Reiner Schöne wurde am 19. Januar 1942 im hessischen Fritzlar
geboren; aufgewachsen in Weimar, absolvierte er nach der Schule eine Ausbildung
zum Schauspieler. Anschließend avancierte Schöne rasch zu einem der
gefragtesten Blues-, Folklore- und Protestsänger der ehemaligen DDR.
Zahllose Bühnen- und Fernsehauftritte machten ihn populär, doch 1968
entschied sich der Liedermacher nach einem Konzert in West-Berlin für
eine Flucht in die Bundesrepublik.
Hier konnte er seine Karriere nahtlos fortsetzen. Sein Bühnendebüt im
Westen gab er wenige Monate nach seiner Übersiedlung in München mit der
Hauptrolle des Hippie-Anführers Berger in der deutschen Version von MacDermots Musical
"Hair", 1972 folgte seine Titelrolle in dem Musical "Jesus Christ Superstar",
ein weiterer Erfolg wurden unter anderem das Rock Musical "Catch My Soul/Othello" (1973) mit
der Figur des Jago.
Auch als Liedermacher und Sänger verbuchte er mit seiner "Reiner-Schöne-Band"
weiterhin große Erfolge. 1970 nahm Schöne an der deutschen Vorentscheidung zum
"Eurovision Song Contest" teil und belegte mit dem Song "Allein unter Millionen" (Musik und Text
von Günter Sonneborn) einen geteilten zweiten
Platz; den ersten Platz musste er Katja Ebstein bzw. deren Lied "Wunder
gibt es immer wieder" überlassen. Schönes größter Hit in
Deutschland wurde der von von Konstantin Wecker getextete Song "Werd ich noch jung sein, wenn ich älter
bin" (1977). Seine LPs "Schöne Bescherung" (1982) und
"Schöne Musik" (1983) fanden ebenfalls großen Beifall.
Reiner Schöne 1981
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Seit 1969 war Schöne in Film und Fernsehen als Schauspieler aktiv, stand
auch für internationale Kinoproduktionen vor der Kamera, wie beispielsweise
neben Hollywoodstars wie Lee van Cleef in "Sabata kehrt zurück" (1971) oder Clint Eastwood in
"Im Auftrag des
Drachen"1) (1975, The Eiger Sanction). Wolfgang Liebeneiner besetzte
ihn neben Raimund Harmstorf in der Titelrolle als Franz
von Sickingen in "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" (1979).
Doch trotz der in Deutschland beginnenden Schauspieler-Karriere ließ sich
Schöne 1985 während der Dreharbeiten zur Disney-Serie "Die Rückkehr
zur Schatzinsel" endgültig in den USA nieder und lebte seither auf einer Ranch in der Nähe von Los Angeles.
Schon zuvor war er regelmäßig zwischen Deutschland und Amerika gependelt,
hatte auch in Hollywood mehrfach vor der Kamera gestanden, arbeitete nun weiter für
Kino- und Fernsehproduktionen. Zu nennen ist unter anderem die TV-Serie
"Amerika"1) (1987)
mit Kris Kristofferson, in den 90ern sind es vermehrt Sci-Fi und Fantasy-Episoden, für die der körperlich
große Mime mit Heldenattitüde engagiert wird:
"Tarzan" (1992), "Mortal Kombat 2" (1997), "Babylon 5" (1998)
und hört, hört eine Episode (1990, als Esoqq) der Kultserie
"Raumschiff Enterprise Das nächste Jahrhundert". Das schaffte
kein ein anderer deutscher Mime. 2001 schlüpfte Schöne für den Sci-Fi-Streifen
"Ice Planet" in die Rolle des Senators Jeremy Uvan. An der Seite von Joe Mantegna und
der Oscar-Preisträgerin Jill Clayburgh spielte er 1999 eine Hauptrolle in dem Fidel-Castro-TV-Movie
"My Little Assassin". Daneben aber zieht es Schöne immer wieder in die Heimat. Hier sieht man ihn in den
"Heimatgeschichten Ihr Geschenk" (1996) oder bei "Rosamunde Pilcher Magie der
Liebe" (1999) ebenso wie in den Krimis "Schrecklicher Verdacht" (1995),
"Null Uhr 12" (2001), dem Action-Drama "Die Todesgrippe von Köln" (1999) oder der Kinoklamotte
"Otto Der Katastrofenfilm" (2000).2)
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Erst 2002 kehrte Reiner Schöne aus privaten Gründen endgültig nach Deutschland zurück und ist seither
in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen präsent. Deutsche Serien, in denen Schöne mitwirkte, sind u. a.
