Kriegsroman "Im Westen nichts Neues"1) von Erich Maria Remarque1), dem Roman "Das Feuer"1) (Le feu. journal d'une escouade) von Henri Barbusse1) sowie Zeitdokumenten fand am 22. März 2014 statt und stand bis 29 Juni 2014 auf dem Spielplan → www.thalia-theater.de. Das mehrsprachige Weltkriegs-Drama (Deutsch, Französisch, Flämisch und Englisch), welches als wichtigster kultureller Beitrag im Gedenkjahr an den Ersten Weltkrieg gilt, wurde zudem unter anderem im Ehrenhof des Berliner "Schloss Bellevue" präsentiert. Bundespräsident Joachim Gauck1) hatte am 27. Juni 2014, am Vorabend des 100. Jahrestages des Attentats von Sarajevo1), zu einem Tag der Erinnerung und des Ausblicks unter dem Motto "1914 – 2014. Hundert europäische Jahre" eingeladen → www.bundespraesident.de sowie www.abendblatt.de.
 
In den letzten Jahren überzeugt Klaußner sowohl Publikum als auch Kritiker immer wieder mit eindrucksvollen Inszenierungen. An den Hamburger "Kammerspielen" gab er 2006 sein Regiedebüt mit der Inszenierung von Edward Albees1) "Die Ziege oder wer ist Sylvia", am "Schauspielhaus Bochum"setzte er die Deutsche Erstaufführung von Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels"1) in Szene. Mit Thomas Bernhards Frühwerk "Der Ignorant und der Wahnsinnige"1) lieferte er erfolgreich seine dritte Regiearbeit ab. Die Premiere fand am 1. März 2008 am "Bochumer Schauspielhaus" statt, vor allem Otto Sander als blinder, trunksüchtiger Vater und Christine Schönfeld als kühle, elegante "Königin der Nacht" wussten zu faszinieren. Klaußners Inszenierung nehme Bernhards Stück "alles Groteske, holt es in die Normalität und domestiziert es zum Familiendrama" schrieb Andreas Rossmann1) am 3. März 2008 in der "Frankfurter Allgemeinen", Regisseur Burghart Klaußner sei "ein Mann der feinen Töne" meinte Matthias Heine in "DIE WELT" (3.3.2008). Stefan Keim stellte am 4.3.2008 in der "Frankfurter Rundschau" fest, dass Klaußner genau so inszeniert habe, wie er selber spiele: "Zurückhaltend, detailgenau, authentisch. Ein leises Kammerspiel. Bernhard ohne Wahnsinn." → www.nachtkritik.de
Auch künftig durfte man auf Burghart Klaußners Regiearbeiten gespannt sein – am 17. Januar 2009 wurde sein erstes eigenes Werk "Marigold. Ein Stück mit Songs der Beatles" am "Bochumer Schauspielhaus" uraufgeführt. Stefan Keim notierte unter anderem in der "Frankfurter Rundschau" (20.01.2009): "Burghart Klaußner, dieser hinreißend präzise Schauspieler, ein Meister der Reduktion, greift als Autor und Regisseur in die Vollen (…) Aber das Bühnenchaos wirkt nicht anarchisch-lustbringend, sondern unsicher, albern. Niemals explodieren die Bilder und Gefühle, die "Marigold" (Ringelblume) ist ein Mauerblümchen. Am Schluss knallt Klaußner in den Zugaben einen Beatles-Hit nach dem anderen auf die Bühne, allerdings so ungeprobt, dass bei der zweiten Strophe von "Let it Be" niemand singt, sich alle verzweifelt anschauen und dann auf die tapfer spielende Band zeigen. In ihren besten Momenten hat die Inszenierung den Charme eines improvisierten Studententheaters." → www.fr-online.de
 
