Klaus Kinski 01; Copyright Virginia Shue Klaus Kinski, eigentlich Nikolaus Günther Nakszyński, wurde am 18. Oktober 1926 in Zoppot (heute Sopot, Polen) als jüngstes Kind des Apothekers Bruno Nakszyński geboren (andere Quellen wiederum weisen den Vater als unbedeutenden polnischen Opernsängers aus), die Mutter Susanne war eine Danziger Pfarrerstochter und arbeitete als Krankenschwester. Die Eltern übersiedelten 1930 mit ihrem jüngsten Sohn und den den drei älteren Geschwistern Inge, Arne und Hans-Joachim ("Achim"“) nach Berlin, wo Kinski mit fünf Jahren zeitweilig in ein Erziehungsheim abgeschoben worden sein soll. Später besuchte er in Berlin das Prinz-Heinrich-Gymnasium bis zur Untersekunda und ging noch für kurze Zeit ans Bismarck-Gymnasium. Um sein Schulgeld zu verdienen, arbeitete er nach eigenen Aussagen als Laufbursche, Schuhputzer, Straßenfeger und Leichenwäscher, was jedoch nicht belegbar ist. Mit sechzehn Jahren kam er zur deutschen Wehrmacht und besuchte zunächst ein Wehrertüchtigungslager der Hitlerjugend in Holland. 1944 wurde Nakszynski als Soldat zu einer Fallschirmjägereinheit eingezogen, desertierte aber und geriet an der Westfront in Holland in britische Kriegsgefangenschaft. Dort entdeckte Klaus Kinski, wie er sich von nun an nannte, seine schauspielerische Begabung. Im "Camp 186" in Berechurch Hall bei Colchester mimte er für die Aufseher den Geistesgestörten, mit Erfolg – er wurde entlassen.
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
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Kinski kehrte nach Berlin zurück und erfuhr dort vom Tod seiner Mutter, die bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen war, der Vater galt seit Kriegsende als verschollen. Er wohnte für einige Zeit als Untermieter bei dem Regisseur, Maler und Bühnenbildner Eduard Matzig in der Berliner Künstlerkolonie1) am Laubenheimer Platz, ein Ort, der bis zur Machtergreifung der Nazis als Brutstätte der Linksintellektuellen gegolten hatte.
Nach Kriegsende führte er ein Bohemien-Leben, zog in Deutschland umher (Offenburg, Frankfurt, Berlin). Ein erstes Theaterengagements erhielt Kinski zunächst in Tübingen, wo er als Melchthal aus "Wilhelm Tell" vorsprach und mit dem Vorschuss von 50 DM durchbrannte. Es folgten Engagements in Baden-Baden und an einer Wanderbühne. Seine vielbeachteten Tourneen zeigten ihn als besessenen Künstler, der auf der Bühne auch jähzornig aus der Rolle fallen konnte, wenn Gehuste im Publikum seine Konzentration störte. Seine sprichwörtliche Tobsucht trug ihm in der Filmbranche den Spitznamen "Adolf" ein.  
Aber dem exzentrischen Jüngling war die Welt des Provinztheaters zu eng. Er ging nach Berlin und spielte zunächst Kabarett, hatte dann großen Erfolg als kongenialer Lyrik-Interpret von Villon und Rimbaud. Diese Karriere reichte bis in die 1960er Jahre hinein.
Boleslaw Barlog1) (1906 – 1999) engagierte Klaus Kinski 1946 für 110 Mark im Monat an das von ihm geleitete Berliner "Schlosspark-Theater", wo man den Schauspieler unter anderem in Hauptmanns "Die Ratten" erleben konnte. Als Barlog nach einjährigem Engagement das Versprechen nicht hielt, Kinski die Hauptrolle in Eugene O'Neills "O Wildnis" spielen zu lassen, verließ Kinski das Theater und nahm kurzzeitif Unterricht an der Schauspielschule von Marlise Ludwig1) (1886 – 1982). Anschließend war er 1947 für eine Theatersaison am "Theater in der Kaiserallee" engagiert, wo man ihn unter anderem in Cocteaus "Die Schreibmaschine" und Ibsens "Gespenster" sehen konnte.

