Ezard Haußmann wurde am 10. Februar 1935 als Sohn des
Theater- und Filmschauspielers Erich Haußmann (1900 1984) in Berlin
geboren. Eine Künstlerkarriere war dem kleinen Ezard eigentlich in die
Wiege gelegt,
seine Mutter Claudia (Ruth) Wenger (1897 1994), eine bekannte Sopranistin und
Opernsängerin, war in erster kurzer Ehe (1924 bis 1927) mit dem
berühmten Schriftsteller Hermann Hesse1)
verheiratet gewesen, seine Großmutter war die Schweizer Schriftstellerin Lisa Wenger1)
(1858 1941), der legendäre Ufa-Star Viktor de Kowa2)
(1904 1973) sein Taufpate.
Ezard Haußmann wuchs am Bodensee in der Nähe von Lindau auf und besuchte
später eine Klosterschule in der Schweiz. Mit sechzehn Jahren verließ er
die Schule und begann zunächst an einer Hotelfachschule in München
eine Ausbildung als Koch, arbeitete unter anderem als Kellner, Bauernknecht und
kam schließlich als Komparse zum Theater.
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"Ich bin Schauspieler geworden, weil ich nichts
anderes konnte", soll Ezard Haußmann einmal in einem Interview gesagt
haben, seine Schauspielerkarriere begann dann als Statist, Beleuchter und Souffleur
am Landestheater in Detmold. Als seine Eltern Mitte der 50er Jahre
von der Bundesrepublik in die DDR übersiedelten, ging er mit ihnen und
erhielt ein erstes "richtiges" Engagement am Theater in Wittenberg.
1956 kam Haußmann nach Stendal, wo er zwei Jahre lang als jugendlicher Held und Liebhaber
auf der Bühne stand, 1958 machte er sein Schauspielerdiplom an der Schauspielschule
"Ernst Busch". Über Quedlinburg und Wismar kam er 1961 an
das "Deutsche Theater" in Berlin, avancierte rasch sowohl mit
klassischen als auch modernen Figuren zu einem der bedeutendsten Schauspieler der DDR und wandelte sich vom
jugendlichen Helden zum Charakterdarsteller.
Fotos: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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Er
beeindruckte unter anderem als "Rudenz" in Schillers
"Wilhelm Tell", als "Laertes" in Shakespeares "Hamlet"
oder als "Valère" in Molières "Tartuffe", gab den Chorführer in
Sophokles'
"Ödipus" ebenso brillant wie den "Max Piccolomini" in Schillers
"Wallenstein" oder den Bibliothekar Just Birkenbiehl in
Peter Hacks' "Die Sorgen und die Macht".
1967 wechselte Haußmann an die Berliner "Volksbühne", als er ein
Jahr später nach dem Truppeneinmarsch in Prag aus Protest gegen die Niederschlagung des
"Prager Frühlings" durch die Warschauer Pakt-Staaten einen Kranz
an der tschechischen Botschaft niederlegte, wurde ihm von der DDR-Regierung
wegen "Staatsbeleidigung" der politische Prozess gemacht, eine
mehrmonatige Gefängnisstrafe und ein zehnjähriges Berufsverbot waren die
Folge. Haußmann erhielt lange Jahre kaum noch Rollen, erst seit Mitte der
70er Jahre konnte er wieder vermehrt spielen, durfte dann ab 1987 auch in
der Bundesrepublik gastieren.
Foto: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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Nach dem Zusammenbruch der DDR trat er ab 1991
wieder an der Berliner "Volksbühne" auf, begeisterte dort
unter anderem als "Harpagon" in Molières
"Der Geizige", eine Rolle, die er seit Anfang der 80er Jahre
bereits mehr als 250 Mal gespielt hatte. Haußmann selbst bezeichnet diese
Figur als "eine seiner interessantesten Theaterrollen". Weiterhin
zu nennen sind seine herausragenden Interpretationen des Kellners "Tunichtgut" in Bruckners
"Die Verbrecher" oder der "Hassenreuter" in Hauptmanns
"Die Ratten"; bei den von Brigitte Grothum jährlich inszenierten
"Jedermann-Festspielen" im Berliner Dom brillierte er
1991, 1992 und 1993 als "Jedermann" im gleichnamigen Stück nach Hugo von Hoffmannsthal.
1992/93 gastierte er am Berliner Schiller-Theater in einer Inszenierung seines Sohnes Leander Haußmann als
König Philipp" in Schillers "Don Carlos". Von 1992 bis Ende der Spielzeit 1993/94 gehörte
er zum Wiener Burgtheater; spielte
dort beispielsweise den Militärarzt Tschebutykin in Tschechows "Drei Schwestern" erneut
unter der Regie seines Sohnes; seit 1994 gehörte Haußmann
zum Ensemble des Bochumer Schauspielhauses, wo sein Sohn von 1995 bis 2000 Intendant war.