Am "Staatsschauspiel Dresden" setzte der Künstler Ferdinand von Schirachs1) Gerichts-Kammerspiel "Terror"1) in Szene und schlüpfte selbst in die Robe des Vorsitzenden Richters, die Premiere fand am 28. Januar 2016 statt. Das Stück bringt einen Gerichtsprozess auf die Bühne, der einen brisanten Fall aufrollt: Ein Terrorist will eine gekaperte Passagiermaschine über dem ausverkauften Münchner Fußballstadion zum Absturz bringen. Gegen den ausdrücklichen Befehl seines Vorgesetzten führt der Kampfjet-Pilot Lars Koch den Abschuss der Lufthansa-Maschine durch, um 70.000 Menschen im Stadion zu retten – alle 164 Personen an Bord des Linienfluges sterben und der Pilot wird des vielfachen Mordes angeklagt. Ein Novum ist sicherlich, dass in dem Stück kein Urteil gefällt wird, sondern die Zuschauer über den Schuldspruch entscheiden. Die bisherigen Abstimmungsergebnisse der Theaterbesucher findet man bei terror.kiepenheuer-medien – zu über 60 Prozent wurde der Pilot bisher frei gesprochen. Inzwischen verfilmte Produzent Oliver Berben1) "Terror" für die ARD, unter der Regie von Lars Kraume1), der mit Klaußner bereits das preisgekrönte Drama "Der Staat gegen Fritz Bauer" realisiert hatte, mit einem hochkarätigen Ensemble: Burghart Klaußner gab auch in "Terror – Ihr Urteil"1) den Vorsitzenden Richter, Martina Gedeck1) die Staatsanwältin, Florian David Fitz1) spielt den Major Koch, Lars Eidinger1) dessen Verteidiger, Jördis Triebel1) und Rainer Bock1) standen als Nebenklägerin Franziska Meiser bzw. Zeuge Oberstleutnant Lauterbach vor der Kamera. Sendetermin in der ARD, im ORF und SRF war der 17. Oktober 2016, auch hier konnte das TV-Publikum in Deutschland, Österreich und in der Schweiz in einer multimedialen Abstimmung über "Schuldig" bzw. "Nicht Schuldig" entscheiden: Das deutsche und österreichische Fernsehpublikum votierte mit einer überwältigenden Mehrheit von 86,9 Prozent, die Schweizer zu 84 Prozent für einen Freispruch → tittelbach.tv. Anschließend setzte Frank Plasberg1) in der Talk-Show "hart, aber fair"1) die kontroverse Diskussion mit dem ehemaligen Verteidigungsminister (2005–2009) Franz-Josef Jung1), dem früheren Bundesinnenminister (1978–1982) und Rechtsanwalt Gerhart Baum1), der Regionalbischöfin Petra Bahr1) und dem ehemaligen Kampfjet-Flieger der Bundeswehr Thomas Wassmann darüber fort, ob in extremen Situationen Leben gegen Leben abgewogen werden darf. Im Vorfeld der Fernsehausstrahlung lief der Film "Terror – Ihr Urteil" am 14. Oktober 2016 deutschlandweit in knapp 100 ausgewählten Kinos → www.daserste.de.
Ab 21. Oktober 2016 (Premiere) wurde Klaußners schauspielerische Kunst am "Düsseldorfer Schauspielhaus"1) gefeiert, in der von Lore Stefanek1) inszenierten deutschsprachigen Erstaufführung der quantenphysikalischen Beziehungsstudie bzw. romantischen Screwball Comedy "Heisenberg" des auch in Deutschland vielfach ausgezeichneten zeitgenössischen britischen Dramatikers Simon Stephens1) war Caroline Peters1) seine Partnerin  → www.dhaus.de, www.nachtkritik.de. Michael-Georg Müller schrieb unter anderem am 26.10.2016 in "Kölner Stadt-Anzeiger": "Schauspiel Düsseldorf begeistert mit "Heisenberg". Wie sich zwei erstklassige, hoch dekorierte und durch TV und Kino bekannte Mimen diese schräge Geschichte zu eigen machen und demonstrieren, wie ein Theaterabend voller Leichtigkeit und seelischem Tiefgang mitreißen, die Zuschauer in Hochstimmung versetzen kann. Ein Schauspielerfest." Das Stück wurde am 4. und 5. Oktober 2017 im Rahmen eines Gastspiels auch beim "Hamburger Theater Festival"1) auf Kampnagel1) aufgeführt → www.hamburgertheaterfestival.de. Seit der Premiere am 17. Februar 2018 konnte man Klaußer am "Düsseldorfer Schauspielhaus" als jüdischen Wucherer Shylock in dem Shakespeare-Drama "Der Kaufmann von Venedig"1) bewundern; unter der Regie von Roger Vontobel1) gab Andreas Grothgar die Titelfigur. "Burghart Klaußner ist ein Herr, ein Bankier im dunklen Anzug, mit Seidenschal, teurer Armbanduhr und Siegelring. Äußerlich souverän, zieht er die Figur etwas in die Krümmung des Komikers, der im Slapstick die Hacken zusammenschlägt, als wollt' er sich einen Jux machen, der im Übermut vermeintlichen Triumphes die Beine wirft und den Rabbi Jacob mimt, der eine Wut im Bauch und ein paar ausholende Gesten parat hat. Dabei ist Klaußner – schmal der Mund, als wolle er sich Lippenbekenntnissen verweigern – sonst eher Minimalist und von evangelischer Lauterkeit." führt www.nachtkritik.de aus. Zu den positiven Pressestimmen zählte auch die FAZ, welche am 19.02.2018 schrieb: "Klaußners Shylock ist ein Bewegungskünstler, dessen Körper jene Anspannung ausdrückt, die seine Stimme zurückhält. Man hat große Sympathie mit diesem leichtfüßigen Außenseiter, versteht, dass er das Messer gegen seinen Widersacher zückt, und leidet mit, wenn ihm am Ende von der Scheinjustiz die Kippa höhnisch vom Kopf gerissen wird und er in gewaltigem Schrecken die Hände über dem schutzlosen Haupt zusammenschlägt. Klaußner spielt den Juden Shylock so, dass einem das Herz weich werden muss." Seit 18. September 2018 steht das Stück bis Ende Dezember 2018 erneut auf dem Spielplan.
In einer Co-Produktion des Wiener "Burgtheaters"1) mit den "Ruhrfestspielen"1) in Recklinghausen entstand die Inszenierung des Dürrenmatt-Klassikers "Der Besuch der alten Dame"1). Unter der Regie des scheidenden "Ruhrfestspiele"-Intendanten Frank Hoffmann1) interpretierte Maria Happel1) die Titelfigur der Milliardärin Claire Zachanassian, Klaußner den Alfred Ill, der Claire einst übel mitgespielt hatte. "Angesichts dieser moderaten, aber doch sehr deutlichen Aktualisierung des Stücks kommt Burghart Klaußners Ill eine faszinierende Rolle zu. Auf der einen Seite ahnt Klaußners "verschmierter Krämer", wie Friedrich Dürrenmatt seinen Held selbst charakterisiert hat, sehr früh, wo es hingeht. Auf der anderen fehlt ihm die Kraft, sich dem Offensichtlichen entgegenzustemmen. So wird er mit seinem Tod ein zweites Mal schuldig. Nachdem er einst seine Liebe für Geld verraten hat, verrät er nun die demokratische Ordnung Europas für die Ruhe, die ihm der Tod verspricht." kann man bei www.nachtkritik.de lesen. Und Martin Krumbholz1) meinte unter anderem in der "Süddeutsche Zeitung" (04.05.2018): "Happel und Klaußner glänzen in den Hauptrollen, mit gehöriger Schärfe die eine, mit diskretem Pathos der andere." → www.sueddeutsche.de. Premiere in Recklinghausen war am 3. Mai 2018, am 26. Mai 2018 folgte die Premiere am "Burgtheater", wo ab 8. September 2018 weitere Aufführungen gezeigt werden → www.burgtheater.at.
Seit Anfang/Mitte der 1980er Jahre übernimmt Burghart Klaußner vermehrt Aufgaben für den Film und gehört inzwischen zu den populären Darstellern sowohl auf der Leinwand als auch dem Bildschirm. 1987 wurde er mit seiner Rolle des jungen Engländer Davies, der mit seinem Freund Carruthers (Peter Sattmann) in dem mehrteiligen Spionage-Thriller "Das Rätsel der Sandbank" in einen Strudel mysteriöser Ereignisse gerät, schlagartig zum Publikumsliebling. Neben wiederholten Gast-Auftritten in erfolgreichen Krimi-Reihen wie "Peter Strohm", "Wolffs Revier" oder "Tatort", bleibt Klaußner auch mit der Figur des Kriminaldirektors Dr. Siegbert Heimeran in dem Quotenrenner "Adelheid und ihre Mörder"1) in nachhaltiger Erinnerung, eine prägnante Nebenrolle, die er ab 1993 durchgehend in den Staffeln 1 – 3 (bis 2001) köstlich verkörperte; danach ließ er sich von Ferdinand Dünnwald alias Hans-Peter Korff ablösen, wohl um nicht auf ein Rollenklischee festgelegt zu werden.
1994 beeindruckte er als Politiker Björn Engholm1) in Heinrich Breloers1) Dokumentarspiel "Einmal Macht und zurück – Engholms Fall", Urs Odermatt1) besetzte ihn zusammen mit Suzanne von Borsody1) und Nadja Uhl1) in dem Melodram "Zerrissene Herzen" (1996) wunschliste.de.
  

