Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Thomas Dashuber; Copyright Thomas Dashuber (www.dashuber.de) Jörg Hube wurde am 22. November 1943 als Sohn eines Schauspielerpaares in Neuruppin (Mark Brandenburg) geboren, wurde von seiner Mutter zunächst alleine groß gezogen und wuchs in Dießen am Ammersee und München auf. "Seine Mutter war alleinerziehend und gab den kleinen Jörg ins Heim, als er drei Jahre alt war. In ergreifenden Kinderbriefen bittet er darum, dass sie ihn dort abholt. Als Schüler fiel Hube dann durch seine Aufmüpfigkeit auf. Er musste immer wieder die Schule wechseln, etwa weil er seine Lehrer beschimpft hatte. Ungerechtigkeit konnte ihn zeitlebens richtig wütend machen, er wollte nicht, dass Menschen sich betrügen lassen."*)
Noch vor Abschluss des Gymnasiums entschied er sich ebenfalls für den Beruf des Schauspielers und absolvierte in München die renommierte "Otto-Falckenberg-Schule"1) sowie in Salzburg das "Mozarteum"1). Ein erstes Engagement erhielt Hube anschließend an den "Vereinigten Bühnen" in Graz und debütierte als Konklavist in Reinhard Raffalts schwergewichtigem Kirchen-Stück "Der Nachfolger", dann wechselte er zur Spielzeit 1968/69 an das Theater der Stadt Trier, wo er unter anderem mit der Titelrolle in Kleists "Der Prinz von Homburg" auf sich aufmerksam machte.
Dass er nicht nur ein vielseitiger Theaterdarsteller war, bewies Hube dann auch mit seiner Tätigkeit beim Hörfunk (OR Salzburg), als Kabarettist machte er sich zwischen 1971 und 1973 einen Namen beim Münchner Studentenkabarett "Die Hammersänger", trat neben dem bekannten Satiriker Helmut Ruge1) in Programmen wie "Maria hilf!", "Vorsicht, die Mandoline ist geladen" oder "Meise auf dem Vibraphon" in Erscheinung.
  
 
Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Thomas Dashuber
© Thomas Dashuber (www.dashuber.de)
Weitere Bühnenstationen waren beispielsweise in München das "Theater der Jugend" (1973 – 1975), das "Moderne Theater" (1975) sowie ab 1973 die "Kammerspiele", wo Hube mit Unterbrechungen bis zuletzt regelmäßig auf der Bühne stand. Darüber hinaus gastierte er bei verschiedenen Festspielen und deutschen Bühnen, so beispielsweise 1977 bei den Festspielen in Gandersheim als Protagonist in Büchners "Dantons Tod", als Canidius 1994 bei den Salzburger Festspielen in Shakespeares "Antonius und Cleopatra" oder 1980 in Heidelberg als Bürgermeister in Gogols "Der Revisor". Seit 2001 gehörte der Schauspieler fest zum Ensemble des "Bayerischen Staatsschauspiels". Zu seinen letzten Rollen zählte dort 2008 die Figur des Capulet in Shakespeares "Romeo und Julia" in einer Inszenierung von Tina Lanik am "Residenz Theater".
   