Eine weitere Zusammenarbeit mit Sohn Leander war Ende 2003 dessen
spektakuläre Inszenierung von Shakespeares "Der Sturm" am
"Berliner Ensemble", wo Ezard Haußmann den "Prospero"
interpretierte.
Foto: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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Beeindruckend war auch seine Interpretation des "Henrik" in der Aufführung "Die Glut"
(Foto rechts),
einem Schauspiel nach dem gleichnamigen Bestseller des ungarischen Autors Sándor Márai, das Heribert Sasse
am Berliner Schlosspark-Theater in Szene gesetzt
hatte und mit dem Haußmann, an der Seite von Stefan Lisewski als
Gegenspieler Kónrad, bis Ende 2004 während einer Gastspielreise des Tournee-Theaters Greve
an vielen deutschsprachigen Bühnen das Publikum mehr als 250 Mal
begeisterte: Zwei alte Männer treffen nach Jahrzehnten noch einmal aufeinander, um mit der ungeklärten Vergangenheit
abzurechnen; als junge Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee waren sie
einst Freunde geworden und wollten es ein Leben lang bleiben: Henrik, der Sohn eines Schlossbesitzers, und
Kónrad, der galizische Rekrut aus kargen Verhältnissen. Doch die Liebe zur selben Frau hat
sie 41 Jahre lang entzweit. Denn was ist diese Glut der Leidenschaft,
der sie alles geopfert haben: ihre Freundschaft, die Liebe, ihr Glück?
"Die Welt" schrieb unter anderem: "Ezard Haußmann als Henrik trägt
seine Monologe, die die Länge von kleinen Büchern haben, mit Feuer vor. Es gilt,
ein Schicksal zu verbrennen. Doch dem Duell bei Tisch fehlt der zweite Teilnehmer.
Stefan Lisewski als Kónrad lässt den gerechten Zorn des
Hintergangenen an seiner weltmännisch gespielten Gleichgültigkeit
abprallen. Die von Henrik jahrelang ersehnte Rache verfehlt ihr Ziel,
um ihn, nun doppelt betrogen, selbst zu treffen."
Foto: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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In der "Lindauer Zeitung" konnte man lesen
"
Ezard Haussmann macht diese Qualen spürbar,
fast meint man, er leide selbst an dieser tragischen Geschichte, die
da ihren Abschluss und ihre Erklärung finden soll. Sein Wechsel zwischen
mildem Verständnis und beißender Anklage fesselt, und doch gelingt es ihm,
dem gleichermaßen offenen wie vieles erklärenden Schluss eine versöhnliche Note zu verleihen,
weil endlich jeder der beiden gesagt hat, was gesagt werden musste."
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Ezard Haußmann stand im Rahmen des Südbayerischen
Theaterfestivals in Friedrich Dürrenmatts schwarzer Komödie "Der Besuch der alten Dame"
auf der Bühne; das von Uwe Niesig inszenierte Stück hatte am 25. August 2005 in Bad Wörishofen Premiere.
An der Seite von Cordula Trantow, der Intendantin des Festivals, spielt er den
Betrüger "Alfred Ill", den Mann, den die
Titelfigur Claire Zachanassian einst geliebt hat. Haußmann selbst sagte
über diese Rolle unter anderem: "Ich habe Dürrenmatt immer verehrt und nie gespielt.
Dieses Stück
besitzt eine verteufelte Aktualität zu unserem Zeitgeist, unserer Gesellschaft, es
zeichnet Menschen, denen wir in der Bild-Zeitung täglich begegnen.
Die Figur des "Alfred Ill" ist, was Schauspieler eine Traumrolle nennen.
Eine Rolle,
wie von Barlach aus einem Stein gehauen. Eine grandiose Aufgabe für einen Schauspieler in
Zeiten dürftiger künstlerischer Angebote."
Ab Februar 2006 gab Haußmann dann in einer Inszenierung von Luc Perceval an
der Berliner "Schaubühne am Lehniner Platz" den Großschatzmeister
Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, in Schillers "Maria Stuart".
Premiere war am 11. Februar 2006, Ende April 2007 wird das
Schauspiel erneut aufgeführt. Der "weltexpress" (weltexpress.info) schrieb beispielsweise:
"Äußerst präsent zeigt sich Ezard Haußmann als Burleigh, streitbar,
militant und wild wenn auch glücklos entschlossen,
den müden Männerhaufen am Hof der Königin unter seinem Kommando zu vereinen."