Foto mit freundlicher Genehmigung von Alex Trebus (www.alextrebus.com)
sowie der Agentur ABOVE THE LINE
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Burghart Klaußner 01; Copyright Alex Trebus
Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem die Krimis "Das Böse" (1997), "Urlaub auf Leben und Tod – Eine Familie hält zusammen"2) (1999), "Der Blonde Affe"2) (1999, mit Jürgen Prochnow) sowie die Komödie "Durch dick und dünn" (2001). Zu Klaußners jüngeren TV-Arbeiten zählen Thorsten Näters Thriller "Mit dem Rücken zur Wand"2) (2002), Thomas Schadts biografisches Dokumentarspiel "Carola Stern – Doppelleben"2) (2004) sowie die Krimis "Tod im See"1) (2005) und "Der Tod kommt zurück" (2006; → tittelbach.tv) aus der ZDF-Reihe "Solo für Schwarz"1) mit Barbara Rudnik als Polizeipsychologin Hannah Schwarz. Regelmäßige Auftritte in anderen populären Krimi-Reihen zählen nach wie vor zu Klaußners Bildschirmpräsenz, so agierte er beispielsweise bei "Wilsberg", beim "Tatort" oder beim "Polizeiruf 110". Soeben hatte er für Regisseur Urs Egger das packende TV-Drama "An die Grenze"2) (2007) abgedreht und mit der Rolle des Professor Karow bzw. eines dominanten Vaters überzeugen können.
Burghart Klaußner 02; Copyright Alex Trebus Anfang Juli 2007 kam das von Jobst Christian Oetzmann inszenierte, intensive kammerspielartige Drama "Der Novembermann"1) auf den Bildschirm; bereits zwei Jahre zuvor war es Hörspiel fertiggestellt und ausgestrahlt worden. In dieser packenden, ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte, mit Götz George in der Titelrolle, spielte Klaußner den Pfarrer Herrmann Drömer, der seine Frau Lena (Barbara Auer) wie jedes Jahr in den Urlaub verabschiedet. Wenig später kommt Lena bei einem Busunfall ums Leben. Bald stößt Drömer auf die traurige Wahrheit, dass seine Frau seit Jahren ein Doppelleben führte und eine intensive Liebesbeziehung mit dem blinden Klavierlehrer Henry (Götz George) auslebte. Drömer reist nach Norden und sucht die Bekanntschaft des Liebhabers seiner Frau, stürzt in seelische Konflikte …  Klaußner, der für Figuren prädestiniert scheint, deren innere Zerrissenheit und Seelennot man an Mimik und dem verhaltenen Spiel am Besten erkennen kann, erfüllte auch diese Aufgabe mit Bravour, zeigte eindrucksvoll die Bandbreite zwischen Resignation und Aggression, zwischen Trauer und Rachelust.
 
 
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Zu den in den letzten Jahren zugunsten einer umfangreichen Kinopräsenz eher seltener gewordenen TV-Auftritten zählt die spannende "Polizeiruf 110"-Jubiläumsfolge "Die verlorene Tochter"1) (EA: 26.06.2011) mit der Figur des renommierten Astrophysikers Professors Ulrich Oppmann, der in den Fall um ein verschwundenes Kind involviert ist. Hartmut Schoens Drama "In den besten Jahren"1), eine Geschichte um Schuld und Sühne bzw. Opfer von Gewaltverbrechen mit Senta Berger in der weiblichen Hauptrolle der traumatisierten Polizisten-Witwe Erika Welves, war fertiggestellt. Die mit Stars wie Matthias Brandt1), Manfred Zapatka, Burghart Klaußner und Ellen Schwiers in Nebenrollen hochkarätig besetzte WDR-Produktion feierte seine Premiere beim "22. Festival für Deutsche Filme" in Lünen (10.–13.11.2011), zur Ausstrahlung kam der bewegende Film am 14. Dezember 2011. Klaußner zeigte sich in einer kurzen Sequenz als der pensionierte Bundesanwalt Friedrich Gehlmann, DER SPIEGEL (Christian Buß, 13.12.2011) notierte unter anderem: "In den besten Jahren" überzeugt als Drama über eine Polizistenwitwe, die noch heute überall RAF-Mörder sieht. Nicht nur dank Senta Berger ein großes Schauspieler-Stück, in dem der Deutsche Herbst bedrohlich in die Gegenwart wabert.
Wie die Medien schon früh berichteten, gehörte Klaußner zur Schauspieler-Riege von Oliver Berbens (Produzent) und Uli Edels (Regisseur) vielbeachteten Geschichte um das Berliner Luxushotel "Adlon"1). In der unter anderem mit Heino Ferch1) (Louis Adlon1)), Marie Bäumer1) (Hedda Adlon, Gattin von Louis), Tom Schilling1) (Louis Adlon jr.) und Ken Duken1) (Journalist Julian Zimmermann) hochkarätig besetzten, aufwendigen ZDF-Produktion mit dem Titel "Das Adlon. Eine Familiensaga"1) verkörperte Klaußner den "Adlon"-Gründer Lorenz Adlon1) (1849 – 1921). Die Dreharbeiten begannen im Juni 2012, zur Ausstrahlung gelangte die dreiteilige TV-Saga ab 6. Januar 2013 und behandelte in Teil 1 die Jahre 1904 bis 1919, in Teil 2 (EA: 07.01.2013) die Zeit zwischen 1920 und 1933, Teil 3 (EA: 09.01.2013) schlug einen Bogen bis zum Jahre 1997 und der Wiedereröffnung der legendären Nobelherberge. Verwoben werden historische Fakten um die Familie Adlon mit der fiktiven Familie Schadt, gespielt von Thomas Thieme als wohlhabender Unternehmer und "Adlon"-Geldgeber Gustaf Schadt, Sunnyi Melles1) als dessen Ehefrau Ottilie, Anja Kling1) als Tochter Alma und Josefine Preuß1) als Enkelin Sonja → www.presseportal.de und tittelbach.tv.
Weiterhin wirkte Klaußner in dem von von SWR-Autor Joachim A. Lang in Szene gesetzten Doku-Drama "George"1)  über den Schauspieler Heinrich George (1893 – 1946) mit. Der Film setzte sich aus Interviews, Spielszenen und Ausschnitten aus Archivaufnahmen zusammensetzen. In den Spielszenen verkörperte Sohn Götz George seinen Vater, äußerte sich zudem, ebenso wie Bruder Jan, auch in Einspielern als Zeitzeuge. Burghart Klaußner gab den Pianisten Helmut Maurer, Heinrich Georges Mithäftling im sowjetischen Gefangenenlager Hohenschönhausen, die anderen Rollen waren ebenfalls prominent besetzt: So stellte unter anderem Martin Wuttke1) den NS-Propagandaminister Joseph Goebbels1) dar, Muriel Baumeister1) Georges Ehefrau Berta Drews, Thomas Thieme den Schauspieler Paul Wegener und Hanns Zischler den Maler Max Beckmann1). Nach der Uraufführung (21.06.2013) beim "Festival des deutschen Films" sowie der Präsentation (02.07.2013) im Berliner Kino "Babylon" gelangte der vielbeachtete Film am 22. Juli 2013 erstmals bei ARTE und zwei Tage später in der ARD zur Ausstrahlung → www.presseportal.de.
Der von Friedemann Fromm1) in Szene gesetzte, vielbeachtete und hochkarätig besetzte Mehrteiler "Die Stadt und die Macht"1) wurde an drei Abenden (12./13./14.01.2016) in der ARD ausgestrahlt und ist eine Mischung aus Politthriller und Familiendrama, angesiedelt in der deutschen Hauptstadt Berlin. In dieser fiktiven Geschichte mit Anna Loos1) als engagierter Rechtsanwältin Susanne Kröhmer und Thomas Thieme als deren dominant-rücksichtslosem Vater Karl-Heinz Kröhmer, mächtiger, konservativer Fraktionsführer im Berliner Abgeordnetenhaus, zeigte sich Klaußner als Regierender Bürgermeister Manfred Degenhardt, gegen den Susanne Kröhmer im Wahlkampf als Spitzenkandidatin antritt. Wie sein alter Kumpel "KK" Kröhmer ist auch der von Klaußner mit Bravour dargestellte charismatische Degenhardt ein ausgewiesener Machtmensch, der alle Mittel einsetzt, um die Wahl zu gewinnen → www.presseportal.de, tittelbach.tv.
Der sehenswerte und hervorragend gespielte Film "Die letzte Reise" (EA: 02.10.2017) von Regisseur Florian Baxmeyer1) und Drehbuchautor Thorsten Näter1) beschäftigt sich mit dem kontrovers diskutierten bzw. umstrittenen Thema des selbstbestimmten Sterbens. im Mittelpunkt steht die von Christiane Hörbiger dargestellte pensionierte Lehrerin und leidenschaftliche Malerin Katharina Krohn, welche zunehmend unter Krankheiten und körperlichen Gebrechen leidet und bald zum Pflegefall werden wird. So plant sie, mit Unterstützung eines Schweizer Sterbehilfevereins sich selbst zu töten, was ihre Töchter Maren (Nina Kronjäger1)) und Heike (Suzanne von Borsody1)) unbedingt verhindern wollen. Klaußner trat hier als der Schweizer Arzt Jean Jovet in Erscheinung, der Katharina zwar begleitet, die Sterbewillige jedoch von ihrem Vorhaben abbringen will bzw. ihr die Schönheit des Lebens vor Augen führt → www.tittelbach.tv.
Bei der Online-Streaming-Plattform Netflix1) lief seit November 2016 (Staffel 1) recht erfolgreich die britische, opulent ausgestattete Serie "The Crown"1), die sich dem Leben der britischen Königin Elisabeth II.1), gespielt von Claire Foy1), und damit auch ihres Gatten Prinz Philip1) (Matt Smith1)) widmet. Am 8. Dezember 2017 startete die 2. Staffel, bei der auch Klaußner zur internationalen Besetzung zählte. In der Episode "Paterfamilias" mimte er den deutschen Politiker und Pädagogen Kurt Hahn1), Gründer und Leiter der Internats-Schule Schloss Salem1) bzw. der "British Salem School" in Gordonstoun1), die von Prinz Philip und Prinz Charles1) besucht wurden.
Laut WDR-Information (→ www.wdr.de) begannen im Mai 2017 die Dreharbeiten zu einem Zweiteiler über das Leben und Werk des Dramatikers Bertolt Brecht1) (1898 – 1956). Kein Geringerer als Spezialist Heinrich Breloer1), der unter anderem bereits 2001 mit dem preisgekrönten Dreiteiler "Die Manns – Ein Jahrhundertroman"1) Fernsehgeschichte schrieb und auch international für Aufmerksamkeit sorgte, dreht dieses Doku-Drama mit Burghart Klaußner als Brecht und Adele Neuhauser1) als dessen Ehefrau und häufige Hauptdarstellerin Helene Weigel – man darf gespannt sein.