An den "Münchner Kammerspielen" begeisterte Hube beispielsweise als Viehzüchter in Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" (1973/74), als Dichter Edgar in Franz Xaver Kroetz' "Nicht Fisch nicht Fleisch" (1983) oder als Maler Conti in Lessings "Emilia Galotti" (1983/84, auch TV). Bei dem am 9. Juli 1985 uraufgeführten Kroetz-Stück "Bauern sterben" war er ebenso zu bewundern wie rund zehn Jahre später als Klosterbruder in Lessings "Nathan der Weise" (1994). Weitere wichtige Bühnenfiguren waren beispielsweise der Franz Schritt in Kroetz' "Bauerntheater" (1998), die Titelrolle in Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (1998) oder der Polymestor in "Hekabe" (2001) von Euripides – um nur einiges zu nennen.
In jüngerer Zeit brillierte Hube unter anderem am Münchener "Residenz Theater" als Prinz von Marokko in Dieter Dorns Shakespeare-Inszenierung "Der Kaufmann von Venedig" (2001). Unter der Regie von Florian Boesch war Hube im gleichen Jahr überragend als heuchlerischer Altruist Multscher in Marius von Mayenburgs modernen Drama "Parasiten" zu erleben, in der von Franz Xaver Kroetz in Szene gesetzten Raimund-Zauberposse "Der Bauer als Millionär" (2002) gab er einen hinreißenden "Fortunatus Wurzel", den er mit "blanker Selbstgefälligkeit und aschgrauer Demut ausstattete", wie DIE ZEIT (28/2002) schrieb. Eine erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Florian Boesch ergab sich bei dessen Schiller-Inszenierung "Kabale und Liebe" (2003), in der Hube als alter Miller bestach, mit Dieter Dorn erarbeitete er die Rolle des Sir Harold in "Die Wände" (2003; Les Paravents) des französischen Dramatikers Jean Genet (1910 – 1986). Ebenfalls 2003 begeisterte Hube als zwielichtiger Dorfrichter Adam in einer altbayerischen Fassung von Kleists "Der Zerbrochene Krug" (auch TV), im März 2004 erlebte man ihn als fränkelnden Fußballer "Manni Deus" in Georg Ringsgwandls Realsatire "Prominentenball". Als ulkiger Schankkellner "Pompejus Sterz" machte er dann wenig später in Dieter Dorns Shakespeare-Inszenierung "Maß für Maß" Furore, Seit Anfang Januar 2006 glänzte Hube an der Seite seiner Lebensgefährtin Beatrix Doderer in dem Stück "Sugardaddy", das mit "Parasitäre Satire" untertitelt wird: Sugardaddy (65, Jörg Hube) hat die Zeit seines Lebens in Friede, Freude, Fettleber verbracht. Jenseits der 50 hat sich Sugardaddy noch Hildegard, eine jüngere Frau (38, Beatrix Doderer) angelacht, der er versprochen hat, sie zu einer berühmten Chansonette ausbilden zu lassen. Jetzt ist Sugardaddy ein Pflegefall (Pflegestufe IV). Er sitzt im Rollstuhl und auf seinem Geld. Seine Versprechungen sind geplatzt wie Seifenblasen. Aus der berühmten Chansonette ist "Schwester Hildegard" geworden. Sie plant, Sugardaddy zu vergiften. Aus Humanität.2)

Jörg Hubes Bühnenerfolge beruhten nicht zuletzt auch auf seinen zahlreichen Solo-Programmen und der Kabarett-Figur des "Herzkasperl", den er erstmals 1975 im Münchner "Theater im Fraunhofer" in "Herzkasperls Altstadtfunk" verkörperte. Die Programme waren in Zusammenarbeit mit seiner damaligen Frau Elisabeth Fanderl (Künstlername Elisabeth Fall) entstanden, seit Jahren feierte das Paar damit Triumphe. 1983/84 gastierte Hube mit "Herzkasperls Salto normale" an den "Münchner Kammerspielen", 1986 folgte "Herzkasperls Abermakaber", 1994 "Herzkasperls Biograffl". Zu Hubes "Herzkasperls Abermakaber" schrieb Thomas Thieringer in der SZ am 29.11.1986 unter anderem: Herzkasperls Abermakaber ist in seiner liebenswerten Unmissverständlichkeit ein todtraurig urkomisches Schauspiel über den ganz normalen Irrsinn. Das Lachen über Jörg Hube und Elisabeth Fall kommt kurz vorm Herzkasperl – es ist zum Süchtigwerden.
Seit 2003 erfreute Hube mit dem Programm "Herzkasperls Her- und Hinrichtung" oder "Die Spielräume werden enger" nicht nur das Münchener Publikum  und zeigte darin, was aus einer Utopie, Schauspieler zu werden, geworden ist. In der "Süddeutschen Zeitung" (München) konnte man unter anderem nachlesen: Von der "lustvollen Sinnlichkeit" des Rokokotheaters hat Jörg Hube sich sichtlich inspirieren lassen – und einen ebenso lustvoll überbordenden Abend hingezaubert. Denn dem Herzkasperl geht es diesmal um das Theater und damit um alles: Seine eigene Entwicklung zum Schauspieler (…), die Geschichte des Theaters im allgemeinen und dann noch die des Hanswursts im Wandel der Zeiten. Das Ganze immer wieder mit dem Hier und Jetzt verknüpft – Viel Melancholie schimmert da durch, von einem, der auch keine Antworten weiß auf die großen Fragen. Aber er stellt sich ihnen – ein Kasperl, ein Zündler, ein brandgefährlicher.
Seit Anfang der 1970er Jahre war Jörg Hube über die Theaterszene hinaus einem breiten Publikum durch zahlreiche prägnante Fernsehrollen bekannt geworden. Zur TV-Filmografie zählen beliebte Krimi-Reihen wie "Tatort", "SOKO 5113", "Polizeiruf 110", "Der Alte", "Zwei Brüder", "Verbrechen des Professor Capellari" oder "Siska" ebenso wie die BR-Erfolgsserien "Café Meineid"1), "Der Gerichtsvollzieher"3) (1980, Titelrolle des Florian Kreitmayer), "Monaco Franze – Der ewige Stenz"1) (1983), "Der Schwammerlkönig"1) (1988) oder die Geschichten um die Familie Grandauer in "Löwengrube"1), wo Hube 1989 facettenreich und tiefgründig zunächst den Vater Ludwig und dann dessen grantelnden Sohn Karl mimte.