"Großstadtrevier", "Die Rote Meile", "Das
Traumschiff", "Lokaltermin", mehrere "Rosamunde-Pilcher"-Verfilmungen
oder "Edel & Starck". Die Rolle des ebenso charmanten wie
despotischen Hotelpatriarchen Albrecht Lindbergh in der beliebten
Unterhaltungsserie "Fünf Sterne" (2005 2008) ist vielen noch in
Erinnerung. Auf der Leinwand konnte man den Vollblutschauspieler als
Senator Bean in Michael Herbigs Satire "(T)Raumschiff Surprise Periode 1"3) (2004) bewundern.
Aktuell war Schöne im
Frühjahr 2009 als "Henry von Humboldt" in der Kinderkanal-Reihe
"Mystery Challenge" zu sehen.
Foto mit freundlicher Genehmigung von Urban Ruths (www.urbanruths.de)
© Urban Ruths
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Gerade abgedreht hatte er Granz Henmans Streifen "Teufelskicker"3),
wo er neben Benno Fürmann und Armin Rohde die Rolle des anfangs
recht grummeligen Opas Rudi übernommen hat, der dann bei den Kids als
Fußballcoach ganz groß raus kommt; Kinostart war der
11. März 2010.
Rund ein halbes Jahr später, am
30. September 2010, ging ein weiterer Kinofilm mit Reiner Schöne
an den Start, in Tomasz Thomsons
Thriller-Komödie "Snowman's Land"1) (2010)
mimt er den ehemaligen Unterweltboss Berger, für den der glücklose Auftragskiller
Walter (Jürgen Rißmann) einen Job erledigen soll.
Catherine Flemming und Reiner Schöne auf dem
"Roten Teppich" anlässlich "Teufelskicker" Special
Screening (08.03.2010)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Bodo Petermann
© Bodo Petermann, BP PHOTO (www.bpphoto.de)
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Sein Gastauftritt in der Episode "Die Jesustafel" (EA: 13.05.2010)
aus der ZDF-Krimiserie "Ihr Auftrag, Pater Castell"1)
konnte sich sehen lassen. In dem 90-minütigen Pilotfilm zur dritten
Staffel um den außergewöhnlichen Ermittler im Kirchenmilieu Pater Castell
(Francis Fulton-Smith) kam Schöne als fundamentalistisch-fanatischer
Kardinal Sanchez bzw. intriganter Gegenspieler des Kardinalstaatssekretärs Scarpia
(Hans Peter Hallwachs) daher.
Eine weitere Arbeit für das Fernsehen ist die
RTL-Serie "Die Trickser", den Geschichten um vier charmante Gauner,
die Opfern von Ungerechtigkeit und Betrug mit unkonventionellen Mitteln helfen.
In dem Neuversuch des RTL-Serienpiloten hat Schöne neben den anderen drei
"Tricksern" der hübschen Maya (Anja Nejarri), dem Youngster Len (Mirko Lang) und
dem Frauenheld Sebastian (Gregor Törzs) die Rolle des Vater von Maya
übernommen und gibt als genialer Stratege der Truppe den Ton an; als Ausstrahlungstermin
des Pilotfilms wird der 29. Dezember 2011 genannt.
