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Peter Matić wurde am 24. März 1937 in Wien geboren. Sein
schauspielerisches Rüstzeug erwarb er sich an der Schauspielschule Krauss
und nahm auch privaten Unterricht bei der Schauspielerin Dorothea Neff1)
(1903 1986). Nach seiner Ausbildung gab er 1960 sein Bühnendebüt am
Wiener "Theater in der Josefstadt", wo er bis 1968 zum Ensemble
gehörte. Es folgten Gastauftritte am Theater Basel und den "Münchner
Kammerspielen",
ab 1972 fand Matić an den "Staatlichen Schauspielbühnen" in Berlin seine künstlerische Heimat.
Erst mit der Schließung des "Schillertheaters" im Jahre 1994
ging er zurück in seine Geburtsstadt und gehörte fortan zum Ensemble des renommierten
"Burgtheaters"; bis heute steht der Schauspieler dort auf der
Bühne.
Daneben spielte er Gastrollen an vielen namhaften deutschsprachigen Theatern, etwa in
Berlin an der "Deutschen Oper", am "Theater des Westens"
und am "Renaissance Theater", man erlebte ihn am Frankfurter
Schauspielhaus, an der "Bayerischen Staatsoper" sowie bei den Salzburger und Reichenauer Festspielen.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Am Berliner "Schillertheater" gehörte Peter
Matić zu den
heimlichen Stars, in mehr als 50 Rollen konnte er hier seine
darstellerische Dominanz unter Beweis stellen. Mehrfach verkörperte er bei
den Salzburger Festspielen eindrucksvoll den "Dünnen Vetter" im
"Jedermann", so zwischen 1973 und 1977 an der Seite von Curd Jürgens
als "Jedermann" und Fritz Muliar als seinem Gegenpart, dem
"Dicken Vetter". Auch zwischen 1979 und 1982 gestaltete er diese
Figur, diesmal mit Maximilian Schell als "Jedermann" und Michael Toost
als "Dicker Vetter". Zu
Matićs weiteren herausragenden
Bühneninterpretationen zählen beispielsweise 1972 neben Nikolaus Paryl die Hauptrolle
des Zauberkönigs in Ferdinand Raimunds Zauberspiel
"Der Alpenkönig und der Menschenfeind", in "Die Zofen" von Jean Genet
spielte er 1973 neben Helmut Griem und Thomas Holtzmann.
Foto: Peter Matić 1982 als "Dünner Vetter" in "Jedermann"
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue. |
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Populär wurde Peter Matić nicht zuletzt durch das Fernsehen, seit
Anfang der 1960 Jahre übernahm er vielfältige Aufgaben vor der Kamera. In
zahlreichen beliebten TV-Serien spielte er prägnante Nebenrollen,
beispielsweise in "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1971),
"Kara Ben Nemsi
Effendi"3) (1973), "Detektivbüro Roth",
"Die Wicherts von nebenan", "Liebling Kreuzberg", "Der Landarzt",
"Unser Lehrer Doktor Specht" oder "Kommissar Rex",
mehrfach trat er auch beim "Tatort" auf. An Einzelproduktionen
sind zu Beginn seiner TV-Karriere unter anderem zu nennen die Figur des
"Ferry von Braun" in der Komödie "Leinen aus Irland" (1965)
oder die Titelrolle in "Celimar" (1968) nach dem gleichnamigen
Bühnenstück von Eugčne Labiche. In den 70er und 80er Jahren spielte er in
etlichen Literaturadaptionen, etwa in der Komödie von René de Obaldia
"Der Satyr aus der Vorstadt" (1970), "Das Männerquartett" (1978) nach einem Roman
von Leonhard Frank, "Die Hose" (1985, mit Angelica Domröse
und Hilmar Thate) von Carl Sternheim oder "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" (1986)
nach Theodor Fontane. In jüngerer Zeit sah man Matić
beispielsweise in der Schnitzler-Verfilmung "Spiel im Morgengrauen" (2001),
in der turbulenten Komödie "Alpenglühen" (2003, mit
Christiane Hörbiger und Götz George) sowie als Richter in dem
Justizdrama
"Die Geschworene" (2007) nach dem gleichnamigen Roman von Katharina Zara
mit Christiane Hörbiger in der Hauptrolle. Danach zeigte sich Matić
in der Episode "Robert Fabian" (2010) aus der
österreichischen Krimi-Reihe "Schnell ermittelt",
in dem "Tatort" aus Wien "Ausgelöscht"1)
(EA: 29.05.2011) mit dem Ermittlerduo Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser)
tauchte er als Juwelier Schellwein auf. Am 20. September 2011 fiel in
Istrien die letzte Klappe für die neue, romantische ORF/ZDF-Reihe "Adriatische Geschichten"
mit dem Titel "Briefe aus Rovinj", in der Matić zur
Besetzung gehört; ein Sendetermin ist noch offen.
