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Fritz Eckhardt wurde am 30. November 1907 als Sohn des Theaterdirektors
Viktor Eckhardt und einer Schauspielerin im österreichischen Linz
geboren; kurz nach seiner Geburt ließen sich die Eltern scheiden. Bei
diesen familiären Wurzeln war es nicht weiter verwunderlich,
dass der junge Fritz beschloss, Schauspieler zu werden und in Wien eine dementsprechende
Ausbildung an der "Akademie für Musik und darstellende Kunst" begann. 1924 gab
er sein Bühnendebüt in Stuttgart am "Wilhelma-Theater", wo sein Vater Intendant war.
Über Engagements
an Provinztheatern kam Eckhardt 1935 zum literarisch-politischen Kabarett
"Lieber Augustin" und 1936 zum "ABC", wo
er als Conferencier auftrat, aber auch inszenierte.
Foto: Fritz Eckhardt in dem von ihm verfassten Stück "Kirche zu verkaufen" (1979)
Regie: Wolfgang Glück
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services
mit weiteren Infos
zu dem Fernsehspiel; © SWR |
Nach dem Einmarsch
der Nationalsozialisten erhielt Eckhardt als Jude Berufsverbot; sein Vater
wurde in einem NS-Konzentrationslager ermordet. Von den Nazis wegen seiner
halbjüdischen Abstammung mit Berufsverbot belegt, ging Eckhardt 1938 nach
Hollywood und schrieb dort vor allem Hörspiele.1)
Zurück aus Amerika eröffnete er am 1. Juni 1945 zusammen mit
Carl Merz2)
(1906 1979) erneut den "Lieben Augustin", der am 10. März 1938 unter dem Druck der
politischen Machthaber den Spielbetrieb hatte einstellen müssen. Zwischen 1946 und 1948 war
Eckhardt Leiter des Wiener "Künstlertheaters", 1947 wirkte er beim
"Kleinen Brettl" mit und schrieb auch für andere deutschsprachige Kabaretts.
Gleichzeitig begann seine Karriere als Schauspieler beim deutschsprachigen
Nachkriegsfilm, wo Eckardt Nebenrollen in österreichischen
Unterhaltungsstreifen spielte, so unter anderem
in "Abenteuer
in Wien"2) (1952), "Bruder
Martin"2) (1954) oder "Pulverschnee
nach Übersee"2) (1956). Weitere Auftritte hatte er beispielsweise in
"So
ein Millionär hat's schwer"2) (1958) neben Peter Alexander,
"Bezaubernde
Arabella"2) (1959) mit Johanna von Koczian, "Ein
Mann geht durch die Wand"2) (1959) mit Heinz Rühmann und "Die
schöne Lügnerin"2) (1959) mit Romy Schneider.
In den 1960er Jahren zeigte er sich in Kinoproduktionen "G'schichten aus dem Wienerwald" (1961),
"Charleys
Tante"2) (1963) oder "Radetzkymarsch"2) (1965).
Doch vor allem durch das Medium Fernsehen avancierte Eckhardt zu einem
vielbeschäftigten Darsteller, der mit der Figur des "Oberinspektor Marek"2)
in der gleichnamigen ORF-Krimiserie seine Popularität ab 1963 noch steigern konnte. Mareks
Wiener Fälle wurden dann ab 7. November 1971 als österreichischer Beitrag in die "Tatort"-Reihe
integriert. Eckhardt hatte sich diesen Ermittlertyp selbst auf den Leib geschrieben, verfasste
fast alle Drehbücher zu den
einzelnen Sendungen und spielte die Rolle des korpulenten, freundlichen,
oft spitzbübischen älteren
"Tatort"-Kommissars mit viel Wiener " Schmäh". Sein Assistent
war eine Zeit lang der ewig griesgrämige Bezirksinspektor Wirth alias
Kurt Jaggberg3),
seinen letzten
und 22. Fall löste Marek bereits im Ruhestand 1987
in "Tatort Der letzte Mord"; siehe auch die
Übersicht zu den "Marek"-Auftritten bei
www.tatort-fundus.de. Fritz Eckhardts Figur des
"Marek" bewegt sich auf einem kleinbürgerlichen und teilweise auch proletarischen Hintergrund eines Wiener Stadtbezirks
und bezieht in einigen der besseren Produktionen ihre Glaubwürdigkeit aus der Zeichnung des Charakters als schnüffelnder,
lebenserfahrener und moralisch engagierter Polizist.1)
Aber auch in anderen TV-Serien wie "Wenn der Vater mit dem Sohne"2) (1971, mit Peter Weck)
oder "Hallo
Hotel Sacher, Portier"
(1973 1975) war der Publikumsliebling Eckhardt auf dem
Bildschirm präsent.
Dazwischen nahm er der vielseitige Künstler immer mal wieder Rollengebote auf der Leinwand an, etwa in
"Hochwürden
drückt ein Auge zu"2) (1971) oder "Trubel
um Trixie"2) (1972); seine letzte Arbeit vor der
Kinokamera war Xaver Schwarzenbergers Komödie "Tafelspitz"2) (1994).
Abbildung des DVD-Covers mit freundlicher Genehmigung von
"Studio Hamburg Enterprises GmbH"
www.ardvideo.de
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Während seiner langen Karriere verfasste Eckhardt, der 1987 mit dem
"Ehrenring der Stadt Wien" ausgezeichnet wurde, mehr als 30 populäre Theaterstücke
und schrieb über 200 Film- und Fernsehdrehbücher. Zu seinen
bekanntesten Theaterstücken zählt das Lustspiel "Minister
gesucht", dass 1966 unter der Regie von Rolf von Sydow mit Eckhardt in
der Hauptrolle auch im Fernsehen gezeigt wurde.
Seine Lebenserinnerungen veröffentlichte der Autor, Schauspieler, Regisseur und Kabarettist 1989 unter
dem Titel "Autobiographie: Ich erinnere mich gern" sowie 1992 "Ein Schauspieler
muss alles können Mein Leben in Anekdoten".
Im darauffolgenden Jahr starb seine Ehefrau, ein Schicksalsschlag, den Eckhardt nicht verwinden konnte.
Zunehmend gesundheitliche Probleme prägten
außerdem die letzten Lebensjahre des Künstlers.
Fritz Eckhardt starb am 31. Dezember 1995, einen Monat nach seinem 88. Geburtstag, in Klosterneuburg (Niederösterreich).
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