Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 01 Burghart Klaußner wurde am 13. September 1949 in Berlin geboren. Nach der Schule und Abitur in einem Dorf nahe München begann er 1969 ein Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik an der Berliner Freien Universität, welches er nach zwei Semestern abbrach, um sich an der renommierten Max-Reinhard-Schule in Berlin zum Schauspieler ausbilden zu lassen; Engagements an vielen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen schlossen sich an. Während der Intendanz von Niels-Peter Rudolph (1980 – 1985) war er Ensemblemitglied am Hamburger Deutschen Schauspielhaus, wo er unter anderem 1982 an der Seite von Imogen Kogge in Sean O'Caseys Tragikomödie "Der Schatten eines Rebellen" (Shadow of a Gunman) in einer Inszenierung von Ulrich Waller brillierte (Foto links); danach arbeitete Klaußner als freischaffender Schauspieler. 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Zu seinen weiteren Theaterstationen zählen Frankfurt, Köln, Bremen und München sowie Zürich, wo er 1999 für seine Leistungen mit der "Goldenen Maske" des Schauspielhauses ausgezeichnet wurde. Herausragend war hier beispielsweise 1996 auch seine Interpretation des "Alceste" in Molières "Der Menschenfeind in einer Inszenierung von Werner Düggelin, im gleichen Jahr faszinierte er in Bremen als "Macheath" in der Brecht/Weillschen "Dreigroschenoper" sowie in Hamburg mit der Titelrolle in Peter Handkes "Kaspar", einem Schauspiel nach dem historischen Fall des Kaspar Hauser. 
 
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 02 Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 03
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen" 04
Burghart Klaußner in "Der Schatten eines Rebellen"
Deutsches Schauspielhaus Hamburg (1982)
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
  
Am Schauspielhaus Hannover glänzte Klaußner 2003 unter anderem als Julius Wolff in Hauptmanns "Der Biberpelz", am Bochumer Schauspielhaus erlebte man ihn im gleichen Jahr in "Schönes" von Jon Fosse, am Berliner "Gorki Theater" hatte er ein Jahr zuvor in Ibsens "Gespenster" beeindruckt, ebenso wie 2001 in Tschechows "Die Möwe" – um nur einiges zu nennen. Zu Klaußners aktuelleren Theaterarbeiten gehört auch die Wiederaufnahme der Beziehungskomödie "Drei Mal Leben"  der Pariser Erfolgsdramatikerin Yasmina Reza, welche ab 3. März 2005 am Hamburger "St. Pauli-Theater" gezeigt wurde. Klaußner spielte in diesen unterhaltsamen Szenen zweier Ehen – wie bereits 2001 an den Hamburger Kammerspielen – den farblosen Astrophysiker Henri, der gemeinsam mit Frau Sonja (Barbara Auer) auf das Ehepaar Ines und Hubert Finidori (Leslie Malton und Rudolf Kowalski) trifft; die zwei Paare erfahren an einem ziemlich danebengegangenen Abend mehr voneinander, als ihnen lieb ist. Am Ende spult die Autorin den Abend zurück und fängt noch mal von vorne an, insgesamt drei Mal, die Figuren bekommen die Chance, alles besser zu machen – und nutzen sie.
Ebenfalls im März 2005 konnte man den Schauspieler im "St. Pauli-Theater" bei einem "Fritz-Kortner-Abend" erleben, an den "Kammerspielen" bewies er Ende April mit dem Programm "Burghart Klaußner liest Thomas Bernhard – ein eventuell auch musikalischer Abend" einmal mehr seine künstlerische Vielseitigkeit; im "Thalia-Theater" stand er als "Helge" in "Das Fest" auf der Bühne, einer Theaterfassung des weltberühmten dänischen Dogma-Films "Festen" von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov, außerdem trat Klaußner in dem Liederabend "Brüder zur Sonne zur Freiheit" des Musikers Franz Wittenbrink auf, der vom 2. bis 7. Juli 2005 unter anderem auch im "Thalia Theater" gastierte. Am "Staatsschauspiel Dresden" konnte das Theaterpublikum Klaußner in Schillers "Don Carlos" als spanischen König Philipp II. bewundern; die Premiere war am 24. März 2010 (→ www.staatsschauspiel-dresden.de), als Dorfrichter Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug" machte er dort seit der Premiere am 14. Januar 2012 in einer Inszenierung von Roger Vontobel Furore → www.staatsschauspiel-dresden.de.
Der Charaktermime brillierte erneut im Oktober 2012 am Hamburger "St. Pauli Theater" mit der Titelrolle des Vertreter Willy Loman in Arthur Millers Pulitzer-Preis gekröntem Werk "Tod eines Handlungsreisenden", Die Premiere des von Altmeister Wilfried Minks inszenierten Sozial-Dramas war am 28. Februar 2012. So notierte DIE ZEIT (08.03.2012 Nr. 11) unter anderem: "Burghart Klaußner spielt den Willy meisterhaft. Er ist himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt und beides fast gleichzeitig. Manisch wechselt er zwischen den Stimmungen, Selbstwidersprüche fallen ihm nicht auf." Nach der Wiederaufführung in Hamburg schlossen sich Gastspiele in weiteren deutschen Städten an. Für seine grandiose Interpretation wurde Klaußner für den deutschen Theaterpreis "Der Faust"1) nominiert und konnte den Preis am 10. November 2012 im Theater in Erfurt als "Bester Darsteller" im Rahmen einer festlichen Gala entgegennehmen.
Aktuell war Klaußner am Hamburger "Thalia Theater" als Landwehrmann Stanislaus Katczinsky in dem eindringlichen Stück "Front – Im Westen nichts Neues" in einer Inszenierung von Luk Perceval zu sehen. Die Premiere der Polyphonie nach dem Bestseller bzw. Anti-Kriegsroman "Im Westen nichts Neues"1) von Erich Maria Remarque, dem Roman "Das Feuer"1) (Le feu. journal d'une escouade) von Henri Barbusse und Zeitdokumenten fand am 22. März 2014 statt und stand bis 29 Juni 2014 auf dem Spielplan → www.thalia-theater.de. Das mehrsprachige Weltkriegs-Drama (Deutsch, Französisch, Flämisch und Englisch), welches als wichtigster kultureller Beitrag im Gedenkjahr an den Ersten Weltkrieg gilt, wurde zudem unter anderem im Ehrenhof des Berliner "Schloss Bellevue" präsentiert. Bundespräsident Gauck hatte am 27. Juni 2014, am Vorabend des 100. Jahrestages des Attentats von Sarajewo, zu einem Tag der Erinnerung und des Ausblicks unter dem Motto "1914 – 2014. Hundert europäische Jahre" eingeladen → www.bundespraesident.de sowie www.abendblatt.de.
 
