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Klaus Maria Brandauer wurde am 22. Juni 1944 als Klaus Georg Steng
im österreichischen Altaussee (Steiermark) geboren; sein
Vater Georg Steng war Zollbeamter und stammte aus Deutschland, seine Mutter
Maria war Österreicherin. Schon früh interessierte er sich für alles, was
mit dem Theater zusammenhing, gründete beispielsweise als Schüler
eine Laienspielgruppe. Nach dem Abitur begann Brandauer, der den
Mädchennamen seiner Mutter als Künstlernamen gewählt hatte, 1962 ein
Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart,
welches er jedoch nach zwei Semestern wieder abbrach.
Das Theaterduo Peter Stein und Klaus Maria Brandauer realisierte dann zur Spielzeit 2008/09 Kleists "Der zerbrochne Krug", als schlitzohriger Dorfrichter Adam bewies Brandauer bei der Premiere am 13. September 2008 am "Berliner Ensemble", dass er sich durchaus mit legendären Vorgängern wie Emil Jannings, Helmut Qualtinger oder Gustav Knuth messen lassen kann. "Brandauer, der den Adam räkelnd, rülpsend und doch auch raffiniert spielt, ist so präsent, dass allein ein Schwung seines Umhangs die ganze Bühne zu füllen scheint. Dort wirkt er wie ein Schweinwerfer: Ohne ihn ist es dunkel." kann man u. a. bei waz-online.de nachlesen. Der Journalist und Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) am 15. September 2008 (www.faz.net): "Brandauer spielt das längst vergeigte Spiel noch einmal: wütend, wahnsinnig, unnachgiebig, lustvoll verzweifelt den Sündenfall in einem Paradies, in dem jeder jedem nur noch zur Hölle werden kann. Ob das in Pluderhosen oder in Kaufhausanzügen geschieht, ist gleichgültig. In Pluderhosen aber ist es komischer. Die Komödie eines Richters, der über seine eigene Untat zu Gericht sitzen muss, wird hier zum Weltendspiel einer Ego-Groteske." Matthias Heine kommentierte in DIE WELT (www.welt.de" nach der erfolgreichen Premiere unter anderem "Der einstige Star des Burgtheaters ist offenbar in Berlin ganz heimisch und zum Lieblingshauptdarsteller von Stein geworden. Er wirft sich in die Rolle mit viel Lust am aufgeschminkten Alter, an den angeklebten Wunden und an der körperlichen Widerwärtigkeit seiner Figur. Einmal kotzt er sogar aus dem Fenster. Er spielt den Adam ein bisschen Brandauer-hafter und eitler als er den Wallenstein gespielt hat. Aber das stört nicht." Zum grandiosen Erfolg geriet am 26. Juli 2010 auf der Pernerinsel in Hallein im Rahmen Salzburger Festspiele auch die Premiere des Stückes "Ödipus auf Kolonos" von Sophokles, in einer Übersetzung von Peter Stein. In der von Stein neu inszenierten, rund dreistündigen Tragödie eine Koproduktion mit dem "Berliner Ensemble" gibt Brandauer neben Katharina Susewind als Antigone brillant und facettenreich den fast gelähmten und blinden König Ödipus. "Regisseur Peter Stein erntet für seine durchkomponierte und hoch klassische Inszenierung auf der Perner-Insel Bravo-Rufe und Ovationen. Star des Abends ist aber Ausnahmeschauspieler Klaus Maria Brandauer " kann man bei www.nz-online.de lesen. "Diese pausenlose Dreistundenaufführung ist die schönste Zumutung, die das deutschsprachige Theater derzeit zu bieten hat." schreibt Ulrich Weinzierl bei www.welt.de und meint unter anderem weiter: "Zugegeben: Steins und Sophokles' Triumph ist ausschließlich mit Klaus Maria Brandauer vorstellbar. Ungern hört der 66-Jährige den Komplimentbegriff der "Alterskarriere", und dass er diese der Zusammenarbeit mit Peter Stein verdanke. Trotzdem steht außer Zweifel: Mit wechselseitiger Hilfe holen die Beiden das jeweils Beste aus sich heraus, erst aneinander wachsen sie über sich hinaus ob bei Schillers "Wallenstein" oder bei Kleists "Zerbrochnem Krug". Der Ödipus bildet nach dem Dorfrichter Adam den ganzvollen Höhepunkt einer Trilogie des Neu- und Wiedersehens. Brandauer ist mehr als ein Star, er ist ein großer, wunderbarer Schauspieler, einer der größten, die wir haben."