Sein Leinwanddebüt gab der Schauspieler 1983 unter der Regie von Dietrich Schubert in dessen erstem Spielfilm "Ziemlich weit weg", zahlreiche weitere ambitionierte Kinoproduktionen sollten folgen. Nach interessanten Aufgaben in Filmen wie Helke Sanders "Der Beginn aller Schrecken ist Liebe"3) (1984), Hermine Huntgeburths "Im Kreis der Lieben"3) (1991), Wolfgang Beckers "Kinderspiele"1) (1992) und Thomas Mitscherlichs Doku-Spiel "Die Denunziantin"1) (1993) besetzte ihn Charles Matton in dem französischen Kriegsdrama "La Lumière des étoiles mortes" (1994, Das Licht der erloschenen Sterne). Wenig später stand er für Joseph Vilsmaiers Literaturadaption "Und keiner weint mir nach"1) (1996) nach dem gleichnamigen Roman von Siegfried Sommer1) vor der Kamera, im gleichen Jahr agierte er in Sönke Wortmanns Hera Lind-Adaption "Das Superweib"1) (1996). Nur ein Jahr später tauchte er in Helmut Dietls Kassenschlager "Rossini"1) (1997) auf, es folgte Hans-Christian Schmids Thriller "23 – Nichts ist so wie es scheint"1) (1998) und dessen Geschichte "Crazy"1) (2000), eine Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Bestsellers1) des damals 16-jährigen Benjamin Lebert1), sowie Wolfgang Beckers preisgekrönter Blockbuster "Good Bye Lenin!"1) (2003), in dem der Charakterdarsteller den Vater von Alexander (Daniel Brühl1)) verkörperte. Für seine darstellerische Leistung als Entführungsopfer bzw. reicher Manager Justus Hardenberg in Hans Weingartners sozialkritischem Portrait "Die fetten Jahre sind vorbei"1) (2004) wurde Burghart Klaußner 2005 mit dem "Deutschen Filmpreis"1) in der Kategorie "Beste männliche Nebenrolle" ausgezeichnet. 
Zum weiteren Filmhöhepunkt mit Klaußner geriet die Titelrolle in "Der Mann von der Botschaft"3) (2006) des georgischen Drehbuchautors und Regisseurs  Dito Tsintsadze1), der die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem deutschen Botschaftsmitarbeiter und einem 12-jährigen Flüchtlingsmädchen (Lika Martinova) erzählt. Für seine schauspielerische Leistung erhielt Klaußner beim "Locarno Festival"1) den "Goldenen Leoparden"1) als "Bester Darsteller". 

In Carsten Strauchs Streifen "Die Aufschneider"1) (2007), einem Mix aus Comedy und Satire, mimte er den Chef einer etwas heruntergekommenen Klinik Professor Udo Keller, in Hans-Christian Schmids Exorzismus-Drama "Requiem"1) (2006), der Geschichte einer jungen Frau zerrissen zwischen Familie, Glaube und Krankheit, gab er den nett-hilflosen Vater der Studentin Michaela (Sandra Hüller1)), die von Epilepsieanfällen und Wahnvorstellungen gequält wird. Christian Petzolds Spielfilm "Yella"1)  (2007) mit Titelheldin Nina Hoss1) kam im September 2007 in die Kinos und Klaußner präsentierte sich  hier als Dr. Gunthen.
 

Burghart Klaußner anlässlich der Eröffnung der "Berlinale 2008"
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
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Burghart Klaußner während der Eröffnung der Berlinale 2008;  Copyright Bodo Petermann, BP PHOTO
In Michael Kliers "Alter und Schönheit"1) (Kinostart 08..01.2009) überzeugt er an der Seite von Peter Lohmeyer1), Henry Hübchen und Armin Rohde1), thematisiert wird die tragikomische Freundschaft von vier Männern in den besten Jahren, die über Liebe, Freundschaft und Tod endlich weiser werden und damit zu sich selbst finden. Auch in dem preisgekrönten Kinofilm "Der Vorleser"1) (2008, The Reader), inszeniert von Regisseur Stephen Daldry nach dem 1995 erschienenen, gleichnamigen Roman von Bernhard Schlink1), war Klaußner mit dem kleinen Part eines Richters zu sehen. Fast ausschließlich in Deutschland mit Stars wie Kate Winslet1) und Ralph Fiennes1) gedreht, startete der Film am 10. Dezember 2008 in den US-amerikanischen Kinos, in Deutschland lief er seit dem 26. Februar 2009. Gerade abgedreht hatte Klaußner Dito Tsintsadzes neuen Film "Mediator", mit dem ein Mord aus der Perspektive verschiedener Personen aufzeigt bzw. ein psychologisches Porträt der Charaktere um den Mordfall herum entwickelt wird.
 