Beendet sind die Dreharbeiten zu einem TV-Film, die im Oktober 2009
in der Eifel begannen; in der turbulenten Familiengeschichte "Neue
Chance zum Glück"3) (EA: 02.12.2011) mit
Sonsee Neu in der Hauptrolle der zweifachen, vielbeschäftigten
Mutter Merrit Cremer gehörten neben Reiner Schöne als deren
brummiger Filmvater Christian und Jutta Speidel als eigenwilliger Mutter
Iris unter anderem Sandra Borgmann, Mathias Herrmann und Kai Scheve
zur Besetzung.
Foto: Reiner Schöne am Set zum Dreh der RTL- Serie "Die Trickser"
Urheber: Wikipedia-User Ralf Roletschek
Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia
Commons Lizenz: "GFDL GNU-Lizenz für freie Dokumentation" in der Version 1.2 |
Auch als Synchronsprecher ist Reiner Schöne beliebt, so lieh er z. B. Willem Dafoe in mehreren Filmen seine
tiefe markante Stimme, war für Mickey Rourke in
"Sin City" zu hören oder sprach für Ralf Möller in
"Gladiator". Schöne synchronisierte unter anderem "Darth Vader" in
"Star Wars: Episode III Die Rache der Sith", "Captain Teague" in
"Pirates of the Caribbean Am Ende der Welt" und "Optimus
Prime" in der deutschen Version von "Transformers". 2008 und 2009 war/ist er als
Off-Erzähler in "Winnetou und Old Firehand" bzw. "Der
Schatz im Silbersee" bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg zu hören.
Bereits 2002 hatte Schöne dort als brillanter Old Firehand neben
Winnetou-Darsteller Gojko Mitic in dem Stück "Im Tal des Todes"
das Publikum begeistert. Eine aktuelle Arbeit ist unter anderem die Figur des Papa Schlumpf
in der britischen Comic-Verfilmung "Die
Schlümpfe"1) (The Smurfs); deutscher Kinostart war
der 4. August 2011.
Der hoch aufgewachsene Künstler Reiner Schöne ist ein Multitalent: Liedermacher, Rock 'n' Roller,
Musical-Star und gefragter Schauspieler bis heute bringt er es auf mehr als
hundert Film- und Fernsehrollen, konnte auch auf der klassischen Theaterbühne
als "Marquis Posa" in Schillers "Don Carlos" (1969)
oder mit der Titelrolle in Shakespeares Tragödie "Hamlet" (1976) glänzen.
Der Schauspieler Schöne überzeugte weiterhin in als Hjalmar Ekdal
in Ibsens Drama "Die Wildente" (1977), als "Gyges"
in "Gyges und sein Ring" (1982) von Friedrich Hebbel sowie 1999
als "Jedermann" bei den von Brigitte Grothum ins Leben
gerufenen Neu-Inszenierungen des Mysterienspiels "Jedermann"
von Hugo von Hofmannsthal im Berliner Dom.
Schöne gehört zu den wenigen deutschen Künstlern, die auf eine internationale Karriere
verweisen können und hat sich inzwischen auch als Autor hervorgetan.
2004 erschien sein erstes Buch "Let the sunshine in: Erinnerungen und
Stories", in dem er viel Persönliches preisgibt, auch auf die
DDR-Flucht 1968 und das Scheitern seiner Ehe eingeht.
Ein Jahr später erschien die CD
"Schönes Chaos", aufgenommen mit seiner neuen Band "Reiner Schöne & die Cowboys".
Mit seinem Live-Programm "Songs & Stories"
ist er zwischen den Dreharbeiten unterwegs. Aktuell wird Schöne laut
Informationen auf seiner Website im Herbst 2012 seine neue CD "Mitten ins Herz"
zusammen mit dem gleichnamigen Buch auf den Markt bringen; zeitgleich wird
eine Deutschlandtournee starten.
Reiner Schöne lebt mit seiner wesentlich jüngeren Lebensgefährtin
Anja Drendel,
einer Maskenbildnerin, in Berlin; 2006 wurde der damals 64-Jährige zum ersten Mal Vater,
am 11. März 2006 erblickte die gemeinsame Tochter Sophie-Charlotte das Licht
der Welt.
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