Brandauer avancierte damit auch auf der Leinwand zum Star, Rollenangebote in internationalen Filmproduktionen ließen nicht lange auf sich warten. 1983 agierte er als Bösewicht Maximilian Largo (Spectre) und Gegenspieler des James Bond-Darstellers Sean Connery in "Sag niemals nie"2) (Never Say Never Again), 1985 folgte die Titelrolle in István Szabós "Oberst Redl"2), der Geschichte um den Aufstieg des karrieresüchtigen Eisenbahnersohns Alfred Redl zum Chef des Geheimdienstes der K.u.K. Doppelmonarchie und die Umstände, die 1913 zu dessen Selbstmord führten; für seine schauspielerische Leistung wurde Brandauer mit dem "Filmband in Gold" ausgezeichnet.
Im gleichen Jahr war er als Baron Bror Blixen-Finecke in Sidney Pollacks "Jenseits von Afrika"2) (Out of Africa) neben Meryl Streep als Karen Blixen und Robert Redford als Denys Finch Hatton auf der Leinwand zu sehen, dem melodramatischen Film in opulenten Bildern über das Leben der dänischen Schriftstellerin Tania Blixen in Afrika; für seine Rolle in diesem Hollywood-Film wurde Klaus Maria Brandauer 1986 für den Oscar für die beste männliche Nebenrolle nominiert. In dem amerikanischen Streifen "Das Feuerschiff" (The Lightship) nach einer Novelle von Siegfried Lenz mimte er 1985 den auf ein Feuerschiff strafversetzten Captain Miller, ein Jahr später den Alek Neuman in dem Boxerfilm "Streets of Gold", 1988 folgte die Rolle des Baron Alexander von Hauenstein in Andrew Birkins "Brennendes Geheimnis"1) (Burning Secret) nach der Novelle von Stefan Zweig mit Faye Dunaway als Partnerin. Ebenfalls 1988 sah man Brandauer mit der dämonischen Titelrolle in István Szábos "Hanussen"1), der Geschichte des ehrgeizigen Sohnes eines erfolglosen Wanderschauspielers, der über Nacht unter dem Künstlernamen "Jan Eric Hanussen" zum gefeierten Hellseher und zum Star der Berliner Scala wird. Hanussens Karriere erhält einen politischen Charakter, indem er Hitlers Wahlsieg vorhersagt, zu Hitlers Prophet avanciert und sein Machtstreben schließlich mit dem Leben bezahlen muss, als er den Reichstagsbrand ankündigt.
1994 führte Brandauer erneut Regie bei "Mario und der Zauberer" nach Thomas Manns Novelle um eine deutsche Schriftstellerfamilie, die im Italien der Frühzeit des Faschismus in politische Wirren und private Konflikte gerät und spielte die Rolle des Zauberers und Hypnotiseurs Cipolla, 1999 war er der holländische Maler Rembrandt1) in dem gleichnamigen französischen Historienfilm. 2000 sahen ihn die Kinozuschauer als Orlov in dem schwedischen Erfolgsthriller "Dykaren", 2002 als Wiener Modeschöpfer "JM" Jan Jedermann neben Juliette Gréco in Fritz Lehners "Jedermanns Fest"1), einer modernen Variante des "Jedermann"-Themas, sowie als Alexander Bauer in Edoardo Pontis Regiedebüt "Zwischen Fremden" (Between Strangers); der Sohn von Sophia Loren drehte ein schwermütiges, starbesetztes Drama über verpasste Chancen und unterdrückte Sehnsüchte dreier Frauen, in dem Brandauer den Vater der Fotojournalistin Natalia spielte. Auch Verkörperungen historischer Figuren zählen zu Brandauers Repertoire; so spielte er 2001, neben Christopher Lambert in der Titelrolle des jungen Galliers Vercingétorix, dessen Gegenspieler Julius Cäsar in dem französisch-kanadischen Kinofilm "Druids Der letzte Kampf um Rom" (Vercingétorix); auf dem Bildschirm hatte man ihn einige Jahre zuvor mit der Rolle des König Nebukadnezar in "Jeremiah"2) (1998) sehen können. In jüngerer Zeitbeeindruckte Brandauer als Philosophielehrer und zwielichtiger Nazikollaborateur Dr. Gregor Lämmle neben Giovanna Mezzogiorno als Maria von Gall in dem Geschichtsdrama "Im Visier des Bösen"1), einer spannenden Film-Adaption von Loup Durands Roman "Daddy" auf dem Bildschirm. In dem international besetzter TV-Zweiteiler "Kronprinz Rudolf"2) (2006), einer von Robert Dornhelm für den ORF gedrehten szenischen Dokumentationen über den österreichischen Thronfolger mit Max von Thun in der Hauptrolle spielte Brandauer den Kaiser Franz-Joseph, in Josef Rusnaks Thriller "Die vierte Generation" (2006, The Fourth Generation) war er neben Iris Berben und Ken Duken zu sehen.Danach stand