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Sein Bühnendebüt gab Fritsch 1964 in Shaws
"Candida" am Stadttheater in Heidelberg. Im Laufe der Jahre folgten Engagements
unter anderem am Frankfurter "Kleinen Theater im Zoo" (1965), der
"Kleinen Komödie" in München, der Berliner "Komödie, der
"Komödie im Marquardt" in Stuttgart und an den Hamburger "Kammerspielen".
Überwiegend waren es Boulevardstücke, in denen Fritsch das Publikum
begeisterte, etwa in Colettes "Cheri", Monnot/Brefforts "Das Mädchen Irma la Douce"
oder Ayckbourns "Schlafzimmergäste".
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Noch während der Schauspielschule wurde
Fritsch für den Film entdeckt und geriet mit Streifen wie Rolf Thieles charmanten Gesellschafts-Satire
"Das schwarz-weiß-rote Himmelbett"3) (1962)
an der Seite von Daliah Lavi oder Alfred Weidenmanns Somerset Maugham-Adaption
"Julia, du bist
zauberhaft"2) (1962) neben Lilli Palmer zum Schwarm von Millionen von
Teenagern mit 18 Jahren war der junge Fritsch ein Star, avancierte Anfang der
1960er Jahre
zum "Sonnyboy" des Deutschen Films. Von seinen vorwiegend
weiblichen Fans erhielt er 2.000 Briefe pro Woche
und war begehrt und beliebt wie kein anderer Schauspieler. Bis Mitte der
1960er Jahre trat Fritsch in diversen ähnlich gelagerten Filmen auf, so
unter in
"Das große Liebesspiel"4) (1963)
an der Seite von Lilli Palmer und Hildegard Knef
oder "2 x 2 im Himmelbett"3) (1965) mit Marie Versini. Aber
auch in deutschen Westernproduktionen wie Rolf Olsens "Der Letzte Ritt nach Santa Cruz"2) (1963) tauchte er auf, 1964 stand er gemeinsam mit seinem Vater Willi Fritsch für dessen letzten Kinofilm
"Das hab' ich von Papa gelernt"2) vor der Kamera.
Der blendend aussehende Jungstar besang Schallplatten wie beispielsweise "Dreamy Girl" oder "Wenn
der Mondschein nicht so romantisch wär'", moderierte seine eigene
Show "Meine Melodie" im Fernsehen und war der Vorzeige-Jüngling der Filmbranche. Als er zur Bundeswehr
eingezogen wurde, kam der große Karriereknick, auch die erhoffte Hollywood-Karriere
platzte und Fritsch kam tief enttäuscht aus Amerika zurück.
Fritsch vergrub sich auf seiner Lieblingsinsel Mykonos in Griechenland,
um die Enttäuschungen zu verarbeiten. Mitte der 1970er Jahre gelang ihm
erfolgreich die
Rückkehr ins Theater- und Fernsehbusiness. Mit beliebten TV-Serien
wie "Drei sind einer zuviel" (1977), "Rivalen der Rennbahn"2) (1989),
"Immer im Einsatz Die Notärztin" (1994 1996),
"Unser Charly", "Hallo Robbie!" sowie wiederholten
Gastauftritten bei "Derrick", "Der Alte" oder "SOKO 5113"
gewann Thomas Fritsch neue Popularität.
Im Fernsehen war er unter anderem seit 2006 in der "ProSieben
Märchenstunde"2) als Geschichten-Erzähler zu sehen und zu
hören, ebenfalls 2006 zeigte er sich mit Rolle des Rasmus in "Das Total verrückte Wunderauto"3),
dem liebenswerten Sat.1-Fantasy-Abenteuer um ein sprechendes Auto. 2004 machte Fritsch auch wieder mal
einen Ausflug auf die Kinoleinwand, in
"Der Wixxer"2), welcher kompetent und pointiert die
Edgar-Wallace-Filmreihe der 1960er parodiert, mimte Fritsch den Earl
of Cockwood.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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In verschiedenen TV-Einzelproduktionen übernimmt er immer wieder wenn auch sporadisch interessante Aufgaben,
so war Fritsch im Oktober 2007 in dem Melodram
"Liebe gut eingefädelt"3) aus der "Lilly Schönauer"-Reihe
zu sehen. In dem von Heidi Kranz in Szene gesetzten romantischen
Liebesfilm überzeugte Fritsch einmal mehr als reifer, charmanter
Verehrer, welcher der Mutter (Daniela Ziegler) der Protagonistin Beatrice
alias Elisabeth Lanz bei der Rettung der traditionsreichen Stoffmanufaktur
Brunhausen zur Seite steht. Gerade abgedreht hatte Fritsch den
abenteuerlichen SAT1 Familienfilm "Das
Wunder von Loch Ness"2) (2008),
wo er den weisen Zauberer Merlin mimte, eine Figur, die er auch in der
Fortsetzung "Das zweite Wunder von Loch Ness"3) (2010) spielte.
Als eher untypischer Großvater Peter Engelmann überzeugte Fritsch seit Mitte März 2008 in der turbulenten,
inzwischen sechsteiligen
Familienkomödie "Meine wunderbare Familie"2) an der Seite von
Tanja Wedhorn und Patrik Fichte. Aktuell präsentierte sich Fritsch in
der vom ZDF produzierten Pilcher-Verfilmung "Verlobt,
verliebt, verwirrt"3) (EA: 11.09.2011) als Ian Adams
auf dem Bildschirm, Besitzer der alt eingesessenen Gin-Destillerie "ADAMS"
und Vater der jungen Julia (Theresa Scholze), die kurz vor der Hochzeit
mit dem wohlhabenden David (Max Alberti) steht. Doch es kommt wie in den
Pilcher-Melodramen gewohnt anders, Julias ehemalige Liebe Jamie (Steffen Groth) taucht auf
;
mehr bei sonntagsfilm.zdf.de.
Seine Domäne ist jedoch das Boulevardtheater geblieben, in zahlreichen,
unterhaltsamen Komödien ist Fritsch ein Publikumsmagnet. So erlebte man
ihn beispielsweise 2004 am Düsseldorfer "Theater an der Kö" in
"Halbe Wahrheiten" von Alan Ayckbourn als heimlich seitenspringenden Macho-Ehemann Philip,
zuletzt spielte er bis Ende Februar 2007 in Düsseldorf in Michael Pertwees
verzwickten Beziehungskomödie "Sextett": In dem rund 30 Jahre alten Stück von
Michael Pertwee stehen die Beziehungen der sechs
Personen im Mittelpunkt und allerhand große und kleine Katastrophen, die
sich daraus ergeben. Roger (Karsten Speck) lädt seine Freunde ein, auf
seiner Yacht im Mittelmeer einen entspannten Urlaub zu verbringen. Der
alternde Schriftsteller Phillip (Thomas Fritsch) bringt jedoch statt
Gattin seine Geliebte Mercy (Yvonne Burbach) mit an Bord, und völlig überraschend
will auch Rogers Frau (Heike Tinker) unbedingt dabei sein. Mit Valerie (Victoria Sturm) und
dem durch seine Kurzsichtigkeit für Katastrophen sorgenden
Denys (René Heinersdorff) ist das Sextett komplett. (Quelle:
www.wz-newsline.de).
Neben seiner Arbeit für Theater und Fernsehen ist Fritsch ein viel
gefragter Synchronisationssprecher, verschafft mit seiner tiefen,
rauchigen Stimme verschiedensten fremdsprachigen Schauspielern aber auch
Zeichentrickfiguren in deutschen Kinos Gehör. Er synchronisiert(e) Figuren
in etlichen amerikanischen Animationsfilmen, beispielsweise sprach er
in "Der König der Löwen"2) (1994) den hinterhältigen
"Scar", den Pelikan Niels in "Findet Nemo"2) (2003,
Finding Nemo) oder den Säbelzahntiger Diego in "Ice
Age"2) (2002) und "Ice
Age 2"2) (2006). In "Kung
Fu Panda"2) (2008) und "Kung
Fu Panda 2"2) (2011) hört man ihn als den bösen
Kung-Fu-Krieger Tai Lung, in den "Die Chroniken von Narnia"-Fantasy-Filmen
"Prinz
Kaspian von Narnia"2) (2008) und "Die
Reise auf der Morgenröte"2) (2010) als Löwen Aslan.
Er war auch die Stimme des weisen Löwen
Sokrates in dem an die berühmte Kästner-Geschichte "Die Konferenz der
Tiere" lose angelehnten gleichnamigen
3D-Animationsfilm2); Kinostart in Deutschland war der
7. Oktober 2010. Eine Übersicht zur umfangreichen Arbeit Thomas
Fritschs als Synchronsprecher findet man bei Wikipedia.
Zudem ist Thomas Fritsch regelmäßig als Hörspielsprecher tätig. Seit 2002 spricht er den
Erzähler (als Nachfolger des 2001 verstorbenen Matthias Fuchs) in der Hörspielreihe
"Die drei Fragezeichen" (Zwischenzeitlich: "Die Dr3i"). Im Rahmen dessen wurde ihm die
Ehre zuteil, diese Rolle vor 12.000 Zuschauern bei dem Live-Auftritt
"Superpapagei 2004" zu sprechen. In der Zeichentrickadaption des Michael-Ende-Klassikers
"Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer2 sprach er die Rolle des Lukas. In der deutschen Fassung des Computerspiels
"Civilization IV" wirkte er ebenfalls mit; er spricht jene Texte, die im Original von
Leonard Nimoy gelesen werden. In der NDR-Reihe
"Die Mafia" war er als Sprecher tätig.5)
Fritsch, der 2011 sein 50-jähriges Schauspieler-Jubiläum feierte, kann im Laufe seiner Karriere auf verschiedenste Auszeichnungen
und Preise zurückblicken, 1963 erhielt einen "Bambi", im
gleichen Jahr den "Ernst-Lubitsch-Preis" für seine Rolle des
Jean in "Das Schwarz-weiß-rote Himmelbett". Den "Bravo Otto"
konnte er mehrmals entgegen nehmen, 1964 in "Gold", 1965 in
"Silber" sowie 1966 und 1977 in "Bronze". 2002 verlieh
man ihm den "Deutschen Preis für Synchron" für "herausragende männliche Synchronarbeit" in
der Krimi-Komödie "Second Chance Alles wird gut".
Die griechische Insel Mykonos ist für den Schauspieler Thomas Fritsch,
der in München lebt, zur
zweiten Heimat geworden. Er entdeckte sie Ende der 60er Jahre, als es dort
kaum Tourismus gab. In sein Turmzimmer hoch über dem Meer zieht er sich
so oft wie möglich zurück, um zu sich zu kommen; hier ist er ganz privat
"Tomaso" oder "der blonde Zorba", wie ihn die Einheimischen nennen.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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