
Gustav Knuth, eigentlich Gustav Adolf Karl Friedrich Knuth, wurde am
7. Juli 1901 in Braunschweig geboren. Der Sohn eines Zugführers brach
nach der Volksschule eine Lehre zum Bauschlosser ab und nahm zunächst Schauspielunterricht bei dem Braunschweiger
Hofschauspieler Casimir Paris, erlernte das Handwerk weiter auf Provinz- und Wanderbühnen.
Mit 17 Jahren trat Knuth von zu Hause ausgerissen 1918 sein erstes Engagement
am Stadttheater von Hildesheim an, weitere Verpflichtungen führten ab 1919 für drei Jahre
an das Stadttheater nach Harburg, anschließend bis 1925 nach Basel und dann
bis 1933 nach Hamburg-Altona sowie im gleichen Jahr bis 1936 an das Hamburger Schauspielhaus
unter Karl Wüstenhagen1) (1893 1950). Dann ging er nach Berlin, spielte 1937 bis 1944 an den Berliner Bühnen
unter Gustaf Gründgens2) (1899 1963), wo
Knuth sowohl die großen Figuren des klassischen
als auch des modernen Fachs verkörperte. Besondere Erfolge brachten ihm in seinen Hamburger Jahren
beispielsweise der alte Huhn in Hauptmanns "Und Pippa
tanzt", Hamsuns "Munken Vendt", der Just in
Lessings "Minna von Barnhelm" oder sein Auftritt in in Molnars
"Liliom". 1949 ging Knuth ans "Zürcher
Schauspielhaus", dem er mit Unterbrechungen bis in
die 1980er Jahre angehörte. Hier brillierte er unter anderem schon zu
Beginn seiner Züricher Zeit als General Harras in Zuckmayers
"Des Teufels General".
Hinreißend war 1954 sein Theaterdirektor Emanuel Striese in der von Kurt Hoffmann inszenierten Film-Version von "Der Raub der Sabinerinnen"1), bemerkenswert 1955 seine Darstellung als Fuhrunternehmer Karl John in Robert Siodmaks Hauptmann-Verfilmung "Die Ratten"1) oder 1960 der lüsterne Biedermann in "Das kunstseidene Mädchen" einprägsame Rollen, in denen er seine darstellerischen Möglichkeiten ausreizen konnte. Aber auch mit prägnanten Nebenrollen wie beispielsweise als Max von Bayern in den drei "Sissi"-Filmen1) (1955/56/57) oder als Stationsvorsteher István Rácz in der hinreißenden Romanze "Ich denke oft an Piroschka"1) (1955) bleibt Gustav Knuth unvergessen.
Mit seiner massigen Gestalt dem schweren Gang und den pfiffigen kleinen Äuglein war Knuth der Typ des verschmitzten Kerls, ein grimmiges oder komisch-tapsiges Mannsbild. Ein volkstümlicher Komödiant mit Herz und Verstand der am treffendsten Proleten und Schiffer Männer aus dem Hafen oder Zirkusmilieu porträtierte.3) Knuth zeigte in seinen Theaterrollen die "mitreißende Leidenschaft eines aufgewühlten Gefühls", wie ihm ein Kritiker bescheinigte. Besonders Charakterrollen des "ganzen Kerls" lagen ihm, in denen er kauzig und menschlich zugleich sein konnte und nicht selten gerieten sie zu glanzvollen Auftritten von sprühender Kraft.4) An Auszeichnungen erhielt der 1935 zum "Staatsschauspieler" ernannte Gustav Knuth 1962 den "Ernst-Lubitsch-Preis"1) für seine darstellerische Leistung in dem Rühmann-Film "Der Lügner" (1961). Mehrfach konnte Knuth einen "Bambi" nach Hause tragen, 1967, 1968 und 1980 wurde ihm die Trophäe in "Gold", 1970 in "Silber" überreicht. Auch eine "Goldene Kamera" (1976) zeugt von Knuths Popularität, zwei Jahre zuvor hatte man ihm das "Filmband in Gold" (1974) für "langjähriges und erfolgreiches Wirken im deutschen Film" verliehen. Als Autor veröffentlichte Gustav Knuth 1974 seine Memoiren unter dem Titel "Mit einem Lächeln im Knopfloch", vier Jahre später gesammelte Anekdoten unter dem Titel "Darüber hab' ich sehr gelacht". Der beliebte Schauspieler, welcher zuletzt in in Küsnacht in der Schweiz lebte und die Schweizer Staatsbürgerschaft besaß, starb am 1. Februar 1987 mit 85 Jahren nach einem zweiten Schlaganfall in Neumünster/Zürich an den Folgen eines Herzinfarktes. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von Hinterriet/Küsnacht bei Zürich; in der Grabstelle wurde später auch seine zweite Ehefrau beigesetzt; siehe auch das Foto der Grabstelle bei www.knerger.de. Gustav Knuth war zwei Mal verheiratet, seine Ehe mit der Schauspielerin Gustel Busch1) (1900 1969) war in den 1930er Jahren geschieden worden, anschließend ehelichte er seine Kollegin Elisabeth Lennartz1) (1902 2001). Der 1935 geborene Sohn Klaus Knuth stammt aus der Ehe mit Gustel Busch und wurde ebenfalls Schauspieler, konnte aber den Bekanntheitsgrad seines Vaters nicht erreichen. |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait bzw. Beschreibung innerhalb dieser
Webpräsenz Quelle: 3) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 197 4) www.filmmuseum-hamburg.de |
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Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und
TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com |
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