er für Regie-Legende Francis Ford Coppola vor der Kinokamera und spielte in dem Familienepos "Tetro" (2009) die Doppelrolle eines verkrachten Dirigenten-Brüderpaares; in Amerika ging der in schwarz-weiß gedrehte Film am 9. Juni 2009 an den Start. Eine weitere Produktion mit Brandauer in einer der Hauptrollen ist der Politthriller "Manipulation" (2009) des Schweizer Filmemachers Pascal Verdosci nach dem Schweizer Bestseller "Das Verhör des Harry Wind" (1962) von Walter Matthias Diggelmann2) (1927 1979). In der Geschichte, angesiedelt zur Zeit des Kalten Krieges, hat Brandauer die Rolle des erfolgsverwöhnten Bundespolizisten Urs Rappold übernommen, sein Gegenspieler, der raffiniert-zwielichtige PR-Unternehmer Dr. Harry Wind, wird von Sebastian Koch dargestellt. Zur Welturaufführung gelangte "Manipulation" in der Schweiz anlässlich der 46. Solothurner Filmtage (20.27. Januar 2011) als Eröffnungsfilm und ging am 3. Februar 2011 in der Schweiz an den Kinostart; siehe auch www.artfilm.ch sowie die Website zum Film. In der Produktionsphase befindet sich der von Antonin Svoboda inszenierte Kinofilm "The Boundary Man", thematisiert werden letzten Lebensjahre des österreichischen Psychoanalytikers und Grenzforschers Wilhelm Reich2) (1897 1957), dargestellt von Brandauer → www.filminstitut.at.
Klaus Maria Brandauer erhielt im Verlaufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen, so unter anderem 1982 den "David di Donatella Preis" als bester ausländischer Darsteller für seine Rolle im "Mephisto", 1983 und 2003 einen "Bambi", 1985 das "Filmband in Gold" des Deutschen Filmpreises sowie 1986 den "Golden Globe" für seine Rolle in "Out of Africa". Brandauer ist Träger des "Grillparzer Ringes", Ehrenbürger seiner Heimatstadt, Ehrendoktor der Universität von Tel Aviv und erhielt mehrere Bundesfilmpreise; für sein Gesamtwerk wurde er 1991 mit der "Goldenen Kamera" geehrt. Am 1. November 2008 wurde Brandauer, seit fast als vier Jahrzehnten festes Ensemble-Mitglied am Wiener Burgtheater, Ehrenmitglied der berühmten Bühne. Die Verleihung der Urkunde durch Direktor Klaus Bachler fand im Anschluss an die Vorstellung von Lessings Drama "Nathan der Weise" statt, in dem Brandauer derzeit die Titelrolle gibt. Damit kann sich der österreichische Mime in die lange Reihe von berühmten Burgschauspielen einordnen, die bereits diese Ehrung erfahren haben, darunter Annemarie Düringer Michael Heltau und Fritz Muliar. Die "Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold" konnte Brandauer am 1. Dezember 2008 entgegennehmen, Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) würdigte Brandauer in seiner Laudatio als Kosmopoliten und großartige Künstlerpersönlichkeit, die in aller Welt bekannt, geliebt und verehrt werde. (siehe auch wien.orf.at) Ebenfalls 2008 wurde Brandauer der Theaterpreis "Gertrud-Eysoldt-Ring" der Stadt Bensheim verliehen, am 20. März 2010 folgte in Graz der "Große Diagonale-Schauspielpreis" für die Verdienste um die österreichische Filmkultur; am 17. April 2010 erhält der Künstler dann die "Platin-Romy" für sein Lebenswerk, einen österreichische Fernsehpreis, der seit 1990 von der Tageszeitung "Kurier" zur Erinnerung an die berühmte deutsch-österreichische Schauspielerin Romy Schneider (1938 1982) verliehen wird.
Im November 2003 erschien von Christine Dössel die Biografie
"Klaus Maria Brandauer Die Kunst der Verführung" in der die Autorin den Werdegang des
gefeierten Schauspielers nachzeichnet. Bereits 1996 veröffentlichten Heiko R. Blum und Sigrid Schmitt
die Biografie "Klaus Maria Brandauer",
die mit vielen Fotos die Laufbahn Brandauers vom Theaterschauspieler am Burgtheater in Wien
bis hin zum internationalen Filmstar
dokumentiert. 1991 hatte Brandauer seine Memoiren unter dem Titel
"Bleiben tu' ich mir nicht" auf den Markt gebracht. |
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| Link: 1) www. prisma-online.de, 2) Wikipedia | Stand: Januar 2012 | ||||||||||
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de Filmografie bei www.imdb.de Kontakt: www.nova-pool.de |
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