Jörg Hube als "Großwildjäger" Kronthaler
 mit Erich Hallhuber (Richter Wunder) in
der "Café Meineid"-Episode "Geheimsachen" (1997)
Foto (Bildname: 22993-5-02) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR)
© BR/Foto Sessner; Link: Kurzportrait innerhalb dieser HP

Jörg Hube als "Großwildjäger" Kronthaler  mit Erich Hallhuber (Richter Wunder) in der "Café Meineid"-Episode "Geheimsachen" (1997); Foto (Bildname: 22993-5-02) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR); Copyright BR/Foto Sessner
In nachhaltiger Erinnerung bleibt der Schauspieler auch mit vielen schönen Figuren in verschiedensten Einzelproduktionen. So mit der Titelrolle in Eberhard Hauffs "Der Fall Bundhund" (1976) oder als Schriftsteller Ludwig Thoma in Stephan Rinsers "Blauer Himmel, den ich nur ahne" (1978), zu dem Georg Althammer nach Tagebuchaufzeichnungen des bayerischen Dichters das Drehbuch geschrieben hatte. Für Eberhard Itzenplitz war Hube der Protagonist in seiner Thoma-Adaption "Andreas Vöst" (1979), 1984 spielt er in Edgar Reitz' Hunsrücksaga "Heimat – Eine deutsche Chronik"1) den Ingenieur Otto Wohlleben, stand er für Hartmut Griesmayrs TV-Biographie "Wilhelm Busch" (1986) und Manfred Stelzers Film "Die Chinesen kommen" (1987) vor der Kamera. In den 1990ern folgten Arbeiten wie beispielsweise der skrupellose Immobilienhändler Sichler in dem dramatischen Heimatfilm "Sau sticht" (1995) oder der Ludwig Mayerhofer in den Folgen um die Hobbydetektivin Sophie Mayerhofer (Enzi Fuchs) "Sophie – Schlauer als die Polizei erlaubt" (1997), der sich als Polizeirat von Regensburg an die unkonventionellen Methoden seiner Schwester gewöhnen muss. In "Das Ewige Lied"1) (1997), der Entstehungsgeschichte um das Weihnachtslied "Stille Nacht, Heilige Nacht", erlebte man Hube als grausamen Kaufmann Johann Burgschwaiger, in Werner Asams "Kreuzwege"4) (1998) als seelisch zerrissenen Pfarrer Achatius Achaz, der seit Jahren ein innige Beziehung zu seiner Köchin Ambrosia (Maria Baumgartner) unterhält. Einen Obersten Richter mimte er in Dagmar Knöpfels "Requiem für eine romantische Frau"4) (1999), der Liebesgeschichte des Literaten Clemens Brentano (Sylvester Groth) mit der 16jährigen Auguste Bußmann (Janina Sachau).
Jörg Hube als Sebastian Kirmaier in der "Café Meineid"-Episode "Zeichen und Wunder" (1995); Foto (Bildname: 23104-41-03) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR); Copyright BR/Foto Sessner In den letzten Jahren war Jörg Hube nur sporadisch auf dem Bildschirm präsent, so unter anderem in "Geschichten aus dem Nachbarhaus: Hoffest" (2000) und "Ich hab es nicht gewollt – Anatomie eines Mordfalls"4) (2002). Anfang Oktober 2007 wurde die Komödie "Das Große Hobeditzn"3) mit Hube in der Hauptrolle des dominanter Korbinian Hobeditz ausgestrahlt.
In der TV-Serie des Bayerischen Rundfunks "Franzi"3), mit der Geschichten von Mittdreißigern in einer oberbayerischen Kleinstadt erzählt werden, mimte Hube neben den Protagonisten Jule Ronstedt, Gisela Schneeberger, Sebastian Bezzel, Kathrin von Steinburg und Stephan Zinner in drei Episoden den Franz Ostermeier; Serienstar war am 27. Februar 2009 im Bayerischen Fernsehen.
 
