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| Willy Birgel wurde am 19. September 1891 als Wilhelm Maria Birgel und Sohn des
Goldschmiedes Johann Heinrich Birgel in Köln geboren, wuchs dort zusammen mit fünf Geschwistern, vier Brüdern und einer Schwester
auf. Er besuchte nach der Volks- bzw. Oberrealschule zunächst auf Wunsch seines
Vaters die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Köln, anschließend die
Kunstakademie in
Düsseldorf, da er den väterlichen Betrieb übernehmen sollte. Beeindruckt durch
Maurice Maeterlincks Drama "Monna
Vanna", welches er als 16-jähriger sah, beschloss er dann jedoch Schauspieler zu werden,
wirkte heimlich bei einer heimischen Laienbühne mit und trat schließlich 1910 nach erfolgreicher
Aufnahmeprüfung in die Kölner Schauspielschule
ein. Seine auffallend guten Leistungen brachten ihm drei Jahre später einen ersten Vertrag
am Stadttheater in Bonn ein, wo er unter der Intendanz von Hofrat Beck
zunächst jedoch nur mit kleineren Nebenrollen betraut wurde. Dann wurde seine Laufbahn zunächst
durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen.
Birgel rückte im November 1914 als Artellerist ins Feld, wurde durch
einen Granatsplitter am Fußschwer verwundet und kämpfte
dann nach seiner Genesung bis Kriegsende an der Westfront. Nach kurzfristigen Engagements in Dessau und Koblenz fand er 1919 am Aachener Stadttheater als "Charakterliebhaber und Bonvivant" eine längerfristige Anstellung. Ab 1924 wurde er dann für zwölf Jahre Mitglied des Mannheimer National-Theaters, wo er sich zum eindrucksvollen Charakterdarsteller entwickelte.
Wegen seiner Mitwirkung in nationalsozialistischen Propagandastreifen wie "Feinde" (1940), "Kameraden" (1941) oder der Rolle des Rittmeisters Ernst von Brenken in dem Kasenschlager " reitet für Deutschland" (1941) war Birgel nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten zunächst mit einem zweijährigen Auftrittsverbot belegt worden, aber bald sah man den Künstler wieder erfolgreich mit vielen eindrucksvollen Figuren auf der Leinwand. Auch auf der Bühne konnte er seine Triumphe fortsetzen, so unter anderem als General Harras in Zuckmayers "Des Teufels General", außerdem brillierte er beispielsweise in den Dramen "Das letzte Abenteuer" von Sándor Márai oder "Rebecca" von Daphne du Maurier. Einen langersehnten Wunsch erfüllte er sich 1959 mit einem mehrjährigen Engagement am Schauspielhaus Zürich und seit Mitte der 60er Jahre trat er auch am Bayerischen Staatsschauspiel auf. Birgel setzte bis zum Tod seine Bühnenlaufbahn erfolgreich fort und war auch im Fernsehen zu sehen; noch mit fast 80 Jahren spielte er 1971 die Hauptrolle in der Komödie "Sind wir das nicht alle?" am Kölner Theater am Dom; neben seiner umfangreichen Arbeit für Bühne, Film und Fernsehen war Birgel als Dozent an der Essener Folkwang-Schule tätig.
Seine kultivierte Männlichkeit nach Gutsherrenart prädestinierte ihn für aristokratische Figuren, auch wo er bürgerliche Nobelmänner im Frack spielte. Er galt schnell als der "nationale Schauspieler des deutschen Films", dessen Ritterlichkeit vom Rücken der Pferde herab besonders gut wirkte. Willy Birgel spielte auch nach 1945 nur in Birgel-Tradition die erstklassigen Offiziere, russischen Gouverneure, eleganten Ratsherren, Industriellen mit feiner Lebensart, den Konsul Strotthoff und den Rittmeister Wronski. Seine große, straffe Gestalt, die dunklen Augen und der volle Mund mit den etwas angegriffenen, scharfen Falten daneben, ließen ihn auch als Liebhaber mit wehmütiger Noblesse und innerer Contenance glänzen. (Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz)
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An Auszeichnungen erhielt Willy Birgel unter anderem 1961 den Bambi und den Deutscher Filmpreis, 1966 das Filmband in Gold und 1972 den Grillparzer-Ring der Stadt Wien. Der Grandseigneur des deutschen Films war in erster Ehe seit 1913 mit seiner Kollegin, der Schauspielerin Carola Cajetan verheiratet, die er am Bonner Stadttheater kennengelernt hatte; aus der Verbindung stammte der 1914 geborene Sohn Georg. Seine zweite Ehe ging Birgel 1940 mit der Schauspielerin Charlotte Michael ein, auch diese Ehe endete trotz einer gemeinsamen Tochter Christine (geb. 1942) 1968 mit der Scheidung. Willy Birgel starb am 29. Dezember 1973 mit 82 Jahren an Herzversagen in Dübendorf bei Zürich, wo er seit Mitte der 60er Jahre gewohnt hatte. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Kölner Melaten-Friedhof . 1979 erschien von von E. Mertens das Buch "Reitet für Deutschland – Das große Willy-Birgel-Erinnerungsbuch" unter anderem auch mit vielen Bildern. |
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| Die Links führen zur Filmbeschreibung von 1) der Murnau-Stiftung, 2) Wikipedia | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Siehe auch Wikipedia,
www.dhm.de,
www.cyranos.ch,
www.volksschauspieler.de
sowie www.aryan88.com; umfangreiches Fotomaterial bei film.virtual-history.com |
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