Kinski übernahm in den 1950er Jahren, durchaus erfolgreich, verschiedene Gastrollen an deutschen und österreichischen Bühnen, breite Beachtung fand er ab 1953 auch als Rezitator, vor allem mit Gedichten von Villon, Dostojewski, Rimbaud und Schiller. Da seine geniale, wenn auch immer etwas exaltierte Interpretationskunst stets mit einer Neigung zu exzentrischen Ausfällen und rüden Publikumsbeschimpfungen verbunden war, gerieten seine Rezitationsveranstaltungen zu Happenings und nicht selten zu handfesten Skandalen. Seine Inszenierung von Jean Cocteaus Einpersonenstück "La voix humaine" (Die geliebte Stimme), vorgestellt in einem Saal am Berliner Kurfürstendamm, wurde wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gewaltsam abgesetzt. Dessen ungeachtet hatte Kinski mit seinen Rezitationstourneen zeitweise enormen Erfolg. Allein 1961 trat er mit seiner "Ein-Mann-Wanderbühne" über hundert Mal in der Bundesrepublik, in Österreich und der Schweiz auf; außerdem produzierte er rund 25 Schallplatten mit seinen Rezitationen. 
Der Versuch im Jahre 1971 mit "Jesus Christus Erlöser"1) bzw. Texten aus dem Neuen Testament noch einmal an diese früheren Rezensionsfolge anzuknüpfen, geriet allerdings zum Fiasko: Sein Auftritt in der Berliner Deutschlandhalle musste nach Tumulten abgebrochen werden. Die Aufführung vom 20. November 1971 wurde gefilmt und 2008 als Kinofilm, neu geschnitten, veröffentlicht. Im Film wird das verfügbare Material gekürzt gezeigt. Textpassagen aus Kinskis Autobiographie "Ich brauche Liebe" (1991) werden eingeblendet, in den Momenten wo Kinski die Bühne verlässt.3)
Seine letzte Bühnenrolle hatte Kinski bereits 1959 unter Rudolf Noelte an der Berliner "Freien Volksbühne" in einem Theaterabend mit dem Titel "Illusionen" gespielt.