 
Foto: Jörg Hube als Sebastian Kirmaier in
der "Café Meineid"-Episode "Zeichen und Wunder" (1995)
Foto (Bildname: 23104-41-03) zur Verfügung gestellt vom Bayerischen Rundfunk (BR)
© BR/Foto Sessner
Auch für ambitionierte Kinoproduktionen stand der Schauspieler wiederholt zur Verfügung. Man sah ihn in Rüdiger Nüchterns "Anschi und Michael" (1977), Michael Verhoeven besetzte ihn in seinem hochgelobten Film über die Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose"1) (1982) als Oberregierungsrat, Norbert Kückelmann als Kommissar Sommer in dem Politthriller "Morgen in Alabama"1) (1984), der glaubwürdige Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus am Beispiel eines jungen Neonazis. Nach Gabriela Zerhaus "Tapetenwechsel" (1984) folgte "Das Treibhaus"1) (1987) und die Rolle des einflussreichen CDU-Politikers Frost-Forestier, ein Film, den Peter Goedel nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Koeppen gedreht hatte. Erneut unter der Regie von Norbert Kückelmann entstand die schwarze Komödie "Schweinegeld"5) (1989, mit Armin Mueller-Stahl), in der Hube eine kleine Nebenrolle spielte, ebenso wie in Jörg Bundschuhs Komödie "Bavaria Blue" (1990) und in Christian Wagners Roadmovie "Transatlantis" (1995). In jüngerer Zeit erlebte man Hube in Marc Rothemunds preisgekröntem Kinodrama "Sophie Scholl – Die letzten Tage"1) (2005); Hier agierte er als Robert Scholl und Vater der deutschen Widerstandskämpferin (gespielt von Julia Jentsch), die am 22. Februar 1943 in München-Stadelheim gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und dem Freund Christoph Probst von den Nazi-Schergen hingerichtet wurde. Eine schöne Rolle war auch die des Petrus in Joseph Vilsmaiers "Die Geschichte vom Brandner Kaspar"1) mit Franz-Xaver Kroetz in der Titelrolle und Michael Herbig als Boanlkramer (Boanlkramer=Tod). Der Film kam am 16. Oktober 2008 bundesweit in die Kinos.
 
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen war Hube als anerkannter Regisseur tätig, so inszenierte er beispielsweise 2000 am Cuvilliés-Theater in München Neil Simons Boulevard-Klassiker "Sunny Boys" mit Dieter Hildebrandt und Werner Schneyder. Von 1991 bis zum Sommer 1993 leitete Hube als Nachfolger von Bernd Wilms die den "Münchner Kammerspielen" angeschlossene "Otto-Falckenberg-Schule", wo er bereits seit 1984 als Dozent unterrichtet hatte; erwähnt werden muss auch noch Hubes Arbeit als Sprecher für den Hörfunk des Bayerischen Rundfunks in der Abteilung "Unterhaltung".
 
Hubes TV-Popularität hätte in der kommenden Zeit vermutlich erneut eine Steigerung erfahren, gemeinsam mit Stefanie Stappenbeck trat er die Nachfolge des erfolgreichen "Polizeiruf 110"-Ermittlerteams Jürgen Tauber (Edgar Selge) und Jo Obermaier (Michaela May) an. Die Dreharbeiten zur Folge "Klick gemacht"4) starteten bereits Ende Oktober 2008, Hube ist der Hauptkommissar Friedl Papen, Stefanie Stappenbeck seine Kollegin Uli Steiger, die noch bei der Bundeswehr ihren Dienst versieht, am Ende dann zur Polizei wechselt → www.br.de. Die Erstausstrahlung am 29. November 2009 erlebte der Charaktermime nicht mehr, Jörg Hube erlag am 19. Juni 2009 mit erst 65 Jahren in München einem Krebsleiden. Thomas Gruber, der Intendant des des Bayerischen Rundfunks, würdigte den Schauspieler unter anderem mit den Worten: "Jörg Hube war ein großer Künstler und ein durch und durch guter Mensch. Wie kein anderer hat er Bayern repräsentiert – liebevoll, warmherzig, spitzbübisch oder auch hart, wenn es sein musste. Ein Charakterkopf mit einer unvergesslichen Stimme, die Heimat und Geborgenheit vermitteln konnte. Jörg Hube ist unersetzlich. Sein Tod ist ein Verlust für ganz Bayern.". Anlässlich des Todes von Jörg Hube änderte das Bayerische Fernsehen in der Nacht von Samstag, 20. Juni, auf Sonntag, 21. Juni, sein Programm und zeigte "Die große Jörg-Hube-Nacht". Weggefährten, Freunde, Politiker und Kollegen reagierten entsetzt auf die Todesnachricht. Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte Hube in einem Kondolenzschreiben: Er sei ein Schauspieler "von beeindruckender Wandlungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Authentizität" gewesen. Als Kabarettist habe er "sein meisterhaftes Spiel mit Andeutungen und doppelbödigem Biedersein zur vollen Geltung" gebracht.6) → Nachruf bei www.tagesspiegel.de

