Der österreichische Schauspieler Kurt Jaggberg wurde am 10. November 1922 als Kurt Jagersberger in Wiener Neustadt1 (Niederösterreich) geboren. Gleich nach dem Abitur studierte er ab 1945 in Wien Philosophie und Theaterwissenschaften und promovierte vier Jahre später zum "Dr. phil." Sein schauspielerisches Rüstzeug erwarb er sich am renommierten "Max-Reinhardt-Seminar"1), neben dem Fach "Schauspiel" belegte er auch das Fach "Regie".
1950 startete Jaggberg seine Karriere als Lektor beim Wiener Rundfunk, daneben trat er als freier Schauspieler an verschiedenen Wiener Bühnen wie dem "Theater in der Josefstadt"1), dem "Volkstheater"1) oder dem "Theater an der Wien"1) auf, weitere Stationen seiner Laufbahn wurden unter anderem in Berlin die "Freie Volksbühne"1), das "Hebbel-Theater"1) und das "Theater am Kurfürstendamm"1) sowie in der Schweiz das "Schauspielhaus Zürich"1).
Jaggberg verlieh vielen Figuren eindrucksvolle Bühnenpräsenz, gestaltete beispielsweise den Prinz von Arragon in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig"1), den Diener Nicola" in Shaws "Helden"1) oder die Rolle des jungen Albert  in der Uraufführung (1965) des Erstlings-Dramas "Elio oder Eine fröhliche Gesellschaft" von Otto F. Walter1) am "Schauspielhaus Zürich" → www.spiegel.de. Mit Peter Zadek1) erarbeitete er die Figur des Papstes Leo X.1) in dem Schauspiel "Luther"1) von John Osborne1) oder glänzte als Gewürzkrämer Zangler in der Nestroy-Posse "Einen Jux will er sich machen" (1982). Zudem gehörte Jaggberg 1956 auch der legendären, heute als "Namenloses Ensemble"1) bekannten, Wiener Kabarettgruppe um Helmut Qualtinger, Carl Merz und Gerhard Bronner an und spielte in dem Programm "Blattl vorm Mund" im "Intimen Theater"1) mit.

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
 zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Kurt Jaggberg 01; Copyright Virginia Shue
Ein breites Betätigungsfeld nahm Jaggbergs Arbeit für den Rundfunk ein, mehr als 1.500 Hörfunkrollen weist seine Vita auf; als Synchronsprecher war er ebenfalls, wenn auch eher sporadisch gefragt → synchronkartei.de. Außerdem arbeitete Jaggberg erfolgreich als Autor und Regisseur für Funk und Fernsehen, wurde jedoch hauptsächlich durch seine Bildschirmauftritte einem breiten Publikum bekannt.
Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte der Schauspieler Anfang der 1950er Jahre gesammelt, übernahm kleinere Aufgaben in Kinostreifen wie "Die Fünf Karnickel" (1953) oder "Spionage"1) (1955). Zur Filmografie gehören beispielsweise auch die Wallace-Krimis "Die seltsame Gräfin"1) (1961), "Die Gruft mit dem Rätselschloß"1) (1964) und "Das Phantom von Soho"1) (1964), weitere Arbeiten für das Kino waren der Jerry Cotton-Streifen "Der Tod im roten Jaguar"1) (1968), das Drama "Der letzte Werkelmann"2) (1972), die Geschichte um den Wunderkäfer Dudu "Ein Käfer gibt Vollgas" (1972) und Lee Katzkins "The Salzburg Connection" (1972, unter anderem mit Klaus Maria Brandauer → Übersicht Kinofilme.
Auf dem Bildschirm erlebte man Jaggberg schon früh in beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar" und "Derrick", in der Serie "Stahlnetz" war er in den 1960er Jahren mehrfach mit unterschiedliche Rollen zu sehen. Ab 1970 wurde er dann neben dem behäbigen Inspektor Marek alias Fritz Eckhardt (1907 – 1995) zum Dauergast im ORF-"Tatort" und unterstützte seinen Chef 13 Folgen lang als oftmals grantiger Bezirksinspektor Wirz. Bereits zwischen 1963 und 1970 hatte Jaggberg diese Figur in der eigenständigen ORF-Krimiserie "Oberinspektor Marek"1) verkörpert.
Kurt Jaggberg 02; Copyright Virginia Shue Nach dem Ausscheiden von Eckhardt, der auch als Drehbuchautor verantwortlich zeichnete, nahm Jaggberg ab 1984 in "Der Mann mit den Rosen"1) als Oberinspektor Hirth selbst das Kommando bei den Ermittlungen, war dann am 21. September 1986 in der Story "Wir werden ihn Mischa nennen"1) letztmalig als "Tatort"-Kommissar im Einsatz. Zu Jaggbergs Serien-Filmografie zählen darüber hinaus Publikumserfolge wie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk"1) (1972) oder "Mordkommission"1) (1975) sowie in den letzten Jahren Gastrollen wie beispielsweise in  "Die schnelle Gerdi"1) (1989) oder "Moselbrück"1) (1992/93).
Prägnante Figuren stellte er auch in den Mehrteilern "Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck" (1972) und "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus" (1975) dar → Übersicht TV-Produktionen.

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Seine letzte Bühnenrolle war 1991 die des Polizeidirektors in der Komödie "Moral" von Ludwig Thoma1) am "Stadttheater Berndorf"1) anlässlich der "Berndorfer Festspiele" im niederösterreichischen Berndorf, inszeniert von Intendant Felix Dvorak1) nach seiner szenarischen Neufassung unter anderem mit Gabriele Jacoby1) (Tochter von Marika Rökk und Georg Jacoby1)).
Der Autor, Regisseur und Schauspieler Dr. Kurt Jaggberg starb am 27. Dezember 1999 im Alter von 77 Jahren nach langem Alzheimer-Leiden in einem Wiener Pflegeheim. Der Künstler war mit Ehefrau Uschi verheiratet und hinterließ drei Kinder; die letzte Ruhe fand er auf dem Kagraner Friedhof1) (Gruppe C, Nummer 175) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
DER STANDARD schrieb anlässlich des Todes in einem Nachrufs unter anderem: "Im Spiel des gebürtigen Wiener Neustädters Jaggberg flossen Grobheit und Sensibilität zu jener delikaten Wiener Seelenmischung zusammen, in der die großen Widersprüche der Welt sich liebenswürdig abgemildert als kleine Unzulänglichkeiten spiegeln." 
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) film.at
     
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: fernsehserien.de, wilhelm-koehler-verlag.de, Wikipedia,
Die Krimihomepage, grillparzer.at)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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