Sporadisch war Matić auch in einigen Kinoproduktionen zu sehen, so etwa in der
Verwechslungskomödie "Das hab’ ich von Papa gelernt"1)
(1964, mit Willy und Thomas Fritsch),
der Simmel-Adaption "Jeder
stirbt für sich allein"1) (1975) oder dem
Harald Juhnke-Klamauk "Sigi, der Straßenfeger" (1985). Doch es sind oft ernstere
bzw. hintergründig-komische Figuren, mit denen
Matić zu überzeugen weiß,
Regisseur Jerzy Kawalerowicz
besetzte ihn, neben Armin Mueller-Stahl in der Titelrolle, in dem Kinodrama
"Bronsteins Kinder"1) (1991)
als Buchhalter Hugo Lepschitz, in "Gebürtig"2) (2002),
nach dem gleichnamigen Roman von Robert Schindel, gab er den David Lebensart
neben Peter Simonischek als dem jüdischen Emigranten Hermann Gebirtig.
In Detlev Bucks neuem, in 3-D gedrehten Kinofilm "Die Vermessung der Welt"
nach Daniel Kehlmanns gleichnamigem
Bestseller1) (2005) hatte er die Rolle des Philosophen Immanuel Kant1) (1724 1804) übernommen.
Die fiktive Doppel-Biografie über den Naturforscher Alexander von Humboldt1) (1769 1859; gespielt von
Albrecht Abraham Schuch) und den Mathematiker, Physiker, Geodäten bzw. Astronomen Carl Friedrich Gauß (1777 1855; gespielt von Florian David Fitz) feiert seine Kino-Premiere am 25. Oktober 2012.
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Parallel zu seiner Arbeit für Theater und Film ist der Schauspieler seit
den 1960er Jahren als Sprecher für den Rundfunk tätig und an einer Vielzahl von Hörspielen für den ORF beteiligt.
So ist er mit seiner unverwechselbaren Stimme unter anderem als Erzähler in
"Die falsche Fährte" (2000) von Henning Mankell oder als Jaspar Rodenkirchen in
"Tod und Teufel" (2008) von Frank Schätzing zu hören.
Das ORF-Hörspiel hat Peter Matić besonders viel zu verdanken:
Seit den 60-er Jahren wirkte er in über 50 Produktionen mit. Er selbst sagt über die Hörspiel-Arbeit:
"Es ist eine große Herausforderung, nur mit der Stimme eine Figur, den Raum,
die Atmosphäre zu schaffen auf der Bühne kommt so vieles dazu, Dekoration, Kostüm,
Licht, da ist es leichter, etwas auszudrücken. Wenn es im Hörspiel gelingt, Atmosphäre
zu schaffen, und das ist gar nicht so einfach, dann ist das eine hohe Kunst, da bin
ich voll des Respekts für diejenigen, die das vermitteln können."