In den letzten Jahren überzeugt Klaußner sowohl Publikum als auch Kritiker mit eindrucksvollen Inszenierungen. An den Hamburger "Kammerspielen" gab er 2006 sein Regiedebüt mit der Inszenierung von Edward Albees "Die Ziege oder wer ist Sylvia", am Schauspielhaus Bochum inszenierte er die Deutsche Erstaufführung von Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels". Mit Thomas Bernhards Frühwerk "Der Ignorant und der Wahnsinnige" lieferte er erfolgreich seine dritte Regiearbeit ab. Die Premiere fand am 1. März 2008 am Bochumer Schauspielhaus statt, vor allem Otto Sander als blinder, trunksüchtiger Vater und Christine Schönfeld als kühle, elegante "Königin der Nacht" wussten zu faszinieren. Klaußners Inszenierung nehme Bernhards Stück "alles Groteske, holt es in die Normalität und domestiziert es zum Familiendrama" schrieb Andreas Rossmann am 3.3.2008 in der "Frankfurter Allgemeinen", Regisseur Burghart Klaußner sei "ein Mann der feinen Töne" meinte Matthias Heine in "DIE WELT" (3.3.2008). Stefan Keim stellte am 4.3.2008 in der "Frankfurter Rundschau" fest, dass Klaußner genau so inszeniert habe, wie er selber spiele: "Zurückhaltend, detailgenau, authentisch. Ein leises Kammerspiel. Bernhard ohne Wahnsinn."
Auch künftig darf man auf Burghart Klaußners Regiearbeiten gespannt sein. Am 17. Januar 2009 wurde "Marigold. Ein Stück mit Songs der Beatles" am Bochumer Schauspielhaus uraufgeführt.
Seit Anfang/Mitte der 1980er Jahre übernimmt Burghart Klaußner vermehrt Aufgaben für den Film und gehört inzwischen zu den populären Darstellern sowohl auf der Leinwand als auch dem Bildschirm. 1987 wurde er mit seiner Rolle des jungen Engländer Davies, der mit seinem Freund Carruthers (Peter Sattmann) in dem Spionage-Thriller "Das Rätsel der Sandbank"*) in einen Strudel mysteriöser Ereignisse gerät, schlagartig zum Publikumsliebling. Neben wiederholten Auftritten in erfolgreichen Krimi-Reihen wie "Peter Strohm", "Wolffs Revier" oder "Tatort", bleibt Klaußner auch mit der Figur des Kriminaldirektors Dr. Siegbert Heimeran in dem Quotenrenner "Adelheid und ihre Mörder"1) in nachhaltiger Erinnerung, eine prägnante Nebenrolle, die er ab 1993 durchgehend in den Staffeln 1 – 3 (bis 2001) köstlich verkörperte; danach ließ er sich von Ferdinand Dünnwald alias Hans-Peter Korff ablösen, wohl um nicht auf ein Rollenklischee festgelegt zu werden.
1994 erlebte man ihn eindrucksvoll als Björn Engholm in Heinrich Breloers Dokumentarspiel "Einmal Macht und zurück – Engholms Fall", Urs Odermatt besetzte ihn neben Suzanne von Borsody und Nadja Uhl in dem Melodram "Zerrissene Herzen" (1996).
  

Foto mit freundlicher Genehmigung von Alex Trebus (www.alextrebus.com)
sowie der Agentur ABOVE THE LINE
© Alex Trebus