Ende 1947 war auch erstmals die Filmindustrie in Gestalt von Roberto Rossellini auf Kinski aufmerksam geworden. In Berlin fanden Probeaufnahmen für Rossellinis Film "Deutschland im Jahre Null" ("Germania, anno zero") statt. Kinkis sollte dafür "gecastet" werden. Dies scheiterte aber an seinem Theaterengagement, denn bis 1948 war er noch am "Theater in der Kaiserallee" in Berlin verpflichtet. Ende 1948 debütierte Kinski dann auf der Leinwand in Eugen Yorks "Morituri", einer Produktion, die sich mit der jüngsten Vergangenheit bzw. den Nazi-Verbrechen auseinander setzte. "Morituri" erzählt von geflohenen KZ-Insassen, die sich vor den deutschen Häschern versteckten. Der Film war umstritten, es gab Drohbriefe und ein Hamburger Kino wurde zertrümmert.3)
Bei den Filmen, die Kinski seit 1948 drehte, war er keineswegs wählerisch, Hauptsache, die "Kohle" stimmte. Mit diesem Motto brachte Klaus Kinski es auf eine erstaunliche Anzahl von Produktionen, viele davon, wie er selbst ohne Umschweife zugab, waren zu vernachlässigen. 
Das Gasthaus an der Themse; Copyright Einhorn-Film Seine eigentliche Filmkarriere, auch in Deutschland, begann Anfang der 1960er Jahre, als Kinski als Filmbösewicht mit manisch-pathologischem Einschlag für eine lange Reihe von meist zweitklassigen Wallace-Krimis, Italo-Western, SS-Filmen u. Ä. entdeckt wurde. Man denke an die unsäglichen, dennoch heute zum Kult gewordenen Edgar-Wallace-Verfilmungen Anfang der 60er Jahre, in denen Kinski mit irrem Blick und zuckenden Mundwinkeln durch Grünanlagen und Herrenhäuser hastete und als wahnsinniger Psychopath Kinogeschichte schrieb. Erstmals zeigte er sich 1960 in "Der Rächer"1), 15 weitere Produktionen sollten folgen. Zu nennen sind etwa aus dem Jahre 1961 "Das Geheimnis der gelben Narzissen"1), "Die Seltsame Gräfin"1) und "Die Toten Augen von London"1), 1962 folgten "Die Tür mit den 7 Schlössern"1) und "Das Gasthaus an der Themse"1), 1963 ließ er das Publikum in "Der Zinker"1), "Der Schwarze Abt"1) und "Das Indische Tuch"1) erschaudern. 1964 folgten "Die Gruft mit dem Rätselschloss"1), "Das Verrätertor"1),1965 "Neues vom Hexer"1) und 1967 "Die blaue Hand"1).
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
© Einhorn-Film/Weltlichtspiele Kino GmbH
1965 übersiedelte Kinski nach Rom und durch seine Nebenrolle des Kostoyed Amourski in David Leans Kassenschlager "Doktor Schiwago"1) (1965) erhielt er nun auch internationale Angebote, spielte vereinzelt in Hollywood. Doch hauptsächlich fand er Beschäftigung im neuen Genre des Italo-Western, wo er als perfider Schurke endlich auch Hauptrollen spielen durfte. Ein Kultfilm des Western-Genres wurde Sergio Corbuccis "Leichen pflastern seinen Weg"2) (1968), in dem Klaus Kinski als blonder Todesengel beim Schlussduell über den Helden Jean-Louis Trintignant triumphieren durfte. Kinski wurde fortan der Furcht einflößende Bösewicht vieler weiterer Wildwest- und Agentenfilme.
Einen weiteren Schub an die Spitze des großen Kinos erhielt Kinskis Karriere 1972 durch die Zusammenarbeit mit Regisseur Werner Herzog in "Aguirre, der Zorn Gottes"2); es begann eine neue, atypische und sehr fruchtbare Phase in Klaus Kinskis Karriere. In öffentlichen Auftritten wie der zur Farce geratenen PR-Tour für den Legionärsstreifen "Geheimcode Wildgänse"1) (1984) bestand Kinski zwar in mehreren (Nicht-)Interviews unter Schmähung der Filmbranche darauf, dass ihn allein die Gage in seinem Beruf halte, für 100.000 Dollar pro Woche sei er bereit, jeden noch so schlechten Film zu drehen.
Doch die Herzog-Filme zeigten, dass Kinski vor allem in den 1970er und 1980er Jahren zu noch faszinierenden Leistungen fähig war, wenn das Sujet und die Atmosphäre stimmten und der unberechenbare Berufs-Chaot zu Höchstform auflief. Besonders das wahrhaft gespenstische "Nosferatu – Phantom der Nacht"-Remake2) (1978) mit Kinski in einer an Murnaus Original orientierten Schauermaske (täglich 4 Stunden Make-up) und die qualvoll eindringliche Verfilmung des Büchner-Klassikers "Woyzeck"1), ebenfalls 1978, legten für sein unverbrauchtes Talent beredtes Zeugnis ab. Für seine grandiose Darstellung des Grafen Dracula in "Nosferatu" erhielt Kinski das "Filmband in Gold". In dem Film "Fitzcarraldo"2) (1982) zeigte Kinski dann noch einmal eine weitere eindrucksvolle schauspielerische Leistungen auf der Leinwand.
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Einhorn-Film
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Fitzcarraldo; Copyright Einhorn-Film
Der Schauspieler führte in diesen Jahren in Rom das exzentrische Leben eines gefragten internationalen Filmstars und gab durch sein aggressiv-ausschweifendes Verhalten der Boulevardpresse immer wieder Anlass, sich mit seiner Person zu beschäftigen. 1982 übersiedelte Kinski nach Kalifornien; in diesem Jahr beantragte er auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.
1987 war Kinski noch einmal unter Werner Herzog in der blutrünstigen, aber atemberaubenden Verfilmung "Cobra Verde"2) zu sehen. Dazwischen fielen mehrere französische und italienische Produktionen, meist Streifen im Killer- und Gruselgenre. Gute Kritiken erhielt er unter anderem in der deutsch-französischen TV-Produktion "Stumme Liebe" (1981) sowie in dem amerikanischen Science-Fiction-Film "Der Android"1) (1983, Android); erwähnt sei auch die TV-Dokumentation "Zeit zu zweit. Desiree Nosbusch und Klaus Kinski" (1985). 1987 erfüllte er sich mit der Realisierung eines Filmes über "Paganini"2), in dem er für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnete und die Hauptrolle spielte, einen lang gehegten Wunsch, der Streifen wurde jedoch von der Jury des Filmfestivals in Cannes wegen "zuviel Pornographie" vom Wettbewerb ausgeschlossen und kam erst 1999 in die Kinos.

Bis zu seinem Tod trat Kinski in zahlreichen Talk-Shows auf und war auf allen TV-Kanälen präsent. Sein Privatleben dokumentierte er als einen einzigen Exzess, nachzulesen in seinen Autobiografien "Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund" (1975) sowie "Ich brauche Liebe" (1991) – Bücher, die von vielen als Skandal empfunden wurden.
Am 23. November 1991 starb Klaus Kinski 65-jährig und völlig unerwartet auf seinem Anwesen in Lagunitas bei San Francisco (Kalifornien) an einem Herzinfarkt. Seine Asche wurde mit einem Boot zur Golden Gate Bridge gefahren und in den Pazifik gestreut.
1999 brachte Werner Herzog mit "Mein liebster Feind"2) ein Porträt Kinskis in die Kinos, in dem das besondere Verhältnis der beiden noch einmal reflektiert wird; siehe auch Wikipedia.
   
