Volker Lechtenbrink wurde am 18. August 1944 im ostpreußischen Cranz geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Bremen und Hamburg. Seine einzigartige Karriere begann bereits mit acht Jahren beim NDR-Kinderfunk, als zehnjähriger stand er dann in einem Weihnachtsmärchen erstmals auf der Bühne. 
Berühmt wurde er 1959 durch seine Rolle des Schuljungen Kurt Hager in Bernhard Wickis preisgekröntem Antikriegsfilm "Die Brücke"1) (siehe auch prisma-online.de). Sein darstellerisches Rüstzeug erlernte Lechtenbrink an der Hamburger "Hochschule für Bildende Künste" sowie am Hamburger Schauspielstudio bei Hildburg Frese1) (1915 – 2002). 1960 gab der erst 16-Jährige dann sein Bühnendebüt als Charakterdarsteller in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" am Landestheater Hannover, dessen Ensemblemitglied er 1967 wurde.
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Volker Lechtenbrink 01; Copyright Virginia Shue
Weitere Verpflichtungen führten den Schauspieler unter anderem nach München an das "Bayerische Staatsschauspiel" sowie an das "Deutsche Schauspielhaus" in Hamburg (1969 – 1983), wo er sich auch als Regisseur einen Namen machte. Dann ging er zu Friedrich Schütter2) (1921 - 1995) an das "Ernst Deutsch Theater", das bis heute seine künstlerische Heimat geblieben ist. Von 1995 bis 1997 war Lechtenbrink Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, seit 1. August 2004 war er als Nachfolger von Isabella Vértes-Schütter Intendant am Hamburger "Ernst-Deutsch-Theater", stand dort auch erfolgreich auf der Bühne und führte Regie; im Juli 2006 gab er die künstlerische Leitung an Schütters Witwe, Isabella Vértes-Schütter1) zurück.
 
*) Link: Kurzportrait innerhalb dieser HP
 
Volker Lechtenbrink mit der Titelrolle in Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel "Clavigo" 01; Copyright Virginia Shue Volker Lechtenbrink mit der Titelrolle in Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel "Clavigo" 02; Copyright Virginia Shue
Volker Lechtenbrink mit der Titelrolle in Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel "Clavigo" 
am "Ernst-Deutsch-Theater (Oktober 1982)
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) 
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Mitte der 1970er Jahre startete Lechtenbrink seine Karriere als Sänger: Mit seiner ersten LP "Der Macher", die 1976 auf den Markt kam, konnte er mit eigenen Texten sowie Liedern des amerikanischen Sängers und Schauspielers Kris Kristofferson auf Anhieb einen riesigen Erfolg verbuchen. Weitere Platten und Konzerttourneen schlossen sich in den nächsten zwölf Jahren an, bis 1994 veröffentlichte er in dieser Zeit insgesamt zwölf Alben. Seine unverwechselbare, markant-rauchige Stimme hat man noch heute im Ohr, unvergessen bleiben wohl seine Hits "Leben so wie ich es mag", "Erst drüben Die Dame", "Hitch Hike baby" oder "Ich glaube, Oma, Du sitzt auf 'ner Wolke", Lieder, welche man auch auf den im Jahre 2000 erschienen sieben CDs "Der ganze Lechtenbrink" hören kann.
 
Das Fernsehen bot dem Multitalent Lechtenbrink seit Anfang der 1960er Jahre ein weiteres Betätigungsfeld. In nachhaltiger Erinnerung wird er mit der Rolle des Sohne Ulli in der populären Familienserie "Alle meine Tiere"2) (1962/63) bleiben, immer wieder übernahm er in den nachfolgenden Jahrzehnten sporadisch interessante Rollen in TV-Spielen und Serien, war im Verlaufe der Zeit in verschiedensten populären Krimi-Reihen wie beispielsweise "Der Kommissar", "Sonderdezernat K1", "Ein Fall für Zwei", "Derrick", "Der Alte" oder "Siska" auf dem Bildschirm präsent. Erfolgreiche Fernsehspiele wie Wolfgang Staudtes Mehrteiler "Der eiserne Gustav"3) (1979, mit Gustav Knuth) nach Hans Fallada oder Hans-Christoph Blumenbergs Großstadt-Thriller "Der Sommer des Samurai"3) (1986) zählen ebenfalls zu Lechtenbrinks Filmografie. 