Burghart Klaußner 01; Copyright Alex Trebus
Weitere Arbeiten für das Fernsehen waren unter anderem die Krimis "Das Böse" (1997), "Urlaub auf Leben und Tod – Eine Familie hält zusammen" (1999), "Der Blonde Affe"2) (1999, mit Jürgen Prochnow) sowie die Komödie "Durch dick und dünn" (2001). Zu Klaußners jüngeren TV-Arbeiten zählen Thorsten Näters Thriller "Mit dem Rücken zur Wand"2) (2002), Thomas Schadts biografisches Dokumentarspiel "Carola Stern – Doppelleben"2) (2004) sowie die Krimis "Tod im See"1) (2005) und "Der Tod kommt zurück" (2006; → tittelbach.tv) aus der Reihe "Solo für Schwarz" mit Barbara Rudnik als Polizeipsychologin Hannah Schwarz. Regelmäßige Auftritte in anderen populären Krimi-Reihen zählen nach wie vor zu Klaußners Bildschirmpräsenz, so agiert er beispielsweise bei "Wilsberg", beim "Tatort" oder beim "Polizeiruf 110". Soeben hatte er für Regisseur Urs Egger das packende TV-Drama "An die Grenze"2) (2007) mit der Rolle des Professor Karow bzw. eines dominanten Vaters abgedreht.
Burghart Klaußner 02; Copyright Alex Trebus Anfang Juli 2007 kam das von Jobst Christian Oetzmann inszenierte, intensive kammerspielartige Drama "Der Novembermann"1) auf den Bildschirm; bereits zwei Jahre zuvor war es Hörspiel fertiggestellt und ausgestrahlt worden. In dieser packenden, ungewöhnlichen Dreiecksgeschichte, mit Götz George in der Titelrolle, spielt Klaußner den Pfarrer Herrmann Drömer, der seine Frau Lena (Barbara Auer) wie jedes Jahr in den Urlaub verabschiedet. Wenig später kommt Lena bei einem Busunfall ums Leben. Bald stößt Drömer auf die traurige Wahrheit, dass seine Frau seit Jahren ein Doppelleben führte und eine intensive Liebesbeziehung mit dem blinden Klavierlehrer Henry (Götz George) auslebte. Drömer reist nach Norden und sucht die Bekanntschaft des Liebhabers seiner Frau, stürzt in seelische Konflikte …  Klaußner, der für Figuren prädestiniert scheint, deren innere Zerrissenheit und Seelennot man an Mimik und dem verhaltenen Spiel am Besten erkennen kann, erfüllte auch diese Aufgabe mit Bravour, zeigte eindrucksvoll die Bandbreite zwischen Resignation und Aggression, zwischen Trauer und Rachelust.
 
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Alex Trebus (www.alextrebus.com)
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Zu den in den letzten Jahren zugunsten einer umfangreichen Kinopräsenz eher seltener gewordenen TV-Auftritten zählt die spannende "Polizeiruf 110"-Jubiläumsfolge "Die verlorene Tochter"2) (EA: 26.06.2011) mit der Figur des renommierten Astrophysikers Professors Ulrich Oppmann, der in den Fall um ein verschwundenes Kind involviert ist. Hartmut Schoens Drama "In den besten Jahren"1), eine Geschichte um Schuld und Sühne bzw. Opfer von Gewaltverbrechen mit Senta Berger in der weiblichen Hauptrolle der traumatisierten Polizistenwitwe Erika Welves, ist fertiggestellt. Die mit Stars wie Matthias Brandt, Manfred Zapatka, Burghart Klaußner und Ellen Schwiers in Nebenrollen hochkarätig besetzte WDR-Produktion feierte seine Premiere beim "22. Festival für Deutsche Filme" in Lünen (10.–13.11.2011), zur Ausstrahlung kam der bewegende Film am 14. Dezember 2011. Klaußner zeigte sich in einer kurzen Sequenz als der pensionierte Bundesanwalt Friedrich Gehlmann, DER SPIEGEL (Christian Buß, 13.12.2011) notierte unter anderem: "In den besten Jahren" überzeugt als Drama über eine Polizistenwitwe, die noch heute überall RAF-Mörder sieht. Nicht nur dank Senta Berger ein großes Schauspieler-Stück, in dem der Deutsche Herbst bedrohlich in die Gegenwart wabert.
Wie die Medien schon früh berichteten, gehört Klaußner zur Schauspieler-Riege von Oliver Berbens (Produzent) und Uli Edels (Regisseur) vielbeachteten Geschichte um das Berliner Luxushotel "Adlon". In der unter anderem mit Heino Ferch (Louis Adlon), Marie Bäumer (Hedda Adlon), Tom Schilling (Louis Adlon jr.) und Ken Duken (Journalist Julian Zimmermann) hochkarätig besetzten, aufwendigen ZDF-Produktion mit dem Titel "Das Adlon. Eine Familiensaga"1) verkörpert Klaußner den "Adlon"-Gründer Lorenz Adlon1) (1849 – 1921). Die Dreharbeiten begannen im Juni 2012, zur Ausstrahlung gelangte die dreiteilige TV-Saga ab 6. Januar 2013 und behandelte in Teil 1 die Jahre 1904 bis 1919, in Teil 2 (EA: 07.01.2013) die Zeit zwischen 1920 und 1933, Teil 3 (EA: 09.01.2013) schlug einen Bogen bis zum Jahre 1997 und der Wiedereröffnung der legendären Nobelherberge. Verwoben werden historische Fakten um die Familie Adlon mit der fiktiven Familie Schadt, gespielt von Thomas Thieme als wohlhabender Unternehmer und "Adlon"-Geldgeber Gustaf Schadt, Sunnyi Melles als dessen Ehefrau Ottilie, Anja Kling als Tochter Alma und Josefine Preuß als Enkelin Sonja → www.presseportal.de und tittelbach.tv.
Weiterhin wirkte Klaußner in dem von
von SWR-Autor Joachim A. Lang in Szene gesetzten Doku-Drama "George"1)  über den Schauspieler Heinrich George*) (1893 – 1946) mit. Der Film setzte sich aus Interviews, Spielszenen und Ausschnitten aus Archivaufnahmen zusammensetzen. In den Spielszenen verkörperte Sohn Götz George*) seinen Vater, äußerte sich zudem, ebenso wie Bruder Jan, auch in Einspielern als Zeitzeuge. Burghart Klaußner gab den Pianisten Helmut Maurer, Heinrich Georges Mithäftling im sowjetischen Gefangenenlager Hohenschönhausen, die anderen Rollen waren ebenfalls prominent besetzt: So spielte unter anderem Martin Wuttke den NS-Propagandaminister Joseph Goebbels1), Muriel Baumeister Georges Ehefrau Berta Drews*), Thomas Thieme den Schauspieler Paul Wegener*) und Hanns Zischler den Maler Max Beckmann1). Nach der Uraufführung (21.06.2013) beim "Festival des deutschen Films" sowie der Präsentation (02.07.2013) im Berliner Kino "Babylon" gelangte der vielbeachtete Film am 22. Juli 2013 erstmals bei ARTE und zwei Tage später in der ARD zur Ausstrahlung → www.presseportal.de.
Der von Friedemann Fromm in Szene gesetzte, vielbeachtete und prominent besetzte Mehrteiler "Die Stadt und die Macht" wurde an drei Abenden (12./13./14.01.2016) in der ARD ausgestrahlt und ist eine Mischung aus Politthriller und Familiendrama, angesiedelt in der deutschen Hauptstadt Berlin. In dieser fiktiven Geschichte mit Anna Loos als engagierter Rechtsanwältin Susanne Kröhmer und Thomas Thieme als deren dominant-rücksichtslosem Vater Karl-Heinz Kröhmer, mächtiger, konservativer Fraktionsführer im Berliner Abgeordnetenhaus, ist Klaußner als Regierender Bürgermeister Manfred Degenhardt zu sehen, gegen den Susanne Kröhmer im Wahlkampf als Spitzenkandidatin antritt. Wie sein alter Kumpel "KK" Kröhmer ist auch der von Klaußner mit Bravour dargestellte charismatische Degenhardt ein ausgewiesener Machtmensch, der alle Mittel einsetzt, um die Wahl zu gewinnen → www.presseportal.de, tittelbach.tv.
  