Das typische Minenspiel des Klaus Kinski …
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Klaus Kinski 02; Copyright Virginia Shue Klaus Kinski 03; Copyright Virginia Shue
Klaus Kinski 04; Copyright Virginia Shue Klaus Kinski 05; Copyright Virginia Shue

Kinski war das "Enfant terrible" des internationalen Films und schon zu Lebzeiten eine Legende. Er war provokant, exzentrisch, wirkte krank, ausgemergelt, dem Wahnsinn nahe und gab sich gerne lasziv und ungepflegt mit seinen strähnigen Haaren. Er war der Schrecken der Produzenten und Kollegen, die unter seiner Besessenheit und seinen Launen zu leiden hatten. Aber er war nie langweilig, immer gut für eine Schlagzeile. Ein vielgeladener TV-Talkgast, und das Wichtigste: Er vermochte die Betrachter vor der Bühne und vor der Leinwand mit seiner intensiven Darstellungskunst nachhaltig in seinen Bann zu ziehen.
Kinski spielte Unholde, Visionäre, Besessene, Erotomanen, Narzisse, Magiere, Berserker, Verbrecher, Exhibitionisten. An diesem nervösen Seher von Innenwelten wirkte deshalb alles übersteigert. Rasender und Meditierender zugleich, war er gestisch und mimisch das perfekte Medium seiner inneren Stimmen und Alpträume, denen er wortgewaltig Ausdruck verlieh. Er war ein Avantgardist der Artikulation, das Sprechen entwickelte er zur eigenständigen Kunstform. Sein zitternder Mund, die feuchten Augen, das aufgewühlte Gesicht verliehen seinen Rollen eine überaus exzentrische Note. In deutschen Filmen als "Irrer und Mörder vom Dienst" abgestempelt, wie er selbst es sah, gab seine internationale Karriere den Beweis dafür, dass er ein hochbegabter Charakterdarsteller war.4)
Diese Ansicht teilten auch die Initiatoren des im Frühjahr 2011 in Berlin neu eröffneten "Boulevard der Stars", am 12. April 2011 erhielt auch Kinski mit einem Stern eine posthume Ehrung.

Klaus Kinski war drei Mal verheiratet, Ehefrau Nummer 1 war nach der am 23. März 1952 geborenen gemeinsamen Tochter Pola Kinski1) 1952 die Sängerin Gislinde Kühlbeck geworden. Nach der Scheidung im Jahre 1955 ehelichte der Exzentriker 1960 die damals 20-jährige Ruth Brigitte Tocki, die gemeinsame Tochter Nastassja Kinski1) erblickte am 24. Januar 1961 das Licht der Welt. Auch diese Verbindung ging in die Brüche und endete 1968 vor dem Scheidungsrichter. Sowohl Pola als auch Nastassja Kinski traten in die Fußstapfen ihres Vaters und ergriffen den Schauspielerberuf. Mit seiner dritten Frau, der damals 19-jährigen vietnamesischen Sprachstudentin Geneviéve Minhoi, die Kinski 1971 in Rom heiratete, hatte er den am 30. Juli 1976 in Paris geborenen Sohn Nanhoï Nikolai Kinski1); 1979 wurde die Ehe bereits wieder geschieden. Für Schlagzeilen sorgte er auch anlässlich dieser dritten Eheschließung: Mit Minhoi tobte er einen Tag lang durch Rom, verwüstete Blumenbeete, zertrümmerte in Lokalen teures Geschirr und prügelte sich schließlich mit Polizisten, die ihn zur Ordnung rufen wollten. Dem Einfluss seiner dritten Frau wurde aber auch zugeschrieben, dass Kinski zumindest zeitweise sein hemmungsloses Luxusleben aufzugeben versuchte. 1987 ging Kinski eine Beziehung mit der damals noch minderjährigen italienischen Schauspielerin Debora Caprioglio1) ein, die sich aber 1989 wieder von ihm trennte.