Volker Lechtenbrink 02; Copyright Virginia Shue In den letzten Jahren spielte das Multitalent unter anderem in den Pilcher-Verfilmungen "Klippen der Liebe" (1999) und "Der Mann meiner Träume" (2007) oder war in der Bella Block-Folge "Geflüsterte Morde" (2000) zu sehen. Zu seinen weiteren, aktuelleren Arbeiten vor der Fernsehkamera zählt die ZDF-Fernsehserie "M.E.T.R.O. – Ein Team auf Leben und Tod" (2006), wo er an der Seite von Ursula Karven und Michael Roll den Chefarzt der Hamburger Tropenklinik Professor Lorenz Baumann mimte. Weitere Auftritte hatte er beispielsweise in den Folgen "Die zweite Chance" (EA: 12.03.2008) und "Einmal Ostsee und zurück" (EA: 16.03.2008) aus der losen ZDF-Reihe "Meine wunderbare Familie"1) sowie in den "Inga Lindström"-Melodramen "Sommertage am Lilja-See"4) (2007) und "Das Herz meines Vaters"3) (2009). Auch in der jüngst ausgestrahlten Inga Lindström-Geschichte "Sommer der Erinnerung"4) (EA: 08.01.2012) war Lechtenbrink mit von der Partie und zeigte sich als schrulliger und wenig erfolgreichen Kunstmalers Arnulf Svensson.
 
In dem animierten Kinderfilm mit dem Arbeitstitel "Der Sandmann und der verlorene Traumsand" lieh er dem kleinen Sandmännchen seine Stimme; der Streifen kam zum 50. Geburtstag des Sandmanns am 30. September 2010 in die Kinos. In Oliver Dieckmanns Fantasy-Komödie "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel"4), basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch-Bestseller von Cornelia Funke, erlebte man ihn als Waldemar Wichteltod bzw. bösen Anführer der Nussknacker-Armee; Kinostart war der 24. November 2011.
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
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Dem Theater blieb Lechtenbrink stets treu, 2001 beispielsweise ging er mit dem Theaterstück "Skylight" des Engländers David Hare bundesweit auf Tournee, ein Jahr später begeisterte er mit dem Stück "Einmal Sonne für zwei" von Pierre Sauvil, mit dem er dann zwei Jahre lang in vielen deutschen Städten gastierte. Ab November 2006 stand er im "Ernst-Deutsch-Theater" Hamburg zum ersten Mal mit seiner jüngsten, damals 14-jährigen Tochter Sophie in der Komödie "Dr. med. Hiob Praetorius" von Curt Götz auf der Bühne. Danach war er in dem auch schon verfilmten dramatischen TV-Duell "Frost/Nixon" über den früheren US-Präsidenten Richard Nixon zu sehen. In dem von Michael Bogdanov inszenierten Stück übernahm Volker Lechtenbrink den Part von Richard "Tricky Dick" Nixon, Michael Ehnert1) mimte den britischen Boulevard-Talker David Frost. Die TV-Duelle zwischen den Beiden avancierten zur Legende. Die finale Episode sahen 45 Millionen Amerikaner – die bis heute höchste Einschaltquote für ein politisches Programm und ein Meilenstein der TV-Geschichte, weil "Underdog" Frost den gewandten Rhetoriker Nixon auf der Zielgeraden doch noch spektakulär zu Fall brachte. "Frost/Nixon" blickt vor und hinter die Kulissen dieser denkwürdigen Begegnung, die für beide zum öffentlichen Moment der Wahrheit wird. Spannung pur.4)
Die Deutsche Erstaufführung bzw. Premiere fand am 6. September 2009 an den "Hamburger Kammerspielen" statt, vom 20. bis einschließlich 23. Oktober war das Stück als Gastspiel im neu eröffneten, von Dieter Hallervorden geleiteten Berliner "Schlosspark-Theater" zu sehen. Lechtenbrink wurde 2010 für seine darstellerische Leistung mit dem "Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater"1) ("Außergewöhnliche Leistungen Darsteller") ausgezeichnet.
2006 gewann der Theaterthriller über das historische TV-Duell von Peter Morgan in London den begehrten "Tony-Award". Aufgrund des riesigen Theatererfolges wurde "Frost/Nixon" in der Originalbesetzung des Stücks mit Frank Langella und Michael Sheen verfilmt.5)  
Nach vielen Jahren kehr Lechtenbrink auch wieder nach Bad Hersfeld zurück, am 15. Juni 2012 findet vor der Kulisse der der Stiftsruine die Premiere von Shakespeares "König Lear" in einer Inszenierung von Holk Freytag mit Lechtenbrink in der Titelrolle anlässlich der Bad Hersfelder Festspiele (15.06. – 05.08.2012) statt → www.bad-hersfelder-festspiele.de.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater und Film erfreut Lechtenbrink auch immer wieder mit Lesungen, beispielsweise mit Texten von Oscar Wilde, Erich Kästner und Wolfgang Borchert das Publikum.
  
