Volker von Collande
Volker von Collande wurde am 21. November 1913 als Volker Hubertus Valentin Maria von Nitschke in Dresden geboren; sein Vater war der Kunstmaler und Bühnenbildner Constantin von Mitschke-Collande, zu seinen väterlichen Vorfahren gehörte ein Jurist dieses Namens, der 1782 an der 2. Teilung Polens maßgeblich beteiligt war. Mütterlicherseits stammte er von Paul Gerhard (1607 –1676), dem berühmten Dichter zahlreicher protestantischer Kirchenlieder ab, sein Großvater war der seinerzeit berühmte Schauspieler Paul Wiecke (1862 – 1944) und seine 1960 tödlich verunglückte Schwester Gisela von Collande (1915 – 1960) war ebenfalls eine renommierte Film- und Theaterschauspielerin.

Nach dem Realgymnasium, einer sich anschließenden Maurerlehre sowie dem Besuch der Staatsbauschule machte von Collande 1932 sein Staatsexamen in Architektur; dann orientierte er sich anders, nahm Schauspiel- und Gesangsunterricht und begann noch 1932 als Sprecher und Regieassistent beim Stuttgarter Rundfunk.
Ab 1933 stand er am "Deutschen Theater" in Berlin auf der Bühne, ein Jahr später gab er in dem Ufa-Film "Rivalen der Luft" sein Leinwanddebüt. Neben seiner Arbeit für das Theater – Collande wirkte ab 1936 sieben Jahre lang am Preußischen Staatstheater unter Gustaf Gründgens – stand der Schauspieler für Filme wie "Der Student von Prag" (1935), "Kapriolen" (1937), "Togger" (1937), "Ihr erstes Erlebnis" (1939), "Männerwirtschaft" (1941), "Die Schwedische Nachtigall" (1941) oder "Wildvogel" (1943) vor der Kamera. Sein Debüt als Filmregisseur feierte er 1942 mit "Zwei in einer großen Stadt" - unter anderem mit Käthe Haack und Paul Henckels - , für das er auch als Drehbuchautor verantwortlich zeichnete und eine kleine Rolle übernommen hatte. Auch nach seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1942 konnte er weiter für den Film arbeiten, übernahm weitere Rollen und Regieaufträge.

Er drehte "Das Bad auf der Tenne" (1943) mit Heli Finkenzeller und Will Dohm sowie "Fritze Bollmann wollte angeln" (1943), neben anderen mit Will Dohm, Werner Fuetterer, Otto Gebühr, Carsta Löck und Günther Lüders; der von ihm inszenierte Film "Eine Kleine Sommermelodie" (1944) mit Irene von Meyendorff und Curd Jürgens wurde allerdings vom NS-Propagandaministerium verboten.
Collande geriet während des 2. Weltkrieges in Kriegsgefangenschaft, arbeitete nach seiner Entlassung ab 1947 zwei Jahre lang als Schauspieler und Oberspielleiter am Stadttheater Saarbrücken; aus dieser Zeit stammt auch sein erster Nachkriegsfilm "Stein auf Stein". 1949 wechselte von Collande als Regisseur und Bühnenbildner an das Hamburger "Thalia-Theater", war außerdem in Hamburg für Film, Funk und Fernsehen tätig. Vereinzelt übernahm er noch schauspielerische Aufgaben in Filmen wie "Absender unbekannt" (1950), "Dreizehn unter einem Hut" (1950), "Ich warte auf dich" (1952, auch Drehbuch) oder "Rittmeister Wronski" (1954); seinen letzten Auftritt als Darsteller hatte er 1959 in dem TV-Stück "Der Mann im Manne". Als Regisseur drehte er unter anderem die Filme "Ein Mann vergisst die Liebe" (1955), "Hochzeit auf Immenhof" (1956), "Der Glücksbringer" (1957), die TV-Serie "Gesucht wird Mörder X" (1959); seine letzte Regie-Arbeit für den Film war "Afrika tanzt" (1967).

Während seiner Karriere war von Collande an über 70 Filmen beteiligt, auch als Drehbuchautor und Produktionsleiter. Der stämmige Schauspieler kam dem Ideal des germanischen Helden sehr nahe, weshalb man ihn in den dreißiger Jahren gern als aufrechten Kerl besetzte; Flieger, Offiziere und Naturburschen fielen in sein Fach, unkomplizierte Menschen voller Tatendrang und Lebensfreude. (Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf  Heinzelmeier/Berndt Schulz)
Ab 1957 war von Collande bis 1959 Leiter der Fernsehfilmabteilung der Ufa in Berlin, 1959 wurde er Produktionschef der "Riva, München"; ab Mitte der 60er Jahre konzentrierte er sich wieder auf das Theater und wurde 1965 Jahr Intendant des Stadttheaters Regensburg. 1969 folgte eine sechsjährige Intendanz der Städtischen Bühnen in Freiburg, anschließend war er bis 1983 Direktor des Theaters der Stadt Wolfsburg und gleichzeitig Kulturberater der "Volkswagen AG". In darauffolgenden Jahren widmete er sich vor allem dem Tourneetheater, aber auch dem Freiburger Mundarttheater "Alemannische Bühne".
 
Der Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant Volker von Collande verstarb am 29. Oktober 1990 mit 76 Jahren in Hannover; noch kurz vor seinem Tod hatte er angekündigt, in seine ehemalige Heimat übersiedeln zu wollen, um dort künstlerische Aufgaben zu übernehmen.
Er war zuletzt seit 1950 in vierter Ehe mit der französischen Schauspielerin und späteren Sprecherzieherin Irene Nathusius verheiratet; die gemeinsame, 1958 geborene Tochter Nora von Collande ist in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und zählt zu den renommierten Film- und Fernsehschauspielerinnen, auch als Autorin hat sie sich einen Namen gemacht.
In erster Ehe war der Künstler seit Ende Oktober 1936 mit der Schauspielerin Ingeborg Hertel verheiratet, die Verbindung ging jedoch nach nur zwei Jahren in die Brüche. Wenig später ging von Collande Mitte April 1939 mit der Tanzpädagogin Gisela Hartwig erneut zum Standesamt, doch auch dieser Ehe war keine lange Dauer vergönnt, Ende November 1942 wurde das Paar geschieden. Einen dritten Anlauf machte von Collande Ende Juni 1944 und heiratete die verwitwete Ballettmeisterin Isabella Vernici (1915 – 1986).
 

Siehe auch wikipedia.org, www.cyranos.ch
Filmografie bei der german.imdb.com, Fotos bei film.virtual-history.com
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de