Foto: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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In einem Interview mit der ddp sagte Haußmann
zu dieser neuen Herausforderung unter anderem: "Meine Neugier habe ich
nicht verloren, darum stelle ich mich dieser Aufgabe, obwohl ich große Angst davor habe.
Ich habe 50 Jahre lang konventionelles Theater gemacht, aber hier fange ich von vorne an. (
) Für
mich ist diese Zusammenarbeit mit Perceval eigentlich der Anfang meiner
Theaterarbeit".
Dass diese Zusammenarbeit mit dem Hausregisseur der Schaubühne Früchte
getragen hat, beweist der Preis, der dem dem gesamten Team, allen Schauspielern
und damit auch Ezard Haußmann
zuerkannt wurde: Luk Percevals Inszenierung von Schillers
"Maria Stuart" erhielt den "Friedrich-Luft-Preis" der
"Berliner Morgenpost". Die Produktion sei nach Ansicht der
Jury die beste Berliner Aufführung des Jahres 2006, teilte der Verlag Axel Springer
mit; die Auszeichnung wurde im Frühjahr im Journalistenclub des
Berliner Axel-Springer-Hauses überreicht. Der Preis ist nach Friedrich Luft (1911 1990) benannt,
einem der bedeutendsten Berliner Theaterkritiker der Nachkriegszeit.
Ab 18. Oktober (Premiere) bis 28. Oktober 2007 konnte man den Künstler
als "Teufel" bei den "Jedermann"-Festspielen im
Berliner Dom neben zahlreichen populären Kollegen bewundern, René Kollo
gab
den "Jedermann", Jenny Elvers-Elbertzhagen die
"Buhlschaft" und Peter Sattmann den "Tod",
inszeniert wurde die Aufführung wie in den vergangenen Jahren von
Brigitte Grothum.
Anschließend begannen für Haußmann mit Regisseur Folke Braband die Proben
zu "Das Sparschwein", eine Komödie des
französischen Bühnenautors Eugène Labiche, in der er die Hauptrolle
des Rentiers Champbourcy spielt, der sich mit seinen fünf
Spielkumpanen auf den Weg nach Paris begibt, um in der Stadt der
Passagen und Kaufhäuser, der Restaurants und Salons das Ersparte
vergangener Spielrunden auf den Kopf zu hauen. Die Premiere war am 25. November 2007 im
Berliner "Theater am Kurfürstendamm", bis
Ende Januar 2008 stand Haußmann dort auf der Bühne. Das Stück
sorgt schon persé für Lacherfolge: Labiches "Sparschwein"
wurde 1864 mit großem Erfolg in Paris uraufgeführt: Sieben
Hinterwäldler haben einen Verein gegründet. Zweck ist eigentlich die
Vereinsmeierei, die Missgunst und die Schadenfreude. Aber das
vereinseigene Sparschwein ist voll und muss für einen gemeinsamen
Zweck geschlachtet werden. Unter Schwierigkeiten einigen sich die
Provinzler auf ein Ziel: Paris, die damalige Hauptstadt des
Universums, daneben Stadt der Liebe und Hauptstadt des Verbrechens.
Katastrophen sind vorprogrammiert. Und Labiche wäre nicht der König
der Vaudeville-Komödie, wenn er für seine Figuren nicht noch
allerhand überraschende Verwicklungen bereithielte. Ein Klassiker aus
der Blütezeit des französischen Boulevards, mit skurrilem Witz und
herrlich schrägen Figuren neu übersetzt und bearbeitet und mit
einem überraschenden Ende versehen.
(Quelle: Theater am Kurfürstendamm)
Die "Berliner Morgenpost" (27.11.2007) schrieb unter anderem
"Ezard Haußmann spielt mit trockenem Humor und amüsanter
Strenge das Familienoberhaupt und den Häuptling der Landeier; er
schießt komisch Gemeinheiten gegen seine weder schöne noch junge
Schwester. Jedes dieser herzlosen Komplimente ist ein garantierter
Lacher. Die Dame selbst wird von Franziska Hayner sehr lebhaft in
ihrer ganzen Fülligkeit verkörpert. Michael Schönborn poltert einen
kauzigen Bauern hin. Sonst sind die schauspielerischen Qualitäten
einigermaßen unterschiedlich verteilt. Es wird nach Kräften derb und
dick aufgetragen. Auf der Gendarmerie läuft die Farce in die
Leere."