Fertiggestellt war inzwischen das Drama "Das Weiße Band"1)  mit dem Untertitel "Eine deutsche Kindergeschichte" des österreichischen Regisseurs Michael Haneke1). Der prominent besetzten Film –  unter anderem mit Ulrich Tukur1), Burkhart Klaußner und Susanne Lothar – spielt am Vorabend des Ersten Weltkriegs 1913/14 in einem Dorf im protestantischen Norden Deutschlands und erzählt die Geschichte des vom Dorflehrer (Christian Friedel1)) geleiteten Schul- und Kirchenchors, der kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien wie dem Gutsherrn (Ulrich Tukur), dem Pfarrer (Burghart Klaußner), dem Gutsverwalter (Josef Bierbichler), einer Hebamme (Susanne Lothar), einem Arzt (Rainer Bock1)) und einiger Bauern. Dann passieren seltsame Unfälle, die nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen annehmen. Wer steckt dahinter?
Der sadistisch-sittenstrenge protestantische Dorfpfarrer war für Klaußner, der vor allem in komplexen Psychogrammen seine darstellerische Kraft entfalten konnte, eine Paraderolle. Der Film nahm im Mai 2009 am offiziellen Wettbewerb der "62. Internationalen Filmfestspiele"1) im französischen Cannes teil und feierte damit seine Weltpremiere. Hanekes Sozialstudie über eine autoritäre Gesellschaft, deren Kinder sich 20 Jahre später begeistert in den Nationalsozialismus stürzen werden, wurde in Cannes mit der "Goldenen Palme"1) ausgezeichnet. Einen weiteren Preis konnte Michael Haneke mit dem "Grand Prix de la FIPRESCI"1) für den "Besten Film des Jahres" entgegennehmen, jährlich verliehen von der internationalen Filmkritiker- und Filmjournalisten-Vereinigung "FIPRESCI"1). Am 26. August 2009 wählte die Organisation "German Films" die Produktion "Das weiße Band" als offiziellen deutschen Bewerber für eine Oscar-Nominierung1) in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" aus; dass er nominiert wurde, gab die Academy am 2. Februar 2010 in Los Angeles bekannt. Am 15. Oktober 2009 kam die Produktion in die deutschen Kinos, anschließend wurde an "The White Ribbon" für den amerikanischen Verleih gearbeitet.
Am 12. Dezember 2009 ging der "Europäische Filmpreis"1) an "Das weiße Band" in den Kategorien "Bester europäischer Film", "Beste Regie" und "Bestes Drehbuch".  Knapp einen Monat später – am 17. Januar 2010 – gehörte die deutsch-österreichische Produktion zu den Gewinnern des "Golden Globe Award"1) in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film". Die jährlich in Hollywood verliehenen "Golden Globes" sind eine der wichtigsten Preisverleihungen in der Filmbranche und galten als Barometer für die Oscar-Verleihung am 7. März 2010.
Am 15. Februar 2010 kamen weitere Preise für den herausragenden Film hinzu. Bei der "Cinema for Peace"-Verleihung1) im Berliner "Konzerthaus am Gendarmenmarkt" nahmen Produzent Stefan Arndt1) und Schauspieler Burghart Klaußner stellvertretend für das Filmteam den "Cinema for Peace-Award" als "wertvollsten Film des Jahres" ("Most Valuable Film of the Year") entgegen. Am gleichen Abend wurde in Berlin im Rahmen der "Berlinale" der "Preis der deutschen Filmkritik"1) verliehen: "Das weiße Band" konnte in allen vier nominierten Kategorien Preise abräumen: Neben der Auszeichnung als "Bester Spielfilm" sowie das "Beste Drehbuch" gewann Christian Berger1) den Preis für die "Beste Kamera" und Burghart Klaußner wurde als "Bester Darsteller" ausgezeichnet.

Burghart Klaußner anlässlich der "Cinema for Peace"-Verleihung
im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt (15.02.2010)
 Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)

Burghart Klaußner anlässlich der "Cinema for Peace"-Verleihung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt (15.02.2010); Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/Copyright Christian Behring
Michael Hanekes Film "Das weiße Band" gelingen Bilder, die im Kopf bleiben. Und sie sind schwarz-weiß. "Schwierigkeiten, die Bilder zu glauben", bereiteten ihm Farbfilme über historische Themen, sagt der Regisseur: "Mein Bildgedächtnis ist schwarz-weiß, anders kann ich es mir nicht vorstellen." Seine Bilder scheinen in der Tradition des schwedischen Meisterregisseurs und Pfarrersohns Ingmar Bergmann zu stehen. Ähnlich kraftvoll und scharf sind sie. Hanekes Film ist ein Panoptikum abgründiger Miniaturen – und "das weiße Band" des Titels steht dabei für die schwarze Pädagogik eines evangelischen Pfarrers. (Quelle: www.sonntagsblatt-bayern.de)
Als dann am 23. April 2010 im Rahmen einer festlichen Gala im Berliner "Friedrichstadt-Palast" die "Lolas"1) für den "Deutschen Film" vergeben wurden, gab es einen herausragenden Gewinner, Michael Hanekes "Das weiße Band" konnte zehn der begehrten Trophäen erringen: Erneut war sich die Jury einig, dass Burkhart Klaußners Leistung mit einer "Lola" für die "Beste männliche Hauptrolle" gewürdigt werden musste, der Film selbst erhielt die "Lola in Gold" (Bester Spielfilm, Bestes Drehbuch, Beste Regie); weitere "Lolas" gingen an Maria-Victoria Dragus1) für die "Beste weibliche Nebenrolle", Christian Berger (Beste Kamera/Bildgestaltung), Christoph Kanter (Bestes Szenenbild), Moidele Bickel1) (Bestes Kostümbild), Waldemar Pokromski und Anette Keiser (Bestes Maskenbild) sowie an Guillaume Sciama und Jean-Pierre Lafore (Beste Tongestaltung) → weitere Auszeichnungen und Nominierungen bei Wikipedia.
 
In Baran Bo Odars Langfilmdebüt "Das letzte Schweigen"1) nach dem gleichnamigen Krimi von Jan Costin Wagner1) übernahm Klaußner die Rolle des pensionierten Kriminalkommissars Krischan Mittich. Erzählt wird das Verschwinden des 13-jährigen Mädchens Sinikka, wodurch eine deutsche Kleinstadt in Aufruhr versetzt wird; Kinostart war der 19. August 2010. Am 14. Oktober 2010 kam mit "Goethe!"1) ein romantisches Drama von Regisseur Philipp Stölzl über den jungen Dichter Johann Wolfgang von Goethe1) in die Kinos, in dem Klaußner, neben Alexander Fehling1) als dem Dichterfürsten und Moritz Bleibtreu1) als Goethes Nebenbuhler Gerichtsrat Kestner1), den Vater der jungen Charlotte Buff1) (Miriam Stein1)) spielte, in die sich der spätere Geheimrat Goethe in Wetzlar verliebt. Deutschlandweiten Kinostart feierte am 24. Februar 2011 Sebastian Groblers "Der ganz große Traum"1), mit dem der Regisseur an den deutschen Lehrer Konrad Koch1) (1846 – 1911) erinnert, der 1874 den Fußball in Deutschland einführte bzw. populär machte: Angelehnt an wahre Begebenheiten, verkörpert Daniel Brühl den "Wegbereiter der Spielbewegung im deutschsprachigen Raum und grundlegender Theoretiker des Schulsports in Deutschland"4), Klaußner gibt den Gustav Merfeld, reformfreudiger Schuldirektor des alt-ehrwürdigen Braunschweiger Gymnasiums "Martino-Katharineum", an dem Koch als Lehrer eingestellt wird und seine Schüler für die neue Sportart begeistert. Im Gegensatz zum streng-konservativen Lehrerkollegium unterstützt Merfeld die von den Zeitgenossen als "englische Krankheit" abqualifizierte Leibesertüchtigung und gerät damit zunehmend in einen Konflikt.
Burghart Klaußner am 10. Februar 2012 anlässlich der ARD/Degeto "Blue Hour Party" (Berlinale 2012); Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia Erwähnt werden sollte auch die mit szenischen Darstellungen durchsetzte Dokumentation "Aghet – Ein Völkermord"1), mit der Regisseur Eric Friedler den Völkermord an den Armeniern1) aufzeigt. Diese entstand 2009 nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen und erhielt 2010 den "Deutschen Fernsehpreis"1) in der Kategorie "Beste Dokumentation". Neben anderen renommierten Schauspielern verkörperte Burghart Klaußner den zwischen 1915 und 1917 in Urfa1) tätigen Schweizer Diakon und Katastrophenhelfer Jakob Künzler1) (1871 – 1949).
 