Sohn Nikolai Kinski, der seinem Vater, vor allem was die sinnlich vollen Lippen anbetrifft, unverkennbar ähnlich sieht, hat inzwischen ebenfalls erfolgreich in vielen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt (siehe www.nikolaikinski.de). Während der Berlinale 2007 trug er Gedichte seines Vaters in einem einstündigen Nonstop-Programm vor. Mit "Kinski spricht Kinski: Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen" schließt Nikolai Kinski die Rezitationslücke, die sein Vater hinterlassen hat. Kinski selbst hatte seine eigene spätexpressionistische, teils balladenhafte Lyrik nie öffentlich rezitiert, darüber hinaus war es lange unbekannt, dass er in den frühen 50er Jahren Gedichte verfasst hatte. Erst zehn Jahre nach seinem Tod erschien 2001 im Eichborn-Verlag der von den Medien vielbeachtete und vom "Focus" als "literarische Entdeckung des Jahres" bezeichnete Band "Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen", eine Sammlung mit insgesamt 52, zum Teil wütenden Gedichten. Mit einem Vorwort von Thomas Harlan und zahlreichen Duoton-Abbildungen. "Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen" versammelt bislang unbekannte frühe Gedichte Kinskis, illustriert mit zum Teil unveröffentlichten Fotos. Herausgeber Peter Geyer ersteigerte das Manuskript auf einer Auktion. Entdeckt wurde es im Nachlass einer Jugendfreundin Kinskis und zeigt ihn als Menschen, der das Absolute sucht. "An manchen Tagen schreibt er mehr als zehn Gedichte" – Kinski selbst sprach so über dieses Manuskript, in einer bislang noch unveröffentlichten, in der dritten Person verfassten Autobiografie.5)
Von Kinskis Nachlassverwalter Peter Geyer erschien 2006 im Suhrkamp-Verlag die Biografie "Klaus Kinski", das auf 160 Seiten Leben und Werk zusammenfasst und mit Aufsätzen zum Schaffen des Künstlers sowie Interpretationen von Kinskis Filmen aufwartet3) und von der Sohn Nikolai unter anderem sagte "Übersichtlich gegliedert in Leben, Werk und Wirkung erhält der Leser hier die Chance, den ewig Unverstandenen sehr viel besser zu verstehen. Die Analyse seiner Persönlichkeit ist erschreckend wahr und die bekannten Eckdaten des medialen Klaus Kinski sind endlich einmal klug vernetzt worden." 
Eine weitere Biografie, die ebenfalls 2006 anlässlich des 80. Geburtstages des Schauspielers publiziert wurde, stammt von dem Österreicher Christian David, der über Kinski promovierte; Der Autor schildert in "Kinski. Die Biographie" Kinskis Leben zuverlässig und gewissenhaft Jahr für Jahr, Projekt für Projekt und Film für Film. Kinski als Kind, als Fallschirmjäger, Kriegsgefangener, als Schauspieler an Laien- und professionellen Theatern, seine erfolgreichen Rezitationen, seine Zeit in Berlin, in Rom, in Hollywood und natürlich die über 130 Filme, die er in diesen Städten und andernorts drehte. Die Edgar-Wallace-Verfilmungen, die Italo-Western, die wahllos abgedrehten und die Werner-Herzog-Filme. Das hört sich, so zusammengefasst, viel langweiliger an, als es sich in dieser guten Biografie liest.6)
 
Foto: Klaus Kinski bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1988
Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia;
Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
Klaus Kinski bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1988; Quelle: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia; Urheber: Georges Biard;  Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Links: 1) Wikipedia, 2) prisma-online.de
Quelle:
3) Wikipedia (abgerufen 27.09.2011), 4) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 190)
5) Klappentext, 6) www.kino-zeit.de
Lizenz Foto Klaus Kinski (Urheber: Georges Biard): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported lizenziert. 
Folgende Quellen bzw. Textbausteine liegen dem Kurzportrait zugrunde:
www.prisma-online.de, www.moviesection.de und www.klaus-kinski.de
Offizielle Website: www.kinski.de
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de, www.whoswho.de sowie
verschiedene Artikel bei www.spiegel.de zum Thema "Klaus Kinski"
  
Filme (Auszug)
Filmografie bei der Internet Movie Database
(Link: Wikipedia)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
  • 1961: Die Kurve
  • 1963: Die Mondvögel
  • 1973: Occupation
  • 1973: Katohi (Serie)
  • 1975: Das Geheimnis des Lebens (Lifespan)
  • 1981: Stumme Liebe
  • 1983: Die Schöne und das Biest (Beauty And The Beast)
  • 1984: The Hitchhiker (Folge: Lovesounds)
  • 1987: Die Zeitfalle (Timestalkers)
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