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Einem breiten Publikum war Ezard Haußmann schon zu DDR-Zeiten durch
verschiedene prägnante Fernsehrollen bekannt geworden. Seit den frühen
60er Jahren übernahm er neben Gastauftritten in der Krimiserie "Polizeiruf 110"
interessante Angebote in Stücken wie "Brandstellen" (1978) oder
Mehrteilern wie "Scharnhorst" (1978), wo er den Baron von der Marwitz
verkörperte. Eine seiner bedeutendsten Filmrollen war die des Grafen Heinrich von Brühl
in Hans-Joachim Kasprziks mehrteiligem Historienepos "Sachsens Glanz und Preußens Gloria"1) (1985/1987)
nach Romanen des Polen Kraszewski,
im gesamtdeutschen Fernsehen mimte er dann ab 1990 den
gestressten Flughafenchef Carsten Wolf in der Abenteuerserie "Abenteuer
Airport"1), der gemeinsam mit Charly Kapitzki alias Hansjörg Felmy, dem Chef des technischen Dienstes,
gegen politische Intrigen, Attentate, Waffenhandel und Drogenschmuggel
kämpft; eine bekannte Serienhauptrolle über 50 Folgen lang war auch sein
verschrobener Richter Milde in der Gerichtsserie "Justitias kleine
Fische" (ab 1989).
Foto: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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Bis Ende der 90er Jahre stand Ezard Haußmann
für TV-Spiele wie "Birkenhof & Lerchenau" (1994), "Die
Konkurrentin" (1997) oder für die von seinem Sohn Leander in Szene
gesetzte heiter-dramatische Kinokomödie "Sonnenallee"1) (1999) vor der
Kamera, mit dem das "ganz normale" Alltagsleben in der ehemaligen DDR
aus der Perspektive eines Jugendlichen gezeigt wird, der hinter Mauer
und Stacheldraht aufwächst und den "goldenen Westen" nur
aus dem Fernsehen und durch die regelmäßigen Besuche eines Onkels
aus West-Berlin kennt; eine weitere Zusammenarbeit mit Sohn Leander ergab sich für dessen Komödie "NVA"1) (2005),
einen älteren Herrn mimte er in Eoin Moores Tragikomödie "Im Schwitzkasten"
(2005).
Zu Ezard Haußmanns jüngeren
Fernseharbeiten zählte unter der Regie seines Sohnes Leander die Hauptrolle
in "John Gabriel Borkman" (2000), Florian Richter besetzte ihn als
Fred in der romantischen Komödie "Liebe pur" (2000) und Hans-Christoph Blumenberg
gab ihm die Nebenrolle des Gorbatschow-Beraters Valentin Falin in dem Doku-Drama "Deutschlandspiel" (2000).
Zuletzt sah man den Charakterschauspieler mit der Rolle des Peter Britz,
einem Fotomodel älteren Datums, in der Episode "Der schöne Mann" (2006)
aus der Arztreihe "In aller Freundschaft". Aktuell
stand der Schauspieler im Dezember 2008 vor der Fernsehkamera und
gehörte zur Besetzung einer Episode der neuen SAT.1-Krimiserie
"Der letzte Bulle" mit Henning Baum in der Titelrolle; die
Ausstrahlung war ab Spätsommer 2009 geplant.
2009 gab es eine erneute Zusammenarbeit mit Sohn Leander Haußmann,
im März begannen die Dreharbeiten für die von der Filmförderungsanstalt (FFA) mit 350 000 Euro unterstützte
Komödie mit dem Titel "Dinosaurier Gegen uns seht ihr alt
aus!"3), ein Remake des
erfolgreichen Dramas "Lina Braake" von Bernhard Sinkel aus dem Jahre 1975 mit Lina Carstens
und Fritz Rasp (siehe auch www.deutsches-filmhaus.de).
Hauptfigur des Films über Senioren in einem Altersheim ist eine pensionierte Lehrerin, gespielt von Eva-Maria Hagen,
die von ihrer Bank betrogen wurde und nun zu verhindern versucht, dass die Bank in ihrer Straße ein Einkaufszentrum baut.
Ezard Haußmann verkörpert die Figur des Johann Schneider, wobei der
gewählte Rollenname durchaus an den Baulöwen Jürgen Schneider1)
erinnern soll. Mitwirkende sind neben den Hauptdarstellern Eva-Maria Hagen und Ezard Haußmann
so berühmte Publikumslieblinge wie Walter Giller und Nadja Tiller, weiterhin unter
anderem Ralf Wolter, Daniel Brühl und Ignaz Kirchner;
die Premiere des Films fand am 16. Dezember 2009 in der
Berliner " Kulturbrauerei" statt, Kinostart war dann der 24. Dezember 2009
(siehe auch www.br-online.de).