Klaußner stand für die niederländisch-britische Kinoproduktion "Nono, het Zigzag Kind" von Regisseur Vincent Bal (Kinostart Niederlande: 03.10.2012) sowie Dito Tsintsadzes düsteres Drama "Invasion"1) (Kinostart Deutschland: 28. 02.2013) vor der Kamera. In "Invasion" spielte Klaußner nach "Der Mann von der Botschaft" und "Mediator" für den georgischen Tsintsadze erneut eine Hauptrolle und zeigte sich als der um seine verstorbene Frau trauernde Josef, der in seiner Villa angebliche Verwandten aufnimmt, um Trost zu finden. Als Richter Prado gehörte Klaußner zur Besetzung der Kino-Produktionen "Nachtzug nach Lissabon"1) (Night Train to Lisbon) von Regisseur Bille August nach dem gleichnamigen Bestseller1) von Pascal Mercier, die am 7. März 2013 in Deutschland in die Kinos kam.
 
 
Burghart Klaußner am 10. Februar 2012 anlässlich der
ARD/Degeto "Blue Hour Party" ("Berlinale 2012")
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia
Am 11. Februar 2014 wurde bei den "64. Internationalen Filmfestspielen Berlin"1) ("Berlinale") Feo Aladags beklemmendes Kriegsdrama "Zwischen Welten"1) uraufgeführt, das den Bundeswehreinsatz in Afghanistan thematisiert und in dem sich Klaußner neben den Hauptdarstellern Ronald Zehrfeld1) und Mohsin Ahmady als Oberst Haar präsentierte; allgemeiner Kinostart war der 27. März 2014 → www.zwischenwelten-film.de. Auch Volker Schlöndorffs Film "Diplomatie"1) nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Cyril Gély wurde am 12. Februar 2014 anlässlich der "Berlinale" erstmals dem Publikum vorgestellt; allgemeiner Kinostart war der 28. August 2014. "Das historische Drama dreht sich um die Geschehnisse des 25. August 1944, dem Tag, an dem der deutsche Stadtkommandant von Paris, General Dietrich von Choltitz, nach anfänglichem Widerstand gegen die vorrückende Zweite Französische Panzerdivision kapitulierte. Er verweigerte damit den Befehl Hitlers, Paris zu verteidigen und nötigenfalls die bereits verminte Stadt in Schutt und Asche zu legen." kann man auf der Webseite von Volker Schlöndorff lesen. In der deutsch-französischen Produktion verkörpert Klaußner den Hauptmann Werner Ebernach an der Seite der Protagonisten, dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling1) (André Dussollier1)) und dessen Widersacher, dem Deutschen General Dietrich von Choltitz1) (Niels Arestrup1)). www.berlinale.de notiert unter anderem: "Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Cyril Gély inszeniert Volker Schlöndorff ein psychologisch ausgefeiltes Duell der Worte zwischen zwei völlig verschiedenen Charakteren. Während sich Choltitz hinter dem unbedingten Gehorsam des Militärs verschanzt, setzt Nordling alles daran, die sinnlose Zerstörung von Paris mit einem Appell an Vernunft und Humanität zu verhindern. Dabei changiert das filmische Kammerspiel zwischen Realität und Fiktion, denn das geschilderte Treffen der beiden Männer hat in dieser Form nie stattgefunden.".
In Oliver Hirschbiegels1) Biopic mit dem Titel "Elser – Er hätte die Welt verändert"1) um die Geschichte des (verhinderten) Hitler-Attentäters und Widerstandskämpfers Georg Elser1) (1903 – 1945) stand Klaußner ebenfalls mit einer prägnanten Rolle auf der Besetzungsliste. Die Titelfigur wurde von Christian Friedel1), der auch schon als Lehrer in in Hanekes "Das weiße Band" zu sehen war, verkörpert, Katharina Schüttler1) spielte Elsers Lebensgefährtin Elsa Härle, Klaußner den Reichskriminaldirektor Arthur Nebe1) (1894 – 1945). Die erste Klappe fiel Ende Juni 2014 in München, weiterhin wurde in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Südtirol gedreht. Seine Weltpremiere feierte der Film am 12. Februar 2015 auf der "Berlinale", wo er im Wettbewerb (außer Konkurrenz) lief; allgemeiner Kinostart war der 9. April 2015 → www.welt.de. Bereits bei der Verleihung der "Bayrischen Filmpreise"1) am 16. Januar 2015 im Münchener "Prinzregententheater" erhielt das Drama den Preis in der Kategorie ""Beste Produktion". Georg Elsers, 1928 geborener Neffe Franz Hirth überreichte die Auszeichnung an die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer. "Ein sorgfältig recherchiertes und brillant geschriebenes Drehbuch von Fred1) und Léonie-Claire Breinersdorfer1), ein in jeder Nuance überzeugender Hauptdarsteller Christian Friedel und eine meisterhafte Regie von Oliver Hirschbiegel" hieß: es in der Begründung der Jury.
 