Zahlreiche Auszeichnungen unterstreichen das vielseitige Talent des "Großmeister der Kleinkunst", wie Hube von den Medien auch bezeichnet wird und dessen kritischer Ausspruch "Lieber ein Spatz in der Freiheit als ein Pfau im Zoo" die Lebensdevise des Künstlers kennzeichnet: So wurde er 1982 mit dem "Deutschen Kleinkunstpreis"1) in der Sparte "Kabarett" geehrt, 1997 erhielt er den Sonderpreis "Reif & Bekloppt" beim "Prix Pantheon"1). An weiteren Würdigungen seiner Leistungen sind unter anderem der "Förderpreis der Stadt München" (1977), der "Ernst-Hoferichter-Preis"1) (1982), die "Ludwig-Thoma-Medaille" (1985), der "Theaterpreis" der Stadt München (1993) sowie der "Grimme-Preis"1) zu nennen, den Hube 1992 für seine Darstellung in "Löwengrube" und erneut 1993 entgegen nehmen konnte. 2000 erhielt er den "Oberbayerischen Kulturpreis"1), der seit 1980 jährlich an Personen verliehen wird, die sich besonders um die Kultur in Oberbayern verdient gemacht haben. Eine letzte Würdigung seines kabarettistischen Schaffens konnte der renommierte Film- und Theaterschauspieler noch wenige Wochen vor seinem viel zu frühen Tod am 4. Mai 2009 entgegennehmen, Hube erhielt im Rahmen der Verleihung des "Bayerischen Kabarettpreises"1) einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Posthum wurde Hube am 9. Juli 2009 der "Bayerische Verdienstorden"1) verliehen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer führte aus, wie alle anderen Preisträger werde auch Hube für seinen Einsatz um das Gemeinwesen gewürdigt.
 
Seine letzte Ruhe fand der Charaktermime und Erzkomödiant auf dem Neuhausener Friedhof in München → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons.
Jörg Hube war seit November 1975 mit Elisabeth Fanderl, Tochter des Musikers und Volksliedsammlers Wastl Fanderl1) (1915 –, 1991) verheiratet, die zeitweise unter dem Künstlernamen Elisabeth Fall auftrat; die gemeinsame Tochter Johanna wurde im Januar 1980 geboren. Seit 1994 war die Schauspielerin Beatrix Doderer die Lebensgefährtin von Jörg Hube; die Ehe mit Elisabeth Fanderl wurde nicht geschieden.7)
Hubes umfangreicher Nachlass wurde von Ehefrau Elisabeth Fanderl und Tochter Johanna 2011 dem Münchener, zur Stadtbibliothek gehörenden Literaturarchiv "Monacensia" übergeben. Seit 9. Dezember 2011 bzw. bis 8. Juni 2012 findet dort die Ausstellung "Mein Kopf ist eine Bombe. Jörg Hube – ein Künstlerleben" statt → www.monacensia.net. Kuratorin der Ausstellung ist die Autorin, Produzentin und Regisseurin Eva Demmelhuber, die im November 2011 im Münchner "LangenMüller Verlag" das Buch "Jörg Hube – Herzkasperls Biograffl. Ein Künstlerleben" mit einem Vorwort von Gerhard Polt herausbrachte. 
  
*) Aus dem Begleittext zur Fernsehsendung "Capriccio" des Bayerischen Rundfunks vom 8. Dezember 2011;
 vgl. auch "Mein Kopf ist eine Bombe. Jörg Hube. Ein Künstlerleben" – Ausstellung vom 09.12.2011–08.06.2012, Monacensia, München
Link: 1) Wikipedia, 3) fernsehserien.de, 4) prisma.de, 5) deutsches-filmhaus.de
Quelle:
2) Bayerisches Staatsschauspiel (Seite nicht mehr abrufbar)
6) br-online.de (Seite nicht mehr abrufbar)
7) Münchner Stadtbibliothek/Kulturreferat (Monacensia, Literaturarchiv und Bibliothek)
Einige Informationen stammen von www.biermoesl-blosn.de.
Siehe auch Wikipedia, www.deutsches-filmhaus.de sowie
die Nachrufe bei www.tagesspiegel.de, www.sueddeutsche.de
Filmografie bei der Internet Movie Database
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