Sein Leinwanddebüt gab der Schauspieler 1983 unter der Regie von Dietrich Schubert in dessen erstem Spielfilm "Ziemlich weit weg", zahlreiche weitere ambitionierte Kinoproduktionen sollten folgen. Nach interessanten Aufgaben in Filmen wie Helke Sanders "Der Beginn aller Schrecken ist Liebe" (1984), Hermine Huntgeburths "Im Kreis der Lieben" (1991), Wolfgang Beckers "Kinderspiele"1) (1992) und Thomas Mitscherlichs Doku-Spiel "Die Denunziantin" (1993) besetzte ihn Charles Matton in dem französischen Kriegsdrama "La Lumière des étoiles mortes" (1994, Das Licht der erloschenen Sterne), Hermine Huntgeburth gab ihm die Rolle des Eugen Himmelreiter in der Ehekomödie "Ein Falscher Schritt"2) (1995) an der Seite von Barbara Auer. Wenig später stand er für Joseph Vilsmaiers Filmbiografie "Und keiner weint mir nach"1) (1996) nach dem gleichnamigen Roman von Siegfried Sommer vor der Kamera, im gleichen Jahr agierte er in Sönke Wortmanns Hera Lind-Adaption "Das Superweib"2) (1996). Nur ein Jahr später tauchte er in Helmut Dietls Erfolgsfilm "Rossini"1) (1997) auf, es folgte Hans-Christian Schmids Thriller "23 – Nichts ist so wie es scheint"1) (1998) und dessen Geschichte "Crazy"1) (2000), eine Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans des damals 16-jährigen Benjamin Lebert, sowie Wolfgang Beckers preisgekrönter Kassenschlager "Good Bye Lenin!"1) (2003), in dem der Charakterdarsteller den Vater von Daniel Brühl verkörperte. Für seine darstellerische Leistung als Entführungsopfer bzw. reicher Manager Justus Hardenberg in Hans Weingartners sozialkritischem Portrait "Die fetten Jahre sind vorbei"1) (2004) wurde Burghart Klaußner 2005 mit dem "Deutschen Filmpreis" in der Kategorie "Beste männliche Nebenrolle" ausgezeichnet. 
Ein weiterer Filmhöhepunkt mit Klaußner wurde die Titelrolle in "Der Mann von der Botschaft"2) (2006) des georgischen Drehbuchautors und Regisseurs  Dito Tsintsadze, der die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem deutschen Botschaftsmitarbeiter und einem 12-jährigen Flüchtlingsmädchen erzählt. Für seine Leistung erhielt Klaußner beim Filmfestival von Locarno den "Goldenen Leoparden" als "Bester Darsteller". 
In Carsten Strauchs Streifen "Die Aufschneider"1) (2007), einem Mix aus Comedy und Satire, mimt er den Chef einer etwas heruntergekommenen Klink, den Professor Udo Keller, in Hans-Christian Schmids Exorzismus-Drama "Requiem"1) (2006), der Geschichte einer jungen Frau zerrissen zwischen Familie, Glaube und Krankheit, gab er den nett-hilflosen Vater der Studentin Michaela (Sandra Hüller), die von Epilepsieanfällen und Wahnvorstellungen gequält wird. Christian Petzolds "Yella"1)  (2007) mit Titelheldin Nina Hoss kam im September 2007 in die Kinos und Klaußner trat hier als Dr. Gunthen in Erscheinung.
 