Zudem war Hollywood auf den deutschen Charaktermimen aufmerksam geworden – Oscar-Preisträger Steven Spielberg1) engagierte Klaußner für seinen Agenten-Thriller "Bridge of Spies"1), wie die Presse Anfang Oktober 2014 berichtete; gedreht wurde im November auch in den "Babelsberger Filmstudios" in Potsdam. In dem Politthriller, der zur Zeit des Kalten Krieges in Berlin und Moskau der 1960er Jahre spielt, übernahm der Schauspieler neben Protagonist Tom Hanks1) die Gastrolle eines hochrangigen DDR-Rechtsanwaltes bzw. Stasi-Agenten namens Harald Ott. Die berühmte "Glienicker Brücke"1) wurde zur Filmkulisse, Spielberg setzte die Hintergründe des legendären Agentenaustausches zwischen dem CIA-Spion bzw. Airforce-Piloten Francis Gary Powers1) und dem KGB-Agenten Rudolf Iwanowitsch Abel1) am Morgen des 10. Februar 1962 in Szene. Tom Hanks verkörperte den US-amerikanischen Juristen und Navy-Offizier James B. Donovan1), der als Unterhändler der Vereinigten Staaten für den Austausch der Top-Spione zuständig war; die Produktion ging am 26. November 2015 in Deutschland unter dem Titel "Bridge of Spies – Der Unterhändler"1) an den allgemeinen Kinostart → siehe auch die Pressemitteilung vom 06.10.2014 bei www.berlin.de sowie www.fox.de.
Zuvor ging am 1. Oktober 2015 eine weitere Kinoproduktion mit Klaußner an den Start, in der er dann einmal mehr eine Hauptrolle spielt: In Lars Kraumes Spielfilm mit dem Titel "Der Staat gegen Fritz Bauer"1) über das Leben und Wirken des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer1) verkörperte er diesen jüdischen Mann, der Ende der 1950er Jahre einen maßgeblichen Anteil bei der NS-Verbrechensaufklärung hatte bzw. am Zustandekommen der Frankfurter Auschwitzprozesse beteiligt war. In weiteren Rollen sieht man in diesem filmischen Porträt unter anderem Ronald Zehrfeld1) als jungen Staatsanwalt Karl Angermann, Michael Schenk1) als SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann1), Jörg Schüttauf1) als BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt, Götz Schubert1) als hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn1) und Robert Atzorn als Vater von Karl Angermanns Ehefrau Charlotte (Cornelia Gröschel1)). Weltpremiere feierte die Koproduktion von WDR, HR und ARTE bei dem "Locarno Festival"1) (05. – 15.08.2015) und wurde am 15. August 2015 mit dem begehrten "Publikumspreis" ("Prix du Public") ausgezeichnet. Die Kritik würdigte fast ausnahmslos Klaußners bravouröses, nuancenreiches Spiel, so schrieb unter anderem "DIE WELT": "Burghart Klaußner spielt den deutschen Juristen Fritz Bauer, als wäre er sein verspäteter Zwillingsbruder. Eine geradezu beängstigend echte Kopie. (…) Bis ins letzte physiognomische Detail und in die Feinheiten der schwäbischen Sprachfärbung nähert sich Klaußner seiner Figur an, einem von Tabakrauch und scharfem Rasierwasser umwölkten einsamen Mann, der seine Homosexualität nicht auslebt und einen nicht gesundheitsfördernden Umgang mit Schlafmitteln und Alkohol pflegt." Peter Zander schrieb im "Hamburger Anendblatt": "Burghart Klaußner in dieser Rolle zu erleben, wie er seine eigenen Neigungen unterdrückt, um sich nicht angreifbar zu machen, wie er Hasspost bekommt und sich von allen isoliert fühlt, dennoch nie aufgibt, nie klein beigibt, das ist großes Schauspiel.". Für Oliver Kaever ("DIE ZEIT") lieferte Klaußner in diesem Film eine "wahrhaft oscarreife Leistung" ab → www.zeit.de, für Jan Schulz-Ojala ("DER TAGESSPIEGEL") ist Lars Kraumes Film "ein Meisterstück mit einem brillanten Burghart Klaußner". Anlässlich der 66. Verleihung des "Deutschen Filmpreises 2016"1) ("Lola") am 27. Mai 2016 im Berliner "Palais am Funkturm" räumte der Politthriller richtig ab und wurde mit sechs "Lolas" ausgezeichnet: Er erhielt einen "Filmpreis in Gold" in der "Königsdisziplin" "Bester Spielfilm", weitere "Lolas" gingen an Lars Kraume1) ("Beste Regie), Ronald Zehrfeld1) (Beste männliche Nebenrolle"), Lars Kraume/Olivier Guez ("Bestes Drehbuch"), Cora Pratz ("Bestes Szenenbild") und Esther Walz ("Bestes Kostümbild"). Hauptdarsteller Klaußer war für die "Beste männliche Hauptrolle" nominiert, unterlag jedoch seinem Mitkonkurrenten Peter Kurth1) in der Milieu- und Charakterstudie "Herbert". Klaußners exzellente darstellerische Leistung wurde dann am 30. Juni 2016 im Münchner "Cuvilliés-Theater" vom "Bernhard Wicki-Gedächtnisfonds" mit dem "Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke"1) in der Kategorie "Schauspielerpreis" gewürdigt. "Spielen bedeutet für Burkhard, sich zu reiben – am Stoff, an der Figur, auch am Regisseur, was herrlich ist, weil es der Wahrheitsfindung dient", sagte der Regisseur Oliver Hirschbiegel ("Elser – Er hätte die Welt verändert") in seiner Laudatio. Die Jury lobte die Präsenz und Ausdrucksstärke des 66-Jährigen, seine Rollen prägten sich unauslöschlich in das Gedächtnis der Zuschauer ein." (Quelle: www.3sat.de) → Übersicht der Auszeichnungen bei Wikipedia
 
Der Charaktermime stand als Kuriositätenkabinett-Besitzer Johannes Joachim für die norwegische Produktion "L
øvekvinnen"3) (2016, Das Löwenmädchen) vor der Kinokamera, gedreht nach dem preisgekrönten, gleichnamigen Roman5) von Erik Fosnes Hansen1); Kinostart war der 1. Dezember 2016. Fertiggestellt war Tini Tüllmanns erster Langfilm bzw. der Psychothriller "Freddy Eddy"3) über einem Mann in einer schweren Lebenskrise, dessen imaginärer Freund aus Kindertagen plötzlich wieder auftaucht. Klaußner zeigte sich hier neben den Protagonisten Felix Schäfer und Jessica Schwarz1) mit der Rolle des Dr. Weiss; vorgestellt wurde der Streifen am 26. Oktober 2016 im Rahmen der "Hofer Filmtage". Als DDR-Volksbildungsminister Fritz Lange1) sah man Klaußner in dem einmal mehr von Lars Kraume in Szene gesetzten, nach wahren Begebenheiten realisierten Historien-Drama "Das schweigende Klassenzimmer"1). Die Weltpremiere der Kino-Koproduktion mit dem ZDF erfolgte am 20. Februar 2018 bei der "68. Berlinale"1) in der Sektion "Berlinale Special", Deutschlandweiter Kinostart war der 1. März 2018. Erzählt wird die Geschichte der beiden Abiturienten Theo Lemke (Leonard Scheicher1)) und Kurt Wächter (Tom Gramenz1)), die im Herbst 1956 gemeinsam mit ihren Mitschülern Lena, Paul und Erik während des Unterrichts mit einer Schweigeminute gegen die blutige Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes1) still revoltieren bzw. sich mit den Opfern solidarisieren und somit in das Visier der DDR-Behörden geraten → Übersicht Filmografie.
Nicht nur als exzellenter Charakterschauspieler hat sich der vielfach ausgezeichnete Burghart Klaußner einen Namen gemacht, auch als Interpret der Chansons von Charles Trenet1) ist er erfolgreich. Gemeinsam mit seiner Swing-Band präsentiert er während einer Tournee das Programm "Je Chante – Burghart Klaußner swingt Charles Trenet", welches inzwischen auch auf CD erschienen ist. Wer kennt nicht das Lied "La Mer"1), das den Franzosen Charles Trenet zu einem Weltstar werden ließ? Burghart Klaußner entführt mit seiner Band das Publikum in die Welt der Liebe, der Heiterkeit und des Humors von Trenet und erzählt über das Leben des Künstlers. Ein musikalisches Lebensalbum – melancholisch, sehnsüchtig und kraftvoll. Die helle Tenorstimme Klaußners und die Arrangements von Dietmar Loeffler1) lassen den vor zwei Jahren verstorbenen Charles Trenet wieder auferstehen. (Quelle: www.hoffmann-und-campe.de)
Mit seinem Programm "Zum Klaußner – die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art" tourt er seit der Premiere im Juni 2010 gemeinsam mit seiner Band durch verschiedene Städte. Auch 2011 erfreute Klaußner mit diesem musikalischen Bühnenprogramm das Publikum, unter anderem am 9. November 2011 im Düsseldorfer "Savoy Theater", weitere Abende Anfang Juni 2012 in Weimar und Frankfurt sowie im 2013 unter anderem in Hamburg und Wiesbaden standen auf seinem Terminkalender.
Erwähnt werden sollte, dass Klaußer seit den 1970er Jahren als Sprecher so manches Hörspiel bereichet, Produktionen, die in der ARD Hörspieldatenbank gelistet sind, findet man hier am Ende dieser Seite.
 