Der Sänger, Schauspieler und Regisseur Volker Lechtenbrink, welcher am 18. August 2009 seinen 65. Geburtstag feierte, war zuletzt seit 1997 in vierter Ehe mit der wesentlich jüngeren Schauspielerin Jeannette Arndt verheiratet; laut Medienberichten ließ sich das Paar im April 2009 scheiden. Danach zog sich der Künstler zeitweise aus der Öffentlichkeit zurück, verarbeitete die Trennung in seiner Autobiografie "Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf! Mein Leben." Seine "so unterhaltsam wie ehrlich geschriebene Autobiografie", so WELT-ONLINE, stellte Lechtenbrink erstmals am 19. März 2010 auf der Leipziger Buchmesse vor. WELT-ONLINE schreibt unter anderem weiter: "In einer locker aneinandergefügten Mischung aus Erlebtem und Empfundenem, gewürzt mit Anekdoten, zudem reich bebildert, entsteht nicht der Eindruck, hier könne einer die Tinte nicht halten und müsse mit 65 Jahren endlich der Nachwelt mitteilen, wie bedeutsam er sei."
In letzter Zeit präsentierte Lechtenbrink sein Buch im Rahmen einer Lesetournee.
 
 
Volker Lechtenbrink, fotografiert von dem britischen Fotografen
Stuart Mentiply1) (www.mentiply.de)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons / Urheber: Stuart Mentiply, Wolfsburg
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Volker Lechtenbrink, fotografiert von dem britischen Fotografen Stuart Mentiply;  Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Volker Lechtenbrink ist Vater von drei Kindern, aus seiner ersten Ehe mit der Tänzerin Yvonne van Meerveld stammt Tochter Saskia, die sich als erfolgreiche Drehbuchautorin einen Namen gemacht hat. Auch Adoptiv-Sohn Robert ist inzwischen erwachsen, aus der dritten Ehe mit der Schauspielerin Anja Topf1) stammt die 1992 geborene Tochter Sophie. 
Stand Januar 2012
Kontakt: Agentur Ute Nicolai
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de
Filmografie bei www.imdb.de
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) deutsches-filmhaus.de, 4) prisma.de
4) Quelle: www.hamburger-kammerspiele.de
5) Quelle: www.schlossparktheater.de
Lizenz Foto Volker Lechtenbrink (Urheber: Stuart Mentiply, Wolfsburg):
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