Burghart Klaußner während der Eröffnung der Berlinale 2008
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)

Burghart Klaußner während der Eröffnung der Berlinale 2008;  Copyright Bodo Petermann, BP PHOTO
In Michael Kliers "Alter und Schönheit"1) (Kinostart 8. Januar 2009) überzeugt er an der Seite von Peter Lohmeyer, Henry Hübchen und Armin Rohde, thematisiert wird die tragikomische Freundschaft von vier Männern in den besten Jahren, die über Liebe, Freundschaft und Tod endlich weiser werden und damit zu sich selbst finden. Auch in dem preisgekrönten Kinofilm "Der Vorleser"1) (2008, The Reader), von Regisseur Stephen Daldry nach dem 1995 erschienenen, gleichnamigen Roman von Bernhard Schlink inszeniert, hatte Klaußner die kleinere Rolle eines Richters übernommen. Fast ausschließlich in Deutschland mit Stars wie Kate Winslet und Ralph Fiennes gedreht, startete der Film am 10. Dezember 2008 in den US-amerikanischen Kinos, in Deutschland läuft er seit dem 26. Februar 2009. Gerade abgedreht hatte er Dito Tsintsadzes neuen Film "Mediator", mit dem ein Mord aus der Perspektive verschiedener Personen aufzeigt bzw. ein psychologisches Porträt der Charaktere um den Mordfall herum entwickelt wird. 
 
Fertiggestellt war inzwischen das Drama "Das Weiße Band"1)  mit dem Untertitel "Eine deutsche Kindergeschichte" des österreichischen Regisseurs Michael Haneke. Der prominent besetzten Film –  u.a. mit Ulrich Tukur, Burkhart Klaußner und Susanne Lothar – spielt am Vorabend des Ersten Weltkriegs 1913/14 in einem Dorf im protestantischen Norden Deutschlands und erzählt die Geschichte des vom Dorflehrer (Christian Friedel) geleiteten Schul- und Kirchenchors, der kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien wie dem Gutsherr (Ulrich Tukur), dem Pfarrer (Burghart Klaußner), dem Gutsverwalter (Josef Bierbichler), einer Hebamme (Susanne Lothar), einem Arzt (Rainer Bock) und einiger Bauern. Dann passieren seltsame Unfälle, die nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen annehmen. Wer steckt dahinter?; siehe auch www.x-filme.de.
Der sadistisch-sittenstrenge protestantische Dorfpfarrer war für Klaußner, der vor allem in komplexen Psychogrammen seine darstellerische Kraft entfalten kann, eine Paraderolle. Der Film nahm im Mai 2009 am offiziellen Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele im französischen Cannes teil und feierte damit seine Weltpremiere. Hanekes Sozialstudie über eine autoritäre Gesellschaft, deren Kinder sich 20 Jahre später begeistert in den Nationalsozialismus stürzen werden, wurde in Cannes mit der "Goldenen Palme" ausgezeichnet. Einen weiteren Preis konnte Michael Haneke mit dem "Grand Prix de la FIPRESCI" für den "besten Film des Jahres" entgegennehmen, jährlich verliehen von der internationalen Filmkritiker- und Filmjournalisten-Vereinigung "FIPRESCI". Am 26. August 2009 wählte die Organisation "German Films" die Produktion "Das weiße Band" als offiziellen deutschen Bewerber für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" aus; dass er nominiert wurde, gab die Academy am 2. Februar 2010 in Los Angeles bekannt. Am 15. Oktober 2009 kam die Produktion in die deutschen Kinos, anschließend wurde an "The White Ribbon" für den amerikanischen Verleih gearbeitet.
Am 12. Dezember 2009 ging der "Europäische Filmpreis" an "Das weiße Band" in den Kategorien "Bester europäischer Film", "Beste Regie" und "Bestes Drehbuch".  Knapp einen Monat später – am 17. Januar 2010 – gehörte die deutsch-österreichische Produktion zu den Gewinnern des "Golden Globe Award" in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film". Die jährlich in Hollywood verliehenen "Golden Globes" sind eine der wichtigsten Preisverleihungen in der Filmbranche und gelten als Barometer für die Oscar-Verleihung am 7. März 2010. 
Am 15. Februar 2010 kamen weitere Preise für den herausragenden Film hinzu. Bei der "Cinema for Peace"-Verleihung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt nahmen Produzent Stefan Arndt und Schauspieler Burghart Klaußner stellvertretend für das Filmteam den "Cinema for Peace-Award" als "wertvollsten Film des Jahres" ("Most Valuable Film of the Year") entgegen. Am gleichen Abend wurde in Berlin im Rahmen der Berlinale der "Preis der deutschen Filmkritik" verliehen: "Das weiße Band" konnte in allen vier nominierten Kategorien Preise abräumen: Neben der Auszeichnung als "Bester Spielfilm" sowie das "Beste Drehbuch" gewann Christian Berger den Preis für die "Beste Kamera" und Burghart Klaußner wurde als "Bester Darsteller" ausgezeichnet.

