Seit "Gandhi" bewies Kingsley in zahlreichen, höchst unterschiedlichen Filmen
beiderseits des Atlantiks sein Talent als Charakterdarsteller.
Auch mit der Bühnenkarriere des Schauspielers
ging es weiter steil aufwärts. Das Einpersonenstück "Kean", von Kingsleys
zweiter Ehefrau Alison Sutcliffe in Szene gesetzt, wurde 1983 in England
und den USA eine sensationeller Erfolg.
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Kingsley war und ist in seiner Rollenauswahl für Kino- und
Fernsehproduktionen ausgesprochen wählerisch und nimmt nur qualitativ
außergewöhnliche Herausforderungen an. Immer auf der Suche nach dem menschlichen
Aspekt entwickelte der sympathische Schauspieler im Laufe der Jahre auf
der Leinwand eine besondere Vorliebe für historische Persönlichkeiten wie 1988 in
dem TV-Film "Lenin:
The Train"1) (Der Zug), wo er den kommunistischen Arbeiterführer
Lenin1)
verkörperte. In Thom Eberhardts köstlichen Kriminalkomödie "Without a Clue"1)
(Genie und Schnauze) war er an der Seite seines englischen Kollegen Michael Caine
im gleichen Jahr als Dr. Watson der eigentliche
Erfinder des Sherlock Holmes. In der TV-Produktion "Murders Among Us: The
Simon Wiesenthal Story" spielte er wiederum 1988 beeindruckend die
Hauptrolle des Nazijägers und wurde von Presse und Publikum hoch gelobt. Für
sein glänzendes Porträt des Meyer Lansk in Barry Levisons Gangsterfilm "Bugsy"1),
der Lebensgeschichte des Mafioso Bugsy Siegel1) (gespielt von Warren Beatty),
wurde er 1991 für einen Nebenrollen-Oscar nominiert.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Mit Robert Redford drehte er den Thriller "Sneakers"1) (1992, Sneakers Die Lautlosen),
erlangte dann erneut weltweite Beachtung mit zwei weiteren
außergewöhnlichen Filmen: Als eher ängstlicher
amerikanischer Vizepräsident Gary Nance in Ivan Reitmanns Komödie "Dave"1)
und als
gewissenhafter jüdischer Buchhalter Itzhak Stern in Steven Spielbergs
preisgekröntem Drama "Schindler's
List"1) (Schindlers Liste), der authentische Geschichte des Nazi-Mitglieds
und Kriegsgewinnlers Oskar Schindler1)
(1908 1974), der das Leben von mehr als 1.100 Juden während
des Holocaust rettete, stützte Kingsley 1993 mit solider Darstellungskunst
die eigentlichen Stars dieser Filme. Nach dem Schach-Drama "Searching for Bobby Fischer"
(Das Königsspiel) folgte Roman Polanskis brutales Psychodrama
"Death and the Maiden"1)
(1994, Der Tod und das Mädchen). Als Gegenspieler von Sigourney Weaver
gab Kingsley überzeugend den zwielichtigen Dr. Miranda, der als angeblich
einstiger Folterer von einem ehemaligen Opfer gepeinigt wird und erhielt
glänzende Kritiken. Die Figur eines Regierungsbeamten in dem Science-Fiction Thriller
"Species"1) (1995) sowie die Hauptrolle in dem Agententhriller "The
Assignment"1) (1997, The Assignment Der Auftrag) waren weitere Kino-Highlights mit Ben Kingsley.
Im Jahre 2000
war er in "Sexy Beast"1),
einem tiefschwarzen Krimifilm, zu sehen und spielte nach Meinung der Kritiker seine beste Rolle seit
"Gandhi". Er verkörperte einen Mann, vor dem alle zittern.