Am 10. Februar 2010 wurden Filmemacher Leander Haußmann und sein Vater Ezard Haußmann im Berliner Kino
"Babylon" für die Komödie "Dinosaurier Gegen uns seht Ihr alt aus"
mit dem "Ernst-Lubitsch-Preis" geehrt. Seit 1957 verleiht der Club der Berliner Filmjournalisten
diese undotierte Auszeichnung für die
"beste komödiantische Leistung" im deutschen Film.
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Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater und Fernsehen trat der
Schauspieler seit Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit der Klaviervirtuosin Fumiko Shiraga
bei musikalisch-literarischen Abenden mit Balladen, Lyrik und
Liebesgedichten unter anderem von Hesse, Morgenstern, Rilke, Claudius,
Brentano und Goethe auf. Zu
seinen Lieblingsschriftstellern zählte Hermann Hesse,
gemeinsam mit dem Suhrkamp-Verlag arbeitete Haußmann an einer Veröffentlichung
mit Liebesbriefen von Hermann Hesse an seine Mutter.
Das Buch "Liebes Herz!: Briefwechsel mit seiner
zweiten Frau Ruth" erschien am 30. Juli 2007.
Fotos: Privatarchiv Ezard Haußmann*) |
| Der Rezitator Ezard
Haußman |
In den letzten Jahren war der Künstler darüber hinaus
als Dozent (Szenenstudium) an der im Herbst 2006 von Mathias Riedel mit einigen Kollegen gemeinsam
gegründeten Berliner Schauspielschule STARTER tätig. Die Schule bietet
eine 12-monatige Grundausbildung zum Schauspieler für Film und Fernsehen.
Am 10. Februar 2010 beging Ezard Haußmann seinen 75. Geburtstag im Kreise seiner Familie.
Nach einer
schweren Operation, der er sich Ende Dezember 2009 unterziehen musste,
bzw. nach einem Reha-Aufenthalt schien er sich wieder einigermaßen erholt
zu haben, hoffte die schwere Krebs-Erkrankung besiegen zu können.
über die Krebskrankheit, die Operationen und Chemotherapien sprach er
offen, doch Haußmann verlor den Kampf gegen die tückische Krankheit am 6. November 2010
starb Ezard Haußmann in seinem Heim in Berlin-Köpenick.
"Ezard Haußmann der Unerschrockene"
titelte "Der
Tagesspiegel" in einem Nachruf, bezeichnete Haußmann als
"Urgestein des DDR-Theaters wie der Defa". Für Reinhard Wengierek und Peter Zander
von der "Berliner Morgenpost" war er "einer der bedeutendsten Schauspieler der DDR",
mit der die "Volksbühne ein markantes Gesicht verloren
hat". Und die Autoren würdigen Haußmanns schauspielerisches
Wirken weiter mit den Worten: "Ezard Haußmann hatte die
Augen der Träumer. Er war einer, der sich verschenkte, eine
bessere Welt wollte und sich immer wieder aufrieb an vermaledeiten Ist-Zuständen.
Einst an den Entsetzlichkeiten der DDR, später an verrückten Tänzen ums goldene Kalb.
Und zuletzt, ganz privat, am Tumor im Kopf. (
) Auch auf der Bühne konnte er Gegensätzliches
in eins bringen. Vermochte in einer Figur Hartes und Zartes zusammenklingen zu lassen,
was eine untergründige Spannung zwischen Verzweiflung und Draufgängerei ergab.
Vielleicht war es auch ein gewisses gehobenes Schlawinertum, das diesem Komödianten
so starke Präsenz verlieh."
(Quelle: www.morgenpost.de;
siehe auch den Nachruf bei www.mdr.de) |
Während seiner langen, erfolgreichen Karriere erhielt Ezard Haußmann verschiedene
Auszeichnungen, so unter anderem 1990 bzw. 1991 den "Goldenen Vorhang" als beliebtester Schauspieler
Berlins, er war Träger der Silbernen Ehrennadel des Schauspielhauses Bochum,
1991 überreichte man ihm den Verdienstordens des Landes Berlin, den
er jedoch aus moralischen Gründen wieder zurückgab.
Der Schauspieler war seit vielen Jahren mit seiner Frau Doris, einer Kostümbildnerin,
glücklich verheiratet und lebt in Berlin-Köpenick. Aus der Verbindung stammt neben dem 1959 geborenen
Schauspieler und Regisseur Leander Haußmann1) noch Tochter Iris.
Foto: Privatarchiv Ezard Haußmann*)
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