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Burt Reynolds (Burton Leon Reynolds Jr.) wurde am 11. Februar 1936 in
Lansing (Michigan) geboren; sein Vater hatte indianische, seine Mutter
italienische Vorfahren. Nach dem Umzug der Familie
wuchs der junge Burt im sonnigen Südflorida auf, lebte im Norden von Riviera Beach
(Palm Beach County), wo der Vater später den Posten eines Polizeichefs erhielt.
Auf der High School und später auf der "Florida State University" war er ein
beliebter Footballstar, musste seinen Plan, ins Profilager zu wechseln, jedoch nach einem Autounfall,
bei dem er sich eine Knieverletzung zuzog, aufgeben.
Reynolds verlegte sich dann auf die Schauspielerei und ging mit einem Stipendium zum Unterricht an
das "Hyde Park Playhouse" in New York, wo er 1958 sein Bühnendebüt gab. Danach
spielte er zunächst kleinere Rollen beim Fernsehen, musste sich aber zunächst mit diversen Nebenjobs über Wasser halten.
Die Rolle neben Charlton Heston in dem Bühnenstück "Mr. Roberts" brachte Reynolds dann einen
Vertrag beim Fernsehen ein.
In den folgenden Jahren spielte der schnauzbärtige Mime in
populären Serien wie
"Riverboat" (1959/60, 44 Folgen) und "Rauchende
Colts" (Gunsmoke, 1962 1965), zwischen 1966/67 mimte
er einen New Yorker Detektiv
indianischer Abstammung in "Hawk". Nach seinem Kinodebüt 1961
in Paul Wendkos' "Angel Baby" konnte er auch beim Film Fuß
fassen und übernahm Hauptrollen in
Streifen wie dem Italowestern
"Kopfgeld: ein Dollar"1) (1966, Un dollaro a testa),
dem Abenteuer "Hai"1) (1969, Shark)
oder "100 Gewehre" (1969, 100 Rifles).
1972 kam endlich der große Erfolg und sein Durchbruch als Leinwandstar in John Boormans
meisterhaftem Drama
"Beim Sterben ist jeder der erste"2)
(Deliverance); Reynolds' lebensechte Darstellung
des Lewis Medlock, einem naturverbundenen Macho, hatte gute Kritiken und volle Kinokassen zur Folge.
"Ich habe 15 Jahre gebraucht, um über Nacht berühmt zu werden", war Reynolds Kommentar.
Den plötzlichen Ruhm verdankte er allerdings nicht nur seinem Schauspieltalent, sondern
dem Magazin "Cosmopolitan", das ihn als Ausklappbild völlig nackt
zeigte und zum "Sexsymbol der 70er Jahre" machte. Das sorgte für
eine Riesenpublicity und im prüden Amerika der 70er Jahre für einen Skandal .
Von da an war ihm die Rolle des grinsenden, omnipotenten Kraftprotzes auf
den männlich behaarten Leib geschrieben.
Den harten Kerl mit jungenhaftem Charme mimte er in Filmen wie der Woody Allen-Satire "Was Sie schon
immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen
wagten" (1972, Everything You Always Wanted to Know About Sex)
oder "Der Mann, der die Katzen tanzen ließ" (1973,
The Man Who Loved Cat Dancing). Kassenmagneten waren die Streifen "Die Kampfmaschine" (1974, The Longest Yard)
und "Ein ausgekochtes
Schlitzohr"2) (1977, Smokey and the Bandit).
Sein Sexprotz-Image entschärfte Reynolds jedoch in den 80er Jahren
immer öfter durch selbstironische Komik wie 1981 in
dem Film "Auf dem Highway ist die Hölle
los"2) (The Cannonball Run), dem 1983 die Fortsetzung
"Auf
dem Highway ist wieder die Hölle los"2) (Cannonball Run II) folgte.
Wenig Zuspruch fand im gleichen Jahr die von Blake Edwards
gedrehte Komödie "Frauen
waren sein Hobby"2) (The Man Who Loved Women) mit den
Hollywood-Schönen Julie Andrews und Kim Basinger.
Als erfolgreicher Regisseur etablierte sich Reynolds 1976 mit dem
Actionthriller "Mein Name ist
Gator"1) (Gator), in dem er auch die Hauptrolle übernahm.
Die Serie seiner hartgesottenen Einzelgänger-Helden setzte er in
den folgenden Jahren mit Filmen wie "Um Kopf und Kragen" (1978, Hooper),
"Sharky und seine Profis" (1981, Sharky's Machine; auch Regie),
"City
Heat Der Bulle und der Schnüffler"1) (1984, City Heat)
oder "Sie nannten ihn Stick" (1985, Stick; auch Regie) fort.
Von 1985 bis 1987 zog sich der Hollywoodstar wegen Krankheit aus dem Filmgeschäft zurück
und gab dadurch verschiedenen Spekulationen Nahrung. Danach war er dann aber wieder zurück,
spielte unter anderem die Titelrolle des CIA-Agenten Richard Malone in dem
Streifen "Malone"1) (1987)
oder den sympathische Ex-Cop Tony Church in dem Thriller "Rent-a-Cop"1) (1987).
In "Eine
Frau steht ihren Mann"1) (1984, Switching Channels) hatte
Reynolds neben Kathleen Turner sein komödiantisches Talent unter Beweis
gestellt, in dem spannenden Krimi "Die
Anwältin"1) (1988, Physical Evidence) ging er mit Theresa Russell auf Mördersuche.