Als Don Logan platzt er in eine Idylle von Gangster-Rentnern und
ihrer Ehefrauen, die an der Costa del Sol die Früchte ihres kriminellen
Tuns genießen wollen. Ausgerechnet der Mann, der in den Meisterwerken
"Gandhi" und "Schindlers Liste" als sensibler Menschenfreund
überzeugte, mutierte hier zu einem unberechenbaren Monstrum eine Bestie,
die kalt, gewalttätig und sexy ist. Für sein
angsteinflößendes Spiel wurde der britische Schauspieler mit einer Oscar-Nominierung
und dem Europäischen Filmpreis belohnt (
) Ein britischer Gangsterfilm,
der keine Wünsche offen lässt. Anfangs wirkt alles noch wie eine schwarze
Komödie, bis Ben Kingsley wie ein Felsbrocken ins Geschehen rollt. Ein
erbarmungsloser Zweikampf mit messerscharfen Dialogen und einer stetig
steigenden Anspannung entzündet sich auf der Leinwand. Dabei kommt selbst der
Zuschauer ins Schwitzen und möchte sich vor der Bestie Ben Kingsley nur noch
verstecken. (Quelle: www.bz-berlin.de)
Eine erneute Oscar-Nominierung erhielt der Schauspieler für seine Rolle des
Exil-Iraners Massoud Amir Behrani in Vadim Perelmans
Erstlingswerk "House of Sand and Fog"1) (2003, Haus aus Sand und Nebel), einer Verfilmung des gleichnamigen
Bestsellers von André Dubus III, der den Konflikt zwischen einem iranischen
Einwanderer und einer gestrandeten Bürgerin (Jennifer Connelly) in den USA
thematisiert. Bösewichte bzw. zwielichtige Gestalten mimte Kingsley in dem
Abenteuer "Thunderbirds" (2004) und dem Thriller "Suspect Zero"1) (2004,
Suspect Zero Im Auge des Mörders)
um dann mit einer weiteren Paraderolle auf der Leinwand zu erscheinen.
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In Roman Polanskis Neuverfilmung des Charles Dickens-Romans
"Oliver Twist"1) (2005, Oliver
Twist2) )
mimte er eindrucksvoll, unter der Maske
kaum erkennbar, neben dem zehnjährigen Protagonisten Barney Clark den bösen
Bandenführer Fagin.
Zu seinen jüngeren Arbeiten vor der Kamera zählen der Thriller "Lucky
Number Slevin"1) (2006) mit der Figur eines Rabbi sowie
das historische Action-Abenteuer "The
Last Legion"1) (2007, Die letzte Legion), wo er den weisen
Schamanen Ambrosinus mimt.
Foto: Sir Ben Kingsley anlässlich der Veranstaltung "Cinema For Peace 2009"
Foto mit freundlicher Genehmigung des Berliner Fotografen Christian Behring
© Christian Behring (www.christian-behring.com)
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Den spannenden Krimi "Transsiberian"1) (Weltpremiere: 18. Januar 2008)
von Regisseur
Brad Anderson hatte er gerade abgedreht, ebenso wie die
Satire "War, Inc."3)
(Weltpremiere: 28. April 2008) mit John Cusack als Partner sowie das
Liebes-Drama mit
dem Titel "Elegy"1) (2007;
Elegy oder die Kunst zu Lieben2)),
wo er neben Penélope Cruz die
Hauptrolle des alternden Kulturkritikers David Kepesh spielt; die Weltpremiere
fand am 7. Februar 2008 anlässlich der 58. Internationalen Filmfestspiele in
Berlin statt. Danach entstand Jonathan Levines Komödie "The Wackness"1)
mit Kingsley als verwirrtem Psychiater Dr. Squires sowie die eher zu
vernachlässigende Filmkomödie
"The Love Guru"1) (2008, Der Love Guru), die am 2. Oktober 2008
in den deutschen Kinos an den
Start ging. In dem Krimi-Dram "Fifty Dead Men Walking" (2008, Der
Spitzel), mit dem Regisseur Kari Skogland die jüngere irische Bürgerkriegsgeschichte
thematisiert, zeigt sich Ben Kingsley neben Hauptdarsteller Jim Sturgess als
Kleinganoven McGartland, der von den Briten als Spitzel angeworben wird, als
dessen Verbindungsoffizier. Eine weitere aktuelle Arbeit ist Leena Yadavs
Bollywood-Thriller "Teen Patti" (2010), eine packende Story über
Habsucht, Täuschungen, Fantasie und mathematische Wahrscheinlichkeiten, in
dem Kingsley den weltbesten Mathematiker Perci Trachtenberg mimt. "Teen
Patti" ist übrigens der Name für eine Poker-Varinate, der Streifen
kommt Anfang Mai 2010 in die Kinos. Deutschlandweiter Start für Martin Scorsese
Psycho-Thriller "Shutter Island"1)
war der 4. März 2010, an der Seite von Leonardo DiCaprio ist Kingsley hier
als Dr. John Cawley zu sehen. Die Dreharbeiten zu der
Videospielverfilmung "Prince of
Persia: The Sands of Time"1)
(Prince of Persia: Der Sand der Zeit) begannen bereits im Juli 2008, hier
hatte Kingsley für Regisseur Mike Newell die Rolle des adligen Bösewichts Nizam
übernommen; Kinostart war der 28. Mai 2010. In der Produktionsphase
befindet sich der Thriller "Number 13", mit dem Regisseur Chase Palmer eine
Dreiecksbeziehung zwischen einem Regisseur und zwei Schauspielern erzählt,
sowie wie der von Martin Scorsese inszenierte Kinofilm "The Invention of Hugo Cabret"
(Die Entdeckung des Hugo Cabret) nach dem gleichnamigen Jugendbuch-Bestseller
von Brian Selznick.