Peter Matić wurde von der ORF-Hörspiel-Jury zum "Schauspieler des Jahres 2005" gekürt.
(Quelle: kundendienst.orf.at)
Foto: Peter Matić zu Gast bei der Verleihung des "Nestroy-Theaterpreises"
am 8. November 2010 im "Burgtheater" in Wien
Urheber: Wikipedia-User Manfred Werner – Tsui;
Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia
Commons
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In den letzten Jahren widmet sich Matić verstärkt
Audio-Produktionen. Als Hörbuchinterpret vertonte Matić Romane bedeutender Schriftsteller, darunter
"Mario und der Zauberer" von Thomas Mann, "Keraban der Starrkopf" von Jules Verne,
"Der Process" von Franz Kafka sowie den 7-bändigen Romanzyklus
"Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust. Aus der Reihe
"HörEdition der Weltliteratur" las er im Jahr 2007 "Jenseits von Schuld und Sühne" von Jean Améry, mit
"Schindlers Liste" von Thomas Keneally rezitierte er ein weiteres Werk über die Zeit
des Nationalsozialismus. Neben Biografien von Personen aus Poltitk und Wissenschaft, darunter
"Fidel Castro. Mein Leben" von Ignacio Ramonet und "Albert Einstein Die Berliner Jahre"
von Thomas Levenson umfasst Matićs bisheriges Wirken als Hörbuchsprecher auch medienkritische Sachbücher wie
"Die zweite Aufklärung. Vom 18. ins 21. Jahrhundert" von Neil Postman (2000) und
"Die Google Falle" von Gerald Reischl (2008).3)
Auch als Synchronsprecher machte sich Matić einen Namen, seit 1982 bzw. dem preisgekrönten
Biopic "Gandhi"1)
leiht er dem britischen Charakterdarsteller Ben Kingsley seine Stimme. Darüber hinaus
synchronisierte er unter anderem Jeffrey Jones in "Amadeus" (1984), Wallace Shawn in
"Hotel New Hampshire" (1984), Ian Holm in "Brazil" (1985) oder
Scott Glenn in "Das Schweigen der Lämmer" (1991).
Im Laufe seiner Karriere erhielt der Künstler verschiedene Ehrungen: Neben
der erwähnten, am 10. März 2006 verliehenen ORF-Auszeichnung "Schauspieler des Jahres
2005", wurde ihm 2006 der Titel "Kammerschauspieler"
verliehen. Bereits 2001 überreichte man ihm den "Albin-Skoda-Ring",
ein Preis, der etwa alle fünf bis zehn Jahre an "eine besonders hervorragenden Sprecher
unter den lebenden Schauspielern des deutschen
Sprachgebietes" vergeben wird. Benannt ist der Preis nach dem Wiener Schauspieler
Albin Skoda1)
(1909 1961), gestiftet 1971 von Skodas Witwe Margarethe. Preisträger
vor Matić waren keine Geringeren wie Will Quadflieg3) (1973),
Paul Hoffmann (1977),
Ernst Meister1) (1983
und Franz Morak1) (1988).
Am 18. Januar 2010 erhielt der inzwischen über 70-jährige Burgschauspieler, der im
Oktober 2010 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte,
das "Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien"1). Die Laudatio für Matić
hielt der Generalsekretär des Burgtheaters Gerhard Blasche: "Anmut ist
um ihn, etwas Kostbares, Glänzendes, Zärtliches." Er adle jede
Vorstellung und verschwinde doch ganz in seiner Rolle: "Man würde
niemals denken, dass es derselbe Schauspieler ist, wenn da nicht diese
unvergleichliche Stimme wäre." (Quelle: wien.orf.at)
2011 konnte er den "Preis der deutschen Schallplattenkritik"1) für die Gesamtausgabe
"Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust
entgegennehmen.
Foto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen Josef
Gallauer
© Josef Gallauer (www.gallauer.com)
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