Burghart Klaußner anlässlich der "Cinema for Peace"-Verleihung
im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt (15.02.2010)
 Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)

Burghart Klaußner anlässlich der "Cinema for Peace"-Verleihung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt (15.02.2010); Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring/Copyright Christian Behring
Michael Hanekes Film "Das weiße Band" gelingen Bilder, die im Kopf bleiben. Und sie sind schwarz-weiß. "Schwierigkeiten, die Bilder zu glauben", bereiteten ihm Farbfilme über historische Themen, sagt der Regisseur: "Mein Bildgedächtnis ist schwarz-weiß, anders kann ich es mir nicht vorstellen." Seine Bilder scheinen in der Tradition des schwedischen Meisterregisseurs und Pfarrersohns Ingmar Bergmann zu stehen. Ähnlich kraftvoll und scharf sind sie. Hanekes Film ist ein Panoptikum abgründiger Miniaturen – und "das weiße Band" des Titels steht dabei für die schwarze Pädagogik eines evangelischen Pfarrers. (Quelle: www.sonntagsblatt-bayern.de)
Als dann am 23. April 2010 im Rahmen einer festlichen Gala im Berliner Friedrichstadt-Palast die "Lolas" für den Deutschen Film vergeben wurden, gab es einen herausragenden Gewinner, Michael Hanekes "Das weiße Band" konnte zehn der begehrten Trophäen erringen: Erneut war sich die Jury einig, dass Burkhart Klaußners Leistung mit einer "Lola" für die "Beste männliche Hauptrolle" gewürdigt werden musste, der Film selbst erhielt die "Lola in Gold" (Bester Spielfilm, bestes Drehbuch, beste Regie); weitere "Lolas" gingen an Maria-Victoria Dragus für die "Beste weibliche Nebenrolle", Christian Berger (Beste Kamera/Bildgestaltung), Christoph Kanter (Bestes Szenenbild), Moidele Bickel (Bestes Kostümbild), Waldemar Pokromski und Anette Keiser (Bestes Maskenbild) sowie an Guillaume Sciama und Jean-Pierre Lafore (Beste Tongestaltung).
 
In Baran Bo Odars Langfilmdebüt "Das letzte Schweigen"1) nach dem gleichnamigen Krimi von Jan Costin Wagner hatte Klaußner die Rolle des pensionierten Kriminalkommissars Krischan Mittich übernommen. Erzählt wird das Verschwinden des 13-jährigen Mädchens Sinikka, wodurch eine deutsche Kleinstadt in Aufruhr versetzt wird; Kinostart war der 19. August 2010. Am 14. Oktober 2010 kam mit "Goethe!"1) ein romantisches Drama von Regisseur Philipp Stölzl über den jungen Dichter Johann Wolfgang von Goethe in die Kinos, in dem Klaußner, neben Alexander Fehling als dem Dichterfürsten und Moritz Bleibtreu als Goethes Nebenbuhler Gerichtsrat Kestner, den Vater der jungen Charlotte Buff (Miriam Stein) spielt, in die sich der spätere Geheimrat Goethe in Wetzlar verliebt. Deutschlandweiten Kinostart feierte am 24. Februar 2011 Sebastian Groblers "Der ganz große Traum"1), mit dem der Regisseur an den deutschen Lehrer Konrad Koch1) (1846 – 1911) erinnert, der 1874 den Fußball in Deutschland einführte bzw. populär machte. Angelehnt an wahre Begebenheiten, verkörpert Daniel Brühl den "Wegbereiter der Spielbewegung im deutschsprachigen Raum und grundlegender Theoretiker des Schulsports in Deutschland"3), Klaußner gibt den Gustav Merfeld, reformfreudiger Schuldirektor des alt-ehrwürdigen Braunschweiger Gymnasiums "Martino-Katharineum", an dem Koch als Lehrer eingestellt wird und seine Schüler für die neue Sportart begeistert. Im Gegensatz zum streng-konservativen Lehrerkollegium unterstützt Merfeld die von den Zeitgenossen als "englische Krankheit" abqualifizierte Leibesertüchtigung und gerät damit zunehmend in einen Konflikt.
Burghart Klaußner am 10. Februar 2012 anlässlich der ARD/Degeto "Blue Hour Party" (Berlinale 2012); Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0.; Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia Erwähnt werden sollte auch die mit szenischen Darstellungen durchsetzte Dokumentation "Aghet – Ein Völkermord"1), mit der Regisseur Eric Friedler den Völkermord an den Armeniern aufzeigt. Diese entstand 2009 nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen und erhielt 2010 den "Deutschen Fernsehpreis" in der Kategorie "Beste Dokumentation". Neben anderen renommierten Schauspielern verkörperte Burghart Klaußner den zwischen 1915 und 1917 in Urfa1) tätigen Schweizer Diakon und Katastrophenhelfer Jacob Künzler.
 
Klaußner stand für die niederländisch-britische Kinoproduktion "Nono, het Zigzag Kind" von Regisseur Vincent Bal (Kinostart Niederlande: 03.10.2012) sowie Dito Tsintsadzes düsteres Drama "Invasion"1) (Kinostart Deutschland: 28. 02.2013) vor der Kamera. In "Invasion" spielt Klaußner nach "Der Mann von der Botschaft" und "Mediator" für den georgischen Tsintsadze erneut eine Hauptrolle und zeigt sich als der um seine verstorbene Frau trauernde Josef, der in seiner Villa angebliche Verwandten aufnimmt, um Trost zu finden. Als Richter Prado gehörte Klaußner zur Besetzung der Kino-Produktionen "Nachtzug nach Lissabon"1) (Night Train to Lisbon) von Regisseur Bille August nach dem gleichnamigen Bestseller1) von Pascal Mercier, die am 7. März 2013 in Deutschland in die Kinos kam.
 