Den Übergang von seinen eher Action-orientierten
zu anspruchsvolleren Rollen schaffte
er 1989 überzeugend mit Bill Forsyths Tragikomödie
"Die Traumtänzer" (1989, Breaking In).
In den 90er Jahren begeisterte er die Kinofans als schmieriger Kongressabgeordneter
David Dilbeck in dem Thriller
"Striptease"1) (1996,
Striptease2)),
für seine Rolle als Porno-Regisseur Jack Horner in der Tragikkomödie
"Boogie Nights"1) (1997,
Boogie
Nights2)) erhielt Reynolds einen "Golden Globe" sowie eine
Oscar-Nominierung als "Bester Nebendarsteller".
Es folgten prägnante Hauptfiguren wie in dem Abenteuer
"Im
Mond des Jägers"1) (1997, Hunter's Moon), dem Krimi
"Logan:
Ein Bulle unter Verdacht"1) (1998, Hard Time; auch Regie)
sowie der Fortsetzung "Logan:
Im Hotel des Todes"1) (1999, Hostage Hotel). Nach der eher
zu vernachlässigenden Geschichte "Big
City Blues"2) (1999) gehörte Reynolds in der
Komödie "Second
Chance Alles wird gut"1) (2000, The Crew) neben Richard Dreyfuss, Dan Hedaya
und Seymour Casselals Vierter zu einem in die Jahre
gekommenen Gangsterquartett.
Der Erotikthriller "Tempted Mörderische Versuchung"1) (2001,
Tempted2))
zeigt Reynolds als Geschäftsmann, der die Treue seiner attraktiven Ehefrau
alias Saffron Burrows testen lässt, mit Sylvester Stallone und Til Schweiger
als Partner drehte er die Rennfahrergeschichte "Driven"2) (2001).
In Peter Segals Remake von "The
Longest Yard"1) (2004, Spiel
ohne Regeln2)) agiert er als Coach Nate Scarborough. Hatte
Reynolds in Robert Aldrichs Verfilmung von 1974 noch den ehemaligen Star der
National-Football-League Paul "Wrecking" Crewe gespielt, der als
Insasse im Staatsgefängnis von Texas eine passable Football-Mannschaft
aufstellt, musste er nun diese Rolle altersbedingt Adam Sandler überlassen.
Auch im fortgeschrittenen Alter ist Reynolds ein vielbeschäftigter
Leinwanddarsteller geblieben, zu seinen jüngeren Arbeiten für das Kino
zählen unter anderem das Ende November 2007 in Deutschland angelaufene
Abenteuer "Schwerter des Königs Dungeon Siege"2) (In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale)
mit der Rolle des Königs Konreid, sowie der Film "All
In Alles oder nichts"2) (2007, Deal) mit
Reynolds als altem, ehemaligen Ex-Zocker, der einem jungen vielversprechenden
Spieler (Brett Harrison) die Feinheiten des Pokerspiels beibringt, der
schließlich zu seinem ärgsten Kontrahenten wird. Danach stand er
mit einer Hauptrolle für die Komödie "A Bunch of Amateurs" (2008)
vor der Kamera, in der Parodie von Satirefilmen mit dem Titel "Not Another Not Another Movie"
mimt er einen Schauspieler, der einen Regisseur darstellt; der Streifen soll
im Frühjahr 2011 in den USA anlaufen. Abgedreht hat er den Horrorstreifen "Room and Board" (2011),
in dem auf einem wahren Fall beruhenden Gerichtsdrama "Ruby McCollum" (2011), nach dem Buch "Zora Hurston and the Strange
Case of Ruby McCollum" von Ron Milner, wird er als Richter zu
sehen sein.
Seit den 80ern konzentrierte sich Reynolds neben seiner Schauspielkarriere
auf das Produzieren und Inszenieren von TV-Filmen, sowie auf seine Arbeit im
"Burt Reynolds Dinner Theatre" und dem "Institute for Theatre
Training", wo er nicht nur Bühnenproduktionen zur Aufführung bringt, sondern auch unterrichtet.
Für das Fernsehen produzierte er 1990 bis 1994 die Serie "Evening Shade"
und übernahm neben der Hauptrolle als Football-Trainer Wood Newton auch bei
einer Anzahl Episoden die Regie. Die Serie wurde allerdings nach fast 100 Folgen
von CBS abgesetzt, als es um Reynolds Scheidung einen Skandal gab.
Seinen einstigen Status als Sexsymbol konnte der inzwischen über 70-Jährige
jedoch nie wieder erreichen.
Reynolds war zwei Mal verheiratet: 1963 bis 1965 mit der Schauspielerin Judy Crane und
von 1988 bis 1993 mit der üppigen Blondine
und Schauspiel-Kollegin Loni Anderson2), mit der er 1988 Sohn Quinton
adoptierte. Die Scheidung von Loni Anderson
war in den USA seinerzeit eine Schlammschlacht durch alle Medien ohnegleichen.
Seine Romanzen mit den Schauspielerinnen Dinah Shore2) und
Sally Field2) sowie dem
Tennisstar Chris Evert2) gaben der "Yellow Press" immer wieder Nahrung
für entsprechende Berichterstattungen.
Reynolds Autobiografie "My Life", die in Zusammenarbeit mit seinem
engen Freund Al Glasgow entstanden war, erschien 1994.
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