Burghart Klaußner am 11. Mai 2013 in Wiesbaden während seines Programms
"Zum Klaußner – die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art"
Urheber: Wikimedia-User Dontworry; Lizenz CC-BY-SA 3.0;
Quelle: Wikimedia Commons

Burghart Klaußner am 11. Mai 2013 in Wiesbaden während seines Programms "Zum Klaußner – die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art"; Urheber: Wikimedia-User Dontworry; Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Jüngst kam eine neue Facette seines künstlerischen Schaffens hinzu, am 7. September 2018 erschien im Verlag "Kiepenheuer & Witsch" sein Romandebüt mit dem Titel "Vor dem Anfang". Angesiedelt im April 1945 – den letzten Stunden bevor in Berlin der Häuserkampf beginnt – erzählt Klaußner in der an einem Tag spielenden Geschichte von den beiden Männern Fritz und Schultz, "die es geschafft haben, den Krieg zu überleben und die es auf den letzten Metern dann doch noch kalt erwischt: Sie erhalten den Auftrag, die Geldkasse ihrer Einheit ins Reichsluftfahrtministerium zu bringen. Nach Berlin-Mitte – einmal quer durch die zerschossene Stadt. Und das einzige Beförderungsmittel, das sie haben, sind ihre klapprigen Fahrräder. "Vor dem Anfang" ist die Geschichte einer unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind, auf Gedeih und Verderb. Und Fritz hat einen Plan: sich durchschlagen bis zum Wannsee, wo sein Segelschiff liegt aus besseren Tagen, auf dem er sich verstecken will, bis der Sturm vorüber ist." (Quelle: burghart-klaussner.de)
Am 18. Juni 2018 eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier1) das "Thomas Mann House"1), eine transatlantische Begegnungsstätte in Pacific Palisades1) (Los Angeles) – Klaußner gehörte zu den geladenen Gästen der Einweihungs-Veranstaltung – beim Empfang sang er den "September Song" von Kurt Weill, Das "Auswärtige Amt" hatte die Exil-Villa des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann1) im Herbst 2016 für die Bundesregierung erworben, am 4. September 2017 waren dann mit dem Schauspieler Burghart Klaußner, der Soziologin Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger1), dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering1) und dem Mikroelektroniker Prof. Dr.-Ing. Yiannos Manoli die ersten Teilnehmer für das "Fellowship Programm" nominiert worden; als Stipendiatin war auch die Politologin und Journalistin Dr. Sylke Tempel1) nominiert, die auf tragische Weise am 5. Oktober 2017 ums Leben kam bzw. während des Sturmtiefs "Xavier" von einem Baum erschlagen wurde → www.auswaertiges-amt.de. Die Teilnehmer für 2019 im "Thomas Mann House" stehen inzwischen fest, "der Philosoph Dr. Armen Avanessian1), der KI-Forscher Dr. Damian Borth, die Geographin Prof. Dr. Ilse Helbrecht, der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Keppler-Tasaki, der Journalist Andreas Platthaus1), der Soziologe Prof. Dr. Andreas Reckwitz1) sowie die Sozialwissenschaftlerin Lisa Riedner werden in Los Angeles leben und arbeiten. Prof. Dr. Frido Mann1), Enkel Thomas Manns, wird als "Honorary Fellow" ins "Thomas Mann House" reisen." schreibt die "Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft"1) → www.thomas-mann-gesellschaft.de.  Burghart Klaußner holt im Herbst 2019 sein "Fellowship" nach, das er ursprünglich 2018 antreten wollte. Doch die Bauarbeiten an der ehemaligen Villa von Thomas Mann verzögerten sich und das Haus war erst Anfang August beziehbar. Klaußner musste aufgrund anderer Verpflichtungen nach Deutschland zurückkehren, will nun die kommende Zeit in Kalifornien gleich für sein zweites Buch nutzen.
Burghart Klaußner Ende Februar 2013 bei der Österreich-Premiere von Dito Tsintsadzes Film "Invasion" im Kino im "Künstlerhaus Wien"; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons

Der vielseitige Künstler und Charakterdarsteller Burghart Klaußner lebt seit vielen Jahren im Hamburger Stadtteil Groß Flottbek1). Er ist mit Ehefrau Jenny, einer Niederländerin, verheiratet, das Paar hat die beiden, inzwischen erwachsenen Söhne Leonhard und Johannes. Johannes Klaußner1) ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und machte sich inzwischen einen Namen als Schauspieler; an der Seite seines Vaters spielte er übrigens unter anderem in "Das Adlon. Eine Familiensaga" und mimte den Zimmerkellner Rudolf.
Seit April 2012 ist Klaußner Präsidiumsmitglied der "Freie Akademie der Künste in Hamburg"1) und hat ehrenamtlich den Vorsitz der Abteilung "Darstellende Kunst" inne; am 9. Oktober 2017 erhielt er mit der Ehrenplakette die höchste Auszeichnung der Künstlervereinigung. Bereits 2010 war er in den Vorstand der "Deutschen Filmakademie"1) gewählt worden.

Burghart Klaußner Ende Februar 2013 bei der Österreich-Premiere
von Dito Tsintsadzes Film "Invasion" im Kino im "Künstlerhaus Wien"
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Webpräsenz: www.burghartklaussner.de,
siehe auch www.prisma.de, Wikipedia, www.filmportal.de
Kontakt: Agentur Schlag
Fremde Links: 1)  Wikipedia, 2) prisma.de, 3) filmportal.de, 5) www.dieterwunderlich.de
4) Quelle: Wikipedia
Stand: September 2018
    
Filme
Filmografie bei der Internet Movie Database, filmportal.de
(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia, prisma.de, 
breloer.deutsche-kinemathek.de, fernsehserien.de,  tittelbach.tv)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
   
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung) bzw. Wikipedia)
    
Burghart Klaußner spricht den Arthur Nebe in dem Hörspiel "Elser" (über Georg Elser); Foto mit freundlicher Genehmigung der SWR Media Services GmbH; Quelle: ARD Hörspieldatenbank; Copyright SWR/Alexander Kluge
Burghart Klaußner spricht den Arthur Nebe in dem Hörspiel
"Elser" (über Georg Elser)
Foto mit freundlicher Genehmigung der SWR Media Services GmbH
Quelle: ARD Hörspieldatenbank; © SWR/Alexander Kluge
  

Link: 1) krimilexikon.de, 2) verlagderautoren.de

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