 
Burghart Klaußner am 10. Februar 2012 anlässlich der
ARD/Degeto "Blue Hour Party" (Berlinale 2012)
Urheber: Thore Siebrands (Siebbi); Lizenz CC-BY-SA 3.0
Quelle: www.ipernity.com bzw. Wikimedia Commons/Wikipedia
Am 11. Februar 2014 wurde bei den "64. Internationalen Filmfestspielen Berlin" (Berlinale) Feo Aladags beklemmendes Kriegsdrama "Zwischen Welten"1) uraufgeführt, das den Bundeswehreinsatz in Afghanistan thematisiert und in dem sich Klaußner neben den Hauptdarstellern Ronald Zehrfeld1) und Mohsin Ahmady als Oberst Haar präsentierte; allgemeiner Kinostart war der 27. März 2014 → www.zwischenwelten-film.de. Auch Volker Schlöndorffs Film "Diplomatie"4) nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Cyril Gély wurde am 12. Februar 2014 anlässlich der "Berlinale" erstmals dem Publikum vorgestellt; allgemeiner Kinostart war der 28. August 2014. "Das historische Drama dreht sich um die Geschehnisse des 25. August 1944, dem Tag, an dem der deutsche Stadtkommandant von Paris, General Dietrich von Choltitz, nach anfänglichem Widerstand gegen die vorrückende Zweite Französische Panzerdivision kapitulierte. Er verweigerte damit den Befehl Hitlers, Paris zu verteidigen und nötigenfalls die bereits verminte Stadt in Schutt und Asche zu legen." kann man auf der Webseite von Volker Schlöndorff lesen. In der deutsch-französischen Produktion verkörpert Klaußner den Hauptmann Werner Ebernach an der Seite der Protagonisten, dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling (André Dussollier1)) und dessen Widersacher, dem Deutschen General Dietrich von Choltitz1) (Niels Arestrup1)). www.berlinale.de notiert unter anderem: "Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Cyril Gély inszeniert Volker Schlöndorff ein psychologisch ausgefeiltes Duell der Worte zwischen zwei völlig verschiedenen Charakteren. Während sich Choltitz hinter dem unbedingten Gehorsam des Militärs verschanzt, setzt Nordling alles daran, die sinnlose Zerstörung von Paris mit einem Appell an Vernunft und Humanität zu verhindern. Dabei changiert das filmische Kammerspiel zwischen Realität und Fiktion, denn das geschilderte Treffen der beiden Männer hat in dieser Form nie stattgefunden.".
Auch in Oliver Hirschbiegels neuem Film mit dem Titel "Elser – Er hätte die Welt verändert"1) um die Geschichte des (verhinderten) Hitler-Attentäters und Widerstandskämpfers Georg Elser1) (1903 – 1945) steht Klaußner mit einer prägnanten Rolle auf der Besetzungsliste. Die Titelfigur wird von Christian Friedel1), der auch schon als Lehrer in in Hanekes "Das weiße Band" zu sehen war, verkörpert, Katharina Schüttler1) spielt Elsers Lebensgefährtin Elsa Härle, Klaußner den Reichskriminaldirektor Arthur Nebe1) (1894 – 1945). Die erste Klappe fiel Ende Juni 2014 in München, weiterhin wurde in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Südtirol gedreht. Seine Weltpremiere feierte der Film am 12. Februar 2015 auf der "Berlinale", wo er im Wettbewerb (außer Konkurrenz) lief; als allgemeiner Kinostart wird der 9. April 2015 genannt → www.welt.de. Bereits bei der Verleihung der "Bayrischen Filmpreise"1) am 16. Januar 2015 im Münchener "Prinzregententheater" erhielt das Drama den Preis in der Kategorie ""Beste Produktion". Georg Elsers, 1928 geborener Neffe Franz Hirth überreichte die Auszeichnung an die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer. "Ein sorgfältig recherchiertes und brillant geschriebenes Drehbuch von Fred und Léonie-Claire Breinersdorfer, ein in jeder Nuance überzeugender Hauptdarsteller Christian Friedel und eine meisterhafte Regie von Oliver Hirschbiegel" hieß: es in der Begründung der Jury.
Zudem war Hollywood auf den deutschen Charaktermimen aufmerksam geworden – Oscar-Preisträger Steven Spielberg hatte Klaußner für seinen neusten Agenten-Thriller "Bridge of Spies" engagiert, wie die Presse Anfang Oktober 2014 berichtete; gedreht wurde im November auch in den Babelsberger Filmstudios in Potsdam. In dem Politthriller, der zur Zeit des Kalten Krieges in Berlin und Moskau der 1960er Jahre spielt, übernahm der Schauspieler neben Protagonist Tom Hanks die Gastrolle eines hochrangigen DDR-Rechtsanwaltes bzw. Stasi-Agenten namens Harald Ott. Die berühmte "Glienicker Brücke"1) wird zur Filmkulisse, Spielberg setzt die Hintergründe des legendären Agentenaustausches zwischen dem CIA-Spion bzw. Airforce-Piloten Francis Gary Powers1) und dem KGB-Agenten Rudolf Iwanowitsch Abel1) am Morgen des 10. Februar 1962 in Szene. Tom Hanks verkörpert den US-amerikanischen Juristen und Navy-Offizier James B. Donovan1), der als Unterhändler der Vereinigten Staaten für den Austausch der Top-Spione zuständig war; die Produktion ging am 26. November 2015 in Deutschland unter dem Titel "Bridge of Spies – Der Unterhändler"1) an den allgemeinen Kinostart → siehe auch die Pressemitteilung vom 06.10.2014 bei www.berlin.de sowie www.fox.de.
Zuvor ging am 1. Oktober 2015 eine weitere Kinoproduktion mit Klaußner an den Start, in der er dann einmal mehr eine Hauptrolle spielt: In Lars Kraumes Spielfilm mit dem Titel "Der Staat gegen Fritz Bauer"1) über das Leben und Wirken des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer1) verkörpert er diesen jüdischen Mann, der Ende der 1950er Jahre einen maßgeblichen Anteil bei der NS-Verbrechensaufklärung hatte bzw. am Zustandekommen der Frankfurter Auschwitzprozesse beteiligt war. In weiteren Rollen sieht man in diesem filmischen Porträt unter anderem Ronald Zehrfeld als jungen Staatsanwalt Karl Angermann, Michael Schenk als SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann1), Jörg Schüttauf als BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt, Götz Schubert als hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn1) und Robert Atzorn als Vater von Karl Angermanns Ehefrau → www.filmstiftung.de, www.filmstarts.de. Seine Weltpremiere feierte die Koproduktion von  WDR, HR und ARTE bei dem "Internationalen Filmfestival 2015" (05. – 15.08.2015) in Locarno und wurde am 15. August 2015 mit dem begehrten "Publikumspreis" (Prix du Public) ausgezeichnet. Die Kritik würdigte fast ausnahmslos Klaußners bravouröses, nuancenreiches Spiel, so schrieb unter anderem "DIE WELT": "Burghart Klaußner spielt den deutschen Juristen Fritz Bauer, als wäre er sein verspäteter Zwillingsbruder. Eine geradezu beängstigend echte Kopie. (…) Bis ins letzte physiognomische Detail und in die Feinheiten der schwäbischen Sprachfärbung nähert sich Klaußner seiner Figur an, einem von Tabakrauch und scharfem Rasierwasser umwölkten einsamen Mann, der seine Homosexualität nicht auslebt und einen nicht gesundheitsfördernden Umgang mit Schlafmitteln und Alkohol pflegt." Peter Zander schrieb im "Hamburger Anendblatt": "Burghart Klaußner in dieser Rolle zu erleben, wie er seine eigenen Neigungen unterdrückt, um sich nicht angreifbar zu machen, wie er Hasspost bekommt und sich von allen isoliert fühlt, dennoch nie aufgibt, nie klein beigibt, das ist großes Schauspiel.". Für Oliver Kaever (DIE ZEIT) liefert Klaußner in diesem Film eine "wahrhaft oscarreife Leistung" ab → www.zeit.de, für Jan Schulz-Ojala (DER TAGESSPIEGEL) ist Lars Kraumes Film "ein Meisterstück mit einem brillanten Burghart Klaußner".
Nicht nur als exzellenter Charakterschauspieler hat sich Burghart Klaußner einen Namen gemacht, auch als Interpret der Chansons von Charles Trenet ist er erfolgreich. Gemeinsam mit seiner Swing-Band präsentiert er während einer Tournee das Programm "Je Chante – Burghart Klaußner swingt Charles Trenet", welches inzwischen auch auf CD erschienen ist. Wer kennt nicht das Lied "La Mer", das den Franzosen Charles Trenet zu einem Weltstar werden ließ? Burghart Klaußner entführt mit seiner Band das Publikum in die Welt der Liebe, der Heiterkeit und des Humors von Trenet und erzählt über das Leben des Künstlers. Ein musikalisches Lebensalbum – melancholisch, sehnsüchtig und kraftvoll. Die helle Tenorstimme Klaußners und die Arrangements von Dietmar Loeffler lassen den vor zwei Jahren verstorbenen Charles Trenet wieder auferstehen. (Quelle: www.hoffmann-und-campe.de)
Mit seinem aktuellen Programm "Zum Klaußner – die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art" tourt er seit der Premiere im Juni 2010 gemeinsam mit seiner Band durch verschiedene Städte. Auch 2011 erfreut Klaußner mit diesem musikalischen Bühnenprogramm das Publikum, unter anderem am 9. November 2011 im Düsseldorfer "Savoy Theater", weitere Abende Anfang Juni 2012 in Weimar und Frankfurt sowie im 2013 unter anderem in Hamburg und Wiesbaden standen auf seinem Terminkalender.
 

Burghart Klaußner am 11. Mai 2013 in Wiesbaden während seines Programms
"Zum Klaußner – die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art"
Urheber: Wikimedia-User Dontworry; Lizenz CC-BY-SA 3.0;
Quelle: Wikimedia Commons

Burghart Klaußner am 11. Mai 2013 in Wiesbaden während seines Programms "Zum Klaußner – die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art"; Urheber: Wikimedia-User Dontworry; Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons
Burghart Klaußner Ende Februar 2013 bei der Österreich-Premiere von Dito Tsintsadzes Film "Invasion" im Kino im "Künstlerhaus Wien"; Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons

Der vielseitige Künstler und Charakterdarsteller Burghart Klaußner lebt seit vielen Jahren in Hamburg, ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.
Seit April 2012 ist er Präsidiumsmitglied der Hamburger "Freien Akademie der Künste" und hat ehrenamtlich den Vorsitz Vorsitz der Abteilung "Darstellende Kunst" inne. Bereits 2010 war er in den Vorstand der "Deutsche Filmakademie" gewählt worden.

Burghart Klaußner Ende Februar 2013 bei der
Österreich-Premiere von Dito Tsintsadzes Film "Invasion" im Kino
im "Künstlerhaus Wien"
Urheber: Manfred Werner – Tsui;  Lizenz CC-BY-SA 3.0;
Quelle: Wikimedia Commons

Webpräsenz: www.burghartklaussner.de,
siehe auch www.prisma.de, Wikipedia, www.filmportal.de
Kontakt: Agentur Schlag
Link: *) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP, 1)  Wikipedia, 2) prisma.de, 4) filmportal.de
3) Quelle: Wikipedia
Stand: Januar 2016
  
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: filmportal.de, Wikipedia, prisma.de, Filmlexikon)
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