Auf dem Bildschirm verlieh der charismatische Schauspieler ebenfalls vielen
Figuren eindrucksvolle Präsenz, aus der Vielzahl seiner TV-Arbeiten und
hochkarätigen Rollen ist beispielsweise die Figur des "Moses" (1995,
Die
Bibel Moses1)) und
die des "Potifars" (1995 in "Joseph"1)) in Roger Youngs
Bibel-Verfilmung zu nennen sowie der "Porfiry" in Joseph Sargents
Dostojewski-Adaption "Crime and Punishment" (1998, Schuld und Sühne).
In "Anne Frank: The Whole Story"1)
(2001, Anne Frank), den Robert Dornhelm nach der Biografie "Das Mädchen
Anne Frank" von Melissa Müller in Szene gesetzt hatte, verkörperte er
den Vater Otto Frank und wurde für seine Leistung mit einer "Emmy"-Nominierung
belohnt.
Darüber hinaus verfügt Kingsley über eine sehr angenehme Stimme, so
dass er oft auch als Erzähler gefragt ist. Er war unter anderem in
den Originalfassungen von "Liberation" (1994),
"A Force More Powerful", "Peace Is Every Step" (beide 1999) und
"A.I. Künstliche Intelligenz"1) (2001) zu hören.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von dem Fotografen Moritz
Schell zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Moritz Schell (www.moritzschell.com)
© Moritz Schell
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Ben Kingsley genießt den Ruf, einer der anerkanntesten und
vielseitigsten Schauspieler im derzeitigen Filmgeschäft zu sein.
1998 wurde er zum Jury-Präsidenten der Berlinale gewählt; dies galt als
eine Hommage an einen Mann, der sich auch als Gründungsmitglied der "
European Film Academy" wie kaum ein anderer um den europäischen Film
verdient gemacht hat. Im Jahre 2001 erhielt er von Queen
Elizabeth II den Ritterschlag und darf den Titel "Sir" tragen;
seitdem besteht er darauf, mit seinem britischen Adelstitel abgesprochen zu
werden.
Von 1966 bis 1972 war Sir Ben Kingsley mit der britischen Schauspielerin Angela Morant3)
verheiratet; aus der Ehe stammen die Kinder Thomas und Jasmine.
1978 heiratete er die Theaterregisseurin
Alison Sutcliffe3), trotz der beiden gemeinsamen
Söhne Edmund (geb. 1982) und Ferdinand (geb. 1988) endete die Beziehung 1992 vor dem
Scheidungsrichter. Seit den letzten Jahren lebte der Schauspieler mit
Alexandra Christmann, einer wesentlich jüngeren Berlinerin mit eher
vager Berufsbezeichnung "ehemalige Werbekauffrau" zusammen. Das Paar
zog 2002 auf Kingsleys Landgut bei Oxford; dass zwei Kinder des
Oscar-Gewinners älter seien als sie selbst, fand Christmann in einigen
Interviews "unerheblich". Im Oktober 2003 fand die Hochzeit
statt, die Scheidung erfolgte im November 2005. Ehefrau Nummer 4 wurde
die rund 30 Jahre jüngere brasilianische Schauspielerin Daniela Lavender3), die Hochzeitszeremonie
fand am 3. September 2007 in
Kingsleys Herrenhaus in North Leigh (